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Leseempfehlung: Mit kollektiver Intelligenz die besten Lösungen finden

Wer andere ausschließt, schließt sich selber ein!
Gerhard A. Fürst *1

Siegfried Schrotta

Siegfried Schrotta

Es gibt eine neue kleine Schrift von Siegfried Schrotta, der zusammen mit Erich Visotschnig das Systemische Konsensieren erfunden hat (siehe das SK-Prinzip), die sich damit beschäftigt, wo die Fehler in unseren demokratischen Entscheidungsverfahren liegen, und was getan werden kann, um zu besseren Lösungen für Alle zu kommen.

Siegfried zeigt auf, dass in der Art und Weise, wie wir abstimmen, viel Potential verloren geht und meist die falschen Lösungen auf den Weg gebracht werden.

Wenn mehrere Lösungen zur Entscheidung anstehen, dann gewinnt häufig genug eine Lösung mit viel Ablehnungspotential bei allen anderen Teilnehmern, da dieses nicht visibel würden. Seine erste Empfehlung ist daher, pro Lösung eine Stimmabgabe einzuholen. So würde schnell sichtbar, welche der vorgeschlagenen Lösungen den geringsten Widerstand während der Einführung erwarten ließen.

Abstimmung

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Erich Visotschnig

Als weitere Optimierung schlägt er vor, nicht ein Ja / Nein / Egal abzufragen sondern auf einer Skala von 1 bis 10 zu werten: 1 für unbedingte Zustimmung und 10 für absolute Ablehnung. Hier zeigt sich dann noch viel differenzierter die eigentlich Stimmungslage der Befragten.

Und wenn jetzt noch her gegangen wird, die stark Ablehnenden nach ihren Vorbehalten zu fragen, um mit diesem Wissen gemeinsamen nach noch viel besseren Lösungen zu „forschen“ … Wer noch nie bei einer Großgruppenmoderation mit gemacht hat, mag sich vielleicht nicht vorstellen können, wie hier eine kollektive Intelligenz zu wirken beginnt. Besonders wenn die Großredner durch entsprechende Methodik zum Schweigen gebracht werden, so dass auch die Introvertierten sich trauen, ihre Idee vorzutragen.

Das Verfahren wirkt wie bei Erfindungen: Wenn es kein Patentwesen gibt, wie im Open Source bereicht, so kann jede kleine Idee von Anderen aufgenommen und mit weiteren Ideen ergänzt werden. So dass in Kürze was Geniales dabei rauskommen kann.

Die kleine Schrift kommt mit 45 Seiten in 12 übersichtlichen Kapiteln daher. Es erklärt an konkreten Beispielen die negativen Seiten unserer aktuellen demokratischen Entscheidungsprinzipien und zeigt auf, wie das bis auf Ebene der EU deutlich bessere Ergebnisse für die Bürger sollte. Es weist aber auch darauf hin, dass es ein anderes Weltbild (höheres Bewusstsein?) erfordert, sich in solchen Verfahren zu bewegen, so dass es gelingen kann.

Allerdings: Die Erkenntnisse sind ja so neu nicht. Womöglich ist es ja gar nicht gewollt, dass für die Bürger gute Sachen bei rum kommen sollen? Wäre das Verfahren sonst nicht schon längst der Standard?

Für mich eine klare Empfehlung: Mit kollektiver Intelligenz die besten Lösungen finden

*1 Gerhard hatte mir diesen Satz spontan in einen Kommentar zu diesem Zitat geschrieben:

Der Kurzsichtige ist selbstsüchtig, der Weitsichtige wird in der Regel bald einsehen, dass im Gedeihen des Ganzen der eigene Nutz am besten verankert ist.
Silvio Gesell (Vorwort zur 3. Auflage der Natürlichen Wirtschaftsordnung, 1918)

Auf die Frage, ob das obige Zitat von ihm stamme, antwortete er: „So mehr oder weniger…Kam mir so urplötzlich heute beim Lesen des obigen Zitats… aber in ungefährer Anlehnung an einen Spruch aus der vergangenen Zeit des Berliner Mauerbaus… Ich hatte so eine ähnliche Formulierung in dunkler Erinnerung… Ich habe aber andere und ähnliche (eigene) Formulierungen in diverse Gedichte…buchstäblich eingebaut… 🙂 „

  1. Gerd Zimmermann
    August 23, 2016 um 11:21 am

    Für 12 Mark 80 durch das Universum, Hörbuch, Teil 1 von 2 (von Jan Moewes, gelesen von WebMarchSL)

  1. August 22, 2016 um 10:40 am

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