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Wer ist schon weise?

Ich hörte mir die Tage einige Mitschnitte von Udo Petscher an. In einem wies er darauf hin, dass viel zu wissen nicht zwingend zu Weisheit führte. Ganz besonders nicht in den Wissenschaften („Wir sind Nationen von Nachplapperern geworden.“, so Udo). Das Wort „Science“ enthalte schon das Zerteilende. Wissenschaftler wüssten von immer Weniger immer Mehr und würden so, das Fraktalere im Fokus, zunehmend das große Ganze aus dem Auge verlieren, und dabei eher verdummen, zumal sie keiner mehr verstehen könne.

Der Mitinitiator des Blogs Initiative Wirtschaftsdemokratie, Gilbert Dietrich, hat vor Kurzem eine Liste von 10 Lebensweisen veröffentlicht, die einen Weisen beschreiben. Diese möchte ich in Ergänzung zu meinem vorherigen Artikel auch hier bringen:

  1. Realismus
    Weise Menschen sind zuallererst realistisch. Sie wissen, wie anstrengend viele Dinge im Leben sind. Das heißt nicht, dass sie nicht optimistisch wären, aber ihnen ist die Komplexität der vielen Herausforderungen im Leben bewusst.
  2. Dankbarkeit
    Da ihnen klar ist, wie viel im Leben schief gehen kann und wird, sind weise Menschen gegenüber Momenten der Ruhe und Schönheit besonders aufmerksam, auch wenn diese Momente nur sehr unscheinbar oder kurz sein mögen und von anderen in ihrer Eile gar nicht bemerkt werden. Das ist Dankbarkeit gewachsen aus Offenheit gegenüber dem Moment, wie er sich präsentiert.
  3. Wahnwitz
    Der Weise ist nicht überrascht, dass wir lebenslang unreif bleiben, egal für wie klug und moralisch wir uns halten. Da weisen Menschen klar ist, dass mindestens die Hälfte des Lebens mit unserer Ratio nicht zu fassen und zu bewältigen ist, sind sie auf den lauernden Wahnsinn vorbereitet und bleiben gefasst, wenn er sich zeigt. Der Weise lacht über sich selbst. Er hält sich mit Urteilen zurück und ist skeptisch gegenüber seinen Erkenntnissen.
  4. Höflichkeit
    Weise Menschen sind sich über die große Bedeutung sozialer Beziehungen im Klaren. Im Zweifel bedeuten diese Beziehungen mehr als immer Recht zu behalten oder unbedingt die Wahrheit zu sagen. Sie wissen, dass die Dinge aus der Perspektive eines anderen Menschen ganz anders scheinen. Weise Menschen suchen eher nach dem, was die Menschen verbindet, als nach dem, was sie trennt.
  5. Akzeptanz
    Wer weise ist, hat seinen Frieden mit sich gemacht und akzeptiert, dass es einen großen Unterschied zwischen dem eigenen Idealbild und dem realen Ich gibt. Sie vergeben sich ihre Idiotie, ihre Fehler, Hässlichkeiten, ihre Beschränktheit und die Rückschläge. Sie müssen daher weder heucheln noch lügen. Ihnen fällt es leicht zu erklären, warum sie nur schwer zu ertragen sind (weshalb sie oft die erträglicheren Gefährten sind).
  6. Vergebung
    Weise verstehen den großen Druck, den viele verspüren, um ihren eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihre Interessen zu verteidigen. Weil ihnen klar ist, wie schwer jedes Leben voll von Ambitionen, Enttäuschungen und Verlangen ist, sind sie zu schneller Vergebung bereit. Wer weise ist, fühlt sich nicht von der Aggression der anderen verfolgt, weil er versteht, dass diese Aggression nicht ihm gilt, sondern aus einer verletzten Seele kommt.
  7. Widerstandskraft
    Weise Menschen wissen, wozu sie fähig sind. Sie verstehen, dass so vieles schief gehen kann und dass man trotzdem weiterlebt. Viele Menschen meinen, dass ihr Glück an so vielen Umständen hängen würde: Geld, Beziehungen, Ruhm, Gesundheit usw. Auch der weise Mensch schätzt diese Dinge, aber er macht sich und sein Glück nicht davon abhängig, weil er weiß, dass diese Dinge vergänglich sind. Er kann sein Glück auch ohne sie schätzen.
  8. Neidlos
    Wer weise ist, versteht, dass es gute Gründe dafür gibt, dass wir nicht all das haben, was wir haben wollen. Sie kennen die Konsequenzen des Gewinnens und Erfolgs. Auch sie gewinnen gern, aber sie wissen, dass die grundlegenden Dinge im Leben davon unberührt bleiben. Wer weise ist, versteht die Fügungen von Glück und Zufall und wird sich dafür nicht selbst verantwortlich machen.
  9. Ohne Reue
    In unserer Zeit der großen Ambitionen beginnen viele mit dem Traum, ein makelloses und erfolgreiches Leben zu führen und die richtigen Entscheidungen von Karriere bis Liebe zu treffen. Weise Menschen wissen, dass ein makelloses Leben unmöglich ist und dass jeder riesige und oft unkorrigierbare Fehler in verschiedenen Lebenslagen machen wird. Perfektionismus ist eine wahnsinnige Illusion und Reue ist als seine Folge unvermeidbar.
  10. Ruhe
    Weise Menschen wissen, dass Unruhe und Tumult überall lauern und ausbrechen. Diesen Ausbruch sehen sie kommen und sie fürchten ihn. Deswegen pflegen sie solch eine Hingabe zur Ruhe und Stille. Ein ruhiger Abend ist für sie eine Errungenschaft und ein Tag ohne Besorgnis muss gefeiert werden. Ein bisschen Langeweile schreckt sie nicht, es könnte – und es wird irgendwann wieder – alles viel schlimmer sein.

 

Kategorien:Erkenntnis Schlagwörter: ,
  1. April 22, 2015 um 12:40 pm

    Mein Danke ! an Martin,
    Tula ❤ : wie wohl-tuend ! 😉
    und Wolfgang!

    Hab diese interessanten Weis-heits-GeH-Danken gezeigt:
    http://bumibahagia.com/2015/04/21/verurteilen-das-grundubel/comment-page-1/#comment-28561

  2. Dezember 25, 2014 um 6:19 am

    Hat dies auf Walter Friedmann rebloggt und kommentierte:
    Weisheit

  3. Heinrich Schmitt
    Dezember 24, 2014 um 6:04 pm

    Hahaha, Gerd, Du bringst es auf den Punkt. Ein Mancher glaubt, dass er die Weisheit mit Loeffeln gefressen hat…!

  4. Gerd Zimmermann
    Dezember 24, 2014 um 12:17 pm

    Und dann Wolf deine Geislein sind dir doch bei .pipe
    schon beim sein eingeschlafen.

  5. Dezember 24, 2014 um 11:56 am

    WEISE ist, wer zur höheren Bewußtseins- / Seins-Ebene aufgestiegen ist, in das göttliche Bewußtsein im Menschen, und dadurch regelhaften Zugang zur göttlichen Weisheit hat.

    Der wahrhaft weise Mensch WEISS um die höhere / wahre / volle Wirklichkeit und WEISS, was zu tun ist und WEISS, was er tut. lm Gegensatz zu denen, über die Jesus vom Kreuz herab sagte: „… denn sie wissen nicht, was sie tun.“

    Der wahrhaft weise Mensch weiß, welche Informationen wirklich wichtig sind – und welche nicht.

    Zur Erinnerung:
    Der Aufstieg zur höheren Bewußtseins-Ebene soll parallel zur körperlichen Pubertät stattfinden. Nur dann können die Kinder im Bewußtsein / Geiste des höchsten Prinzips des Lebens / Seins / Universums erfolgreich erzogen / unterwiesen werden.

    In einer wahrhaft gesunden Gesellschaft – was die „entfremdete“ zivilisierte Gesellschaft absolut nicht ist – sind alle geschlechtsreifen Menschen auch WEISE. Und damit sind sie auch – primär für ihre Kinder – Stellvertreter Gottes.

    Der wahrhaft weise Mensch lebt in der Bewußtseins-Ebene, in der auch Christus beschrieben wird – als „eingeborener“ Sohn Gottes. Einen „Eingeborenen“ trifft man in seiner Heimat an. Und das ist bei Christus und wahrhaft weisen Menschen so: Man trifft sie in ihrer geistig-seelischen = spirituellen Heimat an, bei ihrem göttlichen seelischen Vater.

    Das „Zur-Welt-Kommen“ dieses Christus-Bewußtseins im Menschen, wenn er ALS Christus-Bewußtsein, als bewußte Seele, erstmals in der Welt ist, feiern wir – symbolisch – als „Weihnachten“: Als die Geburt des „Christ-Kindes“.

    Das „Kind in der Krippe“ ist also eine Symbol-Gestalt für ein BEWUSSTSEIN bzw. eine Bewußtseins-Ebene oder einen Aspekt des menschlichen Bewußtseins.

    ANDERE Aspekte / Ebenen von Bewußtsein im Menschen sind das auf die „äußere“, materielle, Welt gerichtete Bewußtsein („Josef“) und das auf die seelische Innenwelt / Gefühlswelt gerichtete Bewußtsein („Maria“ / „Miriam“).

    Die „Reise“ von Nazaret nach Bethlehem ist der – von mir schon oft genannte – Bewußtseins-Wandel / -Wechsel. Der „Stall“ in Bethlehem ist Symbol für das Bewußtseins-„Haus“ des Menschen (Mens-chen = Geistlein), in dem dieser Wandel / Wechsel vollzogen wird. Die „Tiere“ in dem Stall symbolisieren die „Triebe“ des Menschen.

    Ich will hier nicht die komplette Weihnachtsgeschichte ausdeuten. Es soll nur ein kleiner Hinweis darauf sein, daß es sich bei dieser Geschichte nicht primär um einen historischen Bericht handelt, sondern um eine „Merk-Hilfe“ für das Hauptsächliche daran: die symbolische Beschreibung des Entstehens des GANZEN, WAHREN, HEILEN, Menschen.

    Irgendwo steht zu lesen: In diesem Ereignis im Stall sei Gott Mensch geworden.Das ist wahr!
    Umgekehrt ist es aber ebenso wahr!
    In der „Weihe-Nacht“ wird der Mensch BEWUSST Gott.

    Frohe Weihnachten!

    Wolfgang Heuer
    Projekt Seelen-Oeffner

  6. tulacelinastonebridge
    Dezember 23, 2014 um 1:57 pm

    Ja, danke….wunderschöner Text.

    Und ein wunderschönes Video:

    Fundstelle

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