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Vom Widerstreit zwischen Eigennutz und Gemeinnutz … und den Widersachern Geldstreik- und Bodenmonopol

Zwei Boxer im Clinch, Teil des einst als ‚Pornobrunnen‘ beschimpften Wasserspiels in der Rostocker Stadtmitte (Foto: Martin Bartonitz 2017)

Wer an das Recht des Menschen glaubt, arbeiten zu dürfen und den vollen Ertrag seiner Arbeit zu erhalten; wer die verheerenden Wirkungen des Klassenkampfes und der Wirtschaftsstörungen erkannt hat, die zum Totalitarismus drängen; wer den Krieg mit seinen Greuel- und Gewalttaten verabscheut; wer die Sklaverei hasst und die Freiheit liebt – der möge mithelfen, das bestehende unwürdige System (kapitalistische Marktwirtschaft mit angehängtem „Sozialstaat“) durch die echte Soziale Marktwirtschaft zu ersetzen.
Stefan Wehmeier

Inzwischen merken immer mehr Bürger, dass das aktuellen Politik- und Wirtschaftssystem einen Webfehler hat, der dazu führt, dass die Reichen immer mehr absahnen und der Rest zunehmend auf der Strecke bleibt. Bleibt am Ende die Frage, was es braucht, damit am Ende nicht das Chaos über Alle hereinbricht, wie es laut einer Studie, die Bismarck noch vor seinem Abgang in Auftrag gab, bisher allen großen Zivilisationen ergangen ist. Stephan Wehmeier wirbt unermüdlich für die Freiwirtschaft nach Silvio Gesell, wie in dem folgenden Text. Die Frage ist, wie dorthin kommen?

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Der heutige endlose Widerstreit zwischen Eigennutz und Gemeinnutzen ist eine ganz zwangsläufige Folge des herrschenden Geldstreik- und Bodenmonopols. Eine von diesen beiden Monopolen befreite Wirtschaft entzieht diesem Widerstreit für immer die Grundlage, weil in ihr der Mensch aus Eigennutz stets so handeln wird, wie es das Gemeininteresse erfordert. Die seit Jahrtausenden von Religionsgründern, Religionslehrern, Philosophen, Moralisten usw. aufrecht erhaltene Lehre von der Sündhaftigkeit der menschlichen Natur wegen ihrer Eigennützigkeit findet damit ein für allemal ihr Ende. Es ist keineswegs notwendig, dass wir, diesen Lehren folgend, uns durch Äonen hindurch abmühen, um uns selbst zu überwinden, um eines Tages vielleicht doch noch gemeinnützig zu werden – sondern wir können schon jetzt, heute, in dieser Stunde, die Verbrüderung der bisherigen Widersacher Eigennutz und Gemeinnutz vollziehen. Es ist dazu nicht erforderlich, dass wir den Menschen reformieren, es genügt vielmehr, wenn wir das fehlerhafte Menschenwerk, unser Geldwesen und Bodenrecht, ändern.

Definition Geldstreikmonopol: Politiker, Priester, Philosophen, Moralverkäufer, Soziologen etc. leben alle von dem bis heute bestehenden Gegensatz zwischen Eigennutz und Gemeinnutzen, der nur eine zwangsläufige Folge des noch immer herrschenden Geldstreik- und Bodenmonopols ist. Diese beiden grundlegenden Monopole werden von der universitären VWL gar nicht als solche erkannt und bewirken seit jeher eine Einschränkung des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs, sodass die Besitzenden (Geld-, Sachkapital- und Bodenbesitzer) sich auf Kosten der Mehrarbeit von Besitzlosen (Arbeiter und Angestellte) bereichern können. Von der Masse der Dummen, die daran glaubt, Politiker, Priester, Philosophen, Moralverkäufer, Soziologen und in staatlichen Verdummungsanstalten indoktrinierte „Wirtschaftsexperten“ wüssten schon was, wird die aus dem Geldstreik- und Bodenmonopol resultierende Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz als ein „Naturgesetz“ angesehen und gar nicht erst hinterfragt. Stattdessen wählt die Masse der Dummen unter den Allerdümmsten (wer das bestreiten will, muss sich nur die dummen Sprüche auf typischen Wahlplakaten ansehen) ihre „Volksvertreter“, die nichts anderes können, als unter Beibehaltung des Geldstreik- und Bodenmonopols (von dem die Allerdümmsten noch nie etwas gehört haben) den marktwirtschaftlichen Wettbewerb mit einem sinnlos komplizierten Gesetzesdschungel noch weiter einzuschränken, bis sich am Ende gar nichts mehr bewegt.
Quelle: https://opium-des-volkes.blogspot.de/2014/10/eigennutz-und-gemeinnutz.html

 

Auch noch in anderer Beziehung wird die angestrebte Wirtschaftsordnung zu gesünderen und natürlicheren Verhältnissen führen. Der Grundsatz des Wettbewerbes, der überall in der Natur zu beobachten ist, wird auch auf dem Gebiet der Wirtschaft mehr als bisher wirksam werden. Heute ist dieser Wettkampf durch die bestehenden Monopole weitgehend verfälscht. Die in der Wirtschaftsarena einander gegenübertretenden Kämpfer sind sehr verschieden gerüstet. Der Kampf wird auf einer ungleichen Ebene ausgetragen. Infolgedessen siegt in der Regel nicht der Tüchtigere, sondern der besser gerüstete Monopolinhaber über den ungerüsteten Gegner, der oft gar keine Gelegenheit hat, zum Zug zu kommen.

Die vorgeschlagenen Reformen im Sinne einer echten Sozialen Marktwirtschaft werden den Staat allmählich von all den Aufgaben entbinden, die ihm als Folge der bisherigen monopolbedingten Fehlentwicklung zu Unrecht aufgebürdet worden sind, die er ohnedies nicht befriedigend lösen kann und an denen er daher dauernd krankt. Im gleichen Maß, wie die soziale Befriedung fortschreitet, wird man den Staat abbauen können. Das will freilich nicht besagen, dass es für ihn auf wirtschaftlichem Gebiet nun nichts mehr zu tun gäbe. Sein Aufgabengebiet wird sich wandeln. Er wird sich nicht mehr, so wie heute, mit Dingen beschäftigen müssen, die der einzelne Bürger besser und vor allem wirtschaftlicher zu erledigen vermag, sondern er wird sich auf diejenigen Gebiete beschränken, auf denen der Einzelne auch beim besten Willen allein nichts ausrichten kann. Gleicht der heutige Staatshaushalt einem Fass ohne Boden und der Finanzminister einem Entdeckungsreisenden für neue Steuern, so wird der Abbau des Beamten- und Angestelltenapparates wie er im Gefolge der vorgeschlagenen Reformen eintreten wird, ganz zwangsläufig die Steuern auf ein erträgliches Maß zurückschrauben. Eine grundlegende Steuerreform, heute ein unerfüllbarer Wunschtraum, wird dann Wirklichkeit werden. Es liegt im Bereich des Möglichen, dass der gesamte öffentliche Aufwand mit deutlich weniger als 10% des BIP gedeckt sein wird. Steuern im heutigen Sinne wird es dann kaum mehr geben.

Mit der Lösung der Sozialen Frage wird sich das Wesen des Staates und mit ihm auch das der Politik grundlegend ändern. Die Politik wird aufhören, das zu sein, was sie heute ist, die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln nach außen und ein Klassenkampf nach innen. Die letzte Politik dieser Art wird mit dem letzten Monopol zu Grabe getragen. Die neue Politik wird sein: Dienst am Gemeinwesen in einem Staat gleichberechtigter Bürger und Bürgerinnen, vereinigt zu friedlicher Arbeit im freien Wettbewerb. Der Staat würde im Sinne Franz Oppenheimers zur Freibürgerschaft werden, zu der durch Selbstverwaltung geleiteten freien Gesellschaft.

Es erscheint müßig, Betrachtungen darüber anzustellen, wie diese künftige, auf der Grundlage einer entmonopolisierten und daher sozialen Marktwirtschaft aufgebaute Gesellschaftsordnung zu bezeichnen sein wird, ob als „sozialer Liberalismus“, als „liberaler Sozialismus“ oder „Universalismus“. Im Grunde genommen verwirklicht sie die Ideale, die den Besten aller Zeiten vorgeschwebt haben.

Wer an das Recht des Menschen glaubt, arbeiten zu dürfen und den vollen Ertrag seiner Arbeit zu erhalten; wer die verheerenden Wirkungen des Klassenkampfes und der Wirtschaftsstörungen erkannt hat, die zum Totalitarismus drängen; wer den Krieg mit seinen Greuel- und Gewalttaten verabscheut; wer die Sklaverei hasst und die Freiheit liebt – der möge mithelfen, das bestehende unwürdige System (kapitalistische Marktwirtschaft mit angehängtem „Sozialstaat“) durch die echte Soziale Marktwirtschaft zu ersetzen.

Die sehr späte Verwirklichung der idealen Makroökonomie, die bereits 1916 von Silvio Gesell vollständig und widerspruchsfrei beschrieben wurde, lässt sich auch so erklären, dass es eine absolut groteske Vorstellung wäre, seit fast einem Jahrhundert in der Natürlichen Wirtschaftsordnung zu leben und erst heute die Feststellung zu machen: Hoppla, wir leben ja schon im Himmel auf Erden !

Stefan Wehmeier, 10. Dez. 2012
Der Weisheit letzter Schluss www.deweles.de

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Ob der Zug ins Gemeinwohl schon abgefahren ist? Hier fährt der Molli in Heiligendamm ab, dem Veranstaltungsort der G20 in 2007, dem einzigen Verkehrsmittel damals, mit dem die Journalisten in das abgeriegelte Ostseebad kommen konnten. (Video: Martin Bartonitz in 2017)

  1. Günter Ehrens
    September 21, 2017 um 8:47 am

    Der Blick nach vorn ist okay. Damit kann man nicht nur Hoffnung machen.😈 Wer soll es tun, wenn nicht diese Generation???

  2. September 20, 2017 um 7:29 pm

    Hat dies auf haluise rebloggt.

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