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“Vielleicht haben sie die lieb gehauen.”

Viele Kinder werden von ihren Eltern meist aus Hilfslosigkeit geschlagen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Kinder werden von ihren Eltern meist aus Hilflosigkeit geschlagen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Eine Ohrfeige hat noch nie geschadet!
Volksmund

Wolfgang Federleichter formulierte gerade in einem Kommentar zum Artikel Glück ist wie ein Schmetterling?:

Frühjahr 2000, Lehnsahn, Schleswig-holstein. Ich lernte Ulli kennen, und Ulli machte mich mit Sylvia bekannt. Sie lebte am herrlichen Ostseestrand, total nett, total offen – eine wahre Freude mit ihr. Klar sprach ich mal mit Ulli über ihre besondere Art. Und Ulli sagte etwas, was mich bis heute beeindruckt:
Vielleicht haben sie die lieb gehauen”.

Menschen sind lebendig. Kaum sind sie auf der Welt, fangen sie an zu strampeln, kaum können sie krabbeln, tun sie das. Eine meiner ersten Kindheitserinnerungen: Ich lag im Hundekorb (mit dem Hund) und weinte und sprach zu dem Hund:
„Pussi, sie haben mich wieder gehauen.“

Das kann also aus der natürlichen Lebendigkeit von Lebewesen werden: Blockierung. Mache ich was “falsch” – Strafe; gehe ich zu langsam – schubsen; will ich woanders hin – zerren; meine ich etwas anderes – siehe da. Wer nicht spurt, wird eingespurt, mit Gewalt, eingewiesen, weggesperrt, aussortiert. Und was macht der, der dieser verrückten Welt auf seine Weise erleben, der nicht gelebt werden will wie ein normalisierter, sondern wie ein normaler Mensch?

Dieser Tage flog mal wieder ein Video auf Facebook an mir vorbei, das mir doch zeigte, wie erschreckend weit verbreitet noch immer die elterliche Erziehungsgewalt ist, sowohl die handgreifliche wie auch die verbale. Ich wollte gerade den Artikel zu dem Video beginnen und fand den obigen Kommentar von Wolfgang passend dazu, der nicht besser einleiten hätte können. Auch die Vorarbeit seines Namensvetters Wolfgang H. in seinem Artikel zur Kollektiven (Zvilisations-)Neurose bereitet das Thema vor, zeigt sie doch noch immer die Auswirkungen der erzeugten Traumata.

Das Video ist die Umsetzung des amerikanischen Originals The Facts About Spanking von Stefan Molyneuxvon durch Freiwillig Frei. Ich möchte hier das Fazit bringen, den Rest mögt ihr Euch gerne anschauen und -hören. Es sind zwar die Zahlen für die USA, aber ich vermute, dass sie in unserer „westlichen Welt“ überall sehr ähnlich sein dürften. Das regelmäßige Schlagen erzeugt:

  • Aggression im Kindesalter und erhöhtes aggresives Verhalten als Erwachsener
  • negatives und antisoziales Verhalten
  • schlechte Elern/Kind-Beziehungen
  • schlechte psychische Gesundheit, auch als Erwachsener
  • erhöhtes kriminelles Verhalten als Erwachsener
  • Risiko der Misshandlung des späerern Partner und der eigenen Kinder

Letzte Nacht las ich noch vor dem Schlafen ein weiteres Kapitel aus dem Buch Der Verrat am Selbst: Die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau von Arno Gruen, in dem es um die Angst vor Autonomie bei Mann und Frau geht, und klar macht, was mit uns bei erlittener Gewalt passiert:

Haß, Selbsthaß und das Böse als Flucht vor dem Selbst

Indem Latané udn Darley verneinen,  daß swe wntscheidende Punkt die Beziehung der Umstehenden und Opfer ist, legitmieren sie die Flucht des Selbst in die Gruppe und verändern damit unsere Auffassung der Realität. Indem sie die Spannung zwischen dem, was ist,  und dem, was sein sollte, ausschalten (wie Hebert Marcuse es 1967 formulierte), setzen sie eine neue Realität ein, die wesentliche Strukturen unserer Erfahrung leugnet und dsa Verstecken hinter einer Grupee rechtfertigt. Die Tatsache, daß psychosomatische Symptome den Beweis für das Vorhandensein von Scham, Schuld, Feigheit und anderen versteckten Gefühlen erbringen, wird einfach übersehen. Objektvität, und Genauigkeit und wissenschaftlichs Vorgehen werden verdreht, um menschliche Erfahrungen über den Haufen zu werfen oder sie zu entstellen. Während unsere Patienten leiden, weil sie nicht aufrichtig leben können, bestehen diese Propagandisten der Dissoziation un des Gespaltenseins auf eier gefälschten Realität, die die Gültigkeit des Leidens in Abrede stellt.

Was von solchen modernen Wissenschaftlern zur Norm menschlichen Verhaltens erhoben wird, ist ium Grunde gefährlicher Wahnsinn. Diese Normen verdecken die Ursachen unserer Verletzungen und Verletzlichkeit: In einem raffiniertenSystem wird eine eingeschränkte, perveriterte Menschlichkeit zementiert.

Was uns da in Wahrheit glaubwürdig gemacht werden soll, ist eine Gesellschaft, in der ein allgegenwärtiger Konsens uns vor Selbstzweifeln, Ängsten und Beunruhigungen bewahren soll. Eine neue Krankheit wird uns eingeimpft. Unter dem Deckmantel der Beschäftigung mit Gefühlen werden dieser verneint. Und indem uns der Zugang zu ihnen versperrt wird, erhöht sich die Maliase der Gefühslosigkeit. Aber Gefühlslosigkeit bedeutet immer gesteigerte Wur und Aggression.

In dem Ausmaß, in welchem das eigene Selbst verloren geht – die eigenen Mitgefühle und die Verantwortung für sie verschwinden -, wird der Mensch rachsüchtig, ohne sich dessen wirklich bewußt werden zu können. Die Aggression ist ein Reaktion auf die VErminderung der eigenen Autonomie, selbst noch in den Fälle, in denen ein Mensch sich gegen diesen Verlust wehren möchte. Es wiederholt sich die ganze eigene Entwicklung: Die Unterdrückung der Rezeptionen udn Gefühle der Kinder führt zu Gehorsam, der die hervorgerufene Aggression verdeckt, sie gleichzeitig aber auch steigert. Die Wut ist gegen das eigene Leiden und die eigene Lebendigkeit gerichtet, denn sie sind es, die offensichtlich die Willkür und Unterdrückung seitens der Eltern hervorrief. Das bewirkt die erste Spaltung im eigenen Sein: die eigene Zurückweisung dessen, was zum Anhaltspunkt der eigenen autonomen Eintwicklung hätte führen können, nämlich die eigene Lebendigkeit. Und obowhl man zum selbst zum Werkzeug der eigenen Unterdrückung gemacht wurd, bedeutet das nicht, daß der Haß gegen das eigene Sein sich etewas verminderte. Im Gegenteil est ist ein anhaltender Spaltungs-Prozeß, der durch die gesellschaflichen Normen gefördert wird.

Die Quelle unserer Aggressionen und Destruktivität liegt in der Kultur, nicht im einzelnen Menschen. Und alles, was unsere Spaltung fördert, unseren Zugang zu unserem Inneren verschließt, ist ein Teil dessen, was unsere zerstörerischen Treibe erzeugt und vermehrt. Die wahren Geschädigten sind nicht die seelisch Erkrankten, die als psychiatrische Patienten von der Gesellschaft gemieden werden. Es sind diejenigen, die uns ein reduziertes Mensch-Sein suggerieren wollen. Die Kranken weisen uns bewußt den Weg zu uns selbst zurück. Die anderen versperren ihn mit pseudo-einleuchtenden und -entlastenden theretischen Gebilden.

Jeder polizeiliche Apparat, der auf Grausamkeit beruht, und jedes Folterungssytem ist von jeder inneren Logik geprägt, die ihre Funktionäre zwingt, stets vor sich selbst wegzurennen. Das geschieht, indem sie ihren Opfern gegenüber immer grausamer werden. Erst wenn ein Opfer nicht mehr schreit und der Folterer damit sein eigenes, stets verleugnetes Leid weit hinter sich lassen kann, wird es ihm möglich, mit der Folterung aufzuhören. … Solch ein Vorgang ist ein Mord – wenn auch auf Raten – an unserem Selbst.

Es ist wie eine Teufelsspirale, aus der nur schwer auszubrechen ist, so will mir scheinen. Und wenn ich mir anschaue, dass unser pfarrerischer Ober-Gauck-ler davon überzeugt ist, dass die jungen Menschen sich in fremden Ländern zu opfern haben, damit unsere Wirtschaft weiter florieren kann, dann erinnert mich das an einen Artikel, der nochmals verschärft zeigt, was mit Menschen unter Gewalt passiert:

Darüber, wie wir unsere menschlichen Tötungsmaschinen züchten …

Dennoch bin ich zuversichtlich, dass wir uns aus dieser Teufelsspirale befreien können, wenn ich beobachte, dass es in der Arbeitswelt zunehmend mehr menschelt. Ich war diese Woche auf eine der Hauptmessen der Branche, in der ich arbeite, und die Gespräche, die ich führte stimmen mich zuversichtlich: das Bewusstsein darüber, was sich in unserer Politik, Bildung und Arbeitswelt in eine andere Richtung bewegen sollte, ist gegenüber den Jahren zuvor weiter stark im Wachsen begriffen, und es wird schon mächtig anders gehandelt, und auch dafür geworben. Besser wäre das …

In Ihrem Buch Auf der Suche nach dem verlorenen Glück: Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit zeigt Jean Liedloff am Beispiel eines Volks im Aamzonas, in dem sie sich lange aufgehalten hat, wie „normal“ Kinder aufwachsen können und im Wesentlichen sie selbst dabei bleiben dürfen, sich nicht verbiegen müssen.

  1. Oktober 11, 2014 um 1:12 am

    Wir Menschen sollten sehr viel mehr über unser Verhalten nachdenken, über das eigene und wie wir anderem Verhalten begegnen, auch wie wir unsere Kinder erziehen. Leider stellen wir uns zu gerne über andere und Leben in ständiger Konkurrenz.

    Zeigt uns die Natur nicht, dass es besser ist, in einer Symbiose zu leben. Wenn ich auf Verkaufsveranstaltungen bin, fallen so Sprüche wie Survival of the Fittest, der Stärkere gewinnt, auf at so on. Was wird denn da gelehrt? Ja, die Misere begann wohl mit dem Darwinismus über die Entstehung der Arten, welches gänzlich postuliert ist und jeglicher wissenschaftlicher Beweise entbehrt. So haben die Leute früher gedacht, aber ist das immer noch Zeitgemäß.

    Was ist Erfolg? Bedeutet das nicht eine Sache richtig gut machen. Und genoss man auf dem Wege des Erfolges nicht jede Menge liebevolle Unterstützung durch Andere. So sollten auch wir unseren eigenen Erfolg im Dienste der Anderen stellen. Andere unterstützen auf dem Weg zum Erfolg.

    Alle Menschen möchten wahrgenommen werden und bedürfen der Zuneigung gerade die jüngsten unter uns und denen bring man bei das Erfolg nur über den Misserfolg der Andern zu erreichen ist, was aber nicht stimmt. Dadurch bleibt das Mitgefühl auf der Strecke und unsere Kinder die, diesen Vorgang selbst noch nicht realisieren, können leiden unter Stress.

    Daher auch das teilweise abnormale Verhalten, welches dann mit erzieherischer Gewalt korrigiert werden soll.

    Kinder brauchen Mitgefühl, Liebe und Sicherheit und die Eltern müssen Ihren Kindern das bieten. Sie müssen den Kindern beibringen das Erfolg ein Zusammenspiel vieler Hände ist. Vom schwächsten bis zum stärksten Glied. Da Erfolg auch fast immer Wirtschaftlicher Erfolg bedeutet und das stärkste Glied am meisten davon Profitiert müssen wir Ihnen beibringen, dass wir den schwächeren fördern.

    Wir sind eine Menschheit und wenn wir weiter den Lohn des Erfolges für uns behalten und nicht erkennen, dass viele daran Teil haben und das wir alle daran Teilhaben haben lassen müssen, haben wir als Menschheit versagt.

    Es ist Zeit, unseren Mitmenschen mit Liebe und Mitgefühl zu begegnen, egal ob er arm, reich oder ein Arschloch ist. Ich habe schon ein Arschloch nur durch eine kleine Geste der Liebe aus seiner Haltung heraus geholt und jetzt ist er ein liebevoller und mitfühlender Mensch, was er vorher auch Mal war, er hat es nur vergessen…..

    Ich springe ein bisschen hin und her mit meinen Gedanken, weil ich das gar nicht so kurz fassen kann, aber was ich sagen will… ist …. Unser Verhalten heute, auch das, was wir heute unseren Kindern mitgeben, wird die Welt von morgen sein.

    Ich weiß, dass man Kinder nicht mit Gewallt erzieht und das wir auch nicht mit Gewallt unsere Konflikte lösen werden. Das geht nur mit Mitgefühl, Liebe und Verständnis.

    Alle Lebewesen wollen Schmerz vermeiden und sehnen sich nach Liebe….

  2. Oktober 11, 2014 um 1:20 am

    Ach habe ich fast vergessen… Wir brauchen diesen ganzen Müll wie Aggressionstherapie und spezialisierte Pädagogen nicht, auch kein Kinder Drogen wie Ritalin, wenn wir uns einfach nur auf die einfachsten Werte der Menschen wie Liebe und Mitgefühl zurück besinnen

  3. federleichtes
    Oktober 11, 2014 um 1:30 am

    Ist mir ziemlich wirr, der Text.

    Der Mensch ist System, und konditioniertes System. Und er lebt in einem System, dass seiner eigenen Konditionierung entsprechen muss. Die Entsprechung betrifft das Körperliche, das Soziale und das Geistige. Und auch die Dynamik.

    Fangen wir mal damit an. Und fangen wir mal hinten an.
    Nach wie vor gilt hier als Blog-Erkenntnis (ich höre gerne etwas anderes!), dass Leben eine feindselige Seite hat. Und Feindseligkeit erscheinen muss als wahrnehmbares Erfahrungs-Phänomen, und Feindseligkeit aus rationalen Erwägungen heraus sich dynamisch entwickeln muss. Das ist der theoretische Ansatz.

    Ist Feindseligkeit beobachtbar?
    Früher erschlugen sie sich mit der Keule, vo 25 Jahren rechnete die Militäter In Mega-Corpsen (1 Million Tote), heute rechnen sie in Milliarden. Könnte man diese Entwicklung Feindseligkeit als dynamisch bezeichnen?

    Was geschieht verursachend mit dem Menschen?
    Er braucht Hilfe und wird geschlagen. Er braucht Freunde und begegnet Feinden im Freundeskostüm. Er braucht Kompetenz und bekommt Dilettanz, braucht Wahrhaftigkeit und bekommt Lügen, braucht Wärme und bekommt parasitäter-eiskaltes Kalkül. Wer die Aufzählung ergänzen möchte, bitte sehr.

    Was geschieht mit dem Menschen durch dieses Einwirken?
    Negative Erfahrungen stumpfen ihn ab, machen ihn aggressiv, depressiv – lassen das leiden, was mit ein bisschen Freude existieren will. Was macht das System mit dem Menschen? Es unterstützt, es fördert diese Entwicklung – klar, sonst brauchte man das System ja nicht. Ein System, das die Feindseligkeit aus dem menschlichen Daten- und Informationsfundus heraus zu kitzeln hat.

    Dieser Ansatz wird nicht verstanden. Er kann nicht verstanden werden, denn wenn er verstanden würde, ließe sich Mensch nicht immer feindseliger machen – und der Geist-Kern der Feindseligkeit bliebe weiter unentdeckt.

    Was wir an politischen, wirtschaftlichen, finanziellen und glaubensspezifischen „Sozialisierung“-Bemühungen beobachten, ist ein „in der Spur des Erträglichen halten“. Was an Feindseligkeit bereits erscheinen ist, nehmen wir (dank der „Sozialsierung- und Verschleierungs- und Lügenkampagnen) gar nicht wahr – können wir nicht, dann wäre hier finito de la Musica: Systemabsturz.

    Also, aus meiner Sicht das ganze Gekreische subjektiv völlig sinnlos, objektiv allerdings notwendig, um das objektiv Unerträgliche tragbar zu gestalten.

    Einige Menschen haben das Lebens-Prinzip verstanden, Sie haben die Konsequenzen gezogen, sind ausgestiegen, haben sich Richtung Vernunft orientiert. Warum ist das möglich gewesen und warum hat das keine größere vernunftorientierte Bewegung ausgelöst?
    Weil die Dynamik der Feindseligkeit NUR ein Gegengewicht oder eine Gegenkraft braucht, um die GESAMT-Dynamik in einer dem Leben immanenten Vernunft weiterhin sich abwickeln zu lassen.

    Ich habe diese Ausführungen hier – der Einleitung wegen – das letzte Mal gemacht. Es nervt.

    Wolfgang Heuer, übernehmen Sie. Ich bin hier raus.

    Gruß
    Wolfgang

    • Oktober 11, 2014 um 10:43 am

      Weil die Dynamik der Feindseligkeit NUR ein Gegengewicht oder eine Gegenkraft braucht, um die GESAMT-Dynamik in einer dem Leben immanenten Vernunft weiterhin sich abwickeln zu lassen.Zitatende

      Abwicklung oder auch Liquidation. Nun muss keiner nach der Apokalypse, dem Weltuntergan greifen 😉

      Wickelt sich selbst ab, genau so ist es und dazu brauchte es eine Gegenkraft, die allerdings nicht als jene zu verstehen ist, welche abwickelt, sondern vielmehr das MEHR-Resultat ist ohne sich daraus ent-wickelt zu haben. Das „abzuwickelte“ ist vielmehr der Rest.

      Der Übermensch

      Man darf das aber nicht mit vergangenen oder gegenwärtigen Vorstellungen von Übermenschentum verwechseln !!

      Denn in der mentalen Vorstellung besteht das Übermenschentum darin, dass ein Mensch über die normale menschliche Stufe hinauskommt, und zwar nicht durch eine höhere Art, sondern nur durch einen höheren Grad derselben Art: durch ausgeweitete Persönlichkeit, ein vergrößertes und übertriebenes Ich, vermehrte Macht des Mentals, erhöhte Vitalkraft und verfeinerte oder verdichtete und massive Übertreibung der Kräfte der menschlichen Unwissenheit… Das wäre ein Übermenschentum vom Typus Nietzsches. Es wäre keine Evolution, sondern ein Rückfall in die alte verbissen-gewalttätige Barbarei…

      Es IST etwas viel Schwierigeres und zugleich etwas viel Einfacheres.
      Es ist ein Wesen, das sein Selbst verwirklicht; es baut auf das spirituelle Selbst auf; die Seele wird stärker, und es wächst ihr Drängen; ihr Licht, ihre Macht und ihre Schönheit werden entbunden und gewinnen an Souveränität. Das ist kein ichhaftes Übermenschentum, das sich durch mentale und vitale Herrschaft über die Menschheit durchsetzt, sondern die Souveränität des Geistes gegenüber seinen eigenen Werk….

      Und dieser Schritt ist getan, nach vorn in der evolutionären Natur.

      Ich bin hier raus.Zitatende

      Den Rest holt der Dschungel. (R)AUS

      genau, die Sternchen (Kohlenstoff)

      • Oktober 11, 2014 um 3:34 pm

        „“Es IST etwas viel Schwierigeres und zugleich etwas viel Einfacheres.
        Es ist ein Wesen, das sein Selbst verwirklicht; es baut auf das spirituelle Selbst auf; die Seele wird stärker, und es wächst ihr Drängen; ihr Licht, ihre Macht und ihre Schönheit werden entbunden und gewinnen an Souveränität. Das ist kein ichhaftes Übermenschentum, das sich durch mentale und vitale Herrschaft über die Menschheit durchsetzt, sondern die Souveränität des Geistes gegenüber seinen eigenen Werk….

        Und dieser Schritt ist getan, nach vorn in der evolutionären Natur.““

        So ist es… 🙂

  4. Günther
    Oktober 11, 2014 um 8:48 am

    Kinder als „Versuchsmaterial“

    Bei einigen Heimen habe es sich um regelrechte „Kindergulags“ gehandelt. Mehr als 100.000 Kinder, so Weiss, seien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in österreichische Heime und Erziehungsanstalten „gesperrt“ worden, viele von ihnen mussten psychische, körperliche oder sexuelle Misshandlung, Demütigung, Folter ertragen. Oder organisierte Vergewaltigungen durch Bundesheeroffiziere oder eigens erdachte Foltermethoden wie „Beinahe-Ertränken“. Frauen, so Weiss, seien ebenso grausam gewesen wie männliche Erzieher.

    Fundstelle: Tatort Kinderheim: Ein Untersuchungsbericht – Folter, Vergewaltigung und Missbrauch statt liebevoller Erziehung

    • Oktober 11, 2014 um 10:20 am

      Puh, was es da zusätzlich in den Kommentaren an persönlichen Geschichten aus der Nachkriegszeit zu lesen bekommt …

  5. Oktober 11, 2014 um 11:36 pm

    Lieber Wolfgang du sprichst mir aus dem Herzen…. Nenn mich verwirrt, das bin ich, und sucht euch aus, was Ihr gebrauchen könnt….

    Das nennt sich wohl Dualität, was ich aber als Lüge empfinde. Das sind eher Glaubenssätze, die uns in das Gehirn geschweißt werden durch Menschen wie Freud, Darwin und andere sogenannte Wissenschaftler, die Ihre Wissenschaft auf Glaubenssätze aufbauen. Was aber nichts mit Wissenschaft zu tun hat wie zb. die Psychiatrie (Diese Sadisten)…

    Nun zum Pudel …. Ich stelle mit häufig die Frage, warum bin ich so, handel so, obwohl ich eigentlich ganz anders bin? Was passiert da, dass ich nicht der bin, der ich sein mag.

    Nun zum Kern… Da läuft igendetwas gehörig falsch und das, was dort falsch läuft, ist dass man eingetrichtert bekommt, dass wir uns so zu verhalten haben, wie das Kastensystem in Indien. In Indien sind die Fronten klar geregelt, aber in unserer Gesellschaft läuft das durch reine Gehirnwäsche …

    • federleichtes
      Oktober 12, 2014 um 1:24 am

      Du bist dem „Täter“ doch schon immer auf der Spur gewesen. Und? Hat dr ein Gesicht? Einen bestimmten Gang? Lächelt er oder ist er garstig? Männlein oder Weiblein?
      Menschen kennen den Täter nicht. Nur Schatten von ihm begegnen ihm, immer wieder und in immer anderer Art. Manchmal will er, dass wir auch Täter werden, manchmal macht er uns zu Opfern. Und?

      Du hast, wir wir alle, immer Dein Bestes gegeben. Ganz sicher lieben Dich einige Menschen, vielleicht hassen Dich auch einige. Aber kommt es darauf an? Nicht viel mehr darauf, was DU glaubst? Und ist das, was Du GLAUBST, nicht ein fest verankertes Wissen, dem kein fremder Glaube und keine Art Gehirnwäsche etwas anhaben kann?

      Ich meine Dich sehr gut zu kennen. Du bist mir einer der Menschen, an dem ich niemals zweifelte und niemals zweifeln werde. Wir hatten heute unseren besonderen Freundesbegegnungstag. Wo warst Du? Klar, mit dabei, wenn auch nicht in der unmittelbaren Begegnung. Wer sind wir denn überhaupt? Etwa die Summe unserer Freunde? Begegnen wir uns nicht alle, wenn nur zwei sich in den Arm nehmen?

      Einer meiner innigsten Freunde ist Thomas. Wir hatten heute mal etwas mehr Zeit füreinander. Thomas ist Autist, sagt er, genauer gesagt, sagte man ihm. (Wir haben noch einen anderen Freund, dem man solche in Stacheldraht-Etikett um’s Herz wickelte) Deswegen nimmt er mich nicht körperlich in den Arm. Macht nix, als wenn es darauf ankäme. Nein, er ist kein Autist, sondern „nur“ ein verletzlicher Mensch, der mit einer außerordentlichen Intelligenz begabt ist, SOFORT und KLARE Entscheidungen zu treffen; ohne ein Vielleicht oder Wenn oder Aber. Augenblickliches Sehen und Verstehen, wir nannten das hier mal Bewusstsein.

      Merkwürdigerweise kenne ich keinen meiner Freunde ohne mich. Ich meine, ich kenne sie nur, wenn sie mit mir beisammen sind. Keine Ahnung also, wie sie sonst sind. Ich stelle mir gerne vor, wie das wäre, wenn wir alle beieinander sind. Eine Ahnung von dem Gefühl bescherten mir Menschen auf diesem Blog. Und ich vermute, dass Gefühl hat etwas mit Glück zu tun.

      Manchmal sage ich zu Susanne:
      „Ich hatte Glück, Olli war da“.
      Eben dachte ich, ich hatte Glück, M. rief an.
      Und nachmittags hatte ich Glück, einen Vater zu beobachten, der nicht an seinem Sohn zerrte, sondern ihn fahren ließe, wohin der gerade wollte.

      Am leichtesten findet man das Glück, wenn man es bei sich hat. Vielleicht kannst Du Dir das mal klarer machen, dass ich das Glück bei Dir nicht finden könnte, wenn du es nicht hättest.

      Man sieht sich.

      Dein
      Wolfgang

  6. Oktober 12, 2014 um 5:43 am

    “Vielleicht haben sie die lieb gehauen”:

    Nur sechs Worte – aber sie enthalten die ganze Tragik einer Entwicklung von vielleicht 15.000 – oder auch 60.000 – Jahren der Menschheit, die seitdem von einer Krankheit befallen und schwer gebeutelt ist, die ich als DIE Krankheit (überhaupt) bezeichnen möchte. Denn sie ist zum einen die schwerste, schlimmste, Krankheit überhaupt, weil sie den Menschen mehr oder weniger von der – feinstofflichen, spirituellen – HEIL-Kraft, Selbst-Heilungs-Kraft, abtrennt und sie ist zum anderen die wesentliche Ursache ALLER Krankheiten, die zu Recht so genannt werden können / dürfen. Denn das Wort „krank“ bedeutete ursprünglich den Mangel an dieser (Heil-)Kraft, die wir auch LEBENS-Kraft, Schöpfer-Kraft, Gotteskraft oder anders nennen können. Die Germanen nannten sie „Od“. Und das alte Wort „Tod“ bedeutet das „Enschwinden“ / „Entfleuchen“ der göttlichen Lebens-Kraft, des GEISTES (GEIST = GE-IST = das SEIN). Die christliche Welt nennt es auch „Seele“.

    Eine solche Seele ist jeder Mensch in der Hauptsache, wie meine vorangegangenen Worte nahelegen wollen. Als Seele kommt der Mensch hierher, in diese Welt, „gekleidet“ in einen grobstofflichen = materiellen Körper – mit dem er lernen muß, umzugehen – wie mit einem Werkzeug oder „Taucher- / Raumanzug“.
    Die Eltern dieser jungen Seele sollen dem Kind alles geben, was es für seine Entwicklung, sein WERDEN, braucht – und sie sollen es zur SELBST-Erkenntnis führen, zum WAHREN Erwachsensein und zum bewußten Leben als göttliche Seele, im Bewußtsein des höchsten, göttlichen, Prinzips (des Seins / Universums).
    Dieses höchste Prinzip war den Menschen schon VOR Ausbruch der o.g. Krankheit, der „Kollektiven (Zivilisations-)Neurose“ (KZN), bekannt und sie lebten dieses Prinzip. Diese Menschen waren – und SIND – diejenigen, die in der Bibel durch ABEL symbolisch dargestellt werden. Diejenigen mit der Abil-ität zum wahren Leben. Der mordende Bruder KAIN ist KEIN solcher Mensch.
    WAS wurde / wird durch KAIN – symbolisch – „gemordet“?
    Das „höhere Bewußtsein“ bzw. Bewußt-WERDEN.
    KAIN war keine Person, sondern stellt einen Bewußtseins- / Persönlichkeits-Anteil dar: Das „Ego“ / „Niedere Selbst“ – und zwar unter dem Einfluß der KZN. Deren Entstehung – im Bewußtsein – wurde zuvor in den Geschichten über Adam und Lilith sowie Adam und Eva symbolisch dargestellt.

    Die große Mehrheit der Menschen der zivlisierten Gesellschaft könnte man folglich „KAIN-Typen“ nennen, die von ihrem höheren Bewußtsein, dem „Höheren / wahren Selbst“, ihrer göttlichen Seele, dem „Christus-Bewußtsein“ bzw. dem „Christus-SEIN“, dem wahren Menschsein, getrennt sind. Und damit „von allen guten Geistern verlassen“ – d.h. von der göttlichen Liebe, vom göttlichen Frieden, von der inneren Freiheit, von der wahren Schöpferkraft, der HEIL-Kraft, der reinen (Lebens-)Freude, usw.

    Diese – innere – Abtrennung vom „Guten“ / „Wahren“ / „Reinen“ / „Höchsten“ usw. erfolgte vor 15.000 oder 60.000 Jahren durch ein – kollektives – Trauma und sie erfolgt noch immer, in jedem Einzelfall, durch ein Trauma – wenn auch im weiteren Sinne. Der „springende Punkt“ ist ein „Schatten“, der sich über die Seele legt, verursacht durch eine Erfahrung, die nicht integriert werden kann. Die bleibt ein „ungelöster Fall / Konflkt“ und „verstopft“ den Zugang zur Seele bzw. verstopf der göttlichen, feinstofflichen, Seele den Zugang zur weltliche, irdischen, grobstofflichen, Ebene.

    In der entfremdeten, neurotischen, traumatisierten, zivilisierten Gesellschaft verstehen Eltern NICHT, was sie sind bzw. sein sollten, und folglich verstehen sie auch nicht, was KINDER brauchen, damit sie DAS werden können, was sie SIND und werden SOLL(T)EN.

    Kinder brauchen die – langfristige, dauerhafte – Erfahrung des „höchsten Prinzips“ (der bedingungslosen Liebe, der Freiheit, der Wahrheit, usw.), damit sie es – ganzheitlich !! – lernen und verinnerlichen können. Wenn DAS gegeben ist, ist die Initiation / Ascension in der Pubertät nur eine „Formsache“.

    Traumatisierte, neurotisierte, abgetrennte, Eltern sind aber NICHT fähig, DAS zu geben, was gebraucht wird. Auch nicht bei größter „Anstrengung“ der Eltern. Denn die Kinder würden merken, daß es „Anstrengung“ ist und das würde sie nicht dorthin bringen, wohin sie sollen / müßten. Kinder KÖNNEN die energetische Schwingung ihrer Eltern / Mitmenschen wahrnehmen und sie spüren – intuitiv, unbewußt – was „gut“ / echt ist und was nicht.

    Vielleicht verursachen nicht einmal gelegentliche Schläge – Klapse, Ohrfeigen, etc. – das neurotisierende Trauma, sondern etwas ANDERES: Der Vertrauens-Bruch; der Abbruch / Zusammenbruch des „UR-Vertrauens“.

    Ich kann mich erinnern, daß ich von meiner Mutter mehrfach heftig geschlagen wurde. Einen „Bruch“ aber spürte ich – erst – als meine Mutter- im Stress – einmal zu mir sagte: „Wenn du nicht spurst, schicke ich dich in die Erziehungsanstalt!“

    Erst 50 Jahre später habe ich verstanden, was mit meiner Mutter los war – nach dem ich MICH SELBST verstanden hatte und die „Kollektive (Zivilisations-)Neurose“ und ALLE Menschen unter diesem Gesichtspunkt verstand. Sowohl die Befallenen / Beeinträchtigten als auch die Geheilten UND die NICHT Befallenen / Beeinträchtigten.

    Der Bruch des (Ur-)Vertrauens – zum Leben / Sein -, evtl. der Verlust der „gottgegebenen“ Kohärenz, führt zur „Herrschaftsübernahme“ der ANGST / Unsicherheit im Menschen. Und der beginnt dann mit der Entwicklung von Strategien zur Verminderung der – unangenehmen – Angst. Außerdem beginnt die Seele, über die sich der besagte „Schatten“ gelegt hat, entsprechende – allermeist SYMBOLISCHE – „Signale“ zu senden: SYMPTOME. Die Symptome von „psychischen Störungen“ / „Krankheiten“ sind – weise – Hinweise auf den im Unbewußten „zwischengelagerten“ Konflikt, der auf Klärung / Erlösung hofft / wartet.

    Wenn Eltern ihre Kinder regelhaft nicht dem höchsten Prinzip des Seins / Universums entsprechend behandeln, ist das Hinweis auf die erlebte Traumatisierung / Neurotisierung / Abtrennung der Eltern. Und die wird – unbewußt – weitergegeben. Von Generation zu Generation zu Generation – wenn nicht irgendwo diese „Kette“, dieser „Teufelskreis“, durch eine grundlegende Heilung durchbrochen wird.

    Sehr weise heißt es dazu in der Bibel: „Die Missetat der Väter heimsucht auf Kinder und Kindeskinder bis ins dritte und vierte Glied.“

    Was bedeutet das: „bis ins dritte und vierte Glied“?
    Auf keinen Fall bedeutet es, daß das Problem nach drei oder vier Generationen „von selbst“ verschwunden ist. Es bedeutet – nach den Grundsätzen der metaphysischen / esoterischen Deutung der in den alten Schriften enthaltenen Symbolik – zunächst mal, daß „dritte und vierte“ ADDIERT werden müssen. DANN ergibt sich, daß die „Sünden der Väter“ sich bis ins SIEBTE Glied fortsetzen. Und DAS wiederum bedeutet: Bis zur VOLLENDUNG. Denn die 7 ist die uralte Symbolzahl der „Vollkommenheit“.
    Im Falle von „Sünde“ / „Abtrennung“ / „Krankheit“ bedeutet „Vollendung“ das Ausscheiden aus dem Leben: Tod. Und für eine „Population“ / ein „Volk“ bedeutet es: kollektiven Tod. Also Untergang / Aussterben.

    Der neurotisierte, von Angst dominierte, Mensch – der „KAIN“-Typ – hat sich im Laufe von Jahrtausenden ein – künstliches – „System“ geschaffen, das ihm hilft, mit seiner Krankheit / Beeinträchtigung zu leben – ohne sie heilen zu müssen. Neugeborene in diesem System „müssen“ an die „Normalität“ dieses Systems „angepaßt“ werden – sonst kann es nicht funktionieren. Eltern haben – mehrheitsnormal – ANGST, daß ihre Kinder den Anforderungen des Systems nicht entsprechen könnten und machen „Druck“, wo / wenn sie es für erforderlich halten. Die noch immer mit auf die Welt kommenden völlig natürlichen Bedürfnisse der Kinder werden mehr oder weniger ignoriert oder unterdrückt bzw. bei Androhung – oder Ausübung – von Strafe untersagt.

    NIEMAND kann in der neurotischen / entfremdeten Gesellschaft zu einem WAHREN, HEILEN, GANZEN, FREIEN, GESUNDEN, GLÜCKLICHEN, Menschen sozialisiert werden.
    Es ist aber in jedem Einzelfall – sobald der einzelne Mensch über sich selbst bestimmen darf – die Befreiung, Heilung, Erlösung von der Neurose, möglich.

    Ich selbst bin als Kind zunächst auch erst mal „lieb gehauen“ worden. Aber das Leben hat mir gespiegelt, daß das keine Lebensgrundlage ist; daß man dabei untergeht. Und so haben mir meine Krankheiten / Symptome und Krisen den Weg gewiesen – heraus aus dem „Angepaßtsein“ an die kranke „Normalität“ der zivilisierten Gesellschaft.

    Sicher: Viele meiner Mitmenschen haben mein „Verrücken“ von der Normalität wahrgenommen und mich als „verrückt“ bezeichnet. Für MICH aber war klar, daß ich in Richtung HEILSEIN verrückt bin. Ich bezeichne mich seit etlichen Jahren als „bekennenden Nicht-Normalen“. Und bin glücklich. Quasi „bedingungslos“ glücklich. Weil mein Leben jetzt „stimmt“. Weil ich jetzt DAS bin, was ich werden sollte. Zwar mit einigen Jahrzehnten „Verspätung“, aber mein jetziges Glücklichsein entschädigt VOLL für das Leid der „frühen Jahre“.

    Ich empfehle seit 1992 den „Ausstieg“ aus der Neurose. Es ist die einzige nennenswerte Alternative.

    Vielen Dank für Ihre / Eure Aufmerksamkeit.

    Herzlichen Gruß!

    Wolfgang H.

  7. Oktober 12, 2014 um 11:38 am

    Fand gerade auch nochmal einen Hinweis auf Wilhelm Reich und seine Erkenntnis der sexuellen Unterdrückung in dem Kontext von Gealbreitschaft, aktuell mit Blick auf die ISIS-Welle:

    Die autoritären Dispositionen, die den Rechtsextremismus arabischer wie europäischer Prägung gleichermaßen antreiben, werden schon im Kleinkindalter in der patriarchalen oder kleinbürgerlichen Familie erworben, die der Psychoanalytiker Wilhelm Reich in seiner 1933 erschienen Studie „Massenpsychologie des Faschismus“ als die „Keimzelle des autoritären Staates“ bezeichnete. Der Staat und die Kirche setzten die in der autoritär-patriarchalen Familie eingeleitete autoritäre Strukturierung des Individuums fort. Zentral sei hierbei die Sexualunterdrückung, so Reich:
    „Die autoritäre Strukturierung des Menschen erfolgt … zentral durch Verankerung sexueller Hemmung und Angst am lebendigen Material sexueller Antriebe. … Ist nämlich die Sexualität durch den Prozess der Sexualverdrängung aus den naturgemäß gegebenen Bahnen der Befriedigung ausgeschlossen, so beschreitet sie Wege der Ersatzbefriedigung verschiedener Art. So zum Beispiel steigert sich die natürliche Aggression zum brutalen Sadismus.“

    Funstelle: Globalisierte Barbarei – Ein Versuch, das Phänomen „Islamischer Staat“ zu begreifen.

    • federleichtes
      Oktober 12, 2014 um 1:30 pm

      „… so beschreitet sie (Befriedigung der Sexualität?) Wege der Ersatzbefriedigung verschiedener Art. So zum Beispiel steigert sich die natürliche Aggression zum brutalen Sadismus.“

      Der Mensch ist nicht das, was man von ihm erwartet, und das Leben ist nicht das, als was es gilt.

      Menschen interpretieren das System des Lebens falsch. Interpretierten sie richtig, formulierten sie nicht:

      „So zum Beispiel steigert sich die natürliche Aggression zum brutalen Sadismus.“

      Sondern versetzten sich in die Lage des Lebens, die Sadismus (Feindseligkeit) hervor zu bringen hat.
      Stell Dir mal vor, lieber Martin, Du wärst der Obermeister in der Lebensschmiede. Was qualifziierte Dich, Obermeister zu werden? Du hast ein Problem verstanden, das Leben lösen soll. Und mit diesem Hintergrund arbeitest Du an der Entwicklung einer Systematik, die den Lösungsweg ins Funktionieren bringt. Den Ablauf nennst Du Zeit, und die Dynamik nennst Du Tick-Tack. Und das Schwingen von Tick nach Tack nennst Du Harmonie, die dafür sorgt, den einmal begonnenen Lösungsweg nicht wieder verlassen zu können.

      Wenn wir das Leben verstehen wollen, müssen wir verstehen, was Leben will. Wenn wir das Ziel des Lebens nicht verstehen, es also falsch interpretieren, entsteht, was Mr. Chattison Friktion und was Guido Dekohärenz nennt. Ich nenne das, nicht ganz so vornehm und vielleicht etwas zu unverblümt, „Feindseligkeit“. Da Du der Obermeister der Lebensschmiede bist, fragt man natürlich Dich, was Du Dir mit dieser (sehr speziellen) Gestaltung ausgerechnet hast. Was wirst Du antworten,
      A. während das Leben noch läuft?, und
      B. was, wenn das Leben seine Job erledigte? Und
      C. wie wirst Du die verschiedenen Antworten erklären?

      M. und ich diskutierten gestern intensiver und konkreter über Zeitgeist und Mainstream. Dann hörte ich einen Satz, der mich verblüffte. Von einem M., der „nur“ unemotional und folgerichtig denken kann (in etwa so wie der Obermeister des Lebens). Und der noch zu bemerken wagte, er sei eigentlich gar nicht kompetent, weil nicht entsprechend gebildet (der Schlingel). Was er sachlich sagte, hätte ich auch sagen können, weil ich genauso ungebildet bin. Aber er konnte es mit vier Worten sagen, eben auf seine unnachahmlich Art. („Er“ wird diese Worte hier selber aussprechen)

      Ich beendete mein Tagwerk mit dem Gedanken, nun doch das Thema Sexualität anzugreifen. Um ihre Funktionen aufklären zu lassen. Von Euch. Als Obermeister des Lebens könntest Du das auch ganz alleine, aber vielleicht würdest Du auch falsche Antwort geben, weil A noch läuft. Weil das Mitleid, das aus Unverständnis/Falschinterpretation entsteht, energetisch noch gebraucht wird; weil das Gesetz der Harmonie nicht verletzbar ist; weil der wirkliche Geist der Feindseligkeit noch nicht konfrontierbar ist.

      Also, Herr Obermeister der Lebenschmiede, erklären Sie uns bitte mal Ihr Erfolgsrezept, nach bestem Wissen UND Gewissen.

      Gruß
      Wolfgang

      • Oktober 12, 2014 um 6:14 pm

        @ FEDERLEICHT

        „Der Mensch ist nicht das, was man von ihm erwartet, und das Leben ist nicht das, als was es gilt.“:

        1.
        „Der Mensch“ IST gar nicht „der Mensch“.
        Das habe ich hier schon verschiedentlich – anderen Kommentatoren – geschrieben.

        Wir haben es seit Ausbruch der „Kollektiven (Zivilisations-)Neurose“ mit ZWEI grundverschiedenen „Typen“ Mensch zu tun – wie auch die Weisheit der Bibel durch die Geschichte von Kain und Abel zu vermitteln trachtet.

        2.
        Folglich kann man auch nicht sagen „was MAN erwartet“. Auch da muß man also differenzieren. Der REIFE – zum wahren Erwachsenen-Bewußtsein aufgestiegene – Mensch weiß, daß Erwartungen zu hegen nicht in Ordnung ist und ist bestrebt, KEINE Erwartungen zu hegen.

        3.
        Als was „gilt“ denn – und WEM – das Leben?

        An der Aussage „das Leben ist nicht das, als was es gilt“, ist das Deutlichste die Unweisheit, die zwischen den Zeilen hervorquillt.

        -.-.-.-.-

        „Menschen interpretieren das System des Lebens falsch. Interpretierten sie richtig, formulierten sie nicht:“:

        Vor allem interpretierst DU falsch.
        Lerne erst mal, den ganz grundlegenden Unterschied zwischen Menschen und Menschen zu erkennen und zu würdigen, damit du aufhören kannst, permanent Feindseligkeit / Unfairness / Ungerechtigkeit / usw. abzusondern.
        Komm‘ endlich herunter von deinem hohen Pferd. Da machst du nur eine lächerliche Figur.

        Komm‘ herunter – auf Augenhöhe. Da läßt sich besser kommunizieren.

        Herzlichen Gruß!

        Wolfgang H.

  8. Oktober 12, 2014 um 6:02 pm

    Laut Joachim Bauer gibt nach neuesten Erkenntnissen keinen Aggressionstrieb, wie ihn Lorenz formulierte, sondern ein reaktiver Impuls:

    Ein Interview: „Schmerzgrenze – Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt“

    • Oktober 12, 2014 um 6:19 pm

      @Martin,

      danke das Video schau ich mir mal an.

      Aggressions-trieb wird immer wieder gerne vorgeschoben, als sei Aggression etwas „natürliches“. Das soll ja damit aus-gedrückt-werden. pickel.

      Aggression (ist nicht immer Gewaltanwendung an sich) sondern eine Grundstimmung, mal hören was der da sagt 😉 sehe das ähnlich mit dem re-aktiven Impuls.

      • Oktober 12, 2014 um 10:53 pm

        Wie krass, ich wusste bisher nichts von dieser Theorie mit dem „Aggressionstrieb“, wie kann man sich nur einen derartigen Schwachsinn ausdenken?

        Ich dachte, dass wäre jedem klar, dass Aggression kein Trieb, sondern ein reaktives Verhalten ist, das ist doch offensichtlich (und keineswegs „mystifiziert“), dazu muss man wirklich kein Wissenschaftler sein.

        Allerdings missfällt mir das Erklärungsmodell, dass Angst und Aggression gut wären, um Gefahrensituationen zu erkennen und sich darin richtig verhalten zu können.

        Ich persönlich bin der Meinung, dass eine Gefahrensituation auch ohne Angst erkannt werden kann und außerdem, dass man sich richtiger verhält, wenn man weder aggressiv, noch ängstlich ist.

        „Auslöser von Aggression ist Zufügung von (körperlichem oder seelischem) Schmerz“, welch eine Erkenntnis und das erzählt der auch noch so, als wäre das die wissenschaftliche Sensation der Menschheitsgeschichte, ich komme mir ein wenig veräppelt vor, weshalb ich bei Min. 37 ausgeschaltet habe…

        Falls jemand das ganze Video kennt und danach doch noch was Interessantes kommen sollte, bitte Bescheid sagen…

        • Oktober 12, 2014 um 11:09 pm

          @Luna,

          die Jonglieren mit Begriffen herum, mischen mal durch und dann wird aus-gelesen, was eh schon gelesen ist. Da braucht man keine neuen Erkentnisse er-warten, der Zug fährt nicht vom Abstellgleis 😉

          bzgl. Gefahrensituation, da gehen die vom Fluchtverhalten aus, und interpretieren das wieder altbacken. Hormonausschüttung wird aktiviert, etc. pp.

          So funktionieren die wohl noch.

          Fehlt noch irgendwas mit Beisreflex 😉

          IST MENSCH wird weder aggressiv noch ängstlich agieren.

          • Oktober 12, 2014 um 11:27 pm

            „“IST MENSCH wird weder aggressiv noch ängstlich agieren.““

            Sehe ich auch so.

          • Oktober 12, 2014 um 11:35 pm

            @Luna,

            dominanz, beantwortet devot oft mit Aggression, man will ja nicht unterwürfig wirken.

            welche parallelen zu was?

  9. federleichtes
    Oktober 14, 2014 um 1:25 pm

    AUCH in diesem Thema das Musterhafte.
    Ich spreche Martin an:

    „Stell Dir mal vor, lieber Martin, Du wärst der Obermeister in der Lebensschmiede. “

    Es antwortet Wolfgang Heuer:

    „Vor allem interpretierst DU falsch.
    Lerne erst mal, den ganz grundlegenden Unterschied zwischen Menschen und Menschen zu erkennen und zu würdigen, damit du aufhören kannst, permanent Feindseligkeit / Unfairness / Ungerechtigkeit / usw. abzusondern.
    Komm’ endlich herunter von deinem hohen Pferd. Da machst du nur eine lächerliche Figur.“

    Ein wichtiges Thema?
    Oder nur Nährboden für Heuchelei und Scheinheiligkeit?

    Mann, Mann – klar, alles im Rahmen von „Faszination Mensch“: Wege zum Glück zu suchen und den Geist erleben zu dürfen, der das zu verhindern sucht.

    Gruß
    Wolfgang.

  10. Heinrich Schmitt
    Oktober 14, 2014 um 11:59 pm

    Nach meinen frueheren Erfahrungen als Jugendleiter und spaeterem Paedagogen gibt es nur einen einzigen Grund, ein Kind bzw.einen Jugendlichen spontan und notfalls auch mit Gewalt in seine Schranken zu weisen: naemlich, wenn es sich in unmittelbarer Gefahr befindet oder andere in Gefahr bringt. Allerdings muss man hinterher eingehend mit ihm darueber sprechen ! Ich habe nie erlebt, dass die Kinder nachtragend waren, im Gegensatz zu manchen Eltern. Allerdings sollte die Angst vor moeglichen Gefahren auch nicht bei jedem Handeln vorausgesetzt werden. Viele Lehrer scheuen sich, mit ihren Schuelern auf Klassenfahrt zu gehen, weil sie fuerchten immer mit einem Bein im Knast zu stehen.Ein Wenig Mut gehoert bei der Paedagogik schon dazu !

  1. Oktober 11, 2014 um 12:31 am
  2. Dezember 4, 2016 um 7:54 pm

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