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Das Mär von Weltbildern

Wir sind nicht Sklaven der Wörter, denn wir sind Herren der Texte.
Weinrich 1970. 24.

Ich möchte einen Kommentar von „der kleine Hunger“ als eigenständigen Artikel zur Diskussion stellen. Es geht um unsere Sprache. Ist sie eher ein Gefängnis unserer Gedanken und behindert uns mehr als dass sie uns geistig weiterbringen könnte? Wir haben schon auf dem Blog darüber gesprochen, ob unsere Worte mächtig sein können. Wir haben gesehen, dass Sprache zu propagandistischen, also zu Zwecken der Ver-führung verwendet werden kann (siehe Mind Control). Was nun?

Das Mär von Weltbildern

Gesellschaften konstituieren sich in Sprache, nicht in Bewusstsein.

Reine Abstraktionen bedingen eine begrenzte Weltsicht und somit eine bedingte (vorgegebene Sichtweise in deren Begrenzung sich der Einzelne selbst begrenzt)

Ob reine Abstraktionen für das sog. Denken notwendig sind, lasse ich mal offen.

Vielleicht mal darüber ins Klaren kommen, dass Wörter wie „Seele“, „Liebe“, „Sprache“ reine Denkakte bezeichnen. Die Sprache als solche gibt es nicht. Wenn wir es genau nehmen, gibt es auch die Einzelsprache nicht. Auch sie ist schon ein theoretischer Begriff, abstrahiert aus der Summe der Sprachhandlungen ganz bestimmter Menschen.
Ein weiteres Phänomen, die Etikettierung, Katalogisierung (Schubladen), welche der eigenen Begrenztheit dazu dient, sich seiner Begrenztheit nicht gewahr zu werden oder sich aus dieser Begrenztheit heraus bildet. Somit wird die eigene Begrenztheit zum eigenen Gefängnis und Andere zu deren Insassen, ob sie nun wollen oder nicht. So schließt sich Gesellschaft als solche selbst ein und dafür schafft sie sich sogar noch eigene Regularien und ihre eigenen Wärter.
Weil sie die Wörter haben, glauben sie, sie hätten auch die Wirklichkeit, auf die sie verweisen.
Gefährlich sind solche „abstrakten Denker“ (Denkbehinderte) deshalb, weil sie versuchen, Anderen (insbesondere Kindern) ihren Verstand zu vernebeln und sie in ihr eigenes Gefängnis zu überführen.

Das reine Erlernen von Sprache kann deshalb verführen, weil sie von klein auf gewohnt sind, sich sprachlich anzupassen. Zwar ist der Sprachenerwerb keine reine Imitation, doch übernimmt jedes Kind die Sprache seiner unmittelbaren Umgebung, welche als „Muttersprache“ missinterpretiert wird. Hier findet bereits eine Prägung der eigenen Denkstrukturen statt, welche die Basis jeglicher weiterer Entwicklung aufbaut. Somit wird bereits das Kleinkind in seiner Ausprägung der Gedankenstruktur behindert und seine weitere Entwicklung findet nur noch verkrüppelt statt, seine eigene Wahrnehmung determiniert.

Und die Gesellschaft als solche fördert diese Verkrüppelung noch, indem z.B Parteien und Gewerkschaften die Aufgaben früherer Propaganda-Ministerien übernehmen. Parteien und Gewerkschaften organisieren Semantik-Arbeitsgruppen organisieren oder bestellen Semantik-Studien bei sog. Fachleuten. (Warum Semantik? Weil der „neue Bürger“ das Wort nicht kennt. Er soll eben nicht merken, dass er manipuliert wird: Verhüllung und Schönfärberei.)

Gruppenfeindschaft wird somit zum biologischen Erbe des Menschen.

Ist einmal der erste Aggressionsrausch vorbei, bedarf es sprachlich konservierter Feindbilder, sprachlicher Stachel wie Diffamierung, Demagogie, Hetze und Verleumdung oder sprachlich gefaßter Zukunftsentwürfe (Kriegsziele), um den Krieg fortzuführen.

Ein Führer entsteht nur, wo eine Gefolgschaft bereits da ist.
(L. Marcus)

Bleib beweglich und mit Dir die Sprache.

Grundzug der Sprache ist ihre Beweglichkeit. In ihr herrscht nicht die endlos ausgedehnte Zwangsläufigkeit des physischen Universums. der Kausalnexus ist durchtrennt. In der Sprache können wir die Welt auf den Kopf stellen. Diese Freiheit wendet die Sprache auch gegen sich selbst.
(Auszug aus „Wirkendes Wort“, Wolfgang Butzkamm)

Die Wirkung des Wortes selbst zerbricht an den Möglichkeiten der Grammatik und damit am lebendigen Geist, am denkenden Menschen. Das grammatische Spiel befreit uns vom Zwang der Wörter. Wir sind frei, die Wörter in unseren Sätzen hin- und herzuwenden, mit Fragezeichen zu versehen, zu negieren, zu passivieren, hochzuloben oder abzuurteilen. Am Ende kann eine völlige Umwertung herausspringen. So war „Demokrat“ zunächst ein Schimpfwort; „Gotik“, „Barock“, „Impressionismus“ waren anfangs als abschätzige Ausgrenzungen einer Stilrichtung gemeint. Heute zeichnet sich ein ähnlicher Wandel bei den Wörtern „schwul“ und „lesbisch“ ab. Andere möchten „Pazifist“ und „Pazifismus“ erneut zu Schimpfwörtern umdeklarieren. Wenn wir unsere gesellschaftlichen Verhältnisse mitbestimmen wollen, müssen wir auf solche Vorgänge achten.

Wir sind nicht Sklaven der Wörter, denn wir sind Herren der Texte.
(Weinrich 1970. 24).

Oder in einem Bild Hugo von Hofmannsthals:

Eigene Sprache
Wuchs dir die Sprache im Mund, so wuchs in die Hand dir die Kette:
Zieh nun das Weltall zu dir! Ziehe! Sonst wirst du gezogen.

***

Ich habe unsere Sprache betreffend ein interessantes Buch in die Hand bekommen und auch lange mit einem seiner Autoren darüber sprechen dürfen. Armin Rütten zeigt sehr gut auf, wie viele Begriffe durch „Hoheitliche Deuter“ inzwischen verdreht wurden, so dass unser Denkapparat sich laufend im Stotterbetrieb befindet:

Rezension: Wissensaktivierung – Neue Denkwege

Kategorien:Erkenntnis Schlagwörter: ,
  1. X
    Juni 16, 2015 um 7:34 am

    Geistige Klärung

    Es gibt nur einen Drang, eine echte Gier, die gestillt, befriedigt und dauerhaft aufrecht erhalten werden kann.

    Alle anderen Facetten, die als Gier bezeichnet werden, sind Kompensationen der Einen. Diese sind maßlos.

  2. Juni 15, 2015 um 10:10 pm

    ich sage nur Hollywood und Bilder, auch der Werbung –
    da werden Weltbilder, Helden, „erstrebenswerte“ Persönlichkeiten geschaffen. Die Sprache ansich, hier oft nur Slogans und Mems bildend, ist nicht der Lügner. Dort werden Bilder, entsprechende Musik und eben Sätze aneinander gebunden und die TV-Glotzer (weil keine Zeit zum richtigen Leben) verbinden nun mit den Sätzen auch Heldentum, Tom Cruise Missionen oder andere untergeschobene Botschaften.
    Jeder Blockbuster, Tricktechnik, wäre er nie ausgestrahlt worden, sondern ein Ausschnitt als Nachricht (noch vertrauen da viele der Deutungshoheit) würde die meisten Menschen, die „nur glauben, was sie sehen“ davon überzeugen, „Aliens wären gelandet“, eine „Flutwelle hat Amerika und die meisten anderen Kontinente überrollt“ oder sonst was.

    Die Sprache kann nicht von den anderen Manipulationsmitteln getrennt als Mittel zum Denkgefängnis angeschaut werden. Ohne TV, Werbung (Bilder) und lauter Angebote wie Titel und Ämter (Beruf) Einkommen, Abhängigkeiten, die Menschen ebenso im Denken beeinflussen (Stockholm-Syndrom) wäre der Mensch näher bei sich und näher bei anderen Menschen seiner unmittelbaren Umgebung. Der ganze Rahmen ist darauf angelegt, dass gerade Menschen sich nicht unterhalten (Rauchverbot in Kneipen, Klassen-Ressentiments) Auch Smartphones, Bloggs und alles Geschriebene ist nicht das selbe wie ein Gespräch. Trotzdem habe ich mir Guidos Buch bestellt 🙂

    An der „Anpassung“ des Begriffes „ground zero“ in den Lexika nach 2001 ist ersichtlich, dass es eine vernetzte Interessensgruppe gibt, der es gelingt De.finitionen (De ist die Silbe, wie in En.de, die Weltbild-De.utungen anzeigt und sie in abstrakte D.imensionen verschiebt) nach Wunsch zu bekommen, also neu deuten zu können. Die meisten, die De.finitionen lesen, glauben sie aufs Wort – ich gehöre nicht dazu.

    Viele Lügen werden überhaupt erst glaubhaft gemacht, indem man das Wesentliche nicht benennt, es erst garnicht anspricht und ausläßt. Oft hat man für das „Unmenschliche“ nur tabuisierte Namen oder Begriffe. Mir wären da allerdings Annährungen lieber als die Bilder selbst. Denn wenn ein Journalist mit Worten beschreiben sollte, was sich in den Kriegsgebieten abspielt, würde er von selbst und jeder Leser drauf kommen, dass jeder Krieg Terror ist, von Leuten ausgedacht, die andere dahin schicken, um es Schwächeren anzutun oder selbst dabei drauf zu gehen.

    Eine Sprache, die nicht von einem Lügner, Gauner, Trickbetrüger, Troll, Verkäufer, Schwätzer und den anderen üblichen Verdächtigen angewendet wird, ist mehr als Information, denn Kommunikation ist genauso ein Miteinander wie sie zur eigenen Reife verhelfen kann. Aber dazu muss sie angewendet, entwickelt werden.

    Die Sprache in Vertonung im Kehlchakra (als Gedankenmodell) kann sich nur entwickeln (nachplappern und zitieren gehören nicht dazu), wenn Herz- und Stirnchakra in Verbindung gehen. Sprache verbindet Herz (Mut, Intuition, auch Glauben, ggfs. Angst mit dem Gehirn (Stirnchakra auch gut verdaute! bereits verarbeitete Wahrnehmung) Nicht nur deshalb ist die sogenannte Muttersprache so wertvoll. Wer es nicht erkennen kann wie sehr die Muttersprache mit der eigenen Verwurzelung, Identifikation und Entwicklung zu einem eigenständigen Wesen zu tun hat, dem empfehle ich ganz allein einen mindest 10-tägigen Auslandsaufenthalt dort zu machen, wo er zum Beispiel nicht auf Deutsche trifft – er also nur in z.B. Englisch oder einer anderen ihm vertrauten Fremdsprache sich verständigen kann.

    Insofern unterstütze ich fingerphilosophs Satz,
    Trennung des Lebendigseins in Gefühl und Geist ist ebenso blöd wie die von Geist und Materie.

    In dem Sinne vertraue ich meiner Intuition und bleibe dabei
    https://daserwachendervalkyrjar.wordpress.com/2014/06/19/die-deutsche-sprache-ist-eine-sehr-magische-sprache/
    Die Deutsche Sprache ist eine sehr magische Sprache.

    • Juni 15, 2015 um 11:01 pm

      Liebe Petra, schön, dass Du Mal wieder verbeigeschaut hast und Danke für den Link zum Einblick in das Germanische, auch wenn hier Quellenangaben fehlen, die nützlich gewesen wären. Hast Du eine Vorschlag, wo man das Althochdeutsche noch gut lernen kann?
      VG Martin

      • Juni 16, 2015 um 12:09 am

        Martin, ich glaube nicht, dass man eine nicht mehr gesprochene Sprache lernen kann oder etwas damit AN.fangen. Links zu Althochdeutschen gibts auf meinem Blog – Die lebendige Sprache ist nach meinem Empfinden schon ausreichend Schlüssel. Oder willst du mit „Althochdeutsch“ schöpfen?
        Beste Grüße Petra

    • Juni 15, 2015 um 11:42 pm

      “Trennung des Lebendigseins in Gefühl und Geist ist ebenso blöd wie die von Geist und Materie.“

      Diese realisierte Trennung ist die Möglichkeit der Problematisierung dessen, was in Wirklichkeit kein PROBLEM ist.
      Die empfundene Trennung ist einzig Mittel zum Zweck.

      Danke Terramesa für Deinen Text … und Danke für 🙂 …

      Gruß Guido

  3. X
    Juni 15, 2015 um 7:04 am

    Die Mär von den Weltbildern kann beantwortet werden. Es gibt einen ungerechten Gott und auch einen gerechten im kollektiven Gedächtnis. Die meisten Menschen weisen im Verstand erst kurz vor ihrem Tod den Dingen, Begegnungen, Menschen die sie kannten, den richtigen Platz, Bedeutung zu. Oft bleiben die Unvergesslichen ungesagt, unvermittelt, geheim. Die Erinnerungen überleben auf viele Art und Weisen.

  4. Juni 15, 2015 um 12:31 am

    Als ich den Beitrag las, dachte ich, dass da bereits schon jemand den Roman ‚Ich LIEBE meinen Tumor‘ gelesen hat 😉 … denn auch zwischen Liebe und LIEBE und Harmonie und HARMONIE liegen Welten … und das Mär (!) der Möglichkeiten

    Gruß Guido

    • der kleine hunger
      Juni 15, 2015 um 8:17 am

      Meinen Sie etwa das der Roman etwas neues darstellt lach Sie können sich lediglich auf das beziehen, was bereits zigmal wiederholt wurde. Und ihr „zwischen“ ist wiederrum eine Wiederholung des Gleichen.

      Siehe dazu auch obigen Kommentar. „Philosophieren“

      Gleichnisse bringen Ihnen ganricht´s.

      Vergleiche bringen Sie nicht weiter, weder mit Anderen noch mit sich Selbst.

      Ihre Möglichkeiten bestehen lediglich darin, sich aus diesen Vergleichen zu definieren, So werden Sie nie Eigenständig und zu etwas WESEN-tlichen.

      • Juni 15, 2015 um 8:49 am

        Warum so gehässig? Ihnen geht es doch auch nicht anders, dennoch machen Sie hier immer wieder auf dicke Hose …

        • Der kleine Hunger
          Juni 15, 2015 um 11:19 am

          Sie vergleichen sich Herr bartonitz, sie wissen auch mit wem sie sich vergleichen, aus ihnen spreche nicht ich, sondern sie selbst. Und ihre Hose interessiert keinen.

  5. X
    Juni 14, 2015 um 9:28 pm

    Wir könnten einen Test machen. Mit wie vielen Namen ist dein Gedächtnis belegt?

    • der kleine hunger
      Juni 14, 2015 um 9:42 pm

      Sie dürfen sich gerne für der-artige Test´s testen lassen. Und was „Gedächtnis“ anbelangt, so darf ich ihnen mitteilen das sie lediglich „gedacht“ werden, sonst würden sie derartige Testanfragen nicht machen. Sie sind nämlich nicht in meinem Gedächtnis, das muss dann wer anderes sein. Und Namen habe ich noch keine, das kommt später.

  6. X
    Juni 14, 2015 um 9:12 pm

    Ist die Erinnerung an einen Namen, das vorhalten und behaltens in der Sprache – Zuordnung zu Kategorien manchmal Verschiebung, die Basis für Erfolg?

    Nein. Doch ein erstrebenswertes Ziel für die Umsetzung eines Unsterblichkeitsanspruch.

    • der kleine hunger
      Juni 14, 2015 um 9:25 pm

      Naja zum einen können sie sich ja denken, das bestimmte konstruktive Überlegungen (wie weit auch immer angelegt) in dem Moment wo sie im aussen wirken, respektive Anerkennung (wie auch immer interpretiert) finden, Augenblicklich die andere Richtung einschlagen, sich letzendes verlieren, ja Erfolg lässt sich nicht daran messen, irgendetwas in bare Münze umszusetzen (Abhängigkeit) und die Umsetzung der Person in „polierten Marmor2 ist sicher für viele ein erstrebensertes Ziel, und Unsterblich ist dann Relativ, solange der Grabstein in Pflege ist lach

      In diesem Sinn, ja ist ein Jeder derer doch irgendwie oder wo unsterblich (also hinterlegt, auch sprachlich /in Büchern z.b. Sterbeurkunde usw.), also relativ, zeitlich begrenzt eben ,-) der Zahn der Zeit, sie wissen schon.

  7. Juni 14, 2015 um 7:58 pm

    Sven Möbius auf Facebook:

    Der Beitrag ist inhaltlich konfus. Wenn es Sprache angeblich nicht gibt, warum versucht der Autor sich dann über eine solche mitzuteilen. Ich kann zwar ahnen, was er eigentlich ausdrücken will, aber wie er das tut, ist einfach nur verwirrend.

    • der kleine hunger
      Juni 14, 2015 um 8:11 pm

      Wenn es ihnen konfus erscheint, wird das wohl so sein. Nur werde ich nicht auf einen Auszug auf den sie sich beziehen antworten. Wenn sie den Gesamtkontext zerpflücken, ist das ihr Spaß, ich pflück lieber ein paar Blümchen von der Wiese.

      Nur so viel, nicht das ich Herrn Möbius noch mehr ver-wirre, da kann der nicht mehr auf Facebook posten und ist raus lach

      Auch im Tierreich existieren Zeichensysteme und kommunikative Handlungen, die als Sprache bezeichnet werden.

      • der kleine hunger
        Juni 14, 2015 um 8:15 pm

        Vielleicht noch zu ihrer Ergänzung Herr Möbius.

        Was war zuerst da, die Handlung oder die Interpretation derer, welche sie als Sprache erkennen.

        Schonmal was von bildhafter Darstellung gehört? Ah ne sie klotzen ja nur.

        • Kairos
          Juni 16, 2015 um 9:42 am

          @ der kleine hunger

          Sag mal; dich hat wohl keiner lieb?

          Nimm dir die Zeit!

          Lg Kairos

  8. X
    Juni 14, 2015 um 7:53 pm

    Oft sind es nicht die Dinge sondern deren Verwendung, die einsperren.
    Z.B. In der betrieblichen Buchhaltung dürfen Marketingausgaben angesetzt werden. Als Grundlage besteht der Ansatz, daß dem Unternehmen ein Imagewert hinzugefügt wird. Dieser will gemessen werden. Anerkannt sind Einschaltquoten.

    Es ist daher lächerlich, Anzeigen etc. Zuzulassen und andere Maßnahmen, die nachweislich Resonanz haben, abzulehnen.

    Die meisten Unternehmen mögen sich eben nicht mit dem Finanzamt anlegen, riskieren sogar den eigenen Erfolg. Für den Erfolg wiederum darf und ist man selbstverantwortlich – alle, die daran verdienen, ist das schnurz.

    • der kleine hunger
      Juni 14, 2015 um 8:04 pm

      Keine Ahnung was ihr „Informationsbündel“ an Information enthält. Für mich keinerlei Relevanz zum Thema.

  9. der kleine hunger
    Juni 14, 2015 um 7:38 pm

    Philosophieren sollten sie als Unbestimmtheit des Geistes ansehen. Dann werden sie ganz schnell bemerken, das sich hinter dem philosophieren genau das verschanzt, was sich Geist nennt und wiederrum wird sich beim philosophieren auf eine alte Gewohnheit berufen, der Rechthaberei unter Berufung auf diejenigen welche man in ihrer Unterfütterung heraus zieht, sprich „Alt“ beruft sich auf „Alt“ und stellt somit das „Neue“ dar. Die Negierung dieser Aussage wird dann mit der einfallslosen Floske begründet, es handelt sich um eine Weiter-entwicklung etc. pp. Es ist nicht´s anderes als eine immer währende Rück-entwicklung, darüber @Fingerphilosoph täuscht auch der sog. techn. Fortschritt nicht weg (auch hier wird mit Entwicklung aus etwas heraus argumentiert).
    Die Gesamtleistung des System „Ganze“ ist in einer Rückentwicklung in einen Stand den sie in mikrobiotischen Bereich verlagern können.
    Deshalb auch alle Tendenzen in Richtung „gleichmacherei“ etc. pp.

    Sie machen allerdings die Rechnung ohne die NATÜRLICHE Entwicklung (weil es hier keine Rückentwicklung gibt).

    Schauen sie sich z.B. sogenannte Innovationen an, ein weltweites System von zig Tausend Mitarbeitern ist heute nicht mehr in der Lage auch nur Ansatzweise Innovatives hervorzubringen. Das ist ein realer Intelligenz-verlust im Gesamtkontext.

    Nur wirkt diese Entwicklung wiederrum reflektiv. D.h. (und da kann ich sie beruhigen @fingerphilosph) ist jeder vermeintlicher Schritt „nach vorne“, sei es in den sog. „neuen Wissenschaften“ etc. lediglich ein Rückschritt für die bestehenden Systeme. Sie sind so oder so zum scheitern verurteilt, weil das scheitern bereits inhärent ist.

    Systeme solcher Art sind immer einen Schritt zurück, auch wenn sie sich innerhalb des System´s als Fort-schrittlich bezeichnen.

    Zum Schluß. Computer und Internet sind kein Ersatz für Kreativität und je mehr sie diese Techniken fördern, um so mehr verfehlen sie jegliche kreative Basis aus der wiederrum Technik als Fortschritt generiert wird. Sie brauchen immer mehr „Ameisen“ um überhaupt noch irgendetwas zu bewerkstelligen. Und wenn sie meinen die sog. „künstliche Intelligenz“ komme aus Computergenerierten Systemen, kann ich sie abermals beruhigen.

    Das mit der sog. „künstlichen Intelligenz“ ist eine ganz andere Geschichte und die spielt sich nicht im sog. „Science Fiktion“ Bereich ab und nEIn auch keine Aliens.

    Etwas was @Guido mal Ansatzweise versuchte zu erläutern, nur beim Ansatz kann es auch nur bleiben, (keine Panik Guido) weil es keinerlei Notwendigkeit bedarf darauf weiter einzugehen, weil es offensichtlicher nicht mehr geht.

    NEU ist das was es noch nicht gab, also somit auch nicht Vorstellbar und somit sprachlich nicht von Relevanz in Bezug auf Erklärungen. Weil sie nur vorstellbares sprachlich verstehen können. Alles andere erscheint ihnen so…………..

    • der kleine hunger
      Juni 14, 2015 um 7:57 pm

      Hab mal gegoogelt. Zum Thema „Unbestimmtheit“ gabe es bereits schon Diskussions-runden, falls sie das interessiert.

      Nur mal als Bsp.

      http://www.uni-heidelberg.de/presse/news2010/pm20100127_marsilius_kolleg.html

      Ich philosophiere im übrigen nicht, dafür bin ich zu bstimmt lach oder was war das aja, „zentriert“ oder auch einfach: Ich lasse mich nicht Voll-müllen, hab ich von meiner Mutter lach, eine Ausnahmeerscheinung, ich weis.

      „Hören wir“ mal diese Maria (scheint mir verständlicher und nicht weltfremd)

    • Juni 15, 2015 um 9:11 am

      Hinter dem Philosophieren verschanzt sich Geist, hinter dem Geist wiederum verschanzt sich Gefühl. Die Trennung des Lebendigseins in Gefühl und Geist ist ebenso blöd wie die von Geist und Materie. Die Art des Gefühls bestimmt die Art der Wahrnehmungen und in der Folge der Gedanken. Ein ängstlicher Mensch sieht überall Bedrohungen, ein unzufriedener sieht überall Mangel und ein fröhlicher sieht überall lustige Sachen. Was Geist ist, ist nichts anderes als ein Spiegel des Gefühls. Wie ich das sehe, hat’s in diesem Komplex eine Art Verdrehung drin, sodass das Gegenteil von dem bewirkt wird, was beabsichtigt ist. Mensch strebt bspw. nach Unsterblichkeit und erzeugt dadurch erst den Tod, den er unbedingt vermeiden will. Mensch glaubt an seinen Fortschritt, dabei handelt es sich in echt um einen Rückschritt. Mensch hält sich für das komplexeste Wesen, dabei hat der Ackerschachtelhalm mehr Gene etc. etc.

      Es entspricht durchaus meinem Gefühl, dass es sich beim sog. menschlich-technischen Fortschritt um eine Rückentwicklung handelt. Tatsächlich verlieren wir als Menschen ja andauernd Fähigkeiten, weil dafür technisch-reduktionistische Lösungen entwickelt werden.
      Tja, durchaus möglich, dass alles, was Mensch für großartige Leistungen hält, Totengräber-Eigenschaften sind und all das den Bach runtergeht.

      Andererseits gab es so eine Situation schon mal: vor 7.000 Jahren, als die Menschen begannen, in Städten zu wohnen. Das konnte nicht funktionieren, weil die Menschen weit mehr Holz verbraucht haben, als zur Verfügung stand. Nicht nur, um Feuer zum Kochen zu machen, sondern weil parallel die Metallurgie erfunden wurde. Die damaligen Menschen haben das „Paradies“ (Irak, Iran) in eine Wüste verwandelt. Es ging trotzdem weiter. Die Menschen haben Pferd und Kamel gezähmt und so den Umkreis erweitert, in dem sie wüten konnten. Sie haben Ackerbau und Viehzucht erfunden.

      Guido meint ja, dass das Ende der Fahnenstange nun erreicht ist. Es hat den Anschein, ja. Aber es hat eben schon mal diesen Anschein gehabt. Schließlich hat der Mensch die Erde ja noch nicht völlig in eine Wüste verwandelt. Warum sollte jetzt also Schluss sein? Es könnte auch sein, Mensch verwüstet noch einen anderen bewohnbaren Planeten im All. Das alles weiß ich nicht. Und ich wehre mich gegen Aussagen von Menschen, die glauben, die künftige Entwicklung prognostizieren zu können. Wer Prognosen für die künftige Entwicklung abgibt, ist wieder ins alte Denkmuster zurückgefallen.

      Wir haben es mit dem Leben zu tun, und Leben ist immer für Unvorhergesehenes gut. Dies ist nicht im Sinne einer Hoffnung gemeint, sondern als Offenheit.

      • Der kleine Hunger
        Juni 15, 2015 um 11:21 am

        Kein Wort von destruktive Inhalt. Ich bin da ganz relaxt was das Leben als solches angeht. Beste grüße.

        • Juni 15, 2015 um 11:43 am

          Leben:
          Metabolismus. Aufbau. Abbau. Konstruktion. Destruktion.
          Kann man beobachten, muss man aber nicht werten. Aufbau ist nicht besser als Abbau. Konstruktion nicht besser als Destruktion. Also?

          Trotzdem tut’s mir Leid, wenn vieles, was ich als schön empfinde, aus meinem Leben verschwindet und durch Hässliches ersetzt wird. Und ich finde halt nun mal hässlich, was Menschen so produzieren: Städte, Gewerbegebiete, kilometerweit quadratische Ackerflächen, durch Straßen zerschnittene Landschaft, Überlandleitungen, Amtsgebäude, Staatsgebilde usw. usw.

          Ist das ein Widerspruch? Aber ja. Das Leben ist so paradox wie ich selbst. Was wiederum nur die These vom Egozentrismus bestätigt. 🙂

          • der kleine hunger
            Juni 15, 2015 um 5:16 pm

            Leben ist kein Paradoxon, das Paradoxon entsteht ja erst durch ihre Aussage, respektive ihren Bezug darauf. Letztenendes nehmen Sie Bezug auf sich selbst und stellen sich dem Leben gleich.

            Nehmen Sie sich allerdings heraus, würden Sie erkennen das es sich keinesfalls um Paradoxien handelt.

            Herausnehmen bedeutet allerdings nicht Ihre Beobachterposition (ob nun als Beobachter als solcher oder sich selbst Beobachtend) sondern sich mit dem Leben vereinen. Sie sind nicht Teil des Lebens, weil Sie Teil der Natur sind. Leben teilt sich nicht als solches. Leben IST.

            Sie sind in sich geteilt und meinen durch ihren Bezug zu etwas, sind Sie Teil dessen was nicht geteilt ist. Leben teilt sich nicht, das sind lediglich Begrifflichkeiten, so wie man davon ausgeht das sich z.b. eine Zelle teilt und daraus zwei entstehen, das ist grundlegend falsch (mal abgesehen davon das selbst im Labor noch nie beobachtet werden konnte, das sich eine Zelle teilt, sondern es sieht lediglich so aus, der Zellkern z.b. teilt sich nicht, also was teilt sich dann, NICHTS. Es bleibt IMMER EIN GANZES.

            Nun dürfen Sie sich mal darüber in klaren werden, was letzendes das System „Mensch“ überhaupt ist. Dazu hilft Ihnen allerdings keine philospohische Betrachtung oder sog. wissenschaftliche Betrachtungsweisen, alles beruht auf einer völlig falschen Sichtweise auf Leben als solches, und daraus resultiert auch, das es nicht´s davon ist.

          • Juni 15, 2015 um 6:49 pm

            Es stimmt nicht, was Sie sagen, weil „Leben“ ebenfalls bloß ein abstrakter Begriff ist. Der Begriff „Leben“ bezeichnet keine unteilbare Entität, sondern ist, für sich genommen, leer.

            Der Unterschied zu den Begriffen „Geist“ oder „Materie“ besteht nur darin, dass der Dualismus damit überwunden wird. Aber eben nicht die Abstraktion.

            Leben ist nicht das, was Philosophie und Wissenschaft darüber sagen, aber auch nicht das, was Sie drüber verzapfen. Wenn Sie behaupten „Sie sind nicht Teil des Lebens, weil Sie Teil der Natur sind“, ist das bloß eine Aussage darüber, dass Sie selbst in leeren Begrifflichkeiten rumschaukeln. Mehr ist das nicht.

            Die Zellteilung ist ein Modell und damit eine Erzählung. Allerdings beinhaltet diese Erzählung durchaus eine schlüssige Teilung des Zellkerns. Zur Erinnerung: Das Kernmaterial, also die in den Chromosomen enthaltene DNA verdoppelt sich zunächst (Replikation). In der Mitose werden die Chromatiden auf zwei neue Kerne verteilt, indem die Chromatiden über die Teilungsspindel auseinandergezogen werden.

            Ich verrate Ihnen mal ein Geheimnis: Solange Sie andere in der Weise, wie Sie es tun, belehren müssen, sind Sie nicht da, wo Sie glauben zu sein.

          • Juni 15, 2015 um 7:08 pm

            „Solange Sie andere in der Weise, wie Sie es tun, belehren müssen, sind Sie nicht da, wo Sie glauben zu sein.“

            Den Eindruck teile ich.

          • der kleine hunger
            Juni 15, 2015 um 7:44 pm

            fingerphilosoph

            Wenn Sie sich belehrt fühlen, dann stimmt mit Ihnen etwas nicht und das genau ist Ihr Problem, nicht das Meine. Ich belehre weder, noch halte ich mich für einen Lehrer, nur spielen Sie sich doch als Selbiger auf.

            Und ich glaube schonmal garnicht irgendwo zu sein, Ich bin einfach. Nur eben nicht da wo Sie sind.

            Herr Bartonitz, teilen dürfen Sie alles, das wissen Sie doch, auch Ihr Brot lach

          • der kleine hunger
            Juni 15, 2015 um 7:52 pm

            P.S. Und Ihre Abschriften bzgl. zellulärer Teilung, (die Sie auch noch als Modell bezeichnen) bestätigt doch lediglich, das Sie keine Ahnung haben und damit meine ich nicht Sie persönlich, nehmen Sie es gelassen, soweit Sie das bei Ihrer Geteiltheit überhaupt können, das Sie es nicht können, haben Sie ja oben unter Beweis gestellt.

            sinnieren Sie noch oder leben Sie schon? R54 (ICD 10)

          • der kleine hunger
            Juni 15, 2015 um 8:59 pm

            Eins noch.

            Es gibt IMMER Alternativen auch wenn Sie sich in „illustrer Gesellschaft“ befinden. Nicht umsonst wurde „Alternativlos“ im Jahre 2010 zum Unwort des Jahres gekürt. Im englischsprachigen Raum auch als „TINA“ bekannt.

            Sie sehen also, dem Leben bieten sich unendliche Möglichkeiten und eine davon WAREN Sie und Ihre illustre Gesellschaft.

            In diesem Sinn, verabschiede ich Sie hiermit ganz offiziell und entlasse Sie aus meinen Belehrungen.

            Alles Gute und achten Sie auf Ihre Wünsche.

          • Juni 16, 2015 um 9:15 am

            Wenn Sie sagen, dass ich geteilt bin, offenbaren Sie damit nur Ihre eigene Geteiltheit. Wenn Sie sagen, dass ich keine Ahnung habe, ist das ein Offenbarungseid Ihrer eigenen Ahnungslosigkeit.

            Ich find’s witzig, dass Sie diesen Mechanismus anscheinend bei allen anderen durchschauen, bloß nicht bei sich selbst. 🙂

            Mit Ihren Wort-Spiegelfechtereien entlarven Sie doch immer nur sich selbst.

          • Juni 16, 2015 um 11:51 am

            fingerphiloso,

            wenn ich jetzt mal deinen comment so wieder „auf dich ummünzen wollen tuen würde“ :mrgreen: ,
            dann hätte der kleine hunger ja nach deiner eigenen „feststellung“ gar nicht mal so „unrecht“ ❗ ❓ so jetzt mal im „konzeptionellen kauderwelsch“ (einfach was zum „reflektieren“ obwohl´s ja „nix “ gibt um das “ ist “ zu „benennen“ 😉 )

          • Juni 16, 2015 um 2:43 pm

            Ja und? Wenn Sie auf konzeptuell-diskursivem Weg wieder mal ein paar Probleme generieren wollen, wo keine sind, nur zu. 🙂

          • Juni 16, 2015 um 3:13 pm

            „ja und?“

            genau 🙂

            und ,… 🙄 …also ich hab kein problem generiert,
            scheint irgendwie auf ihrer seite passiert zu sein (scheinbar) 🙂

          • der kleine hunger
            Juni 16, 2015 um 6:35 pm

            „“Wenn Sie sagen, dass ich geteilt bin, offenbaren Sie damit nur Ihre eigene Geteiltheit. Wenn Sie sagen, dass ich keine Ahnung habe, ist das ein Offenbarungseid Ihrer eigenen Ahnungslosigkeit.

            Ich find’s witzig, dass Sie diesen Mechanismus anscheinend bei allen anderen durchschauen, bloß nicht bei sich selbst. 🙂

            Mit Ihren Wort-Spiegelfechtereien entlarven Sie doch immer nur sich selbst.““

            Na und? Ich habe kein Problem generiert, das muss bei Ihnen aufgeschlagen sein. Sie spielen gegen die Wand.

            Ich habe auch keine Ahnung, nie Behauptet ich hätte von irgendetwas auch nur die Spur einer Ahnung. Nur bleib ich eben nicht in Ihrer Spur, bin kein Langläufer, ich bevorzuge Abfahrt.

            Spiegelfechterei, betreiben Sie mit sich, nicht ich mit Ihnen, Sie sind nicht mein Spiegel, der hängt im Bad und der Ihre auch, also schaun Sie einfach mal hinein und dann werden Sie erkennen, das ich nicht Sie bin auch wenn Sie gerne ich wären, nur das geht nicht. Also klotzen Sie mich nicht an, sondern revanchieren Sie sich mit sich selbst, ich bin nämlich nicht Ihr Erzeuger.
            Es gibt kein Rückspiel.

  10. Juni 14, 2015 um 6:01 pm

    Um so mehr muss man sich Fragen wie in dem obigen Artikel stellen, wenn in der Sprache selbst bereits Herrschaftsverhältnisse abgebildet werden, und das ist in allen Sprachen, die nach dem Muster „Subjekt – Prädikat – Objekt“ funktionieren, der Fall. Das „Subjekt ist zum einen der „Herrscher“, den es „macht“ i.d.R. etwas mit dem „Objekt“, das als Verfügungsmasse dient. Und zum anderen: Wahre Sätze sind in solchen Sprachen vor allem die, bei denen das Objekt nichts anderes als eine Erweiterung (Beschreibung) des Subjekts ist. „Paul trinkt Bier“ sagt nichts anderes aus als „Bier trinkender Paul“ resp. „Paul ist Biertrinker“. Nur in Sprachen, die nach einem solchen Muster funktionieren, kann es zur Diskussion über ein absolutes Subjekt oder absolutes Ich kommen, wie das im Dt. Idealismus dann der Fall war. Die Sprache prägt die Sicht auf die Welt. Wessen Gehirn von einer Sprache nach dem Muster „Subjekt-Prädikat-Objekt“ geprägt wird, sieht die Welt durch die Brille von der in der Sprache abgebildeten Herrschaftsverhältnissen.

    Abstraktionen dienen in erster Linie dazu, das Kontrollier- und Reproduzierbare in einem Geschehen als das Wesen(tliche) darzustellen und das Unkontrollierbare, Einmalige als unwesentlich erscheinen zu lassen, zu vernachlässigen oder gar zu leugnen. Es ist jedoch so, dass das Kontrollier- und Reproduzierbare i.d.R. nur den geringeren Teil des Geschehens ausmacht (vielleicht 10 oder 15%). Abstraktion heißt Reduktion. Mathematik ist die abstrakteste Sprache, die wir Menschen haben, und zugleich die reduktionistische. Es ist die Sprache derer, die über die Natur/Welt/Leben herrschen und herrschen wollen. Auf der Basis von Abstraktionen gewonnene Weltbilder dienen in den allermeisten Fällen dazu, Herrschaft auszuüben, das kann direkt geschehen oder indirekt über versteckte Formen von Manipulation, wozu dann gern bildlose Begriffe (wie „Seele“ oder „Liebe“) verwendet werden.

    Die Frage ist, inwieweit sich Abstraktionen, obzwar reine Denkakte, sich Wirklichkeit verschaffen. Das „Atom“, die „Quarks“, die „Higgs-Teilchen“, das „Photon“, „starke oder schwache Wechselwirkung“, „Elektromagnetismus“ – das sind alles Abstraktionen, die die meisten Menschen mit der Wirklichkeit verwechseln. Dabei sind die Experimente, mit denen diese Abstraktionen „bewiesen“ werden, ihrerseits Versuchsanordnungen, bei denen alles Unkontrollierbare, Einmalige bereits im Vorfeld eliminiert wurde. Experimente sind also Reduktionen, denn nur mit solchen kann man Abstraktionen „beweisen“. Aus solchen Experimenten und wissenschaftlichen Prozessen entsteht letztendlich jedoch unsere ganze Technik, und niemand kann bestreiten, dass ein Computer, ein Laser oder das Internet wirklich sind.

    Die Spirituellen machen dasselbe mit ihren jeweiligen Begriffen. „Kirche“ war mal so ein leerer Begriff und bedeutete urspr. „Gemeinde, Gruppe“, aber niemand kann bestreiten, dass heute in so gut wie jedem Ort so ein Ding mit Turm und Kreuz steht (Gebäude). Bedeutungswandel also inbegriffen.

    Die vielgerühmte „Verbundenheit“, welche die Spirituellen seit 2.000 Jahren beschwören, ist, da sie sich nur auf eine geistige Welt bezieht, ein reiner Denkakt und hat mit einem Ökosystem nur den Begriff gemeinsam. Da es sich bei der spirituellen „Verbundenheit“ um eine Reduktion (auf eine geistige Welt) und damit um eine Abstraktion handelt, wird diese Art Verbundenheit auf reduktionistischem Weg zur Wirklichkeit, nämlich über Technik, Internet etc. Das ist die korrekte Entsprechung.

    Weltbilder sind für mich Erzählungen oder gern auch Mär-chen, mit denen der Erzähler mir nichts über die Welt, sondern etwas über sich selbst erzählt. Bei genauerem Hingucken entpuppt es sich auch, dass ein bestimmtes Weltbild nicht unabhängig vom persönlichen Hintergrund des Erzählers existiert. Das hat mit dem bereits erwähnten Egozentrismus (nicht identisch mit Egoismus) zu tun.

  11. Juni 14, 2015 um 5:48 pm

    Was mir aufgefallen ist: Philosophen umgeben sich mit einer dichten Wolke von selbst gedeuteten Begriffen, so dass sie sich kaum noch mit anderen verständigen können. Besonders schlimm wird das zwischen den unterschiedlichen Wissenschaften. Guido hat das ja immer wieder mit dem Bild der Expansion besprochen. Womöglich ist das auch genau so ein Teil der Sprachverwirrung wie die Ausdifferenzierung der Sprachendialekte selbst …

  12. Ernst Duberr
    Juni 14, 2015 um 10:40 am

    Sprache ist fast unser gesamtes Sein .Deshalb achte man auf seine Sprache .Nicht nur die Wortwahl ,sondern auch die Betonung ist wichtig. Unsere Welt entsteht in unserem Kopf und über die Sprache vermitteln wir sie an unsere Mitmenschen . Je besser und genauer wir sprechen , desto deutlicher und vorstellbarer werden die Bilder , die wir erzeugen und erzeugen wollen .Durch unsere Sprache wirken wir nach außen und bewirken Dinge und Entwicklungen .Hüte deine Zunge .Deine eigene Sprache wirkt auch zurück auf dich selbst. Die vernünftige , vorsichtige ,deutliche Sprache bewirkt und formt unsere Welt .Sie kann dann sogar erzieherisch auf den Sprechenden wirken und zur Menschwerdung einen unglaublichen Beitrag leisten .Wir sind gefordert ,immer auf den respektvollen Umgang mit unserer Sprache zu achten . Besonders wenn sie so schön und geistreich wie die DEUTSCHE SPRACHE IST :

    • Juni 14, 2015 um 11:00 am

      Vielen Dank für den Beitrag 🙂
      Sollte noch ein Bild oder ein Video nach dem Doppelpunkt kommen?

      VG Martin

    • der kleine hunger
      Juni 14, 2015 um 11:07 am

      Die Problematik ist nicht die Sprache, sondern vielmehr die Sprachaufhebung durch Wortfraserei. Vorgegebene Schlag-wörter enden immer in einem begrenzten Schlag-abtausch. Ich schrieb dies schon einmal als Ping Pong. Das ist keine Kommunikation und somit auch kein SEIN, sondern lediglich eine Irren-anstalt. Ja, Sprache ist fast unser gesamtes Sein aber eben „nur“ fast oder „Gott sei dank“ nicht nur. Sprache UND Gefühl sind die Einheit und Ausdruck des Seienden. Wer nicht fühlt spricht auch nicht, sondern imitiert lediglich Texte, Texte ohne Inhalt, die die eigene Leere (das Nicht Sein) repräsentieren.

      Inhalt UND Ausdruck, keine einstudierten Textpassagen mit einstudierter Rhetorik „untermalt“. Das mag vielleicht auch ein Gesamtbild erzeugen, nur wer will das schon.

      Das lässt sich leicht erkennen, einfach mal kurz „anspielen“ und dann voll abschmettern. lach

      Nur sollte man dazu mal an der Platte gestanden haben und nicht nur „virtuellen Sport“ be-trieben haben.

      so was kommt von so was lach (ach und nach-holen kann man das nicht, auch mit noch so viiiiiiiiel „Wellness“, wie ich das gestern wieder gelesen habe. Warum? Weil Körper UND GEIST EINS SIND. (Und Fitness ist keine Dürre, die über einen kommt lach, das nennt man ausgedörrt ([durch ständige Hitze] völlig trocken geworden) oder auch „verbrannt“.

  1. Juni 14, 2015 um 11:11 am

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