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Wirtschaft + Ritualisierung der Arbeit = Zwangswirtschaft

Arbeit ist sichtbar gemachte Liebe. Und wenn ihr nicht mit Liebe, sondern nur mit Unlust arbeiten könnt, dann ist es besser, eure Arbeit zu verlassen und euch ans Tor des Tempels zu setzen, um Almosen zu erbitten von denen, die mit Freude arbeiten.
Khalil Gibran

Wirtschaft + Ritualisierung der Arbeit = Zwangswirtschaft (von Martin Sigl)

„Arbeits“-Teilung

Das Wesen der industrialisierten Wirtschaft ist nicht die Arbeitsteilung zwischen verschiedenen Gruppen von Arbeitern mit besonderen und von einander verschiedenen „Qualifikationen“ und deren angeblicher Kooperation, also „Zusammenarbeit“ für das Ganze, sondern die Zerstücklung der Arbeit in kleine anweisbare und überprüfbare Tätigkeiten. Erst wird das gemacht und dann jenes. So entsteht eine Abfolge von Arbeiten, die Heere von Sklaven durchführen konnten, wobei jeder Arbeitsschritt, auch wenn dieser von allen gleichzeitig ausgeführt worden ist, durch eine Befehlskette anweisbar und durch in Augenscheinnahme überprüfbar war. Der Vollzug und die Ausführung der Arbeit war nicht mehr Angelegenheit des „Bauern“, sondern des Sklavenaufsehers. Durch Nichts wurde das besser perfektioniert als durch die fremdenergiegetriebene Maschinenwirtschaft mit Hilfe von Robotern und Computern, denn diese in der Sklavenhalterzivilisation eingeführte Algorithmisierung der in „Beschäftigung“ transsubstantiierte ehemalige menschenbildende Arbeit hat seitdem Bestand.

Die Peitsche und der Dolch sind die Insignien der Macht in den Anfängen, auch wenn die Peitsche in der Folge vom Zepter und der Dolch durch das Schwert abgelöst wurden.

So wurde der militärische Drill zu Optimierung der gefechtsmäßigen und planmäßigen Aufstellung von Schlächterreihen die Steilvorlage für die Qualifizierung zur Beschäftigung. Seit dem Bildung zunehmend wieder zur Aus-Bildung verkommen ist, wird dieser Zusammenhang auch wieder sichtbarer.

Über die Hierarchisierung aller Organisationsformen und Institutionen wird eine Befehlskette über den so implantierten Gehorsamszwang von OBEN nach UNTEN realisiert, welche die Ausführung von Teilen der Arbeit garantieren, ohne dass die ausführenden Individuen der Masse in der Lage wäre, das Ganze zu überschauen. Ohnmacht und Hilflosigkeit begründen so zudem die Ausweglosigkeit wie Alternativlosigkeit der Lage der Opfer.

Zugleich ist durch die so im Ritual parzellierte Teil-Arbeit unmittelbar überprüfbar, da allgegenwärtig durch Beobachtung des Arbeitsvorgangs wie durch das Erzielte sichtbar.

Das Zusammenwirken der so Zerteilten zu einem Ganzen wird ihnen zugleich vollständig entzogen und abgezogen auf die höheren Ebenen der hierarchischen Organisation. So produzieren heute südafrikanische Sklavenarbeiter in aufwendiger und „kostengünstiger“ Handarbeit die Kabelbäume ohne die kein Auto in Europa hergestellt werden könnte, ohne dass diese Sklavenarbeiter auch nur im Ansatz verstehen müssten, wozu ihre „Arbeit“ gut wäre. Diese „Arbeitsteilung“ ist die systemisch angelegte Beseitigung jeglicher Kooperation. Gutgläubige glauben dennoch, dass die Übernahme der Kooperation durch die oberen Ebenen der Hierarchie sein Gutes hätte.

„Arbeits“-Teilung wird so zur vollständig entmenschlichten Zerstörung der bis dahin immer freien Arbeit, mit der Menschen sich selbst versorgt hatten. Zugleich aber wird ein Menschentyp erschaffen, der dennoch in der Lage ist, daran zu glauben, dieses habe etwas „Gutes“. So führte die Arbeitsteilung über die Entmenschlichung des Menschen als Robotermaschine zu einem, der die eigene Existenz in seiner zur bloßen Phantasterei mit Wahncharakter verkommendem Denken auch noch beschönigt, in dem er meint, die von den Betreibern dieses Theaters gelieferten Deutungen selbst als die richtigen erkannt zu haben und von diesem Wahnsinn in megalomaner Selbstgefälligkeit und Besserwisserei durch Nichts und von Niemandem zu befreien ist. Jene, die diesem Zerrbild und Verblendung unterliegen sind als Selbstzerstörte nicht nur die Grundlage und Voraussetzung der Zerstörung der »Zerstörung der inneren und äußeren Natur des Menschen«, sondern zugleich deren Manifestation.

Internationaler Handel schaffe den „Weltfrieden“

Diese Formel ist sehr verlockend, denn nichts ersehnt der Mensch mehr als den Frieden, die Freiheit von der Angst vor der Zerstörung allen Lebens durch den Krieg, den Weltuntergang, der Apokalypse, der Sintflut oder mit welchen Katastrophen auch immer derartige Ängste lebenspraktisch oder nur ideologisch als Phantast geschürt worden sind.

Die Verlockung dieser Formel ist das strategisch eingesetzte Werkzeug zur Funktionalisierung dieser verlockenden Sehnsucht nach Angstfreiheit für die Zwecke einer brutalen, menschenverachtenden, „professionellen“ Profitwirtschaft, die mit Freihandel die Menschen dort ausbeutet, wo die „Freihändler“ billigst einkaufen und die regionalen Erzeuger der Produkte dort vernichten, wo diese „Freihändler“ diese billigst eingekauften Waren konkurrenzlos billig, aber in Wirklichkeit gemessen an ihrem Einkaufspreis konkurrenzlos teuer verkaufen. Der zerstörerische Doppelcharakter des so genannten „Wettbewerbs“ wird so so sehr verschleiert, dass ihn die meisten nicht mehr erkennen können und deshalb sich berufen fühlen, die auf dem Wettbewerb beruhende angebliche „Leistungs“-Gesellschaft als die Chreme de la Chreme der Erscheinung des Menschlichen zu bejubeln.

Ohne die massenhaften „Schnäppchenjäger“ dort, wo die Waren teuer verkauft werden können, wäre dieser einen angeblich globalen Frieden schaffende in Wirklichkeit brutalen, menschenverachtenden „professionelle “Profithandel völlig unmöglich. Die Erzeugung der Menschenart der Schnäppchenjäger war seine Voraussetzung. Der entgemeinschaftlichte Mensch, der nicht mehr erkennen kann, wie sehr er mit seinem Schnäppchen der nicht mehr als „eigen“ erlebbaren regionalen Wirtschaft um sich herum schadet, oder gar dem regional wirtschaftenden Nachbarn „sein Geld“ nicht mehr gönnt, ist hierfür bereits die Voraussetzung. Kann der Schnäppchenjäger das Unwesen, das er treibt, mit den Floskeln, die er in Zeitung und Werbeseiten seiner „Gemeinwesen“-Führer von Bürgermeister über Landräte zu den Postenbesetzern in den Landesparlamenten, etc., ihm eben von jenen Kanzeln, an die er glauben gemacht worden ist, gepredigt werden, damit „recht“-fertigen, dass all dieses Ausdruck und Niederschlag eines wahren Fortschritts zum Wohle aller Menschen für den Weltfrieden durch Mehrung des Wohlstandes Aller sei. Die Verhöhnung eines jeglichen ursprünglich menschlichen Denkens kann nicht extremer in Szene gesetzt werden. Doch niemand will die „Teufelsmühlen“[1] wahrhaben.

Fußnote:
[1] Polany, Karl (1944, 1978) The Great Transfomation – Politische und ökonomische Ursprünge von Gesellschaften und Wirtschaftssystemen. suhrkamp taschenbuch wissenschaft

Martin Sigl

Martin Sigl

Ein kleiner Auszug aus dem kommenden Buch: Leben oder Leben lassen! von Martin Sigl
BAND I, HERRSCHAFT ohne ENDE – DIE »DOPPELTE MATRIX«
Täuschungen, Verwirrungen, Verstrickungen, Funktionalisierungen, Strippen und Labyrinthe

Kategorien:Ökonomie Schlagwörter: , , ,
  1. Gerd Zimmermann
    März 6, 2017 um 3:42 pm

    Warum machst du dir das Leben so schwehr?

    Lasse deine Fackollegen frei.
    Sollen sie ihren Weg gehen.
    Du gehst deinen Weg.

    „Eigene Wege sind schwer zu beschreiben sie entstehen ja erst
    beim Gehen“

    Das Tao, der Weg na gut. für mache/n ist das Tao der Weg zu „Gott“
    Das Tao kennt kein Ziel. Der Weg ist das Ziel.
    „Gott“ oder das göttliche Bewusstsein ist das Ziel.
    Wir alle (Menschen) sind „GOTT“
    Wir sind Bewusstsein, wenn wir zu Bewussstsein kommen.

    Wir Menschen sind verkörpertes Bewusstsein.
    Logisch haben wir einen Körper.
    Dies ist notwendig.

    Wir, allle sind aber viel mehr.
    Wir sind Unsterblichkeit.
    Es Gibt kein Diesseits und kein Jenseits.
    Bewusstsein ist EINS im EINS:

    Es gibt nur ein (Gesamt) Bewusstsein
    Martin und nicht zwei oder drei,
    wie deine Fachkollegen

  2. Gerd Zimmermann
    März 6, 2017 um 8:56 am

    „Deine Informiertheit wäre, wenn sie von einer kritischen Masse geteilt werden würde, das wert, was sie wert ist. Also weiter so“

    Vielen Dank für die Blumen.

    Die kritische Masse ist längst überschritten.
    Viele, viele Menschen wünschen sich zurück in die Zukunft. (Earht 2.0)

    Zurück in die Zukunft

    Ist kein Zufall, zurück in die Zukunft.

    Zurück in die Zukunft bedeudet aber auch Amputationen rückgänig zu machen
    Krebs im Endstadium rückgängig zu machen.

    Guidos Roman: Ich liebe meinen Krebs spricht Bände.

    Beschreibt doch Guidos Roman einzig die Rückbesinnung.

    Rückbesinnung

    Wer bin ich
    Woher komme ich
    Wohin gehe ich

    Alle Menschen wissen um ihr Selbst.
    Einige eher, andere später.
    Tula ist der lebende Beweiss. Sie weiss.
    Tula weiss um sich selbst, um Gott und die Welt.
    Sie, Tula, weiss was die Welt im Innersten zusammenhält.
    Es ist Bewusstsein.
    Bewusstsein „schöpft“ diese Welt. Das Universum und den Kosmos.

    Der Kosmos ist EINS. Wir sind auch EINS mit dem Kosmos.
    Wir (Menschen) sind Teil der Schöpfung.
    Nur der Mensch kann „Gott“ erkennen. Der Mensch vermag
    SELBST zu schöpfen, also zu manifestieren.

    Vergesse alle Ausserirdischen, alle UFOs und den ganzen Quatsch.
    Du bist dem Zeitgeist auf den Leim gegangen.

    Der Zeitgeist weiss um Verführungen.
    Apple, Tv-Sendungen, Faacbock, I-Phon.
    Schneller, weiter höher.

    Impfen, ein grosses Thema hier im Blog, geimpft gegen den Zeitgeist
    ist die/der welcher sich nicht impfen lässt, vom Zeitgeist.

    Immunität ist von der Natur gegeben, Unsterblichkeit auch.
    Kinderkrankheiten muss man ausschwitzen. Dann ist man immun.

    Das Internet, wofür wurde das Internet erfunden?
    Nicht für das Militär. Das Internet ist dafür da Nachrichten
    mittzuteilen.

    Was für Nachrrichten? Um das grosse Geheimnis bekanntzumachen.
    Warum in deutsch?
    In Englisch wüssten es zu schnell zu viele.

    Warum auf Martins Blog?
    Die Antwort.
    Der Mensch das faszierende Wesen..

    Nur der Mensch kann hinter die Spiegel sehen.

    LG Gerd

  3. März 4, 2017 um 10:37 pm

    Gerd Zimmerman ist ja nett, aber nun hab ich schon bald 400 Seiten geschrieben und das bedeutet allemal: Ich setze auf jene – wenn auch zu wenigen – die darüber nachdenken!

  4. Gerd Zimmermann
    März 4, 2017 um 6:59 pm

    Lieber Martin

    Wir hatten das Thema schon sehr oft in deinem Blog.

    Der Mensch ist ein göttliches Wesen, wenn er erkennt, dass das menschliche
    Bewusstsein „Gottes“ Bewusstsein ist.

    „Gott“ verkörpert sich im Universum.
    Alle Materie ist eine Materie.
    Alle chemischen Elemente sind ein Element.
    Sie haben unterschiedliche Schwingungen.
    Das haben die Wissenschaftler erkannt.
    Sie interpretieren es noch nicht als Quelle der Schöpfung.
    Die Quelle der Schöpfung ist die allem zugrunde liegende Energie.

    Diese Energie, „Freie Energie“ ist unbegrenzt verfügbar.
    Nur wer um den Ursprung dieser Energie weiss, kann diese Energie nutzen.
    Ich sage mal Bewusstseinsenergie dazu.
    Bewusstseinsenergie lässt sich nicht verkaufen, für kein Geld der Welt.

    Nikola Tesla und Viktor Schauberger wissen darum. Beide sind leicht zu verstehen, wenn man um die Ursache von Energie
    weiss. Viktors Forellenturbine oder seine Flugscheiben sind einzig ein Gleichgewichtsverhältnis, wie alles in der Natur.

    Flugscheiben (UFOs) zu bauen ist nicht schwer.
    Dazu braucht es keine AREA 51.

    Viktors Flugscheiben befinden sich einzig im Gleichgewicht, also der Schwerelosigkeit. Gravitation und Levitatin heben sich gegenseitig auf. In diesem Zustand spielt Geschwindigkeit keine Rolle.
    Der Antrieb dieser „Flugscheiben“ ist Elektromagnetisch also geräuschlos.

    Nikola Tesla, nehmen wir das Thema drahtlose Energieübertragung.
    Wo ist das Problem?
    Es gibt kein Problem.
    Alle Energie ist an jedem Ort der Erde abrufbar.
    Energie wandert nicht, Energie ist immer und überall vorhanden.

    Erzeuge ich einen Blitz, also Energie, wird dieser Potentialunterschied
    augenblicklich ausgeglichen.
    Die Wissenschaft ist noch nicht soweit.

    LG Gerd

    • März 5, 2017 um 12:36 pm

      Deine Informiertheit wäre, wenn sie von einer kritischen Masse geteilt werden würde, das wert, was sie wert ist. Also weiter so!

  5. Gerd Zimmermann
    März 4, 2017 um 3:14 pm

    Matin

    Guido hier in deinem Blog
    „Das Universum ist in uns.“

    Jener 2000 Jahre vorher
    “ Doch sehet das Himmelreich Gottes ist in Euch.“

    So ein Zufall aber auch.
    Denke nicht darüber nach.

  6. März 3, 2017 um 2:45 pm

    fingerphilosoph
    Der Wert dieser sinnlosen Debatte liegt immerhin darin, dass sie sich dokumentiert.

  7. März 3, 2017 um 9:02 am

    fingerphilosoph

    ich empfinde im dem, was du schreibst die Intention eines unausrottbaren Missverständnisses und eine weitgehende Unvereinbarkeit zu dem was mir naheliegt.
    Deine Darstellung steht in der Tradition eines vermeintlich „wertfreien“ oder gar „objektiven“ Philosophierens, als stündest du wie alle anderen, die sich so aufführen „über“ den Dingen. Das ermöglicht dann jegliche Phantasterei oder das sehr subjektive konstruieren beliebiger Ideologien.
    Die Standpunktlosigkeit des Geschreibsel macht es zudem kaum möglich dafür oder dagegen substantiell zu argumentieren.
    In dem Du einen angeblichen sich selbst entfaltenden historischen Prozess schon als Grundlage Deiner Phantasien präjudizierst und präjudizieren musst, wirst du noch mehr „unangreifbarer“
    Summa summarum: Eine clevere Strategie des Stiftens von Verwirrungen.
    Eine substantielle Antwort darauf wäre mir darüber hinaus zu mühevoll. Ich lasse es also ganz einfach. Lassen Sie es sich also gut gehen und vielleicht bleiben sie mir dennoch verbunden.

    • fingerphilosoph
      März 3, 2017 um 12:08 pm

      Deine Darstellung wie Deine Kommentare stehen genauso in der Tradition eines angeblich objektiven Philosophierens, das Dich über die Dinge hinaushebt, sodass Du von Deinem Standpunkt (des Betrachters außerhalb) wertende Urteile fällst. Du argumentierst keineswegs substantieller als ich, sondern bastelst im Gegenteil weit mehr als ich an einer Ideologie herum, nämlich indem Du wertest, was ja eben genau das Kennzeichen von Ideologien ist.
      Ideologien erkennt man überdies auch daran, dass einer weiß, was gut für Andere ist, ohne dass diese Anderen selber zu Wort kommen.

      Du weißt, was gut für andere ist, nämlich Familienbetrieb und Handwerk. Dazu gehört dann aber auch schwere körperliche Arbeit. Mach doch einfach mal eine Umfrage, wer von uns Gegenwärtigen wieder so leben und schwer arbeiten will wie unsere Ururgroßeltern.

      Im Übrigen sind wir nicht so weit auseinander, wie Du glaubst. Was Du über Industrialisierung, Entfremdung, den Unterschied zwischen Arbeitsteilung und Kooperation sagst, sehe ich nicht anders, nur ordne ich das in einen kontinuierlichen Prozess der Menschwerdung ein, der nicht erst mit der Industrialisierung begonnen hat.

      Dass Sie in Ihrem Kommentar vom Du zum Sie wechseln, weist darauf hin, dass Sie während des Schreibens Ihres Kommentars Abstand genommen haben und es mit der Verbundenheit also nicht so weit her ist. Also lassen Sie diese Floskelei doch einfach weg. Nichtsdestotrotz habe ich nichts dagegen, wenn Sie es sich ebenfalls gut gehen lassen. Meine besten Wünsche in dieser Hinsicht.

  8. März 3, 2017 um 8:49 am

    Nichtentfremdete Arbeit bedarf der relativ bis weitgehenden egalitären Arbeitsorganisation, während entfremdete Arbeit die hierarchisch-bürokratische Machtstruktur voraussetzt.

    Der Begriff der Arbeitsteilung hat im Laufe der Geschichte von seinen Anfängen bis heute eine Verwandlung erfahren im Sinne einer absichtlich implantierten Transsubstanation durch die Herrschenden. Heute verbergen sich die Herrschenden strukturell hinter einem Geldsystem und einem hierzu zugeschnittenem Zivilisationssystem.

    Während früher Menschen in egalitären Stammeskulturen gelebt haben haben wir heute völlig andere Verhältnisse. Insofern muss man auch den Begriff der „Arbeitsteilung“ zerspalten. Arbeit heute ist geteilte Arbeit, Arbeit in kooperativen Verhältnissen ist eben keine geteilte Arbeit, auch wenn der eine das und ein anderer jenes tut. Meist könnte jeder auch das tun, ws der andere tun und zudem partizipieren sie am Ganzen und zwar ganzheitlich.

    Da die Sprache zu einem Sammelsurium orwellscher Falschwörter geraten ist, bedarf es eine neuen sprachlichen Präzisierung, was eine elende Aufgabe ist.

    ZITAT:

    Eine Mentalvergiftung kann auch auf unsere kognitiven Kapazitäten zielen und unser Denken so
    vergiften, dass keine Form rationaler Argumentation hilft, es – wie es in der Zeit der Aufklärung
    hieß – wieder heller in den Köpfen der Menschen werden zu lassen. Am einfachsten lässt sich dies
    über geeignete Begriffe und über Bedeutungsverschiebungen von Begriffen bewerkstelligen. Hierzu
    gehören insbesondere all die Orwellschen Falschwörter, mit denen Politiker und Leitmedien versuchen,
    über die Sprache auch unser Denken zu bestimmen. Beispiele lassen sich im Überfluß
    finden, etwa ‚Freihandel‘, ‚Lohnnebenkosten‘, ‚Protestwähler‘, ‚Rettungsschirm‘, ‚Terrorismus‘,
    ‚humanitäre Intervention‘, ‚Kollateralschäden‘, oder ‚Globalisierungskritiker‘.
    Die Wirksamkeit solcher Begriffe beruht darauf, dass wir von Natur aus zu einem gewissen Wortaberglauben
    neigen und damit zu der Überzeugung, dass Wörter auch Sachverhalte widerspiegeln.
    Wir neigen also dazu, vorgefundene Wörter zur Organisation unserer Gedanken naiv zu verwenden.
    Dabei übersehen wir, was Wörter alles an ideologischem Gehalt und an stillschweigenden Vorannahmen
    transportieren. Leider ist es ausgesprochen schwierig, unseren natürlichen Wortaberglauben
    zu überwinden und zu einer Haltung zu kommen, die – gerade im politischen Bereich – jedes
    Wort als ein Päckchen ideologischer Vorannahmen ansieht, das man zunächst sorgfältig aufschnüren
    muß. Eine solche Haltung, Wörter in ihrer Bedeutung und ihrem ideologischen Ballast kritisch
    zu hinterfragen, bedarf intensiver Schulung. Genau auf diesen Aspekt einer Ideologiekritik hatte
    man in der Zeit der Aufklärung den Blick gerichtet und sehr wirksame Methoden der Identifikation
    verborgener Vorurteile und ideologischer Elemente entwickelt. Verständlicherweise haben die herrschenden
    Eliten kein Interesse daran, dass diese Methoden in den Sozialisationsinstanzen der
    Gesellschaft gelehrt und tradiert werden.
    Eine weitere Klasse kognitiver Mentalvergiftung stellen Denunziationsbegriffe und Diffamierungsbegriffe
    dar. Unter solchen Begriffen erfreuen sich gegenwärtig Begriffe wie ‚Querfront‘, ‚Verschwörungstheorie‘,
    ‚Antiamerikanismus‘, oder ‚Populismus‘ besonderer Beliebtheit bei den
    Macht- und Funktionseliten. Diese Begriffe haben eine perfide Logik: Sie beruhen auf einer bestimmten
    Form einer gedanklichen Verklammerung unterschiedlicher Themenbereiche, durch die
    suggeriert wird, zwei gänzlich unabhängige Themenbereiche seien gleichsam ihrem Wesen nach
    miteinander verwoben. Auf diese Weise sollen speziell Themen, deren öffentliche Diskussion die
    Machteliten und die sie stützenden Elitengruppen als unerwünscht und abträglich für ihren Status
    ansehen, dadurch in Diskredit gebracht werden, dass sie mit Themen verklammert werden, die
    geächtet sind oder als anrüchig gelten – wie etwa rechtsextreme oder rassistische Auffassungen.
    Durch eine solche Verklammerung können sich die Machteliten und Funktionseliten vor Kritik
    immunisieren, indem sie bestimmte Themenbereiche aus dem öffentlichen Diskussionsraum verbannen.

    AUS
    Mausfeld, Rainer (2016) Die Angst der Machteliten vor dem Volk – Demokratie-Management durch Soft Power-Techniken . * Vortrag IPPNW-Hamburg (Organisation Jette Limberg-Diers), Steiner-Haus Hamburg, 2. November 2016 – Ausarbeitung auf der Basis des von Jette Limberg-Diers erstellten Audio-Transkripts http://www.uni-kiel.de/psychologie/mausfeld/pubs/Mausfeld_Die_Angst_der_Machteliten_vor_dem_Volk.pdf
    https://www.youtube.com/watch?v=Rk6I9gXwack Prof. Rainer Mausfeld: Die Angst der Machteliten vor dem Volk S. 13

  9. März 3, 2017 um 8:41 am

    Die große Genossenschaft „Mondragon“ im Baskenland ist wenn ich mich irre Spaniens 7. größter „Arbeitgeber“. Ich denke, dass sollte Vorbildsein für die Welt: flächendeckend

  10. März 3, 2017 um 8:39 am

    Michael entfremdete und nichtentfremdete Arbeit – wo bleibt das Positive?

    Ich vertrete vehement die Auffassung, dass der Familienbetrieb oder der kooperative Genossenschaftsbetrieb in dem „der Arbeiter“ in welchen Funktionsnischen auch immer gedanklich wie materiell Teil hat im Sinne einer ganzheitlichen Teilhabe und Mitbestimmung, die noch beste Form einer optimalen Arbeitsorganisation ist.
    Ich würde dann auch lieber von Arbeitsorganisation als von Arbeitsteilung sprechen. Also nichtentfremdete Arbeit bedarf der relativ bis weitgehenden egalitären Arbeitsorganisation, während entfremdete Arbeit die hierarchisch-bürokratische Machtstruktur voraussetzt.

  11. fingerphilosoph
    März 3, 2017 um 7:49 am

    Sklaverei und Arbeitsteilung sind keine Erfindung der Industriegesellschaft. Arbeitsteilung kannte schon unser Vorfahre, der homo habilis, der in Gemeinschaften lebte, in der einige jagten, andere das Feuer hüteten und kochten, wieder andere Früchte und Wurzeln sammelten oder sich um die Kinder kümmerten. Sklaverei ist eine Erfindung der Bronzezeit und wurde sowohl von den alten Griechen wie den Römern gepflegt. Den freien Bauern gab es vielleicht im alten Germanien, aber schon zu Zeiten Karls des Großen unterstanden die Bauern dem Feudalherrn, der sie ausbeutete und beliebig zu Kriegsdiensten heranziehen konnte. Die Industrialisierung mit ihrer Mechanisierung von Arbeitsprozessen ist also nicht die Ursache von Arbeitsteilung, Zwangswirtschaft und Sklaverei, sondern bloß eine logische Weiterentwicklung von Prozessen, die lange, lange vorher begannen, nämlich vor ungefähr einer Million Jahre, als unser Vorfahre anfing, mit dem Feuer zu hantieren.

    Genau diese Prozesse, die in Gang gesetzt wurden, als unser Vorfahre anfing, mit dem Feuer zu spielen, haben uns aus dem Tierreich herausgelöst und machen uns zu Menschen. Arbeitsteilung inklusive ihrer negativen Aspekte wie Sklaverei und Krieg führen nicht zur Entmenschlichung des Menschen, sondern zur Schaffung des Menschen. Wenn der Mensch sich in eine Robotermaschine verwandelt, handelt es sich dabei nicht um die Abschaffung des Menschen, sondern um seine Vollendung. Der Mensch will seine biologische Basis mit Alter, Krankheit und Sterblichkeit hinter sich lassen. Er ist auf dem Weg in eine neue Existenzform, in der die Natur im herkömmlichen Sinn und die natürlichen Stoffwechselprozesse keine Rolle mehr spielen. Ob das Zukunft hat oder eine Sackgasse ist, vermag niemand im Voraus zu sagen.

    Im Übrigen sind an diesen Prozess alle Menschen beteiligt, denn alle Menschen benutzen externe Energien. Genau das macht das Wesen des Menschen aus: dass er externe Energien benutzt und in der Benutzung externer Energien sich selbst veräußerlicht und entfremdet.

    Die Zeit vor der Industrialisierung war also weder besser noch menschlicher. Außerdem gibt es sowieso keinen Weg dahin zurück. Der Prozess, in dem wir uns befinden, ist irreversibel.

  12. Martin Sigl
    März 1, 2017 um 9:45 pm

    Ohne Zweifel gibt es Produkte und Dienstleistungen, die nützlich sind, trotz der konsumtiven Zumüllung des Globus. Ich würde weder auf meine Waschmaschine und noch weniger auf meinen Internetzugang verzichten wollen.
    Michael: Offensichtlich fehlt dir völlig die Perspektive erkennen zu können, dass auch eine die Menschen entfremdende Arbeitsteilung etwas Gebrauchswertiges zustande bringt.
    Ich habe leider den Abschnitt über den Familienbetrieb weggelassen. In diesem wird deutlich, dass Familienbetriebe der Bauern und des Handwerks weder konsumtiven Zivilisationsmüll produziert haben, noch das, was sie schufen in entfremdeter Arbeit getan haben. Bald gibt es ja keine mehr dann stimmt die Vergangenheitsform. Zwar gab es reihenweise autoritäre Patriarchen, aber selbst dann wußte jeder, der Hand mit anlegte, worum es im Ganzem ging.

    Michael, Du hast meinen Text nicht verstanden. Schade eigentlich

    • Michael
      März 2, 2017 um 1:51 pm

      Nein, Martin. Ich verstehe sehr gut, dass die Wirtschaft trotz ihrer zum Teil fragwürdigen Methoden tolle Sachen zustandebringt, ansonsten könnten wir uns jetzt nicht austauschen. Insofern glaube ich auch nicht Schwarz/Weissmalerei in jedweder Form. Beispiel: Auch eine Datenkrake wie Facebook ermöglicht im positiven Sinne Finden von Gleichgesinnten, Austausch von Liebe und Bündelung von Energien. Dass viele es nicht so nutzen, ist nicht weiter tragisch, die Möglichkeit ist zumindest gegeben.

      Zu deinem Text:
      Außer dass du dich massiv über die momentane Organisation der Arbeitswelt und den Stand der Weltwirtschaft beschwerst (und diese dabei äußerst negativ beschreibst), sehe ich keinen wirklich produktiven Denksansatz, um es besser machen zu können. Ich würde mich freuen, wenn du darauf eingehen könntest.

  13. Michael
    März 1, 2017 um 4:32 pm

    Ohne Arbeitsteilung gäbe es für Martin Sigl gar nicht oder nur sehr eingeschränkt die Möglichkeit, seine Gedanken einem Publikum vorzustellen, wie er es in diesem Blogbeitrag tut. Digitale Selbstversorger gibt es meines Wissens nicht. 🙂

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