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Der Rassist in uns …

Im Kontext unseres zunehmenden Migrationsproblems lässt sich wahrnehmen, dass Hass gegen über dem Fremden in den sozialen Netzwerken immer lauter geäußert wird. Besonders nach dem Inside Job (?) 9/11 (siehe) stehen Menschen mit islamischer Konditionierung im Generalverdacht, ein Terroristen zu sein, gegenüber. Vera F. Birkenbihl zeigt in ihrem mehr als empfehlenswerten Vortrag Viren des Geistes sehr gut auf, wie unsere Weltbilder im Gehirn verankert werden und wie wir erkennen können, dass wir einem Vorurteil aufsitzen. Nun möchte ich hier auf einen weiteren Film hinweisen, der eindrücklich zeigt, wie leicht wir uns in größeren Gruppen von Vorteilen „überzeugen“ lassen. Zum Film ist zu lesen:

Der Rassist in uns“ (ZDF NEO Produktion)
Mit einem verstörenden sozialpsychologischen Experiment legt ZDF Neo die Mechanismen von Rassismus offen. 39 Menschen nehmen an einem Antirassismus-Training teil. Ziel ist es, zu zeigen, mit welchen Gefühlen Menschen zu kämpfen haben, die wegen eines beliebigen Merkmals benachteiligt werden. In der Realität ist es oft umgekehrt. Asylsuchende in Deutschland klagen, man begegne ihnen nicht mit dem nötigen Respekt. Der Perspektivwechsel soll es den Teilnehmern des Experiments ermöglichen, sich in ihre Lage zu versetzen. Man fühlt sich als Beobachter in einen Psychokult versetzt. Das Begreifen setzt ein: So funktioniert Diskriminierung, so wirkt Rassismus. Als Zuschauer dieser beeindruckenden Folter zieht man sich jedoch automatisch auf die Haltung zurück, dass man anders handeln würde. Dass man genauso Opfer oder Täter geworden wäre, ahnt man zwar – das aber wirklich mit allen Konsequenzen begreifen, dazu müsste man sich selbst diesem erhellenden Psychoterror aussetzen. (Fundstelle)

Aber wie immer, macht Euch ein Bild darüber, wie leicht wir in der Regel zu manipulieren sind …

Die NAchDenkSeiten haben das Thema Rassismus dieses Jahr auch schon einige Male beleuchtet in einem der Artikel ist zu lesen:

Rassismus war also immer da und wird immer da sein? (Quelle)

Ja und nein. Rassismus ist ein Mittel, um Privilegien bzw. Aggressionen zu legitimieren. Gruppen werden konstruiert, indem sie homogenisiert – „alle gleich“ –, essentialisiert – „weil ihre Rasse, Ethnie, Kultur, Religion so ist“ – und dichotomisiert – „anders als wir“ – werden. Dieser Otheringprozess hat zum Ziel, die Aggression als Zivilisierung, Emanzipation, Fürsorge, Selbstschutz und anderes zu deuten und die Ausbeutung, Marginalisierung, Kriminalisierung als gerechtfertigt. Rassismus liefert also die Begründung dafür, Personen auszubeuten, zu diskriminieren, zu verunglimpfen und sich selbst gleichzeitig als gerecht, fortschrittlich, vernünftig zu präsentieren.

In verschiedenen historischen und gesellschaftlichen Kontexten nimmt deswegen der Rassismus unterschiedliche Formen an. Und verschiedene Rassismen gehen unterschiedliche Koalitionen ein: Der antimuslimische Rassismus überschneidet sich mit dem kolonialen Rassismus, etwa im Zusammenhang mit ökonomischer Ausbeutung und kultureller Degradierung und dem Antisemitismus, etwa im Zusammenhang mit der Rassialisierung und Kulturalisierung von Religion, also Judentum bzw. Islam.

Er weist aber zu beiden auch Unterschiede auf, die deutsche Islam- und Kolonialpolitik vor 100 Jahren etwa hat deutlich und hierarchisierend zwischen muslimischen und nicht-muslimischen Kolonien unterschieden, der Holocaust zielte auf die Vernichtung von Juden und Jüdinnen, von Roma und Sinti, nicht auf jene von Muslimen und Musliminnen. Insofern gibt es schon auch bedeutende historische Unterschiede, die aber gleichzeitig auf die Verwobenheit von Geschichte hinweisen.

Teilweise springen Argumentationen von einem Rassismus auf einen anderen über, etwa wenn aus der „Verjudung“ die „Islamisierung“ wird oder die Beschneidung und das Schächten als muslimische Gewalt skandalisiert werden. Es zeigen sich also ähnliche Diskurse, die die Menschen zu kulturell Anderen machen und als solche herabsetzen, um sie guten Gewissens am Rand zu halten – ohne Bürgerrechte Arbeiten machen lassen, die man selbst nicht gerne tut etwa. Insofern gibt es Schnittstellen zwischen den Rassismen, es kommen ihnen historisch aber auch spezifische Bedeutungen zu und sie können verschieden in Erscheinung treten.

Mir scheint, dass Rassismus im Wesentlichen nichts Anderes ist, als ein Werkzeug zur Legitimierung der Sicherung der eigenen Pfründe, in dem der Auszuschließende erniedrigt , als minderwertiger verurteilt wird und ihm daher übel mitgespielt werden darf?

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: , ,
  1. Ikarus
    November 10, 2015 um 8:45 am

    Rassismus ist die Anerkennung der Existenz verschiedener menschlicher Rassen. Dabei ist der Begriff „Rasse“ mittlerweile veraltet, wird nicht mal mehr bei Hundezüchtern verwendet. Zudem handelt es sich bei Menschen nicht um Zucht sondern um selbstbestimmte Fortpflanzung. Es gibt keine Menschenrassen, es gibt nur eine Art Mensch, den Homo Sapiens, der sich wohl mit mehreren anderen Menschenarten im Laufe der Zeit vermischt hat, und aus einer vorangegeangenen Vermischung verschiedener Menschenarten entstand. Es scheint auch so, dass in Teilen der Erde verschiedene Arten mehr oder weniger vorkamen, bzw. teilweise auch nur in bestimmten Gebieten, und diese durch die „Einschwemmung“ des Homo Sapiens zu speziellen Merkmalen führten die durch die „Assimilation“ entstanden. Der Mensch ist nur was er ist, weil er sich vermischt und sich absondert durch die natürlichen bedingungen der Umwelt. Momentan haben wir keine natürlichen Hindernisse die uns dazu zwingen uns unabhängig von einander zu spezialisieren, momentan befinden wir uns in einer weiteren Phase der Vermischung, dies ist ein natürlicher Vorgang der sich schon viele, viele Male so in der Geschichte des Menschen abgespielt hat und immer wiederholen wird, egal wie sehr sich Teile der Gesellschaft dagegen wehren mögen, es wird sich immer durchsetzen, auch wenn es nur langsam geschieht in einer Gesellschaft die sich dagagen sträubt, wird diese Gesellschaft niemals durch Abschottung zum dauerhaften Erfolg gelangen. Es ist eine vergebene Anstrengung die nur als Ablenkungsmanöver benutzt werden kann.

    • Ikarus
      November 10, 2015 um 12:26 pm

      Gutes Thema, gute Doku !

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