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Ein T-Shirt des 21. Jahrhunderts

Bevor der vierte Teil der WAHRHEITS-Findung online gehen wird, möchte ich gerne, in Anlehnung an Martins letzten Beitrag und Yann Martels eindringlichen Roman „Ein Hemd des 20. Jahrhunderts“, einen weiteren Blick auf den technologischen Fortschritt und den Zeitgeist werfen. Warum diese sonderbare Verbindung ? Dazu komme ich gleich …

Wie Martins Beitrag über die Arbeiten Peter Wohllebens deutlich machte, hat die Spezies Mensch, wir EINEN, inzwischen reichlich Schwierigkeiten mit der Gemeinschaft des Lebens, sprich, mit all den ANDEREN. Immerzu ist nur von uns EINEN die Rede und von all den Folgen und Problemen, die uns betreffen (werden). Wie sehr aber all die ANDEREN miteinander verwoben sind und verwoben bleiben können, trotz all unserer Entartungen von Gemeinschaft, das vermögen wir immer seltener zu spüren.
Was wird nicht alles seitens mancher Menschen unternommen, um die Atmosphäre vor Kohlendioxid, das Klima vor Veränderungen, und die Landmassen vor dem Meer zu schützen ? Genauso könnte man versuchen den Sauerstoffgehalt im Blut eines Menschen, sowie die Körpertemperatur immer konstant, und den Blutdruck immer bei 120/80 zu halten, egal, durch welche Lebensbedingungen sich der zugehörige Körper bewegt. So mag das mit allerhand Aufwand und Intervention seitens EINER Interessensgruppe durchaus möglich sein, doch wären die Folgen für den Einzelnen, erst recht auf längere Sicht, mit ganz neuen Problemen behaftet. Umso mehr, je mehr Einzelne zur Masse werden, die EINER Interessengruppe mehr und mehr ausgeliefert sind.

Ist es nicht verrückt, was manche von uns EINEN fordern, damit der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre nicht weiter steigen soll ? Steuern, Gesetze, Einschränkungen, Abkommen, Ausgleichszahlungen … und vor allem neue technologische Errungenschaften, damit, im Ringen um nicht weiter steigende CO2-Werte, endlich etwas Produktives geschehen kann. Nur eines scheinen dabei viele jener, die nach Taten rufen, zu übersehen, nämlich die fortschreitende Abholzung riesiger Waldbestände, allen voran die der Regenwälder. Was nutzen alle vorherigen Maßnahmen, wenn weiterhin Bäume schneller fallen, als dass sich ein Gefühl für die Gemeinschaft allen Lebens einzustellen vermag ? Auch die Debatten um die Klimaerwärmung, die, global (!) gesehen, seit über zehn Jahren nicht vorhanden ist, zielen einzig auf das Wohlergehen von uns EINEN … und das umso genauer, je heißer es lokal (!) irgendwo auf der Erde wird, während es anderswo ungewöhnlich kühl wird, was aber nicht weiter interessiert. Auch das Eis am Nordpol schwindet nicht zum ersten Mal, während zugleich das Eis am Südpol dicker und dicker wird. Auch das vermag kaum zu interessieren. Und dann all die Prognosen bezüglich steigender Meeresspiegel. Nun, den vorherigen Vergleich mit dem Blutdruck eines Organismus wählte ich ganz bewusst. Lovelocks Gaia-Theorie lässt grüßen, ist diese doch stimmig, damit sich besagtes Gefühl für die Gemeinschaft allen Lebens offenbaren kann. So gibt es nicht nur Wasser auf der Erde, sondern auch reichlich Wasser in der Erde. Das zeigt sich z. B. hier, insbesondere aber hier. Da mag es durchaus noch andere Umstände, als die üblichen, geben, weshalb der Wasserspiegel auf der Erdoberfläche schwankt. Da haben wir das Problem mal wieder: Kontext. Genau wie in der Medizin. Und wie nicht anders zu erwarten, ist der Zeitgeist in beiden Fällen mächtig daran interessiert einzig Symptome aus der Welt zu schaffen … für den Schein EINER besseren Welt ! Doch was geschieht, währenddessen, mit all den ANDEREN ? Geopfert, wie in “alten Zeiten“, damit die Götter des technologischen Fortschritts milde gestimmt bleiben und uns EINEN weiter, mit ihren Gaben für EINE bessere Welt, bedenken ?

Und damit komme ich zu Yann Martels Roman „Ein Hemd des 20. Jahrhunderts“, der in diesem Beitrag, über den technologischen Fortschritt und den Zeitgeist, auf den ersten Blick so fremd erscheint, wie ein Hemd im Schrank eines Menschen, der nur T-Shirts trägt. Dabei sind es diese magischen Momente von Synchronizitäten, die mich immer wieder zum Weiterschreiben animieren, denn kaum legte ich Martels Roman beendet zur Seite, da sah ich Martins neuen Beitrag … und sah sowohl unseren Fortschritt, als auch den Zeitgeist, in EINEM ANDEREN Licht, welches mir immer vertrauter wird. Nun, wer Martels Roman nicht kennt, dem sei der hier verlinkte Text ans Herz gelegt, der mit folgenden Worten die Betrachtung des Romans beendet:

… ein besonderes und besonders eindringliches literarisches Manifest gegen das Hemd des 20. Jahrhunderts, gegen Gewalt, Ausgrenzung, Unterdrückung, ein Plädoyer für die Menschlichkeit.

Quelle: Deutschlandradio Kultur vom 10.09.2010

Warum nur spricht uns EINEN unser Fortschritt, vom Zeitgeist verlockend in Szene gesetzt, mit allerhand Versprechungen und Möglichkeiten, derart an, dass wir ihn dergestalt kaum mehr missen wollen, kaum dass wir ihn in unser Leben gelassen haben ? Kann es sein, dass wir uns bereitwillig verführen lassen, weil wir ansonsten die GESCHICHTE des Lebens, DIE Geschichte, in der sowohl die ANDEREN, als auch wir EINEN, keine Rollen, sondern Notwendigkeiten verkörpern, nicht selbst zu spüren bekämen ? Weil wir zudem nicht in der Lage wären, jene Geschichte zu schreiben, die Henry im Roman letztendlich nur schreiben kann, weil er zuvor etwas durchlebte, was ihm das Schreiben erst möglich machte. Während der Zeitgeist auf unsere Hilfe dahingehend hofft, vermitteln zu können, was ihn zu dem werden ließ, was er geworden ist ?

Martels Buch erzählt nicht nur den Holocaust anders, er erzählt gar die GESCHICHTE des Lebens ANDERS, zumal ANDERE wesentlicher Teil seiner Geschichte sind. Die GESCHICHTE indes handelt von unzähligen Gräueltaten ANDEREN gegenüber. Gräueltaten, damit der technologische Fortschritt fortschreiten und der Zeitgeist das Gefühl von Gemeinschaft präparieren kann, dem Tierpräparator in Martels Roman nicht unähnlich … wobei man unter präparieren, zum EINEN, versteht, Verstorbene(s) zu Forschungszwecken zu zerlegen, oder, zum ANDEREN, auf Dauer haltbar zu machen.

In der zuvor verlinkten Kurzdarstellung des Romans findet sich eine Textstelle, die darauf übertragen werden kann, was es mit dem Zenit, den ich bereits mehrfach thematisierte, auf sich haben wird … und was daraufhin folgen wird, denn Henrys Schicksal ist das Schicksal von uns EINEN:

Doch es kommt dieser Moment, in dem der zeitweise eher künstlich als kunstvoll geschürzte Knoten platzt. Dann ist all das Offensichtliche, das Papierne, sind die vielen Symbole und auffälligen Parallelen nicht nur verziehen, sie waren offenbar notwendig, um zu provozieren, was nun mit dem Text und den Lesern passiert. Man liest und weiß nicht, wie einem geschieht.

Quelle: Deutschlandradio Kultur vom 10.09.2010

Offensichtlich gibt es Gräueltaten, deren “Größe“ derart unbeschreiblich ist, dass sie nicht direkt mit Worten ausgedrückt werden können, sondern EINES ANDEREN Weges bedürfen. Zum EINEN zählen dazu all jene Gräuel, die wir EINEN uns untereinander zufüg(t)en, zum ANDEREN aber all jene Gräuel, die unsere Trennung von den ANDEREN betreffen … worin all jene Grausamkeiten ihren Ursprung haben, die wir EINEN uns noch immer untereinander zufügen. Davon erzählen verschiedene Kleidungsstücke verschiedener Zeitalter. Abzuwarten bleibt somit, ob der Zeitgeist im Feuer, welches er selber entzündete, sich letztendlich auflösen wird …

Ach, erwähnte ich schon, dass sowohl der Autor, als auch der Tierpräparator, beide den gleichen Namen haben … Henry !? Und jeder für sich an EINER Geschichte schreibt, die sich ohne den ANDEREN nicht vollenden lässt !? Nun … das Buch ist mehr als lesenswert !! Ein Plädoyer für die Gemeinschaft, deren wahres Wesen kein Gräuel zu vernichten vermag.

Gruß Guido

GOLD-DNA
Die Goldene PHI(l)harmonie
Gemeinsam ins Tal
Ich LIEBE meinen Tumor

  1. Gerd Zimmermann
    September 1, 2015 um 10:05 pm

    Der Kreis
    was ist ein Kreis ?
    Ein Kreislauf ?
    Deiner, meiner, oder UNSER ?

  2. September 2, 2015 um 5:52 am

    Bezüglich des im Text angesprochenen Klimas:

    http://wattsupwiththat.com/2015/08/31/the-artificial-tree-green-replacement-real-trees/

    Vereinfachung und Verallgemeinerung … dabei ist CO2 DER Anreiz für das Leben um Diversität voranzutreiben … also weg mit dem Regenwald und stattdessen künstliche Bäume aufgebaut, die den Job besser können, als wären Bäume einzig dafür da CO2 aus der Atmosphäre aufzunehmen …

  3. x
    September 2, 2015 um 8:04 am

    Was ist am September so besonders? Viele alarmierend machen wollende Meldungen werden verbreitet.

    Gehen wir der Sache mal nach.
    Ein geeignetes Milieu ist Voraussetzung für Fruchtbarkeit sowie Gesundheit.
    Es gibt kein schlechtes ‚Wetter‘, solange Gesundheit besteht und sich dementsprechend angepasst wird.

    Gottspieler beeinflussen das Klima nicht auf natürlichem Wege. Das Klima ist unsichtbar und nur durch gute Instinkte wahrnehmbar. Gewöhnungseffekte treten schnell ein. Meist liegt diese Ebene nicht im Fokus, doch werden hier die grundlegenden Voraussetzungen geschaffen.

    Es gibt viele Informationen über künstliche Einflüsse. Fahrzeughersteller kreieren und nutzen z.B. Duft, Sound- und Lichtsysteme, um die Kaufentscheidung und Kundenbindung relativ unabhängig vom Produkt zu beeinflussen. Notenbanken kreieren ein Investitionsklima. Medien, Politik .. usw. Diese Vielfalt nimmt Einfluß auf die Ausprägung der natürlichen Instinkte. Diese sind jedoch überlebensnotwendig. Eine Sensibilität und Offenheit ist wichtig, zugleich besteht die Gefahr für Infiltrierung offen zu sein, wie ein Scheunentor. Daher ist bewusste Selektion und Abgrenzung hilfreich, ermöglicht sozusagen eine Kleidungsauswahl.

    Im September, nach der Sommerpause, werden oftmals Richtungsentscheidungen getroffen. Warum? Ein Abstand von Problemen kann Lösungen hervorbringen. Es gibt z.B. zwei Weltfriedenstage bzw. Antikriegstage mit ensprechendem Hintergrund. Natürliche Bedenken können genutzt werden, um ein die Entscheidungen entsprechendes/ unterstützendes Klima zu schaffen.

    Achtet auf euch selbst, bleibt gesund, eile mit Weile.

  4. x
    September 2, 2015 um 8:16 am

    Erinnerung!
    Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

  5. x
    September 2, 2015 um 8:28 am

    Eine Ansicht zur Kriegsführung
    Es genügt nicht, ein Veränderung (z.B. Krieg) anzuzetteln und zu beginnen. Um auszuführen bedarf es eines Klimas, das ermöglicht, die entsprechend benötigten Beteiligten zu involvieren.
    Die Historie zeigt dies schön auf. Viele Verbote konnten mangels Akzeptanz nicht durchgesetzt werden.

  6. x
    September 2, 2015 um 8:41 am

    Alle menschgemachten Gesetze, Gebote und Verbote wollen etwas regeln, bestimmte Regelungen festschreiben. Gültig bzw. in vollem Umfang wirksam sind sie erst, wenn sie gelebt (real durchgesetzt) sind. Im Grund bräuchte man dann die Festschreibung aber nicht mehr. Ist dies nicht der Fall, ist hoher Energieaufwand / Zwang notwendig.

    • x
      September 2, 2015 um 8:49 am

      Im Grund ist die mit allen Veränderungen der Fall. Erst ist es Aufwand und mühsam. Man kreiiert sich Hilfen. Ist es durch, voll verinnerlicht, benötigt man keine Krücken mehr und kann diese getrost entsorgen.

  7. x
    September 2, 2015 um 9:16 am

    Noch etwas
    Zwischen Wunschdenken und Realität bestehen Unterschiede.
    Ursache und Wirkung, Anziehung, Magnetismus, Bewusstsein, Bewußtheit, Ebenen, Dimensionen …
    Meine Ansicht: Wenn die Chemie passt, erledigt sich der Rest von selbst. Im Guten und im Schlechten. Darum prüfe, wer sich bindet.

  8. September 5, 2015 um 5:20 pm

    Das PROBLEM als DAS Trauma, welches sich, bis in die heutige Zeit, als Problematisierung des PROBLEMS realisiert, in Form unzähliger Probleme und Traumata ?

    http://www.mpg.de/9375561/holocaust-vererbung-epigenetik

  9. Gerd Zimmermann
    September 5, 2015 um 9:43 pm

    Lieber Guido

    Epigenetik
    vielleicht liegt es daran,
    dass ich nie geboren wurde
    und somit immer leben werde.

    Was um alles auf der Welt
    hat Epigenetik mit WIRKLICHEM Leben zu schaffen ?

    Ein Irrweg ?
    Wie so viele ?
    E = m × c2 ?
    Lichtgeschwindigkeit hoch 3 ?
    Versuch macht klug
    und die unsichtbaren Wurzeln
    halten und ernähren einen Baum.

    Willkommen im richtigen Leben.

    Das Unsichtbare stillt und nährt
    ES ist zwar nicht unsichtbar
    da ES sichtbar ist

    Ein Geheimnis eben,
    aber niemals unerkennbar

    der Blick in den Spiegel

    ein Spiegel ist einfach
    so einfach wie Wasser(Spiegelbild)

  10. Gerd Zimmermann
    September 5, 2015 um 10:05 pm

    Angenommen ich hätte eine Idee.
    Sie erscheint mir zuerst als Bild
    als Spiegelbild meiner Idee
    erst danach kann ich die Idee realisieren

    egal ob Wohnhaus, Börse oder Mondrakete

    die Idee ist immer im Anfang
    auch die Gesamtidee
    z.B. ein Universum
    die Realisierung folgt sofort

    Du kannst dich dem nicht entziehen
    ob du willst
    oder nicht

    Es ist die Idee, welche einem Universum
    Bewegung verleiht

    Ein Universum ohne Idee bewegt sich nicht
    da dieses Universum nicht wahrgenommen wird.

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