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Können unsere Gedanken musizieren?

In den alten Veden gibt es den Ausdruck „Nada Brahma“,
der übersetzt werden kann mit „Die Welt ist Klang“ oder „Alles ist Klang“.

Mit Blick auf Andreas Raitzigs Artikel Streifzüge durch den Ring – Kapitel 9d: Die Klaviatur des Kreises möchte ich einen Bezug zu den EEG-Hirnwellen und ihre Einteilung in Frequenzbänder herstellen. Soweit ich bisher gesehen habe, ist diese nicht allgemeingültig klar definiert, nur ungefähr – es gibt kleinere Abweichungen in den unterschiedlichen Veröffentlichungen hierüber.

Ein Vorschlag von mir: Mir ist schon vor langer Zeit aufgefallen, dass sich die EEG-Frequenzbänder als OKTAVEN anordnen lassen (was ich intuitiv für sehr sinnvoll halte), wobei die übliche Einteilung so gut wie erhalten bleibt. Also etwa so:

(usw., soweit sinnvoll)

Gamma 2: 56 – 112 Hz
Gamma 1: 28 – 56 Hz
Beta : 14 – 28 Hz
Alpha : 7 – 14 Hz
Theta : 3,5 – 7 Hz
Delta 1: 1,75 – 3,5 Hz
Delta 2: 0,875 – 1,75 Hz

(usw., soweit sinnvoll)

Die nichtalphabetische Reihenfolge der Bezeichnungen aufeinander folgender Frequenzbereiche entstand historisch. Teilweise werden diese Frequenzbänder auch noch feiner unterteilt.

Auf diesem Gebiet war ich nicht aktiv experimentell tätig, ich habe es eher am Rande mitverfolgt – interessiert hat es mich seinerzeit (etwa Ende der 80er) hauptsächlich als möglicher Ansatz für ein praktikables Biofeedback, wenn Jemand seine eigenen im EEG abgebildeten „inneren Zustände“ mit gezielter Verstärkung, Umsetzung in visuelle oder auditive Wahrnehmungsformen und anschließender sofortiger Darbietung untersuchen, erleben, damit spielen und sie üben möchte, um sich selbst und das Potential des eigenen menschlichen Geistes tiefer kennen zu lernen und seine Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern. „Neuro-Feedback“.

Gewiss, das sind „Fingerübungen“, aber auf die „Musik“, die sich da entwickeln mag, wäre ich gespannt 😉 . (Stichwort „mind mirror“, zu finden im Buch „Mega Brain“ von Michael Hutchison, etwa hier).

Welche „Musik“ wird hier gespielt, und wird möglich, sowohl innerhalb jeweils einer Oktave als auch oktavübergreifend als Gesamtklang? Und wie fühlt sich das an? Durch Höher-Oktavieren (= wiederholtes Multiplizieren einer Frequenz mit 2) könnte man z.B. das auftretende Frequenzgemisch eines EEG in den hörbaren Bereich transponieren und dessen „Klang“ untersuchen. Ferner gibt es auch eine einprägsame optische Darstellung, die es erlaubt, sowohl die Symmetrie linke/rechte Gehirnhälfte als auch die Amplituden innerhalb aller Frequenzbänder als Gesamtdarstellung mit einem Blick als charakteristische „Gestalt“ zu erfassen – darauf gehe ich jetzt nicht weiter ein, aber als Überblick das hier (aus dem erwähnten Buch „Mega Brain“):

(Ich hatte seinerzeit sogar einen Schaltungsentwurf für einen verbesserten „mind mirror“ gemacht, kam aber nie dazu, das fertigzuentwickeln und auszuprobieren – eines der vielen Projekte, die bei mir liegen blieben, da anderes wichtiger war/wurde.)

Ja, ich weiss, für manche ist sowas „esoterischer Kram“ o.ä., aber aufgrund einer als fraktal wahrnehmbaren Grundstruktur des uns sinnlich zugänglichen Universums halte ich es für sehr sinnvoll, neben allem anderen auch nach derartigen Entsprechungen Ausschau zu halten, sie auch sinnlich-körperlich zu er-leben und ihre Möglichkeiten zu erkunden …

Gamma-Wellen waren vor der Entwicklung des digitalen EEG-Rekorders (Elektroenzephalographie) im wesentlichen unbekannt, da analoge Elektroenzephalographen Gehirnwellen in einer hohen Frequenz nicht messen konnten (die obere Grenze liegt bei etwa 25 Hz).

Also, technisch gesehen ist diese Aussage kompletter Unsinn – jeder Analog-Messverstärker kann selbstverständlich seit etlichen Jahrzehnten um etliche Zehnerpotenzen höhere Frequenzen verarbeiten, lange bevor es Digitaltechnik überhaupt gab. Heutige hochintegrierte Analog-ICs machen es mittlerweile besonders leicht, ebenfalls völlig nichtdigital. (Ich habe jahrzehntelang in meinem Ingenieurbüro mit Analog-Messverstärkern gearbeitet.)

(Speicherung und Auswertung des EEG-Frequenzgemischs dürften heute allerdings per Software nach einer Digitalisierung der Messwerte deutlich leichter zu realisieren sein, etwa eine schnelle Fouriertransformation zwecks Sofort-Darstellung der Einzelfrequenzen ohne merkliche Verzögerung, oder auch eventuelles, sofortiges Höheroktavieren, ohne hörbare Verzögerung, als sofortiges „Neuro-Feedback“.)

Warum wurden dann höhere (und z.T. auch die sehr niedrigen) Frequenzanteile längere Zeit nicht so recht beachtet? Weiss ich nicht mal, ob das so war, und wenn ja, vermute ich, dass man sich in der Anfangszeit der EEG-Untersuchungen zunächst einfach auf die am deutlichsten sichtbaren (und am einfachsten auswertbaren) Grundfrequenzen konzentriert hat, und vielleicht hat man dann aus Gründen der Störsicherheit ein Tiefpassfilter dazwischengeschaltet … ein übliches Vorgehen, und durchaus auch sinnvoll: Irgendwie muss man sich ja in einem neuen Gebiet erstmal orientieren und vorantasten.

Allerdings, wenn man die selbstauferlegten Grenzen „vergisst“ (oder sich gar nicht erst bewusst macht), dann bleibt man halt in der selbstgebastelten Denk-Kiste hängen … das gilt ganz allgemein für jedes verabsolutierte Konzept:

(Quelle des Bildes weiss ich leider nicht mehr)

LG Manfred

Ergänzung:

Obigen Text hatte ich schon vor einiger Zeit geschrieben, kam aber nicht mehr dazu, ihn dann hier reinzustellen … ich bin z.Zt. sehr viel unterwegs, komme kaum zum Lesen, geschweige denn zum Schreiben. In der Zwischenzeit habe ich dennoch mal kurz recherchiert, was sich auf dem Gebiet „Hirnmusik“ so getan hat, und bin auf „Brain Music Therapy“ aufmerksam geworden – hier wird tatsächlich aus den Hirnwellen hörbare Musik abgeleitet und als Feedback in verschiedenen Formen therapeutisch eingesetzt.

Wer es etwas genauer wissen will, hier gibt es ein umfangreiches pdf (ca. 10 MB, 549 Seiten):

„Introduction to Quantitative EEG and Neurofeedback: Advanced Theory and Applications“

Und wer sich genauer informieren möchte über die hier realisierte Methode, Hirnwellen in Musik umzusetzen – siehe „Brain music treatment: A brain/music interface“ (Chapter 9, S.225 ff), und hierin speziell „Translation of EEG patterns to music“ (S.227) …

  1. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG
    März 25, 2015 um 11:36 am

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Glück, Auf, meine Heimat!

  2. Tommy Rasmussen
    März 25, 2015 um 1:31 pm

    „Können unsere Gedanken musizieren?“
    .
    Ja, wenn wir WOLLEN:
    .
    [GS.02_111,05] Lebt bei Leibesleben der Leib oder der Geist? Was ist das Prinzip des Lebens? Ist es der Leib oder der Geist? … wären die Lebensprinzipien im Leibe, so wäre der Leib unsterblich.
    .
    [HGt.01_022,11] … so Ich wollte ihm geben, was er nicht verlangt und will, so würde er dann nur den Tod durch solchen Austausch des Willens erhalten, da der freie Wille das eigentlichste Leben des Menschen ist.
    http://www.jakob-lorber.cc/
    http://www.lorber-mayerhofer-swedenborg.de/

    … denn das Denken kommt aus dem Willen, da niemand ohne den Willen denken kann….
    “Himmel und Hölle” – Swedenborg
    http://www.orah.ch/HP2009/20Swedenborg/Buecher.html
    http://www.wlb-stuttgart.de/referate/theologie/swedvotx.html

  3. Gisela Bittner
    März 25, 2015 um 11:07 pm

    Hi, dann mach doch folgenden Versuch, dreh dich im Kreis im Uhrzeigersinn und singe leise ohne Ton „ich bin reine Liebe und reines Licht, was anderes gibt es ja sowieso nicht“. Aber nicht zu schnell drehen und immer in dieser Frequenz der Liebe und vor allem des Lichts bleiben. Das konnte ich mit 5 Jahren schon, einfach so…Damals gabs noch keine schwarzen Hubis…Die kommen dann gewiss und messen oder machen nette eigene Frequenzen…
    HG Gisela

  1. März 25, 2015 um 12:13 pm

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