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Ein Stimmungsbild nach dem Sieg von Trump

Vor der Wahl konnten wir in vielen alternativen Medien immer wieder die Beurteilung lesen, dass die Bürger der USA nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hätten. Zumindest, was die beiden Topkandidaten der übermächtigen Parteien der Demokraten und Republikaner, also Clinton oder Trump anging. Dass es auch noch zwei andere Kandidaten gab, wurde nicht mehr ins Kalkül gezogen. Clinton wurde maximale Korruption vorgeworfen sowie die Mitinitiation des Islamischen Staats. Trum steht bei den Frauen wegen Sexismus in der Kretik, aber auch alle Menschen mit Migrationshintergrund sowie die Minderheiten anderer sexueller Ausrichtungen dürfen Schlimmes von ihm erwarten.

Vor der Wahl war interessant zu beobachten, dass nun doch die eine oder andere Stimme aus den Mainstream-Medien (Manche sagen hierzu auch Lückenpresse) moderate Artikel mit Blick auf Trump veröffentlichten. So schrieb zum Beispiel auf Spiegel Online Jakob Augstein:

Sicherheitsrisiko Clinton – Was für Trump spricht(Quelle)

Gibt es wenigstens einen einzigen Grund, auf einen Sieg von Donald Trump zu hoffen? Ja: den Frieden. Hillary Clinton will im Syrienkrieg die militärische Konfrontation mit Russland riskieren. Das kann Deutschland nicht wollen.

Nun lag Herr Augstein so schief wohl nicht, denn in seiner Wahlannahmerede hielt er u.a. fest:

Trump nach der Wahl

Trump nach der Wahl

Aber auch aus den Reihen der mittelständischen Unternehmer gibt es positives Stimmen. So hören wir von Herr Grupp, Geschäftsführer der Trigema, bekannt aus der Fernsehwerbung für das nicht Migrieren von Arbeitsplätzen ins billige Ausland:

Trump wird sich deshalb so verhalten, wie ich mich als Unternehmer verhalte: Ich habe eine Verantwortung für meine Mitarbeiter, dass diese ein menschenwürdiges Leben führen. Man muss den einfachen Arbeiter im Aufschwung mitnehmen und ihn teilhaben lassen, statt ihn untergehen zu lassen. Es ist erschreckend zu sehen, wie es den Arbeitern in den einstigen Stahl- und Schwerindustrieregionen der USA geht, während andere etwa in Kalifornien sich im wirtschaftlichen Aufschwung und in der Globalisierung sonnen. Trump wird seinen Fokus darauf richten, dies zu ändern. (Quelle)

Wir dürfen nun gespannt sein, ob Trump überhaupt eine Chance hat, sich gegen die Kriegsindustrie zu wehren, die zusammen mit der Wall Street die Menschen an den Eiern hat, wie der hier gerne sagt. Manche meinen, dass es ihm wie John F. Kennedy ergehen wird, wenn er in dem Punkt, Frieden zu schaffen „stur“ bleibt (zur Erinnerung die Rede, die JFK vermutlich endültig den Garaus machte). Oskar Lafontaine schreibt auf seinem Facebook-Profil ebenfalls:

Die Macht eines US-Präsidenten ist sehr begrenzt. Und ich bin nicht sicher, ob er in der Lage ist, sich gegen die ökonomischen Interessen der Wall Street, der Kriegsindustrie und der Öl-Industrie durchzusetzen. Die Frage ist: Kann man die soziale Lage verändern? Und die soziale Lage kann man nur verändern, wenn man die ökonomischen Machtstrukturen in den Griff bekommt. Wenn nicht, ist das nur Sonntagspredigt.

Ken Jebsen, der mit seiner Marke KenFM inzwischen zu den bekannteren Alternativmedien zählt, freut sich über diesen Ausgang der Wahlen: „Ein guter Tag für die Demokratie.“ Und er rät den Schreibern der vom militärisch-industriellen Komplex finanzierten Medien doch schnellstens das Feld zu räumen, schämen würde inzwischen nicht mehr reichen:

Und wie diese Schreiber und ihre Zahlenjongleure daneben lagen, macht ein Artikel auf MEEDIA deutlich:

„Data died tonight“: Wie die US-Wahl zum Fiasko für die Umfrage-Industrie wurde

Bis zum Schluss waren nahezu alle Umfrageergebnisse gleich: Am Montag, also einen Tag vor der Wahl, sahen Umfragen, die von Bloomberg, CBS, ABC, USA Today (mit Suffolk), der Economist (mit YouGov) NBC (mit SM) oder auch der Washington Post, veröffentlicht worden waren, Clinton vor Trump. Eine zuletzt aktuelle Umfrage von Reuters und dem Marktforschungsinstitut Ipsos sah eine 90 prozentige Siegeswahrscheinlichkeit für Clinton, die demnach 303 Wahlmänner hinter sich versammeln sollte. Nur wenige sahen Trump vorn: So beispielsweise eine (Online-)Umfrage der University of Southern California mit der LA Times.

joerg-schoenbornUnd so muss sich auch der ARD-Statist/iker Jörg Schönenborg rechtfertigen und dabei weit ausholen, um zu erklären, warum der Blick in die Kristallkugel dieses Mal so gar nicht gelingen wollte, siehe auf der ARD-Seite:

Die Umfragen lagen daneben – warum? (Quelle)

Die Umfragen waren ziemlich klar, die meisten Journalisten waren sich einig: Hillary Clinton wird die US-Wahl wohl gewinnen. Das war falsch, wie jetzt alle wissen. Woran lag das?

Dabei war es wohl doch nicht so schwer, eine Voraussage sogar weit im voraus zu treffen. So sah man es bei den Simpsons schon vor 16 Jahren:

simpsons-usa-wahl

Siehe dazu auch diesen Artikel im Merkur:

„Die Simpsons“ sagten Trumps Wahlsieg vor 16 Jahren voraus (Quelle)

München – Eine 16 Jahre alte Simpsons Folge geistert derzeit durchs Netz und sorgt für Gänsehaut. Lisa Simpson wird darin Präsidentin. Ihr Vorgänger: Donald Trump.

Einer der ersten, der Trump gratulierte, war Putin, siehe auf RTDeutsch:

In seinem Schreiben gab Putin seiner Hoffnung auf eine fruchtbare Zusammenarbeit zur Überwindung der Krise in den Beziehungen zwischen Russland und den USA Ausdruck. Zudem äußerte der russische Präsident Zuversicht hinsichtlich einer Kooperation beider Staaten zur Bewältigung von Herausforderungen der globalen Sicherheit.

Unsere Angela hat auch gratuliert, stellt aber erstaunliche Bedingungen:

DIE WELT fragt: Kann Merkel Trump wirklich Bedingungen stellen? Aber leider ohne eine Antwort zu wagen. Immer wird festgestellt, dass sich Merkel, obwohl Trump immer wieder ihre Migrationspolitik kritisierte, nicht in das Bashing gegen ihn eingestimmt, wie es u.a. Frank- Walter Steinmeier, ein möglicher Kanzlerkandidat der nächsten Bundestagswahlen, tat. So lesen wir von ihm nach der Wahl auf N-TV:

„Ich will nichts schönreden“ – Steinmeier gratuliert Trump nicht

Der Sieg des Republikaners Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen in den USA erwischt die Bundesregierung offenbar kalt. Bundesaußenminister Steinmeier „will nichts schönreden“ und gratuliert Trump in einer Stellungnahme auch nicht.

putin-and-trump-riding-one-horse-together-with-naked-chests

Manche haben nun Männerträume …

Es gibt aber auch Stimmen, die gleich eine Revolution erkennen wollen. In der schweizer Baseler Zeitung dürfen wir lesen:

Friede den Hütten, Krieg den Palästen (Quelle)
Amerika hat gewählt: Die Revolution.

2016 ist das Jahr der Wende. Nach der ersten Revolution, die im Sommer in Grossbritannien vorgefallen war, als ein eigenwilliges, mutiges Volk den Brexit beschloss, ist das nun die zweite Rebellion der einfachen, normalen Leute, die noch grösser, noch bedeutender, noch schmerzhafter ist für jene Kreise, die so felsenfest davon überzeugt sind, besser zu wissen, wie man ein modernes Land zu führen hat, als jene, die ihnen jetzt die Gefolgschaft verweigert haben: nämlich die Coiffeusen, die Stahlarbeiter, die Lastwagenfahrer und die Hausfrauen, die Buchhalter und Metzger, der Malermeister und die Unternehmerin, die Arbeits­losen und die Sparkassen­verwalter, die Kellner und die Kindergärtnerinnen, mit einem Wort, die Mehrheit der Leute – und allen Um­­fragen zum Trotz leben wir nach wie vor in einer Demokratie.

Ob das aber wirklich was mit Revolution des kleinen Mannes zu tun hat, wenn gerade Bayer-Monsanto einer der Spender für Trumps Wahlmaraton ist? Die Chemie-Giganten hatten ja schon einmal eine Revolution angezündelt. Das ging am Ende für Deutschland nicht wirklich gut aus, Stichwort IG-Farben, die zudem viele der KZs als Arbeitslager betrieben (apropos: ich las heute irgendwo in den Artikeln zum Wahlergebnis, dass inzwischen mehr Farbige in den privaten US-(Arbeits)Gefängnissen sitzen als es damals Sklaven in den Südstaaten gab).

Ob nach dieser Wahl wieder Alltag eintreten wird, ist dieses Mal sogar fraglich, denn die Abneigung gegen Trump ist manchen Ortes so stark, dass sich heftiger Protest auf den Straßen zeigt. Nochmals RTDeutsch mit Bilder:

Ob sie ahnen, dass auch hinter Trump verschwörerische Kräfte stehen? Bei den Freigeistern erfahren wird, dass hinter Trump die Jesuiten (siehe auch: Werden die Freimaurer noch von den Jesuiten getoppt?) stehen sollen, sowie ein Teil der Militärs, denen die Neocons über seien. Oder steckt hinter diesen Protesten nur auch schon wieder der alte Soros?

Und auch das gibt es nun: Der kanadische Server für Einwanderung sei gestern zusammengebrochen, denn:

Bewirkt Trump den Exodus?Viele Amerikaner wollen nach Kanada auswandern (Quelle)

Geringe Kriminalität, hoher Lebensstandard und spektakuläre Natur: Nach dem Wahlsieg Donald Trumps blickt so mancher Amerikaner gen Kanada.

Und dann gibt es noch eine letzte Rede vor der Wahl, die in den Lückenmedien nicht gezeigt wurde, zu der aber viele Stimmen meinen, dass diese den Ausschlag für die Wahl gegeben hätte:

us-wahlenUnd am Ende noch was wirklich nachdenklich Machendes:

Nur 18 Prozent wählten Trump (Quelle)

Eine Berechnung zeigt: Nur ein kleiner Teil der amerikanischen Bevölkerung stimmte wirklich für den neuen US-Präsidenten.

 

Und das dürfte in allen Demokratien ähnlich aussehen. Es regiert immer eine Minderheit …

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  1. Martin Bartonitz
    November 14, 2016 um 1:28 pm

    Und dann zieht er auch gegen den Militärisch-Industriellen Komplex:

    Trump: Man soll in Syrien gegen den IS vorgehen, statt zu versuchen, Assad zu stürzen
    Washington (Press-TV/ RT) – Der designierte Präsident der USA, Donald Trump, hat am Freitag in einem Interview mit der Zeitung The Wall Street Journal gesagt, dass man in Syrien gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ vorgehen sollte, satt zu versuchen, den Präsidenten Baschar Al-Assad zu stürzen.

    Ob sie ihm dann doch bald eine Kugel verpassen?

  2. Martin Bartonitz
    November 14, 2016 um 10:17 pm

    Wahlbetrug in den USA hat Tradition

    All das zeigt: Trump hat seine Wähler, fast durchgehend Opfer des anhaltenden wirtschaftlichen Niedergangs der USA, hintergangen. Es war nie sein Ziel, dem kleinen Mann unter die Arme zu greifen und seine Lebensbedingungen zu verbessern. Ganz im Gegenteil: Trump hat die Verzweiflung, die Wut und den Bildungsmangel der einfachen Leute benutzt, um ins Weiße Haus einzuziehen und von dort aus Maßnahmen zu ergreifen, die ausschließlich ihm und seinesgleichen nützen.

    Ein solcher Wahlbetrug ist in den USA nichts Neues. Auch Barack Obama hat die US-Bevölkerung hinters Licht geführt: Er hatte vor seiner Wahl versprochen, die Kriege der USA zu beenden, Guantanamo zu schließen, die Staatsfinanzen zu sanieren und für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen.

    Heute wissen wir: Er ist der erste Präsident der USA, unter dem ununterbrochen Krieg geführt wurde, er hat Guantanamo nicht geschlossen und die USA sind mit $ 20 Billionen am Ende seiner Amtszeit höher verschuldet denn je. Die Reichsten sind reicher, die Mittelschicht ist ärmer, die soziale Ungleichheit größer als je zuvor.

    Fundstelle: Donald Trump – letzter gewählter Präsident der USA?

  3. Martin Bartonitz
    November 16, 2016 um 1:04 pm

    Christoph Sieber: „Warum ich froh bin, dass Donald Trump gewählt wurde.“

  4. Martin Bartonitz
    November 18, 2016 um 8:22 am

    To all my friends in the USA: you want to give Trump a chance? Really? What do you expect him to do? Will he do better than Obama? You don’t think you elected a president, who is going to steer the country on your behalf, do you? You got owners. And Trump, as any of his predecessors is going to work for these owners, not for you. Listen to Noan Chomsky below, or to George Carlin. It is not me saying this. And the owners want war. The USA is considered the biggest threat to world peace, by a large margin. Again, this is not me saying this, nor just one other person, this is the result of a representative global poll. So please, don’t wait. Don’t let the next president start on his destructive path. Get the country and the power over your country back. Stand with those people at Standing Rock, or start an urban garden, or request investments into your infrastructure or local school. It doesn’t matter how, but start fighting back, request your government to work for the people. We are with you, in our countries. We have similar problems and need to solve them together each one at their own place.

  5. Fluß
    November 18, 2016 um 11:03 am

    Lanz-Talkshow wird wiederholt. Da gehts um Trump. Wurde ein Rede-Ausschnitt gezeigt wo Trump plötzlich apathisch wurde und von der Bühne gebracht wurde, um 3 Minuten später wiederzukommen. Security sprang ins Publikum, da war wohl nix. Vielleicht gings da um „Bestrahlung“. Oder Trump trägt einen Herzschrittmacher, der spinnt bei starkem Magnetismus.
    Die Analystin „Wehling“ ist das zweite Mal in der Sendung und sagte seinen Wahl-Sieg voraus.
    Sie meint auch, daß Trump nun das „Gericht“ konservativ besetzen könnte.

  6. Martin Bartonitz
    Dezember 4, 2016 um 6:38 pm

    Schon interessant, auch mal die Perspektive der rechten Seite zu betrachten … eine sehr nüchterne, 360 Grad Analyse unseres aktuellen Situation der Machtspieler dieser Erde:

    Ihr hattet jetzt etwas Zeit, euch über den Sieg von Donald Trump zu freuen, aber jetzt ist es an der Zeit, wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren und dem Ernst des Lebens ins Auge zu blicken. Also setzt euch bitte hin und haltet euch gut fest.
    In diesem Video werden wir eine umfangreiche Odyssee durch das vergangene Jahrhundert absolvieren und uns unter anderem mit folgenden Themen befassen: Kaufman-Plan, Hooton-Plan, Overton-Fenster, Gründung der FED, US-Imperialismus, Trotzki vs. Stalin, kommunistische Langzeitstrategie, neue Linke, die Rolle von Russland und China, Irlmaier-Prophezeiung, Finanzkollaps und dritter Weltkrieg.
    Am Ende laufen alle roten Fäden unweigerlich an einem Punkt zusammen und führen zu einer bitteren Erkenntnis: Die neue Weltordnung lockt die Patrioten in eine Falle.

    • Martin Bartonitz
      Dezember 4, 2016 um 8:04 pm

      Dr. Rainer Rothfuß bestätigt eine Reihe der in obigem Video gebrachten Fakten. Sehr interessant die Sicht auf Syrien:

  7. Martin Bartonitz
    Dezember 4, 2016 um 7:14 pm

    Und dann dürfen wir gespannt sein, ob er sich da wirklich dran traut:

    Donald Trump has vowed to abolish the Federal Reserve and reinstate the gold standard when he enters the White House in January.

    One of Trump’s picks for the Treasury Department Secretary, John Allison, hinted that he will implement the gold standard when the current Federal Reserve Chief, Janet Yellen, retires in 2018.

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