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Ich LIEBE meinen Tumor – Buchvorstellung

Fast vier Jahre ist es nun her, dass ich hier auf Martins Blog meinen ersten Beitrag schreiben konnte. Seitdem sind zahlreiche neue Beiträge hinzugekommen, sowie neue Projekte meinerseits aus diesen Beiträgen hervorgegangen. Aus letzterem entstand nun ein Roman, der etwas ANDEREN Art, mit dem Titel Ich LIEBE meinen Tumor. Erhältlich, ab sofort, im Online-Handel, wie z. B. hier oder hier, aber auch demnächst im Buchladen um die Ecke. Erhältlich als Taschenbuch oder, in Kürze, als ebook, mit einem Umfang von 452 Seiten, und einhergehend mit einem eigenen Blog.
Da es seit Jahrzehnten meine Absicht war irgendwann einmal ein “echtes“ Buch zu schreiben, musste ich leider vom Copygift Abstand nehmen, andernfalls wäre das Buchprojekt nicht in dieser Form zustande gekommen. Worum geht es nun in diesem Roman, der sich keineswegs “nur“ an Betroffene einer Tumorerkrankung, direkt, wie indirekt, richtet, sondern vielmehr jeden einzelnen Tumor als Belang aller Menschen ansieht ? Der Begleittext zum Roman liest sich entsprechend:

Dieser Roman fällt in vielerlei Hinsicht aus dem gewohnten Rahmen moderner Gesellschaften, nicht nur des Titels wegen, der, gibt man ihn, nicht nur in deutscher Sprache, in bekannte Suchmaschinen ein, relativ wenige Treffer liefert. Obwohl zwei thematische Schwerpunkte der heutigen Zeit darin vorkommen. Kann man überhaupt lieben, was dem Leben, so scheint es zumindest, zuwiderläuft ? Kann man einen Tumor erst zu lieben beginnen, wenn zuvor ein Bewusstsein dahingehend sich entwickeln konnte, was wirklich hinter der Symptomatik von Karzinomen steckt ? Kann man einen Tumor, egal welcher Art, durch das Entgegenbringen von Liebe gar heilen ? Oder benötigt der befallene Körper mehr als unser Verständnis von Liebe allein ? Vielleicht LIEBE ? Wo aber liegt dann der wesentliche Unterschied zwischen Liebe und LIEBE ? Dort, wo der wesentliche Unterschied zwischen Harmonie und HARMONIE, ganz offensichtlich, verborgen liegt ? Jeder ist seines Glückes Schmied, hört man in besagten modernen Gesellschaften hin und wieder jemanden sagen. Auch, dass geteiltes Leid halbes Leid sei. Dass jedoch verteiltes Glück, so betrachtet, doppeltes Glück ist und viermal so gewichtig ist wie geteiltes Leid, davon spricht kaum jemand. Das sei mit diesem Roman, der etwas ANDEREN Art, nun nachgeholt. Dem Ziel des Lebens auf der Spur und der Absicht des Todes auf die zeitgeistigen Finger geschaut.

Wer meine Beiträge hier auf dem Blog verfolgt hat, darf versichert sein, dass auch dieses Buch ein weiterer Versuch ist, neuen Denkstrukturen einen Raum zu ermöglichen, der, in dieser Form, bisher nicht betreten wurde, was allein schon dadurch zum Ausdruck gebracht wird, dass der Roman gegen so ziemlich alle “Richtlinien“ eines massenmarkttauglichen Romans verstößt. Und das, ganz bewusst, aus gutem Grund. Marktschreierisch könnte man sogar behaupten, dieser Roman sei ein Buch, in welchem jeder Mensch weltweit seinen Auftritt hat, obwohl im Roman selbst nur neun Personen vorstellig werden … sechs “Hauptrollen“ und drei “Nebenrollen“. Aber so ist das mit Werken, die eine einzige Metapher sind, sowohl in der Aufmachung, wie auch vom Inhalt her. Eine Metapher, die zwischen den Worten ein Gefühl dafür entstehen lässt, dass jeder Mensch, ausnahmslos, jedwedem Tumor Ausdruck verleiht, nur mit jeweils unterschiedlichen Betonungen, hinsichtlich des eigenen Beitrages zum Gesamtbild. Auch wenn es ein Tumor ist, von dem man selbst nicht betroffen ist. Die eigentliche “Hauptperson“ des Romans ist die Art und Weise, wie der Leser gewillt ist, den Text zu lesen, wodurch der Roman zum Spiegel seines Lesers, und das Buch selbst zum Rahmen des Spiegels wird. Das daraus hervorgehende Spiegelbild der Leserschaft zeigt die Problematik, aber auch den Weg der Problemlösung, der sich ausbreitenden Symptome aller möglichen Tumore.

Ich LIEBE meinen Tumor‚ stellt den Lösungsweg als Verschmelzung von Subjekt und Objekt dar, wodurch befreit wird, was für die Trennung beider vonnöten war. Es ist die Raumlosigkeit zwischen den Worten, die auf diesem Wege bewusst werden kann, in Form der Beziehung zwischen dem, der Krebs hat, und den Symptomen, die der Krebs verkörpert. So wird offensichtlich, was wirklich “hinter“ dem Leben steckt … über den Umweg der poetischen Mutation eines Romans, wobei die Mutation eine Notwendigkeit der Bewusstwerdung ist. Genau wie im “echten“ Leben, welches Problematisierung und Lösungsweg in EINEM ist.

Gruß Guido

GOLD-DNA
Die GOLDENE PHI(L)HARMONIE
Gemeinsam ins Tal
Ich LIEBE meinen Tumor

  1. Juni 9, 2015 um 11:14 am

    Nicht wundern, wenn irgendwo “Ware nicht auf Lager“ steht. Es handelt sich um ein Book on Demand und wird somit erst bei Bestellung gedruckt und dann ausgeliefert. Von Bestellung bis Lieferung vergehen aber trotz alledem nur 2-3 Tage … es sei denn die Post streikt 😉

    Die ebook-Fassung, sowie die Bestellung über den stationären Buchhandel, folgen in wenigen Tagen.

    Gruß Guido

  2. Juni 9, 2015 um 12:40 pm

    @ Guido

    Ich habe gerade in Deinen „ersten Beitrag“ reingeguckt und musste schmunzeln, als ich da zu lesen bekam: „Immerzu tauchen die gleichen Themen auf, man schimpft über DIE DA OBEN, die Elite, die Lenker, zweifelt an den Menschen, lobt die Andersdenkenden und Weitseher …“

    und nein: es hat sich nichts geändert. Man schimpft hier immer noch über DIE DA OBEN etc. etc.

    Etwas weiter unten schreibst Du von der Quantenphysik, dem Bewusstsein und dem Paradigmenwechsel.

    und ja: man ist immer noch dabei, den Paradigmenwechsel herbeizureden.

    Du stellst den Paradigmenwechsel dar als die Erkenntnis, dass die Realität eine Sprache ist, in der jedes Bild in Form von Objekten, Ereignissen und Reaktionen eine Vokabel ist …

    und nein: das ist kein Paradigmenwechsel, denn es war Augustinus (354-430 n. Chr.), der den Gedanken vom Buch Gottes auf die Natur und die Welt übertragen hat. Damit einher ging die Überzeugung, dass der Mensch in diesem Buch der Natur ebenso wie in der Bibel lesen kann.

    Bei Galileo Galilei in „Il Saggiatore“ kann man dann lesen:

    „Die Natur ist geschrieben in jenem großen Buch, das immer vor unseren Augen liegt, aber wir können es nicht verstehen, wenn wir nicht zuerst die Sprache und Zeichen lernen, in denen es geschrieben ist.“

    Galilei kommt dann zum Schluss, dass die Mathematik die Sprache ist, in der das Buch der Natur und der Welt geschrieben ist, woraus Generationen von Wissenschaftler ihrerseits den Schluss gezogen haben, dass die Natur und die Welt berechenbar seien. Der Gipfelpunkt dieses Glaubens war der Laplace’sche Dämon.

    Dann kam man drauf, dass eben nicht alles berechenbar ist, aber in Wahrscheinlichkeiten angegeben werden kann und aus diesem Grund wurde die statistische Mathematik erfunden. Und mit der statistischen Mathematik die Quantenphysik.

    Jeder einzelne Schritt auf diesem Weg war kein Paradigmenwechsel, sondern eine Abstraktion, dahingehend, dass die Vorstellungen von der Natur und der Welt in unseren Köpfer immer bildloser und unanschaulicher werden. Wir sehen nicht mehr Wasser, sondern H20, wir essen keine Gurke und kein Radieschen, sondern Vitamine und Spurenelemente.

    Heute wird unter dem vielgerühmten Paradigmenwechsel verstanden, dass Geist die Materie kreiert und dafür muss die Quantenphysik herhalten. Unter „Geist“ wird i.d.R. immer noch ein denkender Geist verstanden, der sich in einer Sprache ausdrückt. Die Welt als Buch eben.
    Wie von Augustinus bereits vor 1600 Jahren (!) festgestellt. Früher war es Gott, der die Welt erschaffen hat. Heute ist es Geist, der die Materie kreiert. Das ist kein Paradigmenwechsel, sondern eine Abstraktion dahingehend, dass die verwendeten Begriffe allgemeiner, und damit unanschaulicher geworden sind.

    Was den Unterschied zwischen Deiner Lehre und dem vorliegenden Paradigma ausmacht, sehe ich darin, dass Du Denken durch Gefühl und Geist durch Kohärenz ersetzt. Das finde ich einen sehr guten Ansatz, deshalb lese ich auch immer wieder gern Deine Beiträge.

    Dann aber wird es schwammig und für mich teilweise unverständlich. Du redest vom Bewusstsein und vom Gesamtbewusstsein, letzteres scheint ein Synonym für Kohärenz zu sein. Bewusstsein (sich bewusst werden/sein) setzt eine reflexive Struktur mit einem ICH voraus. In „Bewusstsein“ steckt das Wort „wissen“ und nicht das Wort „fühlen“.

    Trotzdem ist auch dieser Unterschied noch kein Paradigmenwechsel, denn Du gehst ja weiterhin davon aus, dass es HINTER der Realität etwas Anderes gibt, das diese Realität ERZEUGT oder sich diese als Realität manifestiert. Es gibt immer noch einen Schöpfer und ein Geschöpftes, einen Geist und eine Sprache. Ob dieser Geist nun Bewusstsein oder Kohärenz genannt wird, führt nicht zu einem Paradigmenwechsel.

    Genau genommen, ist der Geist-Materie-Dualismus damit nicht aufgehoben. Es ist nur eine Variante von der Welt als Buch.

    Nachdem im ablaufenden Abstraktionsprozess zuerst die Anschauung aufgelöst wurde und die Begriffe abstrakt und unanschaulich wurden, werden nun zunehmend auch die Begriffe aufgelöst, wofür Deine Arbeit ein Beleg ist.

    Wenn die Begriffe aufgelöst werden, kann die Realität jedoch keine Sprache sein. 🙂

    Es gibt weder reinen Geist noch reine Materie als für sich bestehende Entitäten. Es sind bloß Begriffe. Ebensowenig gibt es reines Gefühl (Kohhärenz) und Materie (Objekte, Ereignis, Reaktion) als für sich bestehende Entitäten. Das sind auch bloß Begriffe, die in der Realität keine Entsprechung haben. Der einzige Begriff, der in der Realität eine Entsprechung hat ist „das Lebendige“. Es gibt nur das Lebendige. Und das ist die untrennbare Einheit aus Geist und Materie. Die Betonung liegt auf UNTRENNBAR.

    • luna
      Juni 9, 2015 um 4:01 pm

      @ fingerphilosoph

      „“sondern eine Abstraktion, dahingehend, dass die Vorstellungen von der Natur und der Welt in unseren Köpfer immer bildloser und unanschaulicher werden. Wir sehen nicht mehr Wasser, sondern H20, wir essen keine Gurke und kein Radieschen, sondern Vitamine und Spurenelemente.““

      Was?

      Das habe ich ja noch nie gehört und das kannst Du jetzt auch nicht verallgemeinern. Ich jedenfalls bin noch nie auf die Idee gekommen, bei Wasser an H2O oder bei einer Gurke an Vitamine zu denken, wie absurd ist das denn? Aber gut, wenn Du das tatsächlich so siehst, dann dämmert mir langsam auch, weshalb Du Menschen immer mit Maschinen vergleichst.

      • Juni 9, 2015 um 6:05 pm

        Klar ist das absurd, aber guck Dir doch mal die ganzen Gesundheitsbücher an, die derzeit auf dem Markt sind. Da geht es um Vitamine, Vitamine, Spurenelemente, Folsäure, Omegasäuren, freie Radikale und wieder Vitamine.
        Woanders geht es ums tierische oder pflanzliche Eiweiß und um die Kohlehydrate. Die Bücher gäb’s wohl nicht, wenn es nicht haufenweise Leute geben würde, die sie kaufen. Warum sollen sie die Bücher sonst lesen, wenn nicht, um sich Gurken und Radieschen als (bildlos-blöde) Vitamine vorzustellen?

        Deine Kommentare finde ich erfrischend, weil Du zu den raren Exemplaren Mensch gehörst, die ZUERST mal von ihrer eigenen Erfahrungswelt ausgehen. Die meisten, denen man sonst so begegnet, gehen von ANGELESENEM ZEUG aus, das sie für bare Münze nehmen und als „eigene Erfahrungswelt“ weiterverbreiten.
        Ist Dir das noch nicht aufgefallen?

        • luna
          Juni 9, 2015 um 6:27 pm

          „“Warum sollen sie die Bücher sonst lesen, wenn nicht, um sich Gurken und Radieschen als (bildlos-blöde) Vitamine vorzustellen?““

          Ich weiß nicht, ich lese solche Bücher nicht.

          „“Ist Dir das noch nicht aufgefallen?““

          Doch schon, und ich weiß zunehmend nicht mehr, wie ich damit umgehen soll, denn die lassen außer ihrer angelesenen Ansichten meistens keine andere Meinung zu. Wenn man eine andere Sichtweise äußert (selbst wenn dieser eigene Erfahrungen zugrunde liegen), wird man sofort belehrt.

          • der kleine hunger
            Juni 9, 2015 um 6:40 pm

            „“Doch schon, und ich weiß zunehmend nicht mehr, wie ich damit umgehen soll, denn die lassen außer ihrer angelesenen Ansichten meistens keine andere Meinung zu. Wenn man eine andere Sichtweise äußert (selbst wenn dieser eigene Erfahrungen zugrunde liegen), wird man sofort belehrt.““

            Fanatismus im engeren Sinn ist durch das unbedingte Fürwahrhalten der betreffenden Vorstellung und meistens durch Intoleranz gegenüber jeder abweichenden Meinung gekennzeichnet. Der Fanatiker will häufig andere von seinen Ansichten überzeugen („missionarischer Eifer“), lässt jedoch seinerseits keinerlei Zweifel an der Richtigkeit und dem besonderen Wert seiner Überzeugungen zu. Vielmehr verteidigt er sie gegen jede Infragestellung und ist dabei einer vernünftigen Argumentation nicht zugänglich. Die betreffende Vorstellung ist seinem kritischen Denken bzw. Reflexionsvermögen entzogen. Damit verbundene negative Konsequenzen für sich selbst oder andere werden als solche nicht erkannt bzw. anerkannt.

          • Juni 10, 2015 um 8:14 am

            @ luna

            Jeder Mensch hat oder entwickelt im Lauf seines Lebens seine eigene Wahrheit, und wenn er nicht mal die für wahr und richtig hält, gerät er mit sich selbst in Widerspruch. Es ist auch einsichtig, dass jeder Mensch seiner eigenen Überzeugung einen besonderen Wert beimisst.

            Diese Wahrheit eines jeden kann auf eigenen Erfahrungen beruhen oder auf dem, was er von Anderen (bspw. durch Anlesen) übernommen hat.
            Oder auf einer Mischung von beidem.

            Wenn ich etwas für wahr und richtig halte, will ich das sagen dürfen. Und mich auch dafür einsetzen. Eigene Erfahrungen sind sowieso, wie sie sind, die stehen gar nicht zur Disposition. Jeder kann von seinen Erfahrungen berichten. In einem solchen Austausch kann herauskommen, dass Erfahrungen ähnlich oder auch total unähnlich sind, aber es gibt keinen Kompromiss zwischen Erfahrungen. Die eigene Erfahrung wird keine andere, bloß weil ein Anderer sie nicht gemacht hat oder bloß etwas Ähnliches, aber nicht genau dasselbe erlebt hat.
            Insofern hat jeder Mensch seine eigene Wahrheit und unter diesem Aspekt ist sie intolerant.

            So gesehen, hat jeder Mensch seine eigene Wahrheit und diese Wahrheiten stehen gleichberechtigt nebeneinander. Das ergibt eben einen Flickenteppich an Wahrheiten: ein buntes Bild.

            Ab diesem Moment sprechen Wahrheiten für sich selber. Es gibt Wahrheiten, die sind überzeugender als andere, zu denen man sich hingezogen fühlt, über die man nachdenkt und ggf. auch übernimmt, evtl. in abgewandelter Form, wie auch immer. Es gibt auch Wahrheiten, die man argumentativ zerbröseln kann, wie bspw. die wissenschaftlichen oder religiösen Weltsichten.

            Ich gehe so damit um, dass ich meine eigene Wahrheit vertrete, so gut mir das möglich ist. Was dann daraus wird, bspw. ob andere „meine“ Wahrheit übernehmen oder nicht, das kümmert mich nicht. Das sehe ich nicht als mein Problem an. Wenn an dem, was ich sage, etwas dran ist, werden andere das merken. Und wenn nichts dran ist, ist es auch egal.

            Wenn ich mich umgekehrt von der Wahrheit eines Anderen angezogen fühle, dann prüfe ich diese und gleiche sie mit meiner eigenen ab. Wenn an der Wahrheit des Anderen FÜR MICH SELBER was dran ist und mich ein Argument wirklich überzeugt, lasse ich das zu.

          • luna
            Juni 10, 2015 um 12:49 pm

            @ fingerphilosoph

            „“Jeder Mensch hat oder entwickelt im Lauf seines Lebens seine eigene Wahrheit, und wenn er nicht mal die für wahr und richtig hält, gerät er mit sich selbst in Widerspruch.““

            Das Problem ist , dass die meisten Leute ein feststehendes Weltbild haben, an dem man keinesfalls rütteln darf, ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen, denn ich kann mein Weltbild auch dreimal am Tag ändern, wenn mir das notwendig erscheint und gerate dabei überhaupt nicht mit mir in Widerspruch, wieso denn?

            „“Diese Wahrheit eines jeden kann auf eigenen Erfahrungen beruhen oder auf dem, was er von Anderen (bspw. durch Anlesen) übernommen hat.
            Oder auf einer Mischung von beidem.““

            Oder auf idiotischen Floskeln, die offenbar noch nie jemand überprüft hat, wie z.B. „man erntet, was man sät“. Ich meine, jedem, der auch nur eine Minute darüber nachdenkt, werden zig Beispiele einfallen, die diesen Satz widerlegen. Tut aber keiner, weil er sich sonst nicht mehr an die Vorstellung klammern kann, durch sein Verhalten Einfluss auf das Geschehen nehmen zu können (und dabei können die meisten eigentlich froh sein, dass der Satz nicht stimmt, aber das nur nebenbei). Ich denke, der Hauptgrund für das Festhalten an irgendwelchen Glaubenssätzen ist schlicht die Angst vor Kontrollverlust.

            „“Es gibt auch Wahrheiten, die man argumentativ zerbröseln kann, wie bspw. die wissenschaftlichen oder religiösen Weltsichten.““

            Ja, nur nützt das nichts, denn wie der kleine hunger schon sagt, sind die meisten auch einer vernünftigen Argumentation gegenüber nicht zugänglich.

            „“Ich gehe so damit um, dass ich meine eigene Wahrheit vertrete, so gut mir das möglich ist. Was dann daraus wird, bspw. ob andere “meine” Wahrheit übernehmen oder nicht, das kümmert mich nicht.““

            Ob jemand meine Wahrheit übernimmt, kümmert mich auch nicht, es nervt nur, wenn man jedes mal mit angelesenem Blödsinn zugetextet wird, den man selbst längst als falsch erkannt hat, und dann auch noch ein Zusatz kommt wie „Du bist eben noch nicht so weit“. rolleyes

          • Juni 10, 2015 um 6:56 pm

            @ luna

            Wer sein Weltbild nicht mehr ändert, hat entweder das gefunden, worin er sich am besten repräsentiert fühlt oder aber er ist erstarrt und damit am Absterben. Das kann ich nicht beurteilen, und ist mir auch egal. Ich selber ändere mein Weltbild, wenn mich entsprechend etwas überzeugt, aber erst, nachdem ich gründlich geprüft habe. Ich verstehe unter „Wahrheit“ nichts ein für alle Mal Feststehendes, sondern dass das, was ich vertrete zum entsprechenden Zeitpunkt für mich wahr und richtig ist. Und natürlich vertrete ich heute etwas anderes als vor 20 Jahren. Ich bin ja auch nicht mehr derselbe wie vor 20 Jahren, sondern die Summe meiner Erfahrungen und Erkenntnisse. Vielleicht finde ich aber auch mal ein Weltbild, bei dem ich dann für den Rest meines Lebens bleibe. Das ist dann auch okay.

            Ich halte den Satz „wie man sät, so erntet man“ für wahr. In meine Erfahrung passt dieser Satz sehr gut. Und ja, natürlich kann man Einfluss auf das Geschehen nehmen, das tut man mit jedem Atemzug, den man macht, und mit jeder Entscheidung, die man trifft. Die Entscheidungen, die man trifft, sind nicht von vornherein determiniert. Ich finde schon, dass ich Wahlmöglichkeiten habe. Die Entscheidungen laufen jedoch nicht übers Gehirn, denn das Gehirn mit seinen Gedanken liefert immer nur im Nachhinein irgendwelche Begründungen (unwichtig!) für die Entscheidungen, sondern die echten Entscheidungen laufen über Lust- und Unlustgefühle. Diese Gefühle kommen sich häufig in die Quere, und dann kann man entscheiden, welchen von verschiedenen Lust- oder Unlustgefühlen man folgt. Das „wie man sät, so erntet man“ zeigt sich oft erst Jahre später, denn die meisten Entwicklungen laufen langsam und schrittweise à la Salami-Scheibchen ab.

            Ich schalte ab oder lese nicht weiter, wenn ich merke, dass ich bloß zugetextet werde. Das habe ich mir hier in diesem Blog angwöhnt. 🙂
            Da war mal so einer zugange, der ernstlich glaubte, dass alle anderen außer ihm selber krank sind und hat den Heiler gegeben. Der war auch öfter der Meinung, dass die anderen nicht so weit wie er selber wären. Wenn ich so was merke, diskutiere ich jetzt einfach nicht mehr weiter.

          • luna
            Juni 10, 2015 um 9:44 pm

            @ fingerphilosoph

            „“Ich halte den Satz “wie man sät, so erntet man” für wahr. In meine Erfahrung passt dieser Satz sehr gut.““

            Ich finde nicht, dass man bei dieser Sache nur von eigenen Erfahrungen ausgehen kann, ich meine, was mag z.B. der arme ausgebeutete McDonalds-Mitarbeiter „gesät“ haben, dass er so einen miesen Job ausüben muss? (von hungernden Kindern in Afrika o.ä. wollte ich jetzt nicht anfangen)

          • Juni 11, 2015 um 7:07 am

            @ luna

            Ich muss mich korrigieren, was die Begründung durchs Gehirn angeht.
            Für die einzelne, aktuelle Entscheidung mag eine Begründung unwichtig sein, da sie erst mit Verzögerung auftritt, nachdem die Entscheidung auf anderer Ebene gefallen ist. Langfristig gesehen, sind Begründungen jedoch so eine Art Evalution und fließen in die Dynamik mit ein. /Jeder Mensch/jedes Lebewesen steht in einem Beziehungsgeflecht und mit jeder Entscheidung/Handlung wirkt er/es auf das Beziehungsgeflecht zurück und verändert es, wie das Beziehungsgeflecht wiederum auf das Lebewesen zurückwirkt. Auch Tiere und Pflanzen sind keine determinierten Automaten, die keinerlei Wahlmöglichkeit haben, sie interpretieren sowohl ihre DNA wie auch ihre Umgebung. Interpretation bedeutet Wahlmöglichkeit innerhalb eines vorgegebenen Rahmens.

            Den Satz „wie man sät, so erntet man“, halte ich auch nicht nur auf individueller Ebene für wahr.
            An welche Stelle ein Mensch (jedes Lebewesen) in das Beziehungsgeflecht hineingeboren wird, dafür kann er/es selber nichts, sondern ist sozusagen „die Lösung“, mit der das Beziehungsgeflecht auf eine entstandene „Leerstelle“ reagiert. Aber innerhalb des durch Geburt vorgegebenen Rahmens hat der Mensch durchaus Wahlmöglichkeiten. „Gerecht“ i.S.v. dass alle gleich sind oder die gleichen Startmöglichkeiten haben, ist das natürlich nicht. Aber darum geht es im Leben auch nicht. Es geht drum, was man aus dem, was man als Startposition mitbekommen hat, im Laufe seines Lebens macht.

            Der arme ausgebeutete McDonalds-Arbeiter „sät“, dass er sich ausbeuten lässt. Es ist kein Naturgesetz, dass man bei McDonalds arbeiten „MUSS“. Die Konzerne gäbe es nicht, wenn nicht Hunderttausende darin arbeiten würden, und die Hunderttausende zusammen könnten ganz schön was bewirken, wenn sie denn auf ihre Unlust-Gefühle hören, so sie welche haben, und entsprechend handeln würden.
            Dagegen hätte kein Konzernboss und keine Bilderberger-Gruppe auch nur die geringste Chance. Wir in Europa „ernten“ gerade einen Staatstotalitarismus, der schon seit langem von den vorausgehenden Generationen gesät worden ist und an dem wir munter weiter „säen“. Und warum? Weil die Mehrzahl der Einzelnen aus dem System, so wie es ist, Vorteile zieht oder zumindest glaubt, Vorteile zu ziehen und ebenfalls glaubt, dass es zum Nachteil gereicht, eine Veränderung zu initiieren oder den entsprechenden Versuch zu wagen.

            Die Menschheit insgesamt sät, dass sie sich auf der Basis geborgter Energie plus Technik ein bequemes Leben macht und die ANDEREN zur bloßen Verfügungsmasse degradiert. Es zeichnet sich ab, dass der große Teil der Menschheit damit selber zur Verfügungsmasse wird und zunehmend mehr technische Eigenschaften auslebt.

          • luna
            Juni 11, 2015 um 1:44 pm

            @ fingerphilosoph

            Ich mache es kurz. Für mich ist alles determiniert und ich finde das sehr gut so, denn es bedeutet, man kann (zumindest scheinbar) tun und lassen, was man möchte, es kann nie falsch sein.

            Im Übrigen ist das die einzige Erklärung dafür, dass offenbar für jeden Menschen andere „Regeln“ gelten, ich meine für den einen gilt dann eben z.B. dass er erntet, was er gesät hat (wobei das natürlich nur so aussieht), und für den anderen nicht.

            „“Aber darum geht es im Leben auch nicht. Es geht drum, was man aus dem, was man als Startposition mitbekommen hat, im Laufe seines Lebens macht.““

            Sehe ich auch anders, im Leben geht es schlicht um nichts anderes als zu leben. Was soll immer dieses „mach was aus Deinem Leben“? Als wäre das Leben ein Haufen Bauklötze aus denen man was bauen soll… Man kann aus dem Leben nichts „machen“, Leben ist, was es ist.

            „“Es ist kein Naturgesetz, dass man bei McDonalds arbeiten “MUSS”.““

            Es ist aber ein „Naturgesetz“, dass man irgendwo arbeiten musst, wenn das Amt einen dazu zwingt, und verglichen mit dem, was die da meist so im Angebot haben, erscheint McDonalds beinahe als Traumjob.

            „“Die Konzerne gäbe es nicht, wenn nicht Hunderttausende darin arbeiten würden, und die Hunderttausende zusammen könnten ganz schön was bewirken, wenn sie denn auf ihre Unlust-Gefühle hören, so sie welche haben, und entsprechend handeln würden.““

            Ja, so habe ich tatsächlich auch mal gedacht, aber mit Verlaub: Das ist ziemlich naiv, vor allem, wo sollten diese Hunderttausende denn sonst arbeiten, wenn nicht in diesen Konzernen, hätten sie eine andere Möglichkeit, dann wären sie da wohl nicht.
            Und was sollen sie denn machen? Einen weltweiten Systemgastronomie-Streik organisieren? Eher unwahrscheinlich…

          • Juni 11, 2015 um 3:50 pm

            @ luna

            Für mich ist das Leben nicht determiniert. Da ich jedoch dem Leben nicht unter den Rock gucken kann, um ihm sein Geheimnis zu entreißen, kann ich auch kein Ziel erkennen, und daher kann ich ebenfalls tun und lassen, was ich möchte.

            „Richtig“ und „falsch“ macht für mich dahingehend Sinn, dass ich erkenne, was MIR persönlich gut tut und was nicht. Da gibt es einiges, was ich rausgefunden habe. Was für MICH gut ist, muss nicht für einen Anderen gut sein, aber es ist nicht meine Aufgabe herauszufinden, was einem Anderen gut tut.

            Was dem Gesamten (Leben, Natur, Menschheit etc.) gut tut, weiß m.E. kein Mensch, und Leute, die vorgeben zu wissen, was dem Gesamten gut tut, sind mir zutiefst suspekt.
            (Damit meine ich natürlich nicht Dich, Du bist wohltuend anders!).

            Okay, „was man aus seinem Leben macht“ ist blöde formuliert. Ich ersetze es durch: dass man dahin kommt, dass einem SEIN EIGENES Leben möglichst gut gefällt.

            Da ich vom Staat kein Geld nehme, muss ich mich von keinem Amt zu einem Job zwingen lassen. Bevor ich mich von einem Amt zu einem Job zwingen lasse, würde ich lieber meinen Rucksack nehmen und eine Wanderung durch die Welt machen, bis ich drauf gehe. Was mich ärgert ist, dass der Staat die Bürger ausplündert, um damit Schuldzinsen zu bezahlen, wo ich selber mein ganzes Leben lang drauf fixiert war, ja bloß keine Schulden zu machen, um nicht abhängig zu werden.

            Inzwischen ist es so, dass ein Großteil unserer existenziellen Bedürfnisse durch den Einsatz von Maschinen abgedeckt wird. Ca. 80% der Bevölkerung führen heute Arbeiten aus, die völlig überflüssig sind und die deshalb absolut nichts zur Lebensqualität beitragen. Es arbeiten bspw. immer mehr Leute im Gesundheitswesen, mit der Folge, dass die Leute immer kränker GEMACHT werden müssen, nur damit Arbeit da ist. Wie pervers ist das denn? Mir persönlich hat es nicht gut getan, einen Job in diesem Bereich zu haben, also habe ich es gelassen.

    • Juni 9, 2015 um 10:23 pm

      Ich kann nachvollziehen worauf du hinauswillst. All diese Anmerkungen werden im Buch angesprochen und zu einer Gesamtbeschauung der Realität vereint. Solange der wesentliche Punkt nicht mit in derartige Diskussionen einfließt, wird immer derselbe Felsbrocken den Berg hinaufgerollt. All unsere Betrachtungen und Theorien betrachten die Welt aus Sicht der Menschen, aus der Motivation der Menschen heraus, und aus den Erwartungen der Menschen an das Leben heraus. Aber das ist nur EINE Seite der Münze. Solange nicht die ANDERE Seite mit einbezogen wird, irren wir durch einen Teufelskreis, in dem alles Mögliche durcheinandergewirbelt wird. Solange kann kein Gefühl für das Wesentliche entstehen. Betrachtet man einmal, welche Vorstellungen wir vom Fressen und Gefressenwerden haben, oder von den Dornen und anderen Abwehrmöglichkeiten der ANDEREN, oder vom bunten Imponiergehabe mancher Tiere, dann verwundert nicht, weshalb wir den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.

      Auf zwei “Dinge“ möchte ich noch eingehen:

      Gesamtbewusstsein: Das Bewusstsein allen Lebens, welches sich als Diversität des Lebens verkörpert und somit die “Summe“ aller einzelnen verkörperten Bewusstseine beschreibt. Wären alle einzelnen Bewusstseine in Kohärenz, dann wäre das Gesamtbewusstsein sozusagen “GÖTTLICH“ bzw. das, was allgemein als “Gott“ beschrieben wird. Dass noch immer viele Menschen auf der Suche nach Gott sind verwundert nicht, denn das Gesamtbewusstsein ist längst nicht mehr in Kohärenz, sondern nahezu maximal von der Kohärenz entfernt.

      “Wenn die Begriffe aufgelöst werden, kann die Realität jedoch keine Sprache sein.“

      Oder aber die Realität, als gewohntes Bild der Welt, wird nicht länger notwendig sein, weil die Wirklichkeit (wieder) in den Vordergrund rückt, sprich, das Gefühl für das Wesentliche möglich wird.

      Natürlich kann das Buch keine endgültigen Antworten geben, doch dafür ist es auch nicht gedacht. Es ist mein Versuch den Raum zwischen all diesen Begriffen spürbar werden zu lassen, für jene, die sich darauf einzulassen vermögen. Was mit den Begriffen geschieht, ist indes nicht Thema des Buches, denn sie sind einzig Mittel zum Zweck, so wie die Realität auch …

      Gruß Guido

      • Juni 10, 2015 um 11:20 am

        @ Guido

        Wie vielleicht aus meinem Kommentar an Luna schon hervorgeht, beschäftige ich mich nur mit Theorien oder Überzeugungen Anderer, von denen ich mich angezogen fühle (Gefühl !). Was mich nicht anzieht, mit dem befasse ich mich auch nicht.

        Von Deiner Theorie fühle ich mich angezogen, deshalb prüfe ich, was davon für mich passt und was nicht.

        Was für mich sehr passt ist, dass es die erste Theorie ist, auf die ich stoße, die auch die ANDEREN im Blick hat. Was mich außerdem daran anzieht, ist die Betonung von Gefühl und Kohärenz im Unterschied zu Geist (denkend) und Einheit.

        Von Deinem Hintergrund her, wählst Du eine biologische Beschreibung (mit Viren und Bakterien). Das ist interessantes Neuland für mich.

        Von meinem Hintergrund her stellt es sich mir so dar, dass auf allen Ebenen Beziehungen untersucht werden, dh. es geht um Bindungen. Das ist auf der physikalischen Ebene nicht anders als auf der chemischen oder biologischen, das gilt ebenso im sozialen wie im wirtschaftlichen oder politischen Bereich. Hat man früher in der Wissenschaft die Beziehungen in getrennte Objekte zerlegt und diese untersucht, so ist das schon seit längerem nicht mehr der Fall. Was heute geschieht, ist, dass aus der Vielfalt der Beziehungen diejenigen herausgepickt werden, die kontrollierbar und reproduzierbar sind, während bei allen Beziehungen, die nicht kontrollierbar und nicht reproduzierbar sind, so getan wird, als wären sie nicht vorhanden.

        Nimmt man die Physik noch ein bisschen ernst, zeigt das, dass 85 – 90% der Beziehungen eben nicht kontrollierbar und reproduzierbar sind, sondern bloß 10 bis 15%.
        (Das Phänomen der „Dunklen Materie“). Die Dynamik ist im Augenblick so, nicht-kontrollierbare Beziehungen in kontrollierbare zu verwandeln, das geschieht über das Geldsystem ebenso wie über die wissenschaftlichen, aber auch esoterischen Theorien, über NSA ebenso wie über Erziehung und Gesundheitswesen.

        Die Gesamtheit aller Beziehungen, der kontrollierbaren wie der nicht-kontrollierbaren ist für mich „Kohärenz“.
        Beziehungen sind nur möglich, wo es ein Ich und Du oder die Einen und die Anderen gibt. Wo sich die Einen nicht von den Anderen unterscheiden ist es keine Beziehungsdynamik, sondern unterschiedslose Einheit. Unterschiedslose Einheit ist nicht mit Vielfalt in Einklang zu bringen, außer über absurde gedankliche Konstrukte.

        Die nicht kontrollierbaren Beziehungen sind eine Sache des Gefühls, die kontrollierbaren des Gefühls plus des Verstandes.

        So weit passt das, was Du sagst, sehr gut zu dem, was ich mir im Laufe der Zeit erarbeitet habe.

        Aber es gibt auch Unterschiede: Ich bin z.B. der Meinung, dass wir die Welt NUR aus der Sicht und Motivation des Menschen heraus betrachten können. Wir können die Welt nicht aus der Sicht eines Bakteriums, eines Fischs oder einer Sonnenblume heraus betrachten. Wir aus unserer menschlichen Sicht heraus können nicht sagen, was die Anderen in ihrem Wesen umtreiben. Wir haben keinen Zugang zum Wesen der Anderen.
        Und daher können wir uns auch nicht über das Gesamte stellen und Aussagen über das Gesamte machen. Das Gesamte wie auch die Zukunft ist offen, es entwickelt sich aus der Summe der Einzelbewusstseine. Ich kann aber nur mein Einzelbewusstsein leben, nicht das der Anderen. Das gilt sowohl für andere Menschen wie auch für andere Lebewesen.

        Daher ist alles, was wir treiben, Phänomenologie und keine Ontologie. Für mich ist es wesentlich, das einzusehen und meine Erkenntnisgrenzen zu erkennen, um den Anderen ihren Platz in der Welt zu lassen, wie ihn diese Anderen eben selber ausfüllen wollen. Ich habe keine Ahnung, ob das Gesamte Einheit ist oder das Spiel wesensverschiedener Kräfte oder was auch immer. Wenn Du Aussagen über das Gesamte machst oder gar Zukunftsprognosen (wie es in Gemeinsam-ins-Tal anklingt), erweckt das in mir ein ungutes Gefühl und Widerstand.

        In meinem Weltbild gibt es keine Realität und noch was DAHINTER, was bspw. Notwendigkeiten oder Bildhaftigkeit erzeugt. Für mich hat sich dieses DAHINTER als Gedankenkonstrukt und Abstraktion und damit als Illusion erwiesen. Mir stellt es sich so dar, dass das Gefühl für das Wesentliche mal das Ursprüngliche war, aber ebenso eine Evolution durchlaufen und sich damit ausdifferenziert hat wie das, was wir als äußere Realität wahrnehmen. Ich denke sogar, dass die äußere (Sinne) und innere Wahrnehmung (Gefühl) sich wechselseitig bedingen und keine Gegensätze sind.

        Ich weiß nicht, was Du oder Andere für Vorstellungen vom Fressen und Gefressenwerden, von Dornen und vom Balzgehabe mancher Vögel haben. Ich habe mal eine Wildnistour in B.C gemacht. Meine Erfahrung war die, dass ich mich ungeheuer lebendig und frisch gefühlt habe, grad weil die Gefahr bestand, dass einem dummerweise ein Bär oder ein Berglöwe über den Weg läuft und wir nur Trillerpfeifen als „Waffe“ hatten. Mir entlockt das Fressen und Gefressenwerden, Dornen und Balzen ein „Wow!“ Daher möchte ich das alles auch nicht uminterpretieren. Es ist schon, was es ist.

  3. der kleine hunger
    Juni 9, 2015 um 6:38 pm

    @luna

    Passt genau hierher, deshalb Antworte ich mal darauf lach

    Zitat: TuladerSteinderWeissen oder auch Brett vorm Kopf, Wurm im Hirn“

    „“O.K. der erste Satz,

    Anatta (Pali) oder Anātman (Sanskrit) bedeutet „Nicht-Selbst“, „Nicht-Ich“ oder auch „Unpersönlichkeit“. Damit ist grob gemeint, dass keine Existenz ein festes Selbst hat.

    Und jetzt, wo steht da das es kein Selbst gibt?““

    Existenz

    Selbst

    Existenz = das Bestehen durch sich selbst, das Substanzsein*

    also wozu bräuchte es überhaupt ein Selbst, von dem doch immer ge(s)prochen wird.

    Eben

    @TuladerSteinderWeissen,

    du willst etwas Sein (Selbst) was Du garnicht bist, nämlich ein Hirngespinst.
    Also was bist Du nun, Du = Selbst oder Du der etwas anderes sein will, was er garnicht ist.

    Ich sag´s Dir, Du bist nicht, also ist da auch kein Selbst.

    Denn Dein Zitat heisst gleichzeitig, wer kein Selbst hat, existiert auch nicht und Person ist etwas was es nicht gibt (soweit bist Du doch schon), also ist „Un-persönlich“, frei jeglicher Person, sprich Rollen, denn Rollen sind keine Existenz, sondern diskursiv vorgegeben.
    Das kannst Du logischerweise nicht begreifen, weil es Dich ja nur als Rolle gibt, respektive gibt es Dich nicht. Du existierst nur in Deinem Kopf und das war es dann auch schon, also wo soll da ein Selbst überhaupt herkommen, aus Rollen wird ja auch kein Schauspieler.

    *Substanz ist nach dem lateinischen Wort substantia das, woraus etwas besteht, aus sub stare, darunter stehen. In der Philosophie ist Substanz der Begriff für das selbstständige Seiende, dasjenige, das unter den veränderlichen Eigenschaften bzw. Akzidenzien** steht.

    **Der Begriff Akzidenz (auch: Akzidens) (lat. accidens) bezeichnet das nicht Wesentliche (das nicht Essentielle), das sich Verändernde, das Zufällige (griech. symbebêkos) im Gegensatz zur Substanz.

    oder auch anders

    Substanz ist das was IST, das selbst-ständige Seiende, das steht „unter den veränderlichen Eigenschaften bzw. Akzidenzien“ (also dem was vollends Veränderbar ist, sprich Person)

    Das Du Dich nicht änderst liegt schlicht und einfach daran, das Du Dich nicht ändern kannst, weil es Dich nicht gibt. Du kannst Dich allenfalls als Person, sprich in irgendeiner Rolle ändern (sprich wie Du die Rolle aus-füllst), mehr ist da nicht.

    Leg doch mal alle Rollen ab, und was dann noch da ist, das IST. Ich wette das da nicht´s ist, weil Du nur innerhalb des Diskurses existierst, als TuladerSteinderWeissen die Ping Pong spielt und alles andere sind Hirngespinste, aus dem Diskurs heraus, idiotie (= angeborener oder im frühen Kindesalter erworbener schwerster Grad geistiger Behinderung) oder kurz und knapp Fanatismus oder auch noch kürzer Idioten.

    Ich sag dazu einfach nur synonym (sinnverwandt)

    http://www.duden.de/rechtschreibung/Scheisze

  4. X
    Juni 10, 2015 um 10:03 am

    Trostlose Langeweile reinigt und regeneriert den Geist – unterbricht z.b. das Verfolgen eines Gedankens (Trend), aus- und durchhalten nimmt neues auf wie ein Schwamm und gebirt. Jede Flucht, Abkehr, Ablehnung erhalten die Trends im sissifus-stil.

  5. Juni 12, 2015 um 12:31 am

    Wenn schon, denn schon:

    https://ichliebemeinentumor.wordpress.com/

    Wofür ein solcher Blog ? Um die Erkundung von Neuland gemeinsam zu begleiten und, soweit mir möglich, zu erleichtern.

    Gruß Guido

  6. Juni 13, 2015 um 5:12 am

    http://www.t-online.de/nachrichten/wissen/id_74347384/brustkrebs-muenchner-forscher-zuechten-brustmodell-in-petrischale.html

    Aber wo bleibt die Lösung des eigentlichen PROBLEMS ? Immer neue Medikamente bringen neue Probleme mit sich, während das PROBLEM an sich weiter fragmentiert und das Bewusstwerden der Problematisierung unterdrückt wird. Der Roman beschreibt das Dilemma entsprechend.

    Gruß Guido

  7. Juni 17, 2015 um 11:30 pm

    Ist nicht wirklich frei, wer der Notwendigkeit des Lebens mit eigenen Möglichkeiten zu begegnen vermag ? Lieber ein kürzeres Leben in Freiheit, als ein längeres Leben lang sich auf der Suche nach ihr zu verrennen … ohne wirklich vom Fleck zu kommen ? Höhere Lebenserwartung als Spiegellabyrinth ?

  8. Juli 14, 2015 um 3:07 am

    Eine kleine Zeitreise gefälligst ?

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-31968916.html

    60 Jahre ist es her …

  9. Gerd Zimmerm
    Juli 14, 2015 um 10:01 am

    An der Quelle sitzend, Buchstabe für Buchstabe aneinander reihend , ergibt sich ein
    Fluss von Sätzen. Sich verzweigende und wieder vereinende, dem Ziel entgegen
    strömend.
    Dem Ziel entgegen sich bewegend, immer klarer das Ziel erkennend.

    Das Ganze ist Meer als die Summe seiner Teile.

    Gruss Gerd

  10. Gerd Zimmerm
    Juli 14, 2015 um 2:58 pm

    Entfremdet dem Leben (als Ganzes)
    nein, ich beziehe mich auf den Horror, des Tumors.

    Bezugnehment darauf :

    Die Macht löste sich von der All- Macht

    endent in Frankensteins Lied
    meine Batteeeriiiie iiiiissssssttttt aaaaallllleeeeee……..

    😇

    Poetisch

    Und wenn du denkst es geht nicht Meeeehr,
    kommt irgendwo ein LICHTLEIN

    HE(E)R

    Gruss GER(d)

  11. Gerd Zimmerm
    Juli 14, 2015 um 3:16 pm

    Zitat, Guido Vobig

    „Die GANZE WAHRHEIT light bereitwillig, aller Verhuellungen entbloesst, ALLEM zugrunde.“

    Ohne Poesie, Grönemeyer
    Wascht ihr nur eure Autos…..

    Gruss Gerd

    Wer Ohren hat, der sehet…

  12. Gerd Zimmerm
    Juli 14, 2015 um 3:50 pm

    Interessant auch die Zirbeldruese in Innererde.
    Im Roman von Gudo Vobig nur beiläufig erwähnt.

    Eher zufällig, dass das schwarze Gold ein Erbe der Sonne ist,
    Weder erob noch anerob, nur mal so.
    Scharze Blüten hervorbringen, sich aeussernd in der Farbe von Krebs,
    oder der Farbe des Todes,

    Zitat Guido:
    Dass Universum schuf sich das Auge um sehen zu können…

    GZ
    oder war es das Licht, dass das Auge ersann, um gesehen zu werden?

  13. Gerd Zimmerm
    Juli 14, 2015 um 4:03 pm

    Nun, Guido,

    noch hat niemand Dein Meisterwerk, Ich liebe meinen Tumor,
    hier oeffentlich gewürdigt.

    Nun, bin ich halt der Erste.
    Die Ersten werden die Letzten sein.

    Gruss Gerd

  14. Gerd Zimmerm
    Juli 14, 2015 um 4:58 pm

    Ich bin süchtig, erbarmungslos und unheilbar süchtig, nach

    LEBEN

    Zitat, Guido Vobig , ebenda S. 223

    „Die Implosion des gängigen Fusionmodells. Das Zusammenstürzen einer Lügengeschichte.
    Die Geschichte vom ICH ?“

    Schauberger und Implosion statt Explosion.
    Wer will das schon wissen ?
    Geschweige denn verstehen,

    die kalte Kernfusion der Sonne, unter fernen Oliven ,
    das EGO als ich verstanden.

    Zitat, S.224

    G.O.D., …. Ganzheit ohne Dekohaerenz
    DIE WAHRHEIT. DAS GANZE GEHEIMNIS DER GESCHICHTE.

    Zitat Walter Russell:

    “ Ausser Gott existiert nichts.“

    GZ
    Gott sei Dank.

  15. Gerd Zimmerm
    Juli 14, 2015 um 5:19 pm

    Kate Bush, Experiment IV
    J, M. Jarre, Oxygene
    Pink Floyd

    …..
    alles dreht sich um mich
    Wie Birken im russischen Märchenfilm

    oder drehe ich mich um sie

    oder sie sich in mir

  16. Gerd Zimmerm
    Juli 14, 2015 um 5:46 pm

    Ich bin süchtig

    Sehnsüchtig, was auch immer das für einen Inhalt hat.

    Zitat S. 235
    Ein verteiltes Geschenk an all jene, die notwendig werden,
    der Dynamik des Lebens wegen, und doch nicht möglich sind.

    ……….

    Danke. Für die Moeglichwerdung

  1. Juni 9, 2015 um 12:12 pm

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