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Eltern wissen das nicht! – unsere Bildung betreffend

eltern-wissen-das-nicht

Autor: Dr. Antonio Quanto

Ich wollte die Tage noch eine Rezension zu einem kleinen Büchlein mit dem Titel ELTERN wissen das nicht! verfassen, das den Weg in meinen Briefkasten gefunden hatte. Nun ist mir heute eine hereingekommen, die mir schon recht passend ist, daher hier direkt vorgestellt. Bevor es aber los geht, möchte ich noch von meiner Assoziation und die meiner besseren Hälfte zur Gestaltung von Titel und Umschlag erzählen:

Hallo, ich bin ELTERN und warum werde ich hier über den Kamm geschoren? Woher weiß der Autor das? Das ist aber jetzt herablassend … Und dann auch noch die Nationalflagge, die uns vermutlich mit Absicht auf dem Kopf stehend verpasst wurde 😦

Wenn ich nicht auch einen netten Brief mit dem Buch bekommen hätte, wäre ich vermutlich nich so schnell ans Lesen gegangen. Und ich habe doch noch Einiges neue über unser Bildungssystem erfahren, obwohl es ja hier regelmäßig Artikel dazu gab (wobei mir der mit am Besten gefällt: Der heimliche Lehrplan die Schulpflicht betreffend). Genug der Vorrede, hier nun die Rezension

ANTONIO QUANTO <Eltern wissen das nicht> -Kundenrezension einer Mutter (bei amazon)-

Der Titel hat mich angesprochen. Ich wurde hineingenommen in ein leicht lesbares, fiktives Gespräch, zu dem der Bundeselternrat eingeladen hat. Zwischen dem Referenten Dr. Antonio Quanto und den interessierten Eltern entwickelt sich ein Dialog über den “blinden Fleck” im Bildungssystem, der auch anderen Eltern die Augen öffnen könnte, — und auch Lehrern und hoffentlich auch Bildungspolitikern.

Drei Aspekte sind für mich neu:

  1. Es sind dies die zwei Prinzipien, die Dr. Quanto in die Diskussion einführt.
    Er nennt sie das “maskuline Bildungsprinzip” und das “feminine Bildungsprinzip”. Mir wurde plötzlich klar, dass gerade der Leistungsdruck, unter dem unsere Schulkinder leiden, der aber auch uns Eltern – als sog. “Hilfslehrer der Nation” – manches Mal zur Verzweiflung bringt, die Folgen eines maskulin orientierten Schulsystems sind. Wenn das Schwergewicht in der Schule auf der Beurteilung der Leistungen liegt und die Schulbildung im Hinblick auf Sozialkompetenz und Selbstkompetenz jede Menge Defizite aufweist, – ist das auf ein maskulin orientiertes Wertesystem zurückzuführen.
  2. Der zweite – für mich neue Aspekt – zeigt mir zum ersten Mal, wie die PISA-Studie als Ausdruck des maskulinen Prinzips eine Schulbildung verhindert, in der unsere Kinder auch in ihrer Persönlichkeit ernstgenommen und gefördert werden.
  3. Als dritten Aspekt und Lösung bietet Dr. Quanto die Grundlage eines jeden Bildungsprozesses, nämlich die “Anatomie des Selbst” nach Sören Kierkegaard. Er stellt sie in anschaulicher Form und in einer Sprache dar, die alle verstehen können.

Dieses Buch regt auf neue Weise zum Nachdenken über unser Schulsystem an und geht m. E. über die bereits bekannte Kritik an unserer Schulbildung hinaus.
Die tieferen Ursachen und historisch begründeten Bildungsprinzipien sind mir als betroffene Mutter besonders deutlich geworden und ich stimme mit dem Autor darin überein, dass die Bildung der Zukunft als Synthese von maskulinem und femininem Prinzip ganzheitlich sein muss, also integral.

Ich hoffe sehr, dass die verantwortlichen Bildungsexperten sich von den Thesen des Autors ansprechen lassen, – mit wachem Bewusstsein und offenem Herzen. Ich vertraue darauf, dass der Quantensprung in der Schulbildung bevorsteht und die Vorschläge des Autors für eine Bildungsrevolution Eltern und Elternvertretungen aufrütteln. Ich bin überzeugt, dass die bisherigen Bemühungen, mit denen in freien Schulen experimentiert wird, ein Schritt in eine integrale Zukunft sind und den Erfordernissen des dritten Jahrtausends gerecht werden.

Etwas befremdlich wirkt in unseren Tagen des Genderismus die Unterscheidung von maskulin und feminin. Der Autor führt uns Anfangs in die Zeiten der alten Griechen, sprich Platon und Aristoteles zurück. Die Athener hatten gerade einen langjährigen Krieg verloren und leckten ihre Wunden. Es war eine Zeit der Verhärtung. Es wurde für die Einrichtung einer gerechten Welt der Verstand vor dem Gefühl bevorzugt. Dabei stand der Verstand für die männliche Welt, die dominierte, und das Gefühl für das Weibische. Frauen hatten einen ähnlichen Status wie Sklaven. Der Mann befahl über die Frau, die so gut wie nie das Haus verließ. Und so wie es aussieht, wird auch heute noch in der Schule deutlich stärker der Verstand und nur wenig das Herz geschult. Wer kann heute schon behaupten, dass er in sich differenziert hinein fühlen kann? Arno Gruen sieht in unserer Welt des trainierten Gehorsams (siehe auch Notensystem) den Menschen von seinem Selbst entfremdet.

Des weiteren war für mich in diesem Büchlein interessant, wer hinter dem Bologna-Prozess und den Pisa-Studien steckt, und welchen negativen Einfluss es auf das Schulsystem und die darin agierenden Protagonisten ist, sprich für Lehrer und Schüler gleichermaßen.

Unterm Strich also, bitte nicht von Umschlag und Titel abschrecken lassen. Lektüre lohnt sich!

ELTERN wissen das nicht: Sachbuch

Kategorien:Erkenntnis Schlagwörter: , , , ,
  1. Januar 14, 2017 um 4:34 am

    Gedanken über bewusst üble Aspekte
    des „Genderismus”
    der einen oder anderen Sorte…

    Es war hierzulande (=USA)
    die langjährig erhaltene,
    total triste Tradition und Sitte,
    dass Frauen als Lehrerinnen
    in der Hauptsache in
    Grundschulen unterrichten sollten,
    denn man vertrat die Meinung
    dass Kinder auch hier
    mehr mütterlich betreut werden wollten,
    und dass sie dann erst später,
    in den mittleren und oberen Stufen,
    von „wirklichen Lehrern“
    der männlichen Gattung
    „richtig“ unterrichtet wurden.
    Texte in Lesebüchern waren so angelegt
    dass man das rein Stereotypische
    in der Unterteilung angeblich natürlicher Veranlagungen
    von Knaben und Mädchen
    sehr bewusst, zielstrebig „förderte“
    und weiterhin sehr gezielt
    unverändert beibehielt.
    Demnach:
    Mädchen spielten mit Puppen
    und sollten eigentlich Hausfrauen und Mütter werden…
    oder höchstens Sekretärinnen… Krankenschwestern… Kindergärtnerinnen
    Verkäuferinnen… Köchinnen… Kellnerinnen… Putzfrauen… oder
    nichts weiter als Grundschullehrerinnen…. etc… etc… !
    Knaben dagegen spielten mit Autos
    und mit allerlei tollen mechanischen Dingen…
    Sie wurden Handwerker, Polizisten, Piloten Feuerwehrleute,
    Forscher, Ingenieure, Architekten, Ärzte, Rechtsanwälte,
    („wirkliche“) Lehrer… und Professoren….
    Politiker und andre „große“ Leute
    in verantwortungsvollen Führungspositionen… ?
    So wurde eingeteilt, aufgeteilt, untergegeteilt,
    aussortiert, geleitet, gelenkt, geschwenkt, und dirigiert…
    Und das ganze subjektiv „selektive“ System
    hat sich über viele Jahrzehnte hinweg
    nur mit größter Mühe
    etwas „bereinigt“ und „gebessert.“
    Aber das weitaus Stereotypische
    bleibt im Wesentlichen
    nahezu unverändert bestehen.
    Man frage nur eine Frau wie es ist
    in ihrer Berufserfahrung geschehen!
    Sie bekommt immer noch weniger bezahlt,
    mit geringeren Chancen der Beförderung,
    für die gleiche Arbeit,
    mit der gleichen Ausbildung,
    dem gleichen Wissen, der gleichen Kenntnis,
    der gleichen Erfahrung….
    mit nur sehr geringen Ausnahmen…
    Der Chauvinismus wütet weiter
    in öffentlichen und privaten Situationen,
    und Frauen werden gezwungen
    sich dort zu bewähren
    wo Männer sich relativ erleichtert
    ihre großzügig gegebenen,
    dargebotenen, zugeschobenen,
    oft kunstvoll erfundenen Chancen
    erwarten und problemlos auserwählen,
    ohne sich besonders zu bemühen
    und gezwungenermaßen zu quälen,
    und sich dort auch zahlenmäßig
    garantiert sehr problemlos vermehren!
    Und in dieser allzu ähnlich
    perversen Art und Weise
    konnte man kürzlich, unter anderem, einer Frau
    auch das höchste und mächtigste
    politische Amt im ganzen Land
    verneinen, entziehen,
    und verwehren…

    Gerhard A. Fürst
    1/13/2017

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