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Streifzüge durch den Ring – Katpitel 3 – Der Ringcharakter der Philosophie…

Mag als Symbol der Serie dienen: stehend für den Ring aus  Tolkiens Roman "Herr der Ringe" (Foto: Wikpiedia)

Mag als Symbol der Serie dienen: stehend für den Ring aus Tolkiens Roman „Herr der Ringe“ (Foto: Wikpiedia)

In diesem Auszug aus Streifzüge durch den Ring (zum Intro inkl. Verzeichnis) geht Andreas Raitzig auf die heutigen 4 Denkweisen und daraus resultierenden Weltbilder ein und gibt es Ausblick, was mit ihnen im Kontext der Ring-Philosophie ist:

Kaptiel 3 – Der Ringcharakter der Philosophie

Das Thema dieser Schrift ist eigentlich ein Ring, welcher nur in seiner Gesamtheit, von außen betrachtet, als Ring erkennbar ist. Lassen Sie mich das am Beispiel des Wasserkreislaufes verdeutlichen. Wie der Name andeutet, handelt es sich um eine in sich geschlossene, ringförmige Ordnung. Jede Station des Wasserkreislaufes setzt die davor liegende Station zwingend voraus. Will ich nun diesen Kreislauf Jemandem erklären, komme ich nicht umhin, den Ring an einer von mir selbst bestimmten Stelle zu betreten. Beginne ich die Darlegung beim Abregnen des Wassers aus den Wolken, muss ich den zweifelnden Zuhörer erst einmal dazu verdonnern, mir zu glauben, dass da Wasser in den Wolken ist. Wie es dahin gekommen ist, spielt im Moment keine Rolle und erklärt sich erst ganz zum Schluss, wenn die Kausal-Kette zu einem Kausal-Ring geschlossen wird. Erst dann erweist sich, ob der beim Zuhörer eingeforderte Glaube zu Wissen wird; ob die willkürlich erscheinende Prämisse: -glaub mir vorerst mal, dass da Wasser in den Wolken ist-  einen Wahrheitsgehalt besitzt oder nicht. Ähnlich bei unserem Thema. Wenn ich Sie also auffordere, vorerst zu glauben, dass es in sich verschachtelte Stoffebenen mit eigener Zeit, eigener Energie und eigener Information gibt, wenn ich behaupte, dass neben Energie und Materie auch die Information und die Zeit als 4 selbstständige GRUND-WESENHEITEN existieren und diese vier Grund-Wesenheiten IMMER gemeinsam auftreten; dann können Sie lautstark nach der Gedankenpolizei rufen und die Schrift verbrennen. Oder einmal kräftig schlucken und versuchen, sich den Ring zu erschließen.

In Sicht auf die Nutzung von Kräften in Physik, Chemie oder Biologie ist der Ringcharakter in einem Einzelprozess vernachlässigbar und eine lineare Betrachtungsweise am sinnvollsten. Bei der Berechnung eines physikalischen Vorgangs, z.B. der Beschleunigung, ist es nicht notwendig, die Ursache des Impulses zu benennen. Es reicht, ihn vorauszusetzen und seine Vektoren festzulegen. Aus philosophischer Sicht aber, also disziplinübergreifend, kommt der Frage nach dem Impuls eine entscheidende Bedeutung zu. Schauen wir uns die zur Zeit gültigen Philosophien (=Religionen =Ideologien =Weltanschauungen) etwas genauer an, so erkennen wir, dass sie alle linear-kausal aufgebaut sind. Zuerst wird ein Anfangsimpuls gesetzt. Das kann eine Gottheit (egal welchen Namens) sein, oder eine „absolute Idee“, oder ein „Ding an sich“, oder auch ein „Ur-Knall“ usw. Diesem Anfangsimpuls werden dann bestimmte Eigenschaften und Vektoren zugeschrieben und daraus das „Werden“ der Welt erklärt. Zugleich wird verboten, den Anfangsimpuls und seine Prämissen in Frage zu stellen, denn dies würde, ganz logisch, das darauf errichtete Gedanken-Gebäude zum Einsturz bringen.

Wo aber der Anfang willkürlich festgelegt wird, kommt man nicht umhin, auch das Ziel, willkürlich festzulegen, zumindest die Richtung der Entwicklung. Dieses Ziel formuliert in fast allen Philosophien immer das Interesse einer Minderheit, welches, mit mehr oder weniger Gewaltanwendung, zum Interesse der Mehrheit gemacht wurde. Das funktionierte aber nur deshalb, weil der Schöpfer außerhalb seiner Schöpfung angesiedelt wurde; unergründbar, ewig, unendlich, irgendwo im NICHTS. Wäre der Schöpfer dagegen ein Teil seiner Schöpfung, nun, dann würde er schon für Veränderungen in seinem Gefüge sorgen, wenn´s ihm mal dreckig geht. So aber reicht es für die Erfinder linear-kausaler Religionen aus, die Zustände für Gott-gegeben zu erklären und zu mutmaßen; …das hat schon alles seinen Sinn…, wird nur nicht richtig verstanden…, wir müssen duldsam sein.

In einer ringförmig geschlossenen Philosophie aber müssen Geschöpf, Schöpfer und Schöpfung (als Tat verstanden) gemeinsamer Bestandteil des ALL-EINEN sein. Schöpfung ist nichts Statisches, was nach 7 Tagen beendet und für Gut befunden wurde, sondern ein dauerhafter Vorgang.

Jedes Geschöpf bestimmt seinen Weg selbst, indem es Schöpfer wird und etwas erschafft. Es ist mir klar, dass das nicht Jedem in den Kram passt. Aber das Leben beweist es täglich! Jedes Gedicht, jedes leckere Mahl, jede technische Erfindung ist ursächlich die Schöpfung (die Tat) eines Schöpfers. Wenn also das „Geschöpf Mensch“ als Schöpfer seinen Weg eigentlich selbst bestimmen könnte, stellt sich doch die Frage: Wieso der ganze Quatsch, der täglich um uns geschieht? Weshalb diese ungeheuren Verbrechen welche die Entwicklung der Menschheit begleiten? Verbrechen, welche heute ein Ausmaß angenommen haben, die der Verstand sich weigert aufzunehmen, als real existent zu bezeichnen. Sie sind einfach unglaublich (lieber Augen zu und alles unter Verschwörungstheorie einordnen; es lebt sich entschieden leichter, weil man dann nicht gefordert ist etwas dagegen zu TUN).

Die Antwort findet sich im Verhältnis-Wirken zwischen Verstand und Instinkt (energetisch gesehen zwischen bewusstem Willen und unbewusstem Trieb). Denn, zwischen Verstand und Instinkt befindet sich in einem bestimmten Bereich die Vernunft. Bewegt sich das Tun eines Menschen oder einer Gesellschaft noch im „tierischen Bereich“, wird der Trieb, mit seinen leidvollen Erscheinungen, überwiegen.

Die Erkenntnis, dass eine vollständige Philosophie ringförmig geschlossen sein muss, Schöpfer und Geschöpf EINS sind, und jeder Mensch seinen Weg (die Schöpfung) selbst bestimmen kann, muss allein reifen. Sie kann nicht gelehrt werden. Notwendige Voraussetzung für diese Erkenntnis ist es, das Verhältnis zwischen Wissen und Glaube in Richtung Wissen zu verschieben. Wenn Ihr Glaube also nicht stark genug ist oder Sie sogar von ihm abgefallen sind (Sie Schlimmling), haben Sie ganz gute Voraussetzungen. Die weltweit verbreitete Lehre des Materialismus, dass Materie, wenn sie sich nur genug zusammengepappt und strukturiert hat, irgendwann beginnt, über sICH SELBST nachzudenken, ist ein schlauköpfiger Versuch, sich der Frage nach dem Impuls zu entziehen. Zugleich geht man elegant einem Schöpfer aus dem Wege. Irgendwann hat´s mal richtig urgeknallt und fertig.

Doch sollte zumindest der Wissenschaftler wissen, dass ein Impuls niemals aus dem NICHTS kommen kann. Er wandelt sich innerhalb eines Ringes in die verschiedensten Erscheinungsformen. Auch alle stoffliche Dinglichkeit ist lediglich ein „zeitweilig gefrorener“ Impuls. In der Theorie, im Impulserhaltungssatz, ist das ganz toll formuliert; aber in der Praxis haben wir den Urknall.

Vier Grund-Muster des Denkens

Ich bemühte anfangs den Vergleich mit dem Wasserkreislauf in der Natur, um zu verdeutlichen, dass wir nicht umhin können, vorerst einige Dinge hinzunehmen, um später – wenn der Ring sich schließt –  die logische Herleitung selbst vorzunehmen. Bevor wir uns in die Tiefen der Ring-Philosophie begeben, wäre es sinnvoll (vorerst nur oberflächlich) in die „Funktionalität“ des Denkens einzudringen. Die Ring-Philosophie definiert vier grundlegende Denkmuster, welche wir sowohl in allen Spezialdisziplinen, wie auch in allen philosophischen Systemen, nachweisen können.

1. Kausal-Denker         Dualität von Ursache und Wirkung, Beginn und Vollendung

Geschehen                  Reiz und Reaktion, Entstehen und Vergehen,

Im Verlauf vieler Jahrtausende haben Menschen versucht, alles, was sie umgibt, Lebendes, Unbelebtes, aber auch das, als was sie sICH SELBST erfahren, auf eine Ur-Sache zurückzuführen. Die Frage  -Warum ist eigentlich alles so wie es jetzt ist?- führte (und führt bis heute) ganz natürlich zur Suche nach dem früher und letztlich nach einem Anfang allen Seins. Damit war aber für ernsthaft denkende Menschen sofort eine zweite, weit verzwicktere Frage entstanden. Was war eigentlich vor dem Anfang? Wenn eine Ur-Sache alles uns umgebende Da-Sein und auch unser Bewust-Sein hervorgebracht hat, als was ist dann diese Ur-Sache bereits vorher existent gewesen? Den frühen Philosophen war klar: diese Ur-Sache musste sich von der danach entstandenen Welt vollständig unterscheiden. Sie durfte nicht mit den bereits erkannten Gesetzmäßigkeiten in dieser Welt erklärbar sein, denn ansonsten wäre diese Welt ja schon vorher da gewesen. Die Zuflucht zu einem immateriellen Impuls, einer Überweltlichkeit, welche nicht ergründbar ist, musste fast zwangsläufig erfolgen. Die „exakte“ Naturwissenschaft, welche sich nicht auf Überweltlichkeiten einlassen kann, hat für die Zeit vor dem Anfang das Wort Singularität geprägt. Ein Zustand, welcher mit keiner uns bekannten physikalischen Gesetzmäßigkeit beschrieben werden kann. Beginnend mit einem Urknall entstanden zugleich alle physikalischen Gesetzmäßigkeiten, Naturkonstanten etc. aus der Singularität. Zugleich zieht man auch ein Ende allen Seins in Erwägung, also jene duale Komponente aller Kausalität. Die orthodoxen Wissenschaften (Physik, Chemie, Astronomie, usw.) stellen noch heute die Kausalität in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen.

So wird  >>alles fließt<<  als Folge einer zielgerichteten Entwicklung zur Entropie,
also einem Ende aller Entwicklung, betrachtet.

2. Polar-Denker            Dualität von Kraft und Gegenkraft, Überschuss und Mangel

Charakter                     Wille und Trieb, Egoismus und Altruismus, Yin-Yang

Sehr früh erkannten die Menschen, dass alles, was sie umgibt, Eigenschaften hat. Je nach ihrer Nützlichkeit für sICH SELBST ordneten sie die Eigenschaften in gegensätzliche Begriffe wie nützlich-unnütz, gut-schlecht, hell-dunkel, schnell-langsam uva. Viele dieser Eigenschaften erschienen ihnen zeitlos, gegeben von einer schaffenden Macht; unveränderlich. Sie unterliegen anscheinend keinem Ablauf, sondern stellten den jeweiligen Charakter einer Eigenwesentlichkeit zeitlos dar. Sie erkannten auch, dass die zerstörerische Funktion einer Axt „gut“ war, wenn sie Feuerholz spaltete, und „böse“, wenn sie gegen Menschen gerichtet wurde. Die Nacht war „gut“, weil sie Ruhe brachte. und „böse“, weil sie Dämonen weckte. Allen Dingen schien eine grundsätzliche, unveränderliche Gegensätzlichkeit beigegeben zu sein. Die Philosophen vieler Jahrhunderte haben darin die tiefe Weisheit eines Schöpfers erblickt und auch erkannt, dass es der Mensch ist, welcher die Gegensätzlichkeit der Natur zu seinem Nutzen oder zu seinem Schaden benutzen darf. Aus dieser Sicht heraus entstanden viele esoterisch begründete Kosmogonien; denn es war für den einfachen Menschen nicht nachvollziehbar, weshalb eine Axt im Schädel von einem „an sich GUTEN“ Schöpfer erlaubt wird. Die Polarität wird in idealistischen Kosmogonien über die Figur des Demiurgen, des Satans, oder einfach „des BÖSEN“ hergestellt. In materialistisch dominierten Philosophien ist es auf das Wesentliche reduziert das PLUS und MINUS einer Eigenwesentlichkeit, welches eben als Ladung, als Konzentration uva. erscheinen kann. Doch eines war tiefgründigen Denkern immer klar: jede Dualität ist in sich eine Einheit. Es musste etwas geben, was darüberstand, beide Seiten in sich vereinigte, sich aber jeder Beschreibung entzog. Sie waren fest davon überzeugt: Eine Welt, in welcher das „BÖSE“ fehlt, ist genauso unmöglich wie eine Batterie ohne MINUS-Pol. Viele philosophische Systeme stellten daher die Gegensätzlichkeit des Kosmos als absolutes Primat in den Vordergrund und reduzieren den Ablauf, also das umgebende Geschehen, als sekundäre Folge dieser „ewigen“ Gegensätze.

So wird >>alles fließt<< als Folge der Ausgleichstendenz eines ewigen,
wechselnden Gradienten (zwischen Min und Max) betrachtet.

3. Lokal-Denker           Dualität von Einheit und Vielfalt, Form und Inhalt, Struktur und Menge

Substanz                     Diesseits und Jenseits, Existenz und Latenz

Die o.a. Philosophien konnten eine wesentliche Frage jedoch nicht beantworten: Wenn die Funktion der Axt festgelegt ist (man wird damit keine Suppe umrühren) und auch ihre möglichen Gegensätze (groß-klein, scharf-stumpf) fassbar sind, blieb doch das, woraus die Axt eigentlich besteht, weiterhin ungeklärt. Sehr früh erkannten suchende Menschen, dass jedes Ding aus kleineren Dingen zusammengesetzt ist. Und sie erkannten auch, dass jedes dieser kleineren Dinge auch für sich allein bestehen kann. Doch wenn man sie auf sinnvolle Weise zusammensetzt, wird ein völlig neues Ding daraus, etwas, was aus den Einzelbestandteilen nicht mehr erklärt werden kann. Die Suche musste völlig logisch in Richtung einer kleinsten, nicht mehr teilbaren Einheit gehen, aus welcher die uns umgebende Welt aufgebaut ist. Im atomos (griech. das Unteilbare) sollte die Basis aller Stofflichkeit liegen. Doch bei aller Spekulation über die äußere Form dieser unteilbaren Ur-Teilchen war man IMMER davon überzeugt, dass sie einen Inhalt haben müssen. Ob Kügelchen, Wellen oder andere äußere Form, sie mussten in sich Länge, Breite und Höhe haben. Die zwangsläufige Frage nach der Beschaffenheit des Inhaltes (der nicht mehr zerteilbar sein sollte) wurde genauso beantwortet, wie die Frage nach der Singularität, also der Zeit vor dem Anfang, oder nach dem Wesen dessen, was alle Gegensätzlichkeit erzeugt. Es war nicht wichtig. Es war JEN-SEITS des DIES-SEITS und somit den menschlichen Sinnen nicht zugänglich. Mit dieser Sicht auf die Dinge war aber plötzlich das JEN-SEITS zum dualen Bestandteil einer umfassenden Weltbetrachtung geworden. Zufluchtsort des sterbenden Menschen, welcher sich nicht damit abfinden will, dass bald alles zu Ende sein soll und auch der Naturwissenschaftler, welche alle unbeantwortbaren Fragen in die Singularität, also in dieses JEN-SEITS verweisen. Das Wenige, was man sicher über dieses Jenseits (Singularität) wusste, war: Es existiert dort keine Zeit, keine Energie und keine Materie im herkömmlichen Sinne. Für suchende Menschen aller Zeiten blieb eigentlich nur noch eine einzige Möglichkeit, dieses Jenseits ideell zu erfassen. Es war „reiner Geist“, „absolute Idee“, „Ding an sich“, „Intelligent Design“, Gott uva..

Viele Denker gingen noch einen Schritt weiter und erfassten dieses Jenseits philosophisch als unversale latente Möglichkeit in welcher alle existente Wirklichkeit bereits als Gedanke, als Idee, vorhanden ist. Ein folgenreicher Denkansatz, denn damit waren auch LATENZ und EXISTENZ zwei gleichberechtigte Zustände aller uns umgebenden Wirklichkeit. Für ideelle Philosophien (vor allem Gott-basierte Religionen) war die Dualität von Latenz und Existenz kein Problem, denn sie mußten sich nicht darum kümmern, ihre (mitunter ausgesprochen unlogischen) Denkgebäude wissenschaftlich zu beweisen. Doch für die materialistisch begründeten Naturwissenschaften stellte dies eine unüberwindliche Hürde dar. Latenz, also Zeitlosigkeit, Energielosigkeit, Materielosigkeit konnte man nicht mit den Gesetzen der Naturwissenschaft begründen und mathematisch formulieren. Die (leider) schizophrene Folge war das Dogma, dass die Latenz, also das Jenseits für unwissenschaftlich erklärt wurde, die Singularität aber als ein anerkannter wissenschaftlicher Standard gilt.

So wird >>alles fließt<<  als Folge des Dogmas:
Weil dies in der Singularität bereits als Naturgesetz angelegt ist, betrachtet.

4. Abstrakt-Denker       Dualität von Absolutheit und Relativität, Erhalt und Wandel

Ordnung                      An-Ordnung-Un-Ordnung, Wissen und Glaube

Zu allen Zeiten gab es aber auch Menschen, welche die umgebende Welt der Erscheinungen auf ein grundsätzliches, All-umfassendes Wesen zurückführen wollten. Und dieses Wesen konnte weder im kausalen Ablauf, noch in der polaren Eigenschaft oder gar in der lokalen Substanz allein zu finden sein. Es lag vielmehr nahe, nach -ETWAS- zu suchen, was die Umwelt abstrakt zu beschreiben vermag, ohne an eine materielle Sinnlichkeit gebunden zu sein. Dieses -ETWAS- musste in sich logisch und geschlossen sein. Es musste eine Weltsicht, außerhalb von Sprache, von interpretierbaren Worten ermöglichen und zugleich die kausale, polare und lokale Funktionalität dieser Welt exakt beschreiben können. Diese -ETWAS- fand man in der Zahl (=im Symbol). Auch das lästige Problem der SINGULARITÄT, des JENSEITS, konnte man jetzt auf eine Zahl reduzieren. Und zwar auf die NULL. Die Mathematiker hatten die Beschreibung der Welt auf den Punkt gebracht. Zeitlos, energielos, materielos ließen sich Zahlen durch Anwendung von Prinzipien in eine Ordnung bringen. Man konnte Eigenschaften ausdrücken, indem man Zahlen miteinander ins Verhältnis setzte und die Funktionalität der Welt durch Rechenzeichen abstrahiert, darstellen. Viele Denker waren fasziniert von dem fast mystisch anmutenden Eigenleben, welche den Zahlen scheinbar innewohnte. Nirgends waren sie zu sehen und doch waren sie anscheinend überall vorhanden. Von dieser Faszination aus war es nur ein kleiner Schritt bis zur Behauptung: Eine Überweltlichkeit (Gott, Schöpfer usw.) offenbare sich den Menschen in der Zahl. Die Zahl sei Ausdruck göttlichen Wirkens und nur mathematisch begabte Menschen seien vom Schöpfer auserwählt, seinen Willen zu erkennen.

So wird  >>alles fließt<<  abstrakt,
als die mathematische Funktion zwischen einer mathematisch darstellbaren Menge
und eines mathematisch darstellbaren Gradienten erklärt.

Natürlich wissen Sie, dass keines dieser Denkmuster für sich allein bestehen kann. Sie treten immer gemeinsam auf. Zum Problem wird es aber dann, wenn man sich dazu versteigt, einem dieser Denkmuster das Primat zu erteilen. So wie bei Pythagoras die Abstraktheit der Zahl, bei heutiger Wissenschaft die Kausalität vom Urknall zur Entropie, oder bei Kirchgängern die Polarität von Gott und Satan, oder etwa Yin und Yang.

Die Ring-Philosophie stellt die Verbindung dieser vier grundlegenden Denkmuster in den Vordergrund. Das heißt im Klartext: Alles, was uns umgibt, alles was wir selbst sind, MUSS über alle vier Denkmuster GLEICHBERECHTIGT erklärbar sein und ergibt in ihrer GESAMTHEIT eine völlig neue, sICH SELBST erklärende Weltsicht. Ich werde immer wieder darauf zurück kommen, dass dies nur gelingen kann, wenn man den Kosmos (also die Ordnung) des ALL-EINEN als 4-fach ringförmig, in sich geschlossen zu betrachten lernt.

Weiter zum Kapitel 4 – Alles Wissen war schon einmal da…

  1. federleichtes
    Januar 23, 2014 um 11:31 pm

    Lieber Herr Raitzig,

    nach meinem Verständnis greifen Sie zu „kurz“:

    “ In einer ringförmig geschlossenen Philosophie aber müssen Geschöpf, Schöpfer und Schöpfung (als Tat verstanden) gemeinsamer Bestandteil des ALL-EINEN sein. Schöpfung ist nichts Statisches, was nach 7 Tagen beendet und für Gut befunden wurde, sondern ein dauerhafter Vorgang.“

    1. Wenn eine dynamische Schöpfung unter Bedingungen geschieht, können diese sehr wohl statisch, unveränderbar sein.

    2. Eine Schöpfung, die kreativ, gleichwohl folgerichtig Ergebnisse schöpft, ist nicht dauerhaft, sondern andauernd, während sie schöpft.
    Und als GUT kann der Gestalter seine GESTALTUNG nur bewerten, wenn er außerhalb der Zeit stehend das Ergebnis seiner Gestaltung(-smacht) kennt.

    3. Eine Schöpfung an sich braucht keine eigentliche Ursache. Sie startet – auch, wenn die Bedingungen dafür zwingend sind. Erst die Gestaltung einer bereits gestarteten Entwicklung braucht schöpferische Kreativität, oder Bewusstsein, oder eben Allmacht, um der Entwicklung einen finalen Erfolg zu garantieren.

    4. Das, was Sie das All-Eine nennen, muss nicht das sein, was Leben allein gestaltete – eben wenn/weil Bedingungen zu berücksichtigen waren. Albert Einstein fragte, wieviel Freiheit „Gott“ bei seiner Schöpfung hatte. Die Frage ist gut, so gut wie die Frage, wie ein Mensch unter Liebe handelt.

    Martin, lieber Martin, möchtest Du mir verraten, WAS Dich an dieser Philosophie und WARUM begeistert-e?

    Gruß in die Runde

    Wolfgang

    • Januar 23, 2014 um 11:39 pm

      Warte die restlichen der Kapitel noch ab 🙂

      • federleichtes
        Januar 23, 2014 um 11:55 pm

        Warum ich das Lesen an der zitierten Stelle abbrach, erschien mir vernünftig – weil ich ein „elefantöses Kopf-Gebilde“ auf Streicholzbeinchen stehen sah. Das soll keine Wertung dieses Werkes sein – eben NUR mein persönlicher Endruck.

        Mal sehen, vielleicht lese ich morgen noch mal weiter.

        Danke!

        Wolfgang wünscht ein gutes Nächtle.

  2. Gerd Zimmermann
    März 23, 2014 um 10:01 am

    Energie, Materie, Information, Zeit, Gedankenpolizei und ineinander
    verschachtelte Ebenen = n Dimensionen. HEUREKA.

  3. Gerd Zimmermann
    Oktober 26, 2014 um 6:57 pm

    WARUM SCHREIBEN WIR AUF DEN 23. JANUAR ?

    • Oktober 26, 2014 um 7:36 pm

      Ich bringe die Serie nochmals nach vorne, da inzwischen viele neue Leser dabei sind und sich so noch in die Diskussionen mit einbringen könnne.
      VG Martin

  4. Kaleidoskop
    Oktober 27, 2014 um 11:28 pm

    Ich dreh ich dreh ich dreh und da erscheint mir Schopenhauer

    • Oktober 27, 2014 um 11:38 pm

      Als Geist oder als Spukgespenst? Und was sagt er? Dreh nur weiter

      • Oktober 27, 2014 um 11:41 pm

        ups, hab gerade was geflüstert bekommen

        „Was einer an sich selber hat, ist zu seinem Lebensglück das Wesentlichste.“ (Arthur Schopenhauer)

  5. Kaleidoskop
    Oktober 28, 2014 um 12:45 am

    Es ist ein Copy & Paste, aber eines mit Liebe 😉

    1. Satz vom Grunde des Handelns (Gesetz der Motivation): »Bei jedem wahrgenommenen Entschluß, sowohl anderer als unser, halten wir uns berechtigt, zu fragen, Warum?, d.h. wir setzen als notwendig voraus, es sei ihm etwas vorhergegangen, daraus er erfolgt ist und welches wir den Grund, genauer das Motiv der jetzt erfolgenden Handlung nennen.«

    Mir ist dieser Autor nicht geheuer …

    • Oktober 28, 2014 um 1:18 am

      naja nun „Neudeutsch“ nennt sich das „Gewahrsein“.

      Kiff nicht so viel sonst kommt das Ungeheuer.

  6. Kaleidoskop
    Oktober 28, 2014 um 8:11 am

    Ja das trifft es. Ich bin nicht geübt im Umgang mit Worten und versuche so genau, wie mein Wortschatz es zulässt, zu beschreiben, wieso er mir nicht geheuer ist. Ich kann es leider nur in bildlichen Vergleichen erklären. Kennst du das Gefühl, wenn du auf der anderen Seite der Straße ein Kätzchen siehst, das aus heiterem Himmel auf die Straße rennt und dann fast vom Auto erfasst wird? Und genau in diesem Moment rennt das Kätzchen los und schaut genauso erschreckt wie die Autofahrerin, die mit quietschenden Reifen vor dem Kätzchen zum stehen kommt? Oder wenn du mit deiner Liebsten spazieren gehst und dich eine Art „Sicherheit“ packt, du deine Liebste mitten im Satz unterbrichst, sie umdrehst und in den Himmel deutest wo genau da die Sternschnuppe zu sehen ist? Diese „Sicherheit“ kam mir an einer Stelle weiter vorne im Streifzug, dass ich instrumentalisiert werde …

    • Oktober 28, 2014 um 2:23 pm

      Was trifft zu? Das Kiffen? Mach nur.

      „dass ich Instrumentalisiert werde“

      naja nu, so wie du das für dich beschreibst, hört es sich auch für dich toll an, oder auch nicht. das weist nur du.
      nur im klaren darüber sein, instrumentalisiert wirst du dann nicht nur „im rosa wolkenbehang“. jedem das seine.

      P.S. mal durchlüften.

  1. Oktober 26, 2014 um 1:51 pm
  2. Oktober 30, 2014 um 8:00 am
  3. Oktober 31, 2014 um 8:00 am
  4. Oktober 31, 2014 um 10:13 am

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