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Nachklapp zur 25. Jährung der Wiedervereinigung

Ich will selbst gar nicht viel schreiben, es wurde in den letzten Tagen genügend zum 3. Oktober veröffentlicht. Daher möchte ich nur auf zwei Beiträge aufmerksam machen, die sich dem Tag etwas kritischer angenähert haben.

Der eine Beitrag ist von Ken Jebsen, der darauf aufmerksam macht, dass wir dabei sind, den Mauerfall zu verspielen und erneut Grenzen in Europa aufbauen. Er regt an, dass wir den Flüchtlingen die Hände reichen und dabei die Frustenergien besser auf Jene lenken, die dafür sorgen, dass sie hier her kommen.

Im Text zum Video ist am Ende passend zu lesen:

Der 3. Oktober ist ein Tag, an dem gerade Deutsche sich die Frage stellen sollten, ob sie das Geschenk der Wiedervereinigung tatsächlich mit dem gebotenen Respekt behandeln, oder aber ob sie den Frieden in Europa leichtfertig verspielen, da sie nicht den Mut aufbringen, Washington die Stirn zu bieten. Diesem Land fehlt, wie schon so oft, eine gehörige Portion Mut und Courage.

Der andere Beitrag schaut darauf, was wirtschaftlich bei dieser Wiedervereinigung rum kam. Und wieder haben sich die Reichen auf Kosten der Armen gefreut. Was aber eigentlich auch nicht verwunderlich ist, denn wem nützte es …

Blaupause des Ausverkaufs

Nun konnte in Osteuropa und Ostdeutschland die Schocktherapie einsetzen, mit all ihren ökonomischen und sozialen Verwerfungen. Zwei Schocks sorgten speziell für die Zerstörung der DDR-Wirtschaft: Die Währungsreform und die Privatisierungen der Treuhand. Mit der Währungsunion am 1. Juli 1990, zu einem von Helmut Kohl aus politischen Gründen festgelegten Wechselkurs 1:1, erfolgte eine De facto-Verteuerung der DDR-Waren um circa 300 Prozent. Der englische Wirtschaftskolumnist W. Hulton bezeichnete diesen Vorgang als Einsatz einer ökonomischen Atombombe, der keine Volkswirtschaft der Welt gewachsen wäre. So konnte auch das Märchen in die Welt gesetzt werden, die Wirtschaft des reichsten Landes des Ostblocks sei ein nicht konkurrenzfähiger Schrotthaufen gewesen. Ein Schrotthaufen, der noch 1989 ein Bruttosozialprodukt von 354 Milliarden Mark erwirtschaftete.

Den tödlichen Schlag versetzte dann die Treuhandanstalt: Gegründet von der letzten DDR-Volkskammer, wurden ihr 8500 Betriebe unterstellt, im Wert von circa 600 Milliarden DM (der genaue Wert wurde nie ermittelt). Sie beendete ihre Arbeit mit einem Defizit von 256 Milliarden DM. Ihr erster Vorsitzender war der Vorstandsvorsitzende von Hoesch, das SPD-Mitglied Detlev Karsten Rohwedder, der ganz ähnliche Vorstellungen hatte wie Herrhausen: Er wollte grosse Teile der ostdeutschen Betriebe erhalten, indem die Treuhand sie zunächst sanierte und dann privatisierte. Möglichst viele Beschäftigte sollten ihre Arbeit behalten. Doch nach der Ermordung Rohwedders am 1. April 1991 schlug seine Nachfolgerin Birgit Breuel einen neuen Kurs ein. Der Osten Deutschlands wurde deindustrialisiert, circa vier Millionen Arbeitsplätze wurden vernichtet. 95 Prozent des einstigen Volkseigentums gingen in westliche Hände über, ein Umstand, der dazu führte, dass die Ostdeutschen die Bevölkerung in Europa sind, der am wenigsten von dem Territorium gehört, auf dem sie leben. Egon Bahr meinte dazu, dass in Ostdeutschland feudale, frühmittelalterliche Eigentumsstrukturen geschaffen wurden, wie sie selbst in Afrika und im Orient vor zwei Generationen überwunden worden sind.

Quelle: 25 Jahre Wiedervereinigung: Die ökonomische Atombombe

Übrigens war die Zeit zwischen dem 9. November 1989 und dem 3. Oktober 1990 für viele Menschen eine äußerst interessante Erfahrung in Sachen Anarchie, für mich ein sehr inspirierender Artikel:

Keine Macht für Niemand  (Quelle)

ZUR ERINNERUNG AN DIE FRIEDLICHE REVOLUTION IN DER DDR 1989/90

Ostberlin, 4. November 1989. Mehr als eine halbe Million Menschen demonstrieren auf dem Alexanderplatz gegen das SED-Regime für Meinungs-, Versammlungs- und Reisefreiheit. Es ist die größte frei organisierte Massendemonstration, die die Deutsche Demokratische Republik jemals erlebt hat, und sie markiert ihren historischen Wendepunkt.

Das Machtgefüge der SED-Diktatur, in der die Macht der Mächtigen auf der Ohnmacht der Ohnmächtigen beruhte, war im Herbst 1989 aus dem Lot geraten. Immer mehr Menschen waren das erniedrigende Schweigen und Dulden leid und leisteten mit friedlichen Mitteln Widerstand. Dem hatte das politische System, das mehr als vier Jahrzehnte lang das Leben seiner Bürger kontrolliert und reglementiert hatte, nichts mehr entgegenzusetzen. Von da ab ging es für das SED-Regime nur noch abwärts. Genaugenommen implodierte es, sein Herrschaftsapparat brach einfach in sich zusammen. Das war seltsam und in der jüngeren Geschichte Europas ein bis dahin einzigartiges Phänomen. Niemand war mehr da, der die Macht mit aller Macht verteidigen wollte und noch seltsamer war: Niemand mehr wollte die Macht haben, eine Zeit lang zumindest schien es so.

  1. Ernst Duberr
    Oktober 5, 2015 um 1:11 am

    Für meine Behauptungen gibt es viele Quellen . Ich behaupte nie ,was ich nicht stichhaltig erfahren habe. Aber ich habe die Schnauze voll von meinen Zeitgenossen und will ihnen nicht mehr auf die Sprünge helfen . Ich bin stolz auf mein Deutschtum und als überzeugter Preuße und Hugenottenabkömmling lehne ich es ab , mich weiterhin mit dieser billigen Teilwiedervereinigung zu beschäftigen . Es war ein Ereignis , das über die Feiglinge und Mucker der Restnation gekommen ist wie die befleckte Geburt über kranken Hure . Nichts worauf man stolz sein könnte .Nur weinen kann man über die vollgefressenen Bundesdeutschen und die Bananen-fressenden, marxisistischen Proleten Mitteldeutschlands .Die Auswirkungen des MURXISMUS auf die Bevölkerung sind schlimmer als der dreißigjährige Krieg , 300 Jahre werden wir brauchen um das geistige Proletentum Mitteldeutschlands zu überwinden .

    • Oktober 5, 2015 um 9:01 am

      Leiber Ernst,

      kannst Du mir sagen, was genau Dich so stolz über Deine deutsche Abstammung sein lässt?

      Schaue ich mir an, wie sich das deutsche Volk über die Jahrhundert hat verarschen lassen bis heute, kann ich nicht gerade behaupten, dass es mich stolz machen würde, Teil dieser Verarschten sein zu müssen …

      VG Martin

      p.s.: Aber, warum sollte ich stolz oder nicht stolz auf etwas sein, was nicht von mir selbst stammt. Ich kann doch nur für mich sagen, dass ich über meine Dingen zufrieden bin oder eben nicht.

  2. Der kleine Hunger
    Oktober 4, 2015 um 9:11 pm

    Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und Habsucht, darin seid auch ihr einst gewandelt, als ihr in diesen Dingen lebtet. Jetzt aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, schändliches Reden aus eurem Mund.

    Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und den neuen angezogen habt.

    Da ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittenheit, Barbar, Skythe, Sklave, Freier.

    Herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut.

    Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig, wenn einer Klage gegen den anderen.

    Zu diesem allen aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist.

    (Ausmalbild, einfach ausdrucken und los geht´s)

  3. Ernst Duberr
    Oktober 4, 2015 um 8:33 pm

    Es hat nie eine friedliche Revolution der Mitteldeutschen gegeben . Die “ Revolution“ ist von Moskau angeschoben worden . Im Februar 1989 hatte Radio Moskau ( persönlich abgehört) bekanntgegeben , daß im Oktober in Mitteldeutschland Unruhen ausbrechen werden . Wenn Moskau derartige Mitteilungen macht , kann man davon ausgehen , daß Moskau diese Unruhen auch wollte und angeschoben hat durch Provokateure .. Warum : Es war ein Geschäft . Moskau war pleite . Die BRD hat für die TEILWIEDERVEREINIGUNG 100 Milliarden sofort auf den Tisch gelegt , und hat den Besatzern 42000 Wohnungen in Russland für die Unterbringung der abgezogenen Truppen gebaut . Für diese Riesensummen hat man den Deutschen wohl vor die Füße geworfen.

    Unsere europäischen Nachbarn durften dann anschließend mitplündern , FLEDDERER . Die Engländer waren auch vorbereitet . Sie ermordeten rechtzeitig (1987-88) den in der Zelle in Spandau einsitzenden TATTERGREIS Rudolf Hess , um zu vermeiden , daß dort ein Wallfahrtsort entsteht .Die Zitadelle wurde rechtzeitig geschliffen .Die Westdeutschen haben völlig versagt ( feiges PACK ) und die Mitteldeutschen genauso , sie trauern bis heute um ihre spießige , heruntergekommene , verrottete , bananenlose Republik .Der Braunkohlengestank eines gescheiterten MURXISMUS-Experimentes liegt heute noch auf der Zunge .Die DDR hatte die teuerste Form des Kredites genutzt , das Leben auf Kosten der vorhandenen Substanz .

    Ohne die soliden Bauten aus der Kaiserzeit und der Zeit der Nazis , hätte die Bevölkerung lange vorher in Notwohnungen einquartiert werden müssen .Die Wiedervereinigung war vorhersehbar und unvermeidlich . Aber die marxistische Verblödung in Ost und West hatte den Menschen das Denken genommen .Man muß sich nur das Interview der Frau Honecker ,ehemalige Bildungsministerin, ansehen , um zu erkennen welch ein menschlicher Abschaum die DDR regiert hat .Betrachtet man Egon Krenz , stellt sich ein Brechreiz ein .Der 1. Dachdecker seines Landes , bis heute liebevoll Erich genannt , war das Paradebeispiel eines Marxismus -Spießers , zum Kotzen .Die häßlichsten Krawatten der Welt waren ein Markenzeichen der DDR . Für die City of London war ein SOZIALISTISCHES EXPERIMENT in Deutschland und Osteuropa zu Ende gegangen , es hatte sich als untauglich erwiesen . Jetzt stehen die Deutschen vor neuen Planungen der City of London . Wieder merkeln diese Dumpfbacken nichts . Übernommen hat Deutschland den Stasiapparat der Angela Mferkel und den gelernten THEOLÜGNER Gaukler . Auf zur nächsten Bruchlandung in den V. St von Europa ! INSHALLAH . Allah hu Akbar . yalla, yalla.

    • Oktober 4, 2015 um 9:38 pm

      Das:

      Es war ein Geschäft . Moskau war pleite . Die BRD hat für die TEILWIEDERVEREINIGUNG 100 Milliarden sofort auf den Tisch gelegt , und hat den Besatzern 42000 Wohnungen in Russland für die Unterbringung der abgezogenen Truppen gebaut . Für diese Riesensummen hat man den Deutschen wohl vor die Füße geworfen.

      ist für mich auch neu. Hast Du dazu Quellen?

      • Der kleine Hunger
        Oktober 4, 2015 um 9:58 pm

        Ja Quellen

        Die Kosten für den Abzug der sowjetischen Streitkräfte aus der ehemaligen DDR betrugen 12,5 Mrd. D-Mark.[15]

        Diese gliederten sich in:
        -Wohnungsbauprogramm (44 Städte in Russland, Weißrussland und der Ukraine) 7,8 Milliarden D-Mark
        -Unterhalt für Aufenthalt und Abzug: 3 Milliarden D-Mark
        Transportkosten: 1 Milliarde D-Mark
        -Umschulungsmaßnahmen: 0,2 Milliarden D-Mark
        -Bonus für den vorzeitigen Abzug (1994 statt wie geplant 1997): 0,5 Milliarden D-Mark

        https://de.wikipedia.org/wiki/Kosten_der_deutschen_Einheit

        „Mit solchen gigantischen Kosten hatte selbst Kohls Widersacher bei den gesamtdeutschen Wahlen im Dezember 1990, der SPD-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine, nicht gerechnet. Er musste sich damals wegen einer Schätzung von 100 Milliarden DM pro Jahr als Schwarzmaler schelten lassen.“

        http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/teure-wiedervereinigung-das-billionen-projekt-bluehende-landschaften/3552370.html

        • Oktober 4, 2015 um 10:02 pm

          Danke für die weiterführenden Zahlen.
          Was wohl die US-Army aufrufen würde, wenn sie denn als Besatzer abziehen dürfte?

        • Der kleine Hunger
          Oktober 4, 2015 um 10:03 pm

          Ergänzung

          Wo Ernst Duberr die Summe „an die Russen“ herhat, wird er ja noch schreiben.

          wie oben bereits aufgezeigt war diese Summe damals von Lafontaine angesetzt worden, der ja auch gegen eine „Wiedervereinigung“ war (weil zu teuer?!)

          siehe beide links, ausführlich lesen.

          Bitte schöööön………………….

          • Der kleine Hunger
            Oktober 4, 2015 um 10:06 pm

            Nochmal, bei der Summer 100 Milliarden DM ging es damals um die Transferleistungen pro Jahr in die neuen Bundesländer !

            Was das Vermögen angeht, welches über die Treuhand abgewikckelt wurde, steht unter dem wikipedia link etwas.

            Kalte Katz…………………….

            Herr Bartonitz,

            sie werden noch froh sein, das hier noch Soldaten stationiert sind.

          • Oktober 4, 2015 um 10:12 pm

            Für den Fall, dass die Russen kommen, oder für den Fall, dass das Geldsystem platzt, es nichts mehr zu kaufen gibt, und sich die Menschen vor Hunger die Köpfe einschlagen werden?

          • Der kleine Hunger
            Oktober 4, 2015 um 10:12 pm

            Die „Ausgleichszahlungen“ an die Russen wurden über Warenlieferungen und der Abnahme von Öl und Gas geregelt. Es war im Grunde für beide Seiten ein Geschäft, daran ist nicht´s verwerflich auch wenn evtl. das Gas/Öl nicht Weltmarktpreise entsprechend gehandelt wurde. Kann ich nicht sagen.

            Das ist doch alles nicht wichtig, wen interessiert das. Die vertraglichen Abläufe sind langfristig gesehen doch lediglich Makulatur.

          • Der kleine Hunger
            Oktober 4, 2015 um 10:17 pm

            Sagen „wir“ mal so.

            Merkel hat den ersten Druck rausgenommen (siehe Flüchtlingswelle) auch wenn die Mehrheit meint, es wäre falsch.

            Da gibt es kein richtig oder falsch.

            Es laufen ganz andere Dinge im Hintergrund und ich betone es nocheinmal, wer jetzt auf Merkel schimpft, ist ein idiot.

            Ob ich die nun mag oder nicht, ist irrelevant, ich meine, sie hat mehr wissen (sei es nun bewusst oder unbewusst) als sonst jemand, geschweige denn ein Seehofer und Konsorten.

  4. Oktober 4, 2015 um 7:30 pm

    Das lief mit gerade auch noch über den Weg:

    Laut Gellermann deutet alles darauf hin, „dass die deutsche Einheit im Ministerium für Staatssicherheit von langer Hand geplant worden war.“
    Es ist bekannt, dass die DDR schon weit vor 1989 pleite war. Ein Milliardenkredit von Bilderberger Franz Josef Strauß im Jahr 1983 verlängerte künstlich ihr Leben. Sechs Jahre später wurden die lebenserhaltenden Maßnahmen abgestellt.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf die Bilderbergkonferenz im Jahr 1988. Aus der Agenda geht nämlich hervor, dass man die „Deutsche-Frage“ neu besprechen möchte:

    Agenda

    June 3-5, 1988 – Telfs-Buchen, Austria

    I. What can be done with the world economy: alternative scenarios

    II. How to handle a world awash with public and private debt?

    III. The German question revisited

    IV. The new information era

    V. Briefing on the Moscow summit

    VI. The impact of glasnost

    VII. Future strategy of the Alliance

    VIII. The Gulf and Afghanistan

    Quelle

    Beim Blick auf die Teilnehmerliste fallen vier Personen auf:

    Horst Teltschik
    Karsten D. Voigt
    Otto Wolff von Amerongen
    Helmut Kohl
    Horst Teltschik war seit 1983 Vize-Kanzleramtschef der BRD und „maßgeblich an den deutsch-deutschen Verhandlungen der Wendezeit und der Deutschen-Wiedervereinigung beteiligt“ (Wikipedia). Ein Kanzleramtschef trägt die Verantwortung für die „langfristige Planung politischer Vorhaben der Bundesregierung und er ist zudem eine wichtige Verbindungsstelle zu den parlamentarischen Organen des Bundes, den Bundesländern, gesellschaftlichen Gruppen und Einzelpersönlichkeiten sowie (gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt) zu Repräsentanten ausländischer Staaten“ (Wikipedia). Zudem ist ihm der Bundesnachrichtendienst unterstellt.

    Wichtiger aber war seine Funktion als Leiter der Abteilung „Auswärtige und innerdeutsche Beziehungen, Entwicklungpolitik, Äußere Sicherheit“. Somit war er direkt mit den Angelegenheiten betraut, die die DDR betrafen.

    Mit Teltschik wäre also die Kompetenz zur Verhandlung mit DDR Funktionären und eine Verbindung zur StaSi gegeben.

    In einem Interview im Deutschlandfunk erzählte Teltschik, dass nach Gorbatschows Besuch in Bonn im Juni 1989 alle Ampeln auf Grün standen für eine Veränderung in der Deutschen Frage.

    „Wir hatten ja 1989 Gorbatschow in Bonn, auch die Unterschrift und eine gemeinsame Erklärung, und in dieser gemeinsamen Erklärung hat die sowjetische Führung zum ersten Mal in der Geschichte den Begriffen „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ zugestimmt – steht zweimal in der Erklärung drin.“

    Auf die Frage, wann ihm zum ersten Mal der Gedanke einer Möglichen Wiedervereinigung kam, antwortete er:

    „Ich habe in der ersten Juliwoche 1989 im „Bonner Generalanzeiger“ ein Interview gegeben und habe gesagt: Die deutsche Frage wird wieder auf der Tagesordnung der internationalen Politik stehen. […] [F]ür mich war im Sommer 1989 klar, dass sich was verändern wird in der DDR […].“

    Wirklich erst im Sommer ’89? (Hier noch eine Zusammenfassung Teltschiks kompletter Karriere)

    Otto Wolff von Amerongen war einer der einflussreichsten Unternehmer Deutschlands. Er war von 1955 bis 2000 Leiter des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft. Stern beschreibt ihn als heimlichen Osthandelsminister. Er stand in direktem Kontakt mit Moskau, Peking und Washington. Michail Gorbatschow bezeichnete ihn als ältesten Pionier der Arbeitsbrigade Deutschland/Sowjetunion.

    Hier haben wir also eine Verbindung nach Moskau, direkt zu Gorbatschow.

    Amerongen war seit den 70ern bis zu seinem Tod 2007 Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Die DGAP ist ein deutscher Think Tank, eng verbunden mit dem amerikanischen Council on Foreign Relations und dem britischen Chatham House. (Die DGAP wurde übrigens gegründet von Hermann Josef Abs und Robert Pferdemenges. Die beiden Bankiers waren „Hehler für Hitler“ und beim Aufbau der IG Farben, bzw. der Arisierung jüdischen Vermögens maßgeblich beteiligt.)

    Amerongen war weiterhin Aufsichtsratsmitglied von Rockefellers Exxon-Konzern (1971… zu diesem Zeitpunkt hieß es noch Standard Oil) und Gründungsmitglied der von Rockefeller gegründeten Trilateralen Kommission.

    Karsten Voigt ist die Schnittstelle zwischen den trans-atlantischen Think Tanks, der Bundesregierung und der NATO. Schließlich galt es nach dem Zusammenbruch der DDR die NVA in die Bundeswehr zu integrieren und der neuen strategischen Situation gerecht zu werden. Voigt war von 1977 bis 1998 Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO.
    Für die SPD bekleidete er seit 1983 das Amt des außenpolitischen Sprechers. Er ist heute Mitglied in einem Haufen trans-atlantischer Think Tanks (leider ohne Jahresangaben).

    Über Helmut Kohl braucht man nicht viele Worte verlieren. Er war der „Kanzler der Einheit“.

    Wenn also Gellermann behauptet, dass „die deutsche Einheit im Ministerium für Staatssicherheit von langer Hand geplant worden war“, so hätten 1988 bei Bilderberg die entsprechenden Personen der Gegenseite mit globaler Reichweite an einem Tisch gesessen. Aus den USA waren von Regierungsseite u.a. zwei (ehemalige) Außenminister (Secretary of State), sowie Globalstratege, Graue Eminenz und Präsidentenberater Henry Kissinger anwesend.

    Gellermanns Aussagen basieren auf nachweisbaren Fakten. Sind die von mir getroffenen Aussagen Spekulation?

    Ja. Es ist aber nicht sehr weit hergeholt. Denn Henry Kissinger selbst sagte 1993 auf einer Veranstaltung im Haus der Kulturen der Welt über das Zustandekommen des Viermächteabkommens über Berlin von 1971:

    „Die vier Botschafter (der Siegermächte des zweiten Weltkrieges) brauchten über das Berlin-Abkommen nicht viel zu verhandeln. Sie brauchten nur den Text zu unterzeichnen, den die Bilderberger ausgearbeitet hatten.“

    Fundstelle: Deutsche Einheit – StaSi und Bilderberg?

  5. Heinrich Schmitt
    Oktober 4, 2015 um 5:47 pm

    Ich arbeitete damals auf der Wetterwarte Wasserkuppe in der Rhoen. Nach der Nacht des Mauerfalls hatte ich einen Tag dienstfrei. Ich fuhr an die Zonengrenze und dort war man gerade dabei, einen behelfsmaessigen Uebergang zu schaffen, den ich als Erster von Westen her ueberwand. Nun war ich in Thueringen und ich hatte in Erfurt die Adresse einer Lehrerin, die ich besuchen wollte. Als ich von der Autobahn Eisenach nach Erfurt abbog, war alle Orientierung nur noch die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.Es gab keinerlei Hinweisschilder . Ein heftiges Gewitter zog auf. Mit Blitz und Donner fuhr ich- von Schlagloch zu Schlagloch- in Erfurt ein. Irgendwo kauerten Menschen unter einer Bushaltestelle. Ich hielt an, aber im ersten Moment ueberlegte ich, wie muss ich die Leute ansprechen, in welcher Sprache?
    Ich war zuvor in vielen suedeuropaeischen Laendern gewesen, hatte sogar einen Spanischkurs absolviert, war in Tunesien und hatte etwas Arabisch gelern. Und nun stand ich da in Erfurt und ueberlegte: In welcher Sprache sollte ich die Leute ansprechen…???!
    Also kurbelte ich die Scheibe herunter und fragte nach der Adresse. Da neigte sich ein Mann herueber und meinte: „“Ooch, da muss ich ooch hin.Genn se mich mitnaehm?““ Da wusste ich was da gesprochen wurde. Und das Eis war gebrochen…

  6. Der kleine Hunger
    Oktober 4, 2015 um 1:56 pm

    Bericht über die „Lage der Nation“, mehr muss man nicht wissen (ja Volker, nicht sehr Intelligent, das „ein oder andere“ wurde ja bereits besprochen)

    Bitte schööööööön

    Deutschland feiern, wie es fällt
    Was wollen all diese Menschen am Brandenburger Tor und wo kann man das kaufen? Das Festival der Deutschen Einheit in Berlin ist wie die WM-Fanmeile, bloß ohne Tore.

  7. Oktober 4, 2015 um 12:19 pm

    Hat dies auf MURAT O. rebloggt.

  8. Oktober 4, 2015 um 12:14 pm

    Hat dies auf Freiheit, Familie und Recht rebloggt und kommentierte:

    Die sogenannte Wiedervereinigung ging auf Kosten der ehemaligen Ostdeutschen. Ihnen wurden die
    Betriebe vernichtet und ihr Volksvermögen
    beschlagnahmt. Alles was die DDR-Bürger in den 40
    Jahren erwirtschaftet haben, viel in die Hände der jetzigen sogenannten BRD. Dafür werden jetzt die ehemaligen DDR-Bürger als faules Volk hingestellt,
    was nicht gearbeitet hat und schon immer arm war.

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