Startseite > Politik > Steht am Ende eines nach Profit strebenden Systems die Oligarchie?

Steht am Ende eines nach Profit strebenden Systems die Oligarchie?

Daniele Ganser, den wir zum Thema Medienkompetenz schon einmal anhörten, hat vor einer Woche einen weiteren Erkenntnis-bringenden Vortrag in Landau gehalten. In diesem zeigt er auf, dass das US-Imperium eine Oligarchie ist. Schauen wir mal, was wir bei Wikipedia zu dem Begriff finden:

Die Oligarchie (von griechisch ὀλιγαρχία oligarchia „Herrschaft von Wenigen“, zusammengesetzt aus ὀλίγοι oligoi „Wenige“ und ἀρχή archē „Herrschaft“) ist in der klassischen (antiken) Verfassungslehre die Entartung der Aristokratie. …

Grundformen der Verfassungen (nach Polybios):

Anzahl der Herrscher Gemeinwohl Eigennutz
Einer Monarchie Tyrannis
Einige Aristokratie Oligarchie
Alle Demokratie Ochlokratie

Die Oligarchie bei Platon (427–347 v. Chr.) ist die gesetzlose Herrschaft der Reichen, die nur an ihrem Eigennutz interessiert sind. Sie fällt wie die Aristokratie unter die Herrschaft der Wenigen, wobei diese als gesetzmäßige, am Gemeinwohl ausgerichtete Herrschaft gilt. … Grundsätzlich bestand in der antiken Staatstheorie seit Platon die Idee, dass jede am Gemeinwohl orientierte Herrschaftsform (Monarchie [auch: Basileia], Aristokratie, Demokratie) ein entartetes, nur an den Interessen der Herrschenden orientiertes Gegenstück hat (Tyrannis, Oligarchie, Ochlokratie).

Aus der Annahme heraus, dass diese sechs Grundformen der Verfassungen notwendigerweise instabil sind, hat vor allem Polybios die Idee des Verfassungskreislaufs entwickelt, die diese Herrschaftsformen zueinander in Beziehung setzt.

Zu Beginn zeigt er am Beispiel verschiedener eingefärbter Weltkarten, wie die Imperien in der bisherigen Geschichte aussahen. Dann belegt er, wo überall in der Welt die USA mit Militärbasen vertreten sind, und vergleicht dies mit den Einflussbereichen von Russland, China und Europa. Ergebnis: Es gibt nur ein Imperium. Und das hat inzwischen 20 Millionen Tote seit 1945 „auf einem Leichenberg aufgehäuft“. Und das unter dem Deckmantel der Demokratisierung. Und diese Kriege wurden entgegen den Kriterien der UNO Charta geführt, in denen es illegal ist, wenn ein Land ein anderes überfällt.

Ein untrügliches Zeichen der Oligarchie ist, dass sich zwar die Politiker auf der Bühne abwechseln, sich aber das Gesicht der Kriege der letzten 70 Jahre nicht ändert. Keine der Parteien hat sich für den Frieden einsetzen können. So mag jeder Präsident mit Frieden-versprechenden Worten wie zuletzt auch Obama seine Führerschaft angetreten haben. Aber aus dem YES WE CAN mussten wir auch hier ein NO WE CAN´T konstatieren. Ganser spricht klar aus: Obama hat zu unrecht den Friedensnobelpreis erhalten, ganz im Gegensatz zu Martin Luther King. Dieser hatte u.a. das US-Imperium ebenfalls kritisiert.

Inzwischen sind die Machtverhältnis der USA so, dass nicht mehr von einer Demokratie gesprochen werden kann. Es habe sich inzwischen eine reiche Elite durchgesetzt und die Steuerung übernommen. Und es muss nun von einer Oligarchie gesprochen werden, in der einige wenige sehr Reiche die Fäden in der Hand halten.

Mit insgesamt 117 Folien dauert der Vortrag zweieinhalb lehrreiche Stunden, die zudem in seinem neuen Buch Illegale Kriege: Wie die NATO-Länder die UNO sabotieren. Eine Chronik von Kuba bis Syrien. Am Ende äußert er aber die Hoffnung, dass bisher noch jedes Imperium irgendwann untergegangen sei, so sei auch der Untergang dieser aktuell sehr kriegerischen Welt vorprogrammiert. Schau´n wir mal …:

Kategorien:Politik Schlagwörter: , , , , ,
  1. E. Duberr
    November 28, 2016 um 11:45 am

    Man muß dieses Imperium auf allen Ebenen bekämpfen , jederzeit , ständig , auch mit kleinsten Maßnahmen .

  2. Fluß
    November 28, 2016 um 12:18 pm

    Ein Imperium ist wie ein weißer Hai der gefürchtet wird.
    Es hebelt sich aus und erzeugt Angst, Überlebensängste.
    Es lebt von der Energie der Angst.
    Es schaut zu wie die Menschen sich im vorgesetzten Rahmen be-KRIEGEN – soll ja keiner LEER ausgehn und die LEHRE wird den Menschen erteilt, als Rahmen und als Urteil.

  3. Fricke
    November 30, 2016 um 4:59 pm

    Herr Bartonitz,

    spielt sich nicht gerade genau das Gleiche in Europa ab? Ist Deutschland nicht auch auf dem besten Wege Europa an die Wand zu fahren um sich dann, (sind so die Vorstellungen?) als Imperator aufzuschwingen? Dafür muss es sich allerdings vorher selbst zerstören um dann, ganz nach amerikanischer Manier, die Welt wieder in Gut und Böse aufteilen zu können.

    Meine letzte große Forschungsreise quer durch Deutschland habe ich erst unternommen.

    Ein grossspuriges, hinterwäldlerisches Establishment verwaltet die Länder(eien), provinzielle, religiöse Argumente bestimmen die Diskussion.

    Die Errichtung von Zäunen und Menschen, die in Holzhäusern in Wäldern leben wollen bestimmen das Denken. Und nach dem „Willkommens-Schock“ ist man man dabei, einen paranoiden Überwachungsstaat aufzubauen, die vormals sich selbst beindruckenden, deutschen Werte schienen nicht mehr zu gelten oder vielleicht doch anders gesprochen, wünschen sich wieder herbei. Gefängnisse und Kasernen.

    Schockierend, wie die Dummheit immer mehr um sich greift.

    Wo sind die fantastischen, offenen, beeindruckenden und wachen Geister? Wo sind die Stimmen der Intellektuellen, der visionären Vordenker, die sich ihrer Selbst preisen?

    Wo sind die Alternativen und neuen Lebensmodelle, bei denen nicht Geld sondern Fantasie gefragt sind ? Intellektuell und nach vorne gerichtet. statt religiös, rückwärtsgewandt und zerstörerisch?

    Ich vergaß

    Sie sind damit beschäftigt die Wahrheit zu finden und allen zu vermitteln. Ganz nach amerikanischen Vorbild oder dem Meister darin, “to tell the right story”, daraus mit der Zeit “to tell the story right” – also egal was man erzählt, Hauptsache es ist eine überzeugende Geschichte – mit diesem Prinzip fuhr Amerika bereits kolossal gegen die Wand.

    Ach.

    Deutschland ist mit dem selben Prinzip mitten dabei, die Dinge kolossal gegen die Wand zu fahren. Die Wahrheit zu finden und allen zu vermitteln.

    Das Ding, das Deutschland gerade gegen die Wand fährt ist: Deutschland.

    Und Europa (wie auch Deutschland) beharrt darauf, den richtigen Weg, die richtige Wahrheit gefunden zu haben. Diese simple Wahrheit – starr an überholten Wahrheiten fest halten. Ganz wie die USA die arabische Welt gegen die Wand gefahren hat, weil es den Menschen dort die amerikanische Wahrheit aufzwingen wollte. Das funktioniert so oder auch nicht.

    Europa stehen finstere Dekaden bevor. Darauf zu hoffen, das die Visionen von jenseits des Atlantiks ist nicht nur dumm. Einem Land das die großen Ziele völlig aus den Augen verloren hat. Eine Revolution, die zwar schon vor Jahren ausgerufen wurde, doch dann nur 1/4 bis 1/8 herzig verfolgt wurde und auf Apple, Google, Facebook, die Vorreiter einer eher grusligen neue Religion, deren vorrangiges Ziel es scheint, schnell unermesslich reich zu werden, zu setzen.

    Good Morning and Good Night.

    • Martin Bartonitz
      November 30, 2016 um 7:55 pm

      Dacor!

      übrigens vermittle ich nicht sondern biete mein Nachdenken zum Mitdenken an. Daher stelle ich auch eher Fragen als ein „So und nicht anders“.
      Welche Werte hat denn die Deutschen einmal ausgezeichnet?
      Napoleon hatte ja z.B. nicht viel von ihnen gehalten. Er befand sie als zu leicht zu verarschen und aufeinanderhetzbar.
      Ein Kollege meinte heute, dass derzeit Vieles darauf hindeutet, dass Jene, die uns an den Eiern haben, kurz davor seien, uns klar zu machen:
      „Ihr merkt doch schon länger, dass wir Euch an den Eiern haben. Jetzt machen wir es richtig und ihr habt nun einfach zu spuren. Punkt.“
      Er meint auch, dass die Gutmütigkeit überhand genommen hätte und Deutscher sich nicht dagegen stellen würde … Nochmals: Werte? Welche Werte?

      • Fricke
        November 30, 2016 um 10:20 pm

        Herr Bartonitz,

        das „Sie“ steht am Satzanfang, lediglich, darum auch nicht allein auf Sie bezogen, sondern auf das „Vorherige“.

        Werte? Welche Werte?

        Offiziell zählen die chrisitlich abendlichen Werte zu Deutschland.

        Es sind nach christlicher Lehre die Anerkennung „Gottes“ als Schöpfer der Welt und des Menschen und zugleich als oberste Moralinstanz, die Zehn Gebote und die wesentlichen Aussagen der Bergpredigt wie Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Barmherzigkeit. Alle diese normstiftenden Prinzipien würden aus der Bibel folgen, deshalb habe dieses Buch als Grundlage allen täglichen, vor allem moralischen Handelns zu gelten.

        Ihre Frage richtet sich also an den Einzelnen, welche Werte sein Verhalten prägen.mDas können Sie nur für sich selbst beantworten.

        Und mal so im Allgemeinen, Werte entsprechend, dies hier:

        Ist auch lesbar.

        Noch Fragen?

  4. Fluß
    Dezember 1, 2016 um 2:52 pm

    http://www.psychonauten.de/
    Unter dämonisches Grundgesetz nachschaubar.

    KIRCHE für PSYCHONAUTEN

    „““ Weswegen erschrickt mich das Bonner Grundgesetz vom 23.05.49? Warum ist die nachkonstitutionelle Realität so ausgefallen wie sie gegenwärtig ist? Warum ist das Grundgesetz eher für Ameisen, weniger aber für Menschen geeignet? Warum erlebe ich die geltende nationale Verfassung als eine bösartige Erscheinung?

    Ich tue es, weil ich aus der eigenen Erfahrung spreche, indem ich immer wieder feststelle, daß das Grundgesetz gegen das menschliche -- und insbesondere das religiöse -- Leben gerichtet ist. Es beansprucht das religiöse Monopol für sich. Es duldet keine anderen Religionen. Es ist lebensfeindlich und entwicklungshemmend. Seine Wirkung ist, den inneren Frieden hierzulande zu stören und zu verunstalten, den Evolutionsprozeß auf Erden zum Stillstand zu bringen oder gar zu zersetzen, überall konfessionelle Zollgrenzen zu errichten. Es fördert den Bürgerkrieg und macht die Menschen und die Gesellschaft unlebendig. Lebendigkeit ist ja sogar nach grundgesetzlicher und höchstrichterlicher Auffassung etwas Unerwünschtes. Dagegen gilt die Bekleidung von Lebenslagen mit Zwangsjacken als eine sittliche und "verfassungskonforme" Handlung, die stets als geboten und "angemessen" betrachtet wird.
    
    Da das Grundgesetz den Schwerpunkt auf die Frage bzw. Überlegung setzt, was der Mensch nicht tun darf, anstatt sich mit der Frage zu beschäftigen, was er tun kann bzw. könnte, neigt es selbst zu demjenigen sittlichen Fundamentalismus, der heutzutage von vielen bekämpft bzw. verurteilt wird. Da das höchste Gesetz des Landes eine vorwiegend militärische Gesellschaftsordnung hervorrufen will, läßt es keine Verhandlungskultur unter denjenigen Menschen aufkommen oder walten, die es zu verwalten sucht. Darum kann man die derzeitig geltende Verfassung nicht als friedensstiftend bezeichnen. Sie ist alles andere als friedliebend und lebensbejahend, denn sie baut stets Hindernisse zur Erschließung friedlicher und menschengerechter Lebensräume. Aber ihre Mauer- und Stacheldrahtwerke sind weitgehend unsichtbar und nicht sofort auf Anhieb erkennbar, weil sie nicht physikalisch und grobstofflich in Erscheinung treten, sondern vielmehr noetischer Natur sind. Die Schranken und "Steine", die sie den Menschen in den Weg legt, sind also gedanklich, nicht materiell erfaßbar. Sie bestehen sozusagen aus Luft, anstatt aus Festkörpern. Dennoch stehen sie durchaus "im Raum" und sind infolgedessen erfahrbar.
    
    In Glaubens- und Bekenntnisfragen sind das Grundgesetz und seine Verfechter beispielsweise i.S.d. Art. 33(5) GG ebenfalls stur und fundamentalistisch. Insbesondere versuchen sie dabei, anderen die Gedanken inhaltlich zu diktieren, und zwar gezielt durch Bewußtseinsstörungen (wie z.B. durch Gedankeneingebung und -entzug). Damit wollen sie der Gesundheit der Menschen einen irreparablen Schaden zufügen. Das nachkonstitutionelle Bonner Grundgesetz hat nicht nur etwas Teuflisches an sich, sondern es enthält darüberhinaus ein stark angehauchtes terroristisches Element. Denn Ziel der grundgesetzlichen Staatsordnung in Deutschland ist, die Menschen zu frommen Gläubigen des obwaltenden Staatsapparats zu bekehren bzw. umzufunktionieren, wobei der Staat, das Grundgesetz und sämtliche Verkörperungen der Obrigkeit zu Heiligtümern werden, welche zur Qualität der wahren "Unantastbarkeit" gelangen. Für Gott und den Menschen, für die der Staat und seine Verfechter keinerlei Verantwortung übernehmen (vgl. dagegen Präambel des Grundgesetzes), bleibt kein Platz mehr übrig. Denn dieser Platz ist durch das angebliche "Heilige Bundesrepublikanische Reich" bereits besetzt. Somit verdrängt das Grundgesetz auch Gott und stellt seine laizistische Prägung provokativ zur Schau. Welch eine Gottes- und Menschenlästerung!! Welch eine Abwesenheit von höheren sittlichen Werten!
    
    Das Grundgesetz lacht die Menschen aus, weil sie so lebensunwert sind
    

    Dadurch wird das seelische Gleichgewicht des Menschen frontal angegriffen und seine psychische Integrität zerstört bzw. entartet. Das Grundgesetz macht die Menschen geisteskrank und versetzt sie in geistige Verwirrung.
    Mara setzt das menschliche Bewußtsein außer Gefecht. Das Grundgesetz auch!!

    Ein solches Werk kann man schwer entnazifizieren, zivilisieren oder humanisieren, obwohl sich das Bundesverfassungsgericht an manchen Stellen und gelegentlich sehr darum bemüht hat. Bisher ist aber jeder Versuch weitgehend erfolglos geblieben. Durch eine derartige, für kannibalistisch veranlagte Staatsführer gedachte Rechtsordnung und -grundlage kann sich der gegenwärtige deutsche Staat zu den Menschenrechten oder zum Prinzip der Gerechtigkeit i.S.d. Art. 1(2) GG kaum bekennen. Denn wer landesweit Inquisitionen veranstaltet und entfacht und dabei das Sittengesetz mißachtet, der kann nicht gleichzeitig für Frieden und Harmonie im Lande sowie in der übrigen Welt sorgen.
    
    Die derzeitige Verfassung von 1949 muß also unbedingt überwunden werden, wenn der Mensch im Geltungsbereich des Grundgesetzes ein würdiges Leben für sich in Anspruch nehmen darf und zudem sein Überleben sowie seine geistige Gesundheit optimieren will. Er muß vor allem in der Lage sein, sich auf ein höheres Gesetz zu berufen, um transkonstitutionelle Lebensräume betreten, gestalten und schließlich auch bewohnen zu dürfen, die von einer höheren Ethik geprägt sind als die des Grundgesetzes, das sich bisher an Werten nicht orientieren könnte.
    
    Das Teufelswerk vom Grundgesetz ist nach der oben geschilderten Sachlage nicht [mehr] zu verteidigen -- trotz des Bestehens von Gerichten und Rechtspflegern sowie etlicher Ämter für "Verfassungsschutz", also soll man es auch nicht schützen, sondern sich vielmehr von ihm distanzieren. ... oder gegebenenfalls einen Ersatz bzw. eine bessere Alternative an Stelle des Grundgesetzes finden. Aber wer ist bereit, hier zu suchen? """
    
  5. Fricke
    Dezember 1, 2016 um 4:28 pm

    Werte sind unmittelbar mit dem Denken, Fühlen und Handeln der Menschen verknüpft. Wertewandelprozesse prägen Einstellungen, Wünsche und Urteile.
    Als Entscheidungsgrundlage sind sie daher nicht zu unterschätzen.
    Aus diesem Grund ist es gerade auch ratsam, sich mit Werten und Wertewandelprozessen zu beschäftigen.

    Denn mit Blick auf das Werteverständnis der Menschen kann viel über das eigene Verhalten (Verhältnis) und der eigenen (inhärenten) Bedürfnisse gelernt werden.

    „Destruktivität, Sadismus, Grausamkeit sind nicht inhärent (also sie sind keine ureigenen menschlichen Bedürfnisse wie etwa bei Freud), sondern wesentliche Reaktionen auf Frustrationen unserer inhärenten Bedürfnisse.“
    – Abraham Maslow: Psychologie des Seins – Ein Entwurf, 1973, S. 21

    Werte haben im Leben der Menschen eine existenzielle Bedeutung, sie sind allgegenwärtig, aber dennoch nicht sichtbar.

    Werte sind nicht bedeutungsgleich mit Moral, sie dürfen nicht als konservative Theorieelemente für Tugendwächter und Kulturbewahrer verstanden werden.

    Werte begreifen bedeutet:

    Werte nicht als ideelle Konzepte oder repressive Verhaltensvorschriften, die das Individuum gängeln zu missbrauchen.

    Jahrhundert !!

    Werte sind eine relativ komplizierte Software, die von den Menschen täglich im Lebensvollzug angewendet und abgerufen wird.

  6. Fluß
    Dezember 5, 2016 um 9:16 am

    Neben der Psycho-Nautik (Raumbewußtsein) gibts auch die Psycho-Metrie/Psycho-Grafie (für Big-Data-Profilauswertung).

    https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt/

    Ist ein sehr langer Text! Sacha Lobo hat das Ganze ja schon anhand der Kybernetik = Cyber-Netik aufgezeigt, wo per Simkartenortung die Drohne befehligt wird (sitzen Menschen dahinter).

    „““ Psychometrie, manchmal auch Psychografie genannt, ist der wissenschaftliche Versuch, die Persönlichkeit eines Menschen zu vermessen. In der modernen Psychologie ist dafür die sogenannte Ocean-Methode zum Standard geworden. Zwei Psychologen war in den 1980ern der Nachweis gelungen, dass jeder Charakterzug eines Menschen sich anhand von fünf Persönlichkeitsdimensionen messen lässt, den Big Five: Offenheit (Wie aufgeschlossen sind Sie gegenüber Neuem?), Gewissenhaftigkeit (Wie perfektionistisch sind Sie?), Extraversion (Wie gesellig sind Sie?), Verträglichkeit (Wie rücksichtsvoll und kooperativ sind Sie?) und Neurotizismus (Sind Sie leicht verletzlich?). Anhand dieser Dimensionen kann man relativ genau sagen, mit was für einem Menschen wir es zu tun haben, also welche Bedürfnisse und Ängste er hat, und aber auch, wie er sich tendenziell verhalten wird. Das Problem aber war lange Zeit die Datenbeschaffung, denn zur Bestimmung musste man einen komplizierten, sehr persönlichen Fragebogen ausfüllen. Dann kam das Internet. Und Facebook. Und Kosinski.

    Für den Warschauer Studenten Michal Kosinski begann ein neues Leben, als er 2008 an der ehrwürdigen Cambridge University in England aufgenommen wurde: am Zentrum für Psychometrie, im Cavendish Laboratory, dem ersten Psychometrie-Labor überhaupt. Mit einem Studienkollegen stellte Kosinski eine kleine App ins damals noch überschaubare Facebook: Auf MyPersonality, so hiess die Applikation, konnte man eine Handvoll psychologischer Fragen aus dem Ocean-Fragebogen ausfüllen («Lassen Sie sich bei Stress leicht aus der Ruhe bringen?» – «Neigen Sie dazu, andere zu kritisieren?»). Als Auswertung erhielt man sein «Persönlichkeitsprofil» – eigene Ocean-Werte –, und die Forscher bekamen die wertvollen persönlichen Daten. Statt, wie erwartet, ein paar Dutzend Studienfreunde hatten schnell Hunderte, Tausende, bald Millionen ihre innersten Überzeugungen verraten. Plötzlich verfügten die beiden Doktoranden über den grössten jemals erhobenen psychologischen Datensatz.

    Das Verfahren, das Kosinski mit seinen Kollegen über die nächsten Jahre entwickelt, ist eigentlich recht einfach. Zuerst legt man Testpersonen einen Fragebogen vor. Das ist das Onlinequiz. Aus ihren Antworten kalkulieren die Psychologen die persönlichen Ocean-Werte der Befragten. Damit gleicht Kosinskis Team dann alle möglichen anderen Onlinedaten der Testpersonen ab: was sie auf Facebook gelikt, geshared oder gepostet haben, welches Geschlecht, Alter, welchen Wohnort sie angegeben haben. So bekommen die Forscher Zusammenhänge. Aus einfachen Onlineaktionen lassen sich verblüffend zuverlässige Schlüsse ziehen. Zum Beispiel sind Männer, die die Kosmetikmarke MAC liken, mit hoher Wahrscheinlichkeit schwul. Einer der besten Indikatoren für Heterosexualität ist das Liken von Wu-Tang Clan, einer New Yorker Hip-Hop-Gruppe. Lady-Gaga-Follower wiederum sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit extrovertiert. Wer Philosophie likt, ist eher introvertiert. „““

  7. Fluß
    Dezember 5, 2016 um 9:23 am

    „““ Stattdessen klickt Nix weiter zur nächsten Folie: fünf verschiedene Gesichter, jedes Gesicht entspricht einem Persönlichkeitsprofil. Es ist das Ocean-Modell. «Wir bei Cambridge Analytica», sagt Nix, «haben ein Modell entwickelt, das die Persönlichkeit jedes Erwachsenen in den USA berechnen kann.» Jetzt ist es absolut still im Saal. Der Erfolg des Marketings von Cambridge Analytica beruhe auf der Kombination dreier Elemente: psychologische Verhaltensanalyse nach dem Ocean-Modell, Big-Data-Auswertung und Ad-Targeting. Ad-Targeting, das ist personalisierte Werbung, also Werbung, die sich möglichst genau an den Charakter eines einzelnen Konsumenten anpasst.

    Nix erklärt freimütig, wie seine Firma das macht (der Vortrag ist auf Youtube frei einsehbar). Aus allen möglichen Quellen kauft Cambridge Analytica persönliche Daten: Grundbucheinträge, Bonuskarten, Wählerverzeichnisse, Clubmitgliedschaften, Zeitschriftenabonnements, medizinische Daten. Nix zeigt die Logos global tätiger Datenhändler wie Acxiom und Experian – in den USA sind quasi alle persönlichen Daten käuflich zu erwerben. Wenn man wissen will, wo zum Beispiel jüdische Frauen wohnen, kann man diese Informationen einfach kaufen. Inklusive Telefonnummern. Nun kreuzt Cambridge Analytica diese Zahlenpakete mit Wählerlisten der Republikanischen Partei und Onlinedaten wie Facebook-Likes – dann errechnet man das Ocean-Persönlichkeitsprofil: Aus digitalen Fussabdrücken werden plötzlich reale Menschen mit Ängsten, Bedürfnissen, Interessen – und mit einer Wohnadresse. „““

  8. Fluß
    Dezember 5, 2016 um 11:58 am

    http://www.blickamabend.ch/news/usa-oel-pipeline-in-north-dakota-wird-vorerst-nicht-weiter-gebaut-id5851749.html

    „““

    Die umstrittene Ölpipeline in North Dakota wird vorerst nicht weiter gebaut. Statt der Route entlang eines Indianerreservats sollen Alternativen geprüft werden, teilte das United States Army Corps of Engineers gestern mit. Das ist ein Kommando der US-Armee, das im Bauingenieurwesen tätig ist.

    Die Betreiberfirma Energy Transfer ist damit gar nicht einverstanden. Das Unternehmen warf Barack Obama unverhohlenen politischen Aktionismus vor.

    Die Entscheidung ist ein grosser Sieg für mehrere Tausend Demonstranten. Gegen die Pipeline gibt es seit Monaten sowohl vor Ort als auch in sozialen Medien Proteste. Sie richten sich gegen eine drohende Verschmutzung der Umwelt. Die Indianer sehen heilige Stätten und ihre Wasserversorgung bedroht.
    Partystimmung in North Dakota

    In ersten Stellungnahmen reagierten Ureinwohner und Umweltschützer begeistert. Auf Bilder feiern die Protestanten ihren Erfolg. Videos auf Facebook aus einem Camp vor Ort zeigten Freudentänze. Die Stammesmitglieder der Sioux-Indianer skandierten lautstark: «Mni Wichoni» was soviel bedeutet wie «Wasser ist Leben».

    Wie lange diese Freude währt ist indes noch nicht bekannt. Donald Trump ist ein Unterstützer der Pipeline und Experten rätseln, welche Entscheidung der zukünftige Präsident trifft.

    Die Pipeline ist ein milliardenschweres Projekt. Sie soll Öl von den Tausenden Frackingbohrstellen im Norden North Dakotas in den Bundesstaat Illinois transportieren. Die Röhre soll insgesamt fast 1900 Kilometer lang sein. Sie ist bis auf das fehlende Stück unter dem Lake Oahe, dessen Bau von der Army jetzt angehalten wurde, fertig. (SDA/fss) „““

  9. Fluß
    Dezember 5, 2016 um 1:06 pm

    Psychometrik, Psychometrie – auch Blick in die Seele, an Gegenständen Geschichte erfühlen.
    Achja, Gut-ACHT-er leben auch von sowas. Wer begutachtet Politiker und ihre Qualität:
    http://paincourse.com/upload/pdf-a/albert-psychometrie-2012.pdf

  1. No trackbacks yet.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: