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Gratwanderung zum Zenit

Ich möchte kurz auf eine Gratwanderung hinweisen, die mir weniger bewusst scheint. Wenn wir das Kippeln des feindselig orientierten Systems registrieren, registrieren wir auch Wutbürger mit einer von Hilflosigkeit lange aufgestauten Aggression. Diese zu entschärfen halte ich für weit wichtiger als das eigentliche Zeerbrechen des Systems. Was kommt danach?

Auf „Propagandaschau“ fragte ein Kommentator nach dem Mechanismus der Feindseligkeit. Ich antwortete:

Wenn Sie etwas von den Funktionen des menschlichen Geistes verstehen möchten, empfehle ich, auf die psychiatrische Terminologie zu verzichten.

Rein von der Funktion her:
Es agiert feindseliger Geist von innen nach außen. Diese Feindseligkeit kann sich nicht reflektieren, sondern nur projizieren – sie kann sich nur auf Andere richten, aber wegen eines hohen Maßes an Feinseligkeit nicht auf die Existenz des Trägers der Feindseligkeit. Phänomenologisch geschieht dies auf der traumatischen Ebene.

Nur Menschen, die schwerstens traumatisiert sind, sind auch in der Lage, die abscheulichsten Verbrechen zu begehen. Ihnen fehlt die aktive moralische, ethische oder Gewissens-Instanz, die ja nur durch die Fähigkeit der Eigenreflexion bedient wird. Sie werden in allen gesellschaftlich macht-relevanten Positionen Menschen mit diesem “Strickmuster” identifizieren. Ihr Streben nach Demonstrieren von Macht ist der Fluch der relativen Nicht-Existenz von Geist. Folglich üben sie Macht nur aus, um überhaupt existent sein zu können. Schauen Sie mal genauer gewisse “Persönlichkeiten” an; sie erhalten sich mittels Hirngespinsten – auf der Ebene eines wahnhaften Irrsinns – der nur durch die Projektion eine (künstliche) Existenzfähigkeit erschaffen kann. Im Grunde ein Prinzip, und das sollte tröstlich sein, ein Luftballon, der sich mit fremder Energie selber aufbläst.

Ein anderer Herr antwortete zu der skizzierten Problematik:

Doch erzeugt dieses Erklärungsmuster ein gewisses Mitgefühl für die Delinquenten. Und hier muß ich sagen: sorry, aber sobald es sich um Kriegsverbrecher handelt, ist m.E. Mitgefühl nur in extrem homöopatischen Dosen zulässig und darf jedenfalls keinerlei strafmildernde Umstände zur Folge haben.

Worauf ich antwortete:

Die Annahme, unsere Welt würde seit Menschengedenken zufällig mit Feinseligkeit durchsetzt und erzeuge nach Belieben Phänomene derselben, wird widersprochen durch Menschen, die sich weder der Feindseligkeit beugen noch sie ignorieren. Der Betreiber dieses Blogs, ich erwähnte das bereits am Rande, agiert in diesem Sinne mit einer ganz anderen Macht, eine, die dem Wohl der Gemeinschaft dient. Falls ich seine Forderung nach Bestrafung von “Tätern” überlesen haben sollte, bitte ich um Aufklärung.

Der analytische Aufklärungs-Modus ist meinerseits primär nur als ein Instrument zur Deskalation für die emotionale Verfasstheit von Betroffenen (der Feindseligkeit) zu verstehen. Ist ja klar, dass der Modus “Feindseligkeit erzeugt weitere Feindseligkeit” kein Modell für die Schaffung von Frieden sein kann. Insofern hat die Analyse eine Doppel-Funktion. Deren erstes Anliegen nur die “Entschärfung” von Betroffenheit sein kann. Ist die Aggressons-Spirale erst unterbrochen, ergibt sich mir als Konsequenz zwingend die Folge, die Aggressivität der unsäglichen Politik auszutrocknen und damit auch ein entsprechendes Tätigwerden der Handlanger überflüssig zu machen. Entsprechende Kommentare von “Aussteigern” konnte ich hier erfreulicherweise lesen.

Wenn wir uns der Feindseligkeit zuwenden, bedeutet mir das lediglich ein Stehenbleiben und ein (sehr) aufmerksames Fixieren (Achtsamkeit). Keinesfalls eine Aktion, die notwendigerweise! personalisierte Feindseligkeit über den Haufen zu rennen. Wäre sicher ein Schritt vom Regen in die Traufe. Und vielleicht auch genau das, was versucht wird zu initiiieren.

Damit allen einen guten Abend.
Wolfgang

Kategorien:Gesellschaft
  1. Gerd Zimmermann
    Februar 3, 2015 um 10:05 pm

    Das Thema ist mir ernst – echauffiere Dich bitte anderweitig.

    Lieber Martin, SO geht’s hier nicht weiter. Zumal mich auch die ständige Belästigung durch WordPress-Scripte, die nur im Zusammenhang mit Deinem Blog meinen Rechner lahm legen, erheblich bei der Arbeit stören.

    Gruß
    Wolfgang

  2. Sandra
    Februar 4, 2015 um 8:06 am

    Zerstörung, die immer ganz sicher zur Zerstörung und Krieg führt

    Das einzige, was man dazu tun muß?
    Unterstütze und fördere den Minderwertigkeitskomplex.

    Der Mangel an Erziehung innerhalb der Gesellschaft führt zum Mangel an Erziehung innerhalb der Gemeinschaft und umgekehrt in einer Spiralform, die (wird sie nicht unterbrochen) IMMER im Krieg endet.

    Die einfachsten Strategien, die zum Gewünschten/ Unerwünschten führen, sind doch immer die Besten.

    • Sandra
      Februar 4, 2015 um 9:04 am

      Mit meiner Meinung scheine ich nicht allein zu sein:
      I cannot give you the formula for success but I can give you the formula for failure which is try to please everyone.

  3. tulacelinastonebridge
    Februar 4, 2015 um 9:50 am

    Guten Morgen,

    ….. registrieren wir auch Wutbürger mit einer von Hilflosigkeit lange aufgestauten Aggression. Diese zu entschärfen halte ich für weit wichtiger als das eigentliche Zerrbrechen des Systems…….

    🙂 ja der Traum einer jeden friedliebenden Seel.

    Aber ober er Will oder nicht Will hat der Wutbürger zu entscheiden, da hilft die Sehnsucht nach Frieden vom Nachbarn gar nichts.

    Ja oder die große Seele, findest das es Zeit wird, den Apfel zu pflücken und sie wird ihren Wutbürgermenschen mit Reifungsgase umhüllen. Was aber vorerst noch nichts heißen mag.
    Der Wutbürgermensch kann natürlich gegen die Reifung ankämpfen und in diesem Stadion eines Wutbürgers, könnte es auch für den Nachbarn schwierig werden.

    Liebe Grüße

  4. federleichtes
    Februar 4, 2015 um 10:50 am

    Auf dem einzig möglichen Weg, zum Frieden zu gelangen, werden Emotionen angefacht. Mit Verwirrungen vielfacher Art und mit dem Antriggern von real irrationalen Ängsten. Martins Verständnis der Friedens-Psychologie springt auch nicht über die Hürde emotionaler Logik. Und das, obwohl wir hier ausgiebig und intensiv sprachen über die Verschiedenheiten von Ego-Ich-Traumata-Emotion-Angst-Aggression und Wesen-Ich-fließender Energie-Bewusstsein-Frieden.

    Aber gut, aus der Falle kommen wir mit oder ohne Martin nicht raus. Gerne erinnere ich an meine Einschätzung, eine Wende könne nur durch einen Bewustseinssprung geschehen. Das Thema übrigens, das über die Jahre die meisten Kommentare (940) für sich verbuchen konnte.
    https://faszinationmensch.com/2011/12/12/steht-die-menschheit-vor-einem-bewusstseinsprung/#comments
    In der Zeit vom Start des Themas am 12. Dezember 2011 bis heute wuchs bei mir folgendes Bewusstsein. In der gesamten Geschichte des Menschen und der Menschheit gab es niemals auch nur die geringste Einflussnahme des Menschen auf die Entwicklung. Folglich musste ich schmunzeln, als ich eine gesperrten Kommentar las, in dem ich als lebensfeindlich abgeurteilt wurde – weil ich den Freien Willen des Menschen anzuerkennen verweigere.

    Damit beschreibe ich eines der Probleme, warum die Entwicklung dort ankam, wo sie ankam:
    Paralysierte und wütende und verelendete Menschen starren auf das Ende der Geschichte, weil die, die etwas ändern könnten, sich in einem Moloch aus Lüge und Selbstherrlichkeit gegenseitig zerfleischen – anstatt solidarisch zu sein. Teile und herrsche und vernichte lautet die Erfolgsformel des Bösen. Einem psychologisches Meisterwerk folgend, inszeniert auf eine Weise, die ein Entrinnen verunmöglichte.

    Wenn ich vor drei Jahren einen Bewusstseinssprung postulierte, bleibt mir heute zu bekennen: Entweder die Liebe ist eine verborgen gebliebene Macht in der Rechnung, oder das Leben taugte nicht, die existenzvernichtenden Gewalt mittels Bewusstsein in Schranken zu weisen.

    Das Menschenmögliche wurde den Umständen entsprechend geleistet. Susanne wird bis zum Schluß Kinder unterrichten, und ich werde entweder vom Rad fallen oder mich beim Bilderbearbeiten aus der Zeit verabschieden. Wir beide sind müde. Wir sagen schon nichts mehr, wenn Bilder erscheinen von vielen Naturflächen, die es nicht mehr gibt. Wir sagen nichts mehr, wenn wir an verdreckten Bächen entlang und über vergiftetes, verseuchtes Land laufen. Wir sprechen nicht mehr, weil unsere Gratwanderung abgeschlossen ist.

    Euch einen guten Tag.
    Wolfgang.

    • Februar 4, 2015 um 11:17 am

      Ja, dieser freie Wille, der gar nicht frei sein will, sondern nur von denen dergestalt gewollt werden kann, die andere Pläne für das GANZE haben. So schreibt Günter Wohlfart in DIE KUNST DES LEBENS auf Seite 188:

      “Kein freier Wille also? Keine Freiheit, die ich meine? Keine
      vermeintliche Freiheit von der Notwendigkeit, nein! Die
      Freiheit der Notwendigkeit ist es, worauf es in Wirklichkeit
      ankommt, auf die ›Freilichkeit‹ und Selbstverständlichkeit
      beim Tun des Notwendigen. Sie setzt die Freiheit von der
      ( Schein- )Freiheit des Willens voraus. Die selbstverständliche,
      spontane ( Handlungs- )Resonanz122 ist eine spontane Notwendigkeit,
      etwas, das sich von selbst so als das Passende bzw.
      Entsprechende aus der Situation selbst ergibt, aus ihr folgt.“

      Betrachtet man zudem den Zufall als Zusammentreffen von mehr als zwei Notwendigkeiten, dann zeigt sich, warum so oft von Zufall gesprochen wird und zugleich am freien Willen jedes Einzelnen festgehalten wird.

      Bewusstseinssprung ? Noch nehmen wir Anlauf und werden schneller und schneller. Der Zeitgeist hat Freude daran, denn je länger gerannt wird, desto mehr Bewusstsein scheidet noch vor dem Sprung, erschöpft, aus. Dabei ist reichlich Energie vorhanden, die, synergetisch für den Absprung zur Transformation genutzt werden wird. Ist es Zufall, dass, je länger Anlauf genommen wird, umso mehr dieser Energie vom Zeitgeist geraubt werden kann ? Und dass nur, weil wir EINEN unser Selbstbewusstsein mit einem freien Willen in Verbindung bringen. Ego lässt grüßen …

      Gruß Guido

      • tulacelinastonebridge
        Februar 4, 2015 um 12:05 pm

        der freie Wille O.K

        Du als freier Wille, entscheidest eine Eierspeis zu essen, damit gibst du deinen Körper zwei-freie-Wille-Möglichkeiten, entweder behält er die Eierspeis drin oder er übergibt sich und gibt sie somit wieder her.
        Wenn er sie wieder her gibt, wirst du auf Grund deines freien Willen was neues überlegen, z. B. kannst du dich entschließen, zum Atmen aufzuhören.
        Und wenn der Körper die Eierspeis behalten möchte, wird er im optimalen Fall, also wenn die Eiér gut waren und du keine Bauchgrippe hast, in diesen beiden Fällen gibt es wieder Entscheidungsmöglichkeiten, aus der Eierspeis Kraft und Energie erhalten und den Rest ausscheiden.
        Wenn die Eier schlecht waren, könntest du eine Vergiftung bekommen und unter Schmerzen sterben, mit einem schmerzvollen Magen-und Gedärm wiedergeboren werden und hunderte Psychoanalytikerstunden absolvieren um den Grund für dein Bauchproblem zu erfahren, tja derweil wars die Eierspeis, die du aus freien Stücken verspeist hast.

        Ergo, der freie Wille ist natürlich in das Leben eingebunden.

        Genau federleichte, ich bin es auch müde immer die logischten Dinge zu erklären. 😦

      • federleichtes
        Februar 4, 2015 um 12:28 pm

        @Guido
        Ja, Freier Wille. Soll der mal entscheiden, dem Schwachsinn, dem Wahnhaften und dem Irrsinn, dem vollends degenerierten Größenwahn die letzte Bastion zu überlassen. Logisch? Sonst wird das nix mit Deinem Zenit.

        @ Tula
        Warum sollte Martin ausgerechte bei Dir die Links sperren? Sonst schickste mir den Link per Mail

        Ich fahre mal zum Eisvogel.

        Gruß
        Wolfgang

        • tulacelinastonebridge
          Februar 4, 2015 um 1:10 pm

          Ja, Freier Wille. Soll der mal entscheiden…….. 🙂

          Das nennt man dann, sich ganz und gar Gott übergeben, sich dem Licht überlassen, sich als Brahman zu erkennen, über die Grenze des Egos zu schreiten und sich zu erleuchten, bedingungslos zu lieben usw. usw…….ja das wünsch ich auch den Erdenmenschenwesen. 🙂

          @federleichte, es waren verschiedene Links, gestern ging kein einziges Kommentar von mir. 🙄

          Sie war nicht wirklich wichtig meine Kommentare aber so als Info, vielleicht erging es ja andere Kommentatoren auch ähnlich.

        • Februar 4, 2015 um 7:32 pm

          Habe nicht gesperrt. Manchmal gibt´s durch Weiterentwicklungen schon mal kleinere Probleme, die aber auch schnell wieder behoben sind. VG Martin

          • Februar 4, 2015 um 7:34 pm

            Hmmm, es wird gesperrt, wenn mehr als drei Links dabei sind. Ich schaue mal nach.

    • tulacelinastonebridge
      Februar 4, 2015 um 11:45 am

      lieber federleichte, werde Kommentare mit Links nicht genommen, ich hab´s gestern und heute schon ein paar Mal versucht, ohne Erfolg?????

  5. tulacelinastonebridge
  1. Februar 3, 2015 um 10:10 pm

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