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“Sowohl als auch” statt “entweder-oder” – oder: wie man Kategorienfehler vermeidet

Der Logiker Aristoteles (Bild: Wikpedia)

Vor allem komplexe Strukturen und all jene Strukturen, die zunächst nicht zum unmittelbaren Überleben nötig sind und taugen, lassen sich nicht immer mit dem Raster der Logik ordnen und behandeln.
Prof. Dr. Dr. Harald Walach

„Was ist tiefer: Teller oder Tasse?“, fragte neulich wer. Nach einigem Nachdenken sagte ich: „Naja, kommt drauf an, wie tief der Teller oder die Tasse wirklich sind, nicht wahr?“ „Falsch“, sagte der Schlaumeier. „Die Oder“. Klar. Egal wie tief eine Tasse oder ein Teller sind, die Oder, also der Fluss, an dem Frankfurt (Oder) liegt, wo ich arbeite, ist immer noch tiefer.

Der Witz – der natürlich gesprochen besser funktioniert als geschrieben – macht sich eine implizite Denkgewohnheit zu Nutze. Wir denken sehr häufig in den ausschließlichen Kategorien „entweder–oder“. Dabei übersehen wir das mögliche Dritte, Vierte, oder Fünfte. Darauf will ich ein bisschen Aufmerksamkeit und Zeit verwenden, weil mich das schon lange umtreibt.

Das Denken in sich gegenseitig ausschließenden Kategorien ist ein Grundprinzip der Logik und geht auf Aristoteles zurück, der vermutlich auf andere Vorläufer zurückgegriffen hat. Jedenfalls: Aristoteles hat die logischen Prinzipien zum ersten Mal weithin wahrnehmbar formuliert und begründet. Das „Entweder-Oder“ ist ein Ausdruck des Satzes vom Widerspruch: „Etwas kann nicht, in der selben Hinsicht, zum selben Zeitpunkt, und am selben Ort sein und zugleich nicht sein.“ So lautet eine Version, die Aristoteles in seiner „Metaphysik“ formuliert hat, also dem Buch, das er der Wissenschaft vom Seienden widmete. Gleichzeitig formuliert die Logik damit auch ein Prinzip der Wahrheit der Aussagelogik. Aristoteles wusste das sehr genau und beschrieb Wahrheit als eine Eigenschaft von Sätzen. Zunächst. Er hat auch noch eine „tiefere“ Wahrheit beschrieben, die man als Wahrheit des Seins ansprechen kann. Da dürfte er sich auf seinen Lehrer Platon bezogen haben.

Aristoteles hat die logischen Prinzipien zum ersten Mal weithin wahrnehmbar formuliert

Nun ist folgende Unterscheidung wichtig: Der Satz vom Widerspruch, der die Basis der Logik und damit der Wahrheit von Sätzen darstellt, ist auch nur auf solche Sätze anwendbar und nicht auf das Sein als Ganzes. Wir können z.B. in aller Regel über die Wahrheit von Sätzen entscheiden, indem wir logische Prinzipien anwenden. Wenn wir etwa sagen: „jetzt regnet es“, dann ist der Satz richtig, wenn es regnet und falsch, wenn es nicht regnet. Oder wenn wir sagen: „Heute hat Bernd ein rotes Hemd an“ oder „Emma hat ein blaues Auto“, dann sind die Sätze dann richtig, wenn Bernd ein rotes Hemd hat und Emma ein blaues Auto. Entweder hat Emma ein blaues Auto, oder sie hat eben kein blaues Auto, etwa weil sie gar kein Auto hat oder das Auto grün ist.

Auf dieser Einsicht, dass Sätze in der Regel Strukturen beschreiben, denen man eindeutig eine Eigenschaft zuordnen kann – z.B. durch das Feststellen der Eigenschaften über unsere Wahrnehmung – beruht unsere ganze Wissenschaft. Daher ist Logik auch so wichtig und ein solch starkes Instrument. Indem man nämlich logisch und empirisch analysiert, ob Sätze richtig oder falsch sind, kann man etwa über Sinn und Unsinn, Wahrheit und Falschheit in einem bestimmten Sinne sehr gut entscheiden (Für Spezialisten: ich lasse jetzt mal den Unterschied zwischen empirischen und analytischen Sätzen außer Acht; in meinem Wissenschaftstheoriebuch habe ich das ausführlicher dargestellt [1]).
Nun kommt eine wichtige Unterscheidung: Sätze, über die man logisch und empirisch entscheiden kann, beschreiben in aller Regel vor allem die Oberflächenstruktur der Wirklichkeit, also diejenige, die uns zunächst unmittelbar gegeben ist, etwa unserer Sinneswahrnehmung oder unserem Denken. Aber dies ist nicht die ganze Wirklichkeit. Die Wirklichkeit als Ganzes ist in aller Regel komplexer und lässt sich genau nicht mit solchen logischen Instrumenten komplett analysieren und handhaben.

Die Wirklichkeit als Ganzes ist komplexer und lässt sich genau nicht mit solchen logischen Instrumenten komplett analysieren

Das ist auch der Grund, weswegen die antiken Philosophen, Aristoteles und Platon auf jeden Fall, und mit ihnen die philosophische Tradition bis hin zu Wittgenstein, zwischen unterschiedlichen Typen von Wahrheit und von Sätzen unterschieden haben. Seinswahrheit zeigt sich eben nicht in logisch zu entscheidenden Sätzen. Und auch Wittgenstein schließt seinen Tractatus logico-philosophicus immerhin mit der berühmten kryptischen Wendung „Worüber man nicht reden kann, darüber muss man schweigen“. Davor führt er noch einen Satz an, der ein Zitat aus Meister Eckhart ist: Man muss die Leiter hinabstoßen, wenn man an ihr hinaufgestiegen ist [2]. Damit zeigt auch dieser Philosoph, dessen Text zum Inbegriff des logischen Positivismus und zur Inauguration der wissenschaftlich-logischen Fachsprache geworden ist, dass er verstanden hat, dass einfach logisch zu entscheidende Sätze nicht die ganze Wirklichkeit abbilden, sondern nur einen Teil. Später ging er dann, wie wir wissen, weit darüber hinaus, aber das lassen wir jetzt mal auf sich beruhen.
Weil Wissenschaft so wichtig und so mächtig geworden ist, weil wir ihr und der mit ihr weit verbreiteten Logik so viel verdanken, weil so viele Strukturen unserer Welt tatsächlich dieser Logik folgen, ja weil unser Überleben als Art davon abhängig war, dass wir diesen logischen Operator, wie ihn manche Biologen und Hirnforscher nennen, so gut ausgeprägt haben, daher ist die Gefahr groß, dass wir nun alles, das ganze Leben, alle Begegnungen, die ganze Welt, ja das Sein schlechthin, so behandeln. Und das ist, wie wir sehen werden, ein großer Fehler. Biologisch ist es sinnvoll zu unterscheiden zwischen „essbar – nicht essbar“, „gefährlich – nicht gefährlich“, „sicher – nicht sicher“, „Beute – nicht Beute“, „Angreifer – kein Angreifer“. Das hilft beim Überleben. Diese rasche Kategorisierung lernen wir auch in der Schule, im Studium, im Beruf. Unsere rapide IT-Technik-Entwicklung hat dieses Denken beschleunigt. Denn alle Computer beruhen auf diesen logischen Operationen, den ausschließlichen Operationen: entweder ist ein Argument wahr, oder nicht. 1 oder Null. Was anderes gibt es für den Computer nicht. Das verleitet dazu zu denken, dass alles so ist.

Das ganze Leben.

Weil unser Überleben als Art davon abhängig war, dass wir diesen logischen Operator so gut ausgeprägt haben, ist die Gefahr groß, dass wir nun alles so behandeln.

Und nicht wenige Menschen kommen in die Bredouille, weil sie nicht verstehen, dass zweiwertige Logik, wie sie auch heißt (weil sie eben nur zwei Werte kennt, wahr, oder falsch, ja, oder nein), ein Hilfsmittel im Umgang mit Sätzen ist, die die Wirklichkeit aus einer bestimmten Perspektive beschreiben – und nicht für die Wirklichkeit schlechthin. Warum nicht?

Das ist einfach:
Die Wirklichkeit an sich ist eben komplexer als das einfache „entweder-oder“ vermuten lässt.

Anders ausgedrückt:
Mit Logik können wir nicht alle Probleme des Lebens lösen.

Nochmals anders ausgedrückt:
Wissenschaft ist auch nur eine von vielen Arten, mit der Welt umzugehen.

Und nochmal ganz anders:
Vor allem komplexe Strukturen und all jene Strukturen, die zunächst nicht zum unmittelbaren Überleben nötig sind und taugen, lassen sich nicht immer mit dem Raster der Logik ordnen und behandeln.

Das Leben an sich ist eben nicht zweiwertig, sondern mehrwertig. Die moderne Wissenschaft hat das auch verstanden und hat daher eine Denkfigur aufgegriffen, die es in der Antike schon gab. Ich habe sie versuchsweise als Komplementarismus bezeichnet [1]. Sie äußert sich im „sowohl – als auch“. Nils Bohr hat den Begriff der Komplementarität in die Physik eingeführt. Er hat ihn im übrigen aus der Psychologie seiner Zeit importiert und zwar u.a. von seinem Freund, dem Wahrnehmungspsychologen Rubin, der die berühmten Kippbilder entwickelt hat. Bohr hat schon relativ bald gesehen, dass er nicht nur auf physikalische Gegenstände anwendbar ist, also auf Quanten oder Elektronen, sondern wohl auch in anderen Bereichen nützlich ist [3,4; hier sind die originalen Überlegungen Bohrs zu finden; 5 gibt einen guten Einblick in die Historie]. Bohr war etwa der Meinung, dass nicht nur Gegenstände der Physik davon profitieren, wenn wir sie unter dem Gesichtspunkt der Komplementarität erfassen, sondern dass es auch in der Psychologie komplementäre Verhältnisse gäbe – Gefühl und Denken, bewusst und unbewusst, waren seine Beispiele -, aber auch in der Erkenntnistheorie und in der Ontologie. Leib und Seele, Denken und Intuition wären Beispiele aus anderen Bereichen, die man sinnvoller Weise durch den Begriff der Komplementarität umschreiben könnte.
Bohr war etwa der Meinung, dass es auch in der Psychologie komplementäre Verhältnisse gäbe.

Zurückgreifend auf Bohr und über ihn hinausgehend können wir verallgemeinern, jedenfalls wäre das meine Behauptung:

Überall, wo wir es mit Menschen zu tun haben und mit menschlichen Produkten, Prozessen, Verhalten und Erleben, also im gesamten Bereich der Psychologie, aber wohl auch der Kunst, der Literatur, der Soziologie, der Politik, der Geschichte, überall dort, ist der Begriff der Komplementarität nicht nur sinnvoll, sondern sogar nötig. Denn der Mensch selber ist ein komplementäres Wesen: er besteht aus physischen und mentalen Ereignissen zugleich und gleichzeitig.

Er hat körperliche und seelische Seiten, Leib und Seele, Geist und Gehirn. Und diese beiden Größen sind weder aufeinander reduzierbar noch ineinander überführbar, noch sind sie Dasselbe. Das abzuhandeln würde jetzt zu weit führen, aber davon gehe ich im Folgenden einfach aus (genauer besprochen ist das in [1] und [6-8]).

Ich habe jetzt implizit einen Definitionsversuch gemacht: Komplementarität bedeutet, dass wir zur Beschreibung einer Sache mehrere, mindestens zwei sich ausschließende Perspektiven oder Beschreibungsweisen benötigen, die nicht ineinander überführbar sind, die nicht aufeinander reduzierbar sind und die dennoch in aller Regel gleichzeitig auf diese Sache anzuwenden sind. Und wir sehen: dies widerspricht der gängigen Logik von „entweder–oder“, oder dem Satz vom Widerspruch.

Fälle und Situationen, in denen Komplementarität angewandt werden muss, um sie zu begreifen, können nicht mit Logik gelöst werden. Tut man es doch, begeht man einen Kategorienfehler.

Das ist das, was eine reduktive Neurowissenschaft dauernd tut, wenn sie behauptet, Geist sei nichts anderes als neuronale Entladungen. Geist und neuronale Entladungen sind Prozesse, die unterschiedlichen kategorialen Ebenen angehören, so ähnlich wie „blau“ und „laut“ unterschiedlichen Kategorien oder Aussagesystemen zugehörig sind, nämlich dem der Farben und dem der Lautstärke. Man kann Farben, und zwar deren Qualität, nicht in Lautstärke ausdrücken. Wenn einer sagt: „der blaue Himmel war laut“, dann gehen wir entweder davon aus, dass wir in der Psychiatrie sind, oder es mit einem – vermutlich schlechten – Gedicht- oder Prosafragment zu tun haben, oder dass Jemand die deutsche Sprache nicht richtig beherrscht.

Bei der Aussage „Geistige Vorgänge sind neuronale Entladungen“ fällt das nicht so auf, weil eine Mehrheit von Neurowissenschaftlern das behauptet und dadurch entsteht suggestiver Sog. Das macht die Aussage aber trotzdem nicht wahrer und führt allemal zu Kategorienfehlern, wie Hoche sehr klar gezeigt hat [9]. Ich habe die ganze Argumentation etwas ausführlicher anderswo dargestellt, und vertiefe sie daher an dieser Stelle nicht [10].

Geist und neuronale Entladungen sind Prozesse, die unterschiedlichen kategorialen Ebenen angehören, so ähnlich wie „blau“ und „laut“.

Denn mir geht es jetzt vor Allem um Folgendes: Komplementarität ist eine Option, mit solchen komplexen Situationen umzugehen. Der Mensch ist ein Wesen, bei dem Komplementarität zur Beschreibung und zum Verständnis häufiger hilft als Logik. Leib und Seele, geistige und materielle Prozesse sind komplementäre Beschreibungsweisen ein und derselben Sache, nämlich des Menschen. Wir können nicht das Eine aufs Andere reduzieren, oder in das Andere überführen. Man kann einen Aspekt ausblenden, um die Komplexität zu reduzieren. Neurowissenschaftler tun das, wenn sie nur das Funktionieren des Gehirns untersuchen, und Geisteswissenschaftler machen das gleiche, wenn sie nur die Produkte der geistigen Produktion unter die Lupe nehmen, ohne sich um die materielle Basis zu kümmern. Solange wir nicht vergessen, dass es beider Seiten bedarf, macht das auch nichts.

Aber die Konsequenz aus dieser Situation ist von Bedeutung. Immer, wenn wir es mit Situationen oder Prozessen zu tun haben, die nach einer komplementären Betrachtung verlangen, dann hilft uns die Logik alleine nicht weiter. Dann müssen wir Sätze und Aussagesysteme verbinden, die zwar in sich selbst logisch stimmig sein müssen, die aber sich gegenseitig zu widersprechen scheinen. Die Kurzformel dafür ist: „sowohl als auch“. Ich sagte, das wird immer dann der Fall sein, wenn wir es mit dem Menschen oder der gesamten Wirklichkeit zu tun haben.

Viel Leid in Beziehungen und in Konflikten rührt daher, dass wir fälschlicherweise logische Strukturen anwenden, wo komplementäre Betrachtungsweisen gefragt sind.

Hier sind ein paar praktische Beispiele:

Viel Leid in Beziehungen und in Konflikten rührt daher, dass wir fälschlicherweise logische Strukturen anwenden, wo komplementäre Betrachtungsweisen gefragt sind. Streit entsteht, wenn eine Meinung auf eine andere prallt und beide aus ihrer je eigenen Sicht recht zu haben scheinen, die Sichtweisen sich aber ausschließen. Nur, wenn man einen Standpunkt einnehmen kann, der beide Sichtweisen anerkennt, ist eine Lösung denkbar. Das wird in einem alten jüdischen Witz schön ausgedrückt:

“Streiten sich zwei Rabbinerschüler und kommen zu ihrem Lehrer. Der eine trägt seine Meinung vor. Sagt der Lehrer: Du hast recht. Trägt der andere seine Meinung vor: Sagt der Lehrer zu ihm: Ja, du hast auch recht. Tritt ein Dritter dazwischen und sagt: Aber Rabbi, du hast dem einen Recht gegeben, und seine Meinung ist das Gegenteil des anderen. Und dem hast du auch Recht gegeben. Das geht doch nicht! Das widerspricht sich doch! Sagt der Rabbi zum Dritten: Ja, du hast auch recht.”

Gute Therapeuten, gute Lehrer, gute Vermittler wenden das Komplementaritätsprinzip implizit an, wenn sie eine Perspektive suchen, aus der beide sich anscheinend ausschließende Betrachtungsweisen der Konfliktparteien gleichberechtigt erscheinen können.

„Sowohl als auch“ ist auch das Prinzip der Kreativität. Sie besteht ja bekanntlich u.a. darin, dass nicht kategorial Zusammengehörendes in Beziehung gesetzt wird. Dies macht den Reiz der dichterischen Sprache aus. Oder mancher bildnerischen Kunst. Wenn etwa Andy Galsworthy Naturgegenstände so ordnet, wie sie von selber praktisch nie, oder allenfalls unter höchst unwahrscheinlichen Umständen zusammenkommen würden, dann entsteht etwas, das künstlich und natürlich, geordnet und gewachsen zugleich aussteht. Oder wenn Urs Wehrli „Kunst ordnet“ und die geometrischen Figuren von Klee nach Farbe und Größe sortiert, oder Autos auf einem Parkplatz nach Farbe, dann entstehen völlig unerwartete Perspektiven, weil Ordnung und Chaos in ein neues Verhältnis gebracht werden.

„Sowohl als auch“ ist das Prinzip des Menschlichen, würde ich behaupten. Meine Heimatwissenschaft, die Psychologie, würde gut daran tun, das zu beherzigen und weiterhin mit einer Vielfalt von Methoden arbeiten – sowohl mit quantitativen, als auch mit qualitativen -, in der Therapie sowohl mit strukturierenden als auch mit aufdeckenden Verfahren, usw. Geistes- und Naturwissenschaft, Spiritualität und Religion, Form und Inhalt, Struktur und Prozess, all das sind nur einige Beispiele für komplementäre Begriffspaare.

„Sowohl als auch“ ist das Prinzip des Menschlichen

Man kann auch noch einen Ausflug in die Theologie unternehmen. Die Texte des Neuen Testamentes sind ja bekanntlich voll von Widersprüchen. Darauf hat schon Abaelard im Mittelalter hingewiesen und das wurde von modernden Religionskritikern immer wieder aufgegriffen, die diese logische Inkonsistenz für ein Zeichen von Falschheit hielten. Diese Argumentation übersieht folgendes: die Texte des Neuen Testamentes, wie im übrigen alle religiösen Texte, versuchen, die Mehrwertigkeit der Wirklichkeit zu beschreiben. Daher operieren sie nicht nur mit Bildern, sondern auch mit unterschiedlichen sprachlichen Typen und auf jeden Fall nicht mit Sätzen, auf die die Kategorien der Logik anwendbar sind.

Die antike Theologie hat das klar erkannt und daher Denkformen gewählt, die diese Sicht fassen konnten, etwa die neuplatonische Philosophie. Reich hat darauf hingewiesen, dass die dogmatische Formulierung des Konzils von Chalcedon im Jahre 451 ein Ausdruck komplementaristischen Denkens war, die dem historischen Jesus Menschlichkeit und Göttlichkeit zugleich zusprach [12].

Auch in anderen Religionen finden wir diese Struktur wieder, wenn etwa das Herz-Sutra, ein Kerntext des Mahayana-Buddhismus, davon spricht, dass Form und Leere eins sind – Form ist Leere, Leere ist Form -, dann sagt es dies nicht deswegen, weil die Autoren des Textes nichts von Logik verstanden haben, sondern weil damit die Mehrwertigkeit des Seins schlechthin zum Ausdruck kommt, die eben genau nicht mit Logik fassbar ist, sondern andere Formen benötigt.
Daher legen auch die Koans des Zen-Buddhismus das logisch-analytische Denken lahm, um einer anderen Wirklichkeitserfahrung Raum zu geben.

Und deswegen sind in vielen religiösen Traditionen Aussagen über die letzte Wirklichkeit verboten.

Denn sie würden zu einseitigen Festlegungen führen, die die Versuchung nahelegen würden, man könne sich dieser Wirklichkeit mit Instrumenten der Aussagelogik nähern.

Ich glaube, wir würden uns viele Probleme im Leben ersparen, wenn wir weniger häufig „entweder–oder“ sagen würden und stattdessen „sowohl als auch“. Probieren Sie es mal aus. Dahinter steckt, formal gesehen, die Einsicht, dass logische Strukturen nur auf Sätze anzuwenden sind, das Leben selber aber, vor allem wir Menschen, eben nicht auf solche Strukturen reduzierbar sind.

Daher müssen wir lernen, komplementäres Denken mehr anzuwenden.

Das Neue daran ist übrigens, dass wir, anders als bei der Dialektik, die Gegensätze nicht einfach in eine höhere Einheit bringen. Sondern sie sind und bleiben konstitutiv. Der Mensch ist zwar die Vereinigung leiblicher und geistiger Prozesse. Aber sie bleiben in ihrer Verschiedenheit bestehen und sind, als verschiedene, im Menschen verbunden. [12]
Das Neue am komplementären Denken ist übrigens, dass wir, anders als bei der Dialektik, die Gegensätze nicht einfach in eine höhere Einheit bringen.

Komplementäre Gegensätze sind übrigens auch qualitativ verschieden von logischen Widersprüchen oder kontradiktorischen Gegensätzen. Kontradiktorische Gegensätze sind solche, die sich sozusagen auf der gleichen Ebene befinden. Man kann durch die Verneinung des Gegensatzes wieder das Ursprungsargument erzeugen: A # B (A ist nicht gleich B) kann ich unter bestimmten Bedingungen auch schreiben als A = ~B ( A ist das gleiche wie die Verneinung von B, z.B. „hell ist die Aufhebung der Verdunkelung“). Genau das geht mit komplementären Gegensätzen nicht. Denn sie sind semantisch und sachlich auf anderen Ebenen angesiedelt.

Daher sind auch logisch-analytisches Denken und das Denken in komplementären Gegensätzen selber wiederum zueinander komplementär. Erst wenn man beides beherrscht, und wenn man weiß, wo man das eine und wo man das andere anwenden muss, erst dann kommt man der Wirklichkeit nahe. Und das ist im Übrigen genau die Gesamtheit des Denkens, die auch die antiken Philosophen im Blick hatten.

Wir erreichen das also, wenn wir öfter „sowohl als auch“ sagen und denken, und die Logik dort lassen, wo sie hingehört: bei der Analyse von Sätzen, die Aussagen über einen einzigen kategorialen Bereich machen.

von Prof. Dr. Dr. Harald Walach, Fundstelle auf Akademie Integra

Der klinische Psycho­loge, Philo­soph und Wissen­schafts­his­toriker Prof. Dr. Dr. Harald Walach ist Professor für For­schungs­methodik komple­mentärer Medi­zin und Heil­kunde und Leiter des Instituts für trans­kulturelle Gesund­heits­wissens­chaften (IntraG) an der Europa-Uni Via­drina Frank­furt (Oder).

Quellen, Literatur und Anmerkungen

[1] Walach, H. (2013, orig. 2005). Psychologie: Wissenschaftstheorie, philosophische Grundlagen und Geschichte (3. überarb. Aufl. ed.). Stuttgart: Kohlhammer.
[2] Wittgenstein, L. (1980). Tractatus logico-philosophicus – Logisch-philosophische Abhandlung. Frankfurt: Suhrkamp.
[3] Bohr, N. (1966). Atomphysik und menschliche Erkenntnis. Braunschweig: Vieweg.
[4] Bohr, N. (1997). Collected Works. Vol. 6: Foundations of Quantum Physics I (1926-1932). Amsterdam, New York: North Holland.
[5] Rosenfeld, L. (1961). Nils Bohr. Amsterdam: North Holland.
[6] Römer, H., & Walach, H. (2011). Complementarity of phenomenal and physiological observables: A primer on generalised quantum theory and its scope for neuroscience and consciousness studies. In H. Walach, S. Schmidt & W. B. Jonas (Eds.), Neuroscience, Consciousness and Spirituality (pp. 97-107). Dordrecht: Springer.
[7] Walach, H. (2012). Komplementarität: Rahmen für eine Wissenschaftstheorie der Psychologie. In G. Gödde & M. B. Buchholz (Eds.), Der Besen, mit dem die Hexe fliegt. Wissenschaft und Therapeutik des Unbewussten. Bd. 1: Psychologie als Wissenschaft der Komplementarität (pp. 301-326). Giessen: Psychosozialverlag.
[8] Walach, H., & Römer, H. (2000). Complementarity is a useful concept for consciousness studies. A reminder. Neuroendocrinology Letters, 21, 221-232.
[9] Hoche, H.-U. (2008). Anthropological Complementarism. Linguistic, Logical, and Phenomenological Studies in Support of a Third Way Beyond Dualism and Monism. Paderborn: Mentis Verlag.
[10] Walach, H. (2014). Geist in der Flasche – vulgärer Materialismus auf dem Tisch: Kategorienfehler, unbequeme Daten und ein bescheidener Beitrag zum Leib-Seele-Problem. In J. Weinzierl & P. Heusser (Eds.), Was ist Geist? 2. Wittener Kolloquium für Humanismus, Medizin und Philosophie (Band 2) (pp. 85-121). Würzburg: Könighausen und Neumann.
[11] Reich, K. H. (1990). The Chalcedonian definition, and example of the difficulties and the usefulness of thinking in terms of complementarity? Journal of Psychology and Theology, 18, 148-157.
[12] Ob und inwiefern dialektisches Denken und komplementaristisches Denken das gleiche sind oder doch unterschiedliche Denkformen beschreiben ist aus meiner Sicht noch nicht geklärt. Die Struktur ist ähnlich, nämlich Gegensätze als konstitutiv zu sehen. Aber das Ergebnis scheint mir ein anderes zu sein. Während in der Dialektik eine „höhere“ Einheit entsteht, bleiben im komplementaristischen Denken die Gegensätze konstitutiv auch für die Einheit. Aber vielleicht ist diese Sicht einfach nur meiner Unkenntnis geschuldet

  1. federleichtes
  2. Januar 17, 2015 um 1:10 am

    Sowohl als auch:

  3. Gerd Zimmermann
    Januar 17, 2015 um 8:07 am

    Sowohl als auch….

    Ein Stueck weit…….. sowohl unser Ego aufgeben

    ALS AUCH anzuerkennen, dass wir Integral vom
    Gesamtbewusstsein sind

    Es ist ein langer Weg nach Hause, Supertramp…..

    Gruss Gerd

    Warum soll ich euch Honig ums Maul schmieren.
    Gold-DNA hat es auf zig hundert Seiten getan.
    Wer lesen kann.

  4. Januar 17, 2015 um 8:49 am

    sowohl als auch od, weder noch,
    is mindfuck und ego aufgeben is eben auch mindfuck des „egos“
    es gibt nur mindfuck der als nothing erscheint!
    egal ob rosarot oder blutrot!

    https://lh3.ggpht.com/EkjtsCvg1KLbR9qc2g953J0LDp50RQ6x0G864-kTMjNqdy2u4NrNzEZWkCqEXSywYO-YBA=s109

  5. tulacelinastonebridge
    Januar 17, 2015 um 10:35 am

    Guten Morgen,

    ……..Streiten sich zwei Rabbinerschüler und kommen zu ihrem Lehrer. Der eine trägt seine Meinung vor. Sagt der Lehrer: Du hast recht. Trägt der andere seine Meinung vor: Sagt der Lehrer zu ihm: Ja, du hast auch recht. Tritt ein Dritter dazwischen und sagt: Aber Rabbi, du hast dem einen Recht gegeben, und seine Meinung ist das Gegenteil des anderen. Und dem hast du auch Recht gegeben. Das geht doch nicht! Das widerspricht sich doch! Sagt der Rabbi zum Dritten: Ja, du hast auch recht……..

    Ja und ich würde sagen, die hier vier vorhandenen Personen, sind in Wirklichkeit nur eine Person.

    Eine Person macht sich mit sich selber, den Konflikt aus, in dem sie alle ihr möglichen Positionen einnimmt und betrachtet.

    Liebe Grüße

    • Januar 17, 2015 um 10:43 am

      fällt es den wirklich so schwer „deinen interpretations modus“ mal etwas zu „begreifen“ liebe tula 🙄

  6. Januar 17, 2015 um 10:59 am

    „Eine Person macht sich mit sich selber, den Konflikt aus, in dem sie alle ihr möglichen Positionen einnimmt und betrachtet.“


    übrigens ist das auch sog. „mindf.ck“ :mrgreen:

    momentan genialste beschreibung für diesen ominösen „MF“

  7. Januar 17, 2015 um 11:32 am

    Die Hit- Phrasen des spirituellen Blablablas:

    https://fbcdn-sphotos-f-a.akamaihd.net/hphotos-ak-frc3/v/t1.0-9/1000363_568351199903935_1906808623_n.jpg?oh=4093134addd7336651637ea5a89e936a&oe=552EC728&gda=1428956503_36bd89435682a4280d2e25b948cb6501

    😉 🙂 😛

    Du bist noch nicht so weit.

    Das ist deins.

    Alles ist Eins.

    Auch ein SELBST „tut“ nix … ein SELBST ist immer nur Ausdruck der DYNAMIK des JETZT …

    du musst an deinem Schatten arbeiten…

    …das innere Kind heilen….
    ..erleuchtet werden….
    Alles ist Illusion.

    Jeder schafft sich seine eigene Realität.

    Das ist das Resonanzgesetz.

    Alles ist Liebe

    Geld ist spirituelle Energie

    Es gibt kein Ego

    Hör auf zu denken.

    Es gibt dich nicht.

    Das bist Du.

    Wen kümmerts.

    Ich bin gar nicht da.

    Es gibt nicht zwei.

    • Januar 17, 2015 um 11:39 am

    • Januar 17, 2015 um 2:30 pm

      „Die Hit- Phrasen des spirituellen Blablablas:“

      Hab‘ auch noch ein paar: 😉

      Das Außen spiegelt das Innen

      Alte Muster wollen angesehen werden

      Du bist bereits erleuchtet

      Wir sind hier, um Erfahrungen zu sammeln/zu lernen/uns zu entwickeln

      Du lebst noch im Mangeldenken/noch nicht in der Fülle

      Wir sind alle Schöpfergötter

      Zur Erleuchtung kommt man durch die Frage „Wer bin ich?“

      Alte Seelen sind weise

      Alles ist Karma

    • derkleinehunger
      Januar 17, 2015 um 3:02 pm

      Die Hit- Phrasen des spirituellen Blablablas:” Fortsetzung äh laufend

      Das Universum ist das Haus des Lebens.

      Das Leben ist zyklisch.

      Der ganze Rest ist das Gesamtbewusstsein.

      sowohl als auch oder weder noch

      ————————und und und———————-

      Jedes Wort, jeder gebildete Satz (ob nun gebildet ausgedrückt oder einfach nur dumpf) ist der Sumpf in dem Sumpfnattern nunmal stecken. Da können sie hacken, Körner picken, sich die Federn ausreißen…………sich tulen in irgendwelchen tools, blasen bilden sich beim gären und was gärt, brodelt und schäumt ist verdorben.

      • Januar 17, 2015 um 3:24 pm

        Dampf abzulassen ist leicht 🙂

        Wenn es jetzt noch was Butter bei dem Fisch gäbe, könnte man auch in den Dialog kommen 🙂

        • derkleinehunger
          Januar 17, 2015 um 4:56 pm

          Dialog beginnt da wo Selbstgespräche beendet sind, Pseudodialoge führen heisst nicht dialogbereit. Lassen sie mal Druck ab, anstatt anderen Dampf ablassen zu unterstellen, Sprachgewandt bedeutet das nichts anderes als Unterstellungen.

      • Januar 19, 2015 um 12:09 am

        haha,… genau,…danke für die (scheinbar end-losen) „hin-zu-fügungen“ 🙂

  8. tulacelinastonebridge
    Januar 17, 2015 um 12:28 pm

    STALKER UND TROLLE auf Blogs.

    Ich finde diese beiden Typen werden verwechselt.

    Ich komme ja, unter anderem, von NEBADONIA, und dieser Blog Nebadonia ist ja ein Paradies für Stalker, die meist ungerechtfertigterweise als Trolle bezeichnet werden.

    Ich persönlich hab auf Nebadonia einige Stalker, zu denen ich Saturation (That´s It) zähle.

    Gold z.B, ist auch so ein Fall,

    Sie wechseln auch gerne ihren Nick und Bild etc.

    Hängen sich auf Kommentare ohne wirklich an einen Austausch interessiert zu sein usw. usw. usw.

    Ich denke, das Thema wäre es wert, genauer angesehen zu werden.

    • Januar 17, 2015 um 1:51 pm

      @ Tula

      „“Ich persönlich hab auf Nebadonia einige Stalker, zu denen ich Saturation (That´s It) zähle.““

      Naja, Einbildung soll ja auch sowas wie eine Bildung sein…

      Aber Spaß beiseite, hör‘ doch bitte endlich auf, Leuten was anzuhängen, nur weil Du ein persönliches Problem mit ihnen hast (stattdessen würde ich lieber mal darüber nachdenken, warum das so ist…)

      Saturation ist alles andere als ein „Stalker“ (wie kommst Du nur auf sowas?), ich würde ihn eher als sehr fortgeschrittenen Querdenker bezeichnen (ich verstehe ihn auch nicht immer, mag aber seine Kommentare).

      Und was Gold angeht, der hat (soweit ich mich erinnere) von sich aus nie seinen Nick gewechselt, immer nur dann, wenn er gesperrt war (und selbst wenn er wechseln würde, was würde das bringen, man erkennt ihn schließlich beim ersten Satz…)

      Was ich bis heute nicht verstehen kann ist, wieso außer mir fast niemand seine Qualität erkennen kann, ich meine das Niveau eines jeden Blogs sinkt geradezu in Lichtgeschwindigkeit, sobald er weg ist… das ist echt traurig, das immer und immer wieder mit ansehen zu müssen… und zwar für alle Beteiligten und ja, auch und gerade für diejenigen, die froh sind, wenn er weg ist, denn die hätten möglicherweise am meisten von ihm profitieren können, wenn sie nicht immer sofort auf Abwehrmodus geschaltet hätten…

      „“Hängen sich auf Kommentare ohne wirklich an einen Austausch interessiert zu sein usw. usw. usw.““

      So wie ich das sehe, sind sie deshalb nicht wirklich an einem Austausch interessiert, weil sie sehen, wie festgefahren o.ä. die meisten sind (was sollen sie sich da mit im Kreis drehen), darauf wollen sie (ähnlich wie ich auch) einfach aufmerksam machen, dass das nicht so gerne gesehen wird, versteht sich von selbst.

      „“Ich denke, das Thema wäre es wert, genauer angesehen zu werden.““

      Sehe ich auch so, und zwar sollte jeder zuerst bei sich selbst nachsehen.

      • tulacelinastonebridge
        Januar 17, 2015 um 5:51 pm

        🙄 …..Luna, du schreibst Kommentare auf die es einfach keine Antwort gibt.

        Dafür gibt’s ein Lied von mir.

  9. Gerd Zimmermann
    Januar 17, 2015 um 1:07 pm

    That’s it

    natuerlich habe ich begriffen, dass es mich als Person nicht gibt, ohne Materie
    auch nicht geben kann. Ich bin geistiger Natur und somit unsterblich.
    Das zu durchschauen ist schwer, sehr schwer.

    „Der erst Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch,
    aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“
    Werner Heisenberg

    um nicht immer M. Planck, W. Russell und Gold-DNA bemuehen zu muessen,
    geht den anderen auf die Nerven, schwaches Nervenkostuem halt.

    Gruss Gerd

  10. Gerd Zimmermann
    Januar 17, 2015 um 1:41 pm

    „Ohne allen Zweifel konnte diese Welt, so wie wir sie erfahren, mit all ihrer
    Vielfalt an Formen und Bewegungen, nur und aus nichts anderem entstehen,
    als aus dem absoluten und freiem Willen Gottes, der ueber alles herrscht und regiert.“
    Sir Isaac Newton

    „Alle Formen sind wirklich gedachte Formen.“
    W. Russell

    Ihr hasst mich, bringe ich doch eure Seifenblasen zum platzen.
    Aber… es gibt Neue…..keine Angst….
    Auch unter Keine Panik im Anhalter bekannt, wer’s kennt.

    Gruss Gerd

  11. Gerd Zimmermann
    Januar 17, 2015 um 2:05 pm

    Das Universum, das Leben und der ganze Rest.

    Besser kann sich doch das SEIN nicht umschreiben.

    Das Universum ist das Haus des Lebens.

    Das Leben ist zyklisch.

    Der ganze Rest ist das Gesamtbewusstsein.

    Nein, nein, nein und nochmals nein.
    Ich bin ich. Denkste.

    Ich denke also bin ich.
    Denkste, schrieb jemand darunter.
    Unter Gold-DNA NACHZULESEN.

    Guido, sie wuerden uns verhauhen, wenn sie uns
    finden wuerden, die Nonlokalitaet hat auch ihrs.

    Grins Gerd

  12. Gerd Zimmermann
    Januar 17, 2015 um 2:29 pm

    Ich habe niemals die Existenz Gottes verneint. Ich glaube, das die Entwicklungstheorie
    absolut versoehnlich ist mit dem Glauben an Gott. Die Unmoeglichkeit des Beweisens und
    Begreifens, dass der grossartige ueber alle Massen herliche Weltall, ebenso wie der Mensch
    zufaellig geworden ist, scheint mir das Hauptarkument fur die Existenz Gottes.
    Charles Darwin

    Wissen kommt nicht von nachplappern, eher von denken.

    Zitat GZ?
    Wo die Liebe wohnt, dort ist Gott zu Hause.

    Gruss Gerd

  13. Gerd Zimmermann
    Januar 17, 2015 um 2:58 pm

    Hier im Block steht Rhein zufaellig, womit wir schon wieder bei der Bedeutung des Wassers
    waehren, das “ Vater unser“

    Ko(s)misch, oder???

    Mein Vater sagte oft zu mir, dein Kopf ist nur zum Haareschneiden da.
    Auch sagte er, ueberlass das Denken den Pferden, sie haben einen groesseren
    Kopf.
    Nun ja. Bild dir deine Meinung.

    Oder eben nicht.

    Gruss Gerd

  14. Gerd Zimmermann
    Januar 17, 2015 um 3:13 pm

    Wie kann es in einer Nonlokalitaet einen Nordpol geben.
    Ganz harte Nuss.

  15. Gerd Zimmermann
    Januar 17, 2015 um 3:15 pm

    Wer das versteht, versteht ein ganzes Multiversum.

  16. Januar 17, 2015 um 3:57 pm

    Ebenfalls hörenswert, das Interview mit dem Autor zum Thema: „Kultur der Achtsamkeit“.

    In diesem Sinne sehe ich sehr wohl enormes „Wachstumspotenzial“ 🙂

    http://t1p.de/02y8

  17. Gerd Zimmermann
    Januar 17, 2015 um 4:12 pm

    Zu Fisch reimt sich Tisch.
    Danach gibt es Wein, fein.

  18. Kint
    Januar 20, 2015 um 6:26 pm
    • „wenn man einen Standpunkt einnehmen kann, der beide Sichtweisen anerkennt, ist eine Lösung denkbar.“
      Und die „schöne“ Lösung ist: Beiden Gegenteilen recht zu geben.
      Und nichts falsches, nichts Richtiges je zu benennen. Denn der Witz ist ja schon zu Ende. O je o je.
    • „Mit Logik können wir nicht alle Probleme des Lebens lösen.“
      Beileibe nicht. Aber damit kann man sie erkennen. Insbesondere, wenn einem jemand erzählt, sie seien gar keine.

    Nun, und wer´s für einen Witz hält, die Oder klein zu schreiben, hat sich damit wohl seinen Prof. humoris causa oder so verdient. Eher als den für Rechtschreibung jedenfalls. Denn von der sind die Leser ja ausgegangen. Wie witzig… Vorschlag zur Güte: Vielleicht erzählt der Prof. seine Witze künftig bei nem Bier. Dann könnten sie funktionieren – und er kann sichs Hinschreiben sparen.

    Anders gesagt: der gute Prof. Walach, mit Verlaub, scheint die Logik, die ganz entgegen seiner Darstellung überhaupt niemand mehr beherrscht, zu zerschwätzen. Und zwar in etwas, von dem er den Leuten einredet, sie beherrschten sie – aber bräuchten sie so dringend nun doch nicht. Schon gar nicht, wenn´s um die Probleme des Lebens geht.

    Im übrigen scheint Herr Prof. den Kern des jüdischen Witzes nicht verstanden zu haben. Was den witzig macht, ist nicht seine Gerechtigkeit. Auch nicht seine Korrektheit. Schon gar nicht seine Logik oder gar philosophische Tiefe. Sondern bekanntlich seine Absurdität.

    Die Sowohl-als-auch-Gitarre: Spitze!

  19. Kint
    Januar 20, 2015 um 8:03 pm

    Der ziemlich einseitige Witz des ganzen ist doch der:
    Herr Prof. verstehen gar nichts von Logik. Wir verstehen nichts von Logik. Aus der Schule schon mal gar nicht. Und kaum jemand weiß das, und wer mag´s schon zugeben. Wer´s weiß, kann´s nur autodidaktisch versuchen. Soweit sind wir gekommen – auf den logischen Hund des Denkens.
    Und Herr Prof. geruhen zu raten: Legen Sie nicht zuviel auf die Logik. Denn „manchmal“ muss man viel komplexer denken – als nur logisch.
    Ach ja? Ohne Logik überhaupt kein Denken. Und wer nicht logisch denken kann, kann auch nicht „komplexer“ denken als logisch. Das tut dann der Professor – wenn er´s für angebracht hält. Und wird schon mitteilen, was dabei rausgekommen ist. Wenn er´s für angebracht hält.
    Das erzählt er dann denen, die´s wohl „glauben müssen“. Weil sie selbst nichts von alledem verstehen.
    Und es selbst, bestenfalls, zugeben. Im Gegensatz zum Herrn Professor.
    Oder man müsste Herrn Professor fragen, ob er spinnt. Weil er völlig unverständliches Zeug redet. Abe wer traut sich das schon.

    Man könnte höflich sagen: Dass Herr Prof. logisch denken kann – müsste sich noch erweisen.
    Dass er behauptet, seine Leser könnten logisch denken – bloße Schmeichelei, wenn auch mit einer bestimmten Absicht. Weniger höflich: glatt gelogen. Oder: schlau geschmeichelt – für dumm verkauft.
    Herr Professor weiß Bescheid….

    Wer traut schon jemandem, der sich / nur weil er sich Professor nennt. Oder den Namen von Leuten in den Mund nimmt, die denken konnten – aber tot sind. Und sich nicht mehr wehren können.
    Wer traut ihm, wenn / weil er „wir“ sagt – aber „ihr“ meint. Und dann mit Ratschlägen kommt, dass man so denken soll, wie man´s nicht verstehen kann – nämlich so komplex, wie´s der Professor nie erklären kann.
    Wer traut ihm, dass er recht mit alledem hat. Nur weil er einem sagt, er hätte noch ein Stück komplexer gedacht als man selbst.

    Auch Professoren haben mal einen Ratschlag verdient. Trinkt ein Bier und erzählt den Leuten Witze – DIE erkennen die Pointe wenigstens.
    Wäre besser, als andere zu verwirren. Das spart viel Schreiberei, und man muss nicht mal Literatur raussuchen. Für die eindrucksvollen Fußnoten.

    Logisch, nicht? Und das als Autodidakt. Als blutiger Laie, wohl eher – zugegeben. Man soll sich nicht noch selbst falschen Honig ums Maul schmieren. Honig macht gesund, Zucker macht Krebs. Das wissen sogar Professoren.

    • Januar 20, 2015 um 8:47 pm

      Das war jetzt aber auch viel Luft um nichts …

      • Kint
        Januar 20, 2015 um 10:13 pm

        Du meinst den Artikel. Wohl wahr.
        Außer dass dessen Luft aufs übelste riecht, wenn man die Nase aufsperrt.

        Dass in der Schule das natürliche Denken ausgelernt, und hier vom Prof. ausgepredigt wird, ist sicher jedem beim 2. Lesen aufgefallen.

        Also hoffentlich ganz unnötig, mein Kommentar. Verstehen wirs so.

        Schönen Abend, allerseits.

  20. Gerd Zimmermann
    Januar 20, 2015 um 9:41 pm

    Kint

    das ist sehr gut.
    Wuesste der Prof. das sein Titel virtuell ist, wuerde er Enten fuettern gehen.

    Danke.

    Gruss Gerd

    • Kint
      Januar 21, 2015 um 12:06 am
      • Wuesste der Prof. das sein Titel virtuell ist, wuerde er Enten fuettern gehen. –
        Tut mir leid, will nicht alles vollkleistern hier, aber muss es loswerden: das ist um Dimensionen besser, als alles was hier sonst steht. Merci!
  21. Kint
    Januar 20, 2015 um 11:11 pm

    Ja, danke Gerd. Gern, insoweit. Auch wenn man sich lieber mit schöneren Dingen beschäftigt. Mit Pyramiden, mit Wissen, mit dem, was war und was ist. Und nicht mit gut bezahlten Typen, die einem genau das ausreden wollen.
    Je mehr Geld verprasst worden ist, desto mehr davon springen hinter jedem Busch hervor. Und man muss so viel unnütze Zeit verbringen, das alles zu sortieren – und wer schafft das schon immer. Klar, das hat System, ist Absicht. Damit man nicht mehr hinguckt. Oder nicht mehr weiß, was real ist. S. Henry Makow zu 9-11.
    http://alexandergottwald.com/1440/henry-makow-ph-d-live-vor-der-kamera-nwo-hitler-putin-obama-feminismus-new-age/
    http://www.politaia.org/geschichte-hidden-history/die-frankfurter-schule-die-fabian-society-und-die-ursprunge-der-„antideutschen“/
    Das scheint keinen anfang und kein Ende zu haben… Entschuldige das mit deutsch und anti – wer wollte das denn „verstehen“ – aber ich hab´s nicht erfunden, das Spiel mit den vielen Realitäten. Schon gar nicht mag ich das, was dabei rauskommt. manche nennens die hölle auf Erden. Ich für meinen Teil – bin mehr für das, was ich verstehe. Wenn man das auch noch gut, schön findet – um so besser.
    Würds mal so sagen. Wenn der Hr. Prof. einen Artikel gegen das Denken, den menschlichen Verstand, schreibt – dann wird er seinen Grund haben. Entweder Angst davor, oder einen Extrascheck dafür. Spekulation? Gewiss. Noch mehr Gründe sind denkbar. Wer mag, kann sich welche ausdenken. Und überlegen, wie wahrscheinlich sie sind – Ockhams Rasiermesser.
    Vllt Grund, sich mal Aristoteles näher anzugucken, den der Prof. so schnell beiseite legt, bzw. überspringt. Gab auch mal einen schönen verständlichen Text über das Gute, das Glück, bei Aristoteles, leider find ichs nicht wieder…
    Oder haben sie einen gelungenen Wikipedia-Text durch was komplexeres ersetzt? 🙂 Nun, bescheidene Geister halten sich ohnehin an ihren Verstand – nicht an Glauben, Wikipedia, oder die Vielzahl endlos komplexer Realitäten – von Bekloppten. Er ist und bleibt – der Humor, wenn man trotzdem lacht. In diesem Sinne – einen guten Abend.

  22. Gerd Zimmermann
    Januar 20, 2015 um 11:55 pm

    Kint

    ich wollte einmal einen Prof. der Gravitationsforschung an der Uni Zuerich erzaehlen
    was Gravitation ist
    Er: Publizieren sie ihre Idee in der Fachpresse. Wenn das anerkannt wird, rede ich mit
    ihnen.

    Kein Kommentar.

    Gruss Gerd

    • Kint
      Januar 21, 2015 um 1:05 am

      ja, glaub ich. Wenn auch ungern, Du verstehst. Wie mit den Ärzten. Medizin ist eine Erfahrungslehre, keine Wissenschaft. Jeder weiß es, ihre Kammerpräsidenten räumen es ein. Aber sie geben Dir Gift, wenn Du Krebs hast – statt das, was nunmal erfahrungsgemäß hilft. Und zwar solange, bis Du austherapiert bist. Das heißt, dass Du so voll Krebs und Gift bist, dass Du alsbald stirbst. Falls Du ein Kind wärst – kommst Du in ein Kinderhospiz. Erstaunlich, nicht? erst kürzlich erfahren. Und keine ahnung, wie viele es gibt. Hier, in diesem Land, ja genau.
      https://daserwachendervalkyrjar.wordpress.com/2014/12/29/pflanze-10000-mal-wirksamer-als-chemotherapie/
      Und keinem sagen sie, wovon es kommt – nicht vorher, nicht nachher. Dabei hat Otto Warburg dafür, dass ers rausgefunden hat, 1931 einen Nobelpreis bekommen. Aber – medizinisch anerkannt ist nur, was die demokratische Mehrheit der zugelassenen ärzte für „richtig“ hält. Auch recht interessant – aber wahr. Obs wissenschaftlich ist – mag der Verstand entscheiden. Wir haben abgestimmt, erklärt jeder Prof. Gutachter, dem Richter: Wenn einer krank ist, meist vom üblcihen Kristallzucker, und hat Krebs, dann gibt man ihm Gift. Denn – wir halten das überwiegend für richtig. Kann ich Ihnen versichern, Herr Richter, und zur Not auch schwören.
      Und der Staatsanwalt, der Richter? Die sagen: Na wenn Sie sagen, dass Ärzte Demokraten sind… dann machen Sie es offenbar richtig.
      Und mal im Un-Ernst – unter uns: Wie könnt denen der Rechtsstaat dann einen Vorwurf machen.

      Im übrigen glauben sie sowieso, dass Professoren Wissenschaftler sind. Es also besser wissen also sie. Wer bräuchts denn dann noch zu verstehen. Was die für ein wirres Zeug schreiben. Und zu aller Not beschwören würden.

      Und alle schreiben dann nur, was recht und billig ist, was richtig und gerecht ist. Aber aus lauter Höflichkeit nicht, für welch seltsame Geister sie die Mordanzeiger halten. Und doch: Demokratisch ists, im namen des Volkes.

      Solange, bis es demokratisch anerkannte, nämlich real durchgesetzte Mehrheit ist, nicht noch mehr schon kranke Leute zu vergiften.
      Was man mit den Kranken macht, wär natürlich zu überlegen. Man könnt zB, also abgesehen von den Ärzten ,dh alle, entscheiden, dass krebsverursachende Gifte nciht mehr Nahrungsmittel genannt werden dürfen. Oder verboten werden. Oder dass die, dies dennoch tun, wegen Massenmordes bestraft werden.

      Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht. Fragt sich nur, welcher, zuerst.

      Und falls Du´s Chemokaust nennst, wirst Du hoffentlich nicht eingesperrt. Wär froh, wenn Du bei der Gravitation bleibst. wer da fragt, ist bestenfalls, na ja, jedenfalls nichts strafwürdiges. Sie lachen Dich aus, und erklären Dich für nen Trottel. Und wenn Du sie wegen Beleidigung anzeigst, sagt der Gutachter, dass sie Deine Frage als Meinung verstanden haben. und die ist nun mal nicht demokratisch anerkannt.
      http://www.exopolitics.org.uk/exodocuments/Brian-Moongate%20-%20Suppressed%20Findings%20of%20the%20Space%20Program.pdf
      Ob sich die Frage stellt? Ob sie nichts als widersprüchlichen Unsinn reden? Danach fragt sie keiner, und wenn, sagen sie nein, und beschwören es. Aber ob das denn stimmt – das steht in keinem Gesetz, in keinem Urteil. Und natürlich nicht in Aufsätzen von Professoren, und keiner fragt nach. Nun, wenn mans weiß, stört einen nur noch halb so wenig wie vorher.

      Aber dennoch.

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