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Gesetz und Recht – Dasselbe oder Gegensätze?

In Ergänzung zum Artikel Das Konzept der Nation als Ideologie …

Recht: Es entsteht freiwillig durch Rechtsüberzeugung und Übung in der Gemeinschaft, die Individuen geben sich dieses Recht selbst durch Vereinbarung oder freiwillige Unterwerfung. Man kann einem nicht genehmen Recht entgehen durch den Wegzug in einen anderen Rechtskreis mit anderem Gewohnheitsrecht. Das Recht entsteht und besteht im Interesse der Angehörigen der Gemeinschaft und der Ordnung ihres Zusammenlebens; es findet eine echte Mitwirkung des Einzelnen bei der Schaffung und Ausübung des Rechts statt. Jeder ist ohne Ansehen seiner Person oder seiner Funktion in der Gemeinschaft dem Recht unterworfen. Recht ordnet das Zusammenleben und schafft Frieden; ihm wohnen Friedensfunktion, Ordnungsfunktion, Integrationsfunktion und Freiheitsfunktion inne.

Gesetz: Der diametrale Gegensatz zum Recht ist das Gesetz. Es entsteht nicht freiwillig, sondern willkürlich nach Interessenlage durch staatliche Machtausübung, Gewalt und Zwang; es wird von oben aufgezwungen. Staatlichen Gesetzen kann man nicht entgehen, da die Erde mit Staaten zugepflastert ist und ausnahmslos alle Staaten ihre Herrschaft mittels Gesetzen sichern. Gesetze entstehen und bestehen im Interesse der Machterhaltung und Machtsicherung des Staates und der Förderung seiner Günstlinge. Eine wirkliche Mitwirkung des Einzelnen bei der Schaffung und Anwendung der Gesetze findet nicht statt, nur eine täuschende Schein-Mitwirkung (Wahl des Abgeordneten, Gesetzgebung der Abgeordneten, Gesetzesanwendung durch den Staat). Der Staat und seine Freunde sind dem Gesetz nicht unterworfen. Gesetze bringen Unordnung in das Zusammenleben der Individuen und zerstören es. Gesetze haben aufgrund der gewaltsamen Durchsetzung von Partikularinteressen eine eingebaute Konfliktfunktion. Die daraus sich ergebenden Streitigkeiten werden dann natürlich vom Staat und seiner Bürokratie zwecks Bestätigung ihrer Daseinsberechtigung mit Gewalt “gelöst”. Gesetzen wohnt eine Chaosfunktion inne, da sie die sich natürlich ergebende Ordnung in der Gesellschaft durch gewaltsame Eingriffe stören oder sogar auflösen. Gesetze üben eine Desintegrationsfunktion aus, da sie Zwietracht säen und willkürlich Bevölkerungsgruppen aus der Gemeinschaft ausschließen, in Begünstigte und Benachteiligte trennen. Und Gesetzen ist eine starke freiheitseinschränkende Funktion zu eigen, sie entziehen die natürlichen Freiheiten des Einzelnen am eigenen Körper und Eigentum zum Zwecke der Erlangung von Vorteilen für Bürokratie und Günstlinge des Staates und besserer Kontrolle durch den Staat.

Die Grundlage von Recht ist Moral. Der Zweck des Rechts ist das friedliche Zusammenleben der Individuen. Die Grundlage von Gesetzen ist Gewalt. Der Zweck der Gesetze ist die Sicherung und Ausübung der Macht des Staates. Da Gewalt niemals moralisch ist (Ausnahme: Handeln in Notwehr, jedoch werden Gesetze nicht in Notwehr geschaffen), können Gesetz und Recht nicht dasselbe sein, sondern sind vielmehr diametrale Gegensätze. Gesetze sind unabhängig von ihrem Inhalt immer amoralisch, weil sie auf Gewalt und nur auf Gewalt beruhen.

Wir brauchen keine Gesetze, wir brauchen Recht!

Akademie Integra

von Ferdinand A. Hoischen aus „FreiwilligFrei“
recht-und-gesetzUm das Ergebnis vorweg zu nehmen: Gesetz und Recht sind nicht dasselbe. Gesetz kommt zwar als Recht verkleidet daher, kann es aber in Wirklichkeit niemals sein, soll es seitens der gesetzgebenden Organe auch gar nicht sein und ist tatsächlich immer das genaue Gegenteil davon. Schon die Römer kannten den Unterschied und bezeichneten das Gesetz als lex (von lat. legere = lesen, auslesen, sammeln) und das Recht als ius. Lex wurde verstanden als eine Regel oder ein Gebot der souveränen Macht eines Staates, die sich, schriftlich publiziert, mit Rechten oder Pflichten an die Angehörigen dieses Staates richtet, mit der Staatsmacht als Quelle des Gesetzes. Das Recht wurde hingegen aufgefasst als menschlich-moralische Ordnung. Man sieht, schon “die alten Römer” wussten, dass sich hinter “Gesetz” und “Recht” völlig unterschiedliche Wertvorstellungen verbergen.
1. Gesetz
Gesetze sind Willensäußerungen des Staates, die in der im öffentlichen Recht für den Erlass…

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Kategorien:Erkenntnis, Gesellschaft Schlagwörter: , , ,
  1. Dezember 29, 2014 um 4:19 pm

    Camillo Friedrich Schrimpf auf Facebook:

    Der alte Grieche sagt: Der Nomos ist der Basileus – Das Gesetz ist der König. Das sind also die Ratgeber des Königs und was sie glauben, dass angemessen ist. Das (das Gesetz) ist bis in unsere Tage so. Man spricht dann vom „Richter-Recht“ – Viele glauben, die Gesetze müssten aufgeschrieben sein. Das fing aber erst unter Kaiser Constantin an. – Das Bürgerliche Gesetz Buch von Deutschland geht auf das Römische Recht zurück. Friedrich Carl von Savigny (1779-1861) wollte eigentlich nicht, dass es aufgeschrieben wird. – Die Juris-Prudenz ist die Kunst von der Interpretation der Gesetze. Man sagt, dass ein ausgebildeter Richter beide Urteile begründen kann. Ich kenne mehr als einen, der sich getäuscht hat. Das Beamtentum ist einfach zu bequem . . .Brixner (AG Nürnberg). . . Er hat Gustl Mollath in die Irrenanstalt gebracht . . .

  2. Dezember 29, 2014 um 5:31 pm

    Udo Rohner auf Facebook dazu:

    Woher nimmt ein Baum das Recht irgendwo zu keimen und zu wachsen?

    Ganz einfach: Aus seinem Sein und der Tatsache dass er nicht einfach nur irgendwo keimt und wächst und seinen Standort als Lebensraum für sich beansprucht, sondern weil er seinen Standort schützt und nährt und weil er selbst mit seinem Sein den Lebensraum für Tausende anderer Mitlebewesen erschafft.

    Wäre der Mensch nur ein klein wenig „baumischer“, so würde die Frage nach Recht und Gesetz wohl in der Bedeutungslosigkeit versinken und dadurch den Platz für die Orientierung der menschlichen Lebensweise an gerechtfertigten Gesetzmäßigkeiten frei machen.

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