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Wie sich Robustheit als Antifragilität zum Ausdruck bringt … und somit zur Fälschung wird

Des hier verlinkten Textes wegen, bringe ich einen älteren Beitrag noch einmal zur Sprache … unter einer neuen Überschrift:

Die Maxime zur Maximierung der Unordnung lautet immer mehr zu erschaffen, ohne auf die Konsequenzen für die Gemeinschaft des Lebens als Ganzes zu achten … cradle to graves in a world of artificial braves. Der Mensch spielt natürlich auch hier die problematische Hauptrolle, hat er das Inflationieren in vielerlei Maßstäben doch erdacht, wodurch es ihm möglich ist immer mehr Druck dort auszuüben, wo der Schuh vermeintlich drückt. So druckt er nicht nur Geld ohne Bezug zur Ausgewogenheit des Ganzen und ohne Verantwortung für daraus hervorgehende Reaktionen, nein, er hält es gar für sehr erstrebenswert das Inflationieren derart massentauglich zu gestalten, dass möglichst Viele sich daran beteiligen müssen. Welch geistreiche Idee, um zu realisieren, was von Natur aus unmöglich ist.

3D-Drucker sind der aktuelle Hype, um weitere Möglichkeiten menschlichen Fortschritts zum Ausdruck zu bringen. Immer leistungsfähiger, immer günstiger, immer mehr Ausdrucksmöglichkeiten. Bald druckt die Welt mehr und mehr Materielles, egal, ob klein, winzig, oder groß, egal, ob Spielzeug, Dekoartikel, Ersatzzeile, oder Waffen. Doch das ist nur der Anfang. In meinem letzten Artikel erwähnte ich das Drucken von Zellen, um Blinde wieder sehen zu lassen, mit nicht beweisbaren Auswirkungen auf die weitere Problematisierung eines PROBLEMS, wie hier näher beschrieben wird. Allerdings geht es bezüglich der Ausdrucksmöglichkeiten noch geistreicher, wie im hier verlinkten Text dargelegt wird:

Eines Tages könnte Gewebe am Fließband hergestellt werden, vom festen Knorpel bis zu weichem Fett. Stuttgarter Forscher haben nun das Druckmaterial gefunden, das wie natürliches Gewebe reagiert.


Und damit komme ich zum eigentlichen Anliegen meiner Ausführungen, welches ich eingangs mit dem Satz “cradle to graves in a world of artificial braves“ zusammenfasste, worin sich die Frage widerspiegelt, ob Gemeinschaften im Laufe des technologischen Fortschritts überhaupt noch gesellschaftsfähig sind bzw. ob moderne Gesellschaften gemeinschaftstauglich sein können. Oder anders formuliert: Drücken sich Andersseiende vor der Verantwortung für die Gesellschaft oder ist ihre Andersartigkeit Ausdruck einer Gemeinschaft, die sich dem Druck der Gesellschaft zu entziehen versucht ?

Als Original geboren sterben die meisten als Kopie.

Versteht man Leben als Ganzes, in der die Diversität von Lebewesen gemeinsam die Geschichte des Lebens schreibt, dann wird schnell deutlich, warum der gesellige Mensch Konsequenzen scheut und lieber möglichst profitabel für sich selbst drucken lässt, anstatt aktiv am Gemeinschaftswerk des Lebens mitzuschreiben.

Das Wesen einer Lebensform zeigt sich in der Verkörperung und in der Beziehung zu anderen Verkörperungen, ist es doch der Körper, der anderen Lebewesen mitteilt, welche Rolle dieser Körper in der gemeinsamen Geschichte des Lebens spielt bzw. bereits durchlaufen hat. Mitunter hat der Körper dabei deutlich Federn gelassen und bleibende Spuren davongetragen, die zudem bis ins Wesen der Verkörperung reichen können. Man könnte auch sagen, dass ein solcher Körper, der sein Wesen ungeschminkt und offen nach Außen hin zeigt, kein unbeschriebenes Blatt in der Geschichte des Lebens ist. In diesem Zusammenhang spielt auch die Zeit eine nicht unbedeutende Rolle, nehmen die Beschreibungen auf dem Blatt doch mit der Zeit zu, was wiederum Einfluss auf die Geschichte des Lebens als Ganzes hat … nicht nur, weil ALLES EINS ist.

Für Lebewesen ist das kein Problem, für unsere Verkörperungen, in Form des Menschen, dagegen, dessen Wesen mehr und mehr von seiner Verkörperung abweicht, wird es immer offensichtlicher umso mehr zum Problem, je weiter der Mensch vom wahren Wesen des Lebens fortschreitet und so eher zum künstlichen Nachdruck gesellschaftlicher Erwartungen wird und nicht länger als Unikat einer Gemeinschaft die Diversität des Lebens bereichert.

So ist der Mensch nicht nur vermehrt im Internet als Ghostwriter unterwegs, ohne sein wahres Wesen und seine Verkörperung zeigen zu müssen, nein, er betreibt schon seit geraumer Zeit kosmetische Korrekturen aller Art, um den Vorstellungen und Erwartungen menschlicher Gesellschaften zu entsprechen, dabei mitunter jene Spuren vertuschend, die er in der Gemeinschaft des Lebens davongetragen hat.

Jeder Mensch ist Teil der Geschichte, nur wollen immer weniger ihren Anteil daran anderen mitteilen, weil die Gesellschaft diesen Anteil nicht zum Ganzen in Beziehung zu setzen vermag, und so befürchtet wird, dass man nicht (mehr) dazugehört, was in einer Gemeinschaft jedoch undenkbar wäre, da eine Gemeinschaft von den Beziehungen aller (An)Teile zueinander im Miteinander lebt und so aktiv Geschichte schreibt.

Wenn Gelddrucken schon keine Lösung für das eigentliche zugrunde liegende Problem ist, wie kann da das Drucken von Zellen, von Geweben, von Knochen, oder gar Organen, das eigentliche PROBLEM lösen, welches bewirkt(e), dass der Mensch seitdem bestrebt ist von der Gemeinschaft fortzuschreiten und dieses Vorgehen auch noch meint gesellschaftsfähig machen zu müssen ? So sind Falten, fehlende Zähne, Behinderungen, fehlende Gliedmaßen und Organ(teil)e, Narben, fehlende Kopfhaare und andere Auffälligkeiten zu vermeiden bzw. zu ersetzen, um Teil der Gesellschaft zu sein, obwohl gerade diese Spuren von der Gemeinschaft des Lebens erzählen, in der das Kommen und Gehen von Unikaten Wesentliches zur Diversität, und damit zur Lebendigkeit der Geschichte, beiträgt. So drücken wir immer weniger denen gegenüber ein Auge zu, die anders sind und damit nicht gesellschaftsfähig scheinen. Stattdessen drucken wir demnächst einfach ein Auge dazu, damit der Blinde zwar wieder sehen kann, aber die Gesellschaft der Sehenden immer blinder wird, nicht erkennend, dass die Zwei-Klassen-Gesellschaft, die befürchtet wird, bei weitem weniger Auswirkungen auf die Geschichte haben wird, als die Zwei-Klassen-Gemeinschaft, die wir im Rahmen unseres technologischen Fortschritts auf immer mehr unbeschriebene Blätter drucken.

Wer glaubt wir können alle Probleme der menschlichen Gesellschaft einfach aus der Welt inflationieren, denkt transmutativ in alten Denkstrukturen und druckt stets die gleiche Geschichte in immer neuen Schriftformen auf unbeschriebenen Blättern aus, mehr und mehr das Wesentliche verwässernd, anstatt wie Wasser zu sein.

Wieder zum Wesentlichen zurückzufinden, ohne dass ähnliche Wunden wie bisher uns heimsuchen werden und ohne dass, aus Sicht von Bewusstsein, ein Rückschritt einsetzt, lässt sich nur transformativ erreichen. Da das Wesen des Lebens sein Gemeinschaftsgefühl ganz anders auszudrücken vermag, wird die Metamorphose der Gesellschaft den Gemeinschaftssinn reaktivieren, was modernen Gesellschaften noch so unvorstellbar erscheint, wie die Möglichkeit des Fliegens einer Raupe erscheinen mag.

Wo all das bereits geschrieben steht ? Im morphogenetischen Feld … und in den Herzen derer, die zu ihren körperlichen Spuren ihrer ganz persönlichen Geschichten stehen, sich der Konsequenzen voll bewusst und dem Ganzen vertrauend, mit dem sie EINS sind. Ganz im Sinne von Cradle-to-Cradle.
Wahre Bravehearts sind nicht die, die mit lautem Gebrüll und sonstigem Ausdrucksgetöse einzig der Gesellschaft dienen, der sie selbst angehören (wollen), sondern jene, die leise denen den Weg erleichtern, welchen diese noch schweren Herzens vor sich haben … ein Umstand, der sich mehr und mehr herauskristallisiert.

Diese Wege werden gewundener und die Herzen schwerer, je weitreichender sich Gesellschaften jünger machen als sie sind und sich vor dem drücken, was Gemeinschaften auszudrücken vermögen. Inflation lässt dahingehend einzig das Potenzial zunehmen, mit dem der Lösungsweg letztendlich Teil der Geschichte des Lebens werden wird.

So ergibt sich, dass sich in der Gesellschaft der fortschrittliche Segen für Einzelne als Schwächung der gesamten Gesellschaft Nachdruck verleiht, während in der Gemeinschaft das Leid des Einzelnen die Stärkung der gesamten Gemeinschaft ermöglicht, inklusive die des Leidenden.

Im Grunde ist niemand wirklich allein, weil selbst der Einzelne, der mit dem Ganzen im Einklang ist, eine Gemeinschaft ist, genauso wie eine Partnerschaft von Zweien. Diese Beziehungen können bereits innerhalb einer Gesellschaft wirken, einer Tumorzelle ganz unähnlich, welche die Gesellschaft, aufgrund von Beziehungsunvermögen, von Innen heraus zerfrisst. Diese Gemeinschaften im Kleinen dagegen sind bereits die Quelle der Inspiration, um die Gesellschaft von Innen heraus zu transformieren, sprich, zu heilen, anstatt sie zu zerstören.

So ist der Tod zwar das Loslassen deines Körpers, aber zugleich Teil der Geschichte, die dich in ihrer energetischen Mitte willkommen heißt.
Jede Lebensform ist somit auch ein Lebenskünstler, dessen Werk umso mehr das Vermögen des GANZEN nach dessen Tod bereichert, je mehr der Körper des Künstlers seinem eigentlichen Wesen bis zu seinem Tod wieder näher kommen kann.

Cradle to cradle … the story known as the story of the bravest of hearts …

Gruß Guido

Gold-DNA
Die Goldene Phi(l)harmonie
Gemeinsam ins Tal
Ich LIEBE meinen Tumor

Kategorien:Gesellschaft
  1. Mai 4, 2015 um 2:37 am

    Zwar mag der technologische Fortschritt Einzelnen zur Hilfe kommen, doch werden die eigentlichen Probleme bzw. die Gründe für ein Problem dadurch nicht beseitigt, sondern, mitunter, an folgende Generationen weitergegeben. Das Bewusstsein für jene Gründe schwindet somit nach und nach und verstärkt dadurch die Nachfrage nach einer vermeintlichen Lösung durch den technologischen Fortschritt. So drängt sich in den Vordergrund, was nur durch Verdrängung des eigentlichen Grundes, in den Hintergrund, in den Vordergrund gelangen kann. Ein Vorgang, der Energie anderswoher benötigt, anstatt durch Freisetzung von Energie vor Ort das Vermögen einer Spezies, Problemen direkt zu begegnen, zu bereichern, nämlich mit den Möglichkeiten der Verkörperung selbst und nicht durch künstliche Mittel von Außen zugeführt. Dadurch könnten diese Möglichkeiten der Bereicherung an weiteren Nachwuchs weitergegeben werden, anstelle der Erwartung, dass der technologische Fortschritt für körperliches Unvermögen einspringen muss.

    Gruß Guido

  2. Gerd Zimmermann
    Mai 5, 2015 um 3:52 am

    Man kann auch lesen ohne zu lesen. Ich habe nichts gelesen.
    Gott sei Dank. Wie geht lesen, ohne zu lesen ?

    Vielleicht sind alle Sinne ein Gefühl, wie auf Gold-DNA beschrieben
    und von fast allen Blog-Lesern verstanden.

    Dann fehlt ja zur 42 nur noch denken, ganz mit ohne
    Introvertiertem unter galaktischen Finanzen, der Popelperle.
    Geweiht der Hype Traum Umgehungsstraße.
    Arme Erde, musst gesprengt werden, für den Straßenbau.
    Lag ja jahrelang aus, 17 Lichtjahre entfernt im Keller des
    Interstellaren Bauamtetes, ohne Einspruch.
    Martin, war eigentlich deine Aufgabe, die Sprengung der
    Erde zu verhindern. Es wird noch viele Erden geben, kein
    Problem.

    Hat wenigstens irgend jemand die Herz aus Gold
    mit unwahrscheinlicher Unwahrscheinlichkeit mit
    Unwahrscheinlichen also Unwahrscheinlichkeitsantrieb
    Gefuehlt.

    Martin, steht auch in Deinem Muttiheftchen.
    Du spielst aber immer ernste Erwachsenenspiele,
    nicht einmal hast Du gewonnen, Spielverderber.

    Gruss Gerd

  3. Gerd Zimmermann
    Mai 6, 2015 um 9:07 am

    Alles ist Licht

    Für euch ist Licht, Licht

    Für mich ist Licht WISSEN

    In der Wirklichkeit bewegt sich Licht nicht.
    Wo ist das Problem, Kellner
    Bringe uns den Donnergurgler
    Verdoppelt
    Noch vor der Zeit
    Weil ich Zeitlos bin
    Zack,Zack

    Lieber Gruss Gerd ist gelogen

  4. tulacelinastonebridge
    Mai 6, 2015 um 9:18 am

    Guten Morgen Gerd, aha du bist also der Fleck von Canterville, da kann man machen was man will, der Fleck geht einfach nicht weg. 😉

    Lieben Gruß

    Tula

  5. Februar 5, 2016 um 1:40 am

    http://nautil.us/blog/how-bioprinting-has-turned-frankensteins-mad-science-sane

    Das “größte“ Problem beim Drucken von Organen ist, dass der Ausdruck immer ein Schnappschuss des Organs ist, denn die Entwicklung des Organs in einem lebenden Organismus, sprich, die gemeinsame Geschichte von Körper und Organ, die Beziehung der beiden zueinander, kann nicht ausgedruckt werden, sondern einzig durch das Leben ausgedrückt (!) werden …

    Kleiner Unterschied, “große“ Wirkung …

  6. Februar 5, 2016 um 11:03 pm

    Hast zwar nichts mit Druckern zu tun, aber wer weiß … vielleicht drucken wir ja bald unser Essen … oder Pflanzen … künstliche Bäume zur CO2-Reduktion sollen ja auch schon möglich sein:

    http://www.armstrongeconomics.com/archives/42988

    Die Idee an sich ist ja nicht übel, aber ob dadurch nicht wieder ganz andere Probleme auftreten werden ? Ganz zu schweigen davon, dass keine Lampe Sonnenlicht ersetzen kann, ohne einem Organismus Probleme zu bereiten.

    Noch einer:

    http://globaleconomicanalysis.blogspot.de/2016/01/worlds-first-robot-run-lettuce-farm-to.html

    Ein weiterer Unterschied zwischen dem technologischen und dem wahren Fortschritt ist, dass der technologische Grenzen setzt, während der wahre Grenzen findet …

  1. Mai 4, 2015 um 12:11 am

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