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Über die Journalisten als Oberlehrer

Prof. Norbert Bolz, bis 2018
Universitätsprofessor für Medienwissenschaft an der TU Berlin

Ihr machtgestützter, sentimental-moralisierender Diskurs der politischen Korrektheit benutzt die Ethik als Mittel des Rechthabens und stellt jede Andersdenkenden an den Medienpranger. So zerfällt das Reich des Geistes heute in Selbstgerechte und Eingeschüchterte.

Nassim Nicholas Taleb, bekannt geworden durch das Buch ‚Der schwarze Schwan‘ und ‚Antifragilität‘

Schon mal was von Lazarett-Poesie gehört? Den Begriff soll Goethe geprägt haben. Prof. Norbert Bolz bringt als Beispiel dazu an:

Wenn Sie ihre politische Botschaft zum Thema Syrien oder Jemen durchsetzen wollen, dann müssen sie nur Bilder leidender, weinender Kinder zeigen. Wer dann irgendeine abweichende Meinung vertritt, ist ein Unmensch.

Herr Bolz seziert in klaren Worten das Wirken unserer der Regierung gefälligen Wissenschaftler und besonders Journalisten. Am Ende stellt er fest:

Wenn die klassischen Massenmedien etwas dazu beitragen wollen, dass wir wieder zu einem Geist der Liberalität zurück finden, dann sollten sie ihre Nachrichten und Berichte von regierungsnahen Meinungen und volkspädagogischen Interessen befreien. Sie müssen einen Weg heraus aus der Sackgasse der politischen Korrektheit und Verbal-Exorzismen finden.
Die größte Gefahr für die Wahrheit ist nämlich nicht die Lüge, sondern der Bullshit.

„Bullshit ist dadurch gekennzeichnet, das man prinzipiell kein Interesse an der Wahrheit hat.“

Harry Frankfurt, amerikanischer Philosoph

Dieser Vortrag hat mich deutlich zum Thema Meinungsmanagement inspiriert und daher möchte ich ihn ebenfalls hier ins Regal stellen:

  1. Februar 10, 2019 um 11:48 am

    Hat dies auf haluise rebloggt.

  2. Martin Bartonitz
    Februar 10, 2019 um 8:05 pm

    Evan Dennings auf Facebook mit ähnlichem Fokus:

    Weder Ethik noch Moral existieren.
    Es sind Hirnkonstrukte, die einem Zweck dienen.
    Sie sind Teil der „Werkzeug-Kiste“, mit der man Massen kontrollieren und steuern kann.

    Woran merkt man das?
    An der selektiven Art, wann Moral und Ethik zu öffentlicher Debatte bis hin zu Aufruhr führen.

    Die Ablenkungs-Partei AfD ist ebenso wie ein Trumpeltierchen ein gern benutzter und medial propagierter „Prellbock“, an dem sich die Öffentlichkeit gefälligst abarbeiten soll.

    Selbst gebildete Wohlstandsbürger, die sich für moralisch halten, fallen darauf rein, und stimmen in den Chor mit ein, wie aufgetragen und herbei-polemisiert.

    Natürlich sind weder Moral noch Ethik „gefragt“, wenn es beispielsweise zu einer gewaltsamen und völlig völkerrechtswidrigen Invasion in Venezuela kommt.

    Da zuckt bei den meisten Menschen nichts.
    Idealer Weise bringt man die treudoofe Masse mit entsprechend rührseliger Propaganda im Vorfeld dazu, SELBST nach Invasion zu rufen, „für die Menschen und so“.

    „Humanitäre Interventionen“ sind ein lustiger Schachzug der Kriegstreiber dieser Welt, die psychologisch / realpolitisch einen „Spagat“ hin zu bekommen haben, nämlich ruchlos, skrupellos, Hunderttausende Tote in Kauf nehmend Geschäfte zu treiben, Wirtschaftshemmnisse bis hin zum Krieg zu „eskalieren“, und gleichzeitig Produktivitäts- und Konsumfreudigkeit nicht mit „moralisch inakzeptablen“ Manövern auszubremsen, und das „psychologisch-gesellschaftliche Matrix-Gesamtkunstwerk“ nicht über Gebühr zu strapazieren.

    Darum nehme ich die gängigen „Anti-Rassismus“-Aktionen auch nicht sonderlich ernst, weil es treudoofe „Nebenschauplatz“-Aktionen sind.

    Weil die Ursachen akribisch umfahren werden, und Mainstream-Aktivisten, die sich die Aktivismus-Themen via selektivem Empörungsmanagement vorplappern lassen, lieber den (propagierten) Weg des geringsten (Meinungs-)Widerstandes gehen, bei dringenden Ursachen-Themen aber nicht die Gosche aufbekommen, und nicht die Füsse auf die Strasse bekommen.

    „Gegen Rassismus“ ist nicht falsch.

    „Falsch“ wirds, wenn es das einzige Thema ist, für das man in Bewegung gerät.

    Weil man sich dann von herrschenden Strukturen vor den Kahn spannen lässt, und sich mit Themen beschäftigt, die man mit seinem Aktionismus eher befeuert, statt sie auszubremsen, den gesamten Mechanismus aber nicht erkennen kann oder erkennen möchte.

    Die AfD ist nicht bescheuert, weil sie rassistisch ist – sondern weil sie ein CDU/FDP-Sammelbecken für Rassisten ist, von CDU/FDP aufgebaut.

    Wahl von und Beschäftigung mit AfD und Position einnehmen „für oder gegen“ ist reine Zeitverschwendung.

    Gewinnt die AfD an Zustimmung – macht sie die Politik der Eliten weiter, so gar noch viel weiter, als CDU, FDP, SPD, Grüne gehen könnten.
    Weil sie das „Bedürfnis“ (hust) gewisser gesellschaftlicher Anteile nach „Nationalismus / Fremdenfeindlichkeit / Isolation / Bestandsschutz“ stillt, und die im Gegenzug dafür blind sind, was der „Preis“ sein könnte für „ein bisschen Nationalismus“.

    Die AfD-Positionen sind nicht „anders“, als Positionen, die auch eine Fr. Merkel für 10 Jahren vertrat und polemisch raus kloppte.
    Nur waren das eben „andere Zeiten“, bzw. die Bürger hatten ein „anderes Framing“, und wurden mittlerweile eben „zeitgemäss um-programmiert“.

    🤔

  3. E. Duberr
    Februar 10, 2019 um 8:11 pm

    Das was uns heute an Journalisten geboten wird , kann man getrost abhaken . Billigste Schreiberlinge , arrogant und eingebildet .Zum Betrug neigend und ohne Scham . Der Abschaum der Gesellschaft .

  4. Fluß
    Februar 12, 2019 um 11:03 am

    Man kann sich ja mal fragen, woher jemand sich seine Erkenntnisse holt. Erkennen ist es ja nicht. Es geht um etwas tiefes, nicht um oberflächliches Nachplappern aus einer Perspektive.

    Politiker haben woher ihre tiefen eigenen Kenntnisse, Erfahrungen und somit Kompetenz? JOUR-n-ALL – ist – en (Jour ist der Tag.). Journalist ist also ein Tag all ist.

    Pol-it- ik-ER (it ist es). Politiker ist Dualität es er.

    Beide nennen sich be-RUFE und wollen Aufmerksamkeit. Aber keiner braucht Kompetenz vorweisen. Warum? Nach dem, was sie an Anarchie wollen und vor allem Geld dafür, haben sie nix im Angebot als Attraktivität.

    Die Polarität braucht es für Bewegung. Den Tag (Jour) gestaltet jeder selber.

    Politiker stellen be-RAT-ER ein. RAT er. Und geben Millionen von Euronen dafür aus. Warum? Politiker und andere freuen sich übers eigene Pensionsgeld aber zahlen nicht in die Rentenkasse ein. Da wird über eine Rente diskutiert, wofür Politiker im Bundestag momentan nur 4 Jahre anwesend sein müssen, also im Amt. Beamten haben ja auch noch Kündigungsschutz. Bosbach ist das beste Beispiel dafür. HSM und Prostatakrebs. Prostata haben viele Männer mit Probleme, nix besonderes. Urologie hilft. HSM-Elektroden explodierten ihm.
    normale Menschen bekommen da noch nicht einmal einen Schwerbehindertenausweis, Bosbach aber beamtet ohne eigener Kompetenz, da Politiker keine vorweisen müssen. Kapitalismus stärkt diese Positionen.

    Und der Hubertus Heil denkt dass er über Steuerabzüge in die Rentenkasse einzahlt. Er war gestern bei haf. Also seien Pensionsansprüche zahlt er über Steuerabzüge. Erklärt hat ers nicht.
    Das EU-Parlament will ja auch ihr Geld. Wer zahlt das alles? Das Kollateral des Landes mit den Menschen? Jeder Mensch hat anteilig Besitz am Land (Kollateral).
    Dann heißt es, ein EU-Kommissar braucht diplomatisches Geschick bei den verschiedenen Mentalitäten. Was denn nun? EU will alles uner einen Hut, aber weiß, dass es nicht geht. Warum also EU?

    Was wollen Ausbilder 2019 haben? Fachabitur mindestens. Gute Kenntnisse: deutsch, Englisch, Mathe bzw. Natur-WS. Und wollen schon, dass die Person Kenntnisse mitbringt. Wie?

    Und bei Tagesgespräh gings u.a. um das Juristendeutsch bei Ämterschreiben. Keiner blickt durch.
    Nahles will 2 Stellen, eine nur für die Arbeitenden (auch minijob), die andere gibt Auskunft. So ein Quatsch.
    BGE löst alle Probleme.

    • Fluß
      Februar 12, 2019 um 11:16 am

      Die Beratungsstellen dürfen auch keine rechtskräftige Auskunft geben, blickt ja eh keiner durch im Gesetzes-Dschungel. Einer erzählte im Tagesgespräch, daß die Beraterqualität auch schlecht sei, weil manche frisch vom BWL-Studium kommen und 9 Tage eingearbeitet werden. Und das wegen der Wegrationalisierung.
      Welt der organisierten Nichtzuständigkeit sagte dort jemand. Ist strukturelle Überforderung.

      Nahles hat das mit dem Bürgergeld nicht genau erklät. Recht auf Arbeit, da sieht sie wohl eher, daß Menschen Menschen be-arbeiten werden und andere für diese Arbeit Geld bekommen. Jobcenter hat 5,2 Milliarden Euro Überschuß. Geldabzüge beim Kunden = Bearbeitung.

  5. Fluß
    Februar 12, 2019 um 12:09 pm

    Es heißt ja, daß es abwechselnde Zeiten gibt.
    Rationalismus mit seiner Aufklärung, dann den entgegengesetzten Irr-Ratio-Nalismus.

    Dann gibts aber auch noch die Whistle Blower, werden oft noch als Verschwörungsfanatiker bezeichnet. Sind sie aber nicht. Denn es ist eine andere Art der Aufklärung. Die Art, daß alles wieder einfach ist und nicht kompliziert.
    Kompliziert machen es ja erst die Saboteure, die die Menschheit belügen. Occultes lüften und dann wirken die Formeln nicht mehr.

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