Startseite > Gesellschaft > „Das Erlernen einer fehlerfreien Sprachanwendung ist ein Mittel der Eliten zur Erreichung von Gehorsamkeit.“

„Das Erlernen einer fehlerfreien Sprachanwendung ist ein Mittel der Eliten zur Erreichung von Gehorsamkeit.“

..Wollt Ihr wirklich ein System, wo Ihr entweder Rad sein müßt, voll und ganz, oder unter die Räder geratet?..
Friedrich Nietzsche in ‚Morgenröte‘

Ich hatte diese Woche noch ein interessantes Gespräch mit dem Autor Barry Jünemann über die folgende Bemerkung in meiner Rezension seines Buchs Liebe aus dem Jenseits:

Schreibstil

Auch in diesem Buch ist sich Barry treu geblieben. Es gibt wieder reichlich heiß-schwarzen Kaffee, dazu Burger und Zigaretten, und auch die üblichen Tipp- und Interpunktionsfehler auf jeder Seite sind dabei. Wer also hier pingelig ist, der mag vorgewarnt sein und das Lesen so besser überstehen können 😉

Wir unterhielten uns dann länger über den Zweck der Schule und das Einbimsen von Lehrinhalten, speziell von Rechtschreib- und Grammatikregeln, und über den Sinn von Rechtsschreibreformen.

Lehrer mit Rohrstock (Bild: Wikipedia)

Wer die beiden Artikel Die Matrix Staat als Menschenfarm? und Der heimliche Lehrplan die Schulpflicht betreffend gelesen hat, dem ist der Zweck von Schule eh schon klar: Vorbereitung der damals in die neue „Freiheit“ entlassenen Leibeigenen/Sklaven der Großgrundbesitzer zur optimalen Verwendung in den Fabriken der neuen Herren: So viel Wissen wie nötig, damit sie die Maschinen zu bedienen können, aber so wenig möglich, damit keiner auf dumme Gedanken kommt im Sinne von „Tu, was ich Dir sage, und überlass‘ das Denken den Pferden, die haben den größeren Kopf!“. Und damit das mit dem Gehorsam gut klappt, wird von Kindesbeinen an der Gehorsam (inzwischen mit subtilen Mitteln anstelle des Rohrstocks) in den Schulen, und am besten schon im Kindergarten geübt (während die Erwachsenen sich auf den Feldern aufhielten, werden die Kleinsten im Garten „bestellt“). Sir Ken Robinson zeigt uns in seinem ausgezeichneten Video, dass Schule noch wie vor über 200 Jahre wie eine Fabrik funktioniert und am Ende die Kreativität töten, übrigens bestätigt durch diesen neuen Film ALPHABET. Auch dieses Video untermalt mit dem Lied Another Brick in The Wall von Pink Floyd, wozu Schule gedacht war:

Ich habe bis zur Oberstufe gebraucht, um meine Muttersprache möglichst fehlerfrei zu nutzen. So war ich später als Doktorand, als ich die Arbeiten der Studenten überprüfen musste erstaunt, wie viele Fehler dort gemacht wurden: sind wirklich so viele Legastheniker unter uns? Dazu erhielt ich die folgende Grafik von Barry, die auch seine Einstellung zur sklavischen Nutzung von Sprachregeln widerspiegelt:

Inzwischen macht es mir nicht mehr so viel aus wie damals als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, wenn ich Texte mit Fehlern lese, auch wenn mir diese sofort auffallen. Barry und ich finden es zu dem gut, dass Jeder seinen eigenen Schreibstil entwickelt, seinen eigenen Fluss findet und auch mittels Wortschöpfung, was im Deutschen wunderbar gelingt, die Würze in die eigenen Texte bringt. Wir sind uns aber auch sicher, dass es Grenzen in der nicht Befolgung von Sprachregeln gibt. Es hört dort auf, wo das so schon schwierige Verstehen von niedergeschrieben  Gedachtem schwierig ist, dann nicht mehr funktioniert.

Mit Blick auf die Rechtschreibreformen lässt sich noch sagen, dass auch hier ein Teilen- und Herrschen-Prinzip zu erkennen ist. Da sind die Alten, die die alten Regeln „lieben“ gelernt haben, und die Neuen, die über die Alten lächeln, weil sie so komisch schreiben, und vice versa …

Interessant fand ich Barrys Hinweis auf die Sprachverwirrung, auf die uns ja auch die Bibel hinweist. Es hätte eine Zeit gegeben, als alle Menschen – damals noch wenige – die gleiche Sprache sprachen. Als sich dann die Menschen vermehrten, ist immer wieder ein Teil aus dem Königsreich mit einem neuen König, ähnlich den Bienenvölkern ausgezogen (Stichwort auch: Völkerwanderung). Diesem abgetrennten Volk wurde dann eine neue Sprache gegeben, so dass sie geteilt waren und sich mit der Zeit entfremden konnten: Prinzip Teile und Herrsche, und reduziere ggf. weitere Überbevölkerung durch Kriege gegen die ehemaligen Brüdern und Schwestern. Zur Sprachbildung siehe auch Gab es eine Ursprache? Und wenn ja, wer hat sie so aufgemischt?

Weiter erwähnte Barry noch, dass, je komplexer und oder auch schwieriger eine Sprache ist, die Menschen eine stärkere Obrigkeitshörigkeit an den Tag legten. Sie wurden intensiver gedrillt. Man denke da an China oder Japan mit den vielen Schriftzeichen im Gegensatz z.B. zum einfachen Englisch in den USA.

Als kritisch sehen wir Beiden zudem, dass unsere Sprache eher eine Devolution als Evolution zu durchlaufen scheint. Wer aufmerksam den jungen Leute in Bus und Bahn zuhört, wird bemerken, dass sich hier fast so etwas wie eine Verballhornung wiederfindet. So schleichen sich Worte und Melodien von – in Köln werden sie „liebevoll“ Imis genannt – „Zugereisten“ ein.

Zum Schluss möchte ich noch die Kommentare von Facebook-Freunden zur fehlerfreien Verwendung von Sprache anhängen und fragen, wie haltet Ihr das?

Diskussion auf Facebook:

Isabella Baczyk: .. es geht vor allem darum, den Menschen ständig zu beschäftigen, damit er zum Wesentlichen nicht mehr kommt …

Alisia Sager: Wie freue ich mich, dass Du das thematisierst. Natürlich hat jede Sprache etliche Regeln. Manche Missverständnisse sind ja lustig, manche auch fatal. Dennoch ist die Beschäftigung und Bevormundung schon eine Kette, die man sich um den kreativen Verstand hat wickeln lassen.

Emanuel Kristof: Wenn das Schreiben schon eine Sünde ist (siehe Buch Enoch) , muss die Rechtschreibung wohl noch die Steigerung sein.
Aus eigenem Gefühl möchte ich dazu sagen , die Priorisierung der Rechtschreibung einer Sprache ist ganz im Sinne, „unsere sinnlose Arbeit“, die gewollte Ablenkung davon, der tatsächlichen und wirklichen Bedeutung der Worte die gebotene Aufmerksamkeit zu geben. Schau Dir nur den Schulunterricht an. Die Wahl der Worte und die Ausdruckskraft der Sprache werden gegenüber der Gramatik und Rechtschreibung nahezu gar nicht geschult und in Anwendung beurteilt.

Hans-Joachim Ebel: Es gibt Rechtschreibfehler, die sich für ein flüssiges Lesen als Stolpersteine erweisen. Wenn das ‚dass‘ an der falschen Stelle zu einem ‚das‘ wird, oder umgekehrt, kann das schon einmal völlig sinnverdrehend werden.
Dann gibt es Schriftsteller unter uns, die ihr Hauptaugenmerk darauf verlegt haben, in ihren Texten eine möglichst grosse Abweichung von den Regeln der Grammatik zu verleichen, etwa durch Worttrennungen, Einfügen von Grossbuchstaben oder Sonderzeichen, wo sie nichts verloren haben. Ich halte das für UN-sinnig 😉 und eher nicht erhellend.
Flüchtigkeitsfehler oder solche, die der Schreibgeschwindigkeit geschuldet sind habe ich bereits vor ihrer Entstehung verziehen.
Insgesamt finde ich aber gut, dass es überhaupt Regeln gibt. Wer sich von ihnen geknechtet fühlt, sollte eher sich als die Regeln hinterfragen. Locker bleiben! 😄

Peer-Oliver Mahn: Da falsche Rechtschreibung schnell sinnentstellend sein kann, sollte das Bestreben in Richtung Regelkonformität gehen. Gerade weil das Deutsche keine starre Satzform hat, so dass Groß- und Kleinschreibung sinnstiftend sind, Kommata einen wichtigen Einfluss auf die Aussage des Satzes haben, muss man klar einer „richtigen“ Rechtschreibung die Lanze brechen.

Barry Jünemann Es ist eine Methode, Menschen zu trainieren, in die Gefügigkeit zu ziehen und ihnen eine Bindungs.- und Weisungsfigur vorzusetzen. Hierbei geht es dabei nicht um unverständliches Kauderwelsch, sondern um die kleinen Fehler, die auch Flüchtigkeitsfehler genannt werden. Der Sinn eines Satzes sollte schon erkannt werden können.

Andreas Cotterell: Ein Thema, über das ich schon länger nachdenke: Ich bin noch nicht von der radikalen Haltung abgekommen, daß die Schaffung eines verbindlichen Regelwerks die organische Entwicklung der Sprache zuverlässig verhindert. Grammatikalische und Rechtschreibregeln sollten nie mehr als deskriptiven Charakter haben, also als zusammenfassende Beobachtung des tatsächlichen Sprachgebrauchs. In dem Moment, in dem sie normative Kraft bekommen, ist der Wettstreit der treffsichersten, verständlichsten, elegantesten Lösungen vorbei. Die Sprache erstickt in kultischen Schablonen und wird museal. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der ersten deutschen

Gerhard A Fuerst: Ich bin fuer richtig gut geschriebenes, wohl formuliertes Deutsch!… 🙂

Christoph K Schneider: Erst bei diesem Grundzustand laeßt sich Sprachkunst a la Arno Schmidt (1914-1979) schaffen und verstehen. Mehrdeutigkeiten, Assoziationen auch durch sog. Schreibfehler.

El Dora Do: Für mich hat korrekte Rechtschreibung und Grammatik auch mit Achtsamkeit zu tun…

Georg Mouratidis: Komm wir essen Opa – Komm, wir essen Opa
den armen Vögeln helfen – den Armen vögeln helfen
der Gefangene floh – der gefangene Floh
er will sie aber nicht – er will, sie aber nicht!
Der Schulrat sagt, der Lehrer ist ein Dummkopf.
Der Schulrat, sagt der Lehrer, ist ein Dummkopf!
Und da wird wirklich von Hamsterrad gesprochen. Hä?!
Also, mir ist es wichtig, dass mein Gegenüber versteht was ich sagen will. Und ich unterstütze ihn sogar dadurch!
Also Martin, Mann kann es auch übertreiben!

Agim Moritz: Ich frage mich wie du groß und Kleinschreibung und die Kommas sprechen würdest um richtig verstanden zu werden.
„Der Gehfangenä ist geflohen“ vollkommen verständlich oder nicht?
Es muss zu allem die hardliner geben, die nicht verstehen wollen.
Du paarst hier eine schlechte Formulierung, mit absichtlichen irreführenden Fehlern. Jetzt solltest du das noch einem Blinden zum lesen geben und die Katastrophe ist perfekt!
Trotzdem verstehst du nicht. Vielleicht sollte jeder ein kind mit Legasthenie haben um zu verstehen was mit dem post gemeint ist.

Georg Mouratidis: Agim Moritz Rechtschreibung du „Klugscheisser“ hat nix, aber auch gar nix mit Sprechen zu tun???
Wie du jetzt alledings so scheissen kannst, dass deine Scheisse klug ausschaut, weiss ich nicht!…Mehr anzeigen

Barry Jünemann: Georg Mouratidis Hinter Rechtschreibung, gehört ein Komma, genau wie hinter Klugscheisser. Auch hinter Rechtschreibregeln gehört ein Komma. Weiter sagt man nicht… der wo… Dann fehlt bei einem „und“ das D und garaniert schreibt man mit einem I und n…Mehr anzeigen

Patrick Smith: Wer hat das Recht zu bestimmen was richtiges Schreiben ist? Insbesondere was wir erleben ist ja inzwischen viel mehr Orwellsche Sprachverwirrung und Begriffsverdrehung als richtiges Schreiben.

Armin Köhler: Heraklit sagt: „Wache Menschen haben alle eine Welt gemeinsam, Schlafende jeder eine Welt für sich.“

Bernhard Eitelgoerge: Sprache ist etwas, das einzelne Symbole zu einer Form zwingt. Dabei ist sowohl die Sprech-Sprache, als auch die Schreib-Sprache in einem umgekehrt „freien Verhalten“ formuliert..: das für „in Form zwingen“.

Juergen Frost: Richtig erkannt Martin. Den jungen Schülern wird nicht analytisches Denken beigebracht, sondern seit Jahrhunderten das Auswendig lernen trainiert, damit man später die Anweisungen des Vorgesetzten nicht vergißt. Wir leben seit Jahrhunderten, eigentlich…Mehr anzeigen

Claire Anna: seit meine liebe sprache durch umgestaltung verunstaltet wurde schreibe ich wie ich lustig bin

Rachel Gudruna Grökel: Wenn wir uns doch auf eine Sprache geeinigt haben, was sollte falsch daran sein, diese auch zu beherrschen, um sich damit verständlich zu machen?? Ich habe schon Texte lektoriert, in denen ich mir die Sätze mehrmals laut vorlesen musste, um zu verstehen, was der Schreiber meint. Warum sollte man aus falsch verstandener Individualität anderen solche Mühe machen?

Barry Jünemann: Wer hat sich auf eine Sprache geeinigt? Die Rechtschreibung wurde seit ewigen Zeiten diktiert. Liest du alte Schriften, dann wirst du nach heutigen Maßstäben nur Fehler finden.

Rachel Gudruna Grökel: Mein jüngster Sohn war übrigens Legastheniker, bis er angefangen hat, Bücher zu lesen. Jetzt ist er erwachsen und hat sich die Legasthenie „weg gelesen“ 🙂

Andreas Cotterell: Verständnisschwierigkeiten können sich auch gerade aus dem Bemühen um eine korrekte Grammatik ergeben: Wenn nämlich der Wille, eine abstrakte Norm zu benutzen gepaart ist mit dem Unvermögen, sie richtig zu verstehen, dann entstehen weit schlechtere Ergebnisse, als wenn derjenige einfach „nach Schnabel“ schreibt.
Wobei ich mich auch ärgere über die vielen Nachlässigkeiten und Sprachexzesse. Das Neusprech der Gender- und Vereinfachungsexperten. In Schleswig Holstein wurden Wahlbenachrichtigungen verschickt, die streng genommen schlicht falsch waren: Wahl-tag und Wahl-lokal. Das Problem ist meines Erachtens, daß da, wo es erstmal feste Regeln gibt, Verbesserungen immer nur gegen die Regel, also als Normbruch daher kommen müssen. Da der Bruch einer Norm aber nicht harmonisch ist, fügen sich die Verbesserungen eben nicht harmonisch ins Sprachbild ein, sondern bringen immer die Eigenschaft „Regelverletzung“ mit. Das Ergebnis ist dann Revolution statt Evolution.
Regeln sollten also beachtet werden. Aber die letzte Instanz für die Gültigkeit einer Regel ist immer das Sprachgefühl der Sprechgemeinschaft und nicht die Festlegung einer Kommission.

***

Zum runden Abschluss noch ein wunderbarer Film der Erkenntnis, was die Normalisierung in der Schule mit uns macht, und dass es auch anders gehen kann, ohne das Worte gesprochen werden müsse:

Kategorien:Gesellschaft
  1. Gerd Zimmermann
    Mai 27, 2017 um 1:11 pm

    „Diskussion auf Facebook:

    Isabella Baczyk: .. es geht vor allem darum, den Menschen ständig zu beschäftigen, damit er zum Wesentlichen nicht mehr kommt …“

    Stelle dir vor, du wärst das Gesamtbewusstsein und müsstest etwa 7 Mrd
    Menschen Tag und Nacht bespielen.

    Setze dich eine halbe Stund auf den Mond und schaue dir an was auf der
    Erde abgeht.

    Mord und Totschlag.
    Denn sie wissen nicht was sie tun.
    Sie sind auch zu beschäftigt, mit sich selbst.

    Geld, Kohle, Zaster, Kies, Moneten
    weiss der Geier was.

    Um Sicherheit zu kaufen.
    Oder für das Alter zu sorgen.

    Es geht um das Kaufen.

    Ich kaufe mir eine Versicherung, egal welche.
    Glasversicherungen sind wichtig.

    Eine Bewusstseinsversicherung hast du nicht abgeschlossen,
    deshalb gibt es so viel Alzheimer.

    Nachdenken ist nicht so dein Ding.

  2. Fluß
    Mai 27, 2017 um 3:02 pm

    Hier auch der Link, 9 lange Textteile, geht es ums Vertragsrecht und Reichsbürger und Handlungsunfähigkeit durch Schubladenwörter … Da wird internes ausgeplaudert, auch über Deutschland..

    http://rrredaktion.eu/wir-die-rrredaktion-beginnen-eine-interview-serie-ueber-die-einschaetzung-deutschlands-in-der-welt-ein-diplomat-einer-un-nahen-organisation-packt-aus/

    Den Link hab ich von Mara, die nun bei weebly.com zu finden ist. Ihr Welt-Blog 🙂

  3. Martin Bartonitz
    Mai 27, 2017 um 8:06 pm

    Heutige neue Beiträge auf Facebook:

    Julia Reuter: Sprache – und mit ihr unbedingt das Lesen und Schreiben – ist zugleich Kultur, Magie, Energie, menschliche Kommunikation und Kunst. Ich bin eine Verfechterin davon, eine Sprache – besser mehrere – richtig lesen und schreiben zu können. Seit der Generation nach mir geht dieses Handwerk leider immer mehr verloren. Mir tut das weh. Denn wenn ich mir nicht die MÜhe gebe, richtig zu schreiben, gebe ich mir nicht die Mühe, verstanden zu werden. Das Ganze hat nichts mit Sklaventum zu tun, im Gegenteil. Analphabeten sind die hilfloseren Menschen. Über Arten des Unterrichts kann man hingegen lebhaft streiten. Die Sprache der Denker und Dichter wird seit 20-30 Jahren massiv bekämpft, verwässert, abgenutzt und verdorben. Beides – Sprache und wie sie unterrichtet wird – in einen Topf zu werfen, halte ich für blanken Blödsinn 🙂

    Claire Anna: als lehrerin habe ich es genau so erfahren wie es oben steht. es ist eine from der unterdrückung. es ist verhältnismässig unwichtig. denken ist wichtiger.

    Julia Reuter: Wenn Lehrer das schon so sehen, ist das Ergebnis klar 😉 Ich würde mir lieber inspirierendere Formen des Lehrens wünschen, als die Verunglimpfung der Sprache ansich. Bei keinem Handwerk, das man erlernt, fängt man mit dem Meisterstück an.

  4. Fluß
    Mai 28, 2017 um 6:09 am

    Personelles Vertragsrecht wird ausgelagert, scheinbar hier angedacht. Nennt sich dann Privatisierung. (Schulen sind für Personen, nicht für Menschen, da Schulpflicht im Rechts-Personen-Staat.)
    https://www.hintergrund.de/politik/inland/grundgesetzaenderungen-koennten-schulen-systematisch-fuer-private-investoren-oeffnen/

    “ Die immer wieder vorgebrachte Behauptung, die Privaten seien effizienter, haben die Rechnungshöfe des Bundes und der Länder inzwischen ebenfalls widerlegt, indem sie 18 ÖPP-Projekte untersucht haben. In 80 Prozent der Fälle fehlte der schlüssige Nachweis des von privaten Beratern behaupteten Effizienzvorteils, die ÖPP-Projekte waren sogar deutlich teurer als in öffentlicher Durchführung. Inzwischen häufen sich die Fälle, die den Irrweg der Privatisierungen im Schulbetrieb belegen. Die Stadt Witten verzichtete unter anderem wegen auffälliger Ungereimtheiten im Zusammenhang mit zwei ÖPP-Schulen auf eine ÖPP-Sanierung ihres Rathauses. Im Landkreis Offenbach wurden 90 Schulen per ÖPP vergeben. Jetzt müssen die Kommunen Kredite aufnehmen, um die laufenden Kosten zu decken.

    Die Ursache für den Sanierungsstau im Bereich der kommunalen Infrastrutur ist die Unterfinanzierung der Kommunen. Der Bund stellt nun den Kommunen Geld zur Sanierung von Schulen in Aussicht, mit der Empfehlung, auf die ÖPPs zurückzugreifen. Nun schließt das Begleitgesetz zwar nicht aus, Schulen mit einer rein staatlichen Finanzierung instand zu setzen, aber die Kommunen verstoßen damit häufig gegen die Vorgaben der „Schuldenbremse“, die für ÖPP-Projekte bezeichnenderweise keine Gültigkeit hat. Der Bundesrechnungshof erklärt am Beispiel der Verkehrsinfrastruktur: „Die Kredite der Verkehrsinfrastrukturgesellschaft (…) werden bei der Berechnung der zulässigen Neuverschuldung nicht berücksichtigt.“ In der Endabrechnung kommen ÖPP-Projekte aber dem Staat und damit den Bürgerinnen und Bürgern viel teurer zu stehen als dies bei einer rein staatlichen Finanzierung der Fall wäre. “

    “ Wenn Schulen zum Anlageobjekt werden, ist damit zu rechnen, dass sie auf Finanzmärkten gehandelt werden. Betreiberfirmen wie Hochtief oder Bilfinger verkauften bereits zahlreiche deutsche Schul-ÖPPs an Investmentfonds. Die Renditen der Fonds speisen sich damit aus Steuergeldern, die ursprünglich dem Schulbau gewidmet waren. Nach 30 Jahren Vertragslaufzeit findet in der Regel die Rückübergabe statt. Es ist absehbar, in welchem Zustand die Gebäude und das Inventar sein werden, wenn das Gebot der Gewinnmaximierung den Betrieb dominiert.

    Zu den bildungspolitischen Auswirkungen zählt, dass der demokratische Einfluss auf die Gestaltung des Schulwesens reduziert wird, weil die privaten Betreiber über ihre Vertragsgestaltung keinen Einfluss zulassen. Die kommunalen Parlamente haben keinen Einblick in die Gestaltung der Verträge und werden nur noch reduziert entscheidungsbefugt sein. Denn wesentliche Entscheidungsbefugnisse gehen von gewählten Regierungen in Bund, Ländern und Kommunen an private Träger über. Das Privatrecht verhindert Transparenz und eine wirksame öffentliche Kontrolle. Es liegt auf der Hand, dass auch die Qualität der Bildung auf Dauer von der Privatisierung betroffen sein wird. „

    • Fluß
      Mai 28, 2017 um 7:45 am

      Übrigens hab ich letzens auch miterlebt wie die Schule, also Beamte, öffentlicher Dienst, an Informationen kommen. Fängt ja schon in der Kita an, daß Kinder den Tagesablauf erzählen sollen. Kitas liegen meist in öffentlicher Hand, sprich „öffentlicher Dienst, somit auch Jugendamt usw….
      In der Schule bekommen dann die Lehrer Info-Schreiben über Praktika-Berichte. Was die alles wissen wollen – erstaunlich. So wird einfach mal in Betriebe reingeschaut.

      Das hier hol ich nochmals hoch:

      “ Das System an sich ist sehr klug aufgebaut, es ist auch sehr einfach. Nur wir denken falsch. Unser Thema ist immer, dass wir die Dinge nur von einer Seite betrachten, obwohl diese Medaille immer zwei Seiten hat. Und, wenn ich immer nur auf der einen Seite schaue, werde ich immer sagen, die Münze trägt einen Adler, die Zahl sehe ich nicht. Dazu muss ich die andere Seite der Münze betrachten. Und, nur wenn ich beide Seiten der Münze betrachte, dann kann ich sagen ich habe eine Münze mit einem Adler und einer Zahl darauf. Und dann ist das Bild vollständig. Und dieses vollständige Bild das wird uns unterschlagen. Und das ist die Person, eine Person hat nämlich Vorteile und Nachteile. “

      Die Ohnmacht und Kämpfe entstehen, weil Einseitigkeit vorliegt. Der Begriff „soziale Marktwirtschaft“ zeigt es auf. Kapitalismus ist die eine Seite, das „soziale“ wird als Staat eingebaut, wo dann eine fiktive Person haftet.

      Hier ist noch etwas, was ich beobachte, da dort der Aspekt Gott und Mensch hervorgehoben wird und es eventuell auch anerkannt wird:
      http://templerhofiben.blogspot.de/2017/05/heute-im-amtsgericht-bad-kreuznach.html
      http://galaxiengesundheitsrat.de/group/volksumfragen/forum/topic/show?id=3703527%3ATopic%3A88910

  5. Fluß
    Mai 28, 2017 um 6:22 am

    … und noch etwas ausführender aus obrigen rrrredaktion-eu Artikel:

    Kommentar von Martin: Ich habe Deinen Text hierher umgezogen, da er dort besser passt:

  6. Gerd Zimmermann
    Mai 28, 2017 um 10:23 am

    Julia

    Housten wir haben ein Problem

    gesprochen Pari

    auf französich

    wie sollen wir Paris finden

    wenn mann nur allo sagt

    anstatt Hallo

  7. Fluß
    Mai 29, 2017 um 11:03 am

    Und nun etwas zur Wahrnehmung und Rechte. Ich kopiere wieder aus dem ersten Teil von 9.
    Wahrnehmung wird übergestülpt um dann dem Menschen als fiktive Person wie ein kleines Kind behandeln zu können, willkürlich.
    Ich hatte mich wegen einer Sache gewundert, da war ein Anwalt wegen eines „Begehrens“, der es so dermaßen übertrieb mit fadenscheinigen Lügen, daß ich dachte in einer Theateraufführung zu sein. Ich blieb dann standhaft (zog sich mit mehreren Schreiben über Anwälte hin) und hatte Glück beweisen zu können durch Ansicht der Sache durchs Gericht. Überhaupt erlebte ich vieles als sehr untypisch, also irrational. Die einzig rationale war ich gewesen und das konsequent.

    Hier das kopierte, ist das Ende des ersten Teils. Sind insgesamt 85 Seiten ca.

    “ Und ich kann nur Rechte verleihen, die ich selber habe. Ich kann nur Rechte vergeben, die ich selber habe. Und es werden Rechte verliehen mittlerweile an Unterorganisationen wie z.B. der Justiz, die gar nicht existieren. Die Justiz hat gewisse Rechte nicht und ein Haftbefehl ist ein Recht, was die Justiz nicht hat. Keiner hat das Recht auf den Körper eines Menschen zuzugreifen. Dass ist Geiselnahme. Und das sind die Punkte, worüber man mal diskutieren müsste, worüber wir nachdenken müssen. Wo sind die Grenzen? Ein Mann, der einen andern Mann tötet wird selbstverständlich mit einem Haftbefehl erst einmal in Gewahrsam genommen, ist völlig klar. Um Schuldfragen zu klären und um zu Verhindern, dass er weiter tötet, das ist überhaupt keine Frage. Aber warum man Menschen wegen OWiG, wegen Bußgeldern einsperrt, mittlerweile um sie zu zwingen, zu bezahlen, Den Haag nennt das sogar Foltermethoden. Dass sind Themen, die auf den Tisch müssen. Warum wird das gemacht, warum wird ein Mensch wegen 10 EURO OWiG oder GEZ, oder wegen Gerichtsgebühren, oder zur Abgabe einer Versicherung, ins Gefängnis gesperrt für einen Tag und bis zu sechs Monaten. Es ist relativ einfach, um diese Art von Haftung zu decken. Man nimmt den Körper zur Deckung von Haftungen und dass ist nicht zulässig. Und da müssen wir hier in Deutschland, weil wir sind dafür prädestiniert, uns mal Gedanken machen, wie weit wir eigentlich gekommen sind. Das ist keine Aufforderung einen Kleinkrieg gegen Behörden zu führen, die sich Behörden nennen oder gegen die Mitarbeiter. Auch nicht gegen die Kleinen, sondern lasst doch bitte die kleinen Leute in Ruhe, schlagt euch nicht mit Rechtspflegern rum oder mit irgendwelchen Gerichtsvollziehern. Die können sowieso nichts machen. Das sind nur Erfüllungs- Handlungsgehilfen. Geht an die Chefs, geht oben an die Chefs und dann müssen wir schauen, dass die Chefs einmal ein bisschen Druck bekommen.

    Weil dort ist diese Wahrnehmung da, die wissen genau was unten abläuft. Sie können nämlich ihre Erfüllungsgehilfen beauftragen, die völlig unwissend sind. Machen wir eine Rechtspfleg in Deutschland, das bedeutet wir pflegen unsere eigenen Rechte wieder. Wir pflegen unsere eigenen Rechte wieder und nichts anderes. Ich brauche keine Rechtspfleger, der meine Rechte pflegt. Dass tue ich selber, dafür bin ich alt genug. Und an der Stelle vielleicht noch eine kleine Anmerkung, das hatten wir kurz vorher mal erwähnt. Man geht letztendlich davon aus, das gilt übrigens weltweit, dass Menschen nicht in der Lage sind, ihre Rechte selber wahrzunehmen. Man stuft uns also als Kinder ein, das kann man zum einen nachlesen in den Rechtsgrundlagen oder in den Rechtsvermutungen der IBA, dass ist die International Bar Association, das weltweite Sprachrohr der Juristen, in der alle Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte organisiert sind. Wir müssen uns das mal auf der Zunge zergehen lassen Staatsanwälte, Richter und Rechtsanwälte sind alle in einer Organisation. Wo ist hier die Rechtsfindung? Wo ist hier die rechtliche Vertretung, wenn die alle in einer Organisation sind. Aber die sagen klipp und klar in ihren Rechtsvermutungen, dass ein Mann oder ein Weib nicht in der Lage sind ihre Rechte wahrzunehmen. Das ist eine Vermutung, eine Rechtsvermutung und auf Grund dessen werden wir als der Vernunft nutzend unfähig eingestuft, das ist übrigens auch in der Codex iuris canonici festgelegt. Auch dort werden wir als siebenjährige Kinder eingestuft. D.h. wir werden für unmündig erklärt, womit die Rechtsanwaltspflicht insbesondere bei Landgerichten begründet wird. Das hat auch einen versicherungstechnischen Hintergrund. Und diese ganzen Dinge sind wichtig, das sie auf den Tisch kommen. „

    • Fluß
      Mai 31, 2017 um 8:44 pm

      Ich hatte bei mir das Glück, daß ich ausm Internet viel raussaugen konnte und vorlegen konnte und ich konnte vor Gericht bezeugen, daß vieles vorgeschoben war. Ging ja um mehrere Punkte. Im „Urteil“, ist ein paar Jahre her, steht, daß alle Punkte vorgeschoben waren. Ich mußte ja viel eigenen schriftlichen Kontakt gestalten, da anwältlich nur die eine Sache. Nachdem die „Sache“ begutachtet wurde und ich nochmals auf die Zusammenhänge hinwies (es ging da schon um einen Vergleich, nur wegen der einen Seite gingen die Leute vor Gericht, weil sie dachten, daß sie da Gehör bekommen). Für mich war das alles Neuland. Bei Begutachtung der Sache zeigte ich, daß das „vorgeschobene“ nicht verändert wurde, somit wurde auch der Vergleich aufgehoben. Also es geht.
      Ich kam da raus, aber auch nur, weil da der gesunde Menschenverstand einsetzbar war. Und Ausdauer. Ging ja nur um mich. Da gabs nix mit Rechts-Un-Sicherheit.
      Umso mehr Menschen beteiligt werden, umso mehr wirds heikel. Richterlich hieß es gleich nach dem Motto “ alles andere würde weiteres Geld kosten“ ( da hätte es Gutachter geben können oder so) und somit stand klar, daß die anderen nur Filous waren 😉 Also ohne Handhabe.

      Ehrlich gesagt kanns schon sein, daß ich nochmals vor Gericht gehen werde. Ich hab auch einen Perso. Trotzdem zeige ich auch auf, daß es ums Vertrags-Recht geht.
      Und da, da gings nur um mich.

  8. Gerd Zimmermann
    Mai 30, 2017 um 5:55 pm

    „Weil dort ist diese Wahrnehmung da, die wissen genau was unten abläuft. Sie können nämlich ihre Erfüllungsgehilfen beauftragen“

    Was da unten abläuft

    In der Fachsprache
    Inkonsistionitenz oder unkonntrolliertes ablaufen.

    Kommt hin und wieder vor, lässt sich aber durch Schliessmuskel beheben.

    Es gibt auch geistige Schliessmuskel.
    Wenn aller geistiger Dünnschiss raus ist, einfach den Schliesmuskel schliessen.

    Es gibt Nasenbären, die machen alles mit.
    Und es gibt Bären, die müssen nicht alles mitmachen.

    Vor diesen Bären hat man Angst.

    So ist es auch mit dem Bewusstsein.

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