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Können wir von Libyens ehemaliger Basisdemokratie lernen?

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ist unbegründet.

Muammar al-Gaddafi in seinem Grünen Buch

Auf meiner Finde nach einer besseren Welt bin ich doch nochmals über Gaddafis zerstörtes Libyen gestolpert, dieses Mal zum Thema Basisemokratie. Als der Stress in Libyen los ging, war es das erste Mal, dass ich begann, die Berichte unserer Medien in Frage zu stellen. Und so schrieb ich den Artikel Wer sind die Rebellen in Libyen? Warum wird darüber so wenig berichtet?, der unter den Top 30 der fast 2.000 Artikel auf dem Blog liegt. Später konnten wir erfahren, dass eines der ärmsten Länder, das es war, als Gadaffi mit dafür sorgte, dass der damalige König gehen durfte, zu einem der reichsten Afrikas wurde, bis es von der NATO wieder zu Asche zerbombt wurde (siehe z.B. Gaddafis Libyen war Afrikas reichste Demokratie und auf menschenrechte.eu). Und bis heute im dann folgenden Chaos stecken geblieben ist (siehe z.B. im Greenpeace Magazin). Wieder einmal waren es die Menschenrechte, die beklagt wurden, seitens Gadaffi in Libyen massenhaft verletzt zu werden. Die Beweise waren in der Regel so dürftig, wie wir das inzwischen auf für die Begründung des Irak-Krieges kennen (siehe z.B. bei 20min.ch).

Irgendwo im Netz schnappte ich nun auf, dass es sich lohnen würde, mal in Das Grüne Buch: Die Dritte Universaltheorie des libyschen Revolutionsführers Gadaffis zu schauen. Er würde darin recht nachvollziehbar erklärt, warum die Demokratien der westlichen Welt im Grund auch nur Diktaturen seien. U.a. weil sich die Länder zwischen den Parteien als Vertreter von Klassen zerreißen lassen und die Repräsentanten vorrangig die Parteien vertreten und weniger die Bürger, die sie wählen. Hinzu käme, dass die Medien in privaten Händen lägen, die nur eine private Meinung weiter gäben, also  Themen nicht ausgewogen erörtern würden. Ein schönes Beispiel dafür ist ein Artikel des DIE-WELT-Korrespondenten Alfred Hackensberger, der 2011 titelte Wie Gaddafi sein Volk mit dem Grünen Buch quälte. Es ist mir ein Schleier, wie er zu dieser Erkenntnis kommt, die direkt unter dem Titel lesen ist:

Zu Tausenden ließ Gaddafi über Jahre sein Grünes Buch verteilen. Das bizarre Machwerk wurde zur Gesetzesgrundlage und stürzte das Land ins ökonomische Chaos.
Alfred Hackensberger 2011 – Korrespondent bei DIE WELT

Entweder hat er das Buch nicht gelesen, oder aber ihm war bewusst, dass in diesem kleinen Büchlein der Zündstoff liegt, die Bürger in den westlichen Ländern auf die Idee zu bringen, die basisdemokratischen Prinzipien Gadaffis Libyen auch übernehmen zu wollen. Daher dieser mehr als schwache Artikel zu diffarmieren, ohne auch nur eine fundierte Zeile zu schreiben. Mich wundert nicht, dass diese Medien seit dem ihre Abonnenten verlieren (siehe z.B.), wenn die Artikel überwiegend von diesem Gehalt sind.

Aber schauen wir mal gemeinsam in dieses Büchlein, was Gadaffi zudem zum Volksentscheid, wie er in unseren Länder praktiziert wird, sagt:

Kritik des Volksentscheids mit JA und NEIN

Kritik des Volksentscheids mit JA und NEIN

So hatte ich mir das noch nicht betrachtet. Stand also nun die Frage, wie das Entscheiden in Libyen praktiziert wurde. Also schauen wir weiter:

Wie das Volk via Volkskongresse und Volkskomitees die Macht ausübt

Wie das Volk via Volkskongresse und Volkskomitees die Macht ausübt

Hier noch das Organogramm der Volksmacht, leider hier in Englisch. In der Deutschen Version ist Basic Popular Congress mit Basisvolkskongress (Kommune) übersetzt, People´s Committees mit Regionalvolkskongress (Region), und in der Mitte steht noch Generalvolkskongress (Land/Nation):

Volkskongresse Gaddafi

Das ist dann das Prinzip, von dem ich hier schon mehrfach schrieb, wie Entscheidungen zum Nutzen des Volkes von unten zu organisieren seien und wie eine zusätzliche Kontrollinstanz dafür sorgt, dass die Entscheidungen, die unten gefällt wurden, auch so umgesetzt werden.

Das ist übrigens aus dem ersten Teil DIE LÖSUNG DES DEMOKRATIEPROBLEMS von drei Teilen des Buches. Ich werde noch von den beiden weiteren Teilen DIE LÖSUNG DES WIRTSCHAFTLICHEN PROBLEMS sowie DIE SOZIALE BASIS DER DRITTEN UNIVERSALTHEORIE berichten. Diesen Artikel möchte mit den Worten Ivo Saseks schließen, der sich mit den Schriften Gaddifis schon 2011 auseinandersetzte und in der Oktoberausgabe der AZZ schrieb:

Man mag über Gaddafi denken und urteilen, wie man will; doch zumindest eine Sache ist und bleibt unbestreitbar: Wenn irgendein Mann auf dieser Erde für wahre Demokratie gekämpft hat, dann war es Muammar Al-Gaddafi! Wer das Gegenteil behauptet, lügt! Wir sind es ihm daher schuldig, Ausschnitte aus dem Grünen Buch als AZZ-Sonderbeilage zu veröffentlichen. …Wahrheit bleibt Wahrheit, und Recht muss Recht bleiben. Man konnte Muammar Al-Gaddafi leiblich ermorden; doch seine niedergeschriebenen Worte enthüllen seine unübertrefflich demokratische Gesinnung. Sie werden weiterleben. Gaddafi ist tot – es lebe die Wahrheit!

  1. Gerd Zimmermann
    Juli 22, 2016 um 9:48 pm

    Die Angst

    ewig zu sein

    ist vielleicht grösser

    als zu sterben.

    Du bist ewig.

    Du bist Bewusstsein.

    Bewusstsein ist unsterblich.

    Bewusstsein ist ein Phänomen.

    Ohne Anfang und ohne Ende.

    Die Menschheit sucht ein Perpetuum mobile.

    Es ist Bewusstsein.

  2. Gerd Zimmermann
    Juli 22, 2016 um 10:03 pm

    Bewusstsein erschafft ein Universum.
    Bewusstsein nimmt sich wahr.
    Wahrnehmung ist Bewusstsein.

    Bewusstsein ist Leben.
    Alles Leben ist bewusst.

    Ob Virus, Bakterie oder Galaxy.
    Alles ist Bewusstsein.

    Alles befindet sich im Gleichgewicht.
    Es scheint oft nicht so.

    Die Polarität und der Dualismus,
    wir können dies nicht verstehen.

    Das Kaleidoskop besteht aus Spiegeln.
    Wir können nicht hinter die Spiegel schauen,

    Oder nur sehr wenige,

    Jesus, Tesla, Schauberger

  3. Gerd Zimmermann
    Juli 22, 2016 um 10:21 pm

    Unser Universum besteht aus elektrischen Spiegeln.
    Spiegel generieren Unendlichkeit.

    Martin wollte mal wissen, wie kosmische Projektoren funktionieren.

    Mit Spiegeln.

  4. Fluß
    Juli 23, 2016 um 9:14 am

    https://archivmedes.blogspot.de/2016/07/das-thema-energie-ist-unheimlich-wichtig.html

    Und zu guter letzt: Was passiert wenn Völker ausgerechnet in das Land flüchten, dessen Machthaber, dessen Elite für die Kriege mit verantwortlich sind? Sie flüchten in dieses Land, werden mit offenen Armen empfangen, geraten so in die Staatlichen Mühlen einer Demonkratie und merken dann, das eben jenes angebliche freie Volk ebenso gefangen ist, gefangen in der Sklaverei des Steuern und Banken zahlens, gefangen in den Strukturen der Bürokratie. Was glaubt wohl einer wie lange es dauert bis sie merken wo sie gelandet sind und was glaubt einer wie sie reagieren? Werden sie ein Volk das ebenso gefangen ist dafür verantwortlich machen? oder wohl eher deren Machthaber? Wessen Köpfe werden rollen? Die des versklavten Volkes oder die der Anführer?

  5. Fluß
    Juli 26, 2016 um 9:30 am

    Gutachter-Doku. Heute in 3sat um 10.15 Uhr als Wiederholung. Hier ein Text:

    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.wer-hat-die-macht-vor-gericht-kritische-ard-doku-die-gutachterrepublik.b694a7db-76e3-429d-b55a-f665f9576cac.html

    “ Gutachter können vor Gericht den Verlauf einer Urteilsfindung entscheidend beeinflussen. Die kritische ARD-Doku „Die Gutachterrepublik“ aus der ARD-Reihe „Die Story im Ersten“ hinterfragt ihre oft entscheidende Rolle.

    München – Eigentlich sind die Rollen vor deutschen Gerichten klar verteilt. Staatsanwälte vertreten die Anklage, Beschuldigte werden durch ihre Verteidiger vertreten. Und der Vorsitzende Richter bildet sich ein Urteil, das dann verbindlich verkündet wirkt.

    Tatsächlich ist der Prozessbetrieb natürlich weitaus komplexer – und eine wichtige Sonderrolle kommen den vielen „Gutachtern“ zu, die von allen Beteiligten eingeholt und den weiteren Verlauf der Urteilsfindung entscheidend beeinflussen können.

    Wer ein stichhaltiges Gutachten auf seiner Seite weiß, hat beste Chancen seine Interessen durchzusetzen. Und das nicht nur vor Gericht, auch in Auseinandersetzung mit staatlichen Institutionen.

    Wie Jan Schmitt in seinem Doku-Beitrag „Die Gutachterrepublik“ aus der ARD-Reihe „Die Story im Ersten“ nachweisen kann, verzerren die oft teuer bezahlten Experten-Einschätzungen oft das Kräfte-Gleichgewicht – bis hin zu den umgangssprachlich gewordenen „Gefälligkeitsgutachten“. „

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  1. Juli 27, 2016 um 7:14 pm
  2. Juli 27, 2016 um 7:15 pm

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