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Über die Schattenseiten einer Bluttransfusion …

Blutbeutel (Foto: Bernardo Peters-Velasquez –  pixelio.de)

In unserem Gesundheitssystem, das zu den besten der Welt gehört, sind manche Dinge, die selbstverständlich sein müssten, nicht selbstverständlich. Es kann nicht sein, dass wir Patienten über bestimmte Dinge nicht aufklären, obwohl sie unter Medizinern bekannt sind.
Professor Kai Zacharowski, in Das gefährliche Blut – FAZ

Im Schnitt werden in Deutschland 4-5 Millionen Transfusionen pro Jahr, also geschätzte 4 Millionen Liter Blut verbraucht.

Mit Blick auf den Artikel Wissenswertes rund um die Organspende …, möchte ich einen weiteren Aspekt hinzufügen. Ich habe gerade eine Doku über die Gefahr von Bluttransfusionen, die eine kleine Transplantation sind und schon vor Jahrzehnten als Verursacher von klumpigem Blut und anderem verdächtigt wurde, angeschaut. Alles Wissenschaft. Die Ärzte, die das Ganze in die Hand nahmen, wurden anfangs als Nestbeschmutzer betitelt. Sie hielten weltweit Vorträge, vor allem in Kliniken und in L.A. trat Zacharowski auf. Man bedenke, die deutsche Politik fühlt sich da nicht verantwortlich. Letztendlich sind die Initiatoren des Films, also die, die das ganze an Aufklärung durchzogen, Whistleblower.

In L.A. gab es eine Auszeichnung und er sprach vorm Publikum, bevor Clinton dran war. Ach ja, ein Anwalt für Medizinrecht kommt da auch zu Wort. Es geht ums Ökonomische. Beim Glyphosat geht´s ums Ökologische. Es geht immer um die Haftung, Schmerzensgeld. Interessant auch das Thema DRK, haben sich gewunden, geht´s doch um Profit und „das haben wir schon immer so gemacht“.

In deutschen Operationssälen werden pro Jahr über vier Millionen Bluttransfusionen gegeben. Seit einigen Jahren verdichtet sich ein Verdacht: Transfusionen helfen zwar Leben retten, können aber auch gefährliche Nebenwirkungen haben. Es gibt deutlich mehr Komplikationen nach Operationen, Krebserkrankungen können zurückkehren oder viele Jahre später auftreten. Die Fachwelt weiß dies schon länger. SWR-Recherchen haben es 2014 in dem Film Böses Blut an die Öffentlichkeit gebracht, in dem auch Alternativen aufgezeigt wurden. Mit dem Patient Blood Management lässt sich durch gezielte Maßnahmen vor größeren Operationen ein großer Teil der Transfusionen einsparen.

Schaut Euch den Film von Ulrike Gehring, der am 04.11.2016 in Berlin mit dem Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes ausgezeichnet worden ist, an (ist auf der Seite eingebettet?:
Gefährliche Bluttransfusionen – Was hilft gegen das Risiko?

Und was lässt sich 2 Jahre später erkennen, was hat sich seither getan? Zwar haben sich mehr und mehr Kliniken der Blutsparinitiative angeschlossen, im weitaus größten Teil der Krankenhäuser werden die neuen Erkenntnisse allerdings nach wie vor nicht umgesetzt. Keine Frage: Nach Unfällen und großen Operationen mit unvorhersehbarem Blutverlust helfen die Konserven, Leben zu retten. Einen routinemäßigen und gedankenlosen Einsatz von Blutbeuteln bei planbaren Operationen dürfte es heute eigentlich nicht mehr geben.

Der Film von Ulrike Gehring begleitet eine Gruppe von Ärzten, die nicht hinnehmen wollen, dass es nach wie vor zu unnötigen Komplikationen oder sogar Todesfällen kommt, die durch konsequente Anwendung des Patient Blood Management vermieden werden könnten. Die Mediziner haben neue und umfangreiche Studien durchgeführt, die das von Bluttransfusionen ausgehende Risiko untermauern. Und sie fordern, dass auch die Gesundheitspolitik reagieren muss, damit sich die neuen Erkenntnisse auch in allgemeinen Behandlungsrichtlinien niederschlagen und damit überall Standard werden.

Eure Fluß

p.s.: Es gibt noch einen weiteren Film, den Frau Gehring mit Frau Bremer zu einem ähnlichen Thema gedreht hat:
Krankenhaus-Report – Wo Medizin Kasse macht

Leere Kassen, opportunistische Ärzte und ausgelieferte Patienten. „Bei krassen Verteilungskämpfen kommt der Patient nicht vor“, konstatiert ein AOK-Vorstand, und ein Aussteiger-Arzt berichtet von der Wirklichkeit hinter den Kulissen.

Ulrike Bremer und Ulrike Gehring erfahren von gefährlichen Fehlentwicklungen, die aus Patienten den Abrechnungsfall machen, und fragen: Ist eine medizinische Maximalversorgung um die Ecke überhaupt machbar? Erwarten wir zu viel? Wer hat an unseren Krankenbetten das Sagen? Tragen die Götter noch Weiß, oder entscheiden die grauen Anzüge mit Krawatte?

 

 

  1. Martin Bartonitz
    Oktober 31, 2017 um 9:41 am

    Jo, wo es im Gesundheitswesen auch nur noch um den Profit dreht, ist der Patient nur noch ein Faktor …

    Bevor ich Deinen Artikel heutemorgen las, kam mir ähnliches vor die Augen. Auch hier geht es um das Profitieren, in diesem Fall an den Schicksalen von Flüchtlingen. Und je mehr es gibt desto mehr klingelt die Kasse, und das in Organisationen, die doch das Gute tun. Und da kommt schon wieder zur Sprache, wie das Weltbild der Eliten ausschaut:

    Im Interview mit Friedrich Wilhelm Graf, das die Redaktion der „Wirtschaftswoche“ bereits im April 2011 führte, sprach er weise Worte über die Verfasstheit der Kirche, genauer gesagt über ihre Elite. Seine Aussagen lassen sich ohne weiteres auch auf die des Staates und ihrer Elite übertragen. Der Zustand von Staat und Kirche beeinflusst, auch wenn es viele nicht wahr haben wollen, in unterschiedlichem Maße unser Denken und Handeln. Die jetzigen Kirchen- und Staatseliten erkennen die Anzeichen des Glaubwürdigkeitsschwundes nur in Ansätzen. Es geht der Kirche und dem Staat noch zu gut. Stattdessen versteigern sich diese in Sozialpaternalismus (Nur die Elite weiß, was für das Volk gut ist. Die Interessen der Elite werden teils offen, teils versteckt, zum Beispiel durch „Nudging“, durchgesetzt.) und dogmatischer Verpanzerung (Die Elite ist gut, hat hehre Ziele. Kritiker werden verteufelt und oftmals in die rechte Ecke gestellt. Das macht die Welt übersichtlicher. Die Elite teilt die Personen ein, welche dazugehören und welche, die nicht dazugehören.) Trotz Glaubwürdigkeitsverlust und massiver Kirchenaustritte ist in beiden Kirchen eine „verstärkte Hinwendung zu autoritärem Klerikalismus und Hierarchiekult“ zu beobachten. [5] Andersdenkende Kirchenmitglieder stehen unter enormen Druck.

    Fundstelle: Die Flüchtlingsgewinnler: Caritas und Diakonie

    Dieser Kapitalismus, wo sich alles nur noch um das Anhäufen von Geld bzw. Eigentum geht, macht einfach nur kaputt …

    Aber eigentlich müssen wir uns nicht wundern, denn haben wir doch erkannt, dass die Konstruktion unserer Demokratien am Ende nur das alten feudale Herrschaftssystem fortführt, nur eben mit einem anderen Bühnenbild, dass leider noch die wenigsten durchschaut haben …

    • Martin Bartonitz
      Oktober 31, 2017 um 9:48 am

      Heintram Erkoset auf Facebook zum Bild:

      Und doch stimme ich a.wagandt zu: die macht ist bei uns unten – denn wir tragen alles und liefern die energie – hören wir mal damit auf, müssen nicht wir alle sein, 1 % bis 2 %könnte reichen, um die gesell-schaftspyramide einstürzen zu lassen

  2. Oktober 31, 2017 um 10:59 am

    Hat dies auf haluise rebloggt.

  3. Martin Bartonitz
    November 1, 2017 um 7:25 pm

    Wie der Patient verfügt wird:

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