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Das Prinzip des 100. Affen – darüber, was passiert, wenn die kritische Masse erreicht ist …

Bonobo (Foto: Wikpedia)

Bonobo (Foto: Wikipedia)

Angeregt durch einen Kontakt bei Facebook, der meinen Artikel Wie viele Menschen braucht es, um eine neue Idee, einen Wandel herbeizuführen? wahrgenommen hatte, erinnerte ich mich daran, dass ich mal ein in einem Artikel auf dem Blog meines früheren Arbeitgebers ähnliches postete. Habe ihn gefunden und bringe ihn nochmal hier:

Das Prinzip des 100. Affen

Die Japanische Affenart “Macaca Fuscata” wird seit 1952 in der Wildnis beobachtet. Wissenschaftler haben diesen Affen auf der Insel Koshima Süsskartoffeln in den Sand gelegt. Die Affen liebten den Geschmack der rohen Süsskartoffeln, aber sie fanden die Erde und den Sand, der daran klebte unangenehm. Imo – ein 18-Monate altes Weibchen – fand heraus, dass sie das Problem lösen konnte, indem sie die Kartoffel im nahegelegenen Fluss reinigte. Sie zeigte diesen Trick ihrer Mutter. Ihre Spielgefährten lernten diese neue Methode ebenfalls kennen und zeigten sie ebenfalls ihren Müttern.

Die Wissenschaftler konnten beobachten, wie diese kulturelle Innovation zunehmend von anderen Affen übernommen wurde. Zwischen 1552 und 1958 lernten alle jungen Affen die sandigen Süsskartoffeln zu waschen, um sie schmackhafter zu machen. Doch nicht alle Erwachsenen ahmten ihre Kinder nach und hatten keine Teilhabe an dem sozialen Fortschritt und aßen weiterhin dreckige Kartoffeln.

Dann geschah etwas Überraschendes. Im Herbst 1958 wuschen bereits eine bestimmte Anzahl Affen die Kartoffeln – wieviele genau ist unbekannt. Nehmen wir an, dass es an einem der Tage im Jahr 1958 (übrigens ein gutens Geburtsjahr, oder?) bei Sonnenaufgang 99 Affen auf der Koshima Insel hatte, die ihre Süsskartoffeln wuschen. Und nehmen wir ferner an, dass im Verlauf dieses Morgens der 100. Affe lernte seine Kartoffeln zu waschen.

Da geschah es! Am selben Abend begannen praktisch alle in der Sippe ihre Süsskartoffeln vor dem Verzehr zu waschen. Dieser 100. Affen hatte den Durchbruch erzeugt.

Doch das Überraschendste für die Wissenschaftler war, dass die “Mode” Süsskartoffeln zu waschen über das Meer sprang. Affenkolonien auf anderen Inseln und die Affenpopulation von Takasakiyama auf dem Festland begannen ebenfalls ihre Süsskartoffeln zu waschen.

Fazit

Wenn eine kritische Anzahl Gerhirne mit einem neuen Bewusstseins erreicht wird, scheint dies auf alle anderen ansteckend zu wirken.

Was lässt sich daraus ableiten?

Wenn auch die genaue Anzahl verschieden sein kann – das “100. Affe-Phänomen” bedeutet, dass das Erkennen eines neuen Weges durch eine kleine Anzahl von Menschen auf deren Bewusstseinsfeld begrenzt bleiben kann. Es gibt aber den Punkt, an dem ein Einzelner, der hinzu kommt, den nötigen Unterschied ausmachen kann, bei welchem das Feld auf andere überspringt.

Ich hatte in der letzten Zeit mal gelesen, dass es etwa 5-10% Menschen einer Gruppe bräuchte, die eine Mode übernehmen, so dass dann alle anderen folgten. Nun müssten die Marketiers unter uns ins Grübeln kommen 🙂

Kategorien:Erkenntnis Schlagwörter: ,
  1. Januar 17, 2017 um 1:01 pm

    Das heisst dass in DE, um eine neue Selbstvestaendlichkeit zum Durchbruch, als Trend, Mode zu sehen, braucht es 5-10% der Leute. Das ist auch der bekannte „Tipping point,“ Wenn 5-10% der Deutschen für die Themen Nachhaltigkeit und Verantwortung, wach und Handlungsfaehig sind, gibt es für Repeace ja Grund zu Hoffnung!

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