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Der Abbau des Staates

Ich hatte vorgestern schon einen Artikel von Stefan Wehmeier gebracht, der aufzeigte, dass unser heutiges Geld- und Bodensystem genau dazu führt, was wir heute sehen: Wie im Monopoly-Spiel hat am Ende einer Alles und der Rest schuftet im Wesentlichen für diesen. Inzwischen besitzen 62 Menschen über 50% des Planten (siehe im Handelsblatt). Ich hattet hier schon einige Mal darüber geschrieben, dass Staat ein Instrument eben dieser Profitierenden ist, sich der immer mehr Habenichtse zu erwehren. So bemerken wir aktuell, dass immer mehr Gesetze zu ihrer Sicherheit geschaffen werden, was zu Reduktion der Freiheiten der Habenichtse führt. Herr Wehmeier zeigt dies gut auf und empfiehlt daher auch den Abbau des Staates, wie das u.a. auch der Anarchist David Graeber  (siehe: Mit hoher Wahrscheinlichkeit bist auch Du ein Anarchist …in einem Interview zum Abbau der Bürokratie fordert. Seine Argumentation ist für mich schlüssig:

Der Abbau des StaatesVon Stefen Wehmeier

Die Natürliche Wirtschaftsordnung, wie ich sie als Voraussetzung für den Abbau des Staates fordere, stellt für ihren Bestand keine neuen Forderungen an den Menschen. Sie ist vollkommen unabhängig von der kulturellen Entwicklung der Völker. Sie nimmt die Menschen so, wie sie durch den langen kapitalistischen Auslesevorgang gezüchtet wurden, vertrackt, geschändet, heruntergewirtschaftet. Freilich, nach dem Satz, dass Mensch und Umwelt sich wechselseitig beeinflussen, wird der Mensch durch die von ihm zu schaffende Natürliche Wirtschaftsordnung selber wieder in hohem Grade umgestaltet werden; aber zum Bestand der akratischen Ordnung ist es nicht nötig, dass solche Umgestaltung des gestaltenden Menschen vorhergehe.

So stark der Einfluss des Kapitalismus auf die Auslese gewesen ist (er ist so stark gewesen, dass man mit gutem Grund von einer heutigen kapitalistischen Rasse sprechen kann), so stark wird auch wieder die Natürliche Wirtschaftsordnung die Auslese aus der Bahn der papiernen Vorrechte in die der angeborenen, vererbungsfähigen Vorzüge abdrängen. Es ist darum nicht ausgeschlossen, dass im Laufe der Jahrhunderte der Mensch wieder die Eigenschaften annehmen wird, die zum Ausbau eines Gemeinwesens nötig sind, wie es sich viele unter den heutigen Anhängern des Staatsgedankens als Ideal nebelhaft vorstellen. Jedoch wir haben nicht die Aufgabe, den künftigen Geschlechtern Gesetze vorzuschreiben. Für uns kommt es darauf an, wirtschaftliche Zustände und ein Gemeinwesen zu schaffen, die auf die heutigen Menschen zugeschnitten sind, die das Ich, das Fundament des Gemeinwesens, wieder zu seiner wahren Natur kommen lassen. Was dieser Mensch dann später tun wird, das ist seine Sache.

Beweggründe, die zum Ausbau des heutigen Staates führten

Der Staat fällt immer so aus, wie ihn die herrschende Klasse braucht [Anmerkung: wir hörten hier schon vom Bühnenbild, das uns präsentiert wird]. Liegt diese Herrschaft in den Händen einer bevorrechteten Minderheit und ist diese dann den Angriffen einer ewig aufsässigen Mehrheit ausgesetzt, so liegt der Gedanke nahe, die Machtmittel einer zentralisierten Staatsgewalt (Monarchie, Despotie, Autokratie usw.) der Aufrechterhaltung der Herrschaft dienstbar zu machen und durch Ausbau der Staatsbetriebe seinen Einfluss, seine Macht zu mehren. Dann wird der Staat mit vielerlei Dingen belastet, die ebenso gut, oft mit Vorteil, der privaten bürgerlichen Tätigkeit überlassen werden könnten. Die Schwäche sucht Stärke in der Anlehnung (Siehe Krapotkin: Gegenseitige Hilfe.); der Starke aber fühlt sich am stärksten allein. Der Schwache strebt nach Zentralisation, der Starke nach Dezentralisation. Die Schwäche wirkt zentripetal, die Stärke zentrifugal. Wenn also der Staat imstande wäre, Kraft zu erzeugen, so wäre diese Kraft gegen den sie erzeugenden Staat gerichtet.

Darum war und ist die Frage: Wie können wir den Staat ausbauen, die Zahl der von uns abhängigen Beamten und den Einfluss mehren, den die in unseren Dienst gestellte geistige Elite auf die Volksmassen ausübt – die einzige, jahrtausende alte Sorge der Bevorrechteten gewesen. Und die Antwort, die die Herrschenden auf diese Frage fanden, ist der Staat in der Gestalt, wie ihn die Revolution übernommen hat. Umgekehrt wird natürlich das Interesse am Ausbau des Staates erlahmen und verschwinden, wenn die Macht auf die Masse übergeht, die sich – dank ihrer Masse – sicher fühlt und keines Machtzuwachses mehr bedarf. Schon allein dem Trägheitsgesetze folgend, wird das im Staat „herrschende“ Volk (Die Frage ist, wen das herrschende Volk, die „Demokratie“, eigentlich beherrschen soll? Der Herr hört auf Herr zu sein, wenn die Diener fehlen; Demokratie ist also ein unsinniges Wort.) danach trachten, den Staat auf die allereinfachste Form zurückzuführen und alles abzubauen, was nicht durchaus zentralistisch geleitet werden muss, damit es nicht ewig zu neuen Wahlen, zu neuen Gesetzen und Entschließungen aufgerufen zu werden braucht. Ich kann mir dann vorstellen, dass, wenn die Demokratie den Reiz der Neuheit verloren haben wird und Wähler wie Wählerinnen nur mehr mit dem Aufgebot von Wahltreibern zur Urne geführt werden können, auch die Frage auftauchen wird, wie man sich von der Bürde dieser lästigen Bürgerpflichten befreien kann. Die einzige noch mögliche Antwort auf diese Frage heißt dann: Rückkehr zur Autokratie oder Akratie, d. h.: Abbau des Staates von alle dem, was dem Staat zu Herrschaftszwecken aufgebürdet wurde.

Vorbedingung für solchen Abbau des Staates wird immer ein vollkommenes Sicherheitsgefühl sein, das selbstverständlich nur da aufkommen kann, wo die Macht in der überwältigenden Mehrheit des Volkes liegt. Solange die Herrschenden noch um ihre Vormacht bangen und darum an den Ausbau der Macht denken müssen, solange sie nicht sorglos in den Tag leben können, werden sie natürlich die Machtmittel der zentralisierten Staatsgewalt nicht entbehren und von einem Abbau nichts wissen wollen.

Abbau des Staates setzt also Abbau des Klassenstaates, Übergang der Macht auf die Volksmassen voraus. Die Klassen sind aber Produkte des aus Zins und Bodenrente bestehenden arbeitslosen Einkommens. Wer darum vom Abbau des Staates spricht, muss auch den Nachweis bringen, dass sich das arbeitslose Einkommen abbauen lässt. Diesen Nachweis erachte ich als in allen Teilen erbracht. Die freiwirtschaftliche Kapitalzins- und Grundrententheorie lässt keinem Zweifel Raum, dass mit den geforderten Mitteln Freiland und Freigeld das arbeitslose Einkommen sich spurlos versenken lässt.

Umfang des staatlichen Abbaus

Man hat den Staat so oft als notwendiges Übel bezeichnet. Jetzt wollen wir ihn auch einmal als solches behandeln und von dem Übel nur das behalten, was sich wirklich als Not wendend erweist. Wir wollen von zwei uns zur Wahl gestellten Übeln, dem ausgebauten und dem abgebauten Staat, uns das kleinere einmal ansehen und vom Staat alles das abbauen, was nicht unbedingt von einem zentralen, das ganze Volk umfassenden Gesichtspunkt aus geleitet werden muss. Überall, wo wir ohne den Staat auskommen können, wollen wir abbauen. Es wird sich dann zeigen, dass dieser Abbau bis auf das Verkehrswesen – Geld, Post, Eisenbahnen, Telekommunikation, Schifffahrt – den gesamten heutigen Staatsbetrieb umfassen kann. Alles Übrige – Kriegsministerium, Handelsministerium, Kultusministerium, Justiz usw. – kann man mit Vorteil für die Sache dem Staat abnehmen und den Privaten und Gemeinden überlassen.

***

Eine interessante Abhandlung darüber, wie sich die Menschen parallel zu Staatsstrukturen schon früh organisiert, finden wir in dem Artikel Vorläufer der Genossenschaften und Gilden . Darin erfahren wir, dass diese Organisationsformen zu mächtig wurden, und damit sowohl dem König als auch dem Papst ein Dorn im Machtauge waren und verboten wurden. Hat aber alles nichts genützt, den diese Seilschaften stehen immer wieder von Neuem zusammen, dann eben unter anderem Namen, z.B. Hanseaten, oder Freimaurer … Da fragt sich am Ende, wer denn tatsächlich die Macht inne hat …

  1. Ernst Duberr
    Juni 18, 2016 um 11:33 am

    @Gerd Zimmermann

    Doller Kommentar !

  2. Gerd Zimmermann
    Juni 17, 2016 um 7:02 pm

    Das was wir Gott nennen ist Bewusstsein.
    Das Gesamtbewusstsein ist nichts anderes als das Ganze.

    Das Ganze, Gesamtbewusstsein ist Gott.
    Gott ist nicht sichtbar. Wie wir am Bewusstsein sehen können.

    Gott verkörpert sich in allen Formen, alle Tiere, Pflanzen, Bäume
    und Mineralien sind verkörpertes Bewusstsein. Auch die Sterne.

    Auch das Universum ist verkörpertes Bewusstsein.
    Das Haus des Lebens.
    Gross genug für uns alle.

    Das die Wissenschaft nicht herausfinden kann was Materie ist
    liegt einzig daran das sie niemals erkennen kann, dass hinter der Materie
    das unsichtbare Bewusstsein steht.

    Ueber unsere 5 Sinne kommen die meisten Menschen nicht hinaus.
    Ich habe 7 Sinne, wie alle Menschen.
    Alle 7 Sinne zu nutzen bedarf etwas Übung.
    Es ist nicht die Zirbeldrüse die etwas wahrnimmt, es ist der 6. Sinn.
    Es ist nicht das Innere Auge das etwas sieht, es ist der 7. Sinn.

    Jeder Mensch verfügt über Allwissen. JEDER.
    Jeder Mensch der den Zugang zu seinen 7 Sinnen erlangt hat Allwissen.
    Da gibt es keine Freimaurer mehr, keine Illuminaten, keine Verschwörung
    nicht einmal Krebs.

    Ich habe wenig Wissen, aber ich habe mehr Wissen als alle Wissenschaft
    zusammen.
    Warum habe ich wenig Wissen?
    Ich weiss maximal 20% um Licht.
    Aber diese 20% um Licht zu Wissen ist schon Allwissen auf Erden.

    Die Anderen 80% zu wissen würde die meisten Menschen töten.
    Zufiel Licht bringt uns um den Verstand.

    Wie würdest Du damit umgehen, wuesstest du das ALLES gleichzeitig
    geschieht?

    Das ist nicht dein Film.
    Du brauchst einen Filmanfang und ein Ende, um dich orientieren zu
    können. Ohne die Krücke der Logik bist du hilflos unterwegs.
    Männer benutzen dazu noch die Ratio.
    Arme Geschlechtsgenossen.

    Was hier abgeht, nicht nur im Blog, im Universum, sprengt unsere
    Vorstellungsgrenzen.

    Also, ich habe alle Limos aufgetankt.
    Mit dem Unwahrscheinlichkeitsantrieb.

    Ich mag Tula mitnehmen, sie ist Alice im Spiegelland.
    Sie kann hinter die Spiegel sehen.

    Läuft nicht mehr jedem Verschwörer hinterher.

  3. Ernst Duberr
    Juni 17, 2016 um 3:10 pm

    Sie sprechen von einer kapitalistischen Rasse ! Das zeugt von Anerkennung einer Realität .Natürlich gibt es sie , diese Rassen , trotz aller Gegenbehauptungen .Und was die kapitalistischen Rassen angeht , so gibt es diese in Hülle und Fülle . GUSTAV FREITAG spricht sogar von Funktionsrassen . Er beschreibt in seinem „Soll und Haben“ sogar die Entstehung der Funktionsrasse der Transportarbeiter . Die Selektion führte bei dieser Rasse zur Herausbildung sehr großer und kräftiger Typen , weil der Transportmann in seiner Umgebung die Transportfrau begattete .
    Was haben wir jetzt zu erwarten , wenn durch Selektion die Rasse der Computeridioten entsteht ???

  4. Gerd Zimmermann
    Juni 17, 2016 um 2:04 pm

    @ Martin

    Alle deine Fachkollegen verkaufen Theorien. Zeige mir ein Atom.

    Ich verkaufe nicht Gott, dies ist unmöglich, Gott ist nicht käuflich.

    Einzig dein Atom, Martin, ist käuflich. Was es nicht gibt, ein Atom.

    Wie fest muss man an den Papst glauben, um so saudummblind zu sein?
    Dummblindsaudoof.

    Atome. Saublindtreudoof .Ein Atom besteht zu 99,99% aus nichts.
    Das Nichts fuellst du und dein Doktorhut.

    Gott sei Dank.
    So viele Doktortitel gibt es gar nicht um alle Hohlräume in den Atomen zu füllen.
    Martin, ich bin es gewohnt von einen studierten Dr. Keine Antwort zu erhalten.

  5. luna
    Juni 17, 2016 um 12:29 pm

    Gerade entdeckt, das Buch könnte ganz interessant sein:

    „Sie fühlen sich von Idioten umgeben? Sie sind chronisch wütend, verstehen die Welt nicht mehr, wenn Sie das Haus verlassen und drehen in Anbetracht täglicher News schon fast am Rad? So geht es mir auch – mit gerade mal 17 Jahren. „GENERATION YOLO“ ist die Durchquerung eines Minenfelds politisch-gesellschaftlicher Streitthemen in stetiger Bezugnahme auf die Sozialisation junger Leute. Vom Schulsystem über falsch verstandene Toleranz bis hin zu Gender-Mainstreaming, Flüchtlingskrise und Hipster-Bewegung: Nach dieser gallegeladenen Analyse von Inkompetenz, Ignoranz und Dummheit werden Sie garantiert noch wütender sein!“

    https://conservo.wordpress.com/2016/06/12/ein-konservativer-bestseller-sebastian-boehms-generation-yolo/#more-10209

    • Fluß
      Juni 17, 2016 um 1:33 pm

      Luna, ich lebe das auf einer Rechtsberaterseite aus, dieses Gefühl, grins.

      • Fluß
        Juni 17, 2016 um 1:35 pm

        Das hab ich übrigens auch schon gemacht, bevor ich hier mitschrieb.

  6. Gerd Zimmermann
    Juni 17, 2016 um 10:14 am

    @ Martin

    Ich bleibe bei Tula

    Sie versteht alles zu besitzen ohne Besitz davon zu ergreifen.

    Martin, ich denke Du willst alles haben. Freie Energie inklusive.
    Freie Energie ist unverkäuflich.
    Soviel zum Thema Vakuumenergie..

    Frage Tula, sie hat Zugang zum WESEN dieser Freien Energie,
    zur Unsterblichkeit ohnehin.

  7. Gerd Zimmermann
    Juni 17, 2016 um 9:52 am

    @ Martin

    Weder Wehneier sonst Irgentwer besitzt irgentwer Besitz.
    Besitz ist Materie.

    Materie ist nicht das, was du denkst.
    Materie löst sich in Wirklichkeit in Wirklichkeit a7f..

    Im NICHTS

    Armer Martin.

    Das das Nichts das Alles ist, Martin, hat Tula erkannt,
    Du noch lange nicht.

    Gott sei Dank.

    Tula weiss darum.
    Du Martin, noch nicht.

    Warum bewegen sich Dinge?
    Woher haben sie diese Energie?

    Martin, Du weist es nicht.
    Weil Du nicht hinter den Spiegel schauen kannst.

    Frage Tula, sie kann hinter alle Spiegel schauen.
    Eine Frau kann das.
    Ohne Geld im Sinn zu haben.

    Wir, Männer , wollen Macht und ernten Ohnmacht.

    Tula verbreitet Macht, ohne besitzen zu wollen.

    Martin du Betonkopf

  8. Juni 17, 2016 um 8:16 am

    die behauptung, 62 milliardäre besäßen mehr als den halben planeten, ist falsch und irreführend. die studie behauptet, 62 milliardäre besäßen so viel wie die 3,5 mrd. der ärmsten menschen auf der welt. unklar ist auch, auf wlche art von besitz sich diese behauptung bezieht.

    von den 8 mrd. menschen auf der erde sind 2 mrd. kinder und jugendliche, die kaum nennenswertes vermögen besitzen. dazu kommt ca. die hälfte von ein mrd. pensionisten, die auch im wesentlichen nichts besitzen. weiters kommen menschen dazu, die mangels konto finanztechnisch nirgends erfasst sind und deren vermögen man nicht wirklich einschätzen kann. zb. frauen in ländern, wo nur der mann in der öffentlichkeit in erscheinung tritt. auch landlose, wanderarbeiter, kleinbauern auf lehen.

    statistisch ist das kein wunder, wenn die 62 reichsten mehr besitzen als die 50 % der ärmsten.

    die armuts-verwaltungs-industrie interpretiert die tatsache ich vermute vorsätzlich falsch.

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