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Das Wunder von Wörgl

Prof. Dr. Wolfgang Berger (Foto: Xing-Profil)

Statisches Geld belässt uns im Zustand einer gefräßigen Raupe, die ihren Lebensraum sinnlos zerstört. Fließendes Geld („Freigeld“) verwandelt uns in einen Schmetterling, der voller Freude lebt und das Blumenmeer nicht zerstört, sondern befruchtet. Die Verwandlung in den Schmetterling ist der einzige Sinn der Existenz der Raupe gewesen. So wird unser wunderschöner kleiner Planet wieder zu dem Paradies, als das Gott ihn erschaffen hat.

Abschlussworte aus dem Artikel Mit fließendem Geld anstelle unseres statischen geht es auch mit unserer Gemeinschaft wieder richtig gut – von einer Fairconomy von Prof. Berger.

Die meisten Deutschen kennen das Wunder von Bern, zumindest die Fußball-begeisterten. Das besiegte Deutschland war 1954 Fußballweltmeister geworden. Die Wenigsten allerdings kennen das Wunder von Wörgl, obwohl dieses viel mehr Brisanz in sich trug, weshalb es auch schnellstens beendet gehörte.

Inzwischen gibt es eine Verfilmung über die Ereignisse in Wörgl, die sich 1932 bis 1934 zutrugen. Ich hatte mir gestern diese Verfilmung Das Wunder von Wörgl des sehr spannenden Wirtschaftsexperiments auf Arte anschauen können. Zu dem, was dort experimentiert wurde, hatte ich 2011 einen Text von Prof. Dr. Wolfgang Berger bringen dürfen: Mit fließendem Geld anstelle unseres statischen geht es auch mit unserer Gemeinschaft wieder richtig gut – von einer Fairconomy.

In jener Zeit, in der die Wirtschaftskrise und damit das Leid der Menschen dazu führte, dass die Nationalsozialisten in den Sattel gehoben wurden, gab es ein kleines abtrünniges Städtchen in Tirol, das sich gegen die Abwärtsspirale mit einem ganz anderen Mittel wandte: Der Bürgermeister Michael Unterguggenberger hatte kurz nach dem 1. Weltkrieg von der Freiwirtschaft des Silvio Gesell erfahren und sich dabei die Theorie des fließenden Geldes erschlossen. Als er Bürgermeister von Wörgl wurde, erinnerte er sich an diese Theorie und gewann den Stadtrat, der die Einführung dieses besonderen Tauschmittels einstimmig beschloss.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die Bürger von Wörgel nahmen dieses alternative Zahlungsmittel an, und so begann sich das Leben in dem Örtchen wieder zu erholen. Auf der Web-Seite des Unterguggenberger Instituts sind weitere Details und Bilder von dieser Zeit inklusive des Bürgermeisters finden. Und weil sich der Erfolg schnell rumsprach, wollten die umliegenden Gemeinden dem Modell folgen.

Der Arbeitsbestätigungsschein, der in Wörgl das Wirtschaftswunder 1933 brachte – Foto: Wikipedia
Die Rückseite des Arbeitesbestätigungsscheins mit einem Text des Initiators und Bürgermeisters von Wörgl von 1932 bis 1934, Michael Unterguggenberger – Foto: Wikipedia

Wörgl bekam sogar Besuch von höchsten Regierungsstellen aus Frankreich und den USA. Weil aber dieses Experiment so gut gelang, sorgte die Finanzwelt, deren Geschäft der Zinsnahme auf Giralgeld in Gefahr geriet, dafür, dass dieses Geld wieder eingezogen wurde. Der Letzte, der übrigens die Geldausgabe wieder in die Hände des Staates bringen wollte, war John F. Kennedy. Ich hatte hier schon dazu geschrieben: Musste John F. Kennedy sterben, weil er das Geldschöpfen wieder in die Hände des Staates brachte?. In dem oben genannten Film sorgte ein Neider aus dem Umfeld der Nationalsozialisten dafür, dass die Bankenwelt von dem Fall erfuhr. Allerdings war das Thema der Zinsnahme auch bei ihnen ein Thema, siehe Brechung der Zinsknechtschaft.

Ich würde mir wünschen, dass das Bewusstsein über dieses alternative Wirtschaftssystem (Freiwirtschaft) von Silvio Gesell, der zur Zeit der Räterepublik in München 1919 Finanzminister war, sich schnell verbreiten würde, denn es würde allen auf der Erde zuträglicher sein.

  1. Juli 7, 2019 um 1:02 pm

    Hat dies auf haluise rebloggt.

  2. Raller
    Juli 7, 2019 um 10:53 pm

    „Statisches Geld belässt uns im Zustand einer gefräßigen Raupe, die ihren Lebensraum sinnlos zerstört.“
    Richtige Betrachtung:
    Die Raupe muß um „Wachsen“ zu können ständig neue Nahrung, die von fleißigen Pflanzen für den eigenen Lebenserhalt produziert werden,von anderen stehlen.

    Das fließende Geld ist das Spiegelbild des Zins basierten Geldsystemes.
    Bei dem einen wird das zu raubende Geld aufgeschlagen und bei dem anderen wird es durch Schwund weg genommen.
    Bei beiden ist Verlust des erarbeiteten Wertes. Es bleibt der Wachstumszwang, um ein gleiches Vermögen zu behalten.

    Geld sollte das sein wozu wir es brauchen, ein stabiler Verrechnungsgegenstand zum Tausch von Gütern und Dienstleistungen.

    Die Bewertung von Gütern und Dienstleistungen ist ein neues Thema.

    Gruß an Herr Bartonitz und die Mitlesenden

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