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Oligarchen der Klimapolitik: Bill Gates Milliardärsclub in Paris

Tatsächlich geht es den neuen Klima-Oligarchen nicht um eine Energiewende, die tatsächlich dem Klima nutzt. Dazu würde vor allem eine radikale Einsparung von Energie sowie eine Abkehr von Überproduktion, Verschwendung und der Ausbeutung von Rohstoffen gehören, die ihren Profit empfindlich schmälern würde. Es geht ihnen auch nicht um Investitionen in bereits vorhandene Technologien. Im Gegenteil: „Die Welt wird in den kommenden Jahrzehnten viel mehr Energie verbrauchen“, so Gates, und dafür bräuchte man nicht so „unwirtschaftliche“  und „niedliche“ Dinge wie Solarzellen oder Windräder, auf die man sich nicht verlassen könne, sondern ein „Energiewunder“. Dieses soll die Forschung vollbringen und eine innovative Zaubertechnologie erfinden, die nicht weniger, sondern massenhaft Energie bereitstellen soll. Damit wird aber nicht das Klima gerettet, sondern das energieintensive Wachstumsmodell, das für all die Schäden verantwortlich ist.

Bill Gates verbrämt dies mit seinem Standard-Argument der „Armutsbekämpfung“: die tolle neue Energie solle vor allem  den Armen zugute kommen. Und wer könnte daran mehr Interesse haben, auch dem Bodensatz der Welteinkommenspyramide (BOP)ihre Finanz-, Medien- und Internetdienstleistungen, Shopping Malls und Bürogebäude, Autos, Energie und und Konsumgütern zu verkaufen sowie ihren Zugriff auf Rohstoffe in den letzten Winkel der Welt auszuweiten, als die klimarettenden Wirtschaftsmagnaten?

Mit Energie- und Klimagerechtigkeit hat das nichts zu tun. Ein gerechter, verlässlicher und sauberer Zugang zu Energie erfolgt genau nicht durch zentrale Großkraftwerke in der Hand weniger Konzerne, deren Netz die Armen nicht erreicht und die außerdem die Preise bestimmen. Sondern in der regionalen Versorgung. So kam die deutsche Energiewende nicht zustande, weil Großkonzerne zur Vernunft gekommen wären, ihre Kohle- und Atommeiler vom Netz genommen und stattdessen in Erneuerbare Energie investiert hätten, sondern durch Bürgerinitiativen und Kooperativen.Bürgerenergie stellt in Deutschland fast die Hälfte der Leistungen Erneuerbarer Energie bereit. Die großen Stromversorger, die an fossilen Kraftstoffen festhalten, nur zwölf Prozent.

Gerade der vermeintliche Erfolg dieser Initiative belegt, dass es auch bei diesem Klimagipfel nicht um Gerechtigkeit geht – sondern um den Erhalt von Macht und Privilegien. Darum findet der Milliardärs-Klima-Klub auch so großen Zuspruch: er suggeriert, dass alles bleiben kann wie es ist, weil ein „Energiewunder“ auf uns wartet. Und ihm gelingt eine bemerkenswerte Täter-Opfer-Umkehr, in dem er so tut, als seien die Reichen nicht die Zerstörer, sondern unsere Retter. Sollte die Initiave wirklich das wesentliche Ergebnis von Paris sein, ist das ein riesiger Rückschritt in der globalen Klimapolitik. Denn er zementiert und legitimiert das Machtgefälle zwischen Nord und Süd und die obszöne global wachsende Kluft zwischen arm und reich, die letztlich auch den Klimawandel bedingt.

Fundstelle in dem lesenswerten Artikel: Oligarchen der Klimapolitik: Bill Gates Milliardärsclub in Paris

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  1. Ernst Duberr
    Dezember 14, 2015 um 10:39 am

    Ich widerspreche ,
    wenn es um Millionen Kleinanlagen geht , die inzwischen dafür sorgen daß man in Schleswig-H bald den Horizont nicht mehr sehen kann .Diese VOGELSCHREDDERANLAGEN haben den Strompreis verdoppelt und dienen nur als ZINSMASCHINEN um das faule Kreditsystem eine Runde weiter zu schieben .Außerdem wurden jetzt reiche Landbesitzer , die die Standorte verpachten, per Fördergesetzgebung zu berechtigten Sozialhilfeempfängern gemacht. Stinkreich und noch reicher durch Sozialhife . Wer Geld vom Staat nimmt ist Sozialhilfeempfänger ! Die Gesundheitsschädigungen durch Millionen Kleinanlagen werden uns erschlagen .

    • Dezember 14, 2015 um 10:48 am

      Die Vogelschredderanlagen sind sicher noch nicht als Kleinanlage gemeint. Ich vermute, dass hier so kleine Anlagen gemeint sind, die ein Haus versorgen. Die Schredderanlagen versorgen ja meist ein kleines Dorf.
      Wenn die Subventionen für die Großanlagen gestrichen würden und die Kosten für die Entsorgungen gleich aufgepreist würden, müssten auch die alternativen Energien nicht subventioniert werden, so meine Vermutung.

  2. Januar 19, 2016 um 12:50 pm

    Die folgende Beobachtung passt zum HARMONIE-Vermögen des Lebens als Ganzes:

    http://wattsupwiththat.com/2016/01/18/study-increased-atmospheric-carbon-dioxide-has-increased-u-s-forest-health-in-recent-decades/

    CO2 trägt zur Zellerneuerung und -gesundung von Lebensformen bei … nicht nur bei Pflanzen. Es ist Teil eines Feedbacks, das für das Leben wesentlich ist.

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