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Fei Lun – das fliegende Rad – Das älteste Währungssystem der Welt

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Warum sollte sich ein Staat, also sollten WIR uns von einer unabhängigen Zentralbank abhängig machen und dort Geld für Zinsen leihen? Hatten sich sowohl Lincoln als auch J.F. Kennedy gefragt, wollten anders, bekam ihnen aber nicht … (siehe)

Ich habe schon lange nicht mehr das Thema Schuld und Zinsgeld behandelt, also wird es mal wieder Zeit. Inzwischen gibt es viele Bücher und Artikel, die aufdecken, wie das moderne Sklavensystem via zinsbasiertem Kredit funktioniert, so dass am Ende die Kluft zwischen Arm und Reich immer rasanter zunimmt und auch noch den Mittelstand verzehrt (siehe), so dass am Ende nur noch ein Krieg für einen neuen Zyklus sorgen kann (3. Weltkrieg? -> Urkaine). Zeit, sich nach Alternativen umzuschauen, um dieses Joch abzuwerfen? Maria Lordes stellt in ihrem Artikel ein schon mal funktionierendes Geldsystem im alten Asien vor:

Eine Währung ohne Geld – Dezentralisiert – Jeder kreierte zinsfreien Kredit für Jedermann von Maria Lordes

Es gibt bis heute keine ernstzunehmende akademische Arbeit – weder von Historikern noch von Ökonomen – welche erfolgreich die asiatischen Währungssysteme erforscht und verglichen hat. Nur unzureichend wurde analysiert, was die treibenden Motive für die substitutiven und komplementären Währungssysteme waren.

Einig sind sich alle Forscher, dass in China vor 9000-11000 Jahren Rinder die Wertebasis für allen Handel darstellten. Daraus resultierte jedoch kein Tauschhandel, wie oft verkannt, sondern ein Kreditsystem. Wer Rinder, d.h. Güter hatte, war kreditwürdig. China entwickelte sich nicht vertikal sondern horizontal, über eine Vielfalt autonomer landwirtschaftlicher Märkte, mit eigenen Währungssystemen, die alle kreditbasiert funktionierten und keine Konvertierung zu komplementären Währungen vorsahen und wünschten.

Es war keine Gemeinschaftswährung – sondern ein persönliches Kreditsystem – Jeder für Jeden.

Über die Jahrtausende hinweg organisierten sich die unterschiedlichen Klans und Stämme zu einem Staat, der jedoch kein Kreditsystem als Währung betreiben konnte. Es war also ein co-existierendes Wertesystem angesagt, welche sich beide gegenseitig nicht ersetzen konnten. Kredit kann nun mal nie im anonymen funktionieren – sonst verkommt es zu Cash – was übrigens chinesisch ist und die staatlichen Münzen umschreibt. 

Dieses Kreditsystem ist bekannt als Fei Lun und geht zurück in die frühe chinesische Geschichte, als das Papier noch nicht einmal erfunden war und mit Kreide angeschrieben wurde. Jeder konnte bei Jedem anschreiben lassen und durch Gegenleistungen wieder zinsfrei ausgleichen.

Über die Jahrhunderte wurde das System immer weiter verfeinert. So hatte nach der Erfindung des Papiers jeder ein kleines Büchlein, in welchem die Kredite eingetragen wurden – ein System, das sich bis in die heutigen Tage gehalten hat. Der Begriff ,anschreiben lassen’ stammt offenbar aus einer Zeit, wo auch bei uns auf Schiefertafeln Schulden angeschrieben wurden. Das System ist in fast allen asiatischen Ländern auf dem Land auch heute noch aktiv, wenn gleich die jüngeren Generationen davon nicht mehr viel halten und von den Schulen, Banken und Medien längst auf die moderne anonyme Geldform getrimmt wurden. Das triviale System, 100% Fairness für beide Seiten, ist selbst im Internet bis heute kaum dokumentiert und auch Links lassen sich nur schwerlich finden.

In ein persönliches Buch trug man die gewährten Kredite ein, merkt sie sich, bis sie durch Rückzahlung gestrichen wurden, und kreiert damit dezentralisiertes, zinsfreies Geld unter dem Volk, ohne die Banken oder den Staat einzuschalten. In China konnte schon seit altersher Jeder bei Jedem anschreiben lassen und zahlte seine Schulden durch Gegenleistungen oder Aufrechnung. Es gab kein Fernsehen, welches dem Volk täglich Mord und Totschlag präsentierte und vor jedem Menschen eine Schranke des Misstrauens aufbaute. Im Gegenteil, die Leute lernten dank Fei Lun täglich, wie vertrauenswürdig alle sind, und dass Verlass aufeinander ist. Es baute eine verlässliche starke Gemeinschaft.

Starb der Schuldner, so war es in der Sippe üblich, ihm seine Schuld zu erlassen, indem man diese Schuldzettel aus dem Büchlein nahm und verbrannte. Starb der Gläubiger, so war es üblich diese Büchlein an die Erben zu übergeben, die vorher genau unterwiesen waren, was zu tun sei. Die Regel war, auf Schuldbegleichung zu warten – erfolgte diese nicht, so ließ man sie trotzdem verfallen. Kam der Schuldner am jährlichen Todestag des Gläubigers zur Respektbezeugung bei der Familie vorbei, so wurden ihm in der Regel immer ein weiterer Teil der Schulden erlassen.

Reiche Gläubiger erließen in der Regel ihren Schuldnern die Schuld und verbrannten die Schuldscheine alle. Wer trotzdem nicht mehr zur jährlichen Trauerfeier für den verstorbenen Gläubiger teilnahm, zeigte einen schlechten Charakter, was ihm in der Gemeinschaft bei weiterer Kreditbeurteilung Minuspunkte einbrachte. Es galt als Verachtung des Vertrauens, welches der Gläubiger dem Schuldner entgegen gebracht hatte. Der alte Brauch, auch heute noch Papier bei der chinesischen Beerdigung mit zu verbrennen, hat seinen symbolischen Ursprung darin, dass all seine Schuld vergeben und erloschen ist.

Um den Ursprung des chinesischen Geldsystems zu verstehenn muss man sehr weit zurück gehen. Es wird jedoch schnell klar, dass die Wurzeln des ,Anschreibens’ im gegenseitigen Vertrauen liegt, welches jedoch nicht soweit geht, ganz auf Buchführung zu verzichten, und zu allen Zeiten in allen Völkern existierte. Bargeld in Form von Papiergeld hat seine Wurzeln in der Zeit, als China von den Mongolen beherrscht wurde.

Der Kollaps der anonymen Bergeldsysteme erfolgt immer nach demselben Muster, siehe Pharaonen, Römer, Mongolen oder die Jetztzeit – die vor lauter Dekadenz und Machtgier über das Geldsystem das Wohl der Menschheit vergisst und an sich selbst zugrunde geht.

In China gab es in seiner langen Geschichte neben dem Fei Lun eine Bronzemünze mit einem Loch in der Mitte – den sogenannten ,Cash’ von dem der englische Begriff cash abstammt. Diese Münzen waren eigentlich ‘Wertmarken für Regierungsreisende’ und kein Geld. Für cash konnten sie steuerlich absetzbare Leistungen vom Volk fordern, wie z.b. Übernachtung, Spesen, Verpflegung, Pferde und Transport etc. Die ältesten davon bekannten Münzen stammen aus der Qin Dynasty (221-206 B.C.). Im Museum von Shanghai findet man aber auch Münzen aus der Periode der Han (206 B.C.-A.D. 220) und Tang (A.D. 618-907) Dynastie. Cash (Lochmünzen) – gab es in China in jeder Dynastie bis 1911.

Einzig in der Sung Dynastie wurden durch die Fremdherrscher (dem Khan Klan) zusätzlich Geldnoten emittiert, um Gold für ihre Söldner zu beschaffen. Auch in der nach- folgenden Ming Dynastie (A.D. 1368-1644) wurden wieder nur bronzene Lochmünzen geprägt. Die Löcher in der Mitte dienten in allen Zeiten den reisenden Händlern und Regierungsbeamten, diese auf Schnüre aufzuziehen, um damit ihre Spesen zu bezahlen.

Münzen waren keinesfalls eine Währung für den Wirtschaftskreislauf, welcher zu allen Zeiten in China voll auf Fei Lun basierte. Es war unmöglich, den Währungsbedarf für das dezentralisierte Wirtschaftssystem von so vielen Millionen Menschen, mit den kleinen Bronzemarken zu decken. China hat sich zwischen der Tang und Mitte der Sung Dynastie bevölkerungsmäßig mehr als verdreifacht und entwickelte sich nach der mongolischen Besatzung aus der Aristokratie in eine Bürokratie, um die damals rund 100 Mio Einwohner durch Cash systematisch auszuplündern. Als Volkswährung diente zu allen Zeiten Fei Lun – der zinsfreie Kredit, basierend auf Leistungsausgleich unter Menschen – und erforderte keine Geldemittierung durch die Herrscher. Jeder schrieb bei Jedem an. Geld in der heutigen Form war nicht bekannt außer den oben erwähnten Reisemünzen. Erst die Fremdbeherrschung in der Sung Dynastie erforderte Geld im heutigen westlichen Sinn.

Von Marco Polos Beschreibungen (aus dem späten 13. Jahrhundert) wissen wir, wie das Geldsystem unter Kublai Khan funktionierte. Dieser stellte aus gewalkter Maulbeerbaumrinde Geldnoten her, die mit seinem Siegel versehen waren und deren Annahmeverweigerung oder Nachahmung mit dem Tod bestraft wurde. Der Militärdienst war bis hin zur Sung Dynastie ein Tribut des Volkes an den Kaiser, in der die Klan’s Kämpfer stellten. Vermutlich verloren die Chinesen deshalb, weil Kämpfer nur immer zu Spannungszeiten – untrainiert – aufgestellt wurden.

Spätestens in der Sung Dynastie kamen fremde Söldner dazu, welche – wie der Name ,Sold’ schon besagt, Gold und Silberbezahlung forderten, weil dieses Metal auch bei Kriegsverlust in Siegerwährung getauscht werden konnte. Mit der Einführung dieses Soldes entstand eine Nachfrage nach Gold, Silber und Edelsteinen, die der fremde Kaiser als Tribut von dem chinesischen Volk einforderte. Es gingen laut Marco Polo Beamte des Khan regelmäßig auf die Märkte und kauften alle Bestände mit Papiergeld (gewalkter Maulbeerbaumrinde) auf. Durch Marco Polos Beschreibungen scheint gesichert, dass Papiergeld im 10. Jahrhundert mit den fremden Besatzern der Sung Dynastie eingeführt wurde.

Durch den Besitz dieser Banknote – wurde gegenüber dem Anschreibesystem die Schuld anonymisiert. d.h. beim Anschreiben war der Schuldner klar bekannt. Durch die Weiterreichung der Geldnote wurde die Verschuldung anonymisiert – d.h. wie beim ,Schwarzer Peter ‘ wer immer die Note mit dem kaiserlichen Siegel bekam, konnte sich durch die Verwendung der Note entschulden. Fortan konnte theoretisch durch den Einzug solcher Noten als Steuer – der Wohlstand aus dem Volk abgesaugt werden, der bis dahin als Tribut durch Waren- und Arbeitsleistungen an den fremden Kaiser erfolgte. Doch dieses Steuereinziehen war nur begrenzt erfolgreich, weil die Chinesen mit Fei Lun nicht auf Geld angewiesen waren.

Da das Volk aber weiterhin den Tribut durch Leistung erbrachte, wird klar, dass die Emittierung von diesen Noten nur dem Aufkauf von Edelmetall, Edelsteinen und Schmuck dienten, um die Machtposition der fremden Herrscher weiter auszubauen. Beim Volk kamen diese Noten ohnehin nie an. China war in der Sung und Yuan-Dynastie fremdverwaltet und die Chinesen blieben vom politischen Leben ausgeschlossen und unterlagen sozialer und politischer Diskriminierung. Sie überlebten wirtschaftlich als Staat im Staat nur durch das Fei Lun System, welches für die fremden Herrscher unsichtbar blieb.

Die Selbstisolation der herrschenden Klasse führte zu deren Dekadenz und zum Zusammenbruch. Nach Jahrhunderten der Unterjochung gelang den Chinesen die Befreiung und der Neubeginn mit der Ming Dynastie, in der sich das Fei Lun System noch stärker etablierte – ein System, welches letztlich auch unter der Besatzung den Chinesen ihre Eigenständigkeit sicherte. Mit der Befreiung wurde die Marine abgeschafft und die Armee von Unterjochung auf Verteidigung ausgerichtet. Der Ausbau der Chinesischen Mauer kostete das Land mehr Kraft als die 300 jährige Fremdbesatzung. China hatte keinen Bedarf mehr an fremden Söldnern und somit auch keinen Bedarf an Edelmetall.

Als der Leistungsaustausch auch über die Grenzen des großen Landes statt fand, war es bis ins 16. Jahrhundert nicht unüblich, diese Schuld auch durch Sklaven abarbeiten zu lassen. Geld im Sinn von Banknoten, war für das gemeine Volk nie von Bedeutung. Die Banknoten des Kaisers kauften zwar zu Marco Polos Zeiten regelmäßig Volksleistung wie Edelmetalle – Perlen – Schmuck – etc. auf. Dadurch floss zwar ,Geld’ – doch nicht unters Volk, welches seinen Tribut immer durch Leistung bezahlte. Die Noten blieben vermutlich bei den Händlern stecken – weil ,Fei Lun’ stärker war und keiner seine Leistungen gegen Papier tauschen wollte. Möglicherweise waren auch die Werte der Noten so hoch, dass diese vermutlich nur für die reichen Händler und deren Transaktionen in fernen Gebieten zum Schuldausgleich einen Wert hatten oder einfach an den Staat als Steuer zurück flos- sen. Der Staat konnte sein eigenes Geld ja nicht ablehnen. Schließlich musste der Umlauf der Noten bei Annahmeverweigerung mit der Todesstrafe erzwungen werden.

In der Ming Dynastie unter dem Fei Lun System erlebte China seinen höchsten Wohlstand. Da der Wohlstand nicht mehr durch die Fremdherrschaft abgezogen wurde, blieb dieser im Land und stimulierte die autonomen Wirtschaftsmärkte.

In kleinen Sippen funktioniert das Anschreibesystem nach wie vor und hielt sich überall in Südostasien bis in das 20. Jahrhundert. Das Schuldbüchlein gab es nie in Form von losen Seiten, denn das hätte zinsfreiem Bargeld entsprochen. In dem Schuldenbüchlein wurden Leistungen angeschrieben, die man irgendwann in der Zukunft mit eigenem Leistungsbezug oder Rückzahlung verrechnet hat. Wären es lose Seiten gewesen, hätte man sie wie Geld getauscht und dann auch in Zeiten, in denen die Güter knapp waren, zu anderen Preisen gegen mehr Geldscheine verrechnen können. Da es aber angeschrieben wurde, blieb der Preis jahraus jahrein immer derselbe. Es war eben ein Leistungspreis und kein Warenpreis und konnte somit nicht inflationieren.

Erst als Händler aus Europa kamen, entstanden immer mehr Warenpreise, die abgeleistet werden mussten und sich zum Sklavenhandel entwickelten, d.h. bis dahin lebten Leibeigene im Haus und waren Teil der Familie, die unentgeltlich arbeiteten, doch Sklaven wurden in fremde Häuser zur Abarbeitung von bezogenen Leistungen und Waren beschäftigt, ohne dass sie dort Teil der Familie mit Altersversorgungsanspruch waren. Der Handel mit Europa kam nur mühsam in Gang. Zwar wollten die Europäer Güter wie Tee und Porzellan, doch hatten sie nur wenig zum Handeln anzubieten, das für die Chinesen begehrlich war.

Erst als der Handel im 17. und 18. Jahrhundert im größeren Stil zum Welthandel wurde, bestanden die Europäer darauf, diesen Handel durch Silber auszugleichen. Sie lieferten nur noch westliche Waren gegen Silber, welches aus den Minen in Südamerika kam. Silber hatte in China nur einen Wert zum Handel mit Japan oder Kauf von Waren aus westlichen Ländern. Für das Fei Lun war es wertlos, denn man konnte es weder Essen noch sonst verwenden. Chinesen lieferten also Tee und Porzellan für Silber, mit dem sie überseeische Waren importierten. Zunehmend wurde durch die Verwendung von Silber als Zahlungsmittel die Nachfrage nach Sklaven angekurbelt, weil die Kolonialhändler diese zum Silberabbau in Amerika benötigten.

Die Silberbeschaffung war jedoch für europäische Händler keineswegs befriedigend und so wurde der gesamte Chinahandel durch David Sassoon nach 1829 sukzessive auf Opium umgestellt. Trotzdem prägten die Chinesen eifrig Silberdollars unter der Daoguang Regentschaft (A.D. 1821-1850) der Qing Dynastie und münzten Silber/Kupfer Münzen unter der Guangxu Regentschaft (A.D. 1875-1908) der Qing Dynastie. Durch die Steigerung der Nachfrage nach Opium durch Süchtige in China wurde so gut wie alles geliefert, was die Europäer an Waren wollten.

Untereinander verrechneten die Chinesen im fernen Asien bis Ende des 20. Jahrhundert alles über das Büchlein. Das moderne Anschreibeverfahren funktioniert nun via passwortgeschütztem Login und per SMS und gilt deshalb bei vielen jüngeren als modern und wird wie alle zinsfreien Systeme populärer. Ob die heutige Generation für ein zentralistisch geführtes virtuelles System vertrauenswürdig ist, mag in Anbetracht der steigenden Kriminalität bezweifelt werden.

Kublai Khans Nachfolger hätte es leicht gehabt, die Chinesen wirtschaftlich zu ruinieren, hätten sie einen solchen zentralen Zugang zum Fei Lun gehabt. Die Macht des Fei Lun Systems der Vergangenheit lag in der dezentralen, unsichtbaren Kreditbereitstellung durch Jedermann an Jedermann. Es erübrigte Geld und weil es voll auf Leistung basierte, erübrigte es auch die Steuer. Auch der Kaiser erhielt seinen Tribut durch Leistung. Jeder war bemüht, Jedermann ordentliche Leistung bereit zu stellen und diese bis zum Ausgleich zinsfrei zu stunden. Da Streithähne zunächst beide bis zur Klärung eingesperrt wurden, waren beide Seiten immer bemüht, Differenzen friedlich beizulegen. Auch waren beide immer an weiterer Kreditwürdigkeit in der Gemeinschaft interessiert.

In den 60 Jahren von 1911 – 1971 wurde China und das Fei Lun System ruiniert, denn selbst Straßenhandel und Privatanpflanzungen wurden von den Kommunisten untersagt. Fei Lun lebte weiter in ganz Südostasien und wo immer sich die Chinesen nieder ließen.

Das moderne China hingegen kreiert wieder Geld zentral. Es ist auf die westliche Geldkonzeption – jedoch ohne Grundpfand – eingeschwenkt und lässt mangels Eigentum das Geld an Unternehmen reichlich fließen. Jedes förderungswürdige Projekt bekommt Kredit. Besonders begünstigt werden Joint Ventures, bei denen ausländische Minderheitspartner mehr Geld einbringen als zur fraktionalen Geldkreierung im Westen erforderlich wäre und dazu unbezahlbares Knowhow.

China war nie in seiner 12.000 jährigen Geschichte verschuldet und überholt deshalb auch heute alle westlichen Länder. Das Volk hatte jedoch unter dem Fei Lun mehr Macht und Wohlstand.

Das ideale Geldsystem wäre wohl ein Kreditsystem wie Fei Lun gepaart mit dem Wechselsystem. D.h. ein persönliches Kreditsystem, welches die menschliche Bindung und Verpflichtung fördert, sowie ein kommunales Kreditsystem welches gemeinnützige, förderungswürdige Investitionen ermöglicht – aber dezentral gehandhabt wird. In jedem Fall liegt die gemeinnützige Legitimation eines Systems in der Dezentralisierung der Kreditgeldkreierung statt der heutigen Schuldgeldkreierung in der Geld immer eine anonyme Verschuldung bedeutet, von der Jeder immer mehr will, weil er sich dadurch nicht persönlich verschulden muss. Geld ohne Schuld ist einfach nicht möglich.

Die Lösung heißt, wir brauchen kein schlechtes Geldsystem sondern ein gutes Kreditsystem.

Die Chinesen schafften es fast 12.000 Jahre ohne Geld! Diese Tatsache ist sensationell. Lesen Sie den Artikel bei Gelegenheit nochmal. Denken Sie sich hinein, alle heutigen Kredit- und Bargeldgeschäfte liefen damals über Fei Lun. Dann überlegen Sie sich, wer oder was Sie davon abhält, dieses Fei Lun auch zu übernehmen.

Man braucht dazu keine Organisation – jeder kann jedem sofort Kredit einräumen. Kaufen Sie dort ein wo Sie Kredit bekommen und diesen mit Leistung ausgleichen können. Wir sind zwar im Industriezeitalter durch die Arbeitsteilung oft nicht mehr in der Lage, ganzheitliche Leistungen abzuliefern, doch gilt es für eine nachhaltige Lebensweise diese Fähigkeiten wieder zu erlernen.

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  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG
    März 27, 2015 um 8:00 am

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Glück, Auf, meine Heimat!

  2. März 27, 2015 um 9:44 am

    Hat dies auf Freiheit, Familie und Recht rebloggt und kommentierte:

    Das ganze Leben der Menschen ist darauf ausgerichtet, viel Geld und Macht zu haben! Darauf bauen sich Kriege und Gewalttaten!
    Schaffen wir die Banken und das Geld ab, fehlt die Motivitation Geld
    zu erwerben und die Menschheit kann endlich frei von diesem
    Zwang leben. Wir haben ein Bruttosozialprodukt, von dem alle Menschen gleichermaßen gut leben könnten.

  3. Sandra
    März 27, 2015 um 9:49 am

    Basis für Alles ist Vertrauen und Sicherheit:
    Ich stehe hinter dir, so wie du hinter mir.

    Grundvoraussetzung ist Gegenseitigkeit: Du vertraust einem anderen dein Leben an und erfüllst diesem seine Bedürfnisse bishin zu allen Träumen und Wünschen.

    Jede Abweichung wird kompensiert.
    Durch, zum und für den Erhalt der Abweichung wird alles mögliche erschaffen. Der Planwirtschaft (Teile und Herrsche), die im Grunde seit Jahrtausenden betrieben, dient ein Dauerkrieg der Geschlechter als Basis für alles andere.

    Für den Weg zurück, einer Konflikauflösung für Alle, wird daher wenig unternommen. Es besteht ein ernsthaftes Interesse aller ‚Vertreter‘ der erschaffenen, darauf basierenden Systemkomponenten, dies zu unterbinden – diese eine Veränderung, die eben alles andere auch verändert, nicht zuzulassen.

    • Sandra
      März 27, 2015 um 10:09 am

      Das darf keinesfalls unterschätzt werden

      Die echte liebende Vereinigung von Mann und Frau ist und stellt für sehr sehr Viele die am meist gefürchtetste Katastrophe dar. Nicht ohne Grund, da dies der Wahrheit entspricht.

      Alles, was daraus hervorgeht ist vernichtend für den Gegenpol – der Menschen im Mißtrauen und Unsicherheit. Der gesamte Systemaufbau der zivilisierten Welt ändert sich dadurch automatisch – auch wenn Werkzeuge, Methoden, Mittel die selben bleiben.

  4. März 27, 2015 um 10:00 am

    Ich handhabe es mit Fei Lun schon einige Jahre parallel zum Euro-System. Gelegentlich verzichte ich ganz darauf selber etwas anzuschreiben. Das führt gelegentlich zu völlig unerwarteten angenehmen Überraschungen. 🙂 (weil die meisten Menschen aber nicht so schnell umdenken können, halten mich auch viele für ausnutzbar … naja irgendwann verstehen sie es)

  5. Sandra
    März 27, 2015 um 12:37 pm

    Jedes künstlich erschaffene System, jede künstliche Intelligenz, ist total abhängig vom natürlich Bestehendem – der Biologischen und nicht umgekehrt.

    Menschen sind leicht zu beeindrucken und zu verunsichern, damit diese die Sicherheit der KI über die Eigene stellen, als eigene annehmen (siehe Flugzeugabsturz zur Produkteinführung pilotenfreier Maschinen).

    FOKUS!!!

    • Sandra
      März 27, 2015 um 1:23 pm

      Eine wirtschaftliche Grundlage ergibt sich immer aus Chance und Gelegenheit.

      Akteure warten nicht, niemals! Sie liegen auf der Lauer und packen zu. Machen und nutzen den Moment. Sie nutzen z.B. wenn die Aufmerksamkeit auf Anderen liegt, ihre vorgefertige Lösung nachgefragt wird …

      Nicht alle Wirtschaftakteure sind wohlgesonnen – Art und Weisen sind verschieden, doch halten sie das Prinzip lebendig.

      Passiv zu sein, nicht mitmachen, hinterherrennen ist schlicht dumm.

  6. Sandra
    März 27, 2015 um 1:47 pm

    Das positive Element

    solange die große Masse verunsichert ist, ist die Welt ein Spielplatz für Wirtschaftsakteure.

    Auf dieser Basis kann man alles erdenklich gewünschte irgendwie durchgesetzt bekommen. Alle dürfen sich jetzt entspannen, da die durchaus gute Nachricht ist, daß die ehemals großen Wirtschaftsakteure nicht so aktiv sein können, da selbst verunsichert – in bestimmte Richtungen verplant, denen durch Kenntnis die Gelegenheit entzogen werden kann.

  7. März 27, 2015 um 5:07 pm

    Über Währungen ohne Wirtschaft zu diskutieren, ist lächerlich. Nach dem sogenannten Wirtschaftswunder, das von deutschen Frauen ausging, die dann postum durch sogenannte sexuelle Revolution und der Rest über Globalisierung verheizt, an deren Ende das Währungssystem spätestens 1971 abgeschafft wurde, besteht nichts, das im Ansatz den Namen Wirtschaft verdient. Erneuerungen ohne entsprechende Erfindungshöhe sind keine Innovationen.
    Als Frau habe ich eine tiefsitzende Angst, benutzt und mißbraucht zu werden. Völlig berechtigter Weise. Ich kann lernen, doch können das auch andere?

  8. Infoliner
    März 27, 2015 um 5:22 pm

    http://minutocash.org/

    Die europäische Version der dezentralen Schöpfung hier, lesen, anfangen, viel Freude!

  9. März 27, 2015 um 5:47 pm

    Wem vertraue ich also?
    Dem einzelnen Mann nicht aber dem egozentrischen kollektiven männlichen Bewusstsein, d.h. Euer Gott ist nicht der meine, der den Zwischenraum ehrt.
    Der deutsche Mann unterscheidet sich im übrigen nicht so sehr von anderen. Er ist lediglich etwas klüger und taktisch geschickter, da er ennergieressourcen besser einzusetzen vermag.

  10. März 28, 2015 um 8:43 am

    Warum kann eine Währung nicht für Interaktion genutzt werden, wann verhindert sie Handel?
    Fokussiert man Interaktion für Veränderung reduziert man den Wert dieser nicht. Ich bestimme nicht vorher, was ein Denkansatz etc. Wert ist, erstelle kein Angebot, das dir sagt, was du nehmen und mir geben kannst. Ich kann und will das nicht bestimmen, da es den Veranderungswert nimmt.
    Brotlose Kunst der Muse, die weder verstanden noch bezahlt

  11. März 30, 2015 um 8:58 pm

    „…Das Geld ist eine ausschließlich volkswirtschaftliche Einrichtung, denn innerhalb der Familie und des eigenen Privatbetriebes braucht niemand Geld. Darum muß auch das Geld vom Standpunkt der Volkswirtschaft und nicht von dem des Privatmannes betrachtet werden. Der Zweck des Geldes allein soll uns sagen, wie das Geld beschaffen sein soll, und darum dürfte das Geld auch nur unter der Bedingung schadlos für den Inhaber aufzubewahren sein, daß der Volkswirtschaft kein Schaden erwachse.
    Was geschieht nun, wenn, wie z. B. beim Ausbruch eines Krieges, die Geldbesitzer sich plötzlich der unbegrenzten Haltbarkeit des Goldes erinnern und jeder in der Verfolgung seiner eigenen persönlichen Interessen das Geld dem Verkehr zu entziehen sucht, um es in sicheren Verwahr zu nehmen? Braucht der Verkehr denn im Kriege kein Geld mehr; braucht man im Kriege nicht mehr zu
    arbeiten und die Produkte auszutauschen? Was würde geschehen, wenn die
    Eisenbahnwagen je einzelnen Privatpersonen gehörten, die sie in Friedenszeiten
    dem Publikum vermieten, sie aber beim ersten Kriegsgerücht gleich zurückfordern wollten?
    Nun, ebenso verhält es sich mit dem Geld. Ohne Geld kann man die Produkte
    der Arbeit nicht austauschen, denn könnte man das in Kriegszeiten, so wäre das
    Geld im Frieden erst recht überflüssig. Auf die Zurückziehung (Aufbewahrung) des Geldes folgt also Absatzstockung, und Absatzstockung ist gleichbedeutend mit Krise, Arbeitslosigkeit, Defizit, Bankrott und Fäulnis. Nämlich Moder und Fäulnis für die nicht verkauften oder ausgetauschten Arbeitsprodukte. So daß, wenn auch dem einzelnen Geldbesitzer durch das Aufbewahren des Goldes kein unmittelbarer Schaden erwächst (vom Zinsverlust abgesehen), die Volkswirtschaft durch den Rückzug und die Aufbewahrung des Geldes Verluste erleidet, die den gesamten Geldbestand oft um ein Vielfaches übersteigen mögen. Und das nennt man dann die Fähigkeit haben, ohne Schaden aufbewahrt werden zu können…“
    (Gesell „Das Recht auf den vollen Arbeitsertrag“)

  12. März 30, 2015 um 10:18 pm

    Robinson hatte bekanntlich seine Wohnung aus Gesundheitsrücksichten auf der
    Südseite des Berges errichtet, während sein Feld sich auf der nebligen, aber
    fruchtbaren Nordseite befand. Er war nun gezwungen, seine Produkte über den
    Bergrücken nach Hause zu schleppen. Um sich diese Arbeit zu erleichtern, beschloß er, einen Kanal um den Berg herum zu ziehen. Drei Jahre sollte diese
    Arbeit in Anspruch nehmen, und zwar mußte die Arbeit, um eine Versandung zu verhüten, unausgesetzt betrieben werden. Er mußte sich also drei Jahre im Voraus mit Proviant versehen. Er schlachtete mehrere Schweine und bedeckte das Fleisch dick mit Salz. Er füllte ein tiefes Loch in der Erde mit Getreide und deckte es sorgfältig zu. Er gerbte ein Dutzend Hirschfelle und verarbeitete sie zu Kleidern, die er in einer Kiste verschloß, nachdem er vorsichtshalber als Mottenscheuche noch die Parfümdrüse eines Stinktieres hineingelegt hatte.
    Kurz, er sorgte reichlich und nach seiner Ansicht auch gut für die nächsten drei Jahre. Wie er nun dabei war, noch eine letzte Berechnung darüber anzustellen, ob „sein Kapital“ [ Ich mache hier darauf aufmerksam, daß diese Vorräte sowohl dem Wesen wie der Bestimmung nach die reinste Form dessen darstellen, was man gemeinhin „Kapital“ nennt. ] für das geplante Unternehmen auch ausreichen würde, sah er mit Erstaunen einen Menschen auf sich zuschreiten, der offenbar ein Schiffbrüchiger war.
    „Hallo! Mr. Robinson“, rief der Fremdling schon von Weitem, „mein Kahn ist hier zerschellt, aber es gefällt mir gut hier, und ich will mich ansiedeln. Kannst du mir mit einigen Vorräten aushelfen, bis ich einen Acker urbar gemacht und die erste Ernte eingeheimst habe?“
    Hui! Wie schnell flogen bei diesen Worten die Gedanken Robinsons von seinen
    Vorräten auf den Zins und auf die Herrlichkeit des Rentnerlebens! Er beeilte sich also, die Frage zu bejahen.
    „Vortrefflich!“, antwortete der Fremdling, „aber ich will dir sagen, Zins zahle ich nicht; sonst ernähre ich mich lieber von Jagd und Fischfang. Meine Religion verbietet mir, sowohl Zins zu nehmen wie auch Zins zu zahlen.“
    R.: „Das ist aber eine eigentümliche Religion. Aus welchem Grunde glaubst du
    denn, daß ich dir ein Darlehen aus meinen Vorräten machen werde, wenn du mir
    keinen Zins gibst?“
    Fr.: „Aus Eigennutz, lieber Robinson, aus purem Eigennutz. Auf Grund deines
    wohlverstandenen Interesses, weil du dabei gewinnst und sogar ziemlich viel.“
    R.: „Das, Fremdling, mußt du mir erst vorrechnen. Ich gestehe, daß ich nicht einsehe, welchen Vorteil ich haben kann, dir meine Vorräte zinsfrei zu leihen.“
    Fr.: „Nun, ich will dir alles vorrechnen, und wenn du es mir nachrechnen kannst, so wirst du mir das Darlehen zinsfrei geben und dich noch bei mir bedanken. Ich brauche zunächst Kleider, denn du siehst, ich bin nackt. Hast du einen Vorrat an Kleidern?“
    R: „Die Kiste da ist bis oben voll.“
    Fr.: „Aber erlaube mal, Robinson, wirklich, ich hätte dich für gescheiter gehalten! Wer wird denn Kleider für drei Jahre in Kisten vernageln, Buckskin, den Lieblingsfraß der Motten! Außerdem müssen diese Kleider immer gelüftet und mit Fett eingerieben werden, sonst werden sie hart und brüchig.“
    R: „Du hast recht, aber wie sollte ich es anders machen? Im Kleider240
    schrank sind sie nicht besser geborgen, im Gegenteil, hier sind die Ratten und
    Mäuse noch zu den Motten zu rechnen.“
    Fr.: „Oh! Die Ratten wären auch so in die Kiste gedrungen, sieh, da haben sie
    schon genagt.“
    R.: „Hol’ doch der Teufel diese Tiere. Ich weiß mich nicht davor zu retten!“
    Fr.: „Was? Du weißt dich nicht vor den Mäusen zu schützen, und du sagst, du
    hättest rechnen gelernt? Ich will dir sagen, wie man sich bei uns der Mäuse
    erwehrt und der Ratten und der Motten und wie man sich gegen das
    Brüchigwerden und gegen Diebe und gegen den Schimmel und den Staub schützt.
    Leihe mir diese Kleider auf ein, zwei, drei Jahre, und ich verpflichte mich, dir neue Kleider zu machen, sobald du welche brauchst. Du bekommst so ebenso viele Kleider zurück wie du mir geliefert hast, und zwar werden diese Kleider, weil neu, bedeutend besser sein, als wenn du sie aus dieser Kiste ziehst. Abgesehen davon, daß sie nicht mit Stinktieröl parfümiert sind. Willst du das tun?“
    R.: „Ja, Fremdling, ich will dir die Kiste mit den Kleidern überlassen, denn ich sehe ein, daß es für mich vorteilhaft ist, dir auch ohne Zins die Kleider zu überlassen.“
    Fr.: „Nun zeige mir mal deinen Weizen. Ich brauche sowohl für Saat wie für Brot.“
    R.: „Dort, an dem Hügel habe ich ihn vergraben.“
    Fr.: „Du liebe Unschuld! Du hast den Weizen für drei Jahre in einem Erdloch vergraben? Und der Schimmel, die Käfer?“
    R.: „Das weiß ich, aber was sollte ich machen? Ich habe die Sache nach allen
    Seiten überlegt und nichts Besseres für die Aufbewahrung gefunden.“
    Fr.: „Da, nun bücke dich mal. Siehst du die Käferchen an der Oberfläche herum-
    springen? Siehst du das Gemüll? Und hier diese Schimmelbildung? Es ist höchste
    Zeit, daß der Weizen herausgehoben und gelüftet werde.“
    R.: „Es ist zum Verzweifeln mit diesen Vorräten. Wenn ich doch nur wüsste, wie
    ich mich verteidigen soll gegen diese tausendfältigen Zerstörungselemente der
    Natur!“
    Fr.: „Ich will dir sagen, Robinson, wie wir das bei uns zu Hause machen. Wir
    bauen einen luftigen, trockenen Schuppen und schütten auf den gut gedielten
    Boden den Weizen aus. Und regelmäßig alle drei Wochen wird der Weizen sorgfäl-
    tig gelüftet, indem wir mit Schaufeln die ganze Masse umwerfen. Dann halten wir eine Anzahl Katzen, stellen Fallen auf, um die Mäuse zu fangen, versichern das Ganze gegen Feuer und erreichen so, daß der jährliche Verlust nicht mehr als 10% beträgt.“
    R: „Aber bedenke doch, diese Arbeit, diese Kosten!“
    Fr.: „Ha, du Superkluger! Du scheust die Arbeit und willst keine Kosten? Ich will dir sagen, wie du es dann anfangen mußt. Leihe mir deinen Vorrat, und ich werde dir das Gelieferte aus meinen Ernten in frischer Qualität zurückzahlen, und zwar Pfund für Pfund, Sack für Sack. So sparst du
    die Arbeit, einen Schuppen zu bauen, brauchst das Getreide nicht umzuschaufeln und keine Katzen zu füttern, verlierst nichts am Gewicht und hast statt alten Korns immer saftiges, frisches Brot. Willst du?“
    R.: „Mit tausend Freuden nehme ich den Vorschlag an.“
    Fr.: „Also, du lieferst mir das Korn zinsfrei?“
    R.: „Versteht sich, zinsfrei und mit Dank meinerseits.“
    Fr.: „Ich kann aber nur einen Teil gebrauchen, ich will nicht alles haben.“
    R.: Wenn ich dir nun den ganzen Vorrat anbiete mit der Verpflichtung, mir für je zehn Sack nur neun zurückzugeben?“
    Fr.: „Ich danke, denn das hieße ja Zins erheben – zwar keinen positiven, sondern negativen Zins – und statt des Gebers wäre der Nehmer Kapitalist. Aber meine Religion verbietet den Wucher, sie verbietet auch den negativen Zins. Ich kann aber meiner Religion ein Schnippchen schlagen. Ich werde deinen Weizenvorrat unter meine Aufsicht nehmen, den Schuppen bauen und alles Nötige besorgen. Dafür wirst du mir für je zehn Sack jährlich zwei als Lohn bezahlen. Bist du damit einverstanden?“
    R.: „Mir ist es gleich, ob deine Leistung unter dem Titel Wucher oder Arbeit gebucht wird. Ich gebe dir also zehn Sack, und du lieferst mir acht Sack zurück. Einverstanden.“
    Fr.: „Ich brauche aber noch andere Sachen. Einen Pflug, einen Wagen und
    Handwerkszeug. Willst du mir das alles auch zinsfrei überlassen? Ich verspreche, dir alles in gleicher Qualität zurückzuerstatten – für einen neuen Spaten einen neuen Spaten, für eine neue Kette eine neue, rostfreie Kette!“
    R.: „Gewiß bin ich dazu bereit. Denn jetzt habe ich von all diesen Vorräten nur Arbeit. Neulich war der Bach übergetreten und hatte den Schuppen überschwemmt, alles mit Kot bedeckend. Dann riß der Sturm das Dach fort, so daß alles verregnete. Nun haben wir trockenes Wetter, und der Wind treibt Sand und Staub in den Schuppen. Rost, Fäulnis, Bruch, Trockenheit, Licht und Dunkelheit, Holzwürmer, Termiten, alles ist unausgesetzt an der Arbeit. Noch ein Glück, daß wir keine Diebe und Brandstifter haben. Oh, wie freue ich mich, jetzt mit dem Kredit die Sachen so schön und ohne Arbeit, Kosten und Verlust aufbewahren zu können.“
    Fr.: „Also du siehst jetzt den Vorteil, den du hast, mir die Vorräte zinsfrei zu überlassen?“
    R.: „Unumwunden erkenne ich es an. Aber warum, so frage ich mich jetzt, brin-
    gen drüben „in the old country“ solche Vorräte dem Besitzer Zins ein?
    Fr.: „Die Erklärung mußt du im Geld suchen, das drüben solche Geschäfte ver-
    mittelt, und wenn du willst, so will ich dir suchen helfen.“

  13. März 30, 2015 um 10:34 pm

    Ein Realkapitalist, Besitzer eines Lagerhauses voll der nützlichsten Realkapitalien, und ein
    Geldkapitalist, Besitzer einer den obigen Realkapitalien gleichen Geldsumme, unternehmen eine Reise und schließen ihr Kapital ab. Nach einem Jahr kehren beide zurück und unterwerfen ihr Eigentum einer Revision. Der Geldkapitalist wird selbst mit Hilfe eines Chemikers keinen Unterschied feststellen können, während derselbe Chemiker Mühe haben wird, die einzelnen Realkapitalien noch von einander zu
    unterscheiden. Ersterer wird nichts abzuschreiben brauchen, letzterer wird sich fragen: Besser ist es doch, das Kapital zinslos zu verleihen. Der Geldkapitalist wird (eine genügend große Summe vorausgesetzt) beobachten, daß das Geld auf dem Markt im Preise gestiegen ist, weil das Geldangebot um den Betrag seines Kapitals abgenommen hatte, der Realkapitalist dagegen wird eine solche Preissteigerung nicht wahrnehmen, weil durch Neuproduktion sein dem Verkehr entzogenes Kapital schon längst ersetzt
    wurde.

  1. März 27, 2015 um 8:11 am
  2. April 19, 2015 um 8:21 am

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