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Regiert sein heißt …

Zum Ausklang der Wahl zum 19. Bundestag der Bundesrepublik Deutschland möchte ich ergänzend die Erkenntnisse des Anarchisten Pierre-Joseph Proudhon würdigen:

Pierre Joseph Proudhon (1809 – 1865), französischer Politiker, der sich als erster einen Anarchist nannte (Foto: Wikipedia)

Regiert sein heißt, bei jeder Handlung, bei jedem Geschäft, bei jeder Bewegung versteuert, patentiert, notiert, registriert, erfasst, taxiert, gestempelt, vermessen, bewertet, lizensiert, autorisiert, befürwortet, ermahnt, behindert, reformiert, ausgerichtet, bestraft zu werden.

Es heißt, unter dem Vorwand der öffentlichen Nützlichkeit und im Namen des Allgemeininteresses ausgenutzt, verwaltet, geprellt, ausgebeutet, monopolisiert, hintergangen, ausgepresst, getäuscht, bestohlen zu werden; schließlich bei dem geringsten Widerstand, beim ersten Wort der Klage unterdrückt, bestraft, heruntergemacht, beleidigt, verfolgt, mißhandelt, zu Boden geschlagen, entwaffnet, geknebelt, eingesperrt, füsiliert, beschossen, verurteilt, verdammt, deportiert, geopfert, verkauft, verraten und obendrein verhöhnt, gehänselt, beschimpft und entehrt zu werden. Das ist die Regierung, das ist ihre Gerechtigkeit, das ist ihre Moral.

Gefunden in: Idée générale de la révolution au dix-neuvième siècle (Garnier frères, 1851, p. 341)

Und zur Anregung gleich noch eine Breitseite zum Thema Wahlen hinterher:

Die 100 größten Irrtümer über das Wählen

In diesem Artikel können wir gleich zum Anfang lesen:

Durch Wählen hat man als Bürger faktisch Null Einfluss auf politische Entscheidungen. Was die Politiker nachher untereinander in Fraktionen und Koalitionen auskungeln, da hat der Bürger nichts zu melden, kein Veto, kein Volksentscheid, kein gar nichts: Klappe halten und applaudieren. Mehr wird dem Bürger trotz großschwafeligen Reden von „Mitbestimmung“ nach wie vor nicht zugestanden. Auch alles Fakt. Und nicht selten wird das genaue Gegenteil von dem was vorher versprochen oder ins Parteiprogramm gedruckt wurde, gemacht. Nicht mal die Richtung der Politik wird somit durch den Wähler bestimmt. Von daher ist das Postulat einer Richtungsentscheidung durch Wählen reine Makulatur. Wahlen sind reine Personalentscheidungen und hierzulande (Deutschland) bedeutet das eine demokratisch unkontrollierte Blankovollmacht für die gewählten Politiker.

Kategorien:Politik Schlagwörter: , ,
  1. muktananda13
    Oktober 8, 2017 um 11:24 am

    Der Mensch wird immer regiert sein, bis er nicht den Gedanken aufgibt, regiert werden und regieren zu müssen.
    Der Regierrensgedanke regiert noch den Menschen.

  2. Martin Bartonitz
    Oktober 2, 2017 um 7:25 am

    „Haben wir es mit einem medialen tiefen Staat zu tun, der einen Rechtsruck des Parlaments herbeigetalkt hat?
    Die AfD erfüllt für das politische System eine Doppelfunktion: Einerseits lenk sie die Wut der betroffenen Gruppen auf andere Teile der Unterklassen. Die Wut wird statt nach oben zur Seite gelenkt. Diese Umlenkungsfunktion ist offensichtliches Eliteninteresse am Rassismus. Die andere Funktion ist die Polarisierung und Bestimmung des Diskursfeldes: Die Mehrheit der Gesellschaft ist nun beschäftigt mit der berechtigten Empörung über Rassismus und 3. Reich-Verharmlosung von rechten Haudegen. Die Regierungspolitik gerät aus den Augen und aus dem Radar des Zorns. Die Polarisierung gegen die Rechten entlastet die Regierenden. …“

  3. muktananda13
    September 26, 2017 um 7:05 pm

    Wo es am Verbeugen feht, fehlt`s auch am Befehlen.

    Es geht nicht um die Regierenden, sondern um die Regierten, welche durch ein Votum die ersten anerkennen.
    Erst wenn der Mensch erkennt, dass er kein anderes Wesen braucht, um ihn zu regieren, wird er damit aufhören, regiert zu werden.

  4. Fluß
    September 26, 2017 um 2:10 pm

    Noch ein interessanter Punkt ist die Immunität der Politiker in D:

    http://www.news.de/politik/855147990/narrenfreiheit-fuer-politiker/1/

    Sex mit einer Minderjährigen, Steuerbetrug, Korruption, Amtsmissbrauch – die Liste der Vorwürfe ist lang. Doch wurde Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi lange für keines dieser mutmaßlichen Vergehen verfolgt. Ein von seiner Regierung erlassenes Gesetz verlieh ihm Immunität. Auch Frankreichs Ex-Präsident Jacques Chirac muss sich erst jetzt für einen Korruptionsskandal aus den 1990er Jahren verantworten. Bis 2007 war er Staatschef und als solcher von der Justiz unantastbar.

    In vielen Ländern genießen die Staatsoberhäupter das Sonderrecht der Immunität: In Finnland und Italien darf der Präsident zumindest für Amtshandlungen nicht strafrechtlich verfolgt werden. Der griechische Präsident kann während seiner Amtszeit grundsätzlich nicht belangt werden. In Irland und Portugal dürfen die Präsidenten nur gerichtlich verfolgt werden, wenn das Parlament zustimmt.

    Und in Deutschland? Genießt Bundespräsident Christian Wulff besonderen Schutz, sollte er straffällig werden? Und wie sieht es mit Angela Merkel aus? Hierzulande kennt die Verfassung weder für Staats- noch Regierungschef eine Sonderregelung. Stattdessen gilt für sie das Gleiche wie für alle Abgeordneten: Jedes Mitglied des Bundestages, der Landtage sowie der Bundespräsident genießen Immunität – der Bundeskanzler wird in Deutschland aus dem Bundestag gewählt und ist immer auch Parlamentarier. Das heißt: «Ein Abgeordneter darf nur mit der Genehmigung des Bundestages strafrechtlich verfolgt und verhaftet werden», erklärt Thomas Strobl, Vorsitzender des Immunitätsausschusses im Bundestag.

    Wenn Merkel also eine Straftat begeht, bleibt das ohne rechtliche Konsequenzen, solange das Parlament kein grünes Licht für die Strafverfolgung gibt. Auch Durchsuchungen und Beschlagnahmen wären nicht möglich. Die Immunität erlischt, sobald die Politiker aus dem Bundestag ausscheiden. So könnten Karl-Theodor zu Guttenberg nach seinem Rücktritt strafrechtliche Konsequenzen in der Plagiatsaffäre drohen. Andersherum gilt jedoch auch: Übernimmt jemand ein Abgeordnetenmandat, werden jegliche Strafverfahren oder angeordnete Freiheitsstrafen ausgesetzt.

    Historisch begründete Sonderstellung

    Die im Grundgesetz verankerte Sonderstellung der Politiker hat historische Gründe. «In der Geschichte wurde die Strafverfolgung regelmäßig eingesetzt, um politische Gegner aus dem Feld zu räumen», sagt der Verfassungsrechtler Heinrich Amadeus Wolff von der Europa-Universität Viadrina in Franfurt/Oder. Zum Beispiel hätten die Nationalsozialisten SPD-Politiker einfach verhaften lassen. «Die Immunität schützt das Parlament», sagt Wolff. «Abgeordnete dürfen nicht ohne Weiteres von Strafverfolgungsbehörden abgeholt und so zum Beispiel von einer Abstimmung ausgeschlossen werden.» Die Immunität soll so die Arbeitsfähigkeit des Parlaments sichern.

    Aus dem gleichen Grund genießen die Staatsoberhäupter vieler Länder Straffreiheit: «Es geht immer darum, dass man nicht etwas fingiert, um sie aus politischen Gründen an der Ausübung des Amtes zu hindern», sagt Wolff. «Man bräuchte nur einen Vergewaltigungsstrafbestand erfinden und schon ist der Präsident weg vom Amt.»

    Es gibt auch Ausnahmen von der Straffreiheit: Wird ein Politiker auf frischer Tat ertappt, kann er durchaus festgenommen werden. Bei Verkehrsdelikten solle die Genehmigung für eine Strafverfolgung grundsätzlich erteilt werden, empfiehlt zudem die Geschäftsordnung des Bundestages – wohl auch, um Verhältnissen vorzubeugen, wie sie sich unter einigen Diplomaten breit gemacht haben: Von diplomatischer Immunität geschützt, wird mit Vorliebe falsch geparkt, gerast oder rote Ampeln werden ignoriert.

    Diskussion um Abschaffung

    Heutzutage scheint die Gefahr einer politisch motivierten Strafverfolgung in Deutschland gering. Immer wieder wird daher auch darüber diskutiert, Politikern das Sonderrecht der Immunität zu streichen. So forderte die FDP 2006, Abgeordnete «wie normale Bürger» zu behandeln. 2009 wollte die Thüringer CDU die Immunität der Landtagsabgeordneten abschaffen. Doch die Initiativen blieben folgenlos. «Eine Änderung des Grundgesetzes wird derzeit nicht erwogen», sagt Thomas Strobl vom Immunitätsausschuss. Sie habe schließlich auch vorbeugende Wirkung: «Wenn die Demokratie in schweres Fahrwasser gerät, ist der Immunitätsschutz für das Parlament plötzlich von großer Bedeutung», sagt Strobl.

    Auch Verfassungsrechtler Wolff plädiert dafür, das Prinzip der Immunität beizubehalten. «Es ist für die Demokratie eine enorm wichtige Sache, dass die Abgeordneten nicht aus irgendwelchen politischen Gründen weggeschlossen werden können.» Eben weil Deutschland ein gefestigter Rechtsstaat sei, könne die Immunität bestehen bleiben, denn sie werde «ganz verantwortungsvoll» gehandhabt. «Der deutsche Bundestag macht seriösen Gebrauch davon und hebt in den meisten Fällen die Immunität auf», sagt Wolff.

    Ein solcher Fall war der des SPD-Politikers Jörg Tauss. Als er in Verdacht geriet, Kinderpornos besessen zu haben, beendete der Bundestag die Immunität des Abgeordneten, damit Anklage gegen ihn erhoben werden konnte. Genaue Kriterien für die Aufhebung gibt es jedoch nicht. Der Ausschuss achte darauf, «dass das Vorgehen der Staatsanwaltschaften in jedem Fall von sachfremden und willkürlichen Methoden frei ist», sagt Strobl. Der Bundestag erteile aber in der Regel die Genehmigung für eine Anklage oder Durchsuchung, um die Abgeordneten «im Falle eines Strafverfahrens oder anderer Zwangsmaßnahmen nicht anders als die übrigen Bürger zu behandeln.»

    Der Justiz ein Schnippchen schlagen

    Dafür soll auch ein Zusatz sorgen, den der Bundestag zu Beginn jeder Wahlperiode verabschiedet: Demnach dürfen Ermittlungen gegen Abgeordnete jeder Zeit begonnen werden, solange der Bundestag nicht innerhalb von 48 Stunden Einwände dagegen erhebt.

    Dass deutsche Politiker der Justiz ein Schnippchen schlagen können wie Berlusconi, ist also unwahrscheinlich. Und auch der italienische Regierungschef muss sich am Ende nun doch für seine Taten verantworten: Das Verfassungsgericht kippte Anfang des Jahres das von Berlusconi erlassene Immunitätsgesetz. Denn seine Straffreiheit war keineswegs in der Verfassung festgeschrieben, sondern der Cavaliere verlieh sie sich kurzerhand selbst.

    Auch in Deutschland würde so ein Gesetz kaum Bestand haben, glaubt Verfassungsrechtler Wolff: «Das nimmt bestimmte Personen aus der Strafbarkeit heraus und verletzt so den Gleichheitsgrundsatz.» Die Immunität deutscher Abgeordneter dagegen sei ein in der Verfassung festgeschriebenes und durch sie klar umrissenes parlamentarisches Prinzip. Die Narrenfreiheit hat ihre Grenzen.

    che/news.de „

  5. Fluß
    September 26, 2017 um 11:57 am

    http://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/gaestebuch/hartaberfairgaestebuch338.html

    Geht noch bis 14 Uhr :

    “ Kommentar von „Joseph“, heute, 11:35 Uhr:

    Mit Ensetzen hat Frau Bär von der CSU am Anfang der Sendung den abgedrehten Spruch von Frau Merkel wiederholt: “ Uns geht es noch nie so gut wie heute“… ??? Wen meint sie mit “ uns..?? Unfassbar- Das sind Hofnarren mit dieser Aussage, deshalb werden sie gut bezahlt. Deutschland steht mit der Wohneigentumsquote im unteren Drittel in Europa. Mit den Renten stehen wir neben den Briten und Iren an drittletzter Stelle im Verhältnis zum Einkommen. Wir haben 500.000 Obadachlose, die Kinder-und Altersarmut ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Hunderttausende Arbeitnehmer erhalten für Ihren Tätigkeit Skalvengeld. Stundenlohn 5 Euro, 6 Euro , 8 Euro oder doch den „offiziellen Midestlohn“., der auch viel zu gering ist….? Erinnerung: Wir schreiben das Jahr 2017. Hinweis: Vor 45 Jahren !!wurde bereits in einem Privathaushalt für die Putzfrau 8 DM = 4 Euro !! die Stunde gezahlt. Frau Bähr ist absolut realitätsfremd! Mit Absicht, um die Bevölkerung zu beruhigen..?

    Kommentar von „summerlove“, heute, 11:35 Uhr:

    Unsere Kanzlerin wird also ihren „erfolgreichen“ Weg fortsetzen können. Damit werden keine Wähler „zurückgeholt“. Vielleicht wollen sie auch nicht zurückgeholt werden, sondern einfach nur eine Politik, welche sich nach den Bedürfnissen der Menschen richtet, nicht gegen sie. Folgende Fragen z. B. wollen die Bürger beantwortet haben: Wieviel werden durch den Familiennachzug kommen? Was wird konkret getan, um der extrem gestiegenen Kriminalität zu begegnen? Wie kann es sein, dass in Leipzig die Polizei Frauen rät, nur zu zweit joggen zu gehen? Warum lässt man Stadtteile zu, welche sich von unserer Art zu leben abkekoppelt haben? Warum gibt es dort „Friedensrichter“? Warum werden Kinderehen und Mehrfachehen geduldet? Warum klappt die Rückführung von Flüchtlingen immer noch nicht? Was kosten uns in Zukunft mehr Polizei, Lehrer, Integrationskurse, soz. Wohnungsbau… Was bedeutet es für ein Land, wenn weiter unkontrolliert Migranten, meistens ohne Pass, zu uns (ohne „Obergrenze“) kommen…?

    Kommentar von „Watcher“, heute, 11:35 Uhr:

    Was für die CSU die Obergrenze ist, ist für die Grünen die Untergrenze. Seehofer sagt, Deutschland muss Deutschland bleiben und die Grünen wollen unser Land bis zur Unkenntlichkeit verändern. Die CSU will auch Verbrecher „ohne wenn und aber“ abschieben, die Grünen sind dagegen. Um bei solch unterschiedlichen Voraussetzungen eine Einigung zu finden, müssten sich beide Parteien bis zur Unkenntlichkeit verbiegen. Die Bayern können sich das nicht leisten, denn dort sind in einem Jahr Landtagswahlen. „

    • Fluß
      September 26, 2017 um 12:15 pm

      Entsorgung… Die Sorge nehmen, auch 2 Deutig. Mal die letzte Philosophiesendung schaun : Ungehorsam in der Demokratie. Veränderung geschieht nur im “ sich Gehör verschaffen“, das bedeutet auch angehört zu werden. Wann wollen Politiker das denn mal? Sie wollen doch als Promi Leute die Aufschaun. Auf Lorbeeren ausruhen, ja, Verwaltung nennt sich sowas – Geld dafür vom Volk über die Zwangs-Steuern, damit das Wesen beschäftigt ist und nicht selber in die Kraft kommt. Das Wesen-t-LICHT-e wird aus-geblendet.

      “ Kommentar von „R. Gerlach“, heute, 11:34 Uhr:

      Kommentar von „Norbert Hinderer / Ludwigsburg“, heute, 09:23 Uhr: … Meine Person als rechtsradikalen (Idioten !) zu diffamieren zeigte von einem eigentümlichen Demokratieverständnis. …“ und vom Verständnis von Freiheit. Aber sehen wir das mal anders herum: Würden demnach die Bürgerrechtler von 1989, die man bis heute F€I€RT, heute nicht auch entsorgt? Das nennt sich dann Demokratie und Freiheit. Wer die Macht hat, nimmt sich einfach die Freiheit, Leute mit falscher Meinung „zu entsorgen“ – wie Gauland mal sagte. Er hat es nur gesagt. Entsorgen ist wohl eine sehr beliebt Vokabel heute, wegen der es schon zu Anzeigen kam wie u. A. 2015, als ein Politiker der Linkspartei in Rostock bei einer Demonstration ein Plakat gezeigt hatte, auf dem es hieß: „Besorgte Bürger entsorgen!“. Demnach kann nicht sein, was nicht sein darf und statt miteinander und über Probleme zu reden, halten wir lieber Reden. „

  6. Fluß
    September 26, 2017 um 11:12 am

    Politker wollten keine andere „Sitzordnung“, nun beschweren sich viele, da der Bundestag sich aufbläht und sinnlos, also unsinnig, Geld rausschmeißt – der Flughafen Berlins ist ja nur ein Teil davon. Politiker als Freiberufliche einer Firma schmeißen mit Volkes Geld um sich. Die nehmen sich doch nicht ihre eigenen Privilegien. Schließlich gibts nach 4 Jahren Bundestag ne schöne Pension, wo andere nach 45 Jahren “ Arbeit“ nicht haben.

    Das alles ist eine Verhaltens-Forschung wie bei der Truemann-Show.

    https://www.steuerzahler.de/500-Abgeordnete-sind-genug/87030c98921i1p637/index.html

    “ „Die Ausgaben für ein Parlament gehören zwar zu den Betriebskosten einer demokratischen Grundordnung, aber hier reißt der Bundestag das Fenster auf und dreht sprichwörtlich die Heizung hoch. Deshalb müssen die Fraktionen des neu gewählten Bundestags sofort ein neues Wahlrecht und eine absolute Mandats-Obergrenze für den Deutschen Bundestag anpacken. 500 Abgeordnete sind genug!“

    Aus parteitaktischen Gründen haben es die Fraktionen vier Jahre lang versäumt, ein berechenbares Bundeswahlrecht auf die Beine zu stellen, kritisiert der Bund der Steuerzahler. Dieser Missstand hat sich am Wahlsonntag bitter gerächt: Der neue XXL-Bundestag wird nicht nur den Abgeordneten schlechtere Arbeitsbedingungen bieten, sondern kommt auch den Steuerzahlern viel teurer zu stehen.

    So viel kostet der neue Deutsche Bundestag nur im Jahr 2018:

    Auf rund 517 Millionen Euro werden sich die Ausgaben für Entschädigungen, steuerfreie Kostenpauschale, Fraktionszuschüsse, Vergütung der Abgeordneten-Mitarbeiter (u.ä. mandatsbedingte Kosten) im Jahr 2018 summieren.
    Zum Vergleich: Ein Parlament mit der gesetzlichen Soll-Stärke von 598 Sitzen würde 75 Millionen Euro weniger kosten, ein Bundestag mit der bisherigen Größe von 630 Sitzen rund 54 Millionen Euro weniger.
    Wichtig: Weitere Millionen-Ausgaben werden zudem für neue Liegenschaften und eine Aufstockung des Beamtenpersonals der Bundestagsverwaltung fällig werden.

    Das Problem mit dem Wahlrecht bringt BdSt-Präsident Holznagel auf den Punkt. „Das verkorkste Wahlrecht hat eine vermeidbare Kostenlawine für die Steuerzahler losgetreten, die in keinem Verhältnis zu einem parlamentarischen Mehrwert steht. Die neu gewählten Abgeordneten müssen Verantwortung übernehmen und das Wahlrecht sofort reformieren. Ein aufgeblähter Bundestag ist den Wählern nicht vermittelbar. Dieser XXL-Bundestag darf sich bei der nächsten Wahl nicht wiederholen!“

    Unsere Service-Hotline für interessierte Bürger: 0800 / 883 83 88

    Pressekontakt Bund der Steuerzahler Deutschland e.V.
    Rückfragen an Pressesprecherin Hildegard Filz, Tel.-Nr. 030 | 25 93 96-0 “

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/rekordzahl-an-abgeordneten-kritik-an-kosten-fuer-vergroesserten-bundestag-15218421.html

    Da gibts auch nochmals Auflistungen der Vergünstigungen der „Abgeordneten“.
    Erschaffen sich ihr Speckleben und machen Gesetze zur Altersarmut, Straftaten bei Hartz 4 usw… Etwas was sie nie erleben werden als Speckmade.

  7. Fluß
    September 25, 2017 um 7:43 pm

    https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/wtf-am-sonntag-orwells-1984-ist-lieblingsbuch-fuer-verbrecher/

    Promis leben ja von Kameras und Aufmerksamkeit, die Zeitung “ Welt am Sonntag“ mag auch Aufmerksamkeit und sieht paranoide Grundängste durch Kameras als gegeben, auch wenn zum Überwachen. Artikel ist länger. Ich kopiere von unten raus:

    “ Videoüberwachung beeinflusst das Verhalten

    Wer die Aussagen des vorangegangenen Absatzes so unterschreiben würde, sollte sich über folgende Fragen Gedanken machen:

    Würden Sie sich in einem Café oder Biergarten auf einem öffentlichen Platz, der bislang nicht videoüberwacht ist, genauso verhalten, wenn der Platz flächendeckend von Kameras gefilmt würde?
    Den neuen Freund / die neue Freundin küssen?
    In der Nase bohren?
    Noch ein fünftes Bier bestellen?
    

    Wohl kaum. Denn wer im Hinterkopf hat, dass er (vielleicht) beobachtet wird, verhält sich anders als in bewusst unbeobachteten Momenten. Oder wie es das Bundesverfassungsgericht in seinem grundlegenden Volkszählungsurteil schon 1983 formuliert hat (Rz. 172):

    „Wer unsicher ist, ob abweichende Verhaltensweisen jederzeit notiert und als Information dauerhaft gespeichert, verwendet oder weitergegeben werden, wird versuchen, nicht durch solche Verhaltensweisen aufzufallen. Wer damit rechnet, daß etwa die Teilnahme an einer Versammlung oder einer Bürgerinitiative behördlich registriert wird und daß ihm dadurch Risiken entstehen können, wird möglicherweise auf eine Ausübung seiner entsprechenden Grundrechte (Art 8, 9 GG) verzichten. Dies würde nicht nur die individuellen Entfaltungschancen des Einzelnen beeinträchtigen, sondern auch das Gemeinwohl, weil Selbstbestimmung eine elementare Funktionsbedingung eines auf Handlungsfähigkeit und Mitwirkungsfähigkeit seiner Bürger begründeten freiheitlichen demokratischen Gemeinwesens ist.“
    

    Videoüberwachung bedeutet Einschränkung von Freiheit

    Damit soll nicht gesagt werden, dass jede Videoüberwachung per se schlecht oder rechtswidrig sei. Aber Videoüberwachung bedeutet immer eine Einschränkung von Freiheit, da die unbeobachteten Momente abnehmen, je mehr Kameras im Einsatz sind. Und das mit überschaubarem Sicherheitsgewinn.

    Je stärker der öffentliche Raum von Kameras eingenommen wird, desto mehr muss jeder nach privaten Rückzugsräumen suchen. Ein uneingeschränkter, offener Umgang mit anderen kann nicht mehr ungeprüft in der Öffentlichkeit stattfinden. “

    Und der Matrixblogger, da geht es um Gesichtserkennung:
    https://www.matrixblogger.de/jim-carrey-warnt-vor-iphone-x-snapchat-und-der-nwo

  8. Martin Bartonitz
    September 25, 2017 um 6:57 pm

    Fragen wir uns auch, warum diese Erkenntnisse aus den Kreisen er elitären Leh/er-Anstalten zu erfahren sind:

  9. September 25, 2017 um 5:37 pm

    Der wissenschaftlich-technische Fortschritt täuscht darüber hinweg, dass sich die menschliche Gesellschaft seit Jahrtausenden im Kreis dreht. Dabei wäre es einfacher als man denkt, Lösungen für diese Misere zu finden, wenn man menschlich an die Probleme herantritt. Dann wird man feststellen, dass Menschen und Planet keine Wirtschaftsgüter sein können. Damit hätte das menschliche Zusammenleben eine andere Basis, eine humanistische.
    Zur Demokratie gibt es gar nicht so viel zu sagen, wie man immer annimmt. Die Demokratie ist nämlich nicht definiert. Die klassische Athener Demokratie ist eine völlig andere als das Konstrukt von Madison, Hamilton und Jay, was sich parlamentarische Demokratie nennt. Was beide gemeinsam haben ist, dass sie die Gleichwertigkeit von Menschen negieren. Folge sind Regierungen statt Führungen. Wobei die Athener wenigstens auf ein Parlament, Parteien, Berufspolitiker und Wahlen (wie wir sie heute kennen) verzichtet haben.

    • Martin Bartonitz
      September 25, 2017 um 7:08 pm

      Tjaaa, zumindest scheint eines sicher: 90% der in diesem System programmierten Menschen lassen sich gerne führen. Wobei es auch schnell zum Verführen kommen kann, besonders dann, wenn das Meinungsmanagement gut funktioniert.

      In Nordkorea können wir das wohl extrem beobachten. Dort lernt ein Kind, sobald es sprechen lernt, seinen großen Führer in den höchsten tönen zu loben und sein Leben, in allem, was es tut, so zu tun, dass dieser stolz auf es ist. Da scheint mir die Selbstbestimmtheit kaum mehr gegeben, Erwartungshaltungserfüllung strömt da aus jeder Pore.

      In der Beratung der westlichen Welt wird allerdings zunehmend von der Führung von möglichst selbstbestimmten Mitarbeitern gesprochen, weniger vom Diktat des Chefs. Am Ende könnte es aber auf das gleiche hinauslaufen, wenn das System aus sich heraus so subtil bestrafend wirkt, dass sich kaum noch einer traut, anders zu handeln, als von oben gewollt, siehe besonders die Jounalisten der Mainstreammedien, die so gut wie komplett in den Händen der Superreichen sind. Ab Ende kommt die Selbstausbeutung im Bewusstsein einer vordergründigen Selbstbestimmtheit. Die unsichtbaren Fessel des Westens sind von den Meisten kaum durchschaut, wenn wir uns die Burn-out- als auch Bor-out-Symptome anschauen.

      • September 25, 2017 um 9:31 pm

        Nun ist es so, dass ich kein Gegner von Führung bin. Sie sollte nur so multidimensional wie die Menschen sein und auf ihrer Gleichwertigkeit beruhen. Damit könnten sie sich heterarchisch (und nicht hierarchisch) organisieren. Ähnlich wie man es in der Natur bei neuronalen Netzen vorfindet. Kooperation statt Konkurrenz.
        Wenn man anfängt, Gesellschaft anders zu denken, wird man viele Mittel und Wege finden, um die Probleme der Gegenwart zu lösen.

        • Martin Bartonitz
          September 27, 2017 um 9:09 am

          Führung kann ja auch wechselseitig passieren. Der Eine ist erfahren auf dem einen Gebiet, einer Anderer auf einem ganz anderen … Daher gibt es in den indigenen Völkern ja auch den Ältestenrat, in dem alle Erfahrungen miteinander abgeglichen werden, um dabei zu der besten Lösung mit dem geringsten Widerstand bei der Umsetzung zu gelangen … Dabei geht es eben nicht um einen Gewinner sondern um das ringen einer nachhaltigen Lösung, von der alle was haben.
          OK, das wiederum geht am einfachsten, wenn die Schere zwischen den Habenden und Nichthabenden möglichst klein ist.

  10. September 25, 2017 um 11:02 am

    Hat dies auf haluise rebloggt.

  11. E. Duberr
    September 25, 2017 um 11:00 am

    Proudhon beschreibt unsere Lage perfekt . Was bleibt ist die Frage der immer noch zu regelnden Verwaltung eines Landes . Ohne Verwaltung bliebe nur Chaos . Also: Wer oder was soll uns verwalten und dafür sorgen , daß Regeln eingehalten werden , ohne daß die Überregulierung wieder einsetzt ? Ist der Mensch geschaffen oder reif für ein System ohne System ? Leider wird der Mensch doch immer wieder Schutz und Regeln suchen. Und automatisch wird sich ein Schutzlieferant anbieten und etablieren , der sich unweigerlich wieder wie ein Krebsgeschwür ausbreitet und uns auf die alte Reise schickt . Die Sehnsucht nach Ordnung wird uns wieder versklaven .

    • Martin Bartonitz
      September 25, 2017 um 7:11 pm

      Kennst Du das kleine Büchlein Planet des Ungehorsams? In dieser Gesellschaft ist das wichtigste Wort ein NEIN, und die absolute Akzeptanz, daran nicht zu rütteln …

  12. Fluß
    September 24, 2017 um 11:47 pm

    Interessant ist ja, daß Merkel keinen Untersuchungsausschuß will, den die AFD will, denn Zeit wäre Wirtschafts-Zeit. Und die Wirtschaft solle ja in ihren Augen wachsen. Was sind noch mal die Werte ihrer Partei – also die inhaltlichen?
    Ca. 700 Sitze sollen es im Bundestag werden und es sind ja zwei Gebäude, alles mit Kosten verbunden. Wer soll das zahlen? Die BIZ?
    https://faszinationmensch.com/2015/07/27/strohmann/

    Die Politik sieht sich als Merkel als Expandierende um jeden Preis, die Menschen interessieret sie nicht, das Volk soll ihr ja folgen. Als Bürger, als Hamburger für nen Euro.
    Hier ein AFD-Ergebnis:
    http://www.sz-online.de/sachsen/wahl2017/bundestagswahl-gemeindeergebnisse?gemeindeNr=14628330
    Merkel ist da keine Kanzlerin.

    Das Ganze ist eine riesige Verstand-Forschung. Informations-Zeitalter zeichnet alles auf.

  13. E. Duberr
    September 24, 2017 um 11:12 pm

    UND NUN ????????????????

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