Startseite > Gesellschaft > Demonstration heißt auch, sich zu zeigen …

Demonstration heißt auch, sich zu zeigen …

Ein Senator im alten Rom schlug also vor, alle Sklaven mit weißen Bändern zu Kennzeichnen. Der Konsul Marcus Tullius Cicero ermahnte daraufhin: „Wenn ihr sie so kennzeichnet, dann merken sie erst wie viele sie sind und werden sich gegen uns erheben“

Dieses kleine Narrativ kursiert im Netz. Ich konnte bisher noch keine Stelle finden, ob das je so passiert ist (aber Sklavenaufstände gab es aber schon). Wichtig ist mir hier die Botschaft:

Vieles in unserer Welt geschieht,
weil die wenigen Lauten die Meinung der vielen Leisen übertönen.
So entsteht schnell das Gefühl, zu einer Minderheit zu gehören
und aus Angst vor Repressalien lieber still zu sein.

Das ist im Kleinen wie im Großen. Und da kann ich mich locker mit einschließen. Durch meine kindliche Programmierung fällt es mir auch nach fast 57 Jahren extrem schwer, mich in Konfliktsituationen hineinzubegeben. Der gerade hier ausgestiegene Mitkommenator Fingerphilosoph stellte dazu fest, dass mein Hang zum (harmonischen?) Konsensieren nicht normal wäre, die Natur wäre nicht auf Harmonie aus (meine Interpretation).

Wenn sich aber unsere Welt von einem kriegerischen in ein friedliches Miteinander, von einem ausbeuterischen in ein faires Miteinander auf Augenhöhe wandeln soll, so empfiehlt Rico Albrecht in seinem Vortrag „Vernetzung – Was kann jeder Einzelne tun?“ genau das:

Demonstriere deine Meinung öffentlich. Das muss nicht heißen, zu jeder Demo auf die Straße zu laufen. Es reicht schon auf Informationsveranstaltungen unserer kommunalen Verwalter unbequeme Fragen zu stellen und andere Fragende mit Beifall zu zeigen, dass er mit seiner Meinung nicht alleine steht.

Rückblickend auf den Start meines Blogs war es genau dies, was ich wollte: selbst nicht mehr zu schweigen sondern meine Meinung hier mit anderen zu teilen, Thesen in Frage zu stellen, und auch mich im Diskurs weiterzuentwickeln. OK, einigen der Mitkommentatoren war das zu langsam und meinten, dass ich mich hier im Kreis drehe. Mag sein, dass ich ein paar Kreise mehr drehen muss, dann soll es eben so sein. Jeder nach seiner Façon. Hier aber nun das Angebot von Rico Albrecht von der empfehlenswerten Wissensmanufaktur, deren Arbeiten mir schon einige Denkanstöße gaben. Er beginnt mit Begriffsschärfungen im Kontext unserer Einwanderungskrise (schärferer Begriff als Flüchtlingswelle), erkennt, dass unsere Demokratie im Grundgesetz zwar festgelegt, ader via Medienbeeinflussung faktisch nicht möglich sei, und bespricht dann die Möglichkeiten, die wir haben, dennoch etwas zu tun. Aber macht Euch wie immer selbst ein Bild:

Marcus Tullius Cicero war übrigens sowohl Konsul als auch anerkannter Philosoph und ein herausragender Redner, so erstaunen(?) dann diese beiden von ihm stammenden Zitate:

Nichts ist quälender als die Kränkung menschlicher Würde, nichts erniedrigender als die Knechtschaft. Die menschliche Würde und Freiheit sind uns natürlich. Also wahren wir sie oder sterben mit Würde.

und:

Wenn jemand sich als Professor der Sprachen ausgibt und dabei selbst barbarisch redet, oder wenn einer als Gesangslehrer gelten will und dabei mit ohrenzerreißender Unreinheit singt, so finden wir das besonders häßlich, weil der Mensch auf dem Gebiete sündigt, das er als sein spezielles Fach vertreten will; ganz ebenso ist ein Philosoph, der in der Lebensführung Fehler begeht, deswegen tadelnswert, weil er in der Pflichterfüllung, die er anderen predigt, selber nicht standhält und als Lehrer der Lebensregeln gerade in der Lebensweise sich unwürdig zeigt.

  1. Sandra
    November 1, 2015 um 12:08 pm

    Reflexion und Wahrnehmung sind ein riesen großes Thema.

  2. Gerd Zimmermann
    November 1, 2015 um 7:36 am

    Martin

    wohin wird wohl die Reise gehen

    Google mal
    satori

    aufgeschnappt in Guidos Roman

  3. Gerd Zimmermann
    November 1, 2015 um 6:45 am

    Wirkliches Leben wurde nie geboren.
    Wirkliches Leben ist unsterblich.

    Wirkliches Leben existiert aus sich selbst heraus.

    Ein PHAENOMEN.

    Ein Phänomen welches nicht durch ein materielles Weltbild
    erklärbar ist.
    Der Grund, warum die Wissenschaft das Leben nicht
    erklären kann,
    also
    Das Leben, das Universum und den ganzen REST.

    Die Antwort ist 42.

  4. Gerd Zimmermann
    November 1, 2015 um 6:28 am

    Einzig das Leben ist keine Metapher.

    Das wirkliche Leben.

  5. Gerd Zimmermann
    November 1, 2015 um 6:20 am

    Ich liebe meinen Tumor 2. mutierte Auflage

    beschreibt wie die erste Auflage ein vollkommen anderes Weltbild.
    Also, die ANDEREN und die EINEN als EINS, ein Universum als GANZES.

    Um das GANZE sehen zu können, muss man keine Zeitung lesen.
    Auch nicht demonstrieren.

    Wofür ?
    Alle Religionen beten.
    Wofür ?
    Und an wen ?

    An Gott ?
    Welchen Gott ?
    (Allah ?)

    Buddha schreibt keinen Gott vor.
    Nun bin ich kein Buddhist.

    Aber ich habe „Gott“ gefunden.
    Gott ist das Gesamtbewusstsein .
    Das Universum das Haus des LEBENS.

    Genügend Platz für ALL die ANDEREN und die EINEN.

    Das Leben ist wie Schach, nur ohne Würfel.
    Eine Metapher.
    Ein Wort, welches hier häufig benutzt aber wenig
    verstanden wird.

    Das Universum. Eine Metapher ?
    Warum nicht, mal quergedacht.

  6. Oktober 31, 2015 um 11:16 pm

    “Der gerade hier ausgestiegene Mitkommenator Fingerphilosoph stellte dazu fest, dass mein Hang zum (harmonischen?) Konsensieren nicht normal wäre, die Natur wäre nicht auf Harmonie aus (meine Interpretation).“

    Jau, Natur ist nicht auf Harmonie aus, wohl aber versteht sie meisterlich zu HARMONISIEREN. Der Unterschied zwischen beiden, und damit zwischen uns EINEN und all den ANDEREN, zeigt sich in den Demonstrationen:

    “Dabei demonstrieren die Demonstranten, im Grunde, gegen sich selbst … und lenken ihr Unvermögen, dieses auch akzeptieren zu können, auf Andere. Einzig in der Wahl des Anderen ist sich die demonstrierende Menge einig … was aber nichts mit einer Gemeinschaft gemein hat, kommt diese doch ohne EIN Feindbild aus !
    Natürlich gibt es in dieser Menge auch Ausnahmen. Einzelne, die dieses doch vermögen wahrzunehmen. Nur geht deren essenzielles Potenzial, die notwendige Wende zu demonstrieren, in all den Anderen verloren.
    Ich halte inne. Rücke mit meinem Stuhl ein Stück näher an den Tisch heran.
    Wer in EINEM Anderen, oder in einem ANDEREN, seinen Feind sieht, sieht tatsächlich sich selbst. Unsere Meinung, dass Tiere Fressfeinde haben, verwundert nicht. Dabei hat kein Tier einen Feind. Kein Tier sieht in einem anderen Geschöpf sich selbst. Ein Tier hat allenfalls einen Gegenspieler. Einen Gegenüber, der keineswegs Gegner ist, sondern dem begegnet wird. Die sich einander finden. Der Bewusstwerdung von Grenzen wegen. Und der Möglichkeiten, die darüber hinausgehen, wegen.
    Balzen Männchen, mit ihrer farbenfrohen Verkörperung und ihrem auffälligen stimmlichen Gehabe, einzig um die Gunst der Weibchen ? Oder braucht das Leben derartige Erregung von Aufmerksamkeit, damit Grenzen möglichst weit überschritten werden und damit der Mut, dieses zu vermögen, ohne gefressen zu werden, durch das Fortpflanzen dieses Vermögens belohnt wird ? Wahres Vermögen bildend ?“

    Quelle: Ich LIEBE meinen Tumor, 2. mutierte Auflage

    Zwischen Harmonie und HARMONIE liegen Welten, so wie zwischen den ANDEREN und uns EINEN.

  7. Oktober 31, 2015 um 10:57 pm

    In diesem Video wird Caesar die Idee für die Kennzeichnung der Sklaven mit einem weißen Band zugesprochen. Und der Autor will diese Idee aufgreifen, damit die vielen Friedenswollenden sehen, dass es viele sind:

  1. Oktober 31, 2015 um 5:45 pm

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: