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Ausstieg aus der Megamaschine

Daniel Scheidler - Autor und Dramaturg

Daniel Scheidler – Autor und Dramaturg

„Erziehung nach meinem Plan umgesetzt zu sehen, wird so erfolgreich sein, wie eine automatische Maschine zu betrachten.“, so  Johann Amos Comenius – Vater der modernen Pädagogik im 17. Jahrhundert – hatte dabei die Druckerpresse vor Augen, mit der man Schüler gerade zu mit [In-FORM-ation] bedrucken kann.

Eltern versuchen ihre Kinder schon im Vorschulalter für den globalen Wettbewerb zu positionieren, die Apple-Watch misst non-stop die Biodaten und übermittelt sie nach Kalifornien. Das Leben nimmt zusehends den Charakter eines Wettrennens gegen die Zeit, gegen die Konkurrenz, gegen den Rest der Welt an. Im Zeitalter des Neoliberalismus werden die klassischen Disziplinarinstitutionen – Militär, Schule, Lohnarbeit – durch den vorauseilenden Gehorsam einer verinnerlichten Selbstdressur ergänzt. Freudvoll, mühelos und authentisch soll es auch noch sein. So erleben wir eine umfassende Glücks- und Zufriedensheitssimulation bei gleichzeitiger innerer Implosion. Die besondere Tragik dabei: Die globale Megamaschine, für die sich Menschen zu optimieren versuchen, ist selbst dabei zu implodieren. Finanzcrashs, Klimachaos, zerfallende Staaten: Die Wohlstandsinseln schrumpfen und der Kampf intensiviert sich. Um aus dem Wahnsinn auszusteigen, müssen wir nicht nur uns selbst therapieren sondern auch das größere System, das uns verbindet. Es ist höchste Zeit für einen Ausstieg aus der Megamaschine.

Bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie in Frankfurt/M. hat Fabian Scheidler (auf Wikipedia) am 23.9.2016 einen mehr als hörenswerten Vortrag zum „Ausstieg aus der Megamaschine“ gehalten. Er bringt vorne weg einen geschichtlichen Abriss von 6.000 Jahren barbarischer Herrschaft, auf die Herrschaft über die Natur und die Tyrannei des linearen Denkens, auf das unsägliche Gehorsamtrimmen in unserer Schule ein (siehe auch Ausbildung 2.0), auf die Grenzen des Systems, und wie wir aus dieser Megamaschine (Buch: Das Ende der Megamaschine: Geschichte einer scheiternden Zivilisation) aussteigen können.

Dem Vortrag ist sehr angenehm zu folgen, Danke dafür:

 

  1. Oktober 22, 2016 um 10:18 am

    Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

  2. Fluß
    Oktober 22, 2016 um 10:43 am

    Früher gingen Menschen noch mit IDEEN schwanger und sagten den Kindern: wenn du mal erwachsen bist, kannst du tun was du willst.
    Mitlerweile geben die Maschienen den Ton an und spucken Ideen aus.

    http://www.raumzeitwellen.de/spacewave-it/kapitel05.htm

    “ Ein Großteil der Verhaltensweisen früher Menschen und der Menschenaffen unterschied sich von niedrigeren Lebensformen dadurch, dass zum festen Überlebensprogramm des Klein- und Stammhirns ein immer größer gewordener freier Speicher – das Großhirn – zur Verfügung stand.
    Zwei wichtige Fragen drängen sich auf:

    Warum wurde der freie Speicher im menschlichen Gehirn immer größer ? 
    
    Wie haben die frühen Menschen ihren frisch gewonnenen freien Speicher genutzt ?  
    

    Zwar lassen sich anatomische Veränderungen, nachlassende Körperbehaarung, Änderungen der Hautfarbe usw. leicht durch notwendige Anpassungen an Klimaschwankungen, Einflüsse des Biotops oder wachsenden Populationsdruck erklären, der die Ausbreitung der Menschen in neue Lebensräume wie die Savannen Afrikas bewirkte. Warum sich aber der frei nutzbare Speicher im Gehirn vergrößerte und der Spezies Mensch damit zu einem erweiterten Aktionsrahmen verhalf, lässt durchaus wilde Spekulationen zu. Jedoch geschieht noch heute analoges in der Computertechnik. So erhöhte sich in den 80ziger Jahren nach und nach die Speicherkapazität der Computer geradezu explosionsartig. Von anfänglich mageren 64 KB Hauptspeicher auf bald 1, 2, 4, 8 oder noch mehr Megabyte. 2001 sind 512 Megabyte Speicher-RAM keine Seltenheit mehr Selbst Grafikkarten besitzen immer öfter 32000 KB eigenes RAM. Das Wechselspiel zwischen ökonomischem Zwang und Veränderung der Bedürfnisse ist heute die Ursache für den Speicherzuwachs in den Rechnerhirnen. Die Wirkungszusammenhänge, die zu einer Vergrößerung der menschlichen Hirnmasse führten, müssen wohl komplexerer Natur gewesen sein, aber grundsätzlich handelt es sich um ein Parallelphänomen. Möglicherweise ist die Expansion des menschlichen Gehirns jedoch nichts weiter als eine Art Notwehrreaktion auf veränderte Umweltbedingungen gewesen. Biologen nennen so etwas Anpassungsdruck. Warum haben die Menschenaffen also ihren natürlichen Lebensraum verlassen ? Es ist müßig darüber zu streiten ob hier eher unsere Erbmasse oder mehr Änderungen im natürlichen Lebensraum als Ursache in Frage kommen. Tatsache ist, dass die natürliche Umwelt die Menschen zwar forderte, aber nicht die Teile des Hirns voll auslastete, die so über freie Kapazitäten verfügten. Dies führte vor allem auch zur Verstärkung der menschlichen Neugier. Eine Neugier, die auch heute noch anhält, einfach dadurch bedingt, dass – wie die Gehirnforschung gezeigt hat – die riesige Menge an Nervenzellen nicht einmal zu 50% benutzt wird. Prinzipiell gibt es Neugier bei Katzen, Fischen, sogar Mimosen oder der Venusfliegenfalle ebenso, der eigentliche Unterschied ist aber, dass Neugier bei den genannten Lebensformen viel stärker mechanistischer Art ist und die Betonung mehr auf der kurzfristigen Lebenserhaltung liegt, nicht jedoch auf dem Aspekt der Wandlung, dem Neuen.

    Die Neugier der Menschen sowohl als Individuum als auch ganzer Gruppen bis hin zur globalen Gemeinschaft trägt immer noch selbstverstärkenden Charakter. Einen exemplarischen Beweis für die Entwicklung von Geschichte durch Neugier können wir an der frühen Astronomie bis zur Kopernikanischen Revolution verfolgen. (Quelle: ASTRO II von Gigasoft/DOS-Programm) „

  3. Fluß
    Oktober 22, 2016 um 10:58 am

    Das Ganze ist doch darauf zurückzuführen daß es Menschen gibt die meinen, daß Intelligenz alles wäre. Man braucht doch nur schaun, welche Berufe angesagt sind. Berufe die leicht gehen: Mister Dax z.B. spekuliert an der Börse und schimpft gleichzeitig drauf. Autoren schreiben MEINungen und beraten indem sie Geld fordern. Nurds schreiben Programme.
    Redner, Dramaturgen leben vom Publikum. Berater, Coaches verkaufen Lebensgefühl. Andere Fach-Bereiche versprechen Linderung, Heilung – andere bieten WIRK-Stoffe an.

    Letzendlich alles Suggestion.

    Ja und der BeGRIFF systemische Therapie ist ja nun überhaupt nicht greifbar. Den gibts in vielen beReichen, handelt aber nie von der Ganzheitlichkeit.

    • Fluß
      Oktober 22, 2016 um 11:52 am

      PUBLIKum, Publik machen, rePUBLIK
      DEMOnstration = etwas demonstrieren/Darstellen/Darsteller
      Demokratie…..

      AUTOr ist ein Automat und das Geld kommt durch ein Buch rein, da ja Vervielfältigt (also nicht einfältig) und die Leute die dann das eine verfielfältigte Buch kaufen, kaufen eine Geschichte/eine Idee und bezahlen automatisch ohne zu wissen, obs Produkt überhaupt gut ist.

      Ja, was verdient wer? Strafe, Geld, Hochachtung, Anerkennung, Aufmerksamkeit, Energie…

  4. Gerd Zimmermann
    Oktober 22, 2016 um 12:46 pm

    https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz

    „Das Ganze ist doch darauf zurückzuführen daß es Menschen gibt die meinen, daß Intelligenz alles wäre.“

    Inelligenz ist wie Bewusstsein nicht definiert.

    Hier im Blog kann man nachlesesn, dass ein IQ von 145 nichts mit Intelligenz
    zu tun hat,

    Selbst mit einem IQ von Null vermag ein Mensch alles zu wissen.

    Wir verwechseln Glaube mit Wissen.

    Der Beitrag von F. Scheidler ist gut.
    Er basiert aber auf geglaubten Wissen.

    Geglaubtes Schulwissen wird in Worte verpackt.
    Was, wenn alle Lehrbücher dieser Welt umgeschrieben werden müssen?
    Und das müssen sie.

    Die Menschheit befindet sich im Aufwachraum und auf der Finde nach einer
    besseren Welt werden sich Möglichkeiten auftun von denen macher nicht
    zu träumen wagt.

    Irgendwo hier im Blog steht geschrieben: „Wenn man fliegen will, muss man
    nur vergessen, dass man nicht fliegen kann.“

    Ein Erinnerung aus der Zukunft?

  5. Fluß
    Oktober 22, 2016 um 1:04 pm

    Ja, da ja alles aus der geistigen Welt in die irdische rüberschwappt, gibt es also in der geistigen Welt welche, die meinen, sie müßten schon intelligenter/gewiefter sein als die andern.

    Dann kommt noch die Verbung dazu, da wird geworben, damit die Mensch auch ja den richtigen Weg gehen (statt weg) und dienen wie Bienen.

    Es ist mitlerweile so ersichtlich, wie manche Menschen voller Zweifel und Skepsis sind und sofort alles anspringen – ein erlerntes Programm. Ein Widerkäun des alten und verkaufen es dann als die eigene Idee. Erst einmal tief durchatmen und die Gedanken beobachten, sie kommen und gehen.

    Vielen was Menschen anwerben wird garnicht gebraucht. Da wird im außen gesucht, ein tolles Lebensgefühl wie eine Kuscheldecke. Und Anbieter gibts genug. Wird der Grund hinter all dem erfragt, wird gesehen daß es immer wieder um Geld geht. Okay, manche wollen sich wichtig fühlen, andere fühlen sich gut wenn sie helfen.

    Die Welt ist mitlerweile so komplex und durchgetaktet und zum Ab-Lenken (vom eigenem Autopiloten) bereit.
    Man braucht nicht mehr zur Verkaufsveranstaltung, Kongreß, Kaffeefahrt – gibts alles online.

    Das System ist eindeutig systemisch krank.

  6. Gerd Zimmermann
    Oktober 22, 2016 um 1:21 pm

    Adam Douglas schreibt in seiner Triologie in fünf Bänden; Per Anhalter durch
    die Galaxis: Wenn man fliegen will muss man nur den Boden verfehlen.

    Zufall?
    Im Universum gibt ES keinen Zufall.

    Hier im Blog steht weiter geschrieben, ES gibt keinen freien Willen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Libet-Experiment

    ES steht aber auch hier geschrieben das ES die Wahlmöglichkeit gibt

    aus 1001, was als Metapher zu sehen ist.

    Ich interpretiere dies so; in jedem Märchen steckt etwas Wahrheit.

    Hier eine Wahrheit davon: Und wenn sie nicht gestorben sind ……….

    Unser Universum ist so unglaublich EINFACH aufgebaut
    Wer das Restaurant am Ende des Universums besucht wird das verstehen.
    In diesem Restaurant kann man reservieren nachdem man ES besucht hat.

    Im Vortrag von F. Scheidler wird beschrieben, wie sich die Schere immer
    weiter öffnet.
    Dies ist bekannt. Was nicht bekannt ist, ist die Tatsache, dass ES sich hierbei
    um eine Notwendigkeit handelt.

    Im Märchen gibt ES meisst einen Bösen und viele welche darunter leiden.
    Noch ist jedes Märchen gut ausgegangen.

    Der Meisterdramaturg in diesem kosmischen Drama ist das
    Gesamtbewusstsein. ES führt die Regie, siehe freier Wille.

    Ihrer Schauspielerrolle in dieser Inzenierung sind sich die meissten
    Menschen nicht bewusst.

  7. Fluß
    Oktober 22, 2016 um 2:02 pm

    “ Die Menschheit befindet sich im Aufwachraum….“

    Das Problem dabei ist dann die Orient-Tier-ung.
    Um AufzuWachen bedarf es vorher eines Traumas, eines Eingriffs, einer Operation.
    Dadurch kann es zu einem DurchgangsSyndrom kommen oder auch post-operatives Delir.
    Sozusagen Orientierungslosigkeit, da nicht mehr im Kollektiv angedockt, nicht mehr hypnotisiert.

    Für die Op`s bekommen Menschen Lachgas, Narkotika für die BewußtLosigkeit.

  8. Gerd Zimmermann
    Oktober 22, 2016 um 8:44 pm

    „Ein weiterer Grund für die endgültige Entfernung der Projekte aus dem Netz,
    ist das lesenswerte Buch von Nicholas Carr mit dem Titel Utopia is creepy, sowie sein
    Blog unter http://www.roughtype.com/.“

    Quelle: Guido Vobig

    Erstaunlich das selbst Adorno schon hier im Blog aufgetaucht ist.
    So ein Zufall aber auch.

    @ Fluss

    „Sozusagen Orientierungslosigkeit, da nicht mehr im Kollektiv angedockt, nicht mehr hypnotisiert.
    Für die Op`s bekommen Menschen Lachgas, Narkotika für die BewußtLosigkeit.“

    Die meisten Menschen der Erde sind im Moment des Erwachens orintierungslos.
    Dies zieht sich auch hier als roter Faden durch das Internet.

    ES gibt meisstens nur eine Frage: WO BIN ICH?

    „Narkotika für die BewußtLosigkeit.“

    Eine Bewusstlosigkeit in dem Sinne gibt ES eigentlich.nicht.
    Ein Zahn der Schmerzfrei gespritzt wird ist nicht bewusstlos.

    Ebensowenig kann ein Mensch bewusslos sein, da man Bewusstsein nicht
    ausblenden kann.
    Siehe Nahtoderfahrung.

    Mediziner lernen auf der Uni nicht, was bei einer Vollnarkose geschieht.
    Bei einer Narkose wird der elektromagnetische Strom der Wahrnehmung
    unterbrochen, die Nerven leiten den Strom nicht weiter und wir glauben
    Bewusstlos zu sein, da ES in diesem Zustand keine Schmerzen oder
    Wahrnehmung gibt.

    Dieser Glaube der Medizin ist ein Irrglaube.
    Er basiert darauf, dass nicht verstanden wird wie elektromagnetische
    Nervensignale zu sehen, hören, schmecken, riechen oder Tastsinn codiert
    und decodiert werden.

  9. Gerd Zimmermann
    Oktober 22, 2016 um 9:07 pm

    Nocheinmal kurz zur Narkose

    wenn ich ein schwingendes System wie Wasser oder Zellwasser zum Stillstand
    bringe, findet kein Informationsaustausch statt.

    Genau dies geschieht auch bei MMS.
    Die Ursache von Schmerzen oder die Symptome sind daruch nicht beseitigt,
    sie werden einfach nur ausgeblendet und dies auf elektromagnetischem Wege.

  10. Fluß
    Oktober 22, 2016 um 9:08 pm

    Ich kopier mal was zum Thema *Astral-Ebene“ vom Bewußtseinsblog rüber, da wird aus einem Buch zitiert. Ich kenn die Frau nicht.

    “ Ruth Huber

    S.141 Auszüge

    Auf unserem Weg zurück müssen wir die Astralebene durchqueren.

    Hier locken schier unbegrenzte Möglichkeiten: Glanzvolles, Geheimnisvolles, Machtvolles, nach Lust und Laune können hier geistige Realitäten erschaffen und ausgekostet werden – doch wer kennt schon den Preis der dafür gezahlt werden muss?

    Nur wenige schaffen es, die astralen Illusionen zu entlarven, um in die spirituellen Ebenen zu gelangen. Aber: Der Weg führt in jedem Fall durch diese Gefahrenzone hindurch. Wir können sie nicht überspringen, das war bereits in früheren Kulturen bekannt. Sagen und Mythen sprechen davon. Sie erzählen von Drachen, die besiegt und Dämonen, die überlistet werden mussten (Unterwelt).

    Mit genügend Wissen und Liebe gibt es nichts, was wir fürchten müssten, stammen wir doch alle aus der allerhöchsten Quelle.

    Was es auf der Ebene 7 zu erleben gibt

    Die Ebene 7 gehört bereits zur geistigen Welt, hat aber, weil sie in Enger Nachbarschaft zur Materie steht, die gröbste Schwingung. Je näher wir der Quelle kommen, desto subtiler wird die Bewusstseinsfrequenz. Das heißt auch, dass wir selbst dafür verantwortlich sind, wo wir Zugang bekommen und wo nicht. Unterschiedliche Bewusstseinsfrequenzen schließen sich gegenseitig aus ……

    Ebene 7 ist spätestens nach dem Tod allen Wesen zugänglich.
    In der Regel finden wir uns auch dort ein, wenn wir in nächtlichen Träumen oder in Tagträumen den Körper verlassen. … Aber erst wenn das 3.Auge offen ist kann der geistige Raum bereist werden. Freies Bewusstsein bewegt sich in allen Regionen und kann jederzeit in die Quelle eintauchen.

    Auf Ebene 7 befinden sich die Baupläne der irdischen Erscheinungen. Diese Baupläne sind nicht das Produkt eines großen, himmlischen Baumeisters, wie das z.B. in der Freimaurerei beschrieben wird, sondern sie stammen von allen geistigen Wesen gemeinsam. Sobald wir uns etwas ausmalen, ausdenken, Ideen, Visionen entwickeln, tragen wir zur Schöpfung bei. Somit war der Schöpfungsakt auch keine einmalige Angelegenheit, sondern ist und bleibt ein fortwährender Prozess. Er wird in alle Ewigkeit in Gang bleiben – hier auf der Erde, wie im gesamten Universum.

    In jedem Gedanken fügen wir etwas zur Schöpfung hinzu. Gleiche und ähnliche Gedanken kumulieren sich und werden immer stärker. Sie vermögen es, das Weltgeschehen maßgeblich zu beeinflussen. Gedanken tendieren dazu sich zu materialisieren. Es entstehen aber auch kollektive Bewegungen (z.B. Unterdrückungs- oder Befreiungstendenzen, Zeiterscheinungen wie Renaissance, Flower Power usw.) Auch unser biologischen Körper durchlaufen eine den Gedankenbildern folgende Evolution. Wer Spiritualität nicht vollkommen verneint, bereist die 7.Ebene sehr oft. ……

    Menschen mit Nahtoderfahrungen berichten oft von den unteren Astralebenen. Wer sich beispielsweise erinnert, dass dort alles gleich aussehen würde wie auf Erden, jedoch die Farben leuchtender und die Gewässer sauberer seien …. Schilder die Region 7

    S.147
    Ich bezeichne die Region 7 – zugegeben spöttisch – auch als „Hänschens Paradies“. Was immer wir uns vorstellen, was immer wir nach dem Tod anzutreffen wünschen:

    Hier finden wir es, weil wir es selbst kreieren. Wer denkt, alles werde einfach dunkel sein, für den wird es dunkel sein. Auch wer glaubt, er werde nach dem Tod mit einem kühlen Drink in der Hängematte liegen, kann dies auf immer und ewig erleben. Nur eines geschieht in der Region 7 selten: Entwicklung, Wachstum, Veränderung. Das würde nämlich Eigeninitiative voraussetzen und die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen. (Wie komme ich zu erleuchtetem Bewusstsein? Gibt es auch noch andere Sphären…) „

  11. Fricke
    Oktober 22, 2016 um 10:29 pm

    Nicht nur hier ist der „Point of no return“ überschritten, jenseits dessen jedes „Mehr Desselben“ von „Wissens“-Speicherung effektiv einen „Wissens“-Verlust bedeutet.

    Hier zeigt sich, die Balance zwischen dem menschlichen Neuronalsystem und den „technischen Medien“ ist zusammengebrochen. Mensch als auch „Medium“ weisen gravierende Defizite auf.

    Angesichts der existierenden und beständig wiederholt generierten ungeheuren Masse von Daten sind Selbige hoffnungslos inadäquat.

    Jene sind längst über der Zeit, in der sie sich hätten noch (fundamentale) Fragen nach Gedächtnis, Wissen, und Erkenntnis neu stellen und neu überdenken hätten können.

    Dabei handelt es sich nicht nur um eine wirkliche Strukturkrise, sondern um einen Totalausfall und mißtrauen sei hier absolut berechtigt.

    Ein Weitermachen mit „Noch mehr von Demselben“ verbietet sich von selbst.

    • Martin Bartonitz
      Oktober 22, 2016 um 11:35 pm

      Jo, ist wie mit der Lüge, die, wenn sie genügend häufig wiederholt wird, irgendewann geglaubt wird, also wiederholen, was das Zeug hält🙂

      • Fricke
        Oktober 23, 2016 um 12:56 am

        Das alte Programm hat im Rahmen der Biosphäre zu einer krebsartigen Vermehrung (Hypertrophie) desjenigen Anteils der Biomasse geführt, der auf zwei Beinen läuft, und sich „Mensch“ nennt. (Plus seiner Haus- Nutz- und Parasitentiere wie Hunden, Kühen, Schweinen, Ziegen, Ratten, Fliegen und Küchenschaben, und Pflanzen wie: Getreide, Reis und Mais, Sojabohnen und Gras). Gleichzeitig wird der Rest der Biosphäre extrem ausgedünnt, angefangen vom Kahlschlag der Wälder, und Überfischung der Ozeane, sowie allgemeine Wüsten-Bildung auf den Kontinenten. Dadurch ist die Biosphäre außer Balance geraten. Aber ähnliche biosphärische Runaway-Phänomene hat es schon öfter gegeben. Sie waren dann unweigerlich der Anlaß zu den sog. Mass-Extinction Phänomenen in der Erdgeschichte, bei denen bis zu 90% der Arten verschwanden. Heute neigt ein Konsensus der Wissenschaft zwar eher dazu, kosmische Ursachen der Mass-Extinction zu postulieren, wie Meteoriten-Einschläge, aber es lassen sich genügend Hinweise für rein „hausgemachte“ Ereignisse finden.

        Die Biosphäre ist keinesfalls als „all-weise Mutter Gaia“ anzusehen, die sich sorgsam um ihre eigene Erhaltung, und die ihrer Lebewesen kümmert. Im Gegenteil: Das heutige Phänomen der Menschheit ist typisch für ein bestimmtes exzentrisches Verhalten der Biomasse des Planeten selber. Denn die Menschheit ist und bleibt Biomasse, egal, was sie selbst von sich dünkelt.

  12. Gerd Zimmermann
    Oktober 23, 2016 um 11:38 am

    „Hier locken schier unbegrenzte Möglichkeiten: Glanzvolles, Geheimnisvolles, Machtvolles, nach Lust und Laune können hier geistige Realitäten erschaffen und ausgekostet werden – doch wer kennt schon den Preis der dafür gezahlt werden muss?“

    Das denke ich auch, denn alles was gedacht werden kann, kann in der Realität
    manifestiert werden. Einzig das Undenkbare kann nicht Realität werden.
    Der Preis den man dafür bezahlt kostet kein Geld.
    Einzig das Ego abzugeben ist erfforderlich, was bedeutet ohne Gier, Hass und Neid
    zu leben, sowie alles Leben zu achten.
    Im Universum gibt ES nur ein Gesetz: HARMONIE

    „Er wird in alle Ewigkeit in Gang bleiben – hier auf der Erde, wie im gesamten Universum.“

    Das Alpha und das Omega. Jeder Anfang ist das Ende und jedes Ende sein
    eigener Anfang.
    Dies liegt daran, dass das Bewusstsein nicht geboren ist und folglich auch nicht
    sterben kann. Bewusstsein ist ein Phänomen, ES ist aus sich selbst heraus.
    Bewusstsein besitzt keinerlei Substanz, da Bewusstsein dieser Elektromagnetismus
    ist,die Energie die allen manifestierten Dingen zugrunde liegt.
    Licht verkörpert diesen Elektromagnetismus, warum Licht dual ist.
    Sowohl Welle als auch Teilchen. Licht ist aber nicht Welle oder Teilchen sondern
    BEIDES gleichzeitig. Sowohl als auch.
    Mit der Akzeptanz von sowohl als auch und dies gleichzeitig, gibt ES beim
    Doppelspaltexperiment keine Frage mehr.

    „Je näher wir der Quelle kommen,“

    Da diese Quelle nicht irgendwo da draussen zu finden ist, muss jeder Mensch
    sich dieser Quelle in sich gewahr werden.
    Ein I-Phon kann da nicht weiterhelfen.
    Man kann sich der Quelle nähern aber nie erreichen, reines Bewusstsein ist
    Energie gepaart mit Wissen.
    Ohne Verkörperung nimmt sich Bewusstsein nicht wahr, was heisst, dass das
    Universum auf der Stelle verschwinden würde, was nicht möglich ist.

  13. Fluß
  14. Martin Bartonitz
    Oktober 24, 2016 um 11:06 am

    Aktuelles Beispiel:

    Es bestätigt sich immer mehr, dass die Medien Wirtschaftsunterstützer sind (so formuliere ich das mal). Wenn man mal nachschaut wie die Autoren „zu ihrer Ausbildung“ gekommen sind dann steht da nicht in ihrem Profil ein Land wie Kanada, Spanien, Italien, England sondern USA. Genau wie bei dem Autor dieses Artikels …. „Von 2007 bis 2014 Wirtschaftskorrespondent in New York, seither Leitender Redakteur mit dem Schwerpunkt volkswirtschaftliche und weltwirtschaftliche Themen.“

    Dieser Satz ist dann die Bestätigung der Demokratie …

    „Oberflächlich betrachtet, trägt natürlich die EU-Kommission die Verantwortung, also Oettinger und seine Kollegen. Sie hatte im Juli entgegen ihrer ursprünglichen Absicht und wider besseres Wissen die Ratifizierung von Ceta in die Hände der nationalen Parlamente gelegt.“

    … und dann noch eine Steigerung …..

    „In irgendeinem Parlament wird sich immer eine Mehrheit gegen ein Handelsabkommen finden – und sei es nur, weil EU-Feindlichkeit gerade en vogue ist.“

    …. mit weiterer Steigerung ….

    „Nur darf man nicht vergessen, dass die Kommission damit massivem öffentlichem Druck nachgab. Viele Ceta-Gegner taten so, als sei die Demokratie in Gefahr, wenn die Abgeordneten des Europaparlaments und nicht die nationalen Volksvertreter über das Abkommen befinden sollten.“

    …. (wir) taten nur so als wenn die Demokratie in Gefahr wäre …..

    …. und den letzten Absatz kann man getrost wegwischen … besonders diesen Satz ….

    „Der Kurs der EU sollte dabei im Prinzip freihändlerisch sein.“ mit anderen Worten „sie sollten machen dürfen was sie wollen“

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ceta-gabriel-hat-recht-aber-er-ist-trotzdem-schuld-1.3218080

    Fundstelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1757755251151001&set=gm.1160949967328662&type=3&theater

  15. Fluß
    Oktober 26, 2016 um 2:01 pm

    Wenn Menschen sich online abhängig machen:
    http://bazonline.ch/digital/internet/die-grosse-luege-des-digitalmarkts/story/28983219

    “ Ein Buch, das aus dem Regal verschwindet, ein Film, der sich nach dem Schauen nicht verschenken lässt. Solche Probleme kannten die Käufer von physischen Datenträgern nicht. Doch der Wechsel ins Digitale bringt für die Käufer von Filmen, Musik, Büchern oder Spielen oft böse Überraschungen mit sich. So entfernt Apple Alben aus iTunes, wenn ein Kunde das Land wechselt. Amazon liess gekaufte E-Book-Versionen von George Orwells «1984» von Geräten der Nutzer löschen. Grund war ein Lizenzproblem. Als Kunde wird einem suggeriert, dass man digitale Güter genauso kauft wie physische. Doch was der Kunde für sein Geld erhält, ist nicht mehr klar.

    Traditionell steht am Schluss jedes Kaufs der Besitz und das Eigentum. Wer ein Papierbuch kauft, kann es ins Regal stellen, hineinschreiben, es verleihen, verschenken, vererben, verbrennen oder in eine Bibliothek geben. Bei digitalen Gütern ist die Lage weniger übersichtlich. Was ein Kunde tatsächlich erwirbt, wenn er auf «Kaufen» klickt, erfährt er erst in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen – also genau den AGB, die kaum ein Kunde liest. Wie gross die Unkenntnis ist, stellten unlängst zwei US-Wissenschaftler fest. In ihrem Experiment stimmen 98 Prozent der Testpersonen den fingierten AGB zu. Darin stand, man müsse die Daten mit der NSA und ihrem Arbeitgeber teilen und das Erstgeborene als Bezahlung hergeben.

    Kein Kinderraub, aber…

    In den realen AGB grosser Internetkonzerne lässt sich der Kunde zwar nicht auf solchen Kinderraub ein. Dafür zerstreut sich dort jede Hoffnung, dass einem nach dem Kauf eines E-Book dieses auch tatsächlich gehört. Zum Beispiel bei Amazons beliebtem E-Reader, dem Kindle. Hier heisst es explizit, Inhalte würden an den Kunden «lizenziert, nicht aber verkauft». Ein direkter Widerspruch also zum «Jetzt kaufen»-Knopf bei jedem E-Book.

    Die Lüge des digitalen Marktes

    Die amerikanischen Rechtsprofessoren Aaron Perzanowski und Jay Hoofnagle sind dem Problem in einer neue Studie auf den Grund gegangen. Ihre Erkenntnis: «Der Multimilliarden-Dollar-Marktplatz für digitale Medien baut teilweise auf einer Lüge auf», schreibt Perzanowski. Die beiden Autoren testeten mit einem eigens erstellten Onlineshop, was sich Kunden unter digitalen Käufen vorstellen. Dafür befragten sie 1300 Konsumenten. Die Nutzer konnten im fiktiven Mediashop Filme, Musik und Bücher kaufen und mussten anschliessend angeben, welche Rechte am Gekauften sie erwarteten.

    Laut Perzanowski war das Ergebnis eindeutig. Über 80 Prozent der Teilnehmer waren der Meinung, ihr Kauf gehöre nun ihnen und dies zeitlich unbeschränkt. 40 Prozent glaubten fälschlicherweise, sie dürften ihre Einkäufe verleihen, und 30 Prozent waren der Ansicht, Musikdateien, E-Books oder digitale Filme liessen sich vererben. Noch 16 Prozent rechneten mit der Möglichkeit, ihre Güter später weiterzuverkaufen. Auch diese Annahme traf nicht zu.

    Für Perzanowski ist das Beweis genug, dass Onlineshops für digitale Güter ihre Kunden zu wenig aufklären. Die denken nach wie vor in den alten Begriffen von Kauf und Eigentum. Perzanowski sieht Firmen darum in der Pflicht, den Unterschied des traditionellen Kaufbegriffs und der Lizenzierung digitaler Güter aufzuzeigen. Konsumentenschützerin Sara Stalder sieht das gleich: «Es findet eigentlich eine Irreführung statt.» Sie fordert, dass die Kaufen-Option in Shops anders benannt wird, etwa mit «Nutzungsrecht erwerben», wobei dem Kunden vor dem abschliessenden Klick bekannt sein müsse, welche Rechte er genau erwerbe.

    Was man darf und was nicht

    Einen Vorschlag, wie das funktionieren könnte, haben die US-Forscher bereits für ihre Studie getestet. Ein eingeblendeter Texthinweis helfe Kunden deutlich, ihre Rechte besser einzuschätzen. Mit einer Liste hätten sie in Tests gute Erfahrungen gemacht, schreibt Perzanowski. «Sie dürfen» und «Sie dürfen nicht» enthielt in einfach verständlichen Sätzen Informationen, die die AGB auf eine simple Infotafel eindampften. «Sie dürfen nicht» enthielt analog zu Amazons Nutzungsbedingungen etwa die Punkte «dieses E-Book verkaufen», «dieses E-Book verleihen», «dieses E-Book verschenken oder anderweitig übertragen» und «dieses E-Book auf nicht vorgesehenen Geräten lesen».

    Die beiden Autoren greifen in ihrer Studie die Informationspolitik der Internetkonzerne scharf an. Dabei stützen sie sich auf das amerikanische Wettbewerbsrecht. Das schütze Kunden vor «unfairen oder irreführenden Praktiken». Für Perzanowski sind diese klar gegeben, da die Firmen den Kunden zu wenig klarmachten, wie eingeschränkt ihre Rechte an digitalen Gütern seien.

    Zwar kennt das Schweizer Recht immerhin den Spezialfall der Privatkopie. Eine Sicherungskopie für zu Hause ist demnach erlaubt. Allerdings greift dieses Recht faktisch nur noch beschränkt. E-Books sind wie die Mehrheit digitaler Filmdownloads mit einem Kopierschutz versehen. Diesen auszuhebeln, ist für die Mehrzahl der Privatnutzer zu anspruchsvoll, wenn auch nach Schweizer Gesetz nicht eigentlich verboten.

    Geschäftsmodell: Zugang statt Besitz

    Noch nebulöser ist das bei den Streamingdiensten. Nachdem digitale Verkäufe ab 2005 laufend gewachsen sind, sinken sie seit 2013 wieder. Stattdessen wächst der Marktanteil des Streaming stark. Er machte 2015 bereits 38 Prozent aus. Hier ist den Kunden weitgehend klar, dass das Geschäftsmodell Zugang statt Besitz lautet, niemand erwartet bei Netflix-Filmen ein Eigentum. Doch viele Nutzer sind sich nicht bewusst, dass sich das Angebot über die Zeit verändert. So wie neue Filme auftauchen, verschwinden alte wieder.

    Besonders unübersichtlich wird es, wenn man die Kataloge internationaler Anbieter zwischen den Ländern vergleicht. Diese weisen teils frappante Unterschiede auf. Netflix’ eigenes Kronjuwel «House of Cards» war im deutschsprachigen Raum zuerst beim Pay-TV-Sender Sky zu sehen, bei Netflix selbst nur mit Verzögerung.

    Geblockte Unblock-Dienste

    Findige Kunden haben es aber geschafft, mittels VPN-Diensten und Unblock-Dienstleistern auf die Kataloge anderer Länder zuzugreifen. Doch inzwischen setzt Netflix das sogenannte Geblocking rigide durch. Es ist für Schweizer Netflix-Abonnenten kaum mehr möglich, hierzulande den US-Katalog zu nutzen. Dies, obwohl Netflix-Chef Reed Hastings in der Vergangenheit verneint hatte, solche Blockierungen durchsetzen zu wollen. Doch die Zügel werden angezogen: Am iPhone und am iPad wird inzwischen sogar verhindert, dass Nutzer Bildschirmfotos eines Films machen.

    Perzanowski sieht in den aktuellen Veränderungen eine «enorme Erosion der Eigentumsrechte». Natürlich begeben sich Kunden freiwillig in diese Abhängigkeit. Auch erleiden die wenigsten Kunden unmittelbare Nachteile. Doch Perzanowskis Studie zeigt, dass Kunden Wert auf ihre Rechte legen, sobald ihnen diese besser erklärt werden. So gaben zahlreiche Nutzer an, mehr für digitale Güter zahlen zu wollen, sobald sie dieselben Rechte erhalten wie bei einem physischen Gut. (baz.ch/Newsnet) „

  16. Fluß
    Oktober 26, 2016 um 2:18 pm

    http://bazonline.ch/wetter/allgemeinelage/die-ganze-wahrheit/story/31822577

    “ Vor ein paar Jahren suchte ein befreundeter Journalist eine neue Wohnung. Ein Kollege empfahl ihm: «Sag bloss nicht, was du arbeitest. Niemand will einen Journalisten im Haus.» Ich war noch ganz neu in der Branche, deshalb verblüffte mich der Kommentar. Was sollte ­jemand gegen Journalisten haben?

    Heute weiss ich es, denn mittlerweile sind die Medien zum Feindbild geworden. Zusammen mit der Politik stehen sie unter dem Generalverdacht der Manipulation. Das kommt nicht von ungefähr: Jene Politiker, die ihre Lügen als Wahrheit verkaufen, legitimieren sich mit der Verlogenheit der Medien. Als Donald Trump in der letzten Präsidentschaftsdebatte auf die Aussagen ehemaliger Schönheitsköniginnen angesprochen wurde, wonach er einfach in ihre Garderoben spaziert sei, sagte er: «Alles Lüge.» Obschon er früher öffentlich damit geprahlt hatte. Heute sagt er einfach: «Die Medien sind korrupt.» Thema erledigt.

    Diese Woche strahlte die «Rundschau» ein Interview mit Bashar al-Assad aus. Der syrische Diktator belog den Interviewer schamlos: Sein Krieg gegen die Zivilbevölkerung von Aleppo? Er beschütze sie vor Terroristen. Seine Foltergefängnisse? Eine Erfindung von Amnesty. Das Foto des blutverschmierten Buben aus Aleppo? Eine Fälschung der Medien.

    «Post-Truth-Politics»

    Das Phänomen hat sogar einen eigenen Namen: «Post-Truth-Politics». Wird ein Politiker bei offenkundigen Lügen erwischt, spielt das nur noch eine bedingte Rolle. Die Alternative heisst heute nicht mehr Fakten versus Lügen oder Ideologie versus Ideologie. Sie heisst Realität versus alternative Realität. Es ist eine veritable Krise der Wahrheit – denn welche Autorität soll für sie bürgen? Paradoxerweise springen gerade autoritäre Lügner gern in diese Lücke.

    Besonders in der Kritik stehen aber nicht die grössten Lügner, sondern «die Medien». Und zwar nicht nur bei den Lügenpresse-Schreiern, sondern bei Menschen aus allen Bildungsschichten und politischen Lagern. Korrupt, klickgeil und mit einer versteckten politischen Agenda operierten sie, heisst es. Fragt man nach, welcher Mastermind auf welche Art und Weise genau Einfluss nimmt, bekommt man keine Antwort. Sicher sei nur, dass alle manipuliert und gelenkt würden.

    Medienwissenschaftler Matthias Kohring führte diese Vertrauenserosion in einem Interview mit der «Zeit» auf die gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Fragen zurück und erläutert das anhand der Flüchtlingskrise: Als Angela Merkel verkündete: «Wir schaffen das!», hätten sich viele Menschen durch die Berichterstattung in den Medien zu einer Willkommenskultur gezwungen gefühlt. Wer trotzdem Bedenken hatte, sah sich falsch repräsentiert und in die dunkeldeutsche Ecke gestellt.

    Misstrauen auch von links

    Doch Misstrauen gegenüber den Medien kommt nicht nur von rechts, sondern auch von links – und von anderen Journalisten. Vor zwei Wochen erschien auf Tsüri.ch ein Artikel über «Das System ‹20 Minuten›». Die schiere Häufigkeit, mit der das (wie der «Tages-Anzeiger» von Tamedia verlegte) Blatt über «Muslime, Terror und Flüchtlinge» berichte, verrate eine rechte Agenda, so die These. Zwar seien die Macher «zu intelligent», um offen tendenziös zu berichten, und liessen ­«per­fiderweise» auch immer die Gegenseite zu Wort kommen. Gängige journalistische Praxis wird so in eine rechte Verschwörung umgedeutet.

    Solche Behauptungen wären ernst zu nehmen, würden sie belegt. So aber sind sie nur auf den Applaus aus der Echokammer in den sozialen Medien zugeschnitten. Diese haben grossen Anteil an der Krise der Wahrheit. Wo früher Spinner und falsche Propheten von Tür zu Tür gehen mussten, können sie ihre Theorien heute ungefiltert in den Äther pumpen. Je emotionaler, desto besser, denn so funktionieren die sozialen Medien: Wer die unflätigsten Dinge sagt, wird am meisten gehört und verstärkt, gerade von den Gegnern. Deshalb gewinnen immer die Lauten und Rücksichtslosen.

    Dabei spielt das Gruppendenken eine entscheidende Rolle. Je mehr wir im Alltag vereinzelt werden, paradoxerweise durch die unbegrenzten virtuellen Kontaktmöglichkeiten des Smartphones, desto mehr sehnen wir uns danach, zu einer Gruppe zu gehören. Und sobald wir uns mit einer Gruppe identifizieren, gilt nur noch ihre Wahrheit. Psychologen nennen diesen kognitiven Mechanismus «motivated reasoning». Er funktioniert wie Thesenjournalismus: Wir sind eigentlich nie objektiv, sondern suchen immer nach Belegen für unsere Weltsicht. Finden wir sie, aktiviert dies das Belohnungszentrum im Hirn. Begegnen wir einem Widerspruch, so weckt dies negative Emotionen. Deshalb suchen wir nach Informationen, die Zweifel an der Gegenmeinung stützen. Damit geben wir uns dann zufrieden, so dürftig diese Belege auch sein mögen. Wir hören nur, was wir hören wollen, und glauben nur, was wir glauben wollen. Wer sich je auf Diskussionen in den sozialen Medien eingelassen hat, weiss das nur zu gut.

    Und die Medien? Natürlich sind Journalisten so wenig wie alle anderen unvoreingenommen, und sie machen wie alle anderen Fehler. Niemand bestreitet, dass die Dynamik digitaler Echtzeitberichterstattung auf Kosten der Sorgfalt gegangen ist. Und gerade Berichte über gezielte russische Manipulationsversuche der öffentlichen Meinung via soziale Medien zeigen, dass Vorsicht und Sorgfalt wichtiger denn je sind. Aber wir sind nicht so schlecht wie unser Ruf.

    Im Unterschied zu allen Meinungsmachern im Internet haben Journalisten Branchenregeln. Wenn wir Fehler machen, werden wir darauf behaftet, müssen wir überprüfen und allenfalls korrigieren. Wir müssen für unseren Bullshit geradestehen, und das motiviert uns, Bullshit zu vermeiden. Denn so dreist heute auch gelogen wird: Es gibt einen Unterschied zwischen Fakt und Fiktion. Und auch wenn die ganze Wahrheit wohl nur im Diskurs zu ergründen ist: Wir sind ihr verpflichtet. Dazu sind wir da – solange wir noch Wohnung und Job haben.

    (Tages-Anzeiger) „

  17. Fluß
    Oktober 27, 2016 um 12:45 am

    Markus Lanz kommt am 27.10. 2016 um 23.15 Uhr mit Amerika ungeschminkt, im ZDF. Er besucht da die Menschen und beschaut ihre Verhältnisse.
    Ich kenn Dokus von ihm über Grönland, Indien, Mongolei, Nord-Südpol.
    Amerika ist neu freu.🙂

    PS: In Italien hats an alter Stelle wieder gebebt.

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