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Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr …

Matthias Lubos Demokratie

Die Milieuforschung hat vielfältige Belege dafür geliefert, dass die Mitte der Bevölkerung überzeugt ist, man sei längst in nachdemokratische Zustände abgedriftet. Die Mitte wendet sich von der Politik ab. Und so sind Parteien nur noch Repräsentanzen siech vor sich hindämmernder Lebenswelten.
Wolfgang Koschnick

Fazit des sehr lesenswerten Artikels Die Demokratien zerlegen sich selbst von Wolfgang Koschnick, Autor des Buchs Eine Demokratie haben wir schon lange nicht mehr: Abschied von einer Illusion:

Wenn man nämlich die Bürger befragen würde, würden die antworten: „Wir sind politikverdrossen, weil die Politiker aller politischen Parteien uns dafür Tausende von guten Gründen liefern. Nicht die Verdrossenheit ist das Problem, sondern eine Politik, die nur Verdruss bereitet.“

Die gewissermaßen urdemokratische Gesellschaft der Gleichen und vor allem Gleichberechtigten, die miteinander in einer horizontalen Sozialbeziehung standen, hat sich im Verlauf vieler Jahrzehnte zur Gesellschaft der Ungleichen und vor allem Ungleichberechtigten gewandelt, die in einer vertikalen Sozialbeziehung zueinander stehen. Historisch gesehen hat die Herrlichkeit der Illusion von demokratischer Gleichheit und Gleichberechtigung nur eine kurze Zeit gedauert. Dann sind die vordemokratischen Strukturen mit vollerer Wucht als je zuvor wieder durchgeschlagen.

Doch die in praktisch allen etablierten Demokratien herrschende und sich kontinuierlich weiter ausbreitende Politikverachtung kann nur Gründe haben, die im System der etablierten Demokratien selbst ruhen. Das System „repräsentative Demokratie“ selbst hat die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht. Und wenn sich die Verantwortungsträger weiter gegen die Erkenntnis wehren, dass der Niedergang der Herrschaftsform „Demokratie“ bereits in vollem Gange ist, dann wird das Ende der Demokratie unvermeidlich sein und gewissermaßen über Nacht über alle hineinbrechen. Und wenn sie sich einmal nicht mehr dagegen wehren sollten, ist es auch längst viel zu spät.

  1. Oktober 17, 2016 um 12:25 am

    Ich habe versucht darzustellen, dass Demokratie nie als das gedacht war, als das sie erscheinen soll, sondern in Wirklichkeit die Optimierung eines Herrschaftsprozesses darstellt bei dem es um die Reimplantation der pyramidalen Zivilisation der Pharaonen als hierarchisch-bürokratisches Weisungssystem ist: https://www.facebook.com/martin.sigl.52/posts/1316740885025326?pnref=story
    Insofern ist Wolfgang Koschnick bestenfalls ein Anfang!

    • Martin Bartonitz
      Oktober 17, 2016 um 9:03 am

      Lieber Martin,

      vielen Dank für den Hinweis auf Deinen Artikel, den gut ergänzt. Daher habe ich mir erlaubt, ihn nochmals komplett zu veröffentlichen:

      Pharaonentum und Leben gegen Kost und Logis

      VG Martin

  2. Martin Bartonitz
    Oktober 16, 2016 um 10:39 am

    Gerade auf Facebook diesen Hinweis erhalten:

    „Demokratie:

    Eine Regierung der Massen.
    Authorität wird erhalten durch Massentreffen oder anderen Formen „direkten“ Ausdrucks.
    Ruft die Mobokratie hervor.
    Einstellung zum Eigentum ist kommunistisch-verneinend zu Eigentumsrechten.
    Einstellung zum Gesetz ist, dass der Wille der Masse reguliert, ob es nun basiert auf Überlegung oder beherrscht wird von Leidenschaft, Vorurteilen, und Impulsen, ohne Hemmung und Achtung auf die Konsequenzen.
    Führt zu Demagogie, Lizensierung, Agitation, Unstimmigkeit und Anarchie.

    Demokratie ist die „direkte“ Regulierung durch das Volk und wurde mehrfach ohne Erfolg versucht.“

    Training Manual, No. 2000-25, War Department, Washington, November 30, 1928

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  1. November 1, 2016 um 12:18 pm

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