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Null Problem! – Dank Intuition?

Gestern sprach ich über mein „Problem“, nicht zu wissen, was „Mentalität“ ist. Als ich das ausgesprochen hatte, war’s raus – was unterschwellig für Verwirrung sorgen konnte – und es tat. Boah, ging’s mir da gut. 68 Jahre alt, und Unvermögen gestehen können, ohne sich schuldig zu fühlen. Ist das überhaupt erlaubt?

Auf diesem Blog wird auch und gerne über große, über SEHR GROSSE Probleme gesprochen. Dass diese Riesen-Probleme auch das kleine Menschenleben zu berühren vermögen, ist mir klar. Und ich möchte lieber nicht nur vermuten, dass diese Riesenprobleme eben deswegen dem kleinen Menschenleben ins Fell gebrannt werden – von denen, die diese Riesensauereien verursachten und ihre Urheberschaft versuchen, in Angst und Verwirrung zu versenken.

Mich interessieren diese Probleme nicht, und sie machen mir auch keine Probleme. Ein Problem entstand für mich durch einen, und zwar den folgenden Kommentar von Mr. Chattison:

Eine mentale Ebene wäre demnach eine bewusste, reflektierende, semantisch determinierende = denkende Ebene. Auf der befindet sich unter Garantie keine Intuition, weil das Antipoden sind und die Intu in einer anderen Liga spielt.^^

Im Bauch ist zwar auch ein Hirn, ein vegetatives, dessen Komplexität nicht nur verblüfft, sondern auch respektabel ist, aber auch hier wird man wohl nicht fündig werden, da Intuition über eine Krokodenke weit hinausreicht.
Als Krokodil kann man zwar so erfolgreich steinalt werden, aber so echt Meta-Kroko-mäßig tut sich da aller Wahrscheinlichkeit nicht viel.

Ich sach ma so:

Es ist vermutlich ein Fehler, die Intuition verorten zu wollen.
Das ist so ein typisches Menschdingens:
Aufschneiden, zerschnippeln – ab in die Zentrifuge:
Hey, ein Quantum Intuition, da haben wir´s ja!
Dann werden schön bunte Geist-Topographie-Bildchen geposte(r)t und alle freuen sich, weil die Intuition genau zwischen Zirbeldrüse und Anus sitzt und als Regenbogenschlange da rumzwirbelt!
Jaja, schön wär´s^^

Für mich sieht das folgendermaßen aus (Angaben ohne Gewähr! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!):

Eine echte Intuition liegt z.B. dann vor, wenn man Kalchas oder Mopsos heißt, oder eine Mutter ist, die genau spürt, dass ihr Kind in Übersee gerade gestorben ist.

Ne Nummer kleiner:

Wenn mein Hund genau weiß, wann meine Frau nach Hause kommt, obwohl sie zu völlig unterschiedlichen Zeiten von der Arbeit kommt und bereits 5 Minuten vorher an der Tür sitzt und wedelt.
Wenn man auf dem Flugplatz trotz hektischem Terminstress einen “wichtigen” Flug in letzter Sekunde doch nicht nimmt, weil man so ein komisches Gefühl hat und just dieser Flieger abstürzt.

Es werden also spontan Entscheidungen gefällt oder Wissen taucht spontan auf.

Frage: Wie kann das zugehen?

Die Thematik ist alles andere als trivial, gleichwohl es nur so wimmelt von vermeintlichen Belegen für die Existenz von “Intuition” und natürlich einer Legion von Anweisungen, Methoden, Mittelchen zur Erlangung und Steigerung derselben!

Wenn man genauer hinsieht (mache ich schon mal ab und zu), dann fällt einem auf, dass es keinerlei tragfähiges Interpretationsmodell für dieses Phänomen gibt, geschweige denn ein zuverlässige Tool oder auch nur ein zuverlässiges Intuitions-Medium!

Das stimmt misstrauisch (bin ich schon mal ab und zu) und verlangt nach Auslotung des Themas, weswegen man das hier auch nicht in Kürze abwickeln kann.

Es gibt mindestens 6 Hauptformen von Intuition, die aber alle wenigstens ein gewisses Fundament haben, eben eine wie auch immer zur Verfügung stehende Datenlage, die mit unterschiedlichen Mitteln und Methoden zu Informationen gewandelt werden.

Ist auch klar, ohne Information geht nix, da beißt auch die Intuition keinen Faden ab!

Lineare Projektion von Daten, die zu Informationen gemacht werden (gerne auch unbewusst ← hier greift der „unsichtbare Kalkulator“ des Hippocampus ein).

Beispiel: “Ich habe die Ahnung, wenn Du so weiter machst, dann geht das richtig in die Hose!”
(Vater beim Betrachten des rotgesichtig pressenden Kindes)

Verschränkung eines Subjekts mit etwas „Anderem“ – meist ein „Spin-off“-Verhältnis

Beispiel: Spin und Zwillings-Spin, eineiige Zwillinge, Mutter-Kind-Verhältnis, Hund/Katze-Herrchen/Frauchen

Zufall, Statistik, Stochastik

Beispiel: Der Fluggast, der in letzter Minute den Flug absagt, und das Flugzeug stürzt ab.

Wieviele erfolgreiche “Ich hab´s ja geahnt!”-Sager kommen auf wieviele erfolglose “Ich ahne Schlimmes!”-Schwaner?
Eine gewisse Prozentzahl muss immer recht haben, egal worum es geht, selbst wenn die alle nur eine Münze werfen würden (= Zufall)!

Eine gewisse Prozentzahl von Passagieren fehlt immer, sagt ab. Dass also hin und wieder jemand dabei sein muss, dem genau DAS passiert, ist zwingend (= Statistik).

Eine gewisse Prozentzahl von Passagieren wird wahrscheinlich den Flug absagen, weil sie sich aus unterschiedlichen Gründen unkommod fühlen – z.B. wegen Völlegefühl, Katarrh, Liebeskummer, Besoffenheit u.ä. (= Stochastik).

Stimmigkeitsanalyse (mit sich selbst und anderem = so eine Art Phi-Metrie)

Beispiel: Sensible, sensitive Menschen stören sich viel leichter, früher und deutlicher an Unstimmigkeiten, Friktionen, Stress und gleichen mögliche Verhaltenslösungen dahingehend ab, diese zu verringern oder gar von vorneherein zu vermeiden (bevor die bereits unterschwellig sich ankündigende Krise ins für jeden Deppen sichtbare Spektrum sich entfaltet hat).

Erweiterte Wahrnehmung (z.B. unter Hypnose oder Meditation, wo die starren Orientierungs- u. Bewertungsmuster aufgeweicht oder in den Hintergrund gerückt werden), aber nichtsdestoweniger mit Kalkül (bewusst oder unbewusst) Entscheidungen getroffen werden.

Beispiel: Wenn der Spiegel des Bewusstseins flach gelegt wird, dann dringen viel mehr Informationen ungefiltert durch und werden von den diversen Kontrollzentren (z.B.. Kleinhirn bei Tanz, Kampfsport; Stammhirn bei vegetativen Störungen; Zwischenhirn bei Erinnerungs- und Assoziationsabgleichen; Bauchhirn bei Feldinformationen etc.) aufgefangen und auskalkuliert.
Es ist immer Kalkül, da selbst das Protozoon bereits Moleküle zählt und je nach Bilanz nach links oder rechts schwimmt.

Genetische und epigenetische Information

Beispiel: Ratten, die nicht nur rattentypisches Wissen vererbt bekommen haben, sondern auch speziell von ihren Eltern, woraus sich unterschiedliche Ängste oder Süchte entwickeln, die auch durchaus keineswegs als prinzipiell rattentypisch anzusehen sind und daraufhin “vorausschauendes” Verhalten zeigen!

Es gibt naürlich auch Mischformen daraus.

Das “Auftauchen” von “spontanem Wissen” zeichnet ja die Antwort bereits vor:
Ein U-Boot kann spontan auftauchen, aber niemals spontan irgendwo sein – es ist bereits vor dem Auftauchen da, dahin gefahren und nun vor Ort existent, nur unsichtbar.

Information entsteht nicht spontan, sie hat eine Geschichte, eine Ursache, denn hätte sie diese nicht, könnte sie uns nichts von Bedeutung für uns vermitteln!

Information ist elektromagnetische Veränderung.

Der Mensch ist in tuto eine “Antenne”, die bei richtiger Einstellung, solche Informationen aufnehmen und decodieren, solche Veränderungen wahrnehmen kann.
Es gibt Felder, die durch den Menschen erzeugt werden und die in Resonanz zu bestimmten Feldspektren stehen, über die wiederum als Schnittstelle Informationen ausgetauscht werden können.
Das ist messbar, das ist beweisbar, das ist normal.

Dass es subtile Veränderungen gibt, die sich nicht jedem erschließen, ist auch klar – der Falke sieht ne Maus im Gras aus Kilometerhöhe, der Mensch noch nicht mal aus 2m Entfernung.
Die Gans fliegt gemäß einer internen Magnetkarte um die halbe Welt, weil sie diese Magnetstrukturen des Erdfeldes als “Landkarte” “sieht”, der Mensch verirrt sich gerne auch mit Karte und Kompass im Kölner Stadtwald.

Dass die Wahrnehmung vieler Menschen extrem gestört ist, macht die “Ahnung” der weniger Gestörten natürlich für die anderen zur Sensation!

Aber trotzdem gibt es da kein Mysterium, auch wenn viele gerne ein Geschäft daraus machen.“

Wo ist nun mein Problem?

Es bestand nur für einen kurzen Moment – in der Gefahr, dieser Kommentar könne im Gewusel kurzweiligen und ausufernden Geplänkels sanglos-klanglos verschwinden. Ne, wirklich nich, wollen wir nich, lassen wir nicht zu. Menschen haben zwar nicht die Fähigkeiten einer Herbstmosaikjungfer,

aber ganz blöd sind sie ja auch nicht. Probleme? Ich geh‘ dann mal, damit mir die Chance erhalten bleibt, welche zu finden.

Euer Wolfgang

Am Rande
lasse ich mir nichts, was mit fremden Vorstellungen von Glück zu tun hat, aufschwatzen.

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: , ,
  1. chattison
    Oktober 13, 2014 um 11:02 am

    LEBEN verlangt(!) Antwort.
    Ant-Wort = Gegen-Wort = Widerrede, Widerspruch, Widerstand!

    Alles Wachsen in der Natur findet am Widerstand statt – egal ob es der Widerstand gegen die Schwerkraft selbst, gegen Wetter, Klima, Wind, Fressfeinde, Fress-/Fortpflanzungs-Konkurrenz oder Krankheit, Verbrechen, Unglück, Tod sei.

    LEBEN gäbe es nicht, würde nicht erfolgreich Widerstand geleistet worden sein!
    LEBEN existiert nur, weil es Potentialunterschiede gibt, die Gefälle, Ungleichheit und letztlich auch „Ungerechtigkeit“ erzeugen.
    Wobei man das nur als „Ungerechtigkeit“ bezeichnen kann, wenn man nicht fähig ist, selbst dem Leben gerecht zu werden und eben erwartet, dass das LEBEN gerecht sei – aber das kann es ja logischerweise gar nicht sein!

    Es kommt in der Verschiedenheit der Lebensbedingungen der unterschiedlichen Lebensformen zu Kreuzungen, Kollisionen, Knoten von Schicksalsfäden und damit zu Abreibung, Abfärbung, Abrissen.
    Und dadurch zu fortlaufenden Umwälzungen, Wirbeln und damit zu „Chaos“, das aber in Ordnung ist, weil es unerlässlich ist, soll LEBEN insgesamt Bestand haben!
    Wer die andere „Ordnung“ liebt, vorzieht und diese fördert, um jene zu beseitigen, DER IST LEBENSFEINDLICH!
    Die „Feindseligkeit“ des Seins ist also nur eine scheinbare.

    Wer sich waschen will, muss sich nass machen.
    Wer wirklich leben will, muss sich eben Probleme gefallen lassen.

    Der Widerstand wird aufgebaut durch „Probleme“.
    Das Wort kommt von agr. „pro-ballein“ = „etwas vorwerfen“.
    Das LEBEN macht dem Menschen also Vorwürfe:
    „Drückst Du Dich noch oder lebst Du schon?“
    Der lebendige Mensch sieht eine Welle nicht als Gefahr oder Hindernis – er reitet sie aus oder tunnelt sie oder taucht unter ihr hindurch.

    Die, die sich gegen das Leben wenden und Normen, Regeln, Gesetze einführen und mit Technik zu unterwerfen suchen, die werden zu Zombies, die hirntot rumlaufen, irgendwelchen sinnlosen Tätigkeiten nachgehen, weil sie das, was sie für Leben halten, damit simulieren.

    Ein Roboter, der zwar schnauft und pustet, arbeitet und Energie verbraucht, technische Probleme löst – ist nicht lebendig!

    Bleibt die Frage warum das LEBEN überhaupt wachsen will und deswegen seinen Geschöpfen das Leben so schwer macht?

    Rätselchen:
    Was füllt und schöpft durch sich gleichzeitig aus?

    Ganz einfach:
    Wasser.
    Warum fließt Wasser in jede Rinne, Ritze und füllt jeglichen Leerraum aus?
    Weil es seine Natur ist, weil es das kann, weil es möglich ist.
    Und gleichzeitig, indem es die Spielräume ausfüllt (er)schöpft es die Möglichkeiten, die sich bieten.

    Das LEBEN wächst also, weil es Freiräume dazu gibt und so fließt es ebenfalls dort ein und schöpft die Möglichkeiten aus.
    Und weil jede Nische ausgefüllt sein will, gibt es dazu passende Lebensformen.
    Und damit Verschiedenheit bis zur Gegensätzlichkeit.
    Und damit Probleme.

    Die aber keine sind, wenn man sie genau betrachtet.
    Jemand der gerne Rätsel löst – beschwert der sich?
    Höchstens, wenn ein Rätsel zu leicht ist!
    Das LEBEN ist ein Rätsel, das gelöst werden will.
    Menschen, die sich ausgefüllte Rätselhefte als Aufbaulektüre kaufen, kann das LEBEN nicht gebrauchen.
    Höchstens als Bonusproblemchen für diejenigen, die Spaß am Leben und am Rätsel lösen haben!

    Das fast schon flehentliche Beschwören von „universeller Liebe“, das rührende Rühren von Badewasser gegen den Uhrzeigersinn (Uriella) zur Erquickung der Seele, das Mantraisieren von „Spiritualität“ und der organisierte Sozialzirkus (tja, alles eben nur Show!) sind ja alles nur Verleugnung, Verdrängung, Verbannung der Notwendigkeit des Sich-dem-Leben-stellen-und-daran-wachsens.

    Es ist Flucht vor Problemen, denn die angeblichen Problemlösungen sind eben solange keine, solange sie sich darauf kaprizieren die eigentliche Problematik – Lebensfeigheit – mit einer Grinsemaske und mit einem Mäntelchen, übersät von Symbolen der Nächstenliebe, Mustern der ethischen Ästhetik und witzigen pseudointellektuellen Sprüchlein als „Lebenssinn“ oder „Gutsein“ zu verkleiden.
    (Leseempfehlung: http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-maske-des-roten-todes-2284/1)

    Nur: der Mops im Paletot, bleibt ein Mops!
    Und als solcher klaut er solange die Wurst vom Tisch, bis man sich eingesteht, dass der Gentleman am Tisch eben nur ein hässlicher, verfetteter, verfressener Hund ist.^^

    • Oktober 13, 2014 um 11:41 am

      @ chattison

      Hervorragend. Danke!
      Bist du damit einverstanden, dass ich diesen deinen „Kommentar“ übernehme und in http://bumibahagia.com stelle?

      Deine Betrachtung verdient wahrlich weitere Verbreitung.
      Gut Gruss, thom ram

    • chattison
      Oktober 13, 2014 um 11:54 am

      Ja, aber:
      Was ist mit denen, deren Leben kein „Festgelage“ ist oder sein kann – Sieche, Arme, Verfolgte usw.?

      Die haben die maximale Kopfnuss zu lösen!
      Das schwerste Rätsel von allen: Der Sinn des Leidens.

      Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie schwerste Beeinträchtigungen zu einem trotzdem erfüllten, bejahenden Dasein führen können!
      Ich habe mich mit vielen davon Betroffenen unterhalten, sie nach ihrem „Geheimnis“ gefragt.
      Es war immer dieselbe Antwort:

      Da sei kein Geheimnis.
      Man müsse eben das Beste daraus machen und sich die Augenblicke und Möglichkeiten nehmen, wo kostenlos Freude geschenkt werde.
      Ein Lepröser, der auf Stummeln hockend mit seinem klapprigen Rollbrett bettelnd durch die Slums von Delhi karrte, sagte:
      „Was ist besser: Dasein oder Nichtdasein?
      Alles endet im Vergleich. Und da es immer ein besser-schlechter gibt, gibt es auch immer wieder Grund zur Freude.“

      Ach ist das schön, wenn der Schmerz nachlässt?
      Ist es das?
      Der Sinn des Leidens ist die Hoffnung auf ein „Besser“?

      Vermutlich: Solange es ein „Besser“ gibt, wird es angestrebt und damit ein Ziel und Lebensinhalt erstellt.
      Das „Besser“ sieht für den Leprösen auf seinem Rollbrettchen anders aus (der freut sich, wenn er ein viertes Rädchen aufschrauben kann) als für den Multimilliardär auf seiner 180m-Yacht (der freut sich, wenn er seine Yacht auf 10.000PS mehr schrauben kann) – das Prinzip bleibt jedoch dasselbe!

      Erst wenn es nicht mal auf bescheidenstem Niveau kein -immer wieder mal ein „Besser“- gibt, dann wird es hoffnungslos und damit sinnlos.
      Dann werden sogar die Zombies depri.

      Deswegen ertragen die Menschen ja auch völlig sinnlose 9to5-Jobs und ihr stupides Konsumvegetieren usw., weil es immer wieder streng dosierte „Leckerchen“ gibt (1 freier Arbeitstag für 100 Überstunden, einen 50€-Bonus für 1 Jahr krankheitsfrei, einmal kein Anschiss vom Chef…).
      Und nicht zuletzt die große Hoffnung auf den Lottogewinn oder darauf, den Chefposten zu beerben oder den verfrühten Tod des Lebensabschnittsgefährten (etc.).

      Von Begin an strebte das erste Protozoon nach dem „Besser“.
      Wo gibt es die mehreren Molekül-Leckerchen? Ah, da! Nichts wie hin!
      Es ist DAS Lebensprinzip schlechthin.

      Und nur das „Leiden“ (vulgo: Potentialausgleichsdefizit) verschafft die Motivation zur Mobilität des Lebens.
      Und nur die Mobilität schafft Traffic auf den Evolutions-Highways und damit Kreuzungen und damit Emergenzen und damit Chancen!
      Und davon kann das Leben ja wohl nie genug bekommen.
      Deins auch?

      • federleichtes
        November 5, 2014 um 3:00 am

        Irgendwie entglitt mir das Thema. Konkret Ihr letzter Kommentar. Warum steht der, als wär‘ er blöd, hier einfach rum?

        „Und nur das “Leiden” (vulgo: Potentialausgleichsdefizit) verschafft die Motivation zur Mobilität des Lebens.“

        (Als ich heute unser Thema „Kreativität, Phantasie, Hirngespinste“ schrieb, dachte ich, wir wären unseren hier entwickelten Theorien verpflichtete, mit Meinung Stellung zu allen aufkommenden Thematiken zu beziehen. Wie sonst sollte sich eine Theorie als besser als das Bekannte aushärten?)

        Im Leben stecken zwei Antriebe. Der eine schafft das Problem, was Leiden verursacht: Feindseligkeit. Der andere schafft Lösungen für das, was an Problematik erschienen ist. Klar, das Hin und Her können wir Mobilität nennen. Die Mobilität ist aber – so sehe ich das – nur Ausdruck der Dynamik zwischen den beiden Polen Problem und Lösung. Während einerseits die Feindseligkeit wächst, wächst andererseits die Lösungsfähigkeit (wir nannten das mal Bewusstsein). Die Negativ-Crux ist, das Lösung erst entstehen kann, wenn das Problem erschienen ist, sich also ausdrückt in menschlichem Verhalten.

        Das, was Menschen Problem macht, ist das nicht enden wollen dieses Prozesses. Lügen erkannt, Sauereien aufgedeckt, Kopf abgeschlagen – die Hydra lässt grüßen, ein paar neue, andere, schwerer wiegendere Feindseligkeiten tauchen auf. So geht das durch die Jahrtausende, verschärft sich zunehmend – was als ein weiteres Problem empfunden wird: Wir machen alles falsch, wir sind unfähig, wir sind blöd und krank. Wo soll da die Motivation her kommen, wieder und wieder aufzustehen und den Feindseligkeiten zu widerstehen. Werfen wir, natürlich ganz unauffällig, unter diesem Aspekt mal einen Blick auf die Rolle des Todes für den Fortgang des Lebens. Könnte klar werden, dass der Tod eine SEHR intelligente Lösung ist für ein anders nicht lösbares Problem.

        Was wir Menschen als Leiden empfinden, ist ein Segen im Verhältnis zu Ohnmacht und Starre. Leben machte aus einem erstarrten Problem eine Lösung, und wir, wir haben NUR den Lösungsweg zu gehen. Mehr nicht, einfach gehen, weiter gehen ohne jede Betrachtung – denn die Lösung ist ja kein Problem: Für den, der dem Leben vertraut und dem Leben vertrauensvoll mit Leben als ein Statthalter leistet. MEIN Leben? Pardon, wie bitte, MEIN Leben? Ne, is wohl eher nich rischtisch, weil ich meine Lebendigkeit nicht als Besitz erworben habe und es mir auch nicht verdienen konnte. Leben also als Geschenk an mich, das ich pflege und behüte, bemüht, seinem Anliegen gerecht zu werden.

        Wie wird man dem Leben gerecht? Schmeißt sich ’nen Sattel über und lässt das Pferd aufsitzen? Mahlzeit, einige tun’s. Und wundern sich auch noch, dass sie leiden und das Pferd fröhlich wiehert. Wat ’ne Welt. Absurdes Theater im Quadrat, und wir sitzen in der Loge. Oder, Mr. Chattison?

        Gruß an die Runde.
        Wolfgang

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  1. Oktober 13, 2014 um 12:17 pm

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