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Demokratie: Die eigentliche Macht ist nicht mehr sichtbar

Rainer Mausfeld, emeritierter Professor für Allgemeine Psychologie

Der Vorteil der repräsentativen Demokratie für die Eliten ist, dass die Veränderungsenergie des Volkes sich darauf beschränkt, andere Hirten aus dem Personal der Herdenbesitzer zu wählen.

Die wahren Machtzentren sind kaum mehr sichtbar … Es gab eine gigantische Verschiebung der Macht hin zu Großkonzernen.

Prof. Dr. Rainer Mausfeld

Diese Zitate habe ich diesem auf den Punkt gebrachten Ausschnitt aus einem Vortrag von Herrn Mausfeld entnommen:

Dass immer mehr Menschen politikverdrossen sind, darf uns ob dieser repräsentativen Demokratie einer Parteienherrschaft, wo Gesetze zunehmend von den Konzernen durch ihre Lobbyisten in den Bundestag hineingeschrieben werden, zunehmend nicht mehr wundern. Er sieht eine Tiefenindoktrination wirken, die uns blind macht und die besseren Alternativen nicht mehr sehen lässt.

In dem folgenden Interview mit Herr Mausfeld wird der Begriff Anarchismus unter die Lupe genommen und in seinem historischen Kontext betrachtet, und was man heute darunter verstehen sollte. Dann geht es über das Verständnis von Demokratie, was die Grundvoraussetzungen dafür sind und wie Wirtschaft in einer Demokratie aussehen sollte. Schließlich geht es noch um die Rolle der Medien und des Finanzsektors in unserer Gesellschaft und was der Fall Julian Assange & Wikileaks für unsere Demokratie bedeutet. Sehr zu empfehlen, da sehr grundlegende Analysen dargeboten werden:

Zu der These, dass die Macht inzwischen (?) hin zu Großkonzernen verschoben wurde, möchte ich zur Untermauerung den Artikel Das Kartell der Federal Reserve: die Acht Familien von Dean Henderson

bringen . Darin können wir lesen und erfahren Namen unserer wahren Weltenlenker:

J.W. McAllister, ein Kenner der Erdölindustrie mit Verbindungen zum Hause Saud, schrieb in The Grim Reaper, nach Informationen, die er von einem saudischen Banker erhalten habe, gehörten 80 Prozent der New Yorker Federal Reserve Bank, der bei Weitem einflussreichsten der zwölf regionalen Federal-Reserve-Banken, nur acht Familien, von denen vier in den USA lebten. Dabei handelte es sich um Goldman Sachs, Rockefeller, Lehman und Kuhn Loeb aus New York, die Rothschilds aus Paris und London, die Warburgs aus Hamburg, die Lazards aus Paris und Israel Moses Seif aus Rom.

Der Wirtschaftsprüfer Thomas D. Schauf bestätigt McAllister Behauptungen und fügt hinzu, zehn Banken kontrollierten alle zwölf Federal-Reserve-Regionalbanken. Er nannte N. M. Rothschild aus London, die Bank Rothschild aus Berlin, das Hamburger Bankhaus Warburg, das Amsterdamer Bankhaus Warburg, die Bankhäuser Lehman Brothers aus New York und Paris, die Bank Kuhn Loeb aus New York, das Bankhaus Israel Moses Seif aus Italien, die Bank Goldman Sachs aus New York und die Bank JP Morgan Chase ebenfalls aus New York. Schauf nennt William Rockefeller, Jacob Schiff und James Stillman als Einzelpersonen, die erhebliche Anteile an der Federal Reserve besitzen. (3) Die Schiffs sind Anteilseigner bei Kuhn Loeb und die Stillmans, die um die Wende zum 20. Jahrhundert in die Familie Rockefeller einheirateten, bei der Citigroup.

Und da diese ja nicht ganz allein die Welt regieren können, haben sie ein wahres Netzwerk von Organisation am Laufen, in denen die nächsten 300 ihrer Diener die nächsten Fäden in die Hand nehmen. Dazu hatte ich hier schon geschrieben: Mitglieder des Komitee der 300

Vielleicht ist ja bei all dem Demkraturmurks das noch eine erhellende Alternative 😉

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  1. Mai 17, 2019 um 7:40 pm

    Hat dies auf haluise rebloggt.

  2. Martin Bartonitz
    Mai 17, 2019 um 11:42 pm

    Und wenn der Staat die versprochene Sicherheit vernachlässigt, dann:

  3. Martin Bartonitz
    Mai 17, 2019 um 11:45 pm

  4. Martin Bartonitz
    Mai 17, 2019 um 11:47 pm

  5. E. Duberr
    Mai 18, 2019 um 10:01 am

    Es ist alles so furchtbar SINNLOS , dieses ewige Gequatsche über die wirklichen Herrscher . Wenn man sie weghaben will , sollte man endlich aufhören die Demokratie als heilige Kuh anzusehen. Hinter diesem verlogenen Gebilde verstecken sie sich und formen die furchtbarste und verschlagenste Form der DIKTATUR .Die Dummen Wähler , das dumme Stimmvieh sind schuld an unserer Misere .
    Wenn man diese Verbrecher sichtbar machen will , dann darf man nicht zur Wahl gehen und sich an dem Verbrechen beteiligen . Wer wählt ist ein Verbrecher .

    Erst wenn keiner mehr wählt , werden sie sich zeigen , für alle sichtbar ! Dann kann man sie endlich bekämpfen . HÖRT AUF ZU PALAVERN .

  6. Mai 18, 2019 um 12:15 pm

    Guter Artikel, gute Fakten. Den Mausfeld sehe ich mir sicherlich an. Mausfeld ist ja bekannt für seine ellenlangen Vorträge. Ich habe sehr viele davon gesehen.

    Allerdings möchte ich im Prinzip dasselbe sagen wie E. Duberr vor mir: Wer von den Dumpfmichels da draußen sieht sich so etwas an? Wer von den demokratiegläubigen Schlafschafen interessiert sich für so etwas.
    Keiner. Draußen ist schönes Wetter und Party machen ist geiler. Dann wählt man halt, oder man wählt halt nicht, das ist ja sowieso egal, so denken die Schafe, und machen weiter Party. Wird schon nichts passieren, denken die.

    Wir werden von den Dummen, die die im Hintergrund wählen, regiert. Das muß aufhören. Keine Bevölkerungsmasse der Welt und sei sie noch so groß, hat das Recht eine kleine wissende Minderheit zu bevormunden und zu knechten. Nirgendwo, in keinem Land. Auch nicht in Deutschland, auch nicht, wenn das Aushängeschild „Demokratie“ heißt.

  7. Martin Bartonitz
    Mai 18, 2019 um 1:28 pm

    Thomas V Weiss kommentierte heute zu dem Strache-Fall mit Blick auf die EU-Wahlen auf Facebook:

    Die wahre Alternative

    Das rechtzeitig vor der EU-Wahl veröffentlichte Video dürfte der FPÖ massiv schaden. Jemand (wer auch immer) hatte sich diesen Leckerbissen offenbar bewusst bis zum jetzigen Zeitpunkt aufgehoben, um im richtigen Moment die Bombe platzen zu lassen. Ob dieses Verhalten zulässig ist, wird sich noch weisen. Der Schaden für die FPÖ wird wahrscheinlich groß sein und das ist auch gut so. Die Partei hat wieder mal ihr wahres Gesicht gezeigt.

    Die Niederlage der Nationalisten ist gleichzeitig ein Etappensieg für die Globalisierer. Sie beeilen sich bereits, sich selbst als die einzige vernünftige Instanz für die Zukunft Europas darzustellen. Und genau hier liegt der Hund begraben. Die reaktionären, nationalistisch gesinnten Kräfte sind in der Tat kein Segen für die Zukunft Europas, und sollte eine FPÖ ganz aus der Politik verschwinden, weine ich sicher keine Träne.

    Der große Irrtum aber ist, eine EU und die sie unterstützende Politik als Segen anzusehen. Es ist fatal, der EU grundsätzlich gute Absichten zu bescheinigen und unheilvolle Entwicklungen – die es zweifellos in großer Zahl gibt – als Fehler oder Verfehlungen anzusehen. Nein, die EU ist von Grund auf ein neoliberales, auf Expansion ausgerichtetes, Umverteilungprojekt. Die schlimmen Entwicklungen sind also kein Ergebnis fehlerhafter Politik oder ungeschickten Wirtschaftens, sondern dem neoliberalen oder besser marktradikalen System immanent.

    Beide Seiten, also sowohl die globalistisch als auch die nationalistisch orientierte, arbeiten nach marktradikalen Prinzipien. Der einzige wirkliche Unterschied ist der, dass die sogenannten „Rechtspopulisten“ dem Expansionsstreben im Weg stehen. Für den Wähler bedeutet all dies, dass er, egal wofür er stimmt, am Ende das Betriebssystem Neoliberalismus wählt. Begriffe wie „gemeinsam“, „Demokratie“, „Verantwortung“, „Europa“ oder „Friedensprojekt“ sind Täuschung und sollen den Menschen suggerieren, die EU wäre alternativlos. Aber das ist sie eben nicht.

    Der nächste große Irrtum ist zu glauben, dass allein eine nationalistische Politik die Alternative darstellt. Leider sind viele Menschen in diesem Glauben, und wer es wagt, die EU zu kritisieren, den trifft die Parallelschuld-Keule, die mit folgender Logik arbeitet: Wer die EU kritisiert, muss rechts sein, weil auch Rechte dies tun. Ein seltsamer und in keiner Weise haltbarer Syllogismus.

    Was das Video, mit Strache und Gudenus, zeigt, ist wahrlich erschreckend, aber sicher kein Einzelfall. Brüssel ist voll von Lobbyistenbüros, und die politischen Entscheidungen werden ohnehin von anderen als den einfachen Menschen getroffen. Schockiert und überrascht vom jetzigen Skandal kann also nur jemand sein, der keine Ahnung hat vom generellen Einfluss auf die EU sowie die Politik überhaupt durch Lobbyisten, Think Tanks, Konzernen und dem Großkapital. Wer auch immer in Zukunft in Brüssel mitreden wird, wirklich ändern wird sich nichts. Solange der einzelne Mensch nicht lernt, dass er selbst und sein Verhalten die wahre Alternative ist, werden Sozialabbau, Umverteilung, Schuldenpolitik, Austerität, Aufrüstung und Kriegstreiberei zunehmen.

    Hier noch das Strache-Video:

  8. Fluß
    Mai 19, 2019 um 10:11 pm

    2 Threats, da geht’s um die Doppel-Moral:

    http://www.pi-news.net/2019/05/wien-tagesschau-gruesst-antifa/

    „““Demokratiefeindlichkeit wird derzeit Österreichs Ex-Vizekanzler HC Strache immer wieder vorgeworfen. Die etablierten Parteien und ihre Medien genießen ihren Erfolg in vollen Zügen. Doch wie sieht es aus mit jenen, die das Gewaltmonopol des Staates ablehnen und sich anmaßen, neben der Polizei eine eigene Sturmabteilung unterhalten zu dürfen? Das sind die Grünen, die Linken, die SPD, selbst Teile von CDU/CSU und der FDP. „““

    http://www.danisch.de/blog/2019/05/19/die-so-ganz-unterschiedlichen-massstaebe-fuer-fpoe-und-spd/

    „““ Ich hoffe vor allem, dass hinter dieser Falle keine Deutschen sitzen. Denn das hielte ich für völlig inakzeptabel, sich auf diese Weise in die Politik eines fremden Landes einzumischen. Ich finde den Maas ja schon inakzeptabel. Wehe, wenn da deutsches Fernsehen oder deutsche Nachrichtendienste die Finger drin haben.

    Nein, was mich vor allem ankotzt:

    Alles das, was man der FPÖ jetzt vorwirft, ist bei der SPD doch gängige Praxis:

    Im Video trat eine als russische Milliardärin auf.

    Bei uns werden unzählige linke Projekte vom Milliardär George Soros finanziert. Warum stört das dann keinen?
    Im Video ging es darum, die Zeitung Krone (anteilig) aufzukaufen, um sie zu manipulieren.

    Die SPD ist ein Medienkonzern, dem über hundert Zeitungen gehören. Warum stört das keinen?

    Im Video ging es darum, dass man die Krone dann dirigiert, zugunsten der FPÖ zu schreiben.

    Bei uns schreibt fast die gesamte Presse zugunsten der SPD, weil sie selbst oft Miteigentümer ist oder über die Gewerkschaften und so weiter die Presse steuert.

    Sogar ARD und ZDF sind zu reinen Propagandasendern für SPD-Grüne verkommen. Warum stört das keinen?
    Man sieht da einen, der auf Ibiza in der Freizeit angesoffen ist.

    Hier in Berlin habe ich im Bundestag schon mitangesehen, wie da ganze Tische mit Sektgläsern zugestellt wurden und die Damen und Herren im Dienst des Volkes saufen. Warum stört das keinen?

    Alles das, was in diesem Video vorkommt, kann man potenziert in Deutschland, besonders der SPD, beobachten. Während man es dort zum Riesenskandal hochkocht, sieht man es hier als normal an.

    Es sind nicht die Maßstäbe, sondern die doppelten Maßstäbe, die mich so besonders ankotzen.

    Dass man eine SPD so ganz anders beurteilt als eine FPÖ. „““

    Und alles übers StEUERzahlergeld: Zwangsabgabe-Geld.

    So ein Grüner macht Aufsehens, auch bald in ner Nackedei-Show:
    https://www.mmnews.de/vermischtes/124252-nrw-gruener-outet-sich-als-hund-und-posiert-vor-reichstag

    „““ Der Grüne Niclas Ehrenberg (NRW) greift zum letzten Mittel. Der homosexuelle Jungpolitker outet sich als „Puppy Player“ und behauptet „sexueller Aktivist“ zu sein.
    Unter „Puppy Player“ bzw. „Petplay“ (engl. Pet = (Haus-)Tier, play = Spiel) versteht man ein erotisches Rollenspiel, bei dem mindestens ein Partner die Rolle eines Tieres spielt – z.B. Hund. Klassische Elemente der Sexualpraktik sind Machtgefälle, Unterwerfung, stimulierende Erniedrigung und sadomasochistische Spiele.
    Doch diese Spiele will er nun nicht mehr im Schlafzimmer betreiben, sondern auch in der Öffentlichkeit, z.B. vor dem Bundestag. So ließ er sich in Hundemaske vor dem Reichstag ablichten.
    Ehrenberg zu BILD: „Seit eineinhalb Jahren bin ich ein so genannter ,Puppy Player‘, liebe es im Fetisch-Outfit und mit Hundemaske draußen herumzulaufen.“
    Wenn Ehrenberg nicht als Hund unterwegs ist, setzt er sich gegen die Abholzung der Bäume ein.
    Seit neuestem tritt er auch bei RTL2 in der Nackt Show „Naked attraction“ auf. Dort präsentiert er sich in seiner ganzen Pracht:

    Die Folge mit Ehrenberg soll voraussichtlich im Herbst 2019 ausgestrahlt werden. Im Trailer ist er schon zu sehen. „““

  9. Fluß
    Mai 20, 2019 um 10:20 am

    Jan van Helsing (Jan Holey) darf auch nicht alles veröffentlichen. Er nennt das eine Buch Whistle Blower weil ihm Leute erzählen, die er auch besucht. Da sind im Buch schwarze Balken.

    Ja und da kommt da ein Video in der Öffentlichkeit über einen Politiker kurz vor der EU-Wahl und viele ziehen da mit, geben es öffentlich weiter. Und das in der EU. Da sieht man, die EU ist ein Konzern, in dem es darum geht, das Menschen diskreditiert, verletzt und als Straftäter dargestellt werden, wo beispielsweise die SPD dem Tichy ne Klage androhte, weil er auflistete, wie die SPD ihr Geld macht (Zeitungen)., also wer will sowas? Doch nur Hypnotisierte unfreie Denker, gelenkt über den tiefen Staat (das Unbewußte).
    Dann kann Jan Holey das ja auch. Nur gehts bei ihm im Buch um viel brisantere Taten.

    http://www.danisch.de/blog/2019/05/19/auch-das-veroeffentlichen-ist-strafbar/

    http://www.danisch.de/blog/2019/05/14/wenn-die-staatsanwaltschaft-nichts-wichtigeres-zu-tun-hat/

  10. Fluß
    Mai 20, 2019 um 10:31 am

    Englischen Text kopier ich nicht rein, Danisch kommentiert.

    http://www.danisch.de/blog/2019/05/19/political-correctness-meinungs-gebashe-toetet-meinungsumfragen/

    „““ Political Correctness Meinungs Gebashe tötet Meinungsumfragen

    Sozialistische Gesellschaft im Frühstadium.

    Überraschung in Australien.

    Da waren gerade Wahlen und die Medien hatten fest mit einem Sieg der Linken gerechnet,
    die waren fest gebucht, aber die Australier haben das Mitte-Rechts-Bündnis gewählt. Man reibt sich verwundert die Augen.

    Die WELT schreibt dazu:
    So groß bei Morrison (Spitzname: „ScoMo“) nun die Freude ist, so groß ist bei Labor die Enttäuschung. Bis zum Wahltag hatte die Partei zweieinhalb Jahre lang in allen Umfragen vorn gelegen. Selbst die erste Hochrechnung sah sie noch in Führung. Dann aber wurden die Zahlen von Stunde zu Stunde schlechter. Bis Shorten vor seine Anhänger ging, die Niederlage zugab und auch seinen Rücktritt ankündigte. „Ich weiß, ihr leidet alle. Ich auch.“

    Etwas deutlicher formuliert es der australische Nachrichtensender 9news: Wrong polls blindsided nation, but ‘Shorten knew all along’ und sie schreiben:
    Sie sagen zwar einerseits, dass die öffentlichen Umfragen ziemlich falsch waren und das Gegenteil dessen gewählt wurde, was alle öffentlichen Umfragen ergeben hatten, andererseits die internen Umfragen der Parteien selbst ein ganz anderes, richtigeres Bild ergeben hätten. Warum können die das besser als die öffentlichen?
    Sie ziehen zwar Vergleiche zur Trump-Wahl, wo die Umfragen ebenfalls falsch lagen, sehen hier aber viel größere Fehler, ähnlich wie bei den Wahlen in Großbritannien:
    Und sie ziehen das Fazit, dass Meinungsumfragen zu nichts mehr zu gebrauchen sind, nichts mehr wert sind:
    Was meines Erachtens richtig ist, aber analytisch nicht weit genug geht.
    Wenn nämlich Journalisten Bürger befragen, und das Ergebnis nicht stimmt, könnte die Fehlerursache ja bei beiden liegen:
    • Es könnte sein, dass die Bürger auf Fragen nicht mehr wahrheitsgemäß antworten, weil sie Angst vor Repressalien haben. Dieser Effekt wurde auch in Deutschland schon beobachtet. Die Leute wählen rechts, geben es aber aus Angst vor Verfolgung, Ausgrenzung, Nachteilen, Stigmatisierung bis zu Gewalt nicht zu.
    • Oder es liegt an den Journalisten und den Meinungsinstituten.
    Vielleicht schlichte handwerkliche Fehler im Rahmen der generellen Verblödung der Bevölkerung im Allgemeinen und der Soziofächer im Besonderen. Auswertungsfehler wie Simpson-Fehler.
    Vielleicht das, was man im Englischen als „biased” bezeichnet, suggestives Fragen oder tendenziöses auswerten. Der Hang, in allem und jedem eine Bestätigung für links zu sehen, wo keine ist. Die Fragen so zu stellen, dass man die Ergebnisse bekommt, die man haben will.
    Vielleicht der Fehler einer nicht repräsentativen Auswahl: Ach, gehen wir doch lieber in das linke Stadtviertel, da wohnen und essen wir ja selbst…
    Vielleicht auch einfach gelogen. Vielleicht haben diese Umfragen so nicht stattgefunden, vielleicht ist ein Teil der Antworten schlicht erfunden. Oder gefälscht.
    Vielleicht selektive Berichterstattung. Vielleicht gab es viele Umfragen, die sogar richtige Werte ergaben, aber die Berichterstattung bevorzugte die mit den „schönen” Ergebnissen.
    Alles Fehler, die man bei uns dazu schon beobachten konnte.
    Der Punkt ist: Sämtliche dieser Fehler gehen auf das Konto linker Ideologie.
    Dieser ganze linke Komplex beruht darauf, dass
    1. ein enormer Konformitätsdruck aufgebaut wird, und jede Abweichung durch die Allgemeinheit sozial sanktioniert wird, also quasi jeder gegen jeden kämpft, so eine Blockwart- oder Stasi-Mentalität. Der Bürger sagt nicht mehr die Wahrheit.
    2. Presse und alles rund um Soziologie sind so ideologisch ausgerichtet, dass sie – ob auf Druck oder eigener Überzeugung – nicht sachlich, sondern politisch korrekte Ergebnisse liefern. (Der Plan wurde auch in diesem Jahr wieder erfüllt und übertroffen…)
    Es wird zunehmend alles durch die sozialistische Brille und mit Hinblick auf den Sieg im Klassenkampf betrachtet.
    3. Die Presse lügt, weil sie nicht mehr sagt, was ist, sondern was das Volk glauben soll. Poststrukturalismus: Die gewünschte Realität einfach herbeireden.
    4. Propaganda und Desinformation: Wenn man sagt, dass die Linken sowieso gewinnen, demotiviert man damit Mitte-Rechts-Wähler, noch zur Wahl zu gehen. Glaubt man zumindest.
    Für mich sind Meinungsumfragen, die – ob nun so oder so – ein unwahres Bild ergeben und zeichnen ein Symptom einer degenerierten Gesellschaft, einer, in der man sich gegenseitig nicht mehr traut und glaubt. Sozialismus im nicht mehr ersten Anfangsstadium. „““

  11. Martin Bartonitz
    Mai 20, 2019 um 5:36 pm

    Hannes Ehrlich schrieb auf Facebook passend zum Strache-Fall:

    Über die ethisch-moralische Verwahrlosung der kapitalistischen Systemrepräsentanten

    Die Ibiza-Affaire ist mehr als eine provozierte Entgleisung eines Politikers im parteipolitischen Machtgerangel, denn sie offenbart den fortgeschrittenen Fäulnisprozess an den ökonomischen, politischen, medialen und kulturellen Systemstützen, der die Systemimplosion vorbereitet. Die Systemrepräsentanten glauben, das System durch lobbyhörige Hinterzimmerpolitik zu stärken und zerstören es, ohne sich dessen bewusst zu sein. Darüber könnte man sich als antikapitalistisch säkularer Humanist freuen, wenn authentische Linke es zuwege brächten, sich organisatorisch und inhaltlich so zu formieren, dass der mit Sicherheit folgende Versuch, alten Wein in neuen Schläuchen zu verabreichen, mit großer Wahrscheinlichkeit erfolglos bliebe.

    Dabei geht es nicht mehr nur um eine kritische Diagnose des neoliberal gesteuerten kapitalistischen Gesellschaftssystems, sondern darüber hinaus um die Feststellung, dass dieses System gescheitert ist, weil es den existenzsichernden Bedürfnissen der lohnabhängigen Bevölkerungsmehrheit nicht gerecht werden kann und unfähig ist, eine friedliche Welt zu schaffen. Die maßlose Gier verwehrt den Systemrepräsentanten einen rationalen, vernunftgesteuerten Blick auf die gesellschaftliche Wirklichkeit, macht sie unfähig zum Perspektivwechsel, mit der Folge, dass ständig neue Krisenprozesse in Gang gesetzt werden.

    Die friedensbewegte Volksmehrheit ist damit in einer Notwehrsituation, die zivilen Widerstand notwendig macht. Unsere französischen Nachbarn beweisen die Wirkmächtigkeit der Lohnabhängigen, wenn sie sich für ihre gerechten Forderungen gemeinsam einsetzen und zusammen mit den Gewerkschaften sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Straßen und Plätze zum Parlament des Volkes erheben.

    Danke Gilets Jaunes, euer Mut, der sich von einer moralbefreit agierenden staatlichen Gewaltherrschaft nicht entmutigen lässt, ist Vorbild für alle europäischen Lohnabhängigen, die bestehende scheindemokratische gesellschaftliche Wirklichkeit in eine echte Demokratie zu transformieren. Den Staatsterroristen wird es nicht gelingen, in Frankreich ein Exempel zu statuieren, damit im Interesse der Finanzoligarchie die Lohnabhängigen europaweit eingeschüchtert werden. Den Widerstand der Gilets Jaunes zu würdigen und zu unterstützen hat einen hohen Stellenwert, denn was ihnen heute an Staatsterror widerfährt, droht den friedensbewegten Menschen in Deutschland morgen zu widerfahren.

  12. Martin Bartonitz
    Mai 20, 2019 um 8:50 pm

    Dieser junge Mann bringt einen Haufen Beweise zur Inkompetenz unserer Regierung [beim Thema Klimawandel bin ich zum Teil nicht dabei]:

  13. Fluß
    Mai 21, 2019 um 10:14 am

    Aus dem Whistle-Blower-Buch:

    „““ Gabriel, wir beginnen mit Ihnen. Erklären Sie mir doch bitte, wer Sie sind und wie man dazu kommt zu behaupten, dass die BRD kein souveräner Staat ist – und noch mehr: fast alle Länder dieser Welt Firmenkonstrakte sind, die bald in ein Großunternehmen zusammengefasst werden sollen.
    Ich selbst war ganz normal in dieses System integriert. Ich war Unternehmer, meine Frau und ich fuhren schöne Autos usw. und sind durch eine kaufmännische Fehlentscheidung meinerseits in eine Situation geraten, dass jemand gegen mich prozessiert hat. Als Systemkonformer hatte ich brav einen Anwalt genommen und mit diesem vor dem Landgericht prozessiert, aber es lief ganz komisch. Wir waren völlig irritiert.

    Am Ende erhielten wir ein Urteil, das unseren Ruin bedeutete. Ich bekam dann mit, dass mehrere der Beteiligten im Rotary-Club Mitglied waren, der Staatsanwalt, der Richter, und dann wurde ich stutzig. Mein Anwalt meinte dann, er habe so etwas noch nie erlebt.

    Parallel dazu gab es eine Situation, in der mich das Finanzamt aufs Korn genommen hatte, wegen aus meiner Sicht berechtigten Forderungen (Umsatzsteuer). Es waren aber die Methoden, die eingesetzt wurden, die meiner Ansicht nach fern von Gut und Böse waren. Beides lief damals parallel. Ich stand vor der Situation, Hartz-4-Empfänger zu werden.
    Wir hatten uns zu entscheiden, den Finger zu heben und für lange Zeit verschuldet zu sein oder aber zu kämpfen. Wir entschieden uns für Letzteres.

    Ich hatte mich dann einer recht bekannten Anwaltskanzlei anvertraut, die sich allerdings als unseriös herausstellte. Doch diese beschäftigte sich mit der Thematik Deutsches Reich und Souveränität bzw. Nicht-
    Souveränität der BRD, und ich kam nicht umhin, mich intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen.
    Was fanden Sie heraus?

    Dass nichts in unserem System BRD logisch ist, es sich mehr um ein Gestrüpp verschiedenster Gesetze und Anordnungen handelt, die aber nicht schlüssig sind. In dieser Zeit hatten wir dann Hausdurchsuchungen, die Konten wurden gesperrt, die Firma blockiert und all das, weil ich fünf Fragen gestellt hatte. Ich hatte fünf Fragen an das Finanzamt gestellt, und dann wurden schwere Geschütze gegen mich aufgefahren.
    Welche Fragen waren das?

    Nachweis der Rechtmäßigkeit der Umsatzsteuer entsprechend Zitiergebot Artikel 19 GG – „Bitte weisen Sie mir die Gültigkeit des Grundgesetzes nach. “
    Nachweis der Gültigkeit des Einkommenssteuergesetzes von 1934
    Nachweis der Gültigkeit des Einkommenssteuergesetzes von 1936 Alles unter dem Aspekt: Dies wurde durch das Tribunal Général de la Zone Française D’Occupation in Rastatt vom 6.1.1947 bestätigt. Darin heißt es: „Es steht fest, dass die Wahl zum Reichstag vom 5.3.1933 unter Umständen zustande gekommen ist, die eine offenkundige, von der Regierung begangene Gesetzeswidrigkeit und Gewaltanwendung darstellen, dass das sogenannte Ermächtigungsgesetz vom 23.3.1933 entgegen der Behauptung, dass es der Verfassung entspreche, in Wirklichkeit von einem Parlament erlassen worden ist, das infolge Ausschlusses von 82 ordnungsgemäß gewählten Abgeordneten eine gesetzwidrige Zusammensetzung hatte und dass es durch die Vereinigung
    aller Vollmachten in der Hand von Hitler alle wesentlichen Voraussetzungen einer ordnungsgemäßen und normalen Rechtsgrundsätzen entsprechenden Regierung verletzt. „(8)

    Und die Autorisierung des Finanzamtes bezüglich:
    1. …der Nötigung und Erpressung zur unfreiwilligen Zwangsarbeit für das Finanzamt.
    2. …der Anwendung Weißer Folter zur Erzwingung totaler Unterordnung.

    Wie kamen Sie darauf, diese Fragen zu stellen?
    Durch die Anwaltskanzlei, die mit dieser Materie vertraut war. Es ging darum, dass ich damals der Ansicht war, dass wir noch den alliierten SHAEF-Gesetzen unterliegen usw. Das wird bewusst gemacht, um uns zu provozieren und in die Ohnmacht zu drücken, damit wir aggressiv werden. Und wenn man aggressiv wird, kann man ein sog. Betreuungsverfahren einleiten und das Betreuungsverfahren ist entgegen §1896 la BGB nur dazu da, um uns Männern und Frauen die Betreuung der „Person“ zu entziehen und damit den Zugang zum System. Dazu erkläre ich später noch mehr.
    Eingeschüchtert durch die Hausdurchsuchungen usw., hatten meine Frau und ich dann zurückgerudert und uns wieder angebiedert, eine Vereinbarung mit dem Finanzamt getroffen, mit den Banken verhandelt usw. Und dann begegnete ich einem Mann, dessen Namen ich nicht erwähnen will, der in der Hochfinanz operiert hat – als Systemanalytiker -, und der ist vor etlichen Jahren ausgestiegen. Durch ihn bekam ich Secondhandwissen,
    das durch eigene Erfahrungen erweitert wurde. „““

  14. Fluß
    Mai 21, 2019 um 10:25 am

    „““ Generell geht es um Folgendes: Wenn Du auf die Welt kommst, bist Du nackt, hast nichts dabei, keinen Koffer mit Gold und gar nichts. Das Einzige, was Du mitbringst, ist Deine Lebenszeit und Deine Arbeitskraft.
    Das ist verleihfähig. Und dieses System wurde erschaffen, um diese Arbeitskraft abzusaugen, ohne dass derjenige merkt, dass er ausgesaugt wird. Meiner Meinung nach wurde dieses System schon vor dem Römischen Reich erdacht, im alten Babylon. Erdacht! Der Vatikan spielt da eine ganz entscheidende Rolle, weil dieser UCC, dieser Uniform Commercial Code, von diesem erschaffen wurde. Auf zwei Sätze komprimiert: Es gibt heute fast keine Staaten mehr, sondern Firmen, und die haben Regelwerke (Verträge) anstelle von Gesetzen. Diese gelten für die „Personen“ – also das normale Volk -, und darüber sind
    „Männer“ und „Frauen“ oder „Menschen“. Für diese „Menschen“ gilt ein anderes Gesetz. Das soll aber Gabriel erklären.

  15. Fluß
    Mai 21, 2019 um 10:39 am

    „““ Gabriel, wann begann das Ganze? Wann wurde dieses System, das erste Land, als „Firma“ eingeführt?
    Das begann vor langer Zeit. Das Wichtigste, was wir Männer und Frauen wissen müssen ist, dass wir keine „Personen“ sind. Wir sind keine Personen, sondern wir HABEN Personen zur
    Verfügung gestellt bekommen, die wir verwalten. Das Ganze ist ein weltweites Treuhandsystem – alles. Und die Firmen, die sich Staaten nennen – wie die Federal Republic of Germany mit Sitz in Washington oder die Federal Republic of Poland, die in der Wall Street 14 in New York sitzt -, das sind nur die Verwaltungsfirmen von Trusts. Und die Trusts werden alle zentral verwaltet.
    Nach unserem Wissensstand in Alberta, Kanada – „Under the
    Crown“. Nun muss man wissen, wie das System entstanden ist.

    Früher wussten die Männer und Frauen, dass Grund und Boden niemals „Eigentum“
    sein kann. Grund und Boden sind das Eigentum aller Männer und Frauen.
    Es gibt nur „Besitz“. Ich besetze ein Stück Land und „besitze“ es. Damit bin ich Besitzer und habe den Nießbrauch bzw. das Nießbrauchsrecht durch Nutzung erklärt/deklariert. Das alles steht heute immer noch im BGB. Und dieses Nießbrauchsrecht erlaubt es mir, diesen
    Grund und Boden mit meiner Hände Arbeit zu bewirtschaften und zu nutzen und die Früchte meiner Arbeit zu ernten. Aber ich habe diesen Grund und Boden so zu verwalten, dass er der Nachwelt erhalten bleibt.
    Das heißt, ich habe eine treuhänderische Verantwortung. Irgendwann einmal gab es Leute, die hatten keine Lust zu arbeiten, die fingen dann an, diese Bauern zu überfallen. Diese Überfälle wurden immer mehr, weshalb die Bauern ihre Familien nicht mehr ernähren konnten. Ihre Lebensmittel waren immer weg. Also haben sie jemanden gesucht, der gut kämpfen konnte. Und der hat dann Leute um sich geschart, die
    auch gut kämpfen konnten.

    Dieser „zog dann vor ihnen her“ – der Herzog.
    Und der Herzog hat dann den Widerstand gegen die Räuber aufgebaut, hat die Bauern beschützt, hat Burgen gebaut. Aber er war nur treuhänderischer Verwalter, mehr war er nicht, und die Bauern konnten ihn jederzeit abwählen oder einen anderen bestimmen. Also haben diese „treuhänderischen Verwalter“ versucht, das Ganze zu legitimieren.

    Und es gab da jemanden, der war dazu prädestiniert: der Vertreter Gottes auf Erden, der Vatikan, der „Dealer Gottes“. Und der Dealer Gottes hat gesagt: „Wisst ihr was, wir machen einen Deal!“ Es war zu Beginn bis Mitte des vierzehnten Jahrhunderts, da gab es u.a. die goldene Bulle (1356: eine Art Grundgesetz des Heiligen Römischen Reiches für die Wahl und die Krönung der deutschen Könige; A.d.V.), und da wurde es einfach verteilt.

    Das heißt die Kirche hat den Herren damals das Adelsrecht verliehen – das heißt, die Leihgabe konnte durch den Papst jederzeit rückgängig gemacht werden, z.B. durch Exkommunizierung – und zwar von Gott, denn er ist ja der Dealer Gottes, und dieses Adelsrecht hat sie über das Volk gestellt. Sie wurden plötzlich blaublütig, und dafür haben
    sie aber im Gegenzug die Kirche als obersten Verwalter anerkannt …

    Das Treuhandrecht – heute wird das „Demokratie“ genannt – wurde dann irgendwann noch einmal simuliert, indem „natürliche Personen“ eingeführt wurden, mit denen die Männer und Frauen, anhand der Werte, die sie besaßen und deren Verwaltung sie „freiwillig“ den Adligen übertragen hatten, ein gewichtetes Stimmrecht erhielten.

    Oder einfacher ausgedrückt: Wer kein Geld oder keine Werte hatte, hatte kein Stimmrecht, und diejenigen, die viele Werte hatten, hatten ein hohes Stimmrecht. Ja logisch, denn die Rechte kann man überall mit Eigentum ersetzen.
    Es geht ja um die Verwaltung von Werten in diesen Treuhandsystemen.
    Da ergab es ja auch Sinn, dass die, die mehr besaßen, ein größeres Stimmrecht hatten. Es bestehen durchaus heute noch Ansätze dazu – bitte verzeihen Sie mir meinen Sarkasmus.

    „Rechte“ mit „Eigentum“ ersetzen…

    Ja, wenn man anfängt, in den Gesetzen die „Rechte“ mit „Eigentum“ zu ersetzen, dann ergibt das alles plötzlich Sinn. Wir sprechen von Eigentum, und zwar von den Ansprüchen, die ich auf etwas habe – das ist Eigentum – und die Rechte, die mir daraus entstehen. Und über dieses System, das sich über die Jahrhunderte entwickelt hat, entstand unser heutiges.
    Es wurde also dem Bauern eine „natürliche Person“ gegeben und eine Bewertung seines Besitzes…

    Du bist also der Bauer Müller, und Deine Person heißt Peter Müller.
    Genau. Eine bessere Bezeichnung wäre „Gewichtung“. Das heißt, er hatte ein gewichtetes Wahlrecht aufgrund des Eigentums, das er besaß. Das „Eigentum“ in Anführungszeichen bitte!
    Des Besitzes?
    Ja, des Besitzes.

    Hannes Berger: Da haben wir jetzt etwas vergessen, denn auch die Kirche
    weiß, dass man Männern und Frauen nichts anhaben kann. „““

  16. Fluß
    Mai 21, 2019 um 11:15 am

    „““ Und was ist Ihre Vermutung, wieso Ratzinger nach außen hin zurückgetreten ist?

    Weil der Jesuitenorden die mächtigste Armee der Welt ist. Mit dem würde ich mich nicht anlegen. Es gibt auch einige hochrangige Politiker, die Jesuiten sind, auch BRD-Politiker. Und die kontrollieren effektiv das System.

    Sie kontrollieren ihre Ernte. Aber die Ernte läuft auf einer anderen Ebene ab. Das verlässt im Prinzip den materiellen Bereich. Und alle Insider aus den oberen Ebenen werden schweigen. Man kann heute davon ausgehen, wenn ein Politiker oder Banker eines unnatürlichen Todes stirbt, hat er einen Eid verletzt. Das wird nicht toleriert.

    Also was war Ihrer Meinung nach der Grund für Benedikts Rücktritt?

    Es gibt eine große Angst vor den Männern und Frauen aus Zentraleuropa, also aus Deutschland. Ich bin einmal einem sehr beeindruckenden Mann aus Peru begegnet, und der sagte, dass Deutschland das Herzchakra der Erde ist. Es wird von diesem Land ein Funke ausgehen, der geht um die Welt. Das fand ich sehr schön, denn er ist kein Deutscher, er ist kein Nazi oder Reichsbürger, sondern ein Mann reinen Herzens mit einem unglaublichen Charisma für sein Alter, er war Mitte 30. Vor uns haben sie Angst.

    Und wovor haben sie Angst?

    Vor der Präzision, mit der wir hier arbeiten, mit der Genauigkeit und mit der Beharrlichkeit. Die Sache ist die: Es hat mal ein berühmter Mann gesagt, die Deutschen auf die Straße zu bringen, ist fast unmöglich.
    Aber wenn sie einmal drauf sind, kriegt man sie nicht mehr runter.

    Und man versucht, die einzelnen Territorien in die Neue Weltordnung (NWO) zu führen, und zwar über das UCC. Das Ziel ist, dass es weltweit nur noch ein Gesetz gibt, es gibt keine Menschenrechte mehr, sondern
    Sachrechte, sprich Lebewesen werden zu „Sachen“. Ich muss das korrigieren. Die NWO ist schon längst fertig.

    Es fehlen noch die letzten Sachen, und das Problem, das die Verwalter momentan haben, ist, dass es in diesen Dimensionen nichts ohne unser Einverständnis eingeführt werden kann. Wir müssen dazu „ja“ sagen. Und wenn wir „nein“ sagen, haben sie ein Problem – was im Moment der
    Fall ist.

    Die Neue Weltordnung ist schon längst vorbereitet, die Vereinten Nationen längst installiert, TISA, TTIP, all das ist längst fertig, die Mikrochips sind längst gefertigt, die bargeldlose Welt wird vorbereitet, wir müssen nur noch „ja“ sagen. Wie bringt man 7 Milliarden Menschen dazu, „ja“ zu sagen? Indem man den Druck auf sie so gewaltig erhöht, dass sie zu allem bereit sind.

    Vor kurzem hat mir ein Bekannter erzählt, dass er von einem Bundestagsabgeordneten erfahren habe, dass die Bundesregierung von der EZB pro Asylant 10.000 Euro bekommt. (Bei 1 Million Asylanten ergibt das 10 Milliarden.)
    Hannes Berger: Das ist fast zu wenig, glaube ich. Ich bin mir bei der Summe nicht sicher, aber Gabriel sprach ja davon, dass bei jedem Hartz-IV-Empfänger monatlich um die 13.650 Euro aus der Kollateralkasse entnommen werden, wobei der Hartz-IV-Empfänger davon letztlich um die 650 Euro bekommt. Das ist eine Riesendiskrepanz und ein Riesenbetrug. Da wird einfach nur geplündert. Und bei den Asylanten
    ist der Betrag bestimmt höher als 10.000 Euro. „““

  17. Fluß
    Mai 21, 2019 um 12:05 pm

    Thema Klima, auch aus dem Buch, da war Trump noch nicht Präsident:

    „““ Wenn man die BRICS-Staaten ansieht und deren eigenen Währungsfonds
    – die Konkurrenz zum IWF dann sieht man, dass nicht alle bei dem Neue-Weltordnung-Spiel mitspielen wollen.
    Hannes Berger: Ja, das macht Hoffnung. Das zeigt sich beispielsweise auch am Fall Philippinen. Die Amerikaner hatten ihre Militärbasen im pazifisch-asiatischen Raum, die sie vorher stillgelegt hatten, wieder reaktivieren wollen. Aber die Philippinos hatten abgelehnt, sie wollten keine amerikanischen Militärbasen auf ihrem Areal. Und dann kam „zufällig“
    dieser Taifun Koppu im Oktober 2015, und sofort einen Tag später waren ein amerikanischer Flugzeugträger und zwei Kriegsschiffe vor Ort.

    Was um Himmels Willen haben Flugzeugträger und Kriegsschiffe im Katastrophengebiet zu tun? Die sind sofort da reingegangen und haben auf diese Art und Weise unter dem Deckmäntelchen des „Gutmenschentums“

    Hunderte, wenn nicht Tausende von Soldaten ins Land gebracht.
    Nach dem Motto: „Wir müssen euch doch helfen!“ Dieses Thema wurde weltweit durch die eigenen Medien so gepusht und der Druck auf die philippinische Regierung so erhöht, dass sie die sogenannte „Hilfe“ zuletzt zulassen mussten.

    Haiti ist ein ähnlicher Fall, aber hier ging es wieder um ein privates, kommerzielles Pfandrecht — allerdings habe ich die Geschichte nur vom Hörensagen. Haiti hatte angeblich ein sehr hohes kommerzielles Pfandrecht, Schuldner war die „Firma USA“. Angeblich hatte man daraufhin 2010 das große Erdbeben inszeniert, was mit den heutigen Erdbebenwaffen
    überhaupt kein Problem mehr darstellt. Und wieder waren die USA mit ihrem Militär vor Ort und haben alles durchsucht. Ob sie es gefunden haben, kann ich nicht sagen. Aber der Nebeneffekt war, dass seither die Clintons die Goldminen auf Haiti plündern. So hatte man es mir erzählt.

    Da fällt mir der japanische Finanzminister Heizo Takenaka ein, der laut Benjamin Fulford eine ähnliche Bemerkung abgegeben hat. Fulford hatte ihn in einem Interview gefragt: „Warum haben Sie die Kontrolle über das japanische Finanzsystem an eine Gruppe von amerikanischen und europäischen Oligarchen ausgehändigt?“, woraufhin Takenaka geantwortet haben soll: „Weil Japan von einer Erdbebenmaschine bedroht wurde!“

    Hannes Berger: Ja, genau das meine ich. Und es ist auch verdächtig, dass genau in dem Jahr, in dem über eine Million Flüchtlinge nach Europa kommen, wir den wärmsten Winter haben – dass auch alle weiter ungestört kommen können… Ich traue denen inzwischen wirklich alles zu.

    Gabriel: Schauen Sie sich einmal die ENMOD-Convention (Umweltkriegsübereinkommen)
    von 1976 an. Das ist der Vertrag, in dem sich die Firmen, die sich Staaten nennen, verpflichten, Wettermanipulation nicht als Kriegswaffe einzusetzen.

  18. Fluß
    Mai 21, 2019 um 3:21 pm

    Kurz ist der böse, nicht Strache!

    http://www.pi-news.net/2019/05/herr-strache-herr-popper-und-die-kraft-der-falsifizierung/

    Daraus: https://kontrast.at/rene-benko-krone-kurier-kurz/amp/

    „““ Strache sprach im Ibiza-Video über einen Deal, der ein Jahr später tatsächlich stattfand: Der Immobilien-Spekulant René Benko kauft sich bei zwei großen österreichischen Medien ein. Sein Signa Konzern übernahm 24,22 Prozent am „Kurier“ und 24,5 Prozent an der „Krone“. Benko gehört zum „innersten Kreis“ und Netzwerk von Sebastian Kurz. Der Kanzler wiederum hilft dem Konzernchef bei seinen Geschäftsanbahnungen – zuletzt bei der Übernahme der Kika-Leiner Kette.

    Strache offenbart in der Ibiza-Affäre auch einen Medienplan: Die angebliche russische Oligarchin soll sich bei der “Kronen Zeitung” einkaufen. Wenn sie 50 Prozent der Tageszeitung hätte, würde die Krone vor allem FPÖ-PR machen – und Straches Partei zum Wahlsieg verhelfen.

    Aber Strache erzählt auch noch eine andere Geschichte, die ein Jahr später genauso passiert ist: Ein zweiter Eigentümer soll Anteile an der Kronen-Zeitung über die deutsche Funke-Gruppe übernehmen. Und Strache nennt auch einen Namen: René Benko. Im Video erzählt er, sich mit dem Immobilieninvestor bereits auf dessen Yacht getroffen und über seine Pläne gesprochen zu haben. „““

    Das heißt, Kurz hat das gemacht, was man Strache vorwirft. Benko kaufte auf und ist Freund von Kurz.
    Der Artikel ist älter und wurde aktualisiert.

  19. Fluß
    Mai 21, 2019 um 9:21 pm

    https://www.focus.de/finanzen/boerse/experten/gastbeitrag-von-marc-friedrich-und-matthias-weik-das-maerchen-vom-reichen-land-nach-der-eu-wahl-kommt-bei-uns-das-grosse-beben_id_10683838.html
    Friedrich und Weik Nach EU Parlamentswahl kommt in Deutschland das große Beben
    Gastbeitrag von Marc Friedrich und Matthias WeikMittelstand wird abkassiert: Nach der EU-Wahl kommt bei uns das große Beben

    „““ EU – Lobbyisten an der Macht
    25.000 Lobbyisten mit einem Budget von 1,5 Milliarden Euro arbeiten in Brüssel, „zwei Drittel davon vertreten Unternehmensinteressen“ laut Lobbycontrol. Den 454 Nichtregierungsorganisationen stehen 948 Unternehmens- und Branchenverbände, 645 Unternehmen und Unternehmensgruppen sowie 444 Lobbyagenturen und Lobbykanzleien gegenüber.
    Lobbycontrol hat bei der Auswertung von 22 der 28 EU-Kommissare festgestellt, dass jeder Dritte sich mit Wirtschaftsvertretern getroffen habe. Das Klima- und Energieressort treffe acht Mal Konzernvertreter, bevor es eine Umweltorganisation treffe. Völlig überraschend hat der EU-Kommissar für Klimaschutz und Energie, Miguel Arias Canete, während seiner Amtszeit vor allem Gas-Infrastrukturprojekte gefördert. Der EU-Kommissar für Haushalt und Personal Günther Oettinger lädt auch mal gerne handverlesene Gäste aus der Wirtschaft zu einem „Mini-Davos“ in den mondänen Skiort Lech am Arlberg ein.
    Die Euro-Lüge
    Der größte Unfug ist die Aussage Angela Merkels: Scheitert der Euro, dann scheitert Europa. Erstens ist Europa ein Kontinent – für uns der beste der Welt – und nicht gleichzusetzen mit der EU geschweige denn dem Euro. Zweitens trennt der Euro die EU anstatt sie zu einen, da er viel zu stark für den Süden Europas und viel zu schwach für Deutschland ist. Unter dem Euro werden weder Italien, noch Griechenland oder Frankreich wirtschaftlich auf die Beine kommen. Der Euro ist politisch gewollt und wird bis zum bitteren Ende verteidigt.
    Die meisten Deutschen profitieren aber nicht vom Euro. Zweifellos ist der Euro ein Subventionsprogramm für die exportorientierte Industrie in Deutschland. Folglich profitieren insbesondere die Aktionäre und (weniger) die Mitarbeiter dieser Branchen. Der Anteil nicht-deutscher Eigentümer an den Dax-Konzernen liegt bei über 50 Prozent. Folglich fließt ein Großteil der Dividenden außer Landes. Ferner sind erhebliche Wohlstandsverluste für andere zu verzeichnen. Wir Konsumenten können nicht mehr wie früher von der höheren Kaufkraft der eigenen Währung profitieren, wenn wir beispielsweise im Euroraum Urlaub machen, müssen dafür aber keinen Ausweis mehr an der Grenze vorzeigen.
    Der schwache Euro und das wegen der Rettungspolitik der EZB tiefe Zinsniveau haben den Wettbewerbsdruck für die deutsche Wirtschaft erheblich gesenkt und in Folge dessen sind die Produktivitätszuwächse in Deutschland deutlich zurückgegangen. Es wurde weniger in Deutschland investiert. Es gab weniger technischen Fortschritt und zusätzlich ist Deutschland besonders in den weniger produktiven Bereichen gewachsen. Kontinuierlich erodiert so unsere Wettbewerbsfähigkeit. Dies wird in Zukunft zu einem Rückgang des Wachstums in Deutschland führen. „““

  20. Jurgen Berg
    Mai 29, 2019 um 12:03 pm

    „Daß Geld Geld erzeugen kann, so wie Menschen Menschen erzeugen.“
    Habe dieser Tage, angeregt durch das aktuelle China, ein Buch aus meiner Bibliothek nochmals gelesen: Alberto Moravia, Die Kulturrevolution in China, Rowohlt 1972.
    In der Einleitung, die ein Dialog zwischen A und B ist, stellt B die Frage: „Deiner Meinung nach ist der moderne Mensch also zwangsläufig nur ein Hersteller und Verbraucher von Gütern und Menschen?“ A (Alberto Moravia) antwortet: „Ja“.
    Das Buch ist heute so aktuell wie damals, nicht nur was die Thematisierung des Menschen als Erzeuger und Verbraucher seiner selbst betrifft. Es ist besonders aktuell im Blick auf die Entwicklung in China wie im Westen, besonders das Kapitel: „Das Buch“; Auszüge daraus:
    „Hier im China Maos bilden die Gesten des Menschen, der mit einem Buch in der Hand herumläuft, den sichtbarsten und verblüffendsten Aspekt der Kulturrevolution. Der Mensch – das ist in diesem Fall jeder Chinese, der sich in erster Linie als Staatsbürger und erst danach als Individuum fühlt. Und das bezieht sich auf alle. Das Buch ist das kleine rote Büchlein mit den Mao-Zitaten. Es ist wohl nicht fehl am Platz, wenn ich zum Vergleich Don Abbondio anführe: der Intellektuelle begnügt sich damit, ein Buch zu lesen, aber der Gläubige trägt es mit sich. Das Buch der Mao-Zitate hat die Chinesen innerhalb kürzester Zeit in eine Masse von Schülern verwandelt, die sich der rechten Lehre, dem widmen. Mit einem solchen Buch kann man folgende Gesten ausführen: Man trägt das Buch mit sich herum, um zu zeigen, daß man es hat, und durch die Zurschaustellung dieser Tatsache entsteht eine Art Signalisierung der Gemeinsamkeit. Man schwenkt das Buch in der Luft bei Versammlungen, bei Demonstrationen und Zusammenkünften, und so entsteht die Verherrlichung des Buches oder die Drohung und die Bedrohung mittels des Buches. Man öffnet es und läßt den Blick darüberschweifen, und damit zieht man es zu Rate. Man liest aus dem Buch mit lauter Stimme, um jemandem eine Antwort zu geben, und so entstehen Zitate und Mitteilung. Man streichelt das geschlossene Buch mit der Hand…Es ist unglaublich, wie sehr ein kleines Buch wie das von Mao auf das Verhalten des Menschen einwirken kann.“
    Wie ähnlich doch das Verhalten der i-Phone-Generation ist. Wir befinden uns in einer Kulturrevolution im Wandel zur digitalen Gesellschaft in der das i-Phone eine ähnliche Funktion erfüllt wie die der Mao-Bibel.
    Ist die eigentliche Macht wirklich nicht sichtbar?
    Hier noch die komplette Einleitung:
    Alberto Moravia, Die Kulturrevolution in China, Rowohlt 1972

    Einleitung

    B: Du warst in China.
    B: Ja, ich war in China.
    B: Was hat dich in China am stärksten beeindruckt?
    A: Die Armut.
    B: Die Chinesen sind also arm
    A: Nach dem westlichen Begriff vom Wohlstand sind sie sehr arm.
    B: Was hat ihre Armut in dir ausgelöst?
    A: Erleichterung.
    B: Wieso? Soviel ich weiß, bedeutet Armut Herabwürdigung. Du dagegen hast dich erleichtert gefühlt. Wie ist das möglich?
    A: ich habe es so empfunden. Dessen bin ich sicher. Diese Gefühle trügen nicht. Ich habe das während meines ganzen Aufenthalts in China gefühlt….
    B: Im Westen löst Armut keine Erleichterung aus. Im Gegenteil. Sie bedrückt, und man lehnt sich dagegen auf. Nimm zum Beispiel die Neger in Amerika, die ihre Ghettos anzünden.
    A: in den Vereinigten Staaten gibt es Arme und Reiche. Die Armen sind arm, weil es Reiche gibt; und die Reichen sind reich, weil es Arme gibt. In China aber gibt es nur Arme.
    B: Ich verstehe: In China sind alle arm. Das hätte ich mir denken können.
    A: Ja, alle. Aber es ist nicht richtig, sie arm zu nennen. Man müßte es anders ausdrücken.
    B: Wie denn?
    A: ich weiß es nicht. Es gibt noch keine Wort, das einen Armen an und für sich bezeichnet, ohne Vergleich mit dem Reichen.
    B: Worin besteht also die chinesische Armut?
    A: ich würde sagen, daß es eine Armut ohne Reichtum, oder genauer betrachtet, der normale Zustand des Menschen ist.
    B: Erkläre das etwas deutlicher.
    A: Das ist doch ganz einfach. Der Mensch kommt ohne alles auf die Wetl, nackt wie die Tiere im Wald. Wenn er geboren wird, ist der Mensch noch kein Mensch. Um Mensch zu werden, muß er sich mit den Dingen versehen, die aus ihm einen Menschen machen. Anders gesagt, mit dem Nötigen, das den Menschen vom Tier unterscheidet. Und das nur, weil der Mensch fast in allem ein Tier geblieben ist – weshalb man sich oft fragt, ob es der Mühe wert war, daß er Mensch wurde. Aber so ist es nun einmal: der Mensch wollte Mensch werden. Das Notwendige, um Mensch zu werden, bleibt innerhalb der Grenzen der Armut: nicht mehr, nicht weniger. Jenseits dieser Grenze beginnt der Reichtum, das heißt das Überflüssige. Aber die Armut ist der normale Zustand des Menschen, denn durch den Reichtum, der Überfluß ist, wird er nicht menschlicher als durch die Armut.
    B: Reich sein wäre also deiner Meinung nach eine unnatürliche Lebensbedingung für den Menschen?
    A: Unnatürlich und deshalb unmenschlich.
    B: Worin besteht diese Unmenschlichkeit?
    A: Sie besteht darin, daß sie allem Überflüssigen eine wichtige Funktion zuschreibt.
    B: Und hat das Überflüssige keine solche Funktion?
    A: Offensichtlich nicht. Sonst wäre es nicht überflüssig.
    B: Sag mir, wann überschreitet der Mensch die Grenze vom Notwendigen zum Überflüssigen und deshalb Unmenschlichen?
    A: Kehren wir nach China zurück. Nach dem zu urteilen, was man auf den Straßen sieht, haben die Chinesen das Notwendigste, aber nicht das Überflüssige, wenigstens bis jetzt nicht. Sie sind arm, das habe ich bereits gesagt; aber niemand könnte daran zweifeln, daß sie sich in einem ganz und gar menschlichen Zustand befinden, das heißt, es fehlt ihrem Menschsein nichts, was erst durch den Reichtum, den Überfluß erworben werden könnte. Vor dreißig Jahren war ich schon einmal in China. Damals gab es arme Chinesen, die nur das Notwendigste hatten, und reiche Chinesen, die im Überfluß lebten. Die ersten waren herabgewürdigt, die zweiten unmenschlich. Seitdem die Reichen mit ihrem Überfluß verschwunden sind, sind die Armen sofort wieder menschlich geworden, obwohl sie auch heute nur das Notwendigste besitzen.
    B: Und doch hat die Fülle etwas Festliches, Frohes, Lebendiges. Dein Notwendiges mag menschlich sein, das bestreite ich nicht, aber es ist trist.
    A: In der modernen Welt gibt es keine Fülle; es gibt Produktion, die weder festlich noch froh noch lebendig ist.
    B: Wo liegt der Unterschied zwischen Fülle und Produktion?
    A: Fülle ist ein Geschenk der Natur. Sie kostet weder Mühe noch Geld noch Zeit. Sie dient nicht dem Verbrauch, sondern der Phantasie. Die Produktion dagegen kostet Mühe, Zeit und Geld, und deshalb ist sie niemals Fülle. Sie ist ein Ablauf, das heißt, sie besteht in der Vervielfältigung eines einzelnen Produkts mit dem Ziel größeren Verbrauchs.
    B: Das mag sein. Du wirst aber zugeben müssen, daß die Chinesen auch protestieren könnten, wenn ich zu ihnen ginge, um ihnen zu sagen, daß die Armut der normale Zustand des Menschen sei. Wahrscheinlich möchte die Mehrheit der Chinesen weniger arm, oder – mit den Mitteln und in den Grenzen des Kommunismus – sogar reich sein.
    A: Vielleicht hast du recht. Ich aber spreche von China, wie es heute ist, und setze dabei voraus – was sicherlich gewagt sein mag -, daß es sich nicht ändern wird. Mit anderen Worten: China ist für mich eine verwirklichte Utopie, vielleicht ungewollt, vielleicht zufällig, das ist nicht wichtig. Sie ist verwirklicht, und ich nehme sie als Beispiel für meine Überlegungen. In der Folge wird sich vielleicht auch China in ein Land wie alle anderen verwandeln (eingeschlossen die kommunistischen Länder, deren Vorbild die Sowjetunion ist, und in denen es Arme gibt, weil es Reiche gibt, und umgekehrt.) Bis jetzt aber ist China ein armes Land ohne Reiche, ein Land, in dem die Armut normal ist.
    B: Nun gut. Produktion und Verbrauch über das Notwendige hinaus sind also unmenschlich. Aber wer entscheidet darüber, was der Mensch braucht und was nicht?
    A: Der Mensch selbst oder der Gemeinsinn.
    B: Es gab geschichtliche Epochen, in denen man, um ein Mensch zu sein, vor allem besitzen mußte und das Überflüssige zur Schau trug. Die Renaissance beispielsweise. Was sagst du dazu?
    A: Ich sage, geschichtliche Epochen interessieren mich nicht, wie mich die Geschichte, ganz allgemein, nicht interessiert. Das, was mich interessiert, ist die Gegenwart.
    B: Sprechen wir also von der Gegenwart. Ich wiederhole: Wer entscheidet darüber, wo das Notwendige oder das Menschliche und Normale aufhört und das Überflüssige oder Unmenschliche und Anomale beginnt?
    A: Ich sage es doch: der Gemeinsinn.
    B: Du setzt großes Vertrauen in den Gemeinsinn.
    A: Ja, ich traue dem Gemeinsinn der einfachen Leute: für das, was die weltlichen Dinge angeht, resultiert er nicht so sehr aus der Intelligenz, als vielmehr – wie kann man es sagen? – aus Hunger und Sättigung, aus Vergnügen und Langeweile, aus Verlangen und Befriedigung und so weiter. Der einfache Mensch mit Gemeinsinn wird eines Tages genug davon haben, unmenschlich zu sein oder dauernd vom Reichtum entmenschlicht zu werden. Dann wird er sich frei machen, auch wenn die Philosphen und die Hersteller des Überflüssigen ihn beschwören, daß er unrecht habe.
    B: Wie wird der Gemeinsinn gegenüber dem Reichtum funktionieren? Wie wird er es fertigbringen, sich vom Reichtum zu befreien?
    A: Der Gemeinsinn wird dem Reichtum gegenüber in gewisser Weise automatisch reagieren: wenn der Mensch auf dem Gipfel der Unmenschlichkeit angekommen ist, wird er verlangen, arm zu werden, und sein Verlangen wird erfüllt.
    B: Automatisch? Die Automatismen der Menscheit sind in Wirklichkeit lange, verschlungene, schwere und kostspieleige Vorgänge.
    A: Es wird ein menschlicher Vorgang sein. Der Mensch ist langsam.
    B: Und was wird die Menschheit tun, um zur Armut zurückzukehren, nachdem sie reich war?
    A: Sie wird nichts tun.
    B: Was soll das heißen?
    A: Das soll heißen, daß sie nur das Notwendigste verbrauchen wird, und deshalb wird sie nur das Notwendigste herstellen.
    B: Aber der Mensch liebt es, herzustellen und zu verbrauchen.
    A: Welcher Mensch?
    B: Der Mensch im allgemeinen.
    A: Vom Menschen im allgemeinen weiß ich nichts. Der heutige Mensch liebt es, wie du sagst, herzustellen und zu verbrauchen. Aber der Mensch von morgen könnte vollkommen anders sein.
    B: Werden wir konkret. Sprechen wir von wirklicher Armut und wirklichem Reichtum , wie man sie heute in der Welt sieht. Wo besteht heute die menschlichste Armut?
    A: Nach meiner Meinung in China. Aber verstehen wir uns recht: im heutigen China, in diesem Augenblick. Es ist nicht sicher, ob China die Utopie, die es heute provisorisch verkörpert und darstellt, in eine dauerhafte Wirklichkeit verwandeln will oder kann. Es ist also nicht sicher, daß die chinesischen Lebensbedingungen von morgen den heutigen gleichen. Die Utopien müssen Dauer gewinnen, wenn sie aufhören wollen, Utopien zu sein.
    B: Und nun sag mir, wo heute der unmenschlichste Reichtum ist.
    A: Meiner Meinung nach, heute, im Westen.
    B: Gehen wir der Reihe nach vor. Sprechen wir zuerst von China. Nehmen wir an, daß sich die Utopie der Armut, deinen Worten nach, in eine dauerhafte Wirklichkeit verwandelt. Was werden die Chinesen tun, um dieses Ergebnis beizubehalten?
    A: Sie müßten einfach fortfahren das zu tun, was sie heute tun.
    B: Du weißt doch sehr gut, daß sie das Agrarland China in ein Industrieland umwandeln müssen. Ihre Armut ist deshalb nur die normale Folge der Kapitalinvestierung, die notwendig ist, um die industrielle Revolution durchzuführen.
    A: Das weiß ich. Die Chinesen tun heute das, was die Russen vor vierzig Jahren und was der Westen vor einem Jahrhundert getan haben.
    B: Nehmen wir an, daß die industrielle Revolution verwirklicht wurde; daß immer größere Erträge sich anhäufen, daß die Notwendigkeit der Geldinvestierung immer mehr abnimmt. Was werden die Chinesen mit diesem Kapital anfangen, das fortlaufend anwächst? Sie werden die Gehälter erhöhen und eine Leichtindustrie für den Verbrauch schaffen müssen, damit die Gelder umgesetzt werden können. Und dadurch wird China ein Land wie alle anderen, nämlich reich werden.
    A: Ja, das ist wahr, aber vergiß nicht, daß wir von Utopie gesprochen haben. In China herrscht eine Utopie, oder richtiger, es gibt dort den Versuch, die Utopie in geschichtliche Wirklichkeit umzusetzen. Die Utopie führt zwangsweise zu utopischen Lösungen.
    B: Ich bin wirklich sehr neugierig zu erfahren, welche utopischen Lösungen China finden könnte, um arm zu bleiben, oder den Reichtum wieder loszuwerden, falls es inzwischen reich wäre.
    A: Die Utopie muß vor allem erst einmal bewußt werden. Wenn dieses Bewußtsein geschaffen ist, wird die Lösung darin bestehen, den Reichtum als eine Schuld, eine Sühne, als ein Unrecht zu empfinden.
    B: Das hat man mit Hilfe des Christentums versucht, jedoch ohne viel Erfolg.
    A: Dem Christentum ist es gelungen, einige Jahrhunderte hindurch, die Armut als ideale Lebensbedingung hinzustellen. Das wäre, auch heute noch, ein nennenswertes Resultat. Du mußt nämlich daran denken, daß ich von diesen Dingen nicht absolut, sondern relativ spreche, nicht außerhalb der Zeit und des Raumes, sondern in Beziehung zur Zeit und zur Welt, in der wir leben. Allerdings muß ich zugeben, daß die vom Christentum vorgeschlagene Lebensbedingung allein durch das Beiwort „ideal“ von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Nein, diesmal darf man sich nicht mehr darauf beschränken, die Armut als „idealen Zustand“ zu preisen. Sie müßte vielmehr der einzige, der wirkliche, der normale Zustand des Menschen sein.
    B: Und wie kann das geschehen?
    A: Zum erstenmal in ihrer eigentlich zu kurzen Geschichte wird die Menschheit die Möglichkeit haben, daß alle wohlhabend sein und alle sich des Überflusses erfreuen könnten. Nicht nur ein Teil, sondern alle Menschen werden diesmal wissen, was es heißt, reich zu sein. Wenn also die gesamte Menscheit die Unmenschlichkeit des Reichtums erfahren hat, wird sie wünschen, arm zu sein.
    B: Nehmen wir das einen Moment lang an. Obwohl, wenigstens bis heute, zwei Drittel der Menschheit nicht nur weit vom Reichtum entfernt, sondern so arm sind, daß sie sich nicht einmal satt essen können. Nehmen wir es also an. Der Reichtum wird als eine Sünde, eine Schuld, ein Unrecht betrachtet. Aber der Reichtum ist dann doch vorhanden, wenn auch hauptsächlich in den Staatskassen. Was tut man mit diesem Reichtum?
    A: Das habe ich erwogen. Hast du niemals von den Pharaonen gehört?

    B: Was haben die Pharaonen damit zu tun?
    A: Hast du dich niemals gefragt, warum die Pyramiden so groß sind und soviel Zeit, Arbeit und Geld gekostet haben?
    B: Sag also, warum.
    A: Weil man etwas tun mußte, damit der Mensch nur das Notwendigste besaß: Der Rest mußte vernichtet werden. Die Pyramide ist in Friedenszeiten das, was der Krieg in Kriegszeiten ist. Eine Sache, durch die man den Reichtum vernichten kann und den Menschen dazu zwingt, arm zu bleiben.
    B: Aber wo sind unsere Pyramiden?
    A: Unsere Pyramiden sind die wissenschaftlichen Projekte, um den Mars oder die Venus oder den Mond zu erobern; um durch den Weltraum zu fahren. Diese wissenschafltichen Projekte sind, auf Grund ihrer unmäßigen Kosten, der riesigen Menge von Menschen, die sie beschäftigen, und der ungeheuren Mühe, die sie erfordern, das genaue Äquivalent der Pyramiden. Übrigens war die Pyramide nicht eine absurde Laune einer despotischen Priesterschaft. Sie war der Angelpunkt, das Zentrum einer vollkommnen Gesellschaft. So wie es heute unsere interplanetarischen Flüge sind.
    B: Aber die Vereinigten Staaten, um nur ein Beispiel anzuführen, machen Krieg und haben gleichzeitig ihre Pyramiden, das heißt, ihre Projekte zur Eroberung des Weltraums – und sie sind trotzdem reich.
    A: Die Vereinigten Staaten sind „provisorisch“ reich, wie China „provisorisch“ arm ist. Und wie mir China, in seiner heutigen Lage, als Beispiel für die arme, das heißt die normale und menschliche Menschheit gedient hat, so sind für mich die Vereinigten Staaten ein Beispiel für die reiche, als die anomale und unmenschliche Menschheit.
    B: Die Vereinigten Staaten oder der Westen allgemein?
    A: Die Vereinigten Staaten als ein typisches westliches Land. In Wirklichkeit der Westen selbst.
    B: Du glaubst also, daß der Westen nicht immer reich bleiben wird?
    A: Gewiß nicht. Er tut im Gegenteil alles, um arm zu werden. Aber lassen wir die Zukunft beiseite. Halten wir uns an die Gegenwart. Wir wollen sehen, warum der Reichtum unmenschlich und anomal ist.
    B: Warum also?
    A: Nehmen wir irgendein Individuum, das durch die Erfindung eines neuen und absolut überflüssigen Gegenstandes reich werden will. Zum Beispiel durch einen Schuh, der bei jedem Tritt Musik ertönen läßt. Was wird der Erfinder mit einem solchen Schuh tun, um ihn in Serie herzustellen und ihn dem Großhandel zum Verkauf anzubieten?
    B: Wahrscheinlich Reklame machen.
    A: Richtig! Reklame. Er muß das Bedürfnis für den Musikschuh erzeugen; ein Bedürfnis, das – versteh mich recht – absolut nicht bestanden hat, bevor der genannte Schuh zum Verkauf kam. Kein Hersteller wird aber jemals sagen: „Ich verkaufe euch etwas, das ihr nicht braucht.“ Er wird immmer sagen: „Ich verkaufe euch ein Ding, ohne das ihr nicht auskommen könnt.“ Diese Verwandlung des Überflüssigen in Notwendiges schafft den sogenannten Konsumenten.
    B: Es gibt überall Konsumenten. Auch der Chinese, wenn er sich eine Hose kauft, ist ein Konsument.
    A: Nein, er ist kein Konsument; er ist ein Mann, der ein Kleidungsstück kauft, das nach der Vorstellung, die er sich vom Menschen macht, notwendig ist. Ein Kleidungssütck, um die Beine, den Bauch, das Gesäß zu bedecken und so weiter. Der Konsument dagegen ist eine Art Gedärm.
    B: Was behauptest du da?
    A: Ich meine, der Konsument ist insofern eine Art Gedärm, als er den einfachen Urorganismen ähnelt, die fast nur aus Darm und im übrigen aus Mund und After bestehen. Diese Organismen tun nichts weiter als schlingen, verdauen und ausscheiden.
    B: Aber dann ist auch der chinesische Käufer der Hose nicht anders, wenigstens im Hinblick auf die Herstellung von Hosen.
    A: Da ist ein Unterschied. Der Konsument ist nicht so sehr eine Art Gedärm, weil er konsumiert, als viielmehr, weil er überzeugt ist, daß es seine Pflicht sei, zu konsumieren. Der Chinese, der arme, kauft dagegen die Hose, um nicht nackt zu bleiben. Der Konsument ist für jegliche Art Konsum verfügbar, so wie der Regenwurm bereit ist, jegliche Art Erde durch seinen Darmschlauch gehen zu lassen.
    B: Da wäre der Konsument also auch noch ein Wurm.
    A: Wenn dir Worte wie Gedärm und Regenwurm zuwider sind, weil sie zu herabsetzend klingen, dann sagen wir eben, daß der Konsument nichts weiter ist als das Bindeglied zwische Produktion und Konsum. Produzent und Konsument – der eine ist dann das Vorderteil, der andere das Hinterteil des genannten Wurms.
    B: Produzent und Konsument – und nichts anderes? Und wo bleibt der Arzt, der Künsteler, der Arbeiter oder der Bauer? Gibt es nichts weiter als Produzenten und Konsumenten?
    A:Unter den Begriff Produktion und unter den Begriff Konsum fallen alle Produkte, auch die feinsten und ungewöhnlichsten, und ihr Umsatz.
    B: Der westliche Mensch denkt demnach nur daran, zu produzieren und zu konsumieren?
    A: So ist es. Der Konsum stempelt den Menschen zum Konsumenten (es gibt keinen Produzenten, der nicht konsumiert, sonst würde er Hungers sterben, aber es gibt sehr wohl Konsumenten, die nchts produzieren, in allen kapitalisteischen und kommunistischen Ländern). Wir können ruhig sagen, daß der Zweck der modernen Gesellschaft der Konsum ist – also das Exkrement.
    B: Exkrement – ?
    A: Ja, das Exkrement. Das Ausscheiden alles dessen aus dem Körper, was nach der Verdauung übriggeblieben ist. Man verbraucht so viel wie möglich und so viele verschiedene Dinge wie möglich: Der Verbraucher sieht sein Ideal im Vebrauch, er sieht sich gezwungen, dieses Ideal anzustreben. Das letzte Ergebnis aber ist das Exkrement: Die Konsumgesellschaft manisfestiert sich in einem Haufen Kot. Die vom Konsumenten ausgeschiedene Kotmenge ist in der Tat der beste Beweis dafür, daß der Konsument konsumiert.
    B: Gut, das ist eine Metapher und im übrigen keine sehr geschmackvolle. Bleibt zu beweisen, daß sie nicht nur einen Buchstabensinn hat. Daß man sie anwenden kann. Es gibt nicht allein Nahrungsmittel in dieser Welt.
    A: Die Metapher gilt auch für alles, was nicht unbedingt mit der Nahrung zusammenhängt, aber ebenfalls konsumiert wird. Sie gilt vor allem für die Industrieproduktion im allgemeinen.
    B: Und das wäre?
    A: In den modernen Städten sind Produktion und Konsum, das, was den Industrieprozeß in Gang hält, und das Exkrement, das davon übrigbleibt, immer dicht beieinander, wie in modernen Wohnungen Küche und Abort oft nebeneinander liegen. Geh in die Vorstädte, fern vom Zentrum: Du wirst die Fabriken mit ihren Hallen und Schornsteinen finden, wo produziert wird, und nicht weit von den Fabriken das kahle Gelände, wo der Müll, der Schutt, die Scherben abgeladen werden. Die Stadt hat das Produkt verbraucht, sie hat es verschlungen und die Überbleibsel ausgeschieden.
    B: In einer modernen Großstadt gibt es nicht nur die industrielle Produktion. Es gibt viele andere Dinge, beispielsweise die Kultur.
    A: Ja, es gibt die Kultur. Büchereinen, Zeitungskioske, Filme, Fernsehen, Radio. Bücher in Kurzfassungen, Volksausgaben, Taschenbücher, Lexika, Übersetzungen. Aber diese Kultur wird in der gleichen Weise konsumiert wie die industriellen Produkte. Sie wird verschlungen, verdaut und in Form eines riesigen Haufens von Gemeinplätzen ausgeschieden. Die alles fressenden Kulturkonsumenten nähren sich nicht von der Kultur, sondern sie konsumieren die Kultur und bleiben, im kulturellen Sinn, ewig unterernährt. Der Kulturkonsum hat nur kulturellen Kot zur Folge – nichts weiter.
    B: Kommt dir das alles nicht etwas – wie soll ich sagen – schematisch vor?
    A: Gewiß. Aber so ist die moderne Wetl der Herstellung und des Verbrauchs. Hinter einer scheinbaren Vielfalt verbirgt sich ein einziger Gedanke, oder besser, ein einziger Beweggrund.
    B: Und der wäre? Die Idee des Profits?
    A: Nein, nicht die Idee des Profits. Es ist etwas anderes. Ein neuer Gedanke, ein neuer Beweggrund, den es vorher nicht gab.
    B: Du machst mich neugierig. Was ist das?
    A: Bei einem so schnellen Geldumlauf wie dem, welcher den Zyklus Herstellung-Verbrauch begleitet, ist der Profit zweitrangig, er ist nicht mehr ein Zweck, sondern nur ein Mittel, um den Fortlauf des Zyklus zu sichern. Nein, der Profit ist nicht der Ursprung der großen, Kot erzeugenden Maschinerie, sondern etwas anderes.
    B: Was ist es dann?
    A: Es ist schwer zu sagen. Man könnte es Machtwillen nennen; in Wirklichkeit kommt man der Sache aber näher, wenn man es Angst vor der Ohnmacht nennt. Was ist Macht in der Industriegesellschaft? Sie besteht in der Fähigkeit des Hervorbringens; das heißt im Grunde einer Nachäffung der Natur. Die Natur ist mächtig, weil sie ohne Stillstand und unbegrenzt hervorbringt; der natürliche Mensch ist mächtig, weil er sich vermehrt. Deshalb bedeutet Macht in der Produktions- und Konsumgesellschaft die Fähigkeit, so viel als möglich zu produzieren. Der Produktonsprozeß findet seine Fortsetzung im Konsum, denn es ist klar, daß es ohne den Verbrauch keine Produktion gäbe.
    B: Was willst du damit sagen? Daß die Industriegesellschaft mit der Natur wetteifert?
    A: Ja, genau das wollte ich sagen. Die Angst vor der Machtlosigkeit und die Lust an der Macht, die einen Kraftwagenerzeuger dazu bringen, eine immer größere Zahl von Fahrzeugen herzustellen, haben ursprünglich den gleichen blinden, schöpferischen Impuls, aus dem heraus eine Sardine Millionen Eier laicht, also Millionen möglicher Sardinen in die Welt setzt. Glücklicherweise werden diese Eier von anderen Fischen gefressen, die selbst wieder Millionen Eier für den Vebrauch anderer Fische laichen und so weiter. Die Industriegesellschaft ist eine genaue Kopie dieses unaufhörlichen produktiven Naturprozesses. Und wie die Natur zielt auch die Industriegesellschaft darauf hin, sich aus der Zeit hinaus zu begeben, aus dem Maß, der Dauer menschlichen Lebens, mit jenem ewigen Abwechseln von Herstellung und Verbrauch, das im Grunde das Äquivalent der natürlichen Ewigkeit ist. Aber es besteht ein Unterschied zwischen der industriellen und der natürlchen Ewigkeit.
    B: Welcher?
    A: Die Natur weiß nicht, was sie tut, und vielleicht macht sie deshalb alles richtig. Die Industriegesellschaft dagegen kennt einen einzigen Augenblick wenigstens des Bewußtseins, und das genügt, um den Wettstreit mti der Natur zu verlieren.
    B: Wo liegt dieser Augenblick des Bewußtseins?
    A: Das ist der Moment, in dem der Mensch, als unentbehrliches Glied zwischen Herstellung und Verbrauch, sich selbst sieht. Sich selbst betrachtet. Dann wird er diese Art von Ewigkeit ablehnen, die die Industrie für ihn bereithält.
    B: Der Verbraucher wäre dazu fähig?
    A: Der Vebraucher ist schließlich ein Mensch. Menschliches an ihm ist immerhin die Fähigkeit, Überlegungen anzustellen. Er sieht sich…und wird sich darüber klar, daß zwar die Natur für die Ewigkeit erzeugt und verbraucht, die Menschheit aber nicht dazu angehalten ist, unbeschränkt zu produzieren und zu konsumieren. Vielmehr muß der Mensch, innerhalb der Grenzen von Zeit und Raum, die er selbst festlegt, sich ausdrücken und verwirklichen können.
    B: Das wäre also der Unterschied zwischen Natur und Menschheit? Die eine erzeugt und verbraucht, die andere dagegen drückt sich aus?
    A: Ja, ich glaube, so ist es.
    B: Kann man sich nicht auch herstellend und verbrauchend ausdrücken?
    A: Wir haben bereits geklärt, daß die Industriegesellschaft „exkrementierend“ ist, das heißt, daß ihr Endresultat notgedrungen ein Exkrement wird. Was tut nun der Mensch, der sich entleert? Drückt er sich etwa aus?
    B: Das nicht. Er erleichtert sich wohl eher.
    A: Richtig, er erleichtert sich. Er bereitet sich darauf vor, von neuem zu verbrauchen. Diese Erleichterung ist ja der Moment der Entleerung. Es kommt aber vor, daß der Mensch zu viel herstellt und demzufolge zu viel verbraucht, davon bekommt er eine Verdauungsstörung. Dagegen gibt es das große Abführmittel: den Krieg. Im Zyklus Herstellung-Verbrauch scheint der Krieg unentbehrlich und unvermeidlich zu sein, um den periodischen Verstopfungen der produzierenden und konsumierenden Gesellschaft Erleichterung zu verschaffen. Während des Krieges wird in der Tat der normale Verbraucher der Friedenszeiten durch den Soldaten ersetzt, der ein außergewöhnlicher Verbraucher ist, was Intensität, Quantität, Vielfalt und Schnelligkeit betrifft. Man verbraucht an einem Kriegstag mehr als in Friedenszeiten in einem Jahr. Schließlich verbraucht der Soldat, der sich nicht damit begnügt, Güter und Reichtümer zu verbrauchen, auch Menschenleben, erst die seiner Feinde, dann sein eigenes. Man darf nämlich nicht vergessen, daß der wahre herstellend-verbrauchende Mensch vor allem auch fähig sein muß, sich zu vermehren und zum Mörder zu werden. Ohne Überbevölkerung gibt es keine Serienproduktion, ohne Serienproduktion gibt es keine Überschußproduktion, und ohne Überschußproduktion gibt es keinen Krieg. Der Mord ist nichts weiter als als die Kehrseite der Vermehrung.
    B: Der Krieg wäre also, mehr noch als ein Verbrauch von Gütern, ein Verbrauch von Menschen.
    A: So ist es. Man hat ihn auch einen nachgeholten Kindermord genannt. In Wirklichkeit ist der Krieg aber ein Verbrauch von Menschen, der mit verschiedenen Mitteln durchgeführt wird, vom Bajonett bis zur Atombombe. Natürlich ist das Bajonett für die Überbevölkerung der modernen Welt ungeeignet, und deshalb haben wir die Atombombe. Aber zwischen den beiden Waffen besteht kein grundsätzlicher Unterschied; nur der Grad der Verbrauchsmöglickeit ist verschieden. Die Bombe ist übrigens an die Überbevölkerung gebunden wie die Überbevölkerung an die Bombe. Ich will damit sagen: Wenn es keine Überbevölkerung gäbe, wäre die Bombe nicht da; das heißt, man hätte sie nicht erfunden, denn sie wäre nicht notwendig gewesen. Die Bombe ist erst entstanden, als Metropolen mit fünf bis zehn Millionen Einwohnern entstanden waren. Zwischen der Bombe und der Überbevölkerung besteht also – wie soll man es nennen – fast könnte man sagen: eine gegenseitige Anziehung. Die großen Metropolen der Welt bieten die größte Menschenproduktion an, die es jemals in der Geschichte gegeben hat. Und die Bombe ist die einzig mögliche Verbraucherin für eine so riesenhafte Produktion. Es scheint unvermeidlich, daß zu einem gewissen Zeitpunkt Produktion und Verbrauch sich begegnen und gemeinsam, in Liebe und Eintracht, ihre Probleme lösen. Die Bombe ist im Grunde malthusianisch. Malthus hatte Hungersnot als Ausgleich für die Überbevölkerung vorausgesehen. Man erfand aber die Bombe. Malthus stellte jedoch seine Überlegungen in den Grenzen der vorindustriellen Gesellschaft an; er konnte nicht voraussehen, daß der Mensch schon sehr bald aufhören würde, das Zentrum der Welt zu sein, daß er, wie gesagt, nichts weiter als ein Bindeglied zwischen Produktionsvorgang und dem des Verbrauchs werden sollte.
    Heute würd Malthus, glaube ich, gern anerkennen, daß die Bombe als Verbraucherin dem Hunger vorzuziehen sei.
    B: Entschuldige, aber jetzt kann ich nicht mehr ganz folgen. Der Mensch, würde ich sagen, kann sich in jedem Fall fortpflanzen, sowohl in der humanistischen Gesellschaft, die sich auf den Menschen gründet, wie in der modernen Gesellschaft, die sich auf Produktion und Verbrauch gründet. Du sagst sehr richtig, wenn es keine Vermehrung gäbe, könnte auch keine Serienproduktion und demzufolge kein unaufhörlicher und quälender Zyklus Herstellung-Verbrauch existieren. Aber der Mensch ist immer ein Erzeuger und demzufolge ein Verbraucher von Menschen gewesen. Auch als er noch kein Erzeuger und Verbraucher von Serienprodukten war.
    A: Der bevölkerungspolitische Druck in der antiken Welt war nicht so wie wie in der modernen Welt. Alles geschah auf natürlichem Weg, wie bei den Tieren. Einer außergewöhnlichen Menschenproduktion bot die Natur und nicht der Mensch Einhalt, indem sie immer wieder außergewöhnlichen Verbrauch durch Hungersnot und Epidemien hervorrief. Auch die Kriege schienen eine natürliche Folgeerscheinung des Hungers und der Epidemien. In der modernen Welt geschieht dagegen alles auf industriellem Niveau, auch die Vermehrung des Menschen. Es gibt, so scheint mir, eine sehr enge Beziehung zwischen dem bevölkerungspolitischen Druck, beziehungsweise der Tatsache, daß der Mensch nicht nur Erzeuger von Waren, sondern auch Erzeuger von Menschen ist, und der Arzneimittelindustrie und Krankenfürsorge. Der wichtigse Punkt bei der Produktion von Menschen liegt heute weniger in der dunklen und instinktiven Intimität des ehelichen Bettes, sondern erst hinterher in den Kliniken und Operationssälen mit den weißen Kitteln der Ärzte, Schwestern und Krankenpfleger. Dort, an den Orten einer mechanischen Perfektion, die etwas von leistungsfähigen Fabriken hat, wird der Mensch wahrhaft ein Hersteller von Menschen; nicht zu Hause im eigenen Bett. Denn an diesen Orten werden die zukünftigen Verbraucher und die zukünftigen Produzenten vor dem Tode bewahrt, dem die ungerechte und weitblckende Natur sie wohl sonst preisgeben würde. Die Kliniken erzeugen Menschen, wie die Fabriken Konserven und Autos erzeugen.
    B: Deiner Meinung nach ist der moderne Mensch also zwangsläufig nur ein Hersteller un Verbraucher von Gürtern und Menschen?
    A: Ja.
    B: Aus der Art, wie du dein Urteil ausdrückst, glaube ich zu ersehen, daß dir das mißfällt, nicht wahr?
    A: In der Tat.
    B: Welche Lösung schlägst du also vor?
    A: Ich sehe nur eine Lösung. Übrigens die einzige Lösung, die dirket vom Menschen abhängt.
    B: Das wäre?
    A: Keuschheit.
    B: Keuschheit? Eine etwas radikale Lösung, meinst du nicht?
    A: Ja, die Keuschheit. Die Armut und die Keuschheit sind, wenn man es genauer betrachtet, die beiden normalen Lebensbedingungen des Menschen, wenigstens müßten sie es heute in dieser Welt sein. Denn ich sehe nicht, wie der Mensch heute und in dieser Welt aufhören kann, ein Produzent-Konsument zu sein, wenn nicht durch Armut und Keuschheit.
    B: Wenn ich recht verstehe: der arme Mensch konsumiert nicht und hat es deshalb nicht nötig, zu produzieren. Der keusche Mensch, seinerseits, setzt keine Kinder in die Welt, und so nimmter er letzlich der Verbrauchergesellschaft ihren spezifischen Gehalt, das heißt, die Notwendigkeit, die Bedürfnisse der Massen zu befriedigen. Keine Kinder, keine Massen – ohne Massen keine Produktion und kein Verbrauch. Richtig, allzu richtig.
    A: Du hast mich wunderbar verstanden. Beachte bitte außerdem die Ähnlichkeit zwischen dem Vorgang, der zur Überschußproduktion führt, und dem, der zur Überbevölkerung führt. Wenn du das Funktionieren der Maschinenteile in der Werkzeughalle gleichsetzt mit der ebenso mechanischen Umarmung des menschlichen Paares in seinem Bett – was kommt dabei heraus? Das Serienprodukt. Wo liegt der Unterschied? Im Dunkeln, in der Zone des Unbewußten, zwischen Wachen und Schlafen wird ein Mensch gezeugt; im gleichen Moment werden in tausend Fabriken unter ohrenbetäubendem Lärm für den soeben gezeugten Menschen die tausend Produkte hergstellt, der er verbrauchen wird, sobald er geboren, sobald er ein Knabe, sobald er ein Erwachsener ist. Dieser Mensch wird seinerseits nicht nur Verbraucher bleiben, sondern sehr bald auch Hersteller werden. Der Kreis schließt sich. Wenn aber die Produktion der Menschen geringer ist als die Produktion von Konsumgütern, dann haben wir eine Überschußproduktion. Wenn die Gleichgewichtsstörung umgekehrt liegt, kommt es zur Überbevölkerung. Nur Enthaltsamkeit kann diesen Zyklus durchbrechen, die Überbevölkerung und die Überschußproduktion abschaffen, mit ihrer ewigen Wechselwirkung von Kriegen, Hungersnöten und Elend. Nur die Keuschheit und natürlich die Armut.
    B: Du vergißt, daß das von dir mit so viel ungerechter Antipathie beschriebene Paar, während es den Menschen zeugt – dem es beschieden ist, zu verbrauchen und herzustellen – , doch ein so erhabene und geheimnisvolle Sache wie den Liebesakt vollführt.
    A: Warum sprechen wir von Liebe, wenn es sich eigentlich nur um eine automatische Mechanik handelt? Das männliche Glied bewegt sich wie ein Kolben im weiblichen Geschlechtsorgan. In einem gewissen Erregungszustand, der durch die Reibung ausgelöst wird, tritt der Samen aus, und das Kind ist gezeugt. Was hat das mit Liebe zu tun?
    B: Die beiden haben sich geliebt. Es ist doch möglich, daß sie sich wirklich liebten! Was wissen wir denn.
    A: Die Liebe führt nicht zur sexuellen Beziehung, sie führt zur Keuschheit.
    B: Das höre ich zum erstenmal.
    A: Heute und hier, in dieser Welt, verstehen wir uns recht. Vergangenheit und Zukunft, nicht wahr, interessieren mich nicht.
    B: Erkläre das bitte. Ich verstehe dich nicht.
    A: Heute und hier, in dieser Welt, sind Liebe und sexuelle Beziehung einander fremd, ja sie sind einander entgegengesetzt und feind. Der sexuelle Akt ist nichts weiter als Produktion geworden. Liebe dagegen – Liebe ist Liebe: Erleuchtung, Erfüllung, Erkenntnis, Schöpfung, Vergöttlichung, Einklang, Identifizierung…alles, außer der Herstellung von Serienprodukten.
    B: Der sexuelle Akt ist nicht nur Hervorbringung, nicht nur Herstellung, wie du annimmst und offenbar bis zu Überdruß zu wiederholen gedenkst. Oft wird er vom Mann und von der Frau doch ausgeführt, um sich gegenseitig Freude zu verschaffen. Die Erotik ist keine Produktion; oft kann sie eine Art des Einander-Erkennens sein.
    A: Wenn sie es nur wäre! Gewiß, so war es in unserer archaischen, primitiven, magischen Vergangenheit. Aber heute ist sie meist nichts weiter als ein Produktionsvorgang ohne Produkt. Damit will ich sagen, daß heute das Vergnügen, das sich Mann und Frau gegenseitig verschaffen, keine Erkenntnis zum Ziel hat. Im Grunde unterscheidet es sich nur scheinbar von der Prostitution, die eine klare Form des Konsums ist.
    B: Schade, ich hätte gern gesehen, wenn du wenigstens für die Erotik, die auch dem Erkennen des anderen dient, eine Ausnahme gemacht hättest. Jedenfalls ist dieser arme und keusche Mann, den du glorifizierst, von einem raschen Aussterben bedroht. Nicht produzieren, nicht vebrauchen, nicht zeugen… Die Menscheit wird sehr bald verschwinden.
    A: Ich sage nicht, daß die Menscheit verschwinden soll; obwohl man heute nicht recht begreift, warum die Menschheit eigentlich fortfährt zu existieren. Ich meine, daß sie – wie kann man es sagen – daß sie zusammenschrumpfen, daß sie, statt wie heute üppig zu wuchern, sich auf ihr angemessenes Maß beschränken müßte. Überdies würde die Menschheit, wenn sie dem Aussterben nahe wäre, dank eben jener Liebe, die sie heute fast zum Erlöschen bringen würde, andere neuere triftige Beweggründe finden, um sich von neuem zu vermehren. Die menschliche Entwicklung ist wie die der Natur nicht unbedingt folgerichtig; sie bewegt sich nicht immer von Ursache zu Wirkung, sondern macht qualitative Sprünge. Ich finde nichts dabei, wenn der Gesellschaft der Überbevölkerung und der Überschußproduktion eine andere Gesellschaft mit entgegengesetzten Eigenschaften folgt.
    B: Mir scheint, daß du in Vorstellungen zurückfällst, die wir schon hinter uns haben. Vor dir haben manche ein neues Mittelalter vorgeschlagen. Dann hat man gesehen, daß das doch nur ein ästhetisierendes und romantisches Gegenbild zur Industriegesellschaft war.
    A: Warum auf die Vergangenheit zurückgreifen? Lassen wir das Mittelalter. Wir wollen eine Welt für Menschen und nicht für Fetische.
    B: Aber die Technologie, die heute von so großer Bedeutung ist, scheint nicht zu dieser Welt zu führen. Im Gegenteil.
    A: Die Technologie kommt heute den Bedürfnissen der produzierenden und verbrauchenden Massen entgegen. Aber morgen könnte sie sehr gut ihre Richtung ändern und wenigen armen und sich kaum vermehrenden Menschengruppen entgegenkommen.
    B: Was soll da? Prosperos Insel im „Sturm“ mit dem weisen, technologischen Zauberer und wenigen Frauen und Männern: schön, jung und ohne Nachwuchs, über den einsamen Strand spazierend, begleite von ätherischen Klängen, geheimnisvollen Stimmen, boshaften und unsichtbaren Geistern?
    A: Ich weiß es nicht. Es wurde bereits erwähnt: Über Dinge, von denen man nicht reden kann, ist es besser zu schweigen.
    B: Mir scheint, daß wir uns sehr weit von China entfernt haben, das doch der Ausgangspunkt unserer Diskussion war. Und diese ist schließlich nichts weiter als eine Einleitung zu einem kleinen Buch über die Kulturrevolution. Also: was hat China mit alldem zu tun? Die Chinesen sind arm, das ist wahr, aber nur provisorisch und ungewollt, wie du zugegeben hast. Was die Keuschheit betrifft – nun, keusch sind sie gewiß nicht, wenn sie wohl auch nicht mehr so erotisch sind, wie sie einmal gewesen sein sollen. Sie neigen jedenfalls ganz besonders dazu, sich zu vermehren, weshalb der Staat ihnen rät, sich nicht vor dem 30. Lebensjahr zu verheiraten. Was machen wir nun also mit China?
    A: Wir machen gar nichts damit. Ich beschränke mich darauf zu wiederholen, daß ich dir und mir den Grund für die Erleichterung erklären wollte, die ich angesichts der chinesischen Armut empfunden hatte. Das is alles. Ob nun die Utopie Chinas dauern wird, oder ob sie nur provisorisch und vorübergehend ist, das ist eine andere Frage. Mir genügt es, daß wir so einen Vorwand hatten, unser Gespräch zu führen.

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