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Vom fiskalischen Waterboarding Griechenlands – offener Brief an die Deutschen

Ich möchte einen Artikel rebloggen, der zeigt, mit welchen Mitteln die Herrscher dieser Welt es gelingt, die Bürger Griechenlands und Deutschlands aufeinanderzuhetzen und sich dabei die auch noch ungeniert die Taschen füllen:

Deutsche haben von SYRIZA in Griechenland nichts zu befürchten (Quelle)

Alexis Tsipras

Alexis Tsipras

Alexis Tsipras legt in einem offenen Brief in der deutschen Zeitung Handelsblatt die Ziele einer SYRIZA-Regierung in Griechenland dar.

Mittels der Zeitung Handelsblatt richtete Alexis Tsipras am Dienstag (13 Januar 2015) einen offenen Brief an die deutschen Bürger zu dem Zweck, zu versichern, dass Deutschland von einer SYRIZA-Regierung in Griechenland nichts zu befürchten hat.

Nachdem er sich auf die Fehler und harten Auswirkungen der “Rettung” des Landes bezog, strebt Tsipras die Vorurteile gegenüber der SYZRIZA aufzulösen an, indem er die Ziele erklärt, die seine Partei haben wird, und betont, sein Ziel sei nicht, mit seinen Partnern zu kollidieren.

Kollision mit “Interessen”, nicht den Partnern

Alexis Tsipras spricht von einer Kollision mit Interessen (welchen Weg die vorherigen Regierungen wegen “Verstrickung und Kleptokratie” nicht beschritten), der Forcierung “einschneidender Reformen in der Funktion des Staates” sowie auch einer “neuen Vereinbarung für ganz Europa im Rahmen der Eurozone“.

Konkret unterstreicht er: “Deutschland, und speziell der hart arbeitende deutsche Steuerzahler, hat von einer SYRIZA-Regierung nichts zu befürchten. Im Gegenteil. Unser Ziel ist nicht die Kollision mit unseren Partnern. Unser Ziel sind nicht mehr Kredite oder das Recht auf neue Defizite. Unser Ziel sind die Stabilisierung, die primär ausgeglichenen Haushalte und – natürlich -, dass der Aderlass der Steuerzahler aufhört, den nun vier Jahre lang eine nicht umsetzbare Kreditvereinbarung sowohl in Griechenland als auch in Deutschland verursacht.

Weiter merkt er an: Unser Ziel ist – im Rahmen der Eurozone – eine neue Vereinbarung für die ganze Eurozone, innerhalb der auch unser Volk atmen, schaffen, mit Würde leben kann. Mit einer gesellschaftlich tragbaren Verschuldung. Mit einer Finanzierung des Wachstums, das der einzige Ausweg aus der Krise ist, im Gegensatz zu dem misslungenen Rezept der Austerität, welche die Rezession recycelt. Mit einer Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Mit mehr Solidarität und Demokratie.

Hinweis: Die nachstehende deutsche Übersetzung basiert auf dem griechischen Text, der in der griechischen Presse publiziert wurde.

Der offene Brief des Alexis Tsipras detailliert:

Liebe Leser des Handelsblatts, mir ist vorab bekannt, dass die meisten von Ihnen bereits eine Meinung darüber gebildet haben, was sie in diesem Artikel lesen werden. Ich rufe Sie jedoch auf, ihn unvoreingenommen zu lesen. Die Vorurteile waren nie ein guter Berater, zumal in einer Periode, wo die wirtschaftliche Krise sie verstärkt und die Intoleranz, den Nationalismus, den Obskurantismus, die selbige Gewalt schürt.

Mit meinem heutigen offenen Brief möchte ich Ihnen eine Schilderung darlegen, die sich von all dem unterscheidet, was sie über die Geschehnisse in Griechenland ab 2010 und nachfolgend wissen. Und hauptsächlich möchte ich ehrlich darlegen, was die SYRIZA vorschlägt und anstrebt, wenn sie am 26 Februar die gewählte Regierung der Griechen sein wird.

2010 vermochte der griechische Staat seine Verschuldung nicht mehr bedienen. Das offizielle Europa beschloss leider vorzutäuschen, dieses Problem könne mit dem größten Kredit in der Geschichte der Menschheit unter der Bedingung fiskalischer Maßnahmen überwunden werden, die mit mathematischer Genauigkeit das nationale Einkommen schrumpfen würden, aus dem sowohl die neuen als auch die älteren Kredite zu tilgen gewesen wären. Einem Konkursproblem wurde begegnet, als sei es ein Liquiditätsproblem.

Anders gesagt, es wurde die Mentalität des schlechten Bankiers adoptiert, der anstatt einzugestehen, dass der von ihm an eine Pleite-Firma vergebene Kredit “platzte”, ihr noch mehr Geld leiht und so vorspielt, die alten Kredite werden weiterhin bedient, und den Bankrott auf ewig verlängert.

Es hätte nicht mehr als eines gesunden Menschenverstandes bedurft um zu sehen, dass die Umsetzung des Dogmas “extend and pretend” (verlängern und täuschen) im Fall meines Landes in einer Tragödie enden würde. Dass dies anstatt der Stabilisierung Griechenlands eine selbstgespeiste Krise aufbauen würde, welche die Fundamente des Vereinigten Europas untergräbt.

Unsere Partei und ich persönlich waren mit der Kreditvereinbarung von Mai 2010 nicht einverstanden, und zwar nicht, weil Deutschland und unsere übrigen Partner uns nicht genug Geld gaben, sondern weil sie uns sehr viel mehr Geld gaben als sie hätten tun sollen und wir anzunehmen berechtigt waren. Gelder, die weder dem griechischen Volk helfen würden, weil sie im schwarzen Loch der Verschuldung verschwanden, und auch nicht die stetige Aufblähung der öffentlichen Verschuldung stoppen würden, die unsere Partner unter großen Kosten für ihre Bürger auf ewig zu prolongieren gezwungen gewesen wären.

Und diese Wahrheit war den deutschen Regierungen gut bekannt und sie haben sie Ihnen niemals enthüllt.

Tatsächlich verstrich nicht einmal ein Jahr und unsere Prophezeiungen bestätigten sich, ab 2011. Die Kombination riesiger neuer Kredite und harter Kürzungen schlug nicht nur darin fehl, die Verschuldung zu zähmen, sondern bestrafte meine schwächsten Mitbürger, indem sie bescheidene Menschen mit Arbeitsplätzen und Wohnungen zu obdachlosen Arbeitslosen machte, die allem voran ihre Würde verloren. Der Zusammenbruch der Einkommen führte tausende Unternehmen in den Bankrott und erhöhte damit die oligopolistische Macht der überlebenden Firmen. Somit sanken die Preise weniger als die Einkommen, während die – privaten und öffentlichen – Schulden stiegen. In dieser Szenerie, wo das Defizit an Hoffnung alle übrigen Defizite überstieg, verstrich nicht viel Zeit, bis “das Ei der Schlange” schlüpfte – die Neonazis, die in den Wohngegenden zu patrouillieren begannen und den Hass säten.

Trotz ihres offensichtlichen Scheiterns wird die Logik des “extend and pretend” systematisch auch heute noch umgesetzt. Die zweite Kreditvereinbarung, des Jahres 2012, lud einen weiteren riesigen Verschuldungsbetrag auf die mageren Schultern des griechischen Staats, “beschnitt” die Versicherungskassen, gab der Rezession neuen Zunder und finanziert mit Krediten unserer Partner eine neue Kleptokratie.

Ernsthafte Kommentatoren sprachen in letzter Zeit von einer Stabilisierung, sogar auch von einem Aufschwung des meines Landes und “bewiesen” so, dass die umgesetzten Politiken schließlich fruchteten. Keine ernsthafte Analyse unterstützt diese imaginäre “Realität”. Der jüngste Anstieg des realen nationalen Einkommens um 0,7% signalisiert nicht das Ende der Rezession, sondern ihre Fortsetzung, da er in einer Periode mit einer Inflation von minus 1,8% erzielt wurde, was bedeutet, dass – in Euro – das nationale Einkommen weiter sank (es sinkt einfach nur weniger als die durchschnittlichen Preise), während die Schulden steigen. Dieser Versuch der Mobilisierung der “Greek Statistics”, damit es so scheint, dass die Politik der Troika in Griechenland fruchtet, ist für alle europäischen Partner beleidigend, die ein Recht haben, endlich die Wahrheit zu erfahren.

Und die Wahrheit ist, dass die öffentliche Verschuldung Griechenlands nicht bedient werden kann, solange die griechische Wirtschaft unter einem Regime des andauernden fiskalischen Erstickens (fiscal waterboarding) steht. Das hartnäckige Beharren auf diesen ausweglosen, misanthropischen Politiken, der Verweigerung der simplen Arithmetik, kostet den deutschen Steuerzahler viel und verurteilt gleichzeitig ein stolzes Volk zur Würdelosigkeit. Und das Schlimmste: Auf diese Weise richten sich die Griechen gegen die Deutschen, die Deutschen gegen die Griechen, und die Idee eine demokratischen Vereinigten Europas wird brutal in Mitleidenschaft gezogen.

Deutschland, und speziell der hart arbeitende deutsche Steuerzahler, hat von einer SYRIZA-Regierung nichts zu befürchten. Im Gegenteil. Unser Ziel ist nicht die Kollision mit unseren Partnern. Unser Ziel sind nicht mehr Kredite oder das Recht auf neue Defizite. Unser Ziel sind die Stabilisierung, die primär ausgeglichenen Haushalte und – natürlich -, dass der Aderlass der Steuerzahler aufhört, den nun vier Jahre lang eine nicht umsetzbare Kreditvereinbarung sowohl in Griechenland als auch in Deutschland verursacht. Wir werden die Beendigung des Dogmas “extend and pretend” fordern, nicht gegen die deutschen Bürger, sondern zu unser aller Nutzen.

Ich weiß, liebe Leser, dass sich hinter den Forderungen nach einer “getreuen Umsetzung der Vereinbarungen” die Beunruhigung verbirgt, dass “wenn wir die Griechen machen lassen was sie wollen, werden sie wieder das selbe tun”. Ich verstehe diese Beunruhigung. Es war jedoch nicht die SYRIZA, die in meinem Vaterland das Regime der Verstrickung und der Kleptokratie aufbaute, die sich nun angeblich um die Einhaltung der “Vereinbarungen” und um Reformen sorgt, sofern diese sie natürlich überhaupt nicht berühren, so wie es in den letzten vier Jahren mit den Reformen der Troika und der Regierung Samaras geschah.

Wir sind bereit, mit diesem Regime zu kollidieren, damit wir einschneidende Reformen in der Funktion des Staates, in der öffentlichen Verwaltung, für Transparenz, Leistungsprinzip, steuerliche Gerechtigkeit, Bekämpfung des Schwarzgelds forcieren. Diese Reformen werden wir bei den kommenden Wahlen dem Urteil unserer Bürger überlassen.

Unser Ziel ist – im Rahmen der Eurozone – eine neue Vereinbarung für die ganze Eurozone, innerhalb der auch unser Volk atmen, schaffen, mit Würde leben kann. Mit einer gesellschaftlich tragbaren Verschuldung. Mit Finanzierung des Wachstums, das der einzige Ausweg aus der Krise ist, im Gegensatz zu dem misslungenen Rezept der – die Rezession recycelnde – Austerität. Mit Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Mit mehr Solidarität und Demokratie. Am 25 Januar wird in Griechenland eine Chance für Europa geboren. Lassen wir diese nicht verloren gehen.”

(Quelle: in.gr – der im Handelsblatt publizierte Artikel ist leider nicht frei zugänglich)

  1. Januar 31, 2015 um 10:55 am

    Ich habe kopiert und verbreite weiter unter:
    http://bumibahagia.com/2015/01/31/die-botschaft-des-alexis-tsipras-pflichtlekture/
    Dank!
    In Verbundenheit.

  2. Gerd Zimmermann
    Januar 30, 2015 um 2:14 pm

    “ Unkraut? Es gibt kein Unkraut.“

    Koestlich.

    Dann gibt es ja auch keine schaedlichen Viren.

    Dann macht wohl doch die Dosis das Gift?

    Ja, frueher, als es noch Kraeuterfrauen und Hebammen gab.
    Verbrannt das Wissen durch die Kirche. Der Staat treibt fuer die
    Kirche die Steuern ein.
    Soll ich erst Kirche oder erst Staat vernichten.

    Man kann einen Staat nicht gesund spritzen, schon gar nicht mit Novartis.

    Denk ich an Deutschland in der Nacht…..

    Watt wenns schief geht ? Rettungsschirm (Erde) 2.0 ?!

    Gestern standen wir einen Schritt vor dem Abgrund, heute sind wir
    zwei Schritte weiter.
    Und morgen spielen wir : RETTE SICH WER KANN.
    Und uebermorgen : Halt die Welt an, ich will aussteigen

    DIE, NICHT WIR, DIE DA, haben uns das Flaggschiff ohne Rueckwaertsgang
    verkoooft.
    Dieses Schiff das ist ein Hit, wann grickt ihr das endlich mit, dieses Schiff das
    muesst ihr koofen, dass ist ein Schiff nur fuer die Doo , ahm Schlauberger.

    Gruss Gerd

    Ich steige in das hier am Rand erwaehnte Schiff um und paffe mit Gott eine 80’ger
    Havanna. Prost

  3. Januar 30, 2015 um 12:17 pm

    typisch für diese Systemkrise / nicht die kr.ank.heit zu behandeln, geschweige denn zu benennen:

    dass die Umsetzung des Dogmas “extend and pretend” (verlängern und täuschen)

    also nicht die Wurzeln des Unkrautes rausholen, sondern sie dort zu belassen, damit es weiter wuchern kann.

    • Januar 30, 2015 um 1:03 pm

      Unkraut ? Es gibt kein Unkraut. Es erscheint immer was notwendig ist, zumindest dort, wo der Mensch nicht nach seinen Vorstellungen sät:

      https://allesgruene.wordpress.com/2012/08/19/erneut-im-paradoxen-garten/

      Gruß Guido

      • Januar 30, 2015 um 3:32 pm

        ein guter Freund sagte mir einmal, daß dorthin wohin man seinen Urin in den Garten kippt, die Kräuter wachsen, die die Gesundheit desjenigen stärken.
        Alles okay – solche Dinge zu berücksichtigen.

        Ich kenne noch mehr Menschen, denen es fast unmöglich ist, ihre Hände und Finger, anders einzusetzen als auf der Tastatur.

        Die Hände, z.B. NICHT dazu zu nutzen, „tun“ / „handeln“ selbst zu seiner Versorgung mit Lebensmitteln beizutragen, ist für mich ein Zeichen eines blockierten Herzchakras (Ha.nd) / meist in Richtung „verkopft“ – alles mit Philosophie zu lösen.

        Derweil also geistig gesponnen wird, was ich ebenso als Anteil des menschlichen Lebens sehe, jedoch in Maßen, überwuchert Unkraut die Erdbeeren und bietet außerdem Schneckenbrutplätzen Deckung.

        Das bedeutet dann, daß du dir deinen mit Sägespänen versetzten Erdbeerjoghurt im Supermarkt kaufen musst, während ich meinen eingemachten Erdbeersaft zum Naturjoghurt so dosiere, daß der Genuss ohne zu viel Süße erhalten bleibt.

        Ich verweise zusätzlich auf die Essener Briefe, die eine gewisse Macht (kommt von machen) in die Hände der Menschen legen, weil sie es in der Hand haben, welche Pflanzen in ihrem Garten gedeihen können.

        Für mich gibt es nichts Gefährlicheres als „Gut und Böse gibt es nicht“ derart falsch zu verstehen, dass man anderen die Handlungsebene ganz überläßt, denn dazu führt die Verweigerung sich für eine Handlung zu entscheiden.

        LG Petra

        • Januar 31, 2015 um 5:22 pm

          „“Die Hände, z.B. NICHT dazu zu nutzen, “tun” / “handeln” selbst zu seiner Versorgung mit Lebensmitteln beizutragen, ist für mich ein Zeichen eines blockierten Herzchakras (Ha.nd) / meist in Richtung “verkopft” – alles mit Philosophie zu lösen.““

          Für mich ist das eher ein Zeichen dafür, dass man erstens in einer Stadtwohnung wohnt und zweitens keinen „grünen Daumen“ hat…

          P.S.

          Ich mag sowieso nur Naturjoghurt pur…

          😉

          • Januar 31, 2015 um 7:31 pm

            das Ganze ist auch nur ein Bild, Luna.

            Denjenigen den ich meine, fällt es unheimlich schwer, aufgemachte Dosen oder Lebensmitteltüten direkt 15 cm entfernt, einen Handgriff entfernt in die Schublade zu werfen, die den Mülleimer enthält. Ein anderer sagte mir einmal, dass seine Hände nicht für niedere Arbeiten geschaffen sind und meinte damit, den Hof (Mietshaus, Nachbar) abwechselnd zu kehren. Wieder ein anderer meinte, dass Landwirtschaft studieren, also Bauer zu werden, aus Gründen des Drecks und dem „niedrigen“ Ansehen nicht in Frage käme.
            Es ist also so, dass viele praktische, notwendige Berufe erstens kaum Einkommen einbringen und sich dann noch einige erlauben, darüber zu stehen.
            Und die Blockaden, etwas einfach zu machen (kurz entschieden), weil es jemand machen muss, reichen meines Erachtens ins Herzchakra.

  4. Tommy Rasmussen
    Januar 30, 2015 um 9:40 am

    30.01.2015 – Zur Finanzhilfe grundsätzlich bereit – Russland würde Griechenland helfen – Der neue griechische Außenamtschef Nikos Kotzias sagte, das Ziel seines Landes sei Frieden und Stabilität in der Ukraine, ohne dass dadurch eine Kluft zwischen Europa und Russland entstehe. „Wir sind nicht die Bösen“, merkte der neue Minister an. Russen und Griechen sind durch den gemeinsamen christlich-orthodoxen Glauben verbunden. In Moskau wird seit längerem über einen orthodoxen Block, der Russland, Griechenland, Serbien und Bulgaren umfasst, nachgedacht.
    http://www.n-tv.de/politik/Russland-wuerde-Griechenland-helfen-article14421056.html

  5. Januar 30, 2015 um 9:38 am

    Zum folgenden Zitat aus dem Beitrag passt darauffolgendes Zitat einer “alten“ Geschichte, die offensichtlich nichts an Aktualität verloren hat:

    “Unsere Partei und ich persönlich waren mit der Kreditvereinbarung von Mai 2010 nicht einverstanden, und zwar nicht, weil Deutschland und unsere übrigen Partner uns nicht genug Geld gaben, sondern weil sie uns sehr viel mehr Geld gaben als sie hätten tun sollen und wir anzunehmen berechtigt waren. Gelder, die weder dem griechischen Volk helfen würden, weil sie im schwarzen Loch der Verschuldung verschwanden, und auch nicht die stetige Aufblähung der öffentlichen Verschuldung stoppen würden, die unsere Partner unter großen Kosten für ihre Bürger auf ewig zu prolongieren gezwungen gewesen wären.“

    Nun besagte Geschichte:

    “Im Zhuangzi findet sich die folgende Geschichte, in der es
    um die Zeiten der Not geht, in denen die ›Quellen versiegen‹.
    Keine Freude der Fische, keine Freude der Menschen.
    »Die Familie von Zhuang Zhou litt Not, und so ging er zu
    einem Marquis, der Aufseher des Gelben Flusses war, um von
    ihm etwas Getreide zu borgen.
    ›Geht in Ordnung‹, sagte der Aufseher des Gelben Flusses.
    ›Ich bekomme demnächst Steuergelder aus meinem Lehen,
    und dann werde ich Euch dreihundert Goldstücke leihen. Ist
    Euch das recht?‹
    Zhuang Zhou stieg die Zornesröte ins Gesicht, und er
    sagte: ›Als ich gestern hierherkam, hörte ich von der Straße
    her eine Stimme rufen. Als ich mich umdrehte und genauer
    hinsah, da fand ich einen Goldbarsch in einer Wagenspur. ›Na
    so etwas, Goldbarsch‹, sagte ich, ›was machst du denn hier?‹
    Er antwortete darauf: ›Ich bin Minister der Wellen im Ostmeer.
    Habt ihr nicht einen Eimer oder eine Schale Wasser,
    um mich am Leben zu erhalten?‹ ›Aber ja‹, sagte ich, ›ich bin
    gerade auf dem Weg nach Süden in die Länder Ngwa und
    Viet; von dort werde ich einen Kanal mit Wasser aus dem
    Westfl uß herleiten. Ist Euch das recht?‹ Dem Goldbarsch
    stieg die Zornesröte ins Gesicht[118] und er sagte: ›Ich habe
    meine natürliche Umgebung verloren und weiß nicht mehr
    ein noch aus. Bekomme ich einen Eimer oder eine Schale
    Wasser, so würde mich das am Leben erhalten. Wenn es nach
    Ihnen geht, mein Herr, dann können Sie bald in einem Laden
    für Trockenfi sch nach mir suchen.‹«[119]
    Moral: In Not-Zeiten, wenn wir ›auf dem Trockenen sind‹,
    tut es not, das Not-Wendige zu tun, das Notwendigste, nicht
    mehr und nicht weniger. Eine Schale Wasser tuts unter Umständen.
    Noch einmal: ›Das Unvermeidliche tun, das ist der
    Weg des Weisen.‹[120]“

    Quelle: Günter Wohlfart . Die Kunst des Lebens
    http://www.guenter-wohlfart.de/Docs/Kunst%20des%20Lebens_Wohlfart.pdf
    Fußnoten [ … ] : siehe Quelle

    Gruß Guido

  1. Januar 31, 2015 um 10:53 am
  2. Januar 30, 2015 um 9:12 am

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