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Brauchen wir eine Marktwirtschaft und wenn ja welche?

Adam und seine Frau im Garten Eden, Lucas Cranach d. Ä. (1530) (Foto:Wikipedia)

Adam und seine Frau im Garten Eden,
Lucas Cranach d. Ä. (1530) (Foto:Wikipedia)

Damit der ganze Schwachsinn halbwegs funktioniert, müssen die sozialistischen Planwirtschaften ihre Arbeitersklaven im Land einschließen, während die kapitalistischen Marktwirtschaften ihre Spießbürgerschaft vor übermäßiger Einwanderung aus Zinsverliererstaaten schützen müssen.
Stefan Wehmeier – Opium des Volkes

Ich hatte vor einiger Zeit schon einmal einen Artikel von Stefan Wehmeier hier veröffentlicht. Nun gibt es davon eine Überarbeitung, in der wir Vieles unserer Diskussionen wieder erkennen können. Die Meme machen die Runde …

Was mich derzeit umtreibt ist, ob zum zuträglichen Leben wirklich Dinge brauchen, die wir nur in stark verflochtener Gemeinschaft herstellen können., seien es Fahrräder, Kameras, Computer und Internet oder auch nur so ein einfacher Bleistift, der schon den Einsatz tausender anonym „füreinander“ abeitender Menschen braucht (Quelle):

Wir stehen somit in extremer Abhängigkeit und sind völlig lebensunfähig, wenn die Ströme unserer sekundären Energien wie  Strom, Öl, Kohle oder Gas unterbrochen werden. Der heutige Wirtschaftskreislauf würde sofort zum Erliegen kommen, die Lebensmitel nicht mehr verteilt werden. Ende im Gelände? Also brauchen wir einen Markt, nur welchen?

Stefan Wehmeier geht in seinem Artikel auf die uns bekannten Marktwirtschaften ein, welche Ideen ihr inne wohnen und stellt eine weitere in den Raum, von der er ausgeht, dass sie die Menschen wieder zurück in Paradies führen würde. Es hört sich ebenfalls nach einer Neuen Weltordnung an, allerdings eine ohne die durch Obertanen und besonders Hintertanen praktizierte Herrschaft? Aber lest selbst:

Von der Natürlichen Wirtschaftsordnung (Fundstelle auf Facebook)

Die Schaffung von Reichtum ist durchaus nichts Verachtenswertes, aber auf lange Sicht gibt es für den Menschen nur zwei lohnende Beschäftigungen: die Suche nach Wissen und die Schaffung von Schönheit. Das steht außer Diskussion – streiten kann man sich höchstens darüber, was von beidem wichtiger ist. (Arthur C. Clarke, 1962)

Wer erstens selbständig, zweitens kreativ und drittens erfolgreich in dem Sinne arbeitet, dass das, was aus der selbständigen und kreativen Arbeit hervorgeht, nachgefragt und verkauft wird, kann diese Weisheit ohne Weiteres verstehen. Für alle anderen – das sind ausgehenden zivilisatorische Mittelalter (Privatkapitalismus) die Allermeisten – bedarf es zum Verständnis des Gesagten einer ausführlichen Erklärung.

Das zivilisatorische Mittelalter (Zinsgeld-Ökonomie) ist durch eine unnatürliche Polarität gekennzeichnet, die prinzipiell alle Menschen in Zinsverlierer (Proletariat) und Zinsgewinner (Dekadenz) unterteilt. In beiden Fällen gibt es noch kein sinnvolles und bewusstes Leben, wenn wir dieses als eine sinnvolle Abfolge von bewusstem Wollen und zumindest möglicher Willensbefriedigung auffassen! Denn ein Zinsverlierer muss ständig etwas wollen, um nur zu existieren, ohne aber die Chance zu haben, das Gewollte zu erreichen, während ein Zinsgewinner existiert ohne etwas zu wollen und daher nicht weiß, was er wirklich will.

Für den durch die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz proletarisierten Menschen (Zinsverlierer) ist die Arbeit „die Maloche“ und „das Leben“ reduziert sich auf „Feierabend“, „Wochenende“, Pauschalurlaub und schließlich „in Rente gehen“, während sich der Wohlhabende (Zinsgewinner) über die Arbeit „erhaben“ glaubt, um sich „höheren Dingen“ zu widmen, von denen er in Wahrheit nichts versteht. Dieser grundsätzlichen Polarisierung könnte eine endlose Liste typischer Beispiele folgen – auf die hier verzichtet werden kann.

Nur, wo Leben ist, da ist auch Wille: aber nicht Wille zum Leben,
sondern – so lehre ich’s dich – Wille zur Macht!

(Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra)

Wer politisch „denkt“, sich also „Macht“ als das Beherrschen anderer Menschen vorstellt und darum mit dem Denken noch gar nicht angefangen hat, kann die Philosophie Nietzsches nicht verstehen. Wer über naturwissenschaftlich-technischen Sachverstand verfügt, weiß, dass die wahre Macht im Beherrschen der Dinge liegt. Und je weniger Machtausübung des Menschen über andere Menschen betrieben werden muss, damit die Arbeitsteilung funktioniert, desto größer wird die Beherrschung der Dinge für alle Menschen!

Die primitivste Kulturstufe ist eine sozialistische Planwirtschaft (Staatskapitalismus), in der auf Befehl des „Großen Vorsitzenden“ im Politbüro eine Clique von „Planern, Lenkern und Leitern“ einen „Bedarf“ bestimmt, für den ein Heer von Arbeitersklaven „Bedarfsdeckung“ betreiben muss. Ein solcher Staat ist noch keine Zivilisation, weil niemand in dem ganzen Ameisenhaufen etwas Sinnvolles aus eigenem Antrieb heraus unternehmen kann.

Zivilisation beginnt erst mit dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb und dem freien Spiel der Kräfte von Angebot und Nachfrage. Es darf nur nicht der „Große Investor“ gespielt werden,…

Himmel und Erde = Nachfrage (Geld) und Angebot (Waren)
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
Baum des Lebens = Geldkreislauf
Baum der Erkenntnis = Geldverleih
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins
Gott (Jahwe) = künstlicher Archetyp: „Investor“
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch
Frau / Eva = Finanzkapital / der in Sachkapital investierende Kulturmensch
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer)
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine)
Nachkommen der Schlange = Geldersparnisse
Nachkommen der Frau = neue Sachkapitalien
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite)
Cherubim = Denkblockaden

…damit der marktwirtschaftliche Wettbewerb, der für soziale Gerechtigkeit sorgt, nicht durch eine Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz mehr und mehr eingeschränkt und am Ende die Marktwirtschaft zerstört wird. Wie aber die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung, das Geld, konstruktiv – ohne Urzins – umlaufgesichert werden kann, wusste anfangs noch niemand; also musste der Kulturmensch „aus dem Paradies vertrieben“ werden, d. h. dem „Normalbürger“ wurde mit der Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe = Investor) die Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft (Paradies) und Privatkapitalismus (Erbsünde) vorenthalten, und damit musste auch sein Gerechtigkeitsempfinden gestört werden. Es dauerte eine Ewigkeit, bis der erste studierte „Normalbürger“ begriffen hatte, dass eine konstruktiv umlaufgesicherte Indexwährung…

…der vernünftigste Weg sein (würde), um allmählich die verschiedenen anstößigen Formen des Kapitalismus loszuwerden. Denn ein wenig Überlegung wird zeigen, was für gewaltige gesellschaftliche Veränderungen sich aus einem allmählichen Verschwinden eines Verdienstsatzes auf angehäuftem Reichtum ergeben. Es würde einem Menschen immer noch freistehen, sein verdientes Einkommen anzuhäufen, mit der Absicht es zu einem späteren Zeitpunkt auszugeben. Aber seine Anhäufung würde nicht mehr wachsen. (John Maynard Keynes, 1935)

Nach dem tatsächlichen Stand des Wissens wäre das zivilisatorische Mittelalter schon seit Jesus von Nazareth…

Glaube – Aberglaube – Unglaube

…oder spätestens seit der Erstveröffentlichung von „Die Verwirklichung des Rechtes auf den vollen Arbeitsertrag durch die Geld- und Bodenreform“ (Silvio Gesell, 1906) überwunden. Doch vor dem eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation steht für die Allermeisten die „Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion“:

Die Rückkehr ins Paradies

Ohne damit den unermesslichen Schaden zu entschuldigen, den der religiöse Wahnsinn angerichtet hat und bis zur Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung noch anrichten wird, kann über die Religion gesagt werden, dass sie eine Beschleunigung in den Anfängen der Kulturentwicklung bewirkte, bzw. diese überhaupt erst in Gang setzte. Ob es möglich ist, dass eine intelligente Spezies sich quasi ab initio von einfachen Jägern und Sammlern unter Umgehung der Religion zur klassenlosen Zivilgesellschaft auf Basis der idealen Makroökonomie entwickeln kann, werden wir wohl erst erfahren, wenn wir weitere Beispiele kennen, d. h. Kontakte zu außerirdischen Zivilisationen haben. Bis dahin können wir nur aus unserer eigenen Geschichte lernen, in der die Aussage „Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft ist blind“ ihre Berechtigung hatte, auch wenn Albert Einstein, der sich ja selbst noch in religiöser Verblendung befand, damit etwas anderes meinte, als dass die Religion uns an den Punkt brachte, vor dem wir heute stehen:

Der jüngste Tag

Bisher dreht sich alles um den Zins, d. h. für jeden einzelnen Wirtschaftsteilnehmer sowie für ganze Nationalstaaten geht es nur um die Frage: Wie kann ich auf Kosten anderer leben, damit andere nicht auf meine Kosten leben? An Ineffizienz und Schwachsinnigkeit wird das nur noch von der einzigen Frage aller „Arbeitsameisen“ in einer sozialistischen Planwirtschaft übertroffen: Wie kann ich zum „Planer, Lenker und Leiter“ werden, damit ich nicht selbst verplant, gelenkt und geleitet werde? Damit der ganze Schwachsinn halbwegs funktioniert, müssen die sozialistischen Planwirtschaften ihre Arbeitersklaven im Land einschließen, während die kapitalistischen Marktwirtschaften ihre Spießbürgerschaft vor übermäßiger Einwanderung aus Zinsverliererstaaten schützen müssen. Die täglich aus dem Schwachsinn sich ergebenden „wichtigsten Nachrichten“ können alle noch immer am Schwachsinn Interessierten in garantiert bestmöglich zensierter Form in der „ARD Tagesschau“ verfolgen.

Die Verwirklichung der idealen Makroökonomie macht Politik (Machtausübung) und Religion (Machterhalt) überflüssig…

Politik und Religion

…und damit auch alle sinnfreien Tätigkeiten, die etwas „regeln“ sollen, was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt:

Der Abbau des Staates

Was bleibt, ist die Suche nach Wissen und die Schaffung von Schönheit. Was diejenigen, die bisher mit eigentlich sinnfreien Tätigkeiten beschäftigt waren, dazu beitragen wollen, müssen sie selbst herausfinden.

In jedem Fall ergeben sich dazu in nächster Zukunft alle Möglichkeiten:

Natürliche Wirtschaftsordnung

Die Natürliche Wirtschaftsordnung macht niemanden überflüssig, sondern nur die sinnfreien Tätigkeiten. Nach der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform werden alle besonderen Fähigkeiten aller arbeitswilligen Menschen stets in der Volkswirtschaft nachgefragt und nach dem Verschwinden leistungsloser Kapitaleinkommen mit dem vollen Arbeitsertrag bezahlt.

Bis dahin sind die durchaus vorhandenen organisatorischen Fähigkeiten heutiger Politiker auch schon vorher gefragt. Sie dürfen sich entscheiden, ob sie weiterhin Unsinn reden, oder, sobald die gröbsten Denkfehler aus dem Kopf sind, sich an der Verwirklichung der echten Sozialen Marktwirtschaft aktiv beteiligen wollen:

Die soziale Marktwirtschaft

In der echten Sozialen Marktwirtschaft werden die bisher bestimmenden Faktoren Besitz und Macht, die für eine zivilisatorische Weiterentwicklung nicht förderlich sind, durch die positiven Prinzipien Fähigkeit und Wissen ersetzt. Es werden nicht mehr diejenigen über die Zukunft bestimmen, die gnädigerweise ihr Zinsgeld für Unternehmungen bereitstellen, für die unsere Kinder und Enkel dann die (Umwelt-)Schäden zahlen müssen, sondern jene bewussten und kompetenten Menschen, die am besten über die „Grenzen des Möglichen“ Bescheid wissen. Es beginnt nicht nur die eigentliche menschliche Zivilisation, sondern auch der eigentliche technologische und kulturelle Fortschritt, den es gegenwärtig fast nicht mehr gibt. Viele haben sich schon daran gewöhnt, etwas als „Fortschritt“ anzusehen, was in Wahrheit kaum mehr ist als Produktkosmetik.

Allein die Technologien, die zur Verfügung stehen, jedoch aufgrund der Rentabilitätshürde des Urzinses sowie aus mangelndem technischem Sachverstand von Entscheidungsträgern (den „großen Investoren“), die in der Regel gar nicht fähig sind, Entscheidungen zu treffen, darum im Kapitalismus niemals realisiert werden, sind schon ausreichend, um unsere Welt komplett umzugestalten und in jeder Hinsicht zu verbessern, ohne der Umwelt zu schaden.

Wenn die Finanzierung von Sachkapitalien keine „Zinsschleppe“ mehr hinter sich her zieht, ist es immer vorteilhaft, neue Sachkapitalien nach dem jeweils neuesten Stand der Technik langlebig und perfekt zu gestalten, da sie über ihre reine Wirtschaftlichkeit hinaus nicht mehr rentabel für das Finanzkapital sein müssen. Alternativ können wir auch sagen, dass es gar kein Finanzkapital mehr geben wird, das allen Sachkapitalien leistungslose Kapitalgewinne abfordert, wodurch diese im Kapitalismus stets „kurzfristig rentabel“ und zugleich „strukturell knapp“ sein müssen. In der zivilisierten Welt sind alle Sachkapitalien „in Hülle und Fülle“ vorhanden, wenn sie nur „langfristig wirtschaftlich“ sind.

Die menschliche Arbeitskraft wird in der vom Kapitalismus befreiten Marktwirtschaft zur ökonomisch knappsten Ressource – und damit der Mensch das Allerwertvollste -, sodass ausnahmslos jeder Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten in der Gesellschaft stets gefragt ist, bzw. diese Fähigkeiten immer von der Volkswirtschaft nachgefragt werden. Somit kann jeder Mensch nach ganz persönlichen Vorstellungen und Wünschen sein Leben frei gestalten, selbstverständlich mit freier Wahl des Wohnortes:

Siehe: Wie läßt sich die Forderung der Bodenverstaatlichung begründen?

Die ganze Menschheit wird als kybernetische makroökonomische Einheit von Individuen und Akraten zusammenarbeiten, in der das, was jeder selbständig denkende Mensch mit seinem individuellen Können erschafft, immer auch wichtig und sinnvoll für viele andere Menschen ist. Das daraus freigesetzte kreative Potential wird unsere Welt schon in wenigen Jahren zu dem Paradies machen, das alle bisherigen Utopien weit übertrifft.

Einziger Nachteil: Wer das verstanden hat, findet alle utopischen Romane (bis auf diesen) nur noch langweilig und es gilt das, was Arthur C. Clarke im Vorwort zu „2001“ schrieb:

Man bedenke, es handelt sich nur um einen Roman.
Die Wahrheit wird – wie stets – weit erstaunlicher sein.

Opium des Volkes – Webseite von Stefan Wehmeier

  1. November 9, 2014 um 4:51 am

    „In einer irren Gesellschaft ist jeder vernünftige Vorschlag so etwas wie Wahnsinn“.

    Ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe. Aber es ist ja klar erkennbar logisch.

    ALLE rationalen Konzepte, die der Verbesserung der Verhältnisse dienen sollen, müssen von Menschen – Bewußtseinen – akzeptiert und umgesetzt / mitgetragen werden.
    Solange aber diese Bewußtseine „fremdgesteuert“ sind – von innen oder außen – werden wahrhaft vernünftige Änderungsideen, -vorschläge usw. keine Resonanz / Akzeptanz finden.

    Die EINZIGE Möglichkeit, die als „ungünstig“ erkannten Verhältnisse grundlegend zum Besseren – zum wahren Guten – zu verändern ist, die allesverhindernde Fremdsteuerung zu eliminieren. Die kommt PRIMÄR von INNEN. Wo sie von AUSSEN kommt – bzw. wirksam wird -, ist sie SEKUNDÄR.

    Der Mensch ist – immer, von Anfang an – ein selbstgesteuertes Wesen.
    Ab dem Zeitpunkt des Erlangens des wahren Erwachsenseins ist er als Bewußtsein auch ein selbst-PROGRAMMIERENDES Wesen, der sein Bewußtsein und sein Sein selbst gestaltet.

    Das wahre Erwachsensein kommt durch demn Bewußtseins-Wechsel / -Wandel; üblicherweise zu vollziehen am Beginn der Pubertät. Da identifiziert der Mensch sich nicht mehr mit dem irdischen / materiellen (grobstofflichen) Aspekt seiner Existenz, sondern mit dem kosmischen, nicht-materiellen (feinstofflichen) Aspekt.

    „Markt-Wirtschaft“ ist ein Name für ein bestimmtes Prinzip des Austausches von Waren und Dienstleistungen. Entscheidend dabei ist NICHT die von außen vorgegebene Definition oder ein „Regelwerk“, sondern das Bewußtsein und die entsprechende Grundhaltung derjenigen, die „Markt-Wirtschaft“ betreiben. Auf lange Sicht kann so ein Prinzip nur – erfolgreich – funktionieren, wenn die Betreibenden sich ihrer Verantwortung bewußt sind und entsprechend denken und handeln.

    Der Mensch kommt letztlich nicht an seiner – kosmischen – Herkunft vorbei und folglich nicht an dem kosmischen Regel- / Gesetzeswerk. Jedes Vernachlässigen, Ignorieren, Zuwiderhandeln usw. hat FOLGEN. Wer sich nicht an die Regeln des Universums hält, beschwört Konflikt, Reibungsverlust, Unglücklichsein / Krankheit und Mißerfolg herauf.

    WENN also „Martktwirtschaft“ der „Name des Kindes“ sein soll, dann nur mit GANZEN, HEILEN, WAHREN, Menschen – und nicht mit Neurotikern.

    Herzlichen Gruß!

    Wolfgang Heuer
    http://www.Seelen-Oeffner.de

  2. November 11, 2014 um 9:43 am

    „Entscheidend dabei ist NICHT die von außen vorgegebene Definition oder ein “Regelwerk”, sondern das Bewußtsein und die entsprechende Grundhaltung derjenigen, die “Markt-Wirtschaft” betreiben.“

    Bis jetzt sind Sie noch ein Pharisäer. Aber das kann sich ändern:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2014/11/gut-und-boese.html

    • November 11, 2014 um 12:29 pm

      @ Stefan Wehmeier

      „Bis jetzt sind Sie noch ein Pharisäer. “

      Bitte um Erklärung. Vielen Dank.

      Herzlichen Gruß!

      Wolfgang Heuer

  3. November 11, 2014 um 3:03 pm

    „Bitte um Erklärung. Vielen Dank.“

    Wenn Sie nach dem aufmerksamen Lesen von „Gut und Böse“ (was ich voraussetze) einfach nur um „Erklärung“ bitten, wollen Sie offensichtlich ein Pharisäer bleiben und ich kann Ihnen gar nichts erklären. Sie müssen schon präzisieren, was Sie erklärt haben wollen, wenn ich Ihnen helfen soll, kein Pharisäer mehr zu sein.

    • November 11, 2014 um 3:38 pm

      @ Stefan Wehmeier

      Sowie Sie etwas voraussetzen, befinden Sie sich im Bereich des Ungewissen – mit dem Risiko des Fehlgehens und damit des Verstoßes gegen das Lebensprinzip.

      Ich wollte keinen Literaturhinweis von Ihnen, sondern eine PERSÖNLICHE Erläuterung, warum Sie in mir so etwas wie einen „Pharisäer“ zu erkennen glauben.

      Und bitte unterlassen Sie freundlicherweise das WIEDERHOLEN dieser Bezeichnung, die tendenziell eine Herabsetzung enthält.

      Die Nettikette dieses Forums haben Sie ja wohl gelesen.

      Herzlichen Gruß!

      Wolfgang H.

  4. November 11, 2014 um 5:34 pm

    Ein Pharisäer ist ein Moralverkäufer, der die Welt in „gut“ und „böse“ unterteilt, wobei die Moral (irgendeine traditionelle Verhaltensweise, die sich an die ausreichend vorhandenen Dummen verkaufen lässt), die der Pharisäer als „gut“ verkauft, nicht seiner eigenen Moral entsprechen muss, bzw. in den seltensten Fällen seiner eigenen Moral entspricht. Weil jede moralische Wertung als solche schon verlogen ist, kann man auch sagen, ein Pharisäer ist ein doppelt verlogener Mensch.

    „Feind“ sollt ihr sagen, aber nicht „Bösewicht“; „Kranker“ sollt ihr sagen, aber nicht „Schuft“; „Tor“ sollt ihr sagen, aber nicht „Sünder“.

    Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra.

    Das trifft es genau. Der religiös verblendete Pharisäer, der selbst nicht ins Paradies hinein, sondern nur andere, die hinein wollen, daran hindern will, urteilt subjektiv moralisch wertend (Bösewicht; Schuft; Sünder), während der über Gott stehende Zarathustra objektiv sachlich wertfrei beurteilt (Feind; Kranker; Tor). Allerdings war auch Nietzsche, so wie alle seine Zeitgenossen, noch im Wertgedanken verhaftet, den man erst ablegen kann, wenn man erstens das Geld als die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung und zweitens sowohl den elementaren Fehler im „Geld, wie es (noch) ist“ (Zinsgeld) als auch das fehlerfreie „Geld, wie es sein soll“ (Freigeld) verstanden hat. Das überforderte auch den intelligentesten Philosophen, dem das heute wertvollste Wissen der Welt, die Schriften von Silvio Gesell, noch nicht zur Verfügung standen. Somit konnte sein erdachter Prophet Zarathustra noch keinen Frieden stiften und mit einem Aufruf zur „Umwertung aller Werte“ ist es nicht getan. Tatsächlich gibt es gar keine „Werte“, sondern nur Preise. Und das gilt nicht nur für Waren, sondern auch für Menschen:

    „Wie erstaunlich schnell der Mensch, und vorzüglich die Frau, die Servilität, die Sklavenketten abzulegen weiß, sobald die ökonomischen Verhältnisse es gestatten, erkennt man am besten an den Dienstmädchen. Mit jedem Punkt, den das Angebot der Nachfrage gegenüber auf dem „Gesindemarkt“ verliert, wächst auch die Selbstachtung, die Würde der Mädchen, steigt auch die Achtung der Hausfrau vor dem Mädchen. Schritt haltend mit dem Lohn ist auch die Behandlung besser geworden. Der Mensch wird eben in seinem Tun und Denken von äußeren Verhältnissen bestimmt; er achtet eine Sache gering, die er haufenweise auf der Straße findet, selbst wenn es sich um einen Menschen handelt. Wird jedoch der Mensch selten, muss man lange suchen, um eine oft wirklich unentbehrliche Hilfe fürs Haus zu finden, so schätzt und ehrt man diese Hilfe. Die Größe der Achtung, die man einem Menschen zollt, wird wie der Preis der Ware durch Nachfrage und Angebot bestimmt.“

    Silvio Gesell (aus „Die Verwirklichung des Rechtes auf den vollen Arbeitsertrag durch die Geld- und Bodenreform“, 1906)

    Wem diese objektiv sachliche Feststellung jetzt subjektiv „unmenschlich“ erscheinen sollte, ist selbst ein Unmensch, d. h. ein Pharisäer! Während ein Zinsgewinner (ausgenommen ein Patentinhaber) noch einen greifbaren Vorteil von der Erbsünde hat, wollen sich Pharisäer und Schriftgelehrte die Erbsünde einfach nur erhalten, „weil es ihnen so gefällt“.

  1. November 8, 2014 um 11:12 am

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