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Wie viel Eigentum darf es denn sein?


Pierre-Joseph Proudhon – Bild: Wikipedia


Eigentum ist Diebstahl …

Das Eigentum aber ist ethymologisch wie nach den Definitionen der Rechtswissenschaft ein Recht außerhalb der Gesellschaft. Denn stammten die Güter eines jeden von der Gesellschaft, so wären die Bedingungen für alle gleich, und nachstehender Satz müßte einen „Widerspruch enthalten: Das Eigentum ist das Recht, das ein Mensch besitzt, völlig uneingeschränkt über ein gesellschaftliches Eigentum zu verfügen. Haben wir uns also um der Freiheit, Gleichheit, Sicherheit willen zur Gesellschaft zusammengeschlossen, so haben wir es nicht um des Eigentums willen getan; wenn also das Eigentum ein Naturrecht ist, so ist dieses Naturrecht kein soziales, sondern ein antisoziales. Eigentum und Gesellschaft sind zwei Dinge, zwischen denen unversöhnliche Feindschaft besteht: es ist ebenso unmöglich, zwei Eigentümer zu vereinigen, wie zwei Magnete mit ihren gleichen Polen. Entweder muß die Gesellschaft zugrunde gehen oder sie muß das Eigentum vernichten.

Zitiert aus: J.P.Proudhon, Was ist das Eigentum – Erste Denkschrift Untersuchungen über den Ursprung und die Grundlagen des Rechts und der Herrschaft (1840)

Wir beobachten gerade intensivste Schnappatmung bei den Profiteuren unseres Raubtierkapitalismus, die Debatte um Enteignungen, Verstaatlichungen und Sozialismus, betreffend, entfacht durch ein Zeit-Interview mit dem Jusochef Kevin Kühnert. Gerne möchte ich dazu einen Artikel von Tomasz Konicz anreichen, in dem der Autor in meinem Augen gut die aktuelle Situation darlegt, und einen Ausblick wie folgt bringt:

Kollektivierung zielt somit in erster Linie nicht auf die „Entmachtung“ einer herrschenden Klasse, sondern auf die Erlangung der Kontrolle der Gesellschaft über ihre sozioökonomische Reproduktion, die im Kapitalismus eben nicht gegeben ist, da die Gesellschaft derzeit nur ein Durchgangsstadium der verselbstständigten, die Welt verheerenden Kapitaldynamik ist. Dies wäre der Ausgang der Menschheit aus ihrer fetischistischen Vorgeschichte. Die bewusste Gestaltung ihres Reproduktionsprozesses durch alle Gesellschaftsmitglieder, die hierzu geneigt wären, bildet die conditio sin qua non des menschlichen Zivilisationsprozesses.

Die Widersprüche menschlicher Entwicklung würden sich somit zunehmend verlagern: von den sozialen Auseinandersetzungen und Verteilungskämpfen zum globalen Kampf gegen die Folgen des Klimawandels. Sollte es sie noch geben können angesichts einer rasch eskalierenden Klimakrise, so wäre die postkapitalistische Zukunft somit nicht in der Vergangenheit zu suchen. Die DDR kann nur als ein abschreckendes Beispiel dafür dienen, wie eine Alternative zur kapitalistischen Dauerkrise nicht auszusehen hat.

Fundstelle: Debatte um Enteignungen: Ein Schritt in die richtige Richtung

Ich hatte den Artikel auf Facebook geteilt. Dort hatte Udo Rohner nicht weniger interessant kommentiert (Quelle):

Ich denke, man müsste, wenn man wollte und könnte, ein wenig umfassender Denken, wenn man an „Enteignung“ denkt.

So würde ich, wäre ich Politiker, ganz konsequent eine „Generalenteignung“ von Grund und Boden und anderen Ressourcen, so wie Wohnraum und Unternehmen ab einer bestimmten Größe fordern.

Zum Ausgleich zu diesen Enteignungen würde ich den derzeitigen Eigentümern einen Verwaltungsvertrag mit dem deutschen Volk anbieten, in dem bestimmte Kriterien hinsichtlich der Berücksichtigung von sozialen, ökologischen und kulturellen Aspekten unseres Gemeinwesens festgelegt werden, welche den gut gemeinten aber vielfach ignorierten Satz …

Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.

Grundgesetz Artikel 14 Absatz 2

… endlich eine ganz konkrete Dimension verleiht, die in Abhängigkeit vom jeweiligen Objekt vorgibt, in welcher Art und Weise und in welchem Umfang der Gebrauch von Eigentum dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen hat und in welchem Verhältnis dies zum reinen Eigennutz zu stehen hat.

*** Ende Kommentar von Udo Rohner ***

Dass uns die Systematik unregulierten Eigentums zwecks unlimitiertem Profits wie beim Monopoly am Ende die ganze Welt in wenigen Händen liegen haben, während der Rest leer ausgeht, sollte doch inzwischen auch den letzten Denkern und Lenker vor Augen stehen. Ob wohl daher die Schnappatmung kommt? Angst vor Verlusten der Gier?

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: , ,
  1. Mai 10, 2019 um 1:48 pm

    Hat dies auf haluise rebloggt.

  2. Mai 10, 2019 um 1:57 pm

    Ja, Angst, kombiniert mit Gier, je nach Situation; jeder will noch ein Stück vom Kuchen, und wer schon eines hat, will noch mehr, ist ja klar. Die kapitalistische Denkweise hat die gesamte „zivilisierte“ Menschheit moralisch verseucht.

  3. E. Duberr
    Mai 10, 2019 um 5:35 pm

    Ohne ein Recht auf Eigentum funktioniert diese Welt nicht ! Ganz sicher muß es auch begrenzt werden . Das läßt sich ja errechnen . Enteignungen werden immer von den Habenichsen gefordert , von denen , die überhaupt kein Opfer bringen wollen . Eigentum wird oft durch harte Arbeit und Verzicht erworben . Der Massenbesitz , besonders auch von Ausländern als Geschäftsmodel, muß beendet werden .

    Leider steht auch fest , dass nur wenn Immobilienbesitzer Ihre Interessen wahren und die Häuser/Mietskasernen „in Schuß“ halten , werden diese auch regelmäßig gepflegt und saniert. Man soll sich nichts vormachen , viele Mieter sind NICHT am Erhalt der Immobilien interessiert. Viele VERWOHNEN UND ZERSTÖREN Wohnhäuser . Die Mietnomaden sind ein Riesenproblem und erreichen oft auch den Zustand von MIETNEMATODEN . das grausige Beispiel der DDR sollte uns warnen , Immobilien in Staatsbesitz , runtergekommen und verfallen. Hier wurde dier teuerste Kreditform der Welt genutzt , das Wohnen auf Kosten der Substanz . Sicher sehr billig , aber der Umzug in Notwohnungen und Zelte drohte schon . Ohne die wunderbaren Wohnhäuser aus dem III Reich wäre der Notstand schon viel früher aufgetreten .

    Eigentum in Maßen Ja , Enteignungen nur im Falle von Massenbesitz . Ausländischer Besitz ist sofort zu beenden .

  4. Martin Bartonitz
    Mai 11, 2019 um 9:53 am

    Eigentum verpflichtet … leer stehender Wohnraum darf reifen …
    Gefunden heute im Kölner Stadtanzeiger, Artikel „Kein Entrinnen vor der Realität“ von Frank Nägele

    Sein Fazit:

  5. E. Duberr
    Mai 11, 2019 um 10:08 am

    Wie mir ein Vermieter erzählte , seien Mieter Leute , die in Schlössern wohnen möchten , ohne bereit oder fähig zu sein , ein Höhle zu bauen .

    Das ist zwar eine Übertreibung , jedoch fehlt die Bereitschaft der Habenichtse , selber etwas zu tun , selbst zu bauen . Warum bilden sie keine Genossenschaften und sammeln Baukapital an ? Es ist doch kein Problem , einen Bau-Verein zu gründen .

    Aber nein , sie wollen keine Verantwortung ! Der Staat , die Anderen sollen liefern .Die Lauen und Labilen , die Bequemen wollen enteignen .

    Wie sagen doch die ALT-BERLINER ? TU WAT !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    • Mai 11, 2019 um 10:38 am

      Ich gönne Ihnen, da Sie hier so viel Hass zeigen, einen Zustand, in dem Sie Nichts haben und da auch nie wieder rauskommen, weil Sie vielleicht chronisch krank sind. Mal sehen, wie Sie dann über diejenigen urteilen, die Ihrer Meinung nach „lau“ und „labil“ und natürlich, nicht zu vergessen, immer „faul“ und natürlich auch „selbst schuld“ sind. Ich gönne Ihnen diesen Zustand lebenslang, ohne Aussicht auf Besserung, das ist ganz wichtig, sonst werden Sie nämlich nie irgend etwas verstehen. Es ist ganz wichtig, daß Sie in diesem Zustand mind. 20 Jahre, bis zu Ihrem Ableben, verbringen, damit überhaupt ansatzweise etwas verstehen. Vielleicht können Sie dann in Ihrem nächsten Leben etwas besser machen. Das wäre doch fein. Dann wäre jemand wie Sie zumindest gerettet.

  6. E. Duberr
    Mai 11, 2019 um 9:04 pm

    @ teutoburg
    Sie Schlauberger , ich wurde als totaler Habenichs geboren und ich habe nie etwas geschenkt bekommen. Im Gegenteil , ich habe immer andere mitversorgt. Ich habe mein Schicksal in die Hand genommen und 60 Jahre gearbeitet und gekämpft . Alles habe ich selbst erarbeitet . Hass kenne ich nicht , ich zerstöre mich doch nicht selbst ! Aber Sie sind wahrscheinlich einer dieser Lauen , Labilen , Stinkenden Habenichtse , die den ganzen Tag darauf warten , dass sie versorgt werden . Vom Staat , von der Gemeinschaft usw.

    Sie merken nicht wie absurd ihre Gedanken sind , denn Sie versprühen Hass und spritzen Gift und Galle , sie werde daran kaputtgehen , denn Sie sind krank .Sie haben sich oben erkannt , sie Versager . Tun Sie etwas , falls Sie es noch können . Räumen Sie in Ihrer Mietskaserne auf . Fegen Sie die Flure . Der Staat hat andere Aufgaben .Ihren TYP kann ich nur verachten bzw bedauern . TU WAT !!

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