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Einkommen wie Leitungswasser – #BGE

Laut einer Umfrage, die im Rahmen der Verfilmung von „Grundeinkommen – ein Kulturimpuls“ erhoben wurde, sagten auf die Frage, ob sie mit einem BGE noch weiterarbeiten würden etwa 90%: „JA“ oder zumindest „JA, aber vielleicht etwas Anderes“. Auf die Frage, ob die Anderen noch weiterarbeiten würden, antworteten 80%: „NEIN“. Hieran wird eine der zentralen Fragen der BGE – Befürwortung oder -Ablehnung deutlich: Die Frage nach dem Menschenbild. Viele haben zwei Menschenbilder. Ein gutes, edles und humanistisches von sich und ein eher negatives von den Übrigen. (Quelle)

Lange ist es her, dass ich das Thema Bedingungsloses Grundeinkommen hier zur Diskussion stellte (alles zum #BGE). Da nun im nächsten Jahr klar ist, dass die Schweizer darüber abstimmen werden, kommt Bewegung ins Thema. Und diese Anlehnung mit der Umgestaltung des Verteilens von Wasser finde ich einen gegebenen Anlass, das Thema nochmals aus der Versenkung zu holen:


Das bedingungslose Grundeinkommen ist keine Revolution.
Früher haben wir das Wasser am Dorfbrunnen geholt. Heute gibt es überall dort Wasserhähne, wo wir Wasser brauchen. Als die Idee aufkam, Wasserleitungen zu verlegen, waren die Bedenken groß: Dann treffen wir uns nicht mehr am Brunnen. Das Miteinander fällt auseinander. Und wer bitte kontrolliert, dass die anderen den Wasserhahn auch abstellen und nicht missbrauchen? Genauso selbstverständlich wie der Wasserhahn heute für uns ist, wird das Grundeinkommen nach seiner Einführung sein.

Die Schweizer Volksinitiative Für ein bedingungsloses Grundeinkommen schlägt vor, den Teil des Einkommens, den jeder unbedingt zum Leben braucht, bedingungslos zu gewährleisten. Wer das Unbedingte jedoch an Bedingungen knüpft, ist ungeschickt. Es ist unklug, wenn im Überfluss Mangel und in einer freien Gesellschaft Unfreiheit herrscht.

Das bedingungslose Grundeinkommen fordert nichts. Es geht nicht um mehr für die einen und weniger für die anderen. Es geht darum, das zu sichern, was jeden absichert. Es geht um die erste postideologische Idee für das 21. Jahrhundert.

Fazit des lesenswerten Gastbeitrags der Zeit basierend auf einem Auszug aus dem Buch von Daniel Häni und Philip Kovce: Was fehlt, wenn alles da ist?: Warum das bedingungslose Grundeinkommen die richtigen Fragen stellt

Weitere Leseempfehlung zum Thema: Bedingungslos geliebt. Leistung zwischen Vorschuss und Bewährung

Wer es noch nicht kennt, in der Zeit der Enterprise (Star Trek) ist man noch einen Schritt weiter gegangen:

 

Kategorien:Ökonomie, Gesellschaft Schlagwörter: , , ,
  1. Martin Bartonitz
    April 22, 2016 um 3:32 pm

    Noch was zum Draufrumdenken:

    Udo Rohner: Ein bedingungsloses Grundeinkommen wird die Lebenshaltungskosten derart in die Höhe treiben, dass Jeder der sich für die Gegenwart etwas Wohlstand über das absolute Lebensminimum hinaus wünscht und für ein Einkommen im Alter vorsorgen möchte das ihm einen gewissen Handlungsspielraum verleiht, als einfacher Arbeitnehmer genau so hart und lange dafür arbeiten werden muss, wie heutzutage.

    Jürgen Niccum: Warum soll das so sein??

    Udo Rohner: Weil es eine ganz natürliche Entwicklung ist.

    Die aktuellen Preise für Produkte und Dienstleistungen aller Art beinhalten den Faktor „menschliche Arbeit“ unter der aktuellen Prämisse des Überangebotes an Arbeitskräften bei gleichzeitigem Mangel an Erwerbsarbeitsplätzen.
    Je größer das Angebot an Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt ist, um so leichter lässt sich deren Wert auf einem Minimalniveau halten…. insbesondere dann, wenn das Einkommen für die meisten Menschen so eng mit einem Erwerbsarbeitsplatz verknüpft ist wie in unserer modernen Gesellschaft üblich.

    Eine Befreiung des Menschen von der Notwendigkeit für sein Einkommen einer Erwerbsarbeit nachgehen zu müssen wird die Konsequenz haben, dass diese Freiheit auch als solche genutzt wird.
    Und von diesem Moment an kippt das oben beschriebene Verhältnis zwischen frei verfügbaren Arbeitskräften und dem konkreten Bedarf an Arbeitskräften ins Gegenteil und was vorher günstig zu haben war weil in hinreichendem Umfang unter dem Druck der Notwendigkeit vorhanden, das wird knapp und daher teurer.

    Das worum Generationen von Gewerkschaftlern gekämpft haben verliert von Heute auf Morgen an Bedeutung, denn sobald die Existenz in Form eines Grundeinkommens gesichert ist, entscheidet jeder Arbeitnehmer völlig frei darüber ob und wo und in was und in welchem Umfang und zu welchen Konditionen er seine Energie und Lebenszeit in eine Erwerbsarbeit investiert.

    Das bedeutet natürlich nicht dass die Menschen faul in der Gegend herum lungern ohne irgendeiner Tätigkeit nachzugehen …. doch da sie frei in der Wahl ihrer Tätigkeit sind und sich aufgrund dessen in einer sehr starken Verhandlungsposition gegenüber den Arbeitgebern befinden, sind diese dazu gezwungen ihre Arbeitsplätze so attraktiv zu gestalten, dass sie auch weiterhin genügend Arbeitskräfte zur Verfügung haben um ihr Angebot an Produkten und Dienstleistungen für den Markt bereit zu halten.

    Und da sich „attraktive Arbeitsplätze“ dadurch auszeichnen, dass sie ein annehmbares Arbeitsumfeld, einen akzeptablen Lohn und sozialverträgliche Arbeitszeitregelungen zu bieten haben, müssen Unternehmen in diese Aspekte investieren.
    Und da ein Unternehmer sein Unternehmen nicht nur zum Spaß betreibt, sondern um Gewinne zu erzielen, wird er seine Investitionen auf den Preis seiner Endprodukte und Dienstleistungsangebote aufschlagen.

    Und da dieses Prinzip für annähernd alle Wirtschaftsbereiche gleichermaßen gilt, wird halt Alles teurer und die Lebenshaltungskosten steigen entsprechend.

    Jürgen Niccum: Man kann natürlich auch „andersrum“ argumentieren:

    Weil jeder durch das Grundeinkommen sein Auskommen mit dem Einkommen hat, muss er für seine Arbeit eigentlich gar keinen Lohn mehr bekommen. Deshalb wird jeder das arbeiten, was er gerne und dadurch auch gut macht, was wiederum die Produktivität weiter erhöht.
    Dadurch wird alles billiger!

    Ich denke, dass wir es ganz einfach ausprobieren sollten „wink“-Emoticon

  2. Gerd Zimmermann
    April 22, 2016 um 5:10 pm

    Laotse, Tesla, Schauberger, Gold -DNA in die Tonne gekloppt,
    kann ja nur in persönlichen Reichtum enden.

    Oder auch nicht.

  3. Fluß
    April 22, 2016 um 5:28 pm

    Also ich könnte wenn ich bräucht vieles vom Sperrmüll holen (hab da vieles her), genauso containern (da könnt ich mich jemanden anschließen).
    Ich nehm ab und zu was vom Sperrmüll, immer mehr Leute stellen auch in Kartons Sachen raus. Es gibt Bücherschränke und andere mitten auf der Straße.
    Ich schau nach runtergesetzem und geh aufm Flohmarkt. Im Real würd ich, wäre ich noch Fleischesserin, teures Fleisch zur Hälfte bekommen.
    Dazu repariert mir ein Freund Geräte so daß ich sie kostenlos bekomme, die Leute schmeißen ja weg bzw. geben gebrauchte Geräte an die Läden zurück um neue zu kaufen.
    Genauso geh ich übern gedrosselten Internetstick ins Netz, kostet mich 5 Euro im Monat. Natürlich ohne Vertrag.
    Da hab ich keinen Ärger mehr mit irgend nem Anbieter wegen der Box oder nem Anschluß im Haus. Genauso gibts Prepaidhandy.

    • Fluß
      April 22, 2016 um 5:31 pm

      … und wegen Mieterhöhung war ich vor Gericht.
      Keine Ahnung warum Mieten steigen, wenn an den Häusern und in den Wohnungen nix verändert wird. Vor allem muß ja der Vermieter begründen, warum denn die Wohnung nun vom Wert angestiegen sein soll 😉

  4. Gerd Zimmermann
    April 22, 2016 um 7:32 pm

    Norbert Bluehm, der Riese, 1990.
    die Renten sind sicher…..
    Und wenn du gefühlte 13,7 Mrd Jahre wirst.

    Norbert zahlt.
    Auf sein Wort.

    Du hast gewählt,
    Norbert oder kein Norbert.

  5. Gerd Zimmermann
    April 22, 2016 um 7:41 pm

    Du hast Ange l a gewählt.
    Wie hast du nicht ???

    Sehe dir dkratische as demo Wahlsystem an.
    Wie, du versteht die Demokratie nicht, waehlst aber, oder nicht,
    im glauben Demokrat zu sein.

    Ich möchte einmal so besoffen sein wie du.

  6. Gerd Zimmermann
    April 23, 2016 um 3:54 pm

    @ Luna

    Außerhalb des Protokolls.

    Wie kann es sein das Kommentare so unterschiedlich platziert werden ?

    Dies beobachte ich schon lange.

    Martin macht dies bestimmt nicht, denn es passiert in NULL komma nix.

    Manchmal frage ich mich wer da wohl dahinter steht.

    Doch nicht etwa Bewusstsein, welches schneller ist als Licht.

    Musst nicht darüber nachdenken.
    Das machen Andere für dich.

  7. Fluß
  8. Martin Bartonitz
    September 4, 2016 um 10:17 am

  9. Martin Bartonitz
    September 4, 2016 um 10:24 am

    „Was würden Sie arbeiten, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre ?“
    Diese Frage wehte, gesprüht auf weißem Tuch, während der Studentenproteste im vergangenen Herbst unübersehbar an der Fassade der Universität für angewandte Kunst in Wien.

    Die Frage zielt nicht nur darauf ab, sich ernsthaft zu fragen, welche wertvollen Talente man in sich trägt, die man für sich und für die Gemeinschaft nutzbar machen sollte, statt freudlos jeden Tag einen Nine-to-Five-Job herunterzubiegen.
    Die Frage fokussiert geradewegs auf die Sinnfrage: was will ich Sinnvolles in meinem Leben anstreben ?
    Und die Frage stellt auch den hergebrachten Arbeitsbegriff infrage.

    Darüber hinaus wirkt die Frage als Brecheisen in der Diskussion um die bedarfsorientierte Mindestsicherung. …

    In Kürze:

    In Länge:

  10. Gerd Zimmermann
    September 4, 2016 um 1:10 pm

    Lieber Martin

    mal anders gedacht.

    Sind die Indianer nicht deshalb dem Untergang zugedacht, weil sie ohne
    Geld leben konnten?

    Ein Gedanke ist ES wert.

    Gruss Gerd

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