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Die Ich-kann-Schule statt der Du-mußt-Schule

Unterricht richtet nach unten.
Unterricht ist ein hocheffiziente Lernstörung.
Lernen ist, einer Fährte des Lebens zu folgen.
Franz Josef Neffe

Das Thema Bildung und Schule hatten wir hier schon einige Male in der Kritik. Ist ist einer, der dieser Kritik sein Konzept des wirklichen Lernens in einem neuen Interview gegenüberstellt, aber schaut selbst:

Die Ich-kann-Schule statt der Du-mußt-Schule
oder: Lernen bringt nach vorn, Unterricht richtet nach unten.

Diplom-Pädagoge Univ. Franz Josef Neffe im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt. Unser derzeitiges Schulsystem beruht auf einigen Prinzipien, welche hinsichtlich ihrer Funktion und ihres „Erfolges“ einige Fragen aufwerfen. So ist es für uns völlig selbstverständlich, daß unsere Kinder Lesen lernen MÜSSEN, Schreiben lernen MÜSSEN oder Rechnen lernen MÜSSEN. Bereits frühzeitig wird damit ein Druck ausgeübt, welcher sich auf den persönlichen Reifeprozeß aber auch auf die Lernleistungen eines Kindes negativ auswirkt.

Viele Lehrkräfte sind sich dessen nicht bewußt, daß Schüler mit dem Druck des Müssens lediglich das Werk des Lehrers vollbringen. Wäre es nicht sinnvoll, wenn der Schüler das Lesen, das Schreiben oder Rechnen lernen als sein eigenes Werk begreift indem er etwas nicht tun muß, sondern tun kann?

Diplom Pädagoge Franz Josef Neffe ist sich sicher: etwas tun zu können, statt tun zu müssen ist eine Garantie für Lernerfolge, für das Wachstum von Stärken und es beeinflußt den Reifeprozeß bei jungen Menschen positiv. Unser Schulsystem fördert hingegen die Schwächen und vernachlässigt die Stärken. Lieber wendet man sich den Fehlern, Auffälligkeiten, unterstellten Abnormalitäten, Defekten, Schwächen usw. zu und übersieht, daß man sich im selben Zuge von genau den Talenten, Potentialen, Begabungen, Kräften, Stärken abwendet, mit denen das Problem gelöst werden kann. Dieses Unterstellen von Schwächen und Abnormalitäten hat mittlerweile solche Ausmaße angenommen, daß vielen Kindern ein ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts­-Störung) unterstellt wird, welches zum Teil durch Pharmazeutika wie Ritalin und ähnliches „therapiert“ wird um Kinder Ruhigzustellen und anzupassen. Eine skandalöse, fast schon kriminelle Entwicklung zum Schaden unserer Kinder.

In der neuen Ich-kann-Schule von Franz Josef Neffe werden nicht die starken Schwächen sondern die schwachen Stärken gefördert und gefordert. Sie entwickeln sich oft geradezu stürmisch, wenn man ihrer Entwicklung die passende Nahrung gibt: Interesse, Achtung und Respekt, Herausforderung, Anerkennung, eine wichtige und gute Rolle. Wir sind schließlich alle auf dieser Welt nicht um Statistenrollen im Leben anderer sondern um die Hauptrolle in unserem Leben zu spielen. Es ist ein Jammer sondergleichen, was man als Schüler in unseren Schulen erbärmliche Rollen zugewiesen bekommt!

In der neuen Ich-kann-Schule spielt jeder eine wichtige Rolle. In der neuen Ich-kann-Schule ist jeder Mensch eine Persönlichkeit. In der neuen Ich-kann-Schule achtet man, in welchem Geiste man miteinander umgeht. Im Gespräch mit Michael Vogt erklärt Franz Joseff Neffe die Unzulänglichkeiten unseres Schulsystems und erklärt, welche Vorteile die Ich-kann-Schule bietet.

Publikationen:
Franz Josef Neffe: Die neue Ich-kann-Schule – Das Startbuch für Schulerfolg, 6.Auflage, 2013
Franz Josef Neffe: Ich-kann-Geschichten für Erwachsene ab 9 und Kinder bis 90 Jahre, 2011
Franz Josef Neffe: LegastheNIE – Kinder zu Legasthenikern machen, das zerstört die Persönlichkeit, 2003
Franz Josef Neffe: Lebensschlüssel Autosuggestion – Wie man Einfluss auf sein Leben gewinnt, 2.Auflage, 2014
Franz Josef Neffe u.a.: Die Befreiung von Stottern durch Autosuggestion, 2003
Franz Josef Neffe: Lebens-Lieder (Texte), 1996
Franz Josef Neffe: Die neue Ich-kann-Schule, Vortrags-DVD
Franz Josef Neffe: Suggestive Chefansprache, Audio-CD

Websites:
http://www.coue.org
http://www.fjneffe.de

  1. Sandra
    Februar 6, 2015 um 11:15 am

    LERNEN

    Nimm niemals nie einen Handlungsgrundsatz an, der besagt: Mach kaputt, was dich kaputt macht.

  2. tulacelinastonebridge
    Februar 6, 2015 um 1:14 pm

    Gestern Abend in Galileo, Schule in Deutschland und Finnland.

    Die finnischen Schüler haben ein Monat weniger Schule bekommen bis in die siebte Klasse keine Noten und kostenloses Mittagessen etc etc…. die Lehrer dort sind hoch angesehen und nur die besten der Hochschulen dürfen als Pädagogen in die Schulen zum Unterrichten usw. usw…….

  3. Februar 6, 2015 um 4:20 pm

    Gut gemeint ist nicht automatisch gut.
    Revolutionieren im Sinne von abreißen und was neues, das hatten wir alles schon.

    Aus sich selbst heraus erneuern …

  4. Februar 6, 2015 um 4:37 pm

    Kinder brauchen gute Führung, damit sie lernen, wie sie sich selbst gut führen und gesunderhalten können. Viele Erwachsene müssen dies aufgrund schlechter Führung (Führungs- und Erziehungsstile) auch erst lernen. Seid Schüler und Lehrer in Person.

  5. DerkleineHunger
    Februar 6, 2015 um 7:47 pm

    Wer meint eine abgewirtschaftete Henne legt noch gesunde Eier, darf beim Osterhasen in die Schule gehen. In diesem Sinn, es grüßt der Hahn.

  6. Februar 6, 2015 um 10:22 pm
  7. tulacelinastonebridge
    März 24, 2015 um 10:06 am

    Finnland schafft Schulfächer ab

    Französisch, Mathematik, Geschichte – Schulfächer gehören in Finnland bald der Vergangenheit an. Neu sollen Themen unterrichtet werden.

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    Finnische Schüler sollen in Teams an Themen arbeiten, anstatt bloss dem Lehrer zu lauschen. (Bild: Christian Schwier)

    In Finnland ist der traditionelle Stundenplan passé: Anstelle von Fächern sollen bald nur noch Themengebiete unterrichtet werden – «Phänomene», wie es die Finnen nennen. Dadurch sollen Schüler bei dem, was sie lernen, einen Bezug zum echten Leben herstellen können. Die Frage «Wozu lerne ich das überhaupt?» erübrigt sich.

    Mit dem neuen Unterrichtssystem will man die Schüler ausserdem besser auf das Berufsleben vorbereiten. «Das aktuelle Schulsystem ist veraltet», sagte Marjo Kyllönen, Helsinkis Schulmanagerin, dem britischen «Independent». Dadurch falle vielen Schülern der Einstieg ins Arbeitsleben schwer.

    Schulfach «Gastronomie» oder «EU»

    Bis 2020 sollen Schulen im ganzen Land nach Themen unterrichten – das ist zumindest Kyllönens Ziel. Ende Monat will sie ihr Konzept der finnischen Regierung vorlegen. In der Zwischenzeit sollen Schulen mehrere Wochen pro Jahr dem thematischen Lernen widmen.

    In einigen Schulen sind solche Testphasen bereits angelaufen: In einer Berufsschule arbeiten Schüler etwa am Thema «Gastronomie» – sie erstellen Abrechnungen, üben Sprachen für den Umgang mit Kunden und schreiben Briefe. Eine Gymnasiumsklasse setzt sich derweil mit der EU auseinander: Schüler büffeln die Geschichte von Mitgliedstaaten, diskutieren über Politik und üben die Sprachen einzelner Länder.

    Gruppenarbeit statt Frontalunterricht

    Der Umstellung zum themenbasierten Lernen betrifft auch die Lehrer: Diese sollen ihre Stunden fortan im Team planen. Und der Unterricht soll nicht mehr frontal stattfinden, sondern in Gruppen, in denen Schüler ein Problem bearbeiten.

    «Viele Lehrer stellten sich anfangs quer», sagte Schulmanagerin Kyllönen. «Wenn sie sich dann aber erst an die neue Methode gewöhnt haben, wollen sie nicht mehr zurück.» Bis heute habe man bereits 70 Prozent der Lehrer für den neuen Ansatz ausgebildet.

    Finnland ist Nummer 1 bei Pisa-Studie

    Finnland ist seit Jahren auf Platz eins der Pisa-Studie. Darum hat die Veränderung im finnischen Schulsystem Gewicht: Andere Länder haben bereits Interesse an dem neuen Modell angemeldet.

    Etwa die Briten. «Schulen sollten Kinder nicht durch ‹Prüfungs-Fabriken› jagen», sagte Tristram Hunt von der sozialdemokratischen Labour Partei. Sie sollten lieber dafür sorgen, dass die Schüler Charakter und Ausdauer entwickelten.

  8. Jenny
    Januar 9, 2016 um 9:25 pm

    Wo gibt es diese schule…?

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