Startseite > Bildung > Der Schul-Käfig – eine Skinner-Box

Der Schul-Käfig – eine Skinner-Box

Ich habe nie meine Erziehung durch Schulbildung beeinträchtigen lassen.
Mark Twain

Der folgende Beitrag setzt nahtlos fort, was der Artikel Bildungsbewusstsein – Bewusstseinsbildung begann.

„Guten Abend, Herr Bartonitz, nachdem ich Ihren Text über LOB UND TADEL gelesen habe, sende ich Ihnen den ersten Teil eines Essays dazu, mehr Raum ist hier nicht gegeben:“

Skinner-Box (via Wikimedia Commens)

Skinner-Box (via Wikimedia Commens)

DER SCHUL-KÄFIG – EINE SKINNER-BOX

1. Die junge Generation in der Lern-Dressur

Diese Feststellung klingt zwar provozierend, resultiert aber aus Erkenntnissen der Tierpsychologie, die der Psychologe B. F. Skinner im Ratten-Experiment gewonnen hat.

Skinner entwickelte in der sog. „Skinner-Box“ das Lern-System des „operanten Konditionierens“. Er dressierte Ratten mit dem „Prinzip der Verstärkung“. Erwünschtes Verhalten belohnte er mit positivem „Verstärker“, mit Futter; unerwünschtes Verhalten sanktionierte er mit negativem „Verstärker“, mit Stromschlag.

Ergebnis der Konditionierung:

Die Ratten wiederholten das belohnte Verhalten und vermieden das bestrafte.
Sie hatten ein Verhaltensmuster gelernt.

Ebenso funktioniert das Lernsystem der Schule.

Kinder und Jugendliche werden mit Zensuren konditioniert wie Ratten mit Futter und Stromschlägen. Erwünschte Lern-Leistung wird mit guter Zensur belohnt, fehlerhafte Leistung mit schlechter Zensur bestraft.

Ergebnis der Konditionierung:

Das „Prinzip der Verstärkung“ prägt ein Verhaltensmuster, das Schülerinnen und Schüler auf Zensuren fixiert. Für die Belohnung mit guten Zensuren lernen sie alles, was ihnen „vorgesetzt“ wird, bis zur totalen Erschöpfung („Schüler in der Leistungsfalle“, ZDF „37°“, 14. 1. 2014). Darüber hinaus wirkt die Zensierung auf sie wie ein Damokles-Schwert, das über ihnen schwebt und das jederzeit auf sie herabfallen könnte. Die Ungewissheit, ob es eine gute oder eine schlechte Zensur wird, erzeugt in ihrer Psyche eine pathogene Angst-Spannung.

Die Folge:

Jedes dritte Grundschulkind leidet unter psychosomatischen Störungen und jedes zehnte Schulkind ist in Behandlung beim Schulpsychologen oder beim Kinderarzt, weil …, ja, weil:

Animalische Lern-Dressur ist menschenverachtend
und wirkt sich deshalb naturgemäß pathogen aus.

Wie menschenunwürdig animalische Lerndressur ist, hat Skinner selbst mit seinem Buchtitel dokumentiert: „Beyond Freedom and Dignity“ (Jenseits von Freiheit und Würde).
Denn operantes Konditionieren schließt die Entscheidungsfreiheit des Menschen aus.
„Verstärker“ wirken in der menschlichen Psyche unbewusst auf den Reiz-Reaktions-Mechanismus. Dabei bleibt das Bewusstsein der Entscheidungsfähigkeit unbeteiligt.
Das bedeutet:
Das Verstärker-Prinzip reduziert den jungen Menschen auf sein unbewusstes Reiz-Reaktions-System reduziert. Er hat keine Option, frei zu entscheiden. Konditionierung „stiehlt“ ihm diese Ur-Fähigkeit, die einen Menschen erst zum Menschen macht.
Ein solcher Mensch ist entmenschlicht. Seine konditionierten Verhaltensmuster sind seinem Tier-Menschen-Stadium zuzuordnen, einem evolutionären Stadium „Jenseits von Freiheit und Würde“.
Besonders Menschen in „Käfighaltung“, wie in Gefängnissen, sind auf ihr Reiz-Reaktions-System reduziert. Ihre Entscheidungsfreiheit ist begrenzt. Sie reagieren auf die angebotenen „Verstärker“, indem sie die geforderten Verhaltensmuster lernen. Sie passen ihr Verhalten an die Bedingungen des Käfig-Systems an. Sie haben keine andere Wahl, wenn sie überleben wollen.
Auch im Schulkäfig wird der Schüler-Mensch auf sein Reiz-Reaktions-System reduziert und dadurch entmenschlicht.
Schülerinnen und Schüler haben als Käfig-Insassen keine andere Wahl, als sich systemkonform zu verhalten und sich anzupassen, wenn sie einen guten Schulabschluss erreichen wollen, der ihnen ihre Freiheit wiederschenkt. Bis dahin ergeben sie sich dem erzwungenen Bulimie-Lernen: Lernstoff „fressen“ – in der Klausur „auskotzen“ – den nächsten Lernstoff „fressen“ … .

Fazit:
Im Schulkäfig wird die Persönlichkeitsentwicklung zu einem gesunden Menschentum durch die Zensuren-Dressur be- und verhindert. Entlassen werden kopfgesteuerte, emotional unreife Menschen mit „Hornhaut auf der Seele“(Viola Heeß, Henning Sußebach).
Die Menschheit bleibt in ihrem Tier-Menschen-Stadium stecken, trotz tausender Jahre Religion und Philosophie.
Die Folgen sind besonders im Fernsehen täglich zu sehen:
Menschen
– bekämpfen einander noch immer wie blinde Idioten, statt einander zu achten und zu helfen;
– plündern aus Habgier den Planeten, auf dem und von dem sie leben, statt ihm für jedes Brot- und Reis-Korn zu danken,
– gründen im globalen Kampf der Köpfe eine „Schule für den Wirtschaftskrieg“, „École de Guerre Économique“ (EGE), statt einer Schule für Herzensbildung für die globale Friedenssehnsucht der Menschheit;
– perfektionieren mit PISA-Ranking und Testeritis die Tier-Lernmethode im Schulkäfig und betreiben Gehirnbewirtschaftung der jungen Generation, statt Menschenbildung.

 2. BildungsministerInnen vor einer Jahrhundert-Entscheidung

Das animalische Lern-System herrscht seit Jahrhunderten und lastet auf Menschen-Kindern wie ein nicht schmelzen wollender Eisblock.
Der erste Nachweis für Deutschland ist in der sächsischen Schulordnung von 1530 zu lesen: Gute Leistungen wurden in der zweimaligen Prüfung pro Jahr mit Semmeln belohnt.
2014, ein halbes Jahrtausend später, im Übergang vom mentalen zum integralen Bewusstseinszeitalter fordern die dargestellten Erkenntnisse der Tierpsychologie und der pädagogischen Anthropologie (Ziff. 3) Bildungsministerinnen und Bildungsminister zu einer evolutionären Fundamental-Entscheidung heraus:

Soll Schule eine Skinner-Box mit animalischer Lerndressur bleiben
oder eine Menschen-Schule für SELBER-LERNER werden?

Soll das schulische Lernsystem aus „Zuckerbrot und Peitsche“ (Kurt Tucholsky) animalisch bleiben oder zum interessegeleiteten, intrinsischen Lernen gewandelt werden?
Noch glauben BildungsministerInnen an die Zensur wie an ein Gottes-Urteil.
Eine Zensur, eine Zahl, hat etwas Klares. Sie vermittelt den Anschein von Objektivität. Darin liegt die Verführung, Zahlen als Maßstab für Bildung noch ein halbes Jahrtausend zu benutzen.

Wenn Bildungsministerinnen und Bildungsminister allerdings überzeugt sind, dass die junge Generation mit der Zensuren-Dressur auf die Welt des globalen Konkurrenzkampfes vorbereitet werden muß, dann ist das Tier-Lernsystem richtig. Denn für diesen Kampf erzeugt animalisches Lernen die nötigen Verhaltensmuster der animalischen Hackordnung, wie Futterneid und Brutalität. Dazu die Schülersprecherin Judith Bürzle aus Illertissen bei Maybrit Illner:
Nach zehnjähriger Lern-Dressur „gönnen Schüler einander gute Leistungen nicht mehr“.

3. Der Mensch – ein Selber-Lerner

Menschliches Lernen ist „Lernen in Freiheit“ (Carl R. Rogers). Jedes Kind ist schon als Baby ein „Selber-Lerner“, ein „Frei-Lerner“. Dafür hat die Natur den Menschen mit einem freien Geist ausgestattet.
Jeder Mensch erlebt seinen freien Geist, wenn er in seinen geistigen Innenraum geht. In diesem Raum kann er i n n e – halten, überlegen und sich fragen, ob er die Schokolade essen will oder lieber doch nicht. Er muß sie nicht zwanghaft wie ein Tier in sich „hineinfressen“. In diesem Innenraum kann er mit sich selbst einen inneren Dialog führen, selbstreferenziell, so, als stünde er vor sich selber. Hier entscheidet er sich als „Selberleber“ (Kitz/Tusch) für die Lebensqualität, von der er überzeugt ist.
Die menschliche Ur-Fähigkeit zur freien Entscheidung bietet jedem Kind die Chance, selbst zu entscheiden, welche Kenntnisse es braucht, welche Begabungen es weiterentwickeln will.
In Freiheit lernt es alles, was es lernen will.
Diese menschliche Ur-Fähigkeit ist die Basis seiner Freiheit und Würde.

In der Menschen-Schule kommt es darauf an, die Entscheidungsfähigkeit in Freiheit und SELBST-Verantwortung zu entwickeln und zu stärken.
– Erst dann gelingt die Persönlichkeitsbildung des jungen Menschen zu einem
gesunden Menschentum.
– Erst dann wird der junge Mensch als Menschenkind zum „Selber-Lerner“.
– Erst dann wird der junge Mensch mit einem erwachten Bewusstsein vom eigenen SELBST zur „Selbstevolution“ (Andreas Koch) fähig.
– Dann erst ist der junge Mensch fähig, der zu werden, der er ist:
ein gesundes SELBST.
Gesundes Menschentum lebt ein Mensch, der gelernt hat, seine Gedanken und Gefühle in seinem „Inneren Universum“ zu ordnen und zu steuern.

George Bernhard Shaw über seine Schulzeit:
Ich haßte die Schule, dieses Kindergefängnis.

Ihr Horst Költze – auf Facebook

Auswirkungen auf die Gesellschaft:

Drogenfreies Deutschland

Kategorien:Bildung Schlagwörter: , , ,
  1. federleichtes
    Januar 29, 2015 um 1:50 am

    Und?
    Ich las nur die ersten Sätze.
    Warum?
    Stelle Dir die Züchtigung in einer Verkehrten Welt vor.
    In der das Destruktive belohnt und das Konstruktive bestraft wird.
    Na?
    In unserer Welt sind die Guten immer die Dummen, die Guten gehen zuerst und der Jahwe, pardon, Teufel scheißt auf den größten Haufen.
    Und?
    Warum?

    Weil wir auf Jahwe programmiert sind, und glauben müssen, von einem guten Gott könne nur das Gute belohnt werden. In der Jahwe-Praxis bedeutet das: Du musst für eine Belohnung töten, ehebrechen, betrügen und Völlerei betreiben, Götzen anbeten und Hass unter den Völkern säen (die Ratte wird für Fehlverhalten belohnt). Ein Doppelgeist (Gebote, die das Gegenteil des Gebotenen verlangen), der Menschen spaltet, verwirrt, ängstigt und sie hilflos und willfährig macht – um feindselig im Namen ihres Lieben Gottes sein zu können. Beten und hassen, wie soll das anders miteinander einhergehen, wenn nicht verursacht durch ein funda-mentales Zerbrechen des Menschen.

    Kein Hund beißt die Hand, die ihn füttert.

    Liebe heucheln und Zwietracht säen. Na?

    Danke und Gruß
    Wolfgang

    • tulacelinastonebridge
      Januar 29, 2015 um 8:35 am

      Guten Morgen….. was für eine hässliche Welt. 😯 wo ist die Tür, raus hier aus diesen Raum 12?

      • federleichtes
        Januar 29, 2015 um 2:28 pm

        Du bist im Raum 12?

        Solveigh schrieb hier mal (sinngemäß), wenn man sie angriffe, fühle sie, sie sei richtig. Einerseits ist das richtig. Andererseits fehlt die Betrachtung der fühlenden Persönlichkeit ÜBER das Wesen ihrer Persönlichkeit.

        Wenn Gerd mich Arschloch nennt, gibt es eine andere Möglichkeit, damit umzugehen, als zu sagen, ich sei richtig. Nämlich die, zu sagen, Gerd ist richtig, weil er sich selber ausdrückt.

        Im Grunde ist es ja Unfug, im Kreis sehr individueller Konfiguriertheiten die Reaktionen der Verschiedenheiten zur Derfinition seiner eigenen Richtigkeit zu nutzen. Wie also soll Mensch in einer Welt voller Zerrspiegel etwas über seine Identität erfahren?

        Begibt Mensch sich in eine hässliche Welt, kann er sicher sein, dass dort die hässlichen Bilder in ihm belebt werden. Er wird sich dort hässlicher und hässlicher entwickeln und verkrüppeln. Aber die Welt ist nicht natürlich-hässlich. Der Geist, der sie mit seinem Hass hässlich macht, ist eine Schimäre. Denn mit ein paar „Schritten“ kann der Mensch zurück zu seinem inneren Punkt gehen, das „Wahre“ wahrnehmen und sich dann auf die Suche nach der schönen, wundersarnen, einzigartigen Welt machen.

        Du kennst diese Welt, und Du kennst Deinen Punkt. Raum 12 ist also eine Lüge.

        Dir einen guten Tag.
        Wolfgang

        • tulacelinastonebridge
          Januar 29, 2015 um 3:31 pm

          Hallo federleichte…… Raum 12 ist also eine Lüge…….naja, ich wollte nur Raum schreiben aber dann kam die 12 drängte sich einfach rein und ging nicht mehr weg, bis ich sie in die Tastatur eingab, somit ist die 12 nicht mehr bei mir sondern hier am Blog. Sie wollte das so. 🙂

          Das mit dem Arschloch hab ich auch schon mal gelesen, find ich echt nicht schön vom Gerd, 😦 naja und ich find, wenn solche Worte fallen, sind beide nicht richtig. Wo ist da die Grenze?
          z.B. in einer Schulklasse, bei welchen Schimpfwörtern, bei welchen Aggressionen, bei welchen Spielchen ist Schluss mit lustig, bei welchen Punkt haben sich die Kid´s nicht mehr unter Kontrolle und flehen nach Hilfe, Grenzen. Ist das Kindesmisshandlung, wenn ein Lehrer diese Grenze nicht erkennt und die Kinder „fallen“ oder er sie einfach fallen lässt?

          zu deinem ersten Absatz…..ja das seh ich auch so, besonders dieses einerseits und andererseits, es gibt meistens ein einerseits und ein andererseits, man sollt nicht zu faul sein, beides zu betrachten.

          Ja und aus dieser Zerrspiegelwelt geht ist nur, über die Innenschau, Augen zu und ruhig werden….Meditation nennt man das, also Rückzug aus der Zerrspiegelwelt in die freie Welt, Jausenpaket einpacken und wieder zurück in die Zerrspiegelwelt und schaun wie´s weiter geht. 🙂

          So, wo war ich jetzt bei deinem Kommentar 😯
          ich glaub ich war fertig. 😉 Schönen Gruß!

        • tulacelinastonebridge
          Januar 29, 2015 um 4:14 pm

          P.S. Margeritenblumenwiese ist ganz wunderbar, wir haben auch eine.
          Zum Muttertag gibt’s selbstgepflückte Margeriten und Glockenblumen. 🙂

  2. Januar 29, 2015 um 7:02 am

    LAISING…..NATÜRLICHES LERNEN….ist wieder das HEIMKOMMEN ins NATÜRLICHE….

  3. Sandra
    Januar 29, 2015 um 9:43 am

    Grundlage jeder Zivilisation ist die Weitergabe von Wissen.

    Über die innere Verbindung der Menschen besteht ein natürliches System.
    Möchte eine Zivilisation im Eigeninteresse davon unabhängig sein, muß es nur die Nahrungssuche auf andere Quellen umstellen.

  4. Sandra
    Januar 29, 2015 um 1:12 pm

    Zum natürlichen System der Informationsweitergabe und -vermittlung, dem Kontakt zum ewig fließenden Wissen, sind schon viele Annahmen, Vermutungen, Theorien, Aussagen gemacht wurden.

    Es ist so ungefähr wie mit dem heiligen Gral, wer direkt danach sucht, wird ihn nicht finden. Und ja, mit allem Respekt und in voller Rationalität, um nichts weniger reden wir hier.

    Die Annahme, das dies existiert ist wahr.
    Die Annahme, das man Andere dorthin führen kann, ist wahr.
    Die Annahme, das man Anderen folgen kann, um dorthin zu gelangen, ist nicht wahr.

    Es gibt keinen anderen Weg, als es selbst zu tun. Die genauen Koordinaten wurden in sämtlichen Variationen, die mir möglich sind, an alle mitgeteilt.

    Will man anderen die Arbeit auf dem eigentlich richtigen Weg abnehmen / erleichtern, so wird ein leichter Weg angeboten.
    Verwendet und Mißverwendet man das im Außen entstandene Wissen, um z.B. eine künstliche Reinigung der Vergangenheit zu bewirken, findet keine individuelle Verarbeitung – TUN – statt. Ein Irrglaube ersetzt dann lediglich den anderen. Die Interpreten, die keine Schwerstarbeit hinter sich und auch für andere nicht wollen, die die Hölle niemals gesehen und die Erkenntnisse von dort erlangt, können bereits realisiertes Wissen ab- und empfangen – wissen jedoch NICHTS vom heiligen Gral, da sie niemals dort waren. Auf diesem Weg ist dies auch völlig ausgeschlossen.

    Wer die Macht des Wissens mißbraucht, ist niemals in und mit der Macht des Wissens gewesen bzw. hat diesen Zugang selbst verwirkt.

  5. Januar 29, 2015 um 2:52 pm

    Meine Güte, Schule funktioniert eben so (der ganze Planet funktioniert so), wer damit nicht klar kommt, hat eben Pech gehabt.

    Und die Zensuren sind in der Schule eben das, was später im Arbeitsleben das Geld ist, da wird man schon mal frühzeitig darauf vorbereitet, wie es hier läuft, das macht doch irgendwie auch Sinn (was nicht bedeutet, dass ich das gut heiße, mir wär’s deutlich lieber ohne Geld/Zensuren, aber es nun mal wie es ist).

    Zur Konditionierung:

    Nur weil man mitspielt, ist man nicht gleich konditioniert oder gar „entmenschlicht“, mir kommen diese ganzen Artikel über die ach so böse Schule langsam etwas seltsam vor. Natürlich weiß ich, dass es in den letzten 10-15 Jahren härter geworden ist, aber bei diesem (in meinen Augen übertriebenen) Gejammer frage ich mich auch, ob die Kinder und Jugendlichen heutzutage nicht einfach zu labil für diese Welt sind.

    Und wenn ich dann noch sowas lesen muss (auch noch von einer Schülersprecherin):

    „“Nach zehnjähriger Lern-Dressur „gönnen Schüler einander gute Leistungen nicht mehr“.““

    dann stimmt mit diesen Kids wohl tatsächlich irgendwas nicht (sofern das wirklich so ist, ich denke nicht, dass man das pauschal so sagen kann), bei uns war das ja auch nicht so, nicht im Geringsten und unsere „Persönlichkeitsentwicklung“ wurde in der Schule auch nicht be- oder verhindert, was ist denn da bitte los?

    Zum „Fazit“:

    Dass Menschen so sind, wie sie nun mal sind, daran kann man der Schule m.E. nicht die Schuld in die Schuhe schieben, wären keine negativen Eigenschaften vorhanden, dann könnten sie in der Schule auch nicht gefördert werden.

    Überhaupt ist mir der Artikel zu reißerisch (ich meine „pathogene Angstspannung“, „animalisch“, „entmenschlicht“, „Bulimie-Lernen“, „Schulkäfig“… echt jetzt?), ich weiß nicht, was damit erreicht werden soll…

    • der kleine hunger
      Januar 29, 2015 um 4:03 pm

      „“….was ist denn da bitte los?““ Herrlich, danke 😉

      ja nu was ist denn da bitte los?

      Nicht´s ist los, alles Irre aus dem Irren-zu-Haus. (um es mal freundlich auszudrücken) Und die Schule, als Institution soll nun herhalten, nicht Schuld, sondern als verantwortliche Einrichtung. Ja nun Schule ist kein Irrenhaus (baut sie doch als solche aus). Schul-käfig, na wären es nur Narren, na nun dann wäre das Kreischen nicht so laut.

      Schule als Fördereinrichtung der Persönlichkeitsentwicklung zu fordern ist an sich schon Schwachsinn. Wer will denn was fördern was nicht vorhanden ist? Gesellschaftliche Institutionen fördern DAS was da ist. Punkt. Da stellt sich nicht die Frage nach dem Wie sondern davor steht eben die Frage des Was.

      Lehrer sind die Kinder von gestern und die Kinder von Heute sind die Kinder derer, also wer von versagen einer Institution spricht, sollte das Versagen nicht innerhalb derer suchen, sondern einen Schritt weiter zurück gehen. Woher kommen die Kinder*lein, genau der Klapper-storch.

      • der kleine hunger
        Januar 29, 2015 um 4:11 pm

        P.S: und „verstorbene Persönlichkeiten“ auch noch zu zitieren, welch kraus in diesem Zusammenhang.

        Shaw lebte von 1856-1950.

        nur mal Auszugsweise

        „Shaw wuchs in Dublin in problematischen Familienverhältnissen auf. Als er sechzehn Jahre alt war, verließ seine Mutter die Familie und folgte ihrem Gesangslehrer nach London. Shaw blieb zunächst bei seinem Vater“ (Quelle:wikipedia.de

    • federleichtes
      Januar 29, 2015 um 4:23 pm

      Das Grund-Prinzip, wie Leben funktioniert, ist für die Intelligenz des Menschen zu einfach, also unverständlich.
      Wenn es „Tick“ auf der Uhr des Bewusstseins macht, macht es „Tack“ auf der Ebene der Feindseligkeit. Das „Tack“ arbeitet dezidiert, bunt, vielfältig, versteckt, indirekt, schafft Unruhe, Verwirrung, befördert die Ängste und versucht damit, sich die Entwicklung eines weiteren „Tick“ zu wehren. Sehr lustich, gell. Reden wir über den Geist der Feindseligkeit, also über Jahwe? Nein, wir reden über das zentrale Problem Schule. Und zwar in einer Manier, die Menschen aufzuwiegeln, sie aus ihre inneren Verfasstheit zu reißen – sie in den inneren und Krieg zu führen und damit in das äußere Kriegsgeschehen zu verwickeln.

      Was an der Methodik noch weiter zu verstehen ist? Sie wirkt, wütet doch überall, und waltet überall. Symptome erscheinen, und Ursachen. Wer sich wohin wendet ist ja wurscht. Weder Symptome noch Ursachen interessiert die Uhr, die Ticktack macht. Das ist da Besondere an diesem Werden.

      Dein Kommentar gefällt mir.

      Gruß
      Wolfgang.

  6. tulacelinastonebridge
    Januar 29, 2015 um 4:07 pm

    So jetzt hab ich den Artikel gelesen und……..das Bild ist gut 🙂 , der Text auch.

    Aber meiner Meinung nach kommt es auf den Lehrer an, auf den Menschen.

    Es gibt Lehrer, wenige und selten, bei dem die Schüler nur Einsen und Zweien haben können, sie freuen sich auf die Wissensabfrage (Test) weil der Lehrer den Schülern, das zu Wissenden aufregend vermittelt hat. Dieser Lehrer konditioniert die Schüler….. hallo lernen macht Spaß und die Kinder fühlen positive Erfolgserlebnisse.

    Der Lehrer machts, nicht die Vorgaben und nicht die Schule.
    O.K. wenn die Vorgaben und die Schulen auch noch top wären, ja dann……aber so ist es nicht, noch nicht.
    Auch wenn der Rest der Welt „noch nicht“ ist, so ist das keine Ausrede, für den Menschen selbst, bereits zu sein.
    Jeder Mensch kann ein hervorragender Mensch sein.
    Jeder Lehrer kann ein hervorragender Lehrer sein.

  7. Januar 29, 2015 um 5:15 pm

    Wie dankbar ich doch meiner Mutter und meinem Vater bin, die noch nicht „Schulnoten mit Geldverdienen“ in stärkerem Zusammenhang sahen. Wussten Sie, wie ich erst später allmählich begriff, dass das Geldverdienen bis auf einige wenige Ausnahmen in stärkerem Zusammenhang mit dem Gesangbuch (Kirche), Parteibuch (Parteien) oder anderen Seilschaften (Mentor, Onkel oder Tante in der Firma oder Behörde …) steht? Zu meiner Zeit in der Schule habe ich nichts davon gehört, dass Kindern Psyochopharmaka verschrieben wurden – das ist hier so üblich, dass Symptome und nicht die große Krankheit dahinter behandelt wird, was nur zu einer weiteren Fragmentierung von Problemen führt.

    Das Problem sind weder die Kinder noch das Schul-SYSTEM, es ist das Tick-Tack wie es Wolfgang beschreibt und in eine 40-und-mehr-Stundenwoche führt, die den Menschen lange vorgegauckelt haben, es gehe den Kindern und Enkeln mal BESSER. Heute verstehen viele, dass dies nur über die Meisterschaft der Lüge und Me.thoden möglich war, die menschlichen Energien so zu lenken, dass die Menschen sie letztlich gegen den Menschen selbst richten, immer noch im Glauben, es sei gut oder wenigstens für sich selbst nützlich – Ego.is.Muss oder wie es manche schon benannt haben: Stockholm-Syndrom.

    • Januar 29, 2015 um 6:24 pm

      @ terramesa

      „“Wie dankbar ich doch meiner Mutter und meinem Vater bin, die noch nicht “Schulnoten mit Geldverdienen” in stärkerem Zusammenhang sahen.““

      Wo habe ich gesagt, dass Schulnoten und Geld verdienen zusammenhängen?
      Das weiß ich auch, dass das meistens nichts miteinander zu tun hat (auch wenn es nach wie vor so vermittelt wird), gute Jobs bekommt man nahezu ausschließlich durch Beziehungen (naja, ein paar negative Charakterzüge können auch nicht schaden…).

      Es war lediglich ein Vergleich der „Belohnungssysteme“ Schule und Arbeit.
      Bei beiden wird man für erwünschtes Verhalten belohnt und für unerwünschtes bestraft, in der Schule mit Noten und später bei der Arbeit eben mit Geld (sind ja auch „Noten“… 😉 )

      • Januar 29, 2015 um 9:48 pm

        @luna
        das hab ich auch nicht so verstanden, hat aber bei mir das Danken ausgelöst und wollte noch etwas über den Trugschluss, die Systemkonditionierung, sagen.
        Die auch bei vielen Eltern auslöst, den Druck auf ihre Kinder zu verstärken, z.B. durch Nachhilfe organisieren.
        Was steckt dahinter ? die Angst einmal am Arbeitsplatz, am Stammtisch oder beim Kaffeetrinken, Freunden oder Bekannten den Werdegang ihrer Kinder beschönigen oder „was geht dich das an“ sagen zu müssen. 🙂 ?

  8. Gerd Zimmermann
    Januar 29, 2015 um 11:36 pm

    Wahnsinn und Genie gehen Hand in Hand.
    Aus meiner Sicht kein Problem.

    Vor einigen Tagen nahm ich einen Obdachlosen mit zu mir nach Hause.

    Essen, trinken, baden, neue Klamotten und so, eben.

    Er konnte Dinge sehen oder wahrnehmen, welche mir verborgen waren.

    Gerade lese ich bei C.G. Jung, die Idioten bekommen Ihre Schlafpillen, ohne das
    jemals eine Sau danach fragt, was sie sehen oder wahrnehmen.

    Der Typ war zwei Tage bei mir. Auch wenn ich seine Wesen nicht sehen
    oder hoeren konnte, habe ich sie dennoch aktzeptiert.

    Wolfgang, ich koennte noch so einiges erzaehlen.
    Ich schenke Geld, manchmal viel Geld an arme Schweine.
    Mir ist das schon ganz schoen egal, versucht man mich
    in die Waden zu beissen.

    Gruss Gerd

  1. Januar 29, 2015 um 6:50 pm

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: