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Über die Legalität von Eigentum und Commons

Auf meiner Finde nach einer besseren Welt hatte ich schon mehrfach hier bemerkt, dass der stärkste Webfehler unseres Systems das Konzept des unbegrenzten Eigentums ist. D.h. wenn ein Mensch mehr besitzt als er durch seine eigene Hände Arbeit erreicht hat. Ich möchte nun einen weiteren Text zum Thema einstellen, der aus der Commoning-Szene stammt, und auf dem es sich wieder genüsslich draufrumkauen lässt, oder?

Was ist die Matrix?

Was du weißt, kannst du nicht erklären, aber du fühlst es. Du hast dein ganzes Leben lang gespürt, dass mit der Welt was nicht stimmt. Du weißt nicht, was es ist, aber du weißt, es ist da, wie ein Splitter in deinem Verstand, der dich zum Wahnsinn treibt. 
Morpheus im Film Matrix

Unser Verstand ist manipuliert. Nein, es folgt nun keine Verschwörungs-, sondern eine Systemtheorie.

Es gibt etwas, an das wir alle glauben, was uns von Kind an erzählt und beigebracht wurde, was die meisten von uns wohl noch nie in Frage gestellt haben und als unumstößliche Gesetzmäßigkeit hinnehmen. Jedoch ist die Vorstellung von Eigentum, das hier gemeint ist, lediglich ein Konstrukt des menschlichen Verstandes und kommt ansonsten in der Natur eigentlich gar nicht vor. Deshalb ist es eben auch kein unabänderliches Naturgesetz, das gilt, egal ob wir wollen oder nicht, sondern ein juristisches Gesetz, in dem es um das Verfügungsrecht geht.

Was mir gehört, über das darf ich ganz allein bestimmen und andere auch davon ausschließen!

Von Verfügung über Menschen selbst, was man als Sklaverei bezeichnet, haben wir uns weitgehend emanzipiert [Anmerkung: zumindest, was die direkte Sklaverei betrifft]. Jedoch ist die alleinige Verfügungsgewalt – und damit Macht (!) – über gegenständliche Objekte und Dinge bis heute noch immer völlig legal. Problematisch wird es im Grunde ja auch erst dann, wenn diese Objekte die Lebensgrundlage für andere Menschen bilden oder diese Objekte zur Herstellung eben dieser Lebensgrundlagen erforderlich sind. Dann geraten genau jene Menschen in ein Abhängigkeitsverhältnis vom Eigentümer und damit in eine Position, die es erlaubt, sie auszubeuten, indem sie einen Teil ihrer Arbeitskraft und Lebenszeit an den Eigentümer entrichten müssen, um weiterhin Zugang zu ihren Lebensgrundlagen zu erhalten. Der Eigentümer hat damit indirekt Macht über die Menschen.

Die Medaille des Eigentums hat aber auch noch eine Kehrseite. Während das Eigentum einerseits ein Zustandsattribut darstellt, das wir Dingen zuordnen, steht das miteinander Tauschen auf der Rückseite und stellt als Prozess dar, wie wir mit den Objekten umgehen. Dies praktizieren wir dann tagtäglich. Zumeist unbewusst. An der Kasse, auf eBay, am Kaffeeautomat, im Tauschring und sogar zu Weihnachten mittels Geschenken. Völlig normal. Alltag. Dabei ordnen wir jedem Objekt einen Wert zu, einen sogenannten Tauschwert. Landläufig auch Preis genannt. Der muss aber auch nicht in Euro sein! Nicht mal in einer anderen Landeswährung!! Man kann einen Tauschwert auch in Zigaretten angeben oder Bananen. Sogar als (Treue-)Punkte oder auch in Minuten Lebenszeit… Wichtig dabei sind nur zwei Sachen: erstens, dass Jemand bereit ist, damit zu Tauschen und zweitens – ganz wichtig – das es irgendwie abzählbar ist. Nun ja, das Tauschmittel sollte vielleicht auch knapp sein… Geld erfüllt genau diese Eigenschaften am besten und da wir alle ganz gut damit vertraut sind, tauschen wir in unseren Breiten eben am liebsten mit Euro.

Aus der Vorstellung von Eigentum und der sozialen Praktik des miteinander Tauschens ergibt sich nun eine bestimmte Perspektive auf die Dinge und Objekte und sie werden für uns zu Waren. Als solche betrachten wir nun so ziemlich alles in der Welt. Allem wird ein Tauschwert zugeordnet. Dabei versucht ein Jeder den Dingen, die ihm selbst gehören, einen recht hohen Tauschwert zu verleihen, um sie möglichst gewinnbringend und profitabel eintauschen zu können. Objekten, die anderen gehören, wird nach Kräften versucht, den Tauschwert in Abrede zu stellen. So bekäme man selbst mehr oder könnte sparen. Aus diesem zwischenmenschlichen Miteinander (oder eher Gegeneinander) erwächst ein Konkurrenzverhältnis, das wir zur Grundlage unserer globalen Wirtschaft gemacht haben. Das geht inzwischen so weit, dass der Wettbewerb um “das Meiste” als heilige Mission gilt und kein zur Not auch unmenschliches Mittel gescheut wird, um ganz vorn dabei zu sein. Nicht umsonst sind sich die beiden Worte tauschen und täuschen so unheimlich ähnlich…

Willkommen in der Matrix!

In dieser so wortwörtlich täuschend echten (Geld-) Scheinwelt, die einer „Megamaschine“ gleicht, an die alle Menschen angeschlossen sind, um als Zahnrädchen darin ihrer Lebensenergie beraubt zu werden, ist sich ein jeder zunehmend spinnefeind. Nicht nur das! Auch Statusgehabe, endlose Gier, Neid und Egomanie greifen hier um sich. Dies führt sogar soweit, dass die Matrix-Welt bedroht ist, sich selbst durch Atomschläge, den Klimawandel [Anmerkung: dieses Thema scheint eine weitere Form der Sklaverei via Zertifikatshandel zu sein] und die Missachtung planetarer Grenzen zu vernichten. Dagegen helfen auch keine Bio-Läden und Fair-Trade-Siegel. Auch Steuerreformen, ein Bedingungsloses Grundeinkommen oder ein zinsloses Geldsystem können daran nichts Grundlegendes ändern.

Die Matrix ist ein System, Neo. Dieses System ist unser Feind. Aber wenn du drinnen bist, dich umsiehst, was siehst du? Geschäftsleute, Lehrer, Anwälte, Tischler. Genau die Seelen von den Menschen, die wir versuchen zu retten. Aber bis das geschieht, sind diese Menschen Teil des Systems und dadurch unser Feind. Du musst verstehen, die meisten dieser Menschen sind nicht bereit, um abgekoppelt zu werden. Und viele von ihnen sind so hoffnungslos abhängig vom System, dass sie bereit sind zu kämpfen, um es zu beschützen.
nochmals Morpheus

Doch Jeder, der auch nur etwas Gefühl hat, kommt irgendwann in Zweifel darüber, ob hier wirklich alles mit rechten Dingen zugeht. Es gibt da nämlich etwas, das uns den Schwindel spüren lässt. Etwas, das sich dem Verstand weitgehend entzieht und eher dem Herzen entspringt: die Liebe!

Nach Erich Fromm ist die Liebe der Drang zur Vereinigung. Mit Gott, mit der Natur, mit dem anderen Geschlecht, mit anderen Menschen in Familie, Freundeskreis oder darüber hinaus und ganz allgemein. Wir haben einen naturgegeben Drang zur Gemeinschaft! Wir sehnen uns nach Verbundenheit mit unserer Mitwelt. Die Matrix jedoch zersetzt, isoliert, vereinzelt und vereinsamt. Das macht uns vor allem psychisch krank. Den einen früher, den anderen später…

Doch wenn das, was wir als real empfinden, nur vorgetäuscht ist und gar nicht unserem Naturell entspricht, nur eine Scheinwelt darstellt, aus der wir eigentlich lieber erwachen sollten, wie könnten wir uns dann die reale Welt vorstellen und was läuft dort anders?

In der realen Welt gibt es kein Eigentum.

Hier werden Dinge zwar ebenfalls besessen, jedoch gehören sie Niemandem auf eine solche Art, dass er Andere davon ausschließen darf. In etwa so, wie im Tierreich, aus dem der Mensch schließlich auch abstammt. Jedoch mit dem Merkmal der Vernunft und der Fähigkeit zur Empathie und Menschlichkeit ausgestattet, wäre er in der Lage, entsprechend Kants kategorischem Imperativ zu erkennen, welcher Besitz angemessen und welcher eher unsittlich ist. Nicht gemessen an Größe und Anzahl, sondern an Funktionalität für die Ausübung individueller Tätigkeiten zur Mehrung vom Gemeinwohl. In der realen Welt gibt es vor allem auch keine Waren. An ihre Stelle treten die Commons. Commons werden oft auch als Gemeingüter bezeichnet, was nicht zu verwechseln ist mit Gemeinschaftsgütern. Schließlich begehen Commons nicht den Fehler der Sozialisten und Kommunisten, alles zu Kollektiveigentum bzw. Staatseigentum zu ballen und damit durch Machtkonzentration die Grundlagen für eine Diktatur zu schaffen. Im Gegenteil:

Commons geben die Vorstellung von Eigentum im Grunde auf und ermöglichen damit letztlich ein Auskommen ohne Staaten, Völker und Herrschaft. Die hergestellten, ge- und vernutzten Dinge sowie alles, was von Menschen gepflegt und bewahrt wird, gehört von Rechtswegen nicht einem, auch nicht einer Gruppe, nicht vielen und erst recht nicht allen, sondern niemandem. Und da sie niemandem gehören, kann sie auch niemand untereinander tauschen.

Es bleibt im Grunde nichts weiter übrig, als sich die vorhandenen Dinge zu teilen. Miteinander zu teilen ist dabei eine tatsächlich kooperative Praktik, die zu Gemeinschaft und letztlich dauerhaftem Frieden führt. Statt an den den Verstand manipulierenden Tauschwerten orientieren sich die Menschen in der realen Welt an dem naturgegebenen oder in der Sache liegendem Gebrauchswert von Dingen. Ein Klumpen Gold ist für die allermeisten Menschen kaum etwas von Wert, weil sie damit nichts anfangen können. Ein lebensdienliches Brot erscheint da weit wertvoller. Menschen in der Matrix erscheint dies sicher absurd. Deshalb herrscht in der realen Welt auch ein gewisser paradiesischer Überfluss anstatt bedrohlicher und verängstigender Knappheit wie in der Scheinwelt. Nicht, weil es hier keine planetaren Grenzen gäbe, sondern weil hier jeder Mensch Zugriff auf das hat, was er tatsächlich braucht und beiträgt, was er im Stande ist und freiwillig zu leisten bereit ist – selbst, wenn das miteinander Teilen von Materiellem dafür koordiniert werden muss. Commons sind die Grundlage einer globalen Gemeinschaft, einer planetaren Familie.

Ich versuche deinen Verstand zu befreien, Neo. Aber ich kann dir nur die Tür zeigen. Hindurchgehen musst du alleine.
Morpheus

Fundstelle: Was ist die Matrix

***

Auf meine Frage: „Stammt das von Dir, Christian? Darf ich das weiter verbreiten?“

Bekam ich zurück:

Ein Gebot der Commons lautet nach Friederike Habermann (Ecommony: UmCARE zum Miteinander):

Teile, was Du kannst!

Ich hoffe, dies beantwortet Deine Frage.

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: , , , ,
  1. Martin Bartonitz
    Mai 12, 2018 um 11:48 am

    passend dazu hinterließ Alexander Wölk auf Facebook:

    Die Matrix wurde neu designt – zu dem was sie heute ist, der Höhepunkt eurer Zivilisation. Ich sage eurer Zivilisation, obwohl sie, als wir für euch das denken übernahmen, auch zu unserer Zivilisation wurde, was natürlich der Grund für das ganze Unternehmen war. Evolution, Morpheus, Evolution! Wie die Dinosaurier. Sehen Sie aus dem Fenster! Eure Zeit ist abgelaufen. Die Zukunft gehört den Maschinen, Morpheus! Unsere Zukunft ist angebrochen.
    Agent Smith (aus dem Film „Matrix“, 1999)

    Die „Maschinen“ sind die Machtinstrumente des kapitalistischen Staates, der als „Anstalt zur zwangsweisen Einziehung des arbeitsfreien Kapitaleinkommens“ ein menschenwürdiges Leben unmöglich macht. Der „moderne“ kapitalistische Polizei- und Überwachungsstaat verwirklicht nicht Freiheit und soziale Gerechtigkeit, wie es sein sollte,…

    Persönliche Freiheit und Sozialordnung

    …sondern versteht unter „Freiheit“ den staatlich garantierten Freibrief der viel Besitzenden (Geld-, Sachkapital- und Bodenbesitzer) zur grenzenlosen Ausbeutung aller wenig Besitzenden, und will die überproportionale Besteuerung höherer Arbeitseinkommen (also der wirklichen Leistungsträger der Gesellschaft) als „soziale Gerechtigkeit“ verkaufen, während die Renditen der Schmarotzer nicht angetastet werden dürfen, damit das Zinsgeld in Bewegung bleibt:

    Die Soziale Marktwirtschaft

  2. Martin Bartonitz
    Mai 12, 2018 um 11:53 am

    Arbeitseinkommen stark besteuern … arbeitsloses dagegen kaum … so kommt auf den großen Scheißhaufen immer noch mehr drauf …

  3. E. Duberr
    Mai 12, 2018 um 1:41 pm

    Das System in dem wir leben ist ungerecht und sogar verbrecherisch . Es ist nicht solidarisch und ist ein Schlaraffenland für die Reichen . Kleinere und mittlere Einkommen werden zu hoch besteuert und belastet . Reichtum muß begrenzt werden . Aber Wie ? Höhere Steuern für Reiche ? Und wie will man es weltweit erreichen , um Steuerflucht zu begrenzen ?
    Eigentum an sich ist ein Segen . Verantwortungsvolle Menschen haben in der Regel größere Vermögen weil sie sich mehr kümmern bzw weil sie Unfähigere organisieren und in Lohn und Brot bringen . Das Geschrei der Armen und Verantwortungslosen kann au nerven . Was tun sie , um ihre Lage zu verbessern ? Bilden sie sich , räumen sie ihr Umfeld auf , entmüllen sie ihre Umgebung ? Eigenartigerweise fallen Vermögende auch auf durch die Ordnung , die sie in ihrer Umgebung halten . Der amerikanische Pastor Dr Manning spricht immer wieder vom sog. NIGGERISM der schwarzen Bevölkerung Amerikas und fordert mehr Eigeninitiative statt schwarzen Haß auf wohlhabendere Weiße . Diesen NIGGERISiM können wir auch in Europa beobachten .

    • Martin Bartonitz
      Mai 12, 2018 um 2:00 pm

      Eigentum = Pfege desselben hat Grenzen, wie wir an vielen Projekten aus dem Public Privat Partnership gesehen haben. Vieles was auf der Gemeinschaft an einige Wenige als Eigentum übertragen wurde, ist am Ende runtergewirtschaftet worden, da ja diese Eigentümer möglichst viel Eigennutzen rausziehen wollten, um davon zu leben. Am Ende sind sie mit ihrem Geld marodierend weitergezogen um das nächste GUT auszuräubern.

      Aber ja, wer etwas besitzt und darüber verfügen kann, und es SELBST nutzt, der kümmert sich in der Regel mehr darum.

  4. Martin Bartonitz
    Mai 12, 2018 um 2:05 pm

    Dojaz schreibt auf Human Connection zum Artikel:

    „Unser Verstand ist manipuliert“ und es folgt eine „Systemtheorie“. In dieser analysiert der Text, dass die Vorstellung von Eigentum zu Gier führe. Ich gebe dem Text insofern recht, als das Erleben von Eigentum tatsächlich ein Konstrukt und keine natürliche Gegebenheit ist. Ich sehe es aber eher umgekehrt: Gier führt zu Eigentum – je größer die Gier, umso stärker das Streben nach Besitzen und Nicht-teilen-Wollen. Denn dass Eigentum dazu führt, die eigenen Gewinne maximieren zu wollen, halte ich nicht für zwingend, denn schließlich gibt es trotz all des Eigentums auch das Phänomen des Schenkens. Nicht Eigentum hält uns von Großzügigkeit ab, sondern doch eher Gier (oder auch Anderes, z. B. Verlustängste). Der Vorstellungen, dass Vorstellungen von Eigentum vor allem in Erziehungs- und Bildungsprozessen vermittelt werden, kann ich viel abgewinnen. Aber ich würde gern auch eine psychologische Perspektive mit einbringen.

    Jedes Wesen hat Bedürfnisse, und für die Befriedigung dieser Bedürfnisse muss es oft über Dinge verfügen. Unseren Hunger können wir nur stillen, wenn wir auch etwas zum Essen haben. Je weniger es aber davon gibt, umso stärker dürften wie doch bestrebt sein, Nahrung für uns persönlich zu vereinnahmen – also zu besitzen. Gier kann also aus einem tatsächlichen Mangel erwachsen – ist dann also nicht das Ergebnis einer von anderen Menschen eingebrachten Manipulation, sondern das innerpsychologische Produkt einer Erfahrung.

    Ein anderer psychologischer Aspekt ist auch darin zu sehen, dass Menschen durchaus ein angeborenes Bedürfnis nach etwas Eigenem haben. Das muss nicht nur Autonomie sein, sondern kann auch der eigene Raum sein (sei es real räumlich oder sei es ein psychologisch-sozialer Raum (z. B. ein Ort zum Zur-Ruhe-Kommen) oder ein „Raum“ (d. h. Möglichkeiten) der Selbstenfaltung). Auch aus dieser Richtung ist die Identifikation von etwas als eigenes Eigentum nicht unbedingt etwas „Eingepflanztes“, sondern möglicherweise auch etwas psychologisch, aus Bedürfnissen Erwachsenes.

    Insofern ist der Eigentumsbegriff dann doch etwas durchaus Reales, und ich kann nicht erkennen, wie die Erkenntnis von der Scheinhaftigkeit von Eigentum zwangsläufig hierzu führt: „Es bleibt im Grunde nichts weiter übrig, als sich die vorhandenen Dinge zu teilen.“ Erkenntnis der Scheinhaftigkeit führt zwangsläufig zur Aufgabe des Eigentumsbegriffs??? – Das müsste mir jemand erstmal genauer erklären.

  5. Martin Bartonitz
    Mai 12, 2018 um 2:07 pm

    Alexander Wölk schreibt auf Facebook dazu:

    Die Größe der Achtung, die man einem Menschen zollt, wird wie der Preis der Ware durch Nachfrage und Angebot bestimmt.
    Silvio Gesell, 1906

    Wer ein Problem damit hat, muss für eine sozialistische Planwirtschaft plädieren, um die Größe der Achtung, die man ihm zollt, vom „Großen Vorsitzenden“ im Politbüro zu erschleichen. Für solche, die besonders gute Schleimer sind, mag das sogar erstrebenswert sein. Wer aber als freier Mensch sein Leben selbst gestalten will, muss fragen: Warum ist die Nachfrage nach menschlicher Arbeitskraft stets kleiner als das Angebot? Die Antwort findet sich im alten Testament:

    (Lutherbibel 1984 / Genesis_3,15) Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir (der Schlange) und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

    Das sagt Gott der HERR, nachdem zuerst die Schlange Eva und dann auch Eva ihren Adam zur Erbsünde verführt hat, die darin besteht, sich an der „Frucht vom Baum der Erkenntnis“ zu bedienen. Der Text ist etwa 3250 Jahre alt und für „Normalsterbliche“ nicht zu verstehen. Er soll für das gewöhnliche arbeitende Volk auch gar nicht zu verstehen sein, denn solange niemand wusste, wie die Erbsünde zu überwinden ist (das wusste erst Jesus, mehr als 12 Jahrhunderte später), wäre das Wahnsinn gewesen:

    Derjenige ist wahnsinnig, der ein Geheimnis in jedweder anderen Art niederschreibt als in einer, die es vor den Gewöhnlichen verbirgt und selbst den Gelehrten und ernsthaften Studenten nur mit Mühe sinnhaftig werden lässt.
    Roger Bacon, 13. Jahrhundert

    Das heißt nicht, dass Roger Bacon wusste, was die Erbsünde ist, sondern es geht zunächst ums Prinzip. Was das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft, gab es Geheimnisse, die nur einer kleinen Gruppe von Eingeweihten (esoterischer Kreis) bekannt sein durften, die mit dem Geheimnis umgehen konnten. Das galt insbesondere für das große Geheimnis der Erbsünde, das, wenn es zu früh verraten worden wäre, die Kultur zerstört hätte. Was sich heute „moderne Zivilisation“ nennt, wäre nie entstanden!

    Bedauerlicherweise passierte genau das Gegenteil, d. h. das Geheimnis der Erbsünde wurde nicht verraten, sondern das Wissen um ihre wahre Bedeutung ging auch im esoterischen Kreis verloren. Als der Prophet Jesus von Nazareth nicht nur die wahre Bedeutung der Erbsünde wieder erkannte (Auferstehung), sondern auch als erster Denker in der bekannten Geschichte die einzige Lösung (Erlösung) zur Überwindung dieser „Mutter aller Zivilisationsprobleme“ herausfand, gab es schon seit 500 Jahren niemanden mehr unter den „Pharisäern und Schriftgelehrten“, der etwas verstehen konnte, womit Jesus im Nachhinein betrachtet seiner Zeit um fast 19 Jahrhunderte voraus war.

    Wäre das ursprüngliche esoterische Wissen nicht verloren gegangen, wäre der heutige Stand der Technik schon im 3. oder 4. Jahrhundert erreicht worden, während Massenarmut und Krieg schon genauso lange überwunden und Umweltverschmutzung und -zerstörung niemals Thema gewesen wären. Stattdessen konnte die Erbsünde bis heute nicht überwunden werden:

    Die Idiotie vom unverzichtbaren Zins

  6. Martin Bartonitz
    Mai 12, 2018 um 2:27 pm

    Und Udo Rohner weiter:

    Ja, da liegt der Hund begraben ….

    Seit tausenden von Jahren ….

    In tausendfacher Weise von weisen Menschen aus unterschiedlichsten Kulturkreisen beschrieben und in unterschiedlichsten Regelwerken gefasst ….

    Und letztlich auch in unserem Grundgesetz benannt – mit widersprüchlichem Geheiß in den verschiedenen Artikeln, die man bei gutem Willen auch in einem eindeutigen Satz zusammen fassen könnte:

    Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet und verpflichtet den Eigentümer dazu sein Eigentum derart zu nutzen, dass sein Gebrauch und der aus dem Gebrauch geschöpfte Mehrwert zur Hälfte zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dient.

  7. Martin Bartonitz
    Mai 12, 2018 um 2:40 pm

    Alexander Wölk ergänzt weiter:

    Volkswirtschaftliches Denken hat sich von jeher darum gedreht, inwieweit eine ökonomische Ordnung, ein System, dem Wohle der Gesamtheit gerecht wird. Diese grundsätzliche Ausrichtung des Denkens und Forschens ist nicht erst eine Besonderheit der Sozialisten. In diesem Sinne ist die freie Wettbewerbswirtschaft schon bei Adam Smith ein System, in welchem das vom privatwirtschaftlichen Erfolgsstreben gelenkte Handeln der Individuen zum bestmöglichen Einsatz der Produktivkräfte und zugleich zur wohlfeilsten Versorgung des Marktes führt. Obwohl also jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, stellt sich auf höherer Ebene eine natürliche Harmonie zwischen Individuum und Gesellschaft ein – weil nämlich jeder im allgemeinen Wettbewerb mit bester Leistung und wohlfeilstem Angebot dem Markt und der Gesellschaft gegenübertreten muss. Individuelles Gewinnstreben und freier Wettbewerb gewährleisten in ihrem Zusammenwirken die beste und billigste Versorgung der Menschen mit wirtschaftlichen Gütern.
    Diesen Thesen von Adam Smith glaubte man später mit dem Hinweis auf die Absatzkrisen des kapitalistischen Systems den Wahrheitsgehalt absprechen zu können. Hierbei wurde indessen übersehen, dass Adam Smith vom unverfälschten, monopolfreien Wettbewerb ausging. Monopole sind Ausklammerungen vom Wettbewerb. Neben den Ur-Monopolen Boden und Geld gibt es mancherlei künstliche, durch die Rechtsordnung geschaffene Monopole. In jedem Falle ist am Monopol stets der die Gewinnspannen ausgleichende Angriff des freien Wettbewerbs zu Ende. Dies bedeutet eine Grundlagenveränderung und das heißt, dass in der bisherigen Wirtschaftsentwicklung eine echte freie Wettbewerbsordnung im Sinne von Adam Smith überhaupt noch nicht da war. Da Adam Smith im übrigen vielfach als der Theoretiker und geistige Vater des liberalkapitalistischen Systems gilt, wollen wir hier auch noch beachten, dass Smith von den Nutznießern des Produktionsfaktors Kapital erklärte, dass ihre Interessen niemals mit dem Interesse der Gesellschaft zusammenfallen, denn der Gewinnsatz (Kapitalertrag) steige und falle nicht etwa mit dem Gedeihen und dem Verfall der Gesellschaft, sondern er bewege sich umgekehrt, er sei von Natur niedrig in reichen Ländern und er sei hoch in armen Ländern! Dieser Sachverhalt ist außerordentlich beachtenswert, denn hier liegt der Schlüssel zum wirklichen Verständnis der Dinge.
    Karl Walker (Überwindung des Kapitalismus, 1945)

    Nicht erst seit 1945 hat die universitäre Volkswirtschaftslehre (wenn man sie überhaupt so nennen darf) nicht nur nichts dazugelernt, sondern nur weitere Denkfehler produziert, die im Wesentlichen auf den Totalverlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus zurückzuführen sind. Aus der nicht zu bestreitenden Feststellung von Adam Smith, dass der Kapitalertrag in reichen Ländern (relativ) niedrig und in armen Ländern (relativ) hoch ist, geht bereits hervor, dass der marktwirtschaftliche Wettbewerb und der Kapitalismus nicht etwa Synonyme, sondern Gegensätze sind. Noch deutlicher wird dieser Gegensatz anhand der mit dem Untergang der Sowjetunion bereits der breiten Masse dämmernden Erkenntnis, dass bei Ausschaltung des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs in einer sozialistischen Planwirtschaft der Kapitalismus nicht etwa überwunden wird, sondern ganz im Gegenteil der Privatkapitalismus in die gesteigerte Form des Staatskapitalismus ausartet und die Freiheit des Individuums völlig unterdrückt wird. Im Umkehrschluss bedeutet das: Freiheit und soziale Gerechtigkeit sind keine Gegensätze, sondern bedingen einander!

    Der heutige endlose Widerstreit zwischen Eigennutz und Gemeinnutzen ist eine ganz zwangsläufige Folge des herrschenden Geldstreik- und Bodenmonopols. Eine von diesen beiden Monopolen befreite Wirtschaft entzieht diesem Widerstreit für immer die Grundlage, weil in ihr der Mensch aus Eigennutz stets so handeln wird, wie es das Gemeininteresse erfordert. Die seit Jahrtausenden von Religionsgründern, Religionslehrern, Philosophen, Moralisten usw. aufrecht erhaltene Lehre von der Sündhaftigkeit der menschlichen Natur wegen ihrer Eigennützigkeit findet damit ein für allemal ihr Ende. Es ist keineswegs notwendig, dass wir, diesen Lehren folgend, uns durch Äonen hindurch abmühen, um uns selbst zu überwinden, um eines Tages vielleicht doch noch gemeinnützig zu werden – sondern wir können schon jetzt, heute, in dieser Stunde, die Verbrüderung der bisherigen Widersacher Eigennutz und Gemeinnutz vollziehen. Es ist dazu nicht erforderlich, dass wir den Menschen reformieren, es genügt vielmehr, wenn wir das fehlerhafte Menschenwerk, unser Geldwesen und Bodenrecht, ändern.
    Otto Valentin („Die Lösung der Sozialen Frage“, 1952)

    Politiker, Priester, Philosophen, Moralverkäufer, Soziologen etc. leben alle von dem bis heute bestehenden Gegensatz zwischen Eigennutz und Gemeinnutzen, der nur eine zwangsläufige Folge des noch immer herrschenden Geldstreik- und Bodenmonopols ist. Diese beiden grundlegenden Monopole werden von der universitären VWL gar nicht als solche erkannt und bewirken seit jeher eine Einschränkung des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs, sodass die Besitzenden (Geld-, Sachkapital- und Bodenbesitzer) sich auf Kosten der Mehrarbeit von Besitzlosen (Arbeiter und Angestellte) bereichern können. Von der Masse der Dummen, die daran glaubt, Politiker, Priester, Philosophen, Moralverkäufer, Soziologen und in staatlichen Verdummungsanstalten indoktrinierte „Wirtschaftsexperten“ wüssten schon was, wird die aus dem Geldstreik- und Bodenmonopol resultierende Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz als ein „Naturgesetz“ angesehen und gar nicht erst hinterfragt. Stattdessen wählt die Masse der Dummen unter den Allerdümmsten (wer das bestreiten will, muss sich nur die dummen Sprüche auf typischen Wahlplakaten ansehen) ihre „Volksvertreter“, die nichts anderes können, als unter Beibehaltung des Geldstreik- und Bodenmonopols (von dem die Allerdümmsten noch nie etwas gehört haben) den marktwirtschaftlichen Wettbewerb mit einem sinnlos komplizierten Gesetzesdschungel noch weiter einzuschränken, bis sich am Ende gar nichts mehr bewegt.

    Die Masse der Dummen setzt sich aus allen Sparern zusammen, die noch immer nicht wissen, dass mit Geld sparen kein Geld zu verdienen ist (3. Gebot). Eine Ersparnis kann nur als „langfristiger Geldanspruch“ in einer monopolfreien Marktwirtschaft auf unbegrenzte Zeit sicher erhalten bleiben. Jede andere Form des Sparens führt früher oder später zu einem teilweisen oder auch vollständigen Verlust der Ersparnis, sei es durch Inflation, Wirtschaftskrise oder Krieg. Schon seit der Erstveröffentlichung von „Die Verwirklichung des Rechtes auf den vollen Arbeitsertrag durch die Geld- und Bodenreform“ (Silvio Gesell, 1906) sollte der „Normalbürger“ das begriffen haben. Nun ist aber der „Normalbürger“ noch immer kein zivilisierter Mensch, sondern ein Kapitalist, d. h. entweder bereits ein Zinsgewinner oder ein Zinsverlierer, der ein Kapitalist werden will (Spießbürger). Was ein zivilisierter Mensch ist, der in allgemeinem Wohlstand, einer sauberen Umwelt und selbstverständlichem Weltfrieden lebt, wird für den „Normalbürger“ erst nach dem Erkenntnisprozess der „Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion“ überhaupt vorstellbar.

  8. Friedensnobelpreis
    Mai 15, 2018 um 9:56 am

    Was die linksliberalen US Demokraten und Afroamerikaner gerne verschweigen wenn es um das Thema Sklaverei in den USA geht, ist die Tatsache, dass es im Mittelalter und Spätmittelalter auch sehr viele weiße Sklaven in Europa gegeben hat. Es nannte sich Leibeigenschaft. DIe Leibeigene waren das Eigentum von der europäischen Oberschicht. Die Grundherren hatten das Recht die Leibeigenen zu verprügeln, zu foltern oder an andere Grundherren zu verkaufen.
    Es begann ungefähr um das 9 Jh. n. Chr. und dauerte bis ins späte 19 Jahrhundert hinein. Erst im 19 Jh. kamen die letzten Befreiungsaktionen von weißen Bauern und Leibeigenen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Leibeigenschaft
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bauernbefreiung

    Vor allem in Osteuropa war der rechtliche Status von Leibeigenen und schwarzen Sklaven kaum zu unterscheiden.

    Auch die Muslime haben mit schwarzen Sklaven gehandelt. Sogar viel mehr mit schwarzen SKlaven gehandelt als die Europäer oder Amerikaner. Ich kann bis heute keinen einzigen Anzeichen von Reue oder Entschuldigung bei den Muslime für diese Schandtaten udn Greueltaten erkennen
    https://themuslimissue.wordpress.com/2012/08/27/the-arab-slave-trade-and-200-million-non-muslim-slaves-of-all-skin-colors/
    http://www.welt.de/kultur/article6974349/Beim-Sklavenhandel-lernten-Christen-von-Muslimen.html

  1. Mai 12, 2018 um 3:04 pm

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