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Moral und Gesetz verhindern Selbstbestimmung und Selbstentsprechung

Foto: Jerzy - pixelio.de

Foto: Jerzy – pixelio.de

Der Bestrafungsmodus erzeugt Angst.
Und die Angst erzeugt Folgsamkeit, Fügsamkeit.
Und diese wiederum Manipulierbarkeit, Verfügbarkeit.
Und diese wiederum MACHT für Denjenigen,
der die Angst an der Leine hält.

Ich möchte nochmals einen Artikel des Mitkommentatoren Mr. Chattison nach vorne holen, den er zum stark diskutierten Artikel Ich schäme mich also bin Ich geschrieben hat. Wir haben hier auf dem Blog einige Male über den Sinn und Unsinn von Gesetzen gesprochen. So war selbst die Goldene Regel schon in Frage gestellt, und auch der Verlust der sozialmoralischen Selbststeuerung durch eine Überregulierung kam zu Sprache. Aber lest selbst, welche Zusammenhänge es über Moral, Gesetz, Schuld, Scham und Sühne zu wissen gibt:

Erst kommt die “Schuld”, dann die “Scham” darüber und dann die “Sühne” dafür.

Damit das funktioniert, muss es Jemanden geben, der die Deutungshoheit besitzt, um irgendetwas als “Schuld” zu deklarieren, denn de lege naturae existiert so etwas nicht.

Diese Deutungshoheit erwächst ausnahmlos NIEMANDEM per se oder eo ipso qua qualitate!
Sie wird entweder usurpiert von eigenen Gnaden oder verliehen durch die Allgemeinheit.

Spätestens hier wird mangels verifizierbarer Alternativen klar, dass das Schuld-Scham-Sühne-Prinzip der reinen Willkür unterliegt.

Wenn etwas der reinen Willkür unterliegt, dann kürt ein Wille ein Etwas zu etwas für diesen Willen Vorteilhaftes, darum Wünschens- bzw. Erstrebenswertes (meist aber keineswegs gleichermaßen für die Allgemeinheit Segensreiches!).

Und Dieserhalben wiederum erstellt dieser Wille ein System, das diesem Willen/Wunsch Rechnung trägt, indem es die Erfüllung zu garantieren hat, indem es durch Regeln, Normen, Gesetze (und damit der Definition von “Richtig” und “Falsch”) einem Belohnungs- wie vor allem Bestrafungsmodus Handlungsspielraum einräumt.

Der Bestrafungsmodus erzeugt Angst.
Und die Angst erzeugt Folgsamkeit, Fügsamkeit.
Und diese wiederum Manipulierbarkeit, Verfügbarkeit.
Und diese wiederum MACHT für denjenigen, der die Angst an der Leine hält.

Wie absurd jegliche Verfechtung von “Scham” ist, mag man allein aus dem unauflösbaren Widerspruch des Gebotes “Du sollst nicht töten!” ersehen.

Derselbe Vorgang, die willkürliche Vernichtung von Leben, wird einmal von der Kirche, dem Staat, der Gesellschaft wortwörtlich abgesegnet und zum anderen mit dem Tode bestraft.
Nach der dabei praktizierten (völlig pervertierten) “Logik” muss es auch vergleichbare Verfahrensweisen in allen anderen Schambereichen geben.

Und siehe da, es gibt sie!
Vergewaltigung in der Gruppe gilt nicht als ehrenrührg, nur wenn ein Kerl das alleinige Vergnügen hat und andere dabei leer ausgehen lässt (Scheiß-Egoist, Kameradenschwein).
Betrug am Kunden wird geahndet, Betrug an ausgebeuteten Produktionshelfern nicht.
Lohnerpressung (Steuern) durch den Staat wird legalisiert, Lohnerpressung durch die Steuerzahler nicht.
Kinderficken im Talar und Ornat ist o.k., aber wehe man entspricht nicht der Kleiderordnung, dann ab dafür!
Umweltvernichtung im globalen Stil für “Arbeitsplätze” ist völlig akzeptabel, ein Zelt im Wald aufschlagen macht sogar die Polizei mobil.
Kinder durch Leistungsangst zu erpressen macht für Eltern Sinn, dass diese Gebote von maximal leistungsfernen Gestalten bestimmt werden, stört sie dagegen nicht.
…..
Liste ist hier nicht zuende, habe nur keine Lust mehr, die Perfidie des SchamAnspruchs weiter zu kommentieren – sapienti sat est.

Wenn´s danach zum Verständnis nicht reicht, ist jede weitere Diskussion sowieso überflüssig.

Wenn ein Hundewelpe einem anderen den Knochen wegschnappt, dann wird man niemals eine Hundemutter angerannt kommen sehen, die diesen Welpen zurecht beutelt oder beißt und eine Bellstandpauke (“Du sollst Dich ja sowas von schämen!”) hält und diesen Knochen seinem “rechtmäßigen” Eigentümer zurück gibt.
Eher wäre es denkbar, dass die Hundemutter angerannt kommt und den Welpen zur Minna macht, der sich den Knochen hat klauen lassen!
(“Wie kann man nur so blöde, unachtsam und antriebslos sein?! Aus dir wird so nie ein richtiger Hund!”)

Jaja, is jagut – werden da nicht wenige sagen – det sin Kötas, aber wat isse dennnu midde Moral un de Jerechtichkait un so, hä?!

Ja, liebe Kinder, gebt gut acht, ich hab´euch etwas mitgebracht!:

Es gibt ja gaaanz dolle viel Moral und Gesetze und Hüter derselben auf dieser Welt, wirklich überall und nicht gerade wenige – nur, wieso verrecken dann immer noch Hunderttausende im Jahr durch willkürliche Tötung, gezielt-gewolltes Verhungernlassen?
Wieso werden hunderttausende Frauen und Kinder jedes Jahr mißbraucht?
Warum gibt es Folter, Entführungen, Hinrichtungen en masse?
Von Betrug, Diebstahl und Beschädigung mal gar nicht zu reden?

Wenn also Moral und deren Derivate wie “Gesetze” etc. auch nur einen Hauch taugen würden, wären die Zahlen außerhalb der statistischen Notwendigkeiten marginal!
Sind sie aber nicht.

Conclusio: Moral und Gesetz verhindern gar nichts. Sind also überflüssig.

Mit einer klitzekeinen Ausnahme:

Sie verhindern die Selbstbestimmung und Selbstentsprechung, die zwangsläufig, sobald sie implementiert ist, ein sehr gutes Gefühl für Verhältnismäßigkeit entstehen lässt, das dem Selbstbestimmten, sich wahrhaft(!) selbst Entsprechenden von selbst verbietet unverhältnismäßig zu agieren!

In einer Gesellschaft, in der die meisten Individuen dieser Form der Selbstbestimmung entsprechen, wird selbst bei maximal egoistischen Menschen eine Bilanz aufgemacht werden, die da heißt:
Wenn ich einem wahrhaft Selbstbestimmten unangemessen auf die Füße trete, dann entsteht ein unkalkulierbares Risiko, da der Selbstbestimmte auch selber bestimmt, wie er darauf zu reagieren gedenkt, um beispielsweise sein Selbstverständnis wahren zu können, was unter Umständen für ihn wichtiger ist als jegliches sonstige Risiko, das sich dabei für ihn ergeben könnte.

Unter solchen Umständen bewegt man sich wie in einer Westernstadt, wo jeder Idiot zwar einen Colt mit sich rumschleppt, aber gleichzeitig auch jeder Idiot weiß, dass er von jedem anderen Idioten, von denen es erfahrungsgemäß immer beträchtlich viele gibt, genau so umgenietet werden kann.
Also hält man sich schön zurück, denn das kann augenblicklich in die Hose gehen.

Selbst der stärkste, kühnste und machtbewussteste Löwe greift kein Tier an, wenn er sich nicht maximal sicher ist, dabei keinen Schaden zu nehmen, denn der kleinste Schaden signalisierte Schwäche und könnte entweder von Rivalen ausgenutzt werden oder rein überlebenstechnisch durch Einschränkung der Jagdfähgkeit oder gesundheitliche Probleme (Infektion, Sepsis etc.) tödlich wirken!

Bei den ollen Germanen musste sich jeder dreimal überlegen, was er wie wem sagt und ob er Jemandem die Karnickelkeule vom Spieß mopst oder Jemandem etwas Minderwertiges im Tausch anbietet! Und das galt für Frauen und Männer gleichermaßen.
Ein durch männliche Allüren geschwächtes Frauenbild macht keinen Sinn in Zeiten, wo ausnahmslos jeder zum Überleben gebraucht wird und Frauen oft genug allein bleiben mussten, aber eben das Wichtigste, die Heimstatt und den Nachwuchs schützen können mussten – egal, ob gegen Wildgetier oder Wilderer!

Wenn ein selbstbestimmter Mensch tatsächlich einen Fehler macht, dann wird er dies im eigenen Interesse genau so konstatieren und entweder den Schaden beheben wollen, eine Kompensation anbieten oder zumindest fürderhin die Wiederholung des Fehlers vermeiden.
Nicht, weil er sich dafür schämt, einen Fehler gemacht zu haben, nicht weil er sich “schuldig” fühlt oder glaubt dafür sühnen zu müssen – nein:

Er tut dies in seinem ureigensten Interesse!!!

Denn jedes unverhältnismäßige Verhalten hat Folgen, die sich auf den Verursacher zurück wenden können!
Daher auch die Nornen: Urd (Vergangenheit als Ursache) – Sculd (Schuld! Im Sinne von “Gesolltes” als Folge = Wenn sich aus der Vergangenheit eine Gegenwart ergibt, dann “schuldet” man den sich daraus ergebenden gesollten vernünftigen Reaktionen darauf Respekt und Pflicht – im Sinne von: Verflochtenheit, Verbundenheit!) – Werdandi (Zukunft, die sich daraus ergeben wird)!
Aber dies durchaus im ureigensten Interesse, denn sonst wird das “Karma” möglicherweise richtig Scheiße, denn die drei Nornen, die Schicksalsweberinnen, sind da als Kausal-Kurtisanen unerbittlich und extrem nachtragend!

Scham ist also ein Konzept, das nicht nur entmündigt, der Selbstverantwortung enthebt, die Selbstbestimmung raubt, die Selbstentsprechung unmöglich macht – es fördert geradezu eine Versündigung gegen kausale Vernunftbotmäßigkeit!

Und vergrößert damit das Leiden, das Unglück, die Verfehlungen, die es ja gerade vorgibt durch Schuld-Scham-Sühne-Vergatterung im Zaum halten zu können!

Kann sie nicht.
Also weg damit.

  1. federleichtes
    Oktober 21, 2014 um 6:15 pm

    Bravo, ja, – erweitern wir mal den Schamraum.

    Eine, die in der geschundenen Kinderseele wohnt, ist Alice Miller. Deswegen ist sie meine Freundin, nicht weil sie kluge Bücher schreibt und sich für Kinder engagiert. Sie kann die Demütigung des Kindes fühlen und die Entsprechungen dazu ableiten. Und diese Ableitungen beschreiben Realität: Demütigung – und deren Kompensationen.

    Alice Miller schreibt über die Kindheit von Diktatoren:

    „Adolf Hitlers Vater Alois war ein uneheliches Kind. Es bestand der Verdacht, dass er der Sohn eines jüdischen Kaufmanns aus Graz war, in dessen Haushalt seine Mutter, Maria Schickelgruber angestellt gewesen war, als sie schwanger wurde. Der Verdacht war nicht leicht von der Hand zu weisen, weil Adolf Hitlers Großmutter für ihr Kind 14 Jahre lang Alimente von diesem Kaufmann erhielt. Alois musste sehr unter diesem Verdacht gelitten haben, unzählige Änderungen seines Namens (Heidler, Hydler etc) erbringen dafür den Nachweis. Es war für ihn eine unerträgliche Scham, als unehelich geboren und der jüdischen Herkunft verdächtigt zu sein. Und die Demütigung ließ sich nicht aus der Welt schaffen. Der leichteste Weg für ihn, sich der aufgestauten Wut zu entledigen, war die tägliche Züchtigung seines Sohnes Adolfs.“
    http://www.alice-miller.com/artikel_de.php?nid=23

    Besonders zum Verständnis für „Luna“, beschreibt sie in diesem Text ein Muster:

    „Als Kinder hatten wir keine Wahl, als die Wahrheit zu verleugnen,

    wir hätten sonst den Schmerz nicht ausgehalten, nicht überlebt.

    Die Verleugnung des Leidens sichert einem geschlagenen Kind das Überleben in einer unerträglichen Situation. Es wird den Schmerz möglicherweise sein ganzes Leben bagatellisieren. Allerdings ist der Preis, den es dafür zu bezahlen gilt, sehr hoch, weil der Körper die Wahrheit kennt, und das emotionale Gedächtnis sich manchmal nur in Krankheitssymptomen äußern kann.“

    Voran.

    Gruß
    Wolfgang Herbert

    • Oktober 21, 2014 um 6:40 pm

      Allerdings ist der Preis, den es dafür zu bezahlen gilt, sehr hoch, weil der Körper die Wahrheit kennt, und das emotionale Gedächtnis sich manchmal nur in Krankheitssymptomen äußern kann.”Zitatende

      Das gilt allerdings genauso für die Selbstverleugnung.

    • Francy
      März 29, 2015 um 12:53 pm

      DANKE~* Wolfgang Herbert, für diesen einleuchtenden Kommentar, in Mitgefühl grüßt Francy

  2. Tommy Rasmussen
    Oktober 21, 2014 um 6:24 pm

    „Moral und Gesetz verhindern Selbstbestimmung und Selbstentsprechung“
    .
    [HIM 1.400811.3] Eure Gerichte sind ungerecht und voll Bosheit und verderben geistig alles, was sie richten.
    .
    [JJ.01_173,25] Ein Gesetz aber, in dem keine Liebe mehr ist, ist kein nütze, und der es hält ohne Liebe, ist ein toter Sklave desselben!
    .
    [JJ.01_173,26] Darum ist Mir nun ein freier Sünder lieber als ein toter gefesselter Sklave des Gesetzes!
    .
    [HiG.03_41.05.06,03] Es ist aber ein jeder Prozeß die allerbarste Hurerei, weil da das Gesetz benützt wird zur Unterstützung der Eigenliebe, gleichwie einer benützt das große Naturgesetz der Zeugung zur wollüstigen Frönung seiner unzüchtigen Eigenliebe, – und es ist dann ein solcher Prozesse ausarbeitender Amtsmann nichts denn ein Hurenunterfänger und Anmannbringer, wo es dann allzeit heißt: Wer’s Geld hat, der führt die Hure ins Bett. – Denn die advokatische Drehung, Wendung und Benützung des Gesetzes gleicht ganz vollkommen jener schändlichen Art, wo der Unzuchtsbuhler von seiner Hure alle möglichen Stellungen verlangt, um dadurch zu irgendeiner neuen Reizesmacht zu gelangen, um auch eben dadurch noch den letzten Tropfen Lebens zu verspritzen, wie ein Prozeß-Ausarbeiter des Gesetzes letzten Machtfunken aufs Papier mit der Tinte verspritzt.
    http://www.j-lorber.de/

    • Oktober 21, 2014 um 7:20 pm

      Da fällt mir spontan zu ein:

      Der preußische König Friedrich Wilhelm I. führte die Robe für Anwälte ein. Als Herrscher eines absolutistischen Staates, in dem des Königs Wille Gesetz war, hatte er nicht viel übrig für die Advokaten, sie waren ihm ein Dorn im Auge. So erließ er am 15.12.1726 eine Kabinettsorder für Gerichte und Juristen-Fakultäten:

      Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, daß die Advocati wollene schwarze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man die Spitzbuben schon von weitem erkennt.

      Aus: Die Geschichte der Robe

      • Oktober 21, 2014 um 7:55 pm

        @Martin,

        naja so ohne weiteren Hintergedanken tat er das nicht. So machte er, die Advokaten, den Pfaffen gleich. Ob das allerdings jemand so gesehen hat, wir wissen es nicht 😉

  3. Oktober 21, 2014 um 6:28 pm

    Öha, gerade dachte ich noch, wir wären mit dem Thema durch…

    Na gut, nächste Runde…

    • federleichtes
      Oktober 21, 2014 um 7:25 pm

      Die Verweigerung seiner eigenen Traumatisierung ist dem Wesen des Trauma implizit.
      Kannst Du das schon begründen?

      In einer für mich ziemlich extremen Drang-Forscher-Phase hatte der Blog das „Glück“, einige Menschen einzubinden, die nicht de-moralisiert, sondern ent-moralisiert waren. Die sich nicht mehr täuschen ließen von einer geheuchelten Ordnung. Die sich ihrer selbst bewusster geworden und Schritte gegangen waren. SCHRITTE! Bedeutet, sie erfuhren etwas im Erleben ihrer selbst. Und gewaannen Identität, Integrität und im Ausdruck – logisch – Authentizität. Diesen Menschen waren Leser nicht mehr genötigt, glauben zu müssen. Und diese Menschen waren bereit, die nötigen Runden durch zu stehen und somit dem Leben die erforderliche (Be-)Achtung zu verschaffen.

      Es gibt systemisch sehr viel Aufmerksamkeit, die auf die Förderung der NICHT-Achtsamkeit des Menschen gerichtet ist. Wer glaubt, Gesetze und kulturelle Vorschriften föderten die Achtsamkeit, irrt. Sie fördern die Angst vor einem ziemlich gemeinen Strafe-Katalog. Und Angst fördert eine fehl gerichtete Aufmerksamkeit. Und fehlende Aufmerksamkeit fördet Unachtsamkeit. Und die Unachtsamkeit befördert die Angst allgemein. „Hallo Spirale, bist Du ein Freund des Todes?“

      Das Thema, liebe Luna, ist durch, wenn Du weißt, dass Du nicht mehr sterben kannst – und genau so lebst.

      Gruß und Dank an die Runde.
      Wolfgang

      • Oktober 21, 2014 um 7:44 pm

        @ Wolfgang

        „ent-moralisiert“?

        Das habe ich gar nicht nötig, schließlich hatte ich nie Moral, keine Ahnung, wozu man die braucht.

        „“Das Thema, liebe Luna, ist durch, wenn Du weißt, dass Du nicht mehr sterben kannst – und genau so lebst.““

        Das tue ich, zumindest gehe ich davon aus, dass ich nicht sterben werde und lebe dementsprechend, darf ich jetzt aus dem Thema aussteigen?

  4. Günther
    Oktober 21, 2014 um 6:50 pm

    Scham hat doch eine natürliche Schutzfunktion, sonst würde es doch keine „Scham“haare geben?

    • Oktober 21, 2014 um 6:57 pm

      @Günther,

      vor wem oder was schützen Sie Ihre Schamhaare? Und war die „Restbehaarung“ vor der Scham oder umgekehrt? Und ist die Entfernung der Schambehaarung, ein Akt der Schamlosigkeit oder der Selbstbefreiuung vor der Scham?

    • Oktober 21, 2014 um 7:26 pm

      „“Scham hat doch eine natürliche Schutzfunktion, sonst würde es doch keine “Scham”haare geben?““

      Die sind m.E. ein Relikt aus der Urzeit und haben heute überhaupt keine Funktion mehr (wenn sie überhaupt jemals eine hatten), im Übrigen haben Haare außer am Kopf eigentlich nirgendwo was zu suchen.

      • Mathias
        Oktober 21, 2014 um 7:34 pm

        @ Luna:

        „im Übrigen haben Haare außer am Kopf eigentlich nirgendwo was zu suchen.“

        Die Meinung ist doch sicher weit-verbreitet, wird also von unserer Kultur befördert. Mich würde nicht wundern, wenn diese „Meinung“ eher im Sinne von Feindseligkeit zu verstehen ist – in diesem Falle: Den Körper der Feindseligkeit auszusetzen.

        • Oktober 21, 2014 um 7:52 pm

          @ Mathias

          Also ich habe nicht das Gefühl, meinen Körper der Feindseligkeit auszusetzen, wenn ich irgendwelche Haare entferne, ich finde es einfach ästhetischer, aber das kann ja jeder halten, wie er möchte.

          • Oktober 21, 2014 um 8:22 pm

            Haare dienen übrigens als Sensoren, die Umgebung besser wahrzunehmen. Ich habe vor zwei Jahren einen Nativen kennengelernt, der meinte, dass er am Besten nackt schreinern könne, weil dann viel besser mitbekommt, wenn etwas nicht richtig ist.

          • Oktober 21, 2014 um 9:47 pm

            @Martin,

            ich habe als Kind immer Sägespäne für das Meerschweinchen beim Schreiner geholt. Der war auch Nativ, nur mit Hose.

        • Oktober 21, 2014 um 7:53 pm

          Lieber Matthias, da hast Du sicher recht. Eh wir hier dem Mainstream nach dem Mund reden, wäre festzustellen, dass unsere Körperbehaarung, und außer an den Schleimhäuten, Brustwarzen, Handinnenseiten und den Fußsohlen, haben wir überall welche, wenn auch teilweise ganz fein, Schutzfunktion haben, gegen UV-Belastung z.B. , Schmutz (Wimpern schützen die Augen), die Wärme des Körpers mit regulieren, nicht zuletzt ans Imponiergehabe denken usw.
          Und dann rasiert sich Frau die Beine und als nächstes klatscht sie sich gegen Sonnenbrand irgend so einen chemischen Plunder auf die Beine. Damen eben; kommt von dämlich.
          Ja und indem wir das alles tun, die Haare stehen ja nur als Beispiel. erklären wir uns mit unserem Körper nicht einverstanden, haben was dran auszusetzen und unterbewusst wird, da hast Du sicher wieder recht, die Feindseligkeit gegen den eigenen Körper befördert. Der irgendwann, als so ungeliebt wie er ist, reagiert mit Unpässlichkeit, die zur Krankheit wird…..
          Grüße
          Martina

          • Oktober 21, 2014 um 8:25 pm

            Haare helfen auch besser, Feuchtigkeit an die Luft abzugeben. Ich habe meine Scham mal komplett abrasiert. Das war schon ein sehr klebendes Gefühl. mit den Jahre geht es im Schritt doch deutlich angenehmer. Ich kann mir vorstellen, dass das unter der Axel genauso sein muss …

      • Oktober 21, 2014 um 7:51 pm

        @Luna,

        also Totalverweigerung oder Feindseligkeit dem Körper gegenüber.

        Luna, für dich gibt es Laserbehandlung, Epiliergeräte, Kaltwachs und der gleichen und für Mathias dann die Lockenwickler. Mahlzeit.

        • Oktober 21, 2014 um 8:14 pm

          Verstehe ich nicht, wieso das als Feindseligkeit dem Körper gegenüber verstanden wird, wie gesagt, ich halte Haare am Körper für ein Relikt aus der Urzeit, (ohne jegliche Funktion und deshalb überflüssig) und ich bin nun mal kein Urmensch.

          • Oktober 21, 2014 um 8:25 pm

            @Luna,

            Urmensch, doch eher als U(h)rmensch, also zeitlich gesehen bist du näher am Urmenschen als am urzeitlichen.

            Acheredon hat heute dieses Untersbergvideo angeprochen, nur keinen link gesetzt, vielleicht kannst ja mal nachhaken. 😉

          • Oktober 21, 2014 um 8:32 pm

            Zum außerordentlichen Magie des Untersbergs hätte ich auch noch was von Mario Walz, dem wir hier schon mit seinen 13. Dimensionen des Seins kennengelernt haben:

          • Oktober 21, 2014 um 8:27 pm

            Native Scouts sind übrigens nur hochsensibel mit ihren langen Haaren. Als ihnen im Armeedienst die Haare abrasiert waren, haben sie den Feind nicht mehr wahrnehmen können wie zuvor.

          • Oktober 21, 2014 um 8:33 pm

            Zwar kein Video, aber Text:
            http://www.mariowalz.de/index.php?id=138

          • Oktober 21, 2014 um 8:34 pm

            WOW. ich war nur Sekunden schneller als Du 😉

          • Oktober 21, 2014 um 8:39 pm

            @ Böser Bub

            „“Urmensch, doch eher als U(h)rmensch, also zeitlich gesehen bist du näher am Urmenschen als am urzeitlichen.““

            Das ist vermutlich Ansichtssache, ich hab‘ ja gesagt, das soll jeder halten, wie er möchte.

            „“Acheredon hat heute dieses Untersbergvideo angeprochen, nur keinen link gesetzt, vielleicht kannst ja mal nachhaken.““

            Er hatte das Video neulich reingestellt, aber soweit ich mich erinnere ging das 4 Stunden oder so, das war mir einfach zu lang, vor allem, weil mich das Thema ohnehin nie wirklich interessiert hat.

            @ Martin

            „“Native Scouts sind übrigens nur hochsensibel mit ihren langen Haaren.““

            Die Geschichte kenne ich, aber da geht es ja um die Haare auf dem Kopf.

          • Oktober 21, 2014 um 8:46 pm

            Hallo Martin; Aber nur weil ich gerade noch telefoniere 😉

          • Oktober 21, 2014 um 9:02 pm

            @Luna,

            das ist keine Ansichtssache. Wer Urmensch linear betrachtet und rückwirkend als Retrospektive annimmt und daraus auf sich schliesst, irrt. Du bist weder Urmensch, noch Nicht Urmensch.

          • Oktober 21, 2014 um 9:16 pm

            @ Böser Bub

            „“Wer Urmensch linear betrachtet und rückwirkend als Retrospektive annimmt und daraus auf sich schliesst, irrt. Du bist weder Urmensch, noch Nicht Urmensch.““

            Ja, so gesehen hast Du natürlich Recht.

            (Was an meiner Meinung über die Haare jetzt aber nichts ändert…)

          • Oktober 21, 2014 um 9:33 pm

            @Luna,

            „ich hab die Haare schön, ich hab……….“, naja so halt.

            Dieses Untersberg hab ich kurz durchge-switcht. naja nu, 3std noch was in 5 minuten, dat reicht dann auch, der aufmerksamkeit 😉

            schau jetzt „Westen“, mal schaun 😉

          • Oktober 21, 2014 um 9:44 pm

            „Westen“?

        • Oktober 21, 2014 um 9:49 pm

          Film

          • Oktober 21, 2014 um 10:02 pm

            Ah ok, na dann wünsche ich gute Unterhaltung.

  5. Mathias
    Oktober 21, 2014 um 7:19 pm

    ”Scham ist also ein Konzept, das nicht nur entmündigt, der Selbstverantwortung enthebt, die Selbstbestimmung raubt, die Selbstentsprechung unmöglich macht”

    Das sehe ich auch so.

    Vor ein paar Tagen sah ich einen Film über Schamanistische Heilungen. Der Heiler führte (mit seinen Klienten aus dem westlichen Kulturkreis) mehrere Rituale aus, ohne welche Heilung nicht stattfinden könne, so sagte er. Ein Ritual war, das sich seine Klienten nackt ausziehen mussten und in der Gruppe sich in einem Wasserloch wuschen und danach mit grauem Schlamm einschmierten, der dann eintrocknete. So blieben dann alle seine Klienten auch: Nackend und grau – jeder sah jeden anderen. Er sagte, das Ritual diene dem Ablegen von „Schamgefühlen“, was für die Heilung notwendig ist. Aha.

    Es geht mir an der Stelle nicht um dieses Ritual. Es geht mir um die dort angedeutete Wirkungskette: Krankheit oder psychische Störungen → Heilung mit Ablegen von Scham möglich.

    Umgekehrt wird dann vielleicht deutlich, dass die Scham, solange sie wirkt nur Indikator ist, das damit die Abfolge wie sie Mr. Chattison beschrieb (Schuld → Scham → Sühne) im Ganzen aktiviert ist. Und diese Abfolge (auch in ihrer Negation; denn es geht ja wieder mal um Minderwertigkeit und Überhöhung) ist möglicherweise Ursache für eine Krankheit, die Heilung erst erforderlich macht.

    Schuld → Scham → Sühne als kollektives Trauma, das individuell durch unterschiedliches biografisches Trauma und Wesensveranlagung(?) unterschiedlich erlebt wird – letztlich aber für alle ein Thema ist.

    Gruß in die Runde,
    Mathias

  6. Oktober 21, 2014 um 7:37 pm

    Hat dies auf Freiheit, Familie und Recht rebloggt und kommentierte:
    Angst war schon immer ein Hinderniss zur persönlichen Entfaltung. Folgsamkeit und Schuldgefühle wurden uns anerzogen und wir lassen uns unterjochen und sogar ohne Gegenwehr bestrafen. Nur wenn wir diese Komplexe ablegen, können wir frei entscheiden.

  7. Oktober 21, 2014 um 9:37 pm

    Ich frage mich, wem es nützt einen Begriff wie „Scham“ undifferenziert und einseitig mit nur einer Brille – z.B. jener des „Zuviel“ oder jener des „zuwenig“ zu diskreditieren oder zu diffamieren?

    Auf Anhieb kommen mir jene Zeitgenossen in den Sinn, welche in ihrem „zuviel“ an Narzissmus, und ihrem Mangel an Empathiefähigkeit, wenig bis keinen Zugang zu ihrer Schamfähigkeit möglich ist. Wer sich über jede Schamgrenze hinwegsetzt, mag dies damit rechtfertigen, dass Schamgrenze soziale Konstrukte per se als „krank“ oder „falsch“ sind. „Schwarz-Weiß-Malerei“ wird m.E. dem Phänomenkomplex „Scham“ nicht gerecht.

    Ob maximale Schamlosigkeit (d.h. die Unfähigkeit selbst Scham zu empfinden) wirklich ein zukunftsfähiger und nachhaltiger Wert für die psychosoziale Weiterentwicklung für ein würdevolles Zusammenleben von Menschen wäre?

    Scham nützt und schützt. Nur „zuviel“ und „zuwenig“ wirkt traumatisierend und beschämend.

    Auch Scobel spürt dem Phänomen „Scham“ aus mehreren Perspektiven nach:

  8. titelfrei
    Oktober 22, 2014 um 5:59 am

    „Also weg damit.“

    Wie geht das?

    Beispiel:
    Visite in der urologischen Abteilung im Krankenhaus. Der Chefarzt betritt das Krankenzimmer. Hinter ihm eine Gefolgschaft von 20 Assistenzärzten/innen: „Machen Sie sich bitte frei!“ Nehmen wir einmal an, so sinnlos ein Schamgefühl auch sein mag, der/die Patient/in würde sich entwürdigt und gedemütigt fühlen sich vor all diesen Leuten zu entblößen und er/sie würde sich in Grund und Boden schämen. Was nun? Augen zu und durch oder Maul aufmachen und sagen, dass die Peepshow nicht stattfindet. Das Selbstbestimmungsrecht, gilt es nur dann, wenn es durch kein Schamgefühl mitbestimmt wird.

    Die Sinnlosigkeit eines Schamgefühls mag ja gegeben sein. Schamgefühle mögen auch durch Beeinflussung von Aussen entstanden sein. Lassen sich Schamgefühle deshalb ignorieren?
    Und was ist bitte schön nicht durch die Beeinflussung von Aussen entstanden? Geht es da tatsächlich nur um Schamgefühle? Selbst eigenständiges Denken und Schlussfolgern kann sich immer nur auf bereits bestehende Begebenheiten und Vorgaben stützen. Sind wir nicht alle manipulierte und manipulierbare Laufburschen dessen, was uns umgibt und alleine dadurch beeinflusst? Brauchen wir die komplette Gehirnwäsche, um selbstbestimmte Wesen zu sein? Oder ist es vielleicht doch so, dass sich Selbstbestimmtheit so definiert, dass sich das beeinflusste Wesen in einer Welt des permanenten Einflusses aus dieser Beeinflussung heraus entwickelt und so zu einer eigenen selbstbestimmten Instanz im Rahmen dieser Begebenheit wird. Eine Selbstbestimmtheit als theoretische Idealvorstellung im luftleeren Raum der Umbeeinflussbarkeit (weil halt nix da ist, was beeinflussen könnte) ist in dieser Welt des Einflusses unnützer als jeder Kropf.

    • Tommy Rasmussen
      Oktober 22, 2014 um 8:08 am

      titelfrei: „Schamgefühle mögen auch durch Beeinflussung von Aussen entstanden sein. Lassen sich Schamgefühle deshalb ignorieren?… Brauchen wir die komplette Gehirnwäsche, um selbstbestimmte Wesen zu sein?“
      .
      [Lg.01_015,36] Lernet selbst denken! Lernet logisch denken! Lernet moralisch denken!…
      .
      [Lg.01_015,37] … der Gedanke beglückt oder verdammt euch; dieses ist euer innerer Wert, der nur allein endgültig für jetzt und für immer ist.
      .
      [HIM 3.470612.5] Wahrlich, so ihr Menschen … nackt einherginget und trüget offen eure Scham, da könntet ihr noch gar wohl selig werden. Da ihr aber euer Totenhaus so sehr ausschmücket, werdet ihr im selben zugrunde gehen ewiglich!…
      .
      [HIM 3.470612.9] Ihr seid schändliche Mode- und Kleiderhurer, die ihr bloß, weil es Mode ist, einige Teile eures Leibes schändlich und andere ehrbar findet. Und würde es Mode sein, den nackten A… zur Schau zu tragen und das Gesicht zu verhüllen bis auf die Augen, so würdet ihr es tun und würdet den Steiß für den ehrbarsten Teil eures Leibes halten! – O ihr großen Narren, ihr überdummen Esel und barsten Schweine, seht ihr denn nicht ein, daß ihr eben durch die elende Mode in euren Kleidern von der Hölle aus die am allerscheußlichsten Gefoppten seid?! – Daher lasset einmal ab von dieser größten aller eurer Torheiten, die allein hinreichend ist, euch den Himmel auf ewig zu vernageln! –
      .
      [HIM 3.470612.10] Würden die Menschen nackt untereinander umhergehen, da würden sie viel demütiger und züchtiger sein; da sie aber ihren Leib zieren, auf daß er sich gefälliger ausnehmen möchte, so brennen sie fortwährend nach fleischlicher Lust und verdammen sich selbst stets tiefer und tiefer in den ewigen Tod hinein. – Wer wird sie daraus befreien können, so sie sich des ewigen Befreiers stets mehr zu schämen anfangen, je feiner sie ihren Leib bekleiden nach der Mode? Wahrlich, eher werden Räuber und Mörder und die nackten Sodomiten Mein Angesicht schauen, als die Zierbengel und alle die Putzdocken. Das sagt der arme, nur in nötige Kleider gehüllte, aber allmächtige Herr Jesus amen, amen, amen. –
      http://www.j-lorber.de/

      • Titelfrei
        Oktober 22, 2014 um 8:29 am

        Eben, und weil ich bevorzuge selbst zu denken bin ich relativ resistent gegenüber religiöser Einflüsse von Außen. Ich betrachte religiöse Vorstellungen im Sinne der Rückanbindung als viel zu privat, als mich einer Glaubensgemeinschaft und/oder -lehre anzuschließen.

        • Tommy Rasmussen
          Oktober 30, 2014 um 9:19 am

          Titelfrei: „weil ich bevorzuge selbst zu denken bin ich relativ resistent gegenüber religiöser Einflüsse von Außen“
          .
          Sehr gut, denn „religiöser Einflüsse“ sollten nicht von „Außen“ kommen:
          .
          Johannes Evangelium, Kap. 18 Vers 37: “… Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme”:
          .
          „Tötet für Allahs Pfad eure Religionen, denn sie töten euch…“, habe ich in meinem heiligen Koran in der zweiten Sure Vers 191 geschrieben, „…aber beginnt nichts mit Feindseligkeiten!“, und was haben die fanatischen Moslems Deiner Welt vom Sinn dieser Worte verstanden? – genauso viel wie alle „fanatischen Christen“ von meinen Christusworten verstanden haben, nämlich nichts, rein gar nichts!!! Alle die in Kirchen gehen und darin ihre Gebete (unter dem Zwang ihrer eigenen Logik, die sie mit „wirklichem Glauben“ verwechseln) geistlos vor sich hinplappern, die beten nicht wirklich! Um mICH zu finden, musst Du jede scheinheilige Kirche verlassen und in Deine eigene geistige Tiefe hinabsteigen… Wisst ihr denn nicht, das ihr den Tempel Gottes in euch tragt?!.
          http://www.holofeeling.de/
          .
          [HIM 3.470525.11] Es ist daher auch eine eitle Frage, welche äußere, sichtbare Kirche unter den vielen, die Meinen Namen führen, die rechte sei. – Die Antwort darauf lautet und kann ewig nie anders lauten als: Gar keine! – Nur die Kirche im Herzen, das Ich gemacht habe, ist die alleinig rechte und vor der Hölle für ewig gesicherte; alles andere hat die Welt ausgeheckt, gehört ihr an und gilt vor Mir ewig nichts!
          http://j-lorber.de/

          • titelfrei
            Oktober 30, 2014 um 9:44 am

            Ein Johannes-Evangelium kommt aber von Außen.

    • chattison
      Oktober 22, 2014 um 9:21 am

      Hier werden immer wieder zwei Sachen verwechselt bzw. durcheinander geworfen:
      a) die Scham, die einen befallen mag, wenn 20 AiPler durchs Rektoskop glotzen wollen und man das als extrem unangenehm empfindet und
      b) die Scham, die Minderwertigkeits-/SCHULDgefühle angesichts unerfüllter/unerfüllbarer Vorgaben („Defizite“ in Leistung, Aussehen, Verhalten etc.) durch Andere (Eltern, Schule, Vorgesetzte, Kollegen etc.) auslöst.

      Auch körperlich makellose Kinder von FKK-begeisterten Eltern mögen mitunter kein FKK – da scheint es also unabhängig von der Erziehung auch wesensbedingte Richtlinien zu geben.^^
      Was im übrigen gegen die These einer umfassenden und allmächtigen Induzierbarkeit von Außen spricht.

      Das, was als Induktion („Beeinflussung“) hier angesprochen wurde ist ja in Wirklichkeit nur eine Unterdrückung, Verzerrung, Verdrängung von unzerstörbaren Wesensqualitäten.

      Beispiel: Selbst unter Tiefenhypnose (MK-Ultra zum Trotz!) können keine Programme verankert werden, die nicht eine affinite Andockstelle im Wesen der betreffenden Person vorfinden!

      Man kann sich einen Raumanzug für Millionen anziehen, das ändert an der Person, die drin steckt, nullkommagarnichts.
      Die meisten kulturellen Konditionierungen sind nichts weiter als so ein Anzug, nur dass der im Gegensatz zum Raumanzug nicht gegen außen, sondern gegen innen abschirmen soll!
      Wie schnell sich solche „Anzüge“ in Nichts auflösen können, kann man sehr schön beobachten, wenn es mal akulturell zugeht wie im Falle einer Panik, eines Notfalles, einer Naturkatastrophe oder auch nur eines flächendeckenden Stromausfalles.

      Die Selbstbestimmung beginnt dort, wo man fühlt, dass einem der Anzug von der Stange nicht passt (Zitat BW: „Kragengröße?“ – „52“ – „Hier.“ – „Entschuldigung, das ist aber 48?!“ – „Das passt. Weitergehen. Nächster!“ – Originalzitat Ende) und man sich dagegen wehrt, indem man sich den Scheiß nicht anzieht, spätestens nach dem ersten Marsch (Zitat BW: „Schuhgröße?“ – „45einhalb“ – „Hier.“ – „Entschuldigung, das ist aber nur 45?!“ – „DAS PASST! Weitergehen jetzt. Nächster.“ – Originalziitat Ende), wenn man mit Maximalblasen und halberfrorenen Füßen (weil die dicken Socken da auch nicht reinpassten) zurück kommt, ist eine Schmerzgrenze der Duldsamkeit und Sinnfälligkeit erreicht.
      Wer da sich schmerzfrei gibt – bitte sehr, viel Spaß beim Sich-einen-Wolf-laufen und Mobilatorgien.

      Die Selbstbestimmung geht also weiter mit der Erfahrung von Schmerz, wenn eklatant gegen wesentliche persönliche Bedingungen verstossen wird und der Abwehr durch Verweigerung.
      Dass ein Kind kaum eine Chance hat, es sei denn, es hätte schon in jungen Jahren Bock auf Sonderschule, Internat für Schwersterziehbare, Psychiatrie oder Jugendknast ist schon klar.
      Aber es kommen auch andere Zeiten, wo Gegenwehr in Form von Eigenverwahrung gegen Falschbehandlung sehr wohl möglich ist.

      Wenn der Mensch – oder besser: das ihn ausmachende Wesen – also so ein willenloses, ausgeliefertes Häuflein Elend wäre, so eine Art Müllsack, in den man beliebig einfach alles stopfen kann und nicht wieder los werden kann – warum und worüber unterhalten wir uns dann überhaupt noch?
      Ist doch eh alles determiniert, kontrolliert, unabänderlich???
      Was für ein Quatsch!!!

      Wozu denn sonst noch über Heilverfahren, Ernährungsfragen, Bewusstseinsentwicklungsgedönse metaquatschen?!?
      Am besten hinsetzen, ne Runde heulen, gottergeben seufzen und sein Testament machen oder was?!?

      Aus einer Tulpe mache ich keine Rose, basta.
      Die kann ich umpinseln, umetikettieren, umtopfen – es bleibt eine Tulpe!
      Und wenn ich sie nicht wie eine Tulpe behandele, dann verkümmert sie erst und geht dann ganz ein.

      Mit dem eigenen Wesen verhält es sich vergleichbar.
      Wenn ich die Hand auf die heiße Herdplatte lege sage ich doch auch nicht:
      „Stinkt. Schmerzt wie Sau. Gefällt mir nicht. Aber ich mach mal vorsichtshalber nix und warte auf die Erlaubnis meine Hand entfernen zu dürfen.“
      Aber genau DAS machen all diejenigen, die sehr wohl leiden, aber meinen, da ließe sich nichts daran ändern!

      Ich ändere natürlich nicht die Scheißidioten, die sich an mir zu schaffen machen, mich indoktrinieren wollen, mir den letzten Scheiß verkaufen wollen für Drecksgeld, das sie mich mit Arbeit, die mir nicht entspricht, zu erwerben nötigen und dann noch Verbrauchssteuern auf das eben Verkaufte erheben, um sich nochmal über mich lustig machen zu können.

      Ich ändere natürlich auch nicht mich selbst, denn ich bin kein Betriebssystem, das man löschen und neu aufspielen oder updaten kann.

      Ich ändere aber jederzeit, wenn ich es satt habe und begriffen habe, was da tatsächlich mit mir gemacht wird, DIE REGELN, DIE ICH FÜR MICH GELTEN LASSE!

      Ja, jetzt kommt natürlich Mr.Oberschlau daher und sagt:
      „Oh, Schatzilein, wie niedlich, wie süß! Da erzählt Dir aber Dein Gesetzgeber etwas anderes und Dein Arbeitgeber sowieso!“
      Ach wirklich?

      Ich wüßte nicht zu begründen (und das will dann schon etwas heißen^^), wie man mich daran hindern wollte ich selbst zu sein und das ganz legal.
      Das hat seinen Preis, natürlich – man kann das nicht überall durchsetzen und nicht jeder goutiert das – aber anders gedacht: was muss mich denn wirklich interessieren?

      Wenn ich nicht der sein kann, der ich sein sollte, weil dies so in mir angelegt ist (nein, ich rede nicht von Psychopathen, die sich jetzt hemmungslos austoben dürfen auf Kosten anderer!), was mache ich denn dann hier?

      Es wird sofort völlig sinnlos, wenn ich nur der Erfüllungsgehilfe für fremde Erwartungshaltungen bin – so schaut´s aus.
      Wer andere mit sich erfüllt, bleibt selbst leer.
      Und wer einem solchen Leben das Wort redet, mit dem rede ich nicht weiter.
      Weil das sinnlos ist.

      Ich sage: DAS kann jeder für sich entscheiden, da kann niemand daran gehindert werden.
      Man muss nur darauf aufmerksam gemacht werden, dass das alles so nicht normal ist, wie das hier mit einem so geschehen gemacht wird und es deshalb veränderungsbedürftig ist und Vorschläge machen, wie dies geschehen kann – aber genau das geschieht ja auf diesem Blog zum Beispiel.

      Wenn jemand seinen Wohlgefallen daran findet, die Opferrolle zu übernehmen, bitte.
      Aber anderen einreden zu wollen, dass dies normal sein muss und eine Alternative unmöglich ist?
      Einspruch, Euer Ehren.

      • Titelfrei
        Oktober 22, 2014 um 10:46 am

        „Hier werden immer wieder zwei Sachen verwechselt bzw. durcheinander geworfen:
        a) die Scham, die einen befallen mag, wenn 20 AiPler durchs Rektoskop glotzen wollen und man das als extrem unangenehm empfindet und
        b) die Scham, die Minderwertigkeits-/SCHULDgefühle angesichts unerfüllter/unerfüllbarer Vorgaben (“Defizite” in Leistung, Aussehen, Verhalten etc.) durch Andere (Eltern, Schule, Vorgesetzte, Kollegen etc.) auslöst.“

        Das ist das Problem mit dem Begriff Scham, dass es sich als Sammelbegriff um eine Schublade handelt, in die so ziemlich Alles hineingeschoben wird, was in irgendeiner Weise mit einem unangenehmen Gefühl in Verbindung gebracht werden kann. Maßgebend ist aber, ob die Scham das unangenehme Gefühl erzeugt oder davor bewahrt. Und weil sich das in vielen Beispielen gar nicht eindeutig voneinander trennen lässt, denke ich es macht Sinn diese Schublade nicht mehr zu benutzen, auch wenn es viel schwieriger ist diesen gewohnten Trampelpfad zu umgehen und sich um eine klarere Definition zu bemühen.
        Für den „Angriff“ möchte ich mich entschuldigen, die differenziertere Sichtweise regt zu erneutem Nachdenken an.
        Das Wort Scham zu benutzen wird immer für Verwirrung sorgen, da es immer die ganze Schublade anspricht und nicht nur die bedachten Belange.

        Danke und Gruß,
        Detlef

        • chattison
          Oktober 22, 2014 um 11:05 am

          Verstehe das nicht als „Angriff“, eher als Anregungsattacke^^

          „Scham“ ist eine ebenso nebulöse Kategorie wie „Freiheit“, „Demokratie“ etc.

          Es sind beliebte Nebelwerfer, um auf die wolkige Begrifflichkeit nach Belieben projezieren zu können – so eine Art Bluebeam-Projekt für Dummy-Entertainment.

          Ähnliche Problemlage bei dem von Martin avisierten Begriff „Achtsamkeit“!

          Mehr wie eine Galerie von Meinungsbildern dazu aushängen, die man durchschlendern kann, um bei dem einen oder anderen impressionistischen Gedankengemälde stehen zu bleiben, is nich.

          Niemand muss einen Monet an der Wand hängen haben, um Impressionen zu haben.
          Und eine Definition von „Impresssionismus“ macht weder aus jemandem einen Maler, noch ein Bild besser oder schlechter.
          Wahrhaft impressiv ist nur das Authentische und das entzieht sich naturgemäß jeglicher Definition, denn sonst wäre es eben nicht mehr authentisch!^^

          Es ist eine unselige Tendenz, endgültige, abschließende Definitionen in den Vordergrund der Beachtung zu stellen, anstatt den Fokus mehr auf Authentizität zu legen!

          Authentizität im Sinne von „Echtheit“, „Unverfälschtheit“, „Wesensgemäßheit“.

          Einander darin Vorbild zu sein und sich darin zu bestärken könnte die eigentliche Stärke eines Blogs sein.

          Leider ist die Rabulistik, das Bramarbasieren und der Messianismus dominanter.

          Danke und Gruß zurück^^

  9. federleichtes
    Oktober 22, 2014 um 2:57 pm

    Danke für Eure lebendigen Berichte!

    Ich schaute mir doch tatsächlich die Scobel-Sendung zur Scham an. Rein sachlich mir völliger Unfug, was da geschnattert wurde, aber übersachlich verdeutlichte sich die Behauptung von Herrn titelfrei:

    „Das Wort Scham zu benutzen wird immer für Verwirrung sorgen, da es immer die ganze Schublade anspricht und nicht nur die bedachten Belange.“

    Aus meiner Sicht kann ich diese Aussage konkretisieren. Es gibt Schlüsselworte, die Verwirrung auslösen. Dürfte man das vergleichen mit posthypnotischen Wirkungen?
    Scham als Begriff wurde mir eingepflanzt, in einer Zeit, in der ich mich nicht wehren konnte und NULL-Peilung von MINUS-Nichts hatte. Heute höre, lese und schreibe ich von Scham, und mit dem Wort verbinden sich alte Bilder. Die haben zwar keine Macht mehr über mich, weil ich erkannte, was die mit mir machten und was ich mit ihnen machte.
    Kurz
    Ich stellte viele machtvolle Begriffe in meinen Entwicklungs-Kontext. Und indem ich sie (nach und nach) als entwicklungstechnisch „vernünftig“ erkannte, neutralisierten sie sich: Keine Auslöser für Emotionen mehr – entwirkt..

    Mr. Chattison

    „Auch körperlich makellose Kinder von FKK-begeisterten Eltern mögen mitunter kein FKK – da scheint es also unabhängig von der Erziehung auch wesensbedingte Richtlinien zu geben.^^ “

    Es gibt Qualitäten, die, wenn sie entstanden sind, zwar überdeckt, aber nicht wieder reduzierbar sind. Gesamtexistenzielle betrifft das körperliche Fähigkeiten, soziale Fähigkeiten, geistig-logische Fähigkeiten, aber auch das, was wir Bewusstsein nennen. Ih könnte mir vorstellen, dass, wer ein mal ein Pferd verstanden hat, nicht nur immer Pferde verstehen wird, sondern auch immer das Wesen der Natur verstehen kann.
    Das Bewusstsein, was hier im Leben entsteht, muss, so meine Schlussfolgerung, bereits eine Wesensentsprechung haben. So verstehe ich auch den nachfolgenden Satz:

    „Was im übrigen gegen die These einer umfassenden und allmächtigen Induzierbarkeit von Außen spricht.“

    Hier erlaubt sich mir der Gedanke, ob das „Allmächtige“ nicht im Menschen, seinem Wesen, veranlagt sein könnte. Wäre auf der Ebene des „Göttlichen Funkens“. Der in seiner Qualität

    „Das, was als Induktion (“Beeinflussung”) hier angesprochen wurde ist ja in Wirklichkeit nur eine Unterdrückung, Verzerrung, Verdrängung von unzerstörbaren Wesensqualitäten.“

    genau diesem folgend beschriebenen Phänomen entspricht. Könnten wir hier von einer Ur-Authentizität sprechen?

    Manno, der Eichelhäher sitzt drei Meter neben mir und verschlingt Erdnusskerne. Wat’n propperer Bursche. Weil Wahnsinn und Schwachsinn in seiner inneren Welt nicht vorkommen, und er sich von der äußeren Welt nicht beeindrucken lässt. Wenn Pferde nicht vollends gebrochen wurden, kann man in ihren Augen auch einen „Funken“ sehen. Oder spiegelt sich da mein Funke?

    Allen einen guten Tag.
    Wolfgang Herbert

    Am Rande
    Mein niedrigster Höflichkeits-Level besteht in Ignoranz.

  10. März 29, 2015 um 12:46 pm

    rancy: Selbsterkenntnis und zwar auf geistig seelisch gesundem Niveau, wären von Vorteil. Wer in einer chronisch neurothischen Gesllschaft aufwächst, hat es jedoch besonders schwer diese Vernunftbegabtheit aufrecht zu erhalten bzw. ein zu fordern. Die Moral hierzu ist: Jeshua nahm unsere Schuld mit an sein Kreuz, denn wir wissen bis heute nicht was wir Tun – obwohl man uns an unsere Taten erkennen kann. Schuldfähigkeit sieht anders aus, seelisch/geistige Erkrankungen befreien davon. Wer in der Selbstbestimmung leben möchte, müsste zur Selbstreflecktion und zur Genesung von Verprägungen befähigt sein. Ansonsten verhält es sich wie bei einem freigelassenen Massenhaltungskäfighuhn. Wer die Freiheit nicht kennt, kann sie kaum ertragen.

    • März 29, 2015 um 4:45 pm

      „“Selbsterkenntnis und zwar auf geistig seelisch gesundem Niveau, wären von Vorteil.““

      Ja, das wäre es, leider ist der Großteil der Menschheit dazu nicht fähig (vermutlich weil Geist, Seele, Gesundheit und Niveau gar nicht vorhanden sind) und deshalb gemeingefährlich. Eigentlich sollte es den meisten Menschen nicht erlaubt sein, mit anderen überhaupt in Kontakt zu treten, da sie sowieso nur Schaden anrichten.

      „“denn wir wissen bis heute nicht was wir Tun – obwohl man uns an unsere Taten erkennen kann““

      (das „wir“ und „uns“ streiche ich jetzt mal…)

      Nö, sie wissen es nicht und sie erkennen auch nichts, sie sind noch nicht einmal fähig zwischen „Gut“ und „Böse“ zu unterscheiden, hm, vielleicht kann man das ja auch nur von einem Blickwinkel außerhalb der Dualität und nicht wenn man drin steckt

      P.S.

      Gerade noch den Satz von Wolfgang gelesen:

      „Mein niedrigster Höflichkeits-Level besteht in Ignoranz.“

      Passt gerade, ich habe Ignoranz bisher zwar für unhöflich gehalten, aber wenn man mit Höflichkeit nicht weiterkommt, dann hilft eben nichts anderes mehr…

      • tulacelinastonebridge
        März 29, 2015 um 6:08 pm

        🙂

        • tulacelinastonebridge
          März 29, 2015 um 6:14 pm

          Ja, das ist sehr schwierig, auf Nebadonia hab ich zwar die Wahl, schreibe ich noch lese ich noch oder nicht.
          Aber ich kenne solche Menschen eben auch im „wirklichen“ Leben und wenn diese Mensch auf Positionen sitzen die ich nicht einfach so ignorieren kann da involviert, ja keine Ahnung 🙄 schwierig.

          • März 29, 2015 um 6:44 pm

            @ Tula

            „“Aber ich kenne solche Menschen eben auch im “wirklichen” Leben und wenn diese Mensch auf Positionen sitzen die ich nicht einfach so ignorieren kann da involviert, ja keine Ahnung 🙄 schwierig.““

            Ich denke, da gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sich komplett verabschieden oder eben ruhig bleiben und soweit mitspielen, wie es unbedingt nötig ist, um Ärger zu vermeiden.

            Reden bringt meistens nicht viel.

          • tulacelinastonebridge
            März 29, 2015 um 7:47 pm

            Ja ich seh das auch so, Ruhe bewahren.

            Und drum find ich auch Nebadonia als gute Schule, wer in diesen Blog der Egotrips, bösartige Beschimpfungen, Dummheit und Falschheit und Heuchelei, die Ruhe bewahrt und vielleicht auch noch die Perlen finden kann, na den kann ich nur beglückwünschen.

            Ich glaube nicht das sich Nebadonia weiterentwickelt, ich denke irgendwann ist es Zeit diese Schule zu verlassen……mmhh das sind so meine Gedanken der letzten Zeit dort.

          • März 29, 2015 um 9:12 pm

            @ Tula

            „“Ich glaube nicht das sich Nebadonia weiterentwickelt, ich denke irgendwann ist es Zeit diese Schule zu verlassen…““

            Nach Weiterentwicklung sieht es wirklich nicht mehr aus, dazu müsste das Personal nahezu komplett wechseln.

            Und als „Schule“ hat es vielleicht die ersten Monate getaugt, aber ich bin da jetzt drei Jahre, zu lernen gibt es für mich da schon lange nichts mehr.

            Ich bin da nur noch aus reiner Gewohnheit und betrachte das als eine Art interaktive Daily-Soap, leider ist die inzwischen nicht mehr besonders unterhaltsam… 😦

            P.S.

            Was ich da hauptsächlich gelernt habe ist, wie Menschen wirklich sind, ich bin mir aber im Nachhinein gar nicht sicher, ob ich das überhaupt wissen wollte, das hat echt was traumatisches… shock

          • tulacelinastonebridge
            März 30, 2015 um 11:40 am

            Luna……traumatisch 🙂 und „ob ich das überhaupt wissen wollte“….. ja das könnte man so ungefähr, auf die ganze momentane Gesellschafsform Mensch beziehen, jedenfalls was mich betrifft.

      • Michelson
        März 30, 2015 um 10:33 am

        „wo die Unwissenheit entfernt wird, hört das Bose auf zu existieren.“

  11. Sandra
    März 30, 2015 um 9:01 am

    Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters

    es ist schön, wenn das Halten der Parallelwelten nicht mehr notwendig ist,
    es ist schön, die Verantwortung (das bewußte (Vor-)Halten des alten Denkmusters zur Verständigung) loszulassen, da es nur diese Verantwortung lt. Überschrift gibt.

    Abseits jeglicher Vorstellungen gibt es so Vieles, was schön sein kann und daher schön ist. Ein paar Beispiele:

    Die Lüge kann schön sein.
    Die Lüge, die den Stolz des anderen nicht verletzt. Der andere, der nicht glauben kann, das was man tut und ihm nicht gefällt, für ihn sei. Das der Weg sich selbst aufzufüllen – für ihn getan, um gebend sein zu können.

    Die Täuschung kann schön sein.
    Ich finde es schön, mich überraschen zu können. Klares stringentes Handeln finde ich auch schön, da es mir Sicherheit gibt. Daher finde ich ein klares Handeln, das andere oft überrascht schön. Ein bißchen Verunsicherung finde ich schön, da es die Chance zum Überdenken – eine Veränderung bringt.

    Ich finde meinen alten Weg schön. All die Schmerzen, Qualen, Pein haben mich zu dem gemacht, der ich bin. Ich möchte nichts missen.

    Ich finde es schön, andere zu beobachten.
    Ich finde es schön, stets wandelbar und nicht festgelegt in Rollen zu sein. Ich finde es schön, zu mir zu stehen und andere daher direkt in den Kontrollverlust zu befördern und trotzdem für sie da zu sein. Ich finde es schön und befreiend, den Ausdrücken des Kontrollverlusts anderer zu widerstehen für die Chance der Erlösung dieser.

    Ich finde Abhängigkeiten schön, u.a. auch Spielsüchtige, da sie damit Ihre Sucht nach dem Leben bekunden.
    Ich finde es schön, mir nach und nach die Freiheiten zu nehmen, alles tun zu können, damit auch anderen die Freiheit zu gewähren – durch das Geben auch annehmen zu können.

    Ich finde es auch schön, nicht alles ausleben zu müssen. Z.B. die Liebe zu einem Mann – wissend das man gegenseitig alles aufgeben, alles tun würde, ist sie stets und beständig. Das kann und darf genügen, wir brauchen nicht unsere geliebte Familien für unsere Liebe zu opfern. Ich finde es schön, das diese Art der Liebe sein kann.

    Ich finde das nicht-offensichtliche, das Versteckspiel schön. Ich finde es schön, meine eigene Schönheit in vielen Variantionen zu verschleiern. Ich finde es schön, das man sich Mühe zum Erkennen geben muß – das macht es für die Sinne wertvoll.

    Ich finde so Vieles schön, fern ab der zeitlich beliebig gesetzten Moral und jeweiligen Kulturstandards. Ich finde es schön, das niemals ewig in Schuld, Schande und Sühne gehalten werden kann, wenn es das in Wahrheit nicht ist.

    All das ist mein Kosmos.

  12. März 30, 2015 um 1:34 pm

    Moral, wertesysteme entwickeln sich individuell bottom-up durch Austausch und Verständigung. Einige sind im haben und sein. Top-down wird das insbesondere von denen genutzt, die nicht im haben und sein. Dazu braucht man nur die Frauen kollektiv zu binden, an eine objektive Moral Form. Perfekte sklaverei.

  13. Sundance
    März 31, 2015 um 3:52 am

    Hier weht bald ein anderer Wind, aus keiner der 4 „Himmelsrichtungen“ sondern von ganz oben ! Ton A !
    Kinderficker sind krank, es ist eine Krankheit, die auch Dir jeder ins Glas, in der Disco kippen kann !
    Wenn man mit Ritalin Amokläufer produzieren kann, solltet ihr auch das in Erwägung ziehen!
    Und nicht sauer sein auf Leute die es tatsächlich tun, nur weil euch Strafe davon abhält, es nicht zu tun, das macht euch nicht zu besseren Menschen!
    Wie gesagt, durch eine kleine Beigabe im Drink, wird auch bei Dir die Hemmung fallen, es nicht zu tun !
    Ihr solltet euch um die Verurscher kümmern und nicht um die Opfer , die sie euch zum Frass vorwerfen !
    Natürlich ist die Vergewaltigung der Kinder, ausschlaggebend für die Entwicklung der Gesellschaft! Nur so können sie ihren Freud „altes Testament“ auf uns anwenden !
    Steht in der Bibel und Koran: weibliche Sklaven sind ab der 3 Lebensjahr oder so ähnlich… das zeigt doch schon wie krank diese Religionen (komt von religar= verbinden, vereinen) sind. Höchste Zeit den Scheiß abzuschaffen !
    Seit vorsichtig mit Verurteilungen! Eines Tages könnte es heißen, du bist Schuld, das Dein Nachbar in der Gosse gelandet ist, weil Du ihm deine Hilfe , im rechten Moment, verweigert hast !

  1. Oktober 21, 2014 um 5:47 pm
  2. März 29, 2015 um 10:11 am

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