Startseite > Erkenntnis, Gesellschaft > Kulturen im Kulturspiegel

Kulturen im Kulturspiegel

Spiegelbild

Spiegelbild

Ich stelle meine Beobachtung an den Anfang eines Textes:

Tier-, Pflanzen- und Menschenwelt unterscheiden sich in ihrer gestalterischen Darstellung und Wirkung erheblich. Bezeichnet man Darstellung und Wirkung als Kultur, wirken zwei sehr verschiedene Kulturen auf einem Feld, dem Planeten Erde, zusammen, Was die Kulturen sehr verschieden gestaltet, ist Geist. Man frage sich, wie die Natur sich wandelte, wenn sie ein Gewissen hätte. Und wie der Mensch sich wandelte, wenn er kein Gewissen mehr hätte. Und wie das Miteinander sich gestaltete, wenn es unter neuen Geist-Bedingungen stattfindet.

Risikobereitschaft

Alle Menschen wissen, die Zeiten ändern sich. Der Zeitgeist predigt einerseits Fortschritt, andererseits ist es Mensch, der nach diesem Fortschritt verlangt. Obwohl alle persönlich einen Fortschritt für sich beanspruchen (und dieser auch ganz natürlich durch die gesammelten Erfahrungen persönlich erfolgt), geht der Anspruch darüber hinaus und folgt dem neuen Glauben an die Ergebnisse von Forschung und Wissenschaft. Der Glaube mag auch den an die Technik und Technologie betreffen. Den eigentlichen Trieb beschreibe ich als den in das Risiko, und die Bereitschaft, nicht nur risikofreudiger, sondern auch sorgloser zu werden, was die Folgen der Risiken betrifft.

Gegen die steigende Risikobereitschaft wirkt eine andere Kraft. Ich nenne sie die Sehnsucht nach dem Verlorenen. Es ist der Antrieb, der das Vergangene zurückholen will: „Ach damals“, so klingt mancher Seufzer im immer extremer fortschreitenden Strom des Wandels. Dabei vergaßen die Menschen, dass sie nach dem Neuen strebten, weil das Alte besser werden sollte. Sie riefen nach hilfreichen Geistern, und die kamen. Sie erfüllten Wünsche nach Wohlstand, ohne zu warnen, welcher Preis dafür fällig wird. Bei zunehmender Bewusstwerdung der Risiken ertönte aus einigen Ecken der Gesellschaft der Ruf „Back to the Roots“– zurück zu den Wurzeln unseres Daseins. Die liegen aber nicht allein in unserer Kindheit, sondern beginnen bereits mit dem Ende der Unschuld vom Paradies aus sich zu entfalten.

Diesen Text schrieb ich am 12. November 2003. Heute schreibe ich immer noch:

Die Zerstörung von Vielfalt

Fragmentierte, in kleinere Probleme aufgespaltete große Probleme und in Teilsystemen auftretende komplexe Problematiken verflüchtigen sich scheinbar auf dem Feld der Beliebigkeit. Die auf diesem Feld Tätigen mangelt es folgend zunehmend an Orientierung. Sei es aus Angst, sei es aus Verwirrung oder Angst und Verwirrung, lösen sich alte Traditionsmuster mehr und mehr auf, und damit die existenzielle Sicherheit. Was folgt ist klar – Angst und Verwirrung wachsen. Wollten wir die Kultur des 21. Jahrhunderts beschreiben, gibt es außer Angst und Verwirrung eine andere Entwicklung: Die der Zerstörung von Vielfalt und dem daraus fließenden Gewinn als zunehmend sich konzentrierender Macht. Das ist die Aktuell-Kultur der Menschen: Wachsende Ohnmacht und wachsende Übermacht.

Am Rande der Menschenkultur vegetiert eine andere Kulturform. Sie gilt nicht nur nicht als Kultur, sie gilt als triebhaft und minderwertig, sie gilt vor dem Gesetz als Sache, sie gilt als das Schwächere und wird von der menschlichen Hochkultur gerne missbraucht. Sie ist nicht nur dienend, sie ist auch Opfer. Sie dient ihr fremden Interessen, und weckt das Interesse der Täter, die sich bedenkenlos am Wehrlosen vergreifen können.

Damit bin ich beim Thema, den beiden so verschiedenen Kulturen des Menschen und der Natur.
Den grundlegenden Unterschied benenne ich als die fortschreitende Wandlung der Menschenkultur, wogegen die Naturkultur unverändert stabil weiter besteht. Klar, ein bisschen Artensterben, ein bisschen viel Gift im ökologischen System, ein bisschen viel Manipulation und ein bisschen viel Energieverbrauch weisen auf erhebliche Kulturunterschiede hin. Und trotzdem funktioniert diese von der Anlage her eher unselige Allianz aus Tätern und Opfern.

Die Täter lassen sich Menschen nennen. Es sind Menschen, keine guten oder schlechten, schlicht Menschen, die entsprechend ihrer sehr besonderen und sehr unterschiedlichen Veranlagung Freund oder Feind der Natur sind, oder das mütterlich-freundschaftliche Kulturwesen der Natur gar nicht wahrzunehmen fähig sind.

Wie wird sich die Beziehung zwischen Menschkultur und Naturkultur entwickeln, Und wie muss sie sich entwickeln, wenn Mensch nicht untergehen, sondern seiner Rolle als Bewusstseins- oder höheres Geistwesen gerecht werden will?
Konkret: Schafft es Mensch, sich seiner feindselige Natur bewusst zu werden – und sie zu verändern?

Meine These lautet:

Der Mensch hat kein Gewissen, die Natur hat ein Gewissen.
Das der Mensch nicht erkennt, weil er selber gewissenlos ist.

Ich wünsche Euch spannende Gespräche.

Wolfgang

  1. Mathias
    Oktober 7, 2014 um 4:38 pm

    In meiner näheren Wohngegend wohnen zwei Kater. Kater Karly und Kater Namenlos. Kater Karly darf nur mit Korsett und an der Leine in den Hof – Kater Namenlos durfte sich bis vor kurzem frei bewegen, auch wenn die Gegend wegen der vielen Straßen gefährlich für ihn war. Letzte Woche sah ich Kater Namenlos am Straßenrand liegen – tot, vom Auto überfahren. Als ich einen Tag später die Besitzerin von Kater Karly zufällig traf, bedauerte sie den armen Kater am Straßenrand – sie hatte ihn auch gesehen, den armen Kerl, und meinte, wie froh sie sei das ihr Kater Karly dieses Schicksal erspart bliebe.

    Ich glaube hinter dieser unbewussten Einstellung, steckt etwas, was auch ein Antrieb für die Erscheinungen der Kultur sein könnte – ich meine der Antrieb der die Erscheinungen erst hervorbringt: Das erspart bleiben einerseits, gekoppelt mit einer Liebe zu Erscheinungen die im Grunde eingefangen wurden. Den letzten Satz könnte man auch noch einmal schreiben und die Liebe ganz weglassen, dann geht es nur noch um das „erspart bleiben“ (als Beispiel die Massentierhaltung).

  2. federleichtes
    Oktober 7, 2014 um 3:37 pm

    Die konkretere Entfächerung der Menschenkultur (Kulturbeutel entleeren) brach ich erst mal ab. Mal sehen, wie sich die nächsten Tage entwickeln.

    Binsenjungfer

    Danke und Gruß
    Wolfgang

  3. Oktober 7, 2014 um 2:48 pm

    Die eigene Minderwertigkeit kommt nicht von ungefähr. Deshalb ja auch das ganze gebaren im Sinne von „schneller, weiter, höher“. Diese Minderwertigkeit ist angelegt und durch die maßlose Vermehrung und dem Umgang mit den Vermehrungsvorgang immer weiter verstärkt worden. Und durch den täglichen Blick in den Spiegel bestätigt sich diese Minderwertigkeit und wird dupliziert. Der Selbsthass übertüncht, sei es mit Farbe, Stoff und accessories, Job etc. Parfüm oder doch besser Eau de Toilette (also gegen den eigenen „Toiletten“gestank) ist ein Ausdruck dieses Selbstekels der mit allen Mitteln versucht wird, übertüncht zu werden. Das spiegelt sich dann auch im Verhalten wieder, und das Monat für Monat. Mensch riecht nicht.

    Darauf „bauen“ die Kulturen auf. In diesem Sinne ist Kultur der „Kulturbeutel und Kosmetiktasche“. Von Kultur zu Kultur unterschiedlich, bei manchen sind es eben schon Koffer.

  4. federleichtes
    Oktober 7, 2014 um 1:43 pm

    Menschen sublimieren ihre Kultur – und missverstehen die Kultur der Natur. Das, und wahrscheinlich nur die Vermengung zweier falscher Interpretationen, ermöglicht dem Menschen seine eigene Überhöhung. Vielleicht braucht er die, um nicht an seiner Minderwertigkeit zu zerbrechen, also um das leisten zu können, was ihm objektiv gar nicht möglich wäre.

    Wer spricht schon gerne über seine Minderwertigkeit. Wenn es einen Zeitgeist gibt, der für die falsche Darstellung der Kulturwerte, der Kulturmächte, sorgen lassen kann. Das künstlich Überhöhte trampelt ja weiterhin erfolgreich auf dem künstlich Erniedrigten herum. Und da der Zeitgeist das nicht ausreichend erscheint, trampelt Mensch auch noch in der eigenen – bereits sehr spezialisierten – Spezies herum. Als ginge es darum, die Abartigkeit dieser Spezies weiter zu perfektionieren.

    Wir hielten uns gestern neun Stunden im Kreis einer Familie auf. Mich erwischte es auf halber Strecke. Vielleicht kennt ihr das Phänomen, dass euer System zusammenbricht, und den völligen Zusammenbruch dadurch verweigert, weil es sich suggeriert, es könne, weil keine erkennbare Ursache, gar keinen Zusammenbruch geben. Es gibt offensichtlich also unentdeckte Phänomene. In diesem Fall war nur geschehen, dass Eltern unbewusst etwas geleistet hatten, das der Sohn erst durch seine darauf bauende Entwicklung offenbarte.

    Das Ergebnis artikulierte sich sehr unterschiedlich, und doch gleich: Es war von jedem kulturellen Anstrich befreit. Es war ehrlich. Unsere Runde erlaubte das nicht nur, die Anwesenden forderten und erlaubten Betroffenheit. Und so kam es, dass wir alle gleichermaßen herzhaft über eine Geschichte von Affen lachen konnten, die ihrerseits herzhaft Menschen ausgelacht hatten. Der Affe also das Bindeglied zwischen Mensch und Natur, der das leisten kann, was andere nicht vermögen: Dem Menschen einen sauberen Spiegel vorzuhalten.

    Wer da mal rein schaute, wird etwas ahnen. Und diese Ahnung rührt vielleicht an dem künstlichen Gebilde von Überwert und Minderwert – und bringt etwas ins Fließen. Was da ins Fließen kommt, ist überraschend. Und was das Fließen bewirkt, auch. Und dass nicht zu verhindern ist, dass hinter einer Kulturfassade eine natürliche Identität erscheint, ist das eigentliche Wunder – im Zusammenspiel sehr verschiedener Kulturen.

    Gruß
    Wolfgang

  5. Gerd Zimmermann
    September 27, 2014 um 7:53 pm

    Ich habe heute Gold-DNA gelesen, ihr ja auch, sorry.
    Gruss Gerd

  6. Gerd Zimmermann
    September 27, 2014 um 7:49 pm

    Wem nuetzen schon zwei Spiegel, die Unendlichkeit suggerieren zu vermoegen, wenn man nicht
    einmsl hinter einen zu schauen vermag.
    Nicht viel.
    Sorry, Gerd.

  7. September 27, 2014 um 7:25 pm

    Vom Gutmenschen und seinen Allüren

    „Das grüne Gewissen: Wenn die Natur zur Ersatzreligion wird“

    Das grüne Denken ist salonfähig geworden mitten in der Gesellschaft, und meine These ist, dass wir nicht über Natur reden, wenn wir über Natur reden, sondern dass die Natur gewissermaßen zu einer Metapher in der Gesellschaft gerade der bürgerlichen Mitte geworden ist, und etwas ganz anderes meint – nämlich Werte, die wir zunehmend in der Gesellschaft vermissen: Beständigkeit, Stabilität, Sicherheit, Entschleunigung. Mitten in einer von Dynamik und Globalisierung geprägten Welt gucken wir immer mehr zur Natur.“

    Dass Natur steten Wandel bedeutet, dass es ums Überleben geht und nicht um Entschleunigung oder Sicherheit, wird verdrängt:

    „Die Natur muss gewissermaßen für Attribute herhalten, die nicht in Ihrer Natur liegen.“

    http://www.deutschlandfunk.de/vom-gutmenschen-und-seinen-allueren.1310.de.html?dram:article_id=248948

    • federleichtes
      September 28, 2014 um 2:09 am

      Sehr gut.

      Die Reaktionen auf die Antworten der Natur als Angst, sind genau das Gegenteil von dem Notwendigen: Der Liebe zur Natur.

      Danke.
      Wolfgang

  8. chattison
    September 27, 2014 um 7:17 pm

    Konkret: Schafft es Mensch, sich seiner feindseligen Natur bewusst zu werden – und sie zu verändern?

    Der Mensch muss per se feindselig sein, da er ein ausnahmsloser Parasit ist, der für seinen Wirt, die Natur, radikal überhaupt keinen Nutzen bringt.
    Das Bewusstsein um diesen unzweifelhaften Status ist ein schmerzliches, um so mehr, als man nüchtern konstatieren muss, dass es für keinen Menschen einen Ausweg aus diesem Dilemma gibt.
    Der bewusste und gewissenhafte (hat nix mit Gewissen zu tun!) Mensch wird versuchen, den Schaden, den seine Existenz anrichtet, eben so gut es geht zu minimieren.
    Mehr kann er nicht tun, wenn er sich nicht entleiben will.

    Der Mensch ist seiner Natur nach ein ausnahmsloser „Konsument“.
    lat. consumere = aufbrauchen, verbrauchen, verzehren, verprassen, vergeuden verbringen, zubringen, mit etw. ausfüllen, auch (unnütz) verstreichen lassen, aufwenden, aufbrauchen, erschöpfen, auch vergeblich, erfolglos aufbrauchen, verschwenden, zerreiben, ganz abreiben, zernagen, zerstören, verzehren, (durch Feuer) vernichten, zerstören, aufreiben, hinraffen, umbringen, töten.
    http://de.pons.com/%C3%BCbersetzung/latein-deutsch/consumere

    Es ist dabei völlig unerheblich (für die Natur), ob jemand Wälder für Schlachtschiffe oder als Brennholz wegschlägt oder er Papier daraus für Symphonien, Bücher und Sanitärartikel herstellt – der Wald ist weg.

    Es ist völlig unerheblich (für die Natur), ob wir aus Kohle, Gas und Erdöl Kriegsspielzeug oder Dünger für ausgelaugte Böden oder Computer mit Blogaktionen und Twitter-Hashtags für Pro-Natur-Aktivismus fabrizieren.

    Es ist völlig unerheblich (für die Natur), ob ein IQler von über 175 oder eine Mario-Barth-Dumpfbacke hinterm Autosteuer, im Flugzeug oder auf dem Kreuzfahrtschiff sitzt – das Problem der unintelligenten Technik bleibt.

    Es ist völlig unerheblich (für die Natur), ob wir die Kurve kratzen, insgesamt abkratzen oder uns die Natur kratzt – die Natur wird niemals einen Kratzfuß vor uns machen.

    Die Natur (vulgo: „Leben“) wird es noch geben, nachdem dieses Sonnensystem längst verglüht ist.
    Das Leben wird existieren, solange es irgendwo ein Energiepotentialgefälle gibt, das zum Ausgleich drängt.
    Das Leben ist der einzige wahre „Gott“, der tatsächlich existiert, der Leben schenkt und Leben nimmt, der aber nicht unsterblich ist, denn die Entropie ist des Lebens Tod.

    Ein janusköpfiger „Gott“, eine Natur, die dem Fuchs das Leben schenkt, das es der Gans genommen hat.
    Für den Fuchs ist das Leben in dem Fall „positiv, gut“ und für die Gans „negativ, böse“.

    Der Mensch ist ein Energietransformator, der die Entropie beschleunigt, insofern ist er lebensfeindlich.
    Gut, die Rolle hat er sich nicht aussuchen können, vermutlich ein Montagsproduktionsfehler, der aber gerade aktuell dank einer Betriebsrevision durch das Leben selbst korrigiert wird.

    Die Technik des Menschen ist der lumpige Versuch, sich aus der Bringschuld fort zu stehlen, um für sich eine steady-state-Situation zu schaffen, die der für das Leben notwendigen Energie-Inversion ein immenses Quantum an Energie stiehlt, indem er die Technik nutzt, um energetische Ungleichgewichte für sich zu verhindern, die aber essentiell für das Leben sind!

    Das Leben lässt sich aber weder betrügen noch austricksen – je mehr der Mensch also versucht, das Lebens-Ungleichgewicht zugunsten eines Menschen-Gleichgewichtes zu nivellieren, desto exponentieller antwortet das Leben, um Ungleichgewicht zu rekultivieren, indem es Unordnung und Chaos schafft!

    Das ist ungefähr so, als würde man eine Automatikuhr basteln, die durch Stöße, Impulse aufgeladen wird und gleichzeitig diese Uhr in einen stoßgedämpften und schwingungskompensierenden Behälter stecken und sich wundern, warum in Kürze die Zeit abgelaufen ist!^^

    Ja, der Mensch kann sich dessen bewusst werden (siehe meinen Kommentar) und:
    Nein, der Mensch kann nichts lernen, da er in seiner Natur als Konsument unveränderbar ist!

    PS:
    Habe einem Mistkäfer die Vorzüge der Relativitätstheorie erklärt und ein wenig aus Goethes „Faust“ vorgelesen, eine BlueRay-Disc mit National Geographic-Dokumentationen und eine CD mit einem esoterischen Reharmonisierungssample aus Naturgeräuschen vorgespielt, Manifeste und Konzepte gegen den Klimawandel vorgestellt, stolz meine selbst gepflanzte, geerntete, geflochtene Hanftasche präsentiert mit lauter Bio-Produkten gefüllt, die den Zertifizierungen der Ceta-Tisa-TTIP-Corporationsharmonisierungsklauseln entsprechend erzeugt wurden und zuguterletzt meine zum Patent anstehende seegestützte Plastikmüll-Sammel-und-Konvertierungs-Plattform zur Rückgewinnung von Erdöl und anderen chemischen Grundstoffen vorgestellt –
    er hat sehr geduldig und konzentriert zugehört.
    Dann rappelte er sich auf und begann seine Dungkugel weiter Richtung Nest zu rollen.

    Mir fiel auf, dass er bereits ein Jahrmillionen altes Patent darauf hatte, wie man aus Scheiße einen goldigen Käfer macht – ich war mal wieder zu spät gekommen…

    • September 27, 2014 um 8:04 pm

      🙂 machen wir also das Beste draus 😉

    • September 27, 2014 um 8:49 pm

      “Der Mensch muss per se feindselig sein, da er ein ausnahmsloser Parasit ist, der für seinen Wirt, die Natur, radikal überhaupt keinen Nutzen bringt.“

      Da wäre ich mir nicht so sicher. Wenn die Leine der ANDEREN fortwährend nur so lang ist, dass sich das als Menschheit verkörperte Bewusstsein maximal dergestalt austoben kann, dass es all die Pfade auf dem gemeinsamen Weg des Lebens einschlagen kann, die den ANDEREN nicht direkt zur Verfügung stehen. Denn egal, wohin es den Menschen auch treibt, ein ‚Teil‘ der ANDEREN ist stets dabei …

      http://www.gold-dna.de/updatejan14.html#nw15

      Gruß Guido

      • chattison
        September 27, 2014 um 9:18 pm

        Ja, mir ist schon bewusst, was Du damit sagen willst – der Mensch als „Türöffner-Werkzeug“ der ANDEREN zur Eröffnung von sonst unerreichbaren Optionalitäten^^

        Dann einigen wir uns auf den Mensch als einmaliges Drohnenphänomen, der kurz nach der Befruchtung (Eröffnung neuer Entwicklungskorridore) abstirbt.^^

        Das ändert aber nichts am prinzipiellen Parasitenstatus.
        Und ob die „Nutzen“rechnung für die ANDEREN aufgeht, steht noch offen.
        Es kann gut sein, dass der Mensch eben nur die ZONK-Funktion hat und ganz andere Türöffner gebraucht werden, um die mit dem Hauptgewinn zu erschließen^^

        https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Geh_aufs_Ganze!&action=edit&section=2

        • federleichtes
          September 28, 2014 um 10:22 pm

          Mr. Chattison

          „Es kann gut sein, dass der Mensch eben nur die ZONK-Funktion hat und ganz andere Türöffner gebraucht werden, um die mit dem Hauptgewinn zu erschließen^^ “

          Der Mensch denkt aus seiner sehr speziellen Position heraus, einer, die ihm eingeimpft wurde. Es ist die des Dominators. Er sei es, wegen mir auch ES, worauf alle Entwicklung gerichtet ist. Wenn du siehst, was dabei raus gekommen ist, Hut ab. Oder besser, Wahnsinn pur. Konkreter: Ja, es geht noch schlimmer.

          In diesem Wahnsinn gefangen kann Mensch keine anderen Optionen denken. Aber – es gibt sie. Wir hatten heute unsere Schmetterlings-Festival. Sollte ich entscheiden zwischen der Menschheit und einem Schmetterling? Lieber nicht, gell.

          Die Neue Natur kennt des Menschen Geist jedenfalls aus dem Öfföff. Und wird ihm in einer erneuten Begegnung mit Sicherheit angemessen begegnen: Pardon, Sir, sie irrten sich in der Tür. dieser Geist wird also über keine Natur mehr beliebig-lieblos verfügen können.

          Danke und Gruß
          Wolfgang

    • federleichtes
      September 28, 2014 um 1:19 am

      Lieber Mr. Chattison, wenn ich das

      „Der Mensch muss per se feindselig sein, da er ein ausnahmsloser Parasit ist, der für seinen Wirt, die Natur, radikal überhaupt keinen Nutzen bringt.“

      vor fünf Jahren hätte denken können, hätte ich es genau so gedacht.

      Ich glaube, wir wissen zu wenig vom Bewusstsein der Natur.* Es ist definitiv anders, als das des Menschen. Und was wir unter Entwicklung unseres Bewusstseins verstehen, versteht das Bewusstsein der Natur entsprechend auch anders. Wir haben etwas zu lernen, und die Natur auch. Und da wir gemeinsam lernen, möchte ich das Miteinander als symbiotisch bezeichnen. Konkreter: Die Natur lernt von uns, und wir lernen von der Natur. In der Beziehung gibt es auch kein Wollen und kein Verweigern: Das Bewusstsein des Menschen ist an das Bein der Natur, und das Bewusstsein der Natur an die Flügel des Menschen geschmiedet.
      Noch konkreter: Wenn Mensch nicht von der Natur lernt, stirbt er – wer als Teil der Natur nicht lernt, stirbt aus.

      In dieser Lern-Verbindung ist Mensch der schwächere Partner, und entsprechend wild gebärdet er sich. Diese Wildheit wird sich reduzieren, weil Mensch schneller destruktiv und, wenn überhaupt, langsamer konstruktiv lernt.* Und die Natur ist ihm keine Schule, sondern primär Opfer seines höheren Bewusstseins. Die Natur dagegen ist im Vorteil, weil sie Zeit hat, viel Zeit. Es spielt keine Rolle, wann sie etwas lernt, weil sicher ist, dass sie es lernt. Während die genetische Entwicklung des Menschen Richtung absolute Zerstörung verläuft, verläuft die genetische Entwicklung der Natur in absolute Resistenz gegen Bösartigkeit. Der Mensch rottet das Gute aus und subsummiert das Schlechte, die Natur macht es umgekehrt.
      * Sehen wir z.B. an der dünnen Sozialisierungsschicht und der mangelnden Beherrschung von Technik.

      Kurz:
      Der Mensch vernichtet sich selber, und die Natur hilft ihm dabei. Nett, oder?

      • * Das macht Hoffnung, oder?

      Danke und Gruß
      Wolfgang

  9. September 27, 2014 um 7:04 pm

    Über den geistlosen Zeitgeist

    Vor langer Zeit angedacht, jedoch auch heute noch brandaktuell:

    Mit dem Geist der Zeit befinde ich mich in vollständigem Widerspruch, weil er von der Missachtung des Denkens erfüllt ist. Bei der heutigen Missachtung des Denkens ist aber noch Misstrauen gegen es im Spiele.

    Die organisierten staatlichen, sozialen und religiösen Gemeinschaften unserer Zeit sind darauf aus, den einzelnen dahin zu bringen, dass er seine Überzeugungen nicht aus eigenem Denken gewinnt, sondern sich diejenigen zu eigen macht, die sie für ihn bereit halten. Ein Mensch, der eigenes Denken hat und damit geistig ein Freier ist, ist ihnen etwas Unbequemes und Unheimliches. Er bietet nicht genügend Gewähr, dass er in der Organisation in der gewünschten Weise aufgeht. Alle Körperschaften suchen heute ihre Stärke nicht so sehr in der geistigen Wertigkeit der Ideen, die sie vertreten, und in der der Menschen, die ihnen angehören, als in der Erreichung einer höchstmöglichen Einheitlichkeit und Geschlossenheit. In dieser glauben sie die stärkste Widerstands- und Stosskraft zu besitzen.

    Darum empfindet der Geist der Zeit nicht Trauer, sondern Freude darüber, dass das Denken seiner Aufgabe nicht gewachsen erscheint. Er hält ihm nicht zugute, was es bei aller Unvollkommenheit schon geleistet hat. Nicht lässt er gelten, was doch Tatsache ist, dass aller bisherige geistige Fortschritt durch Leistungen des Denkens zustandegekommen ist. Auch will er nicht in Betracht ziehen, dass es in der Zukunft noch vollbringen könnte, was ihm bisher nicht gelang.

    Auf solche Erwägungen lässt sich der Geist der Zeit nicht ein. Ihm kommt es darauf an, das individuelle Denken auf jegliche Weise zu diskreditieren.
    (Albert Schweitzer, 1875-1965, Theologe, Orgelkünstler, Musikforscher, Philosoph und Arzt)

    • federleichtes
      September 28, 2014 um 2:36 am

      DAS Denken ist so eine Sache. Denken wird durch Informationen ausgelöst. Diese Informationen können auch Daten sein, die mit Energie verbunden, also reaktiv sind. Deswegen kann der Mensch nicht denken, was er will. Eher will er, was er denkt.

      Albert Schweitzer liegt in seinem Ansatz richtig. Den ich etwas klarer formulieren möchte. Ob Denken eine konstruktive oder destruktive Richtung einschlägt, hängt ab von dem, was das Denken auslöst. Denken wird ausgelöst von reaktiver Energie (Angst); Denken wird ausgelöst von einem konditionierten Geist (Gier); Denken wird ausgelöst durch Lösungsbedarf; Denken wird ausgelöst durch den Bedarf, Spezielles zu zerstreuen oder Zerstreutes zu versammeln; Denken wird ausgelöst, um Energie auf Kreatives Schöpfen zu richten. In diesem Sinne ist Denken reine Funktion.

      Und wenn wir das Denken über die Freiheit und im Weiteren die Befreiung betrachten, ist nicht das Denken an sich gefährlich, sondern das, was dieses Denken auslöste.

      Gedanken können nur dann frei sein, wenn das, was das Denken betreibt, frei ist. Und das, was frei über die Art des Denkens bestimmen kann, einen Apparat (Gehirn, Neuronen) bedient, der frei von eigenen Ideen (Fixierungen) arbeitet.
      Konkreter
      Wenn ich möchte, dass mein Rotkehlchen zu mir auf die Hand fliegt, muss ich es erst mal von seiner generellen Angst vor Menschen befreien. Die wird aber fortwährend genährt durch den Hochgeist der mit Hochprozentigem wohl versorgten Nachbarschaft. Also versuche ich es gar nicht. Zudem leiden wir beide nicht an Bedürftigkeiten. Und es könnte auf meiner Hand nicht besser singen, und ich könnte mit einem Rotkehlchen auf der Hand kein Vogelfutter beschaffen; also was soll der Unfug.

      Eine Vernunft, mittels der Mensch denken kann, ist wenig entwickelt. Etwas locker-lustich und total unkonkret ließe sich sagen: Männer denken mit dem Schwanz, und was Frauen denken, ist auch nicht ohne.

      Ihr Thema, Ihre Anregungen, danke.

      Wolfgang

      • chattison
        September 28, 2014 um 9:54 am

        Denken“ ist etymologisch gleich „Empfinden„, also Gefühl, also Hineinspüren.

        Das, was heute als „Denken“ bezeichnet wird, ist nicht wirkliches Denken!
        Es ist das Gegenteil, nämlich die Abstraktion (nix hineinspüren, sondern sich zurück ziehen!)!!!

        Noch dazu mit dem dämlichen Argument der vermeintlich „nötigen Distanz“, aus der man etwas besser beurteilen könne!

        Seltsam, dass der Schleimpilz, – ohne Gehirn, ja sogar ohne Augen, geschweige denn Überfliegerqualitäten -, optimale Entscheidungen treffen kann!?

        Vielleicht gerade weil er empfidungsmäßig besonders dicht dran ist?

        • federleichtes
          September 28, 2014 um 9:23 pm

          Wo haben Sie denn das Schätzelein

          “Denken” ist etymologisch gleich “Empfinden“, also Gefühl, also Hineinspüren.

          aufgegabelt?

          wie ich bereits sagte, habe ich nicht die Zeit, mich mit jeden Unfug auseinanderzusetzen. Ist wirklich nicht überheblich, einfach unmöglich. Weil nur wenige Menschen bereit und befähigt sind, die Kali-Yuga-Doktrin zu verbannen. Die muss ganz weg, nicht repariert oder umgemodelt werden.
          Was können wir denn spüren? Schmerz. Was ist Schmerz? Eine Empfindung. Denken wir nun, das ist Schmerz? Oder lässt der Schmerz denken?

          Es ist so mit dem Schleimpilz. In seiner Liga empfindet er nicht in dem Sinne, wie Mensch wahrnimmt. Weil er nur empfinden muss – und das perfekt kann. Mensch dagegen lebt in einer Erfahrungswelt, in der er nicht nur empfinden muss, sondern auch emotionalisiert wird, emotionalsiert IST, und dann auch noch vom Gefühl berührt wird. Drei verschiedene Erregungen, dafür braucht man (auch) ein Gehirn, und spielt deswegen in der Liga für Spezialisten. Die sich ein Lätzchen umbinden und auf den Mount Everest zu.marschieren. Selbstverständlich nur um zu schauen, ob’s noch höhere Berge gibt.

          Etmülotogisch ist natürlich was für Experten im Oberexperten-Modus. Darauf kann man sein Haus bauen, weil genuch Dämlacke Geld für diese Schätzeleine ausgeben – um noch klüger zu werden. Bravo. Ich schöpfe wieder Hoffnung auf ein fundiertes Ende.

          Dunke und Graß
          Wolfgang.

          • September 28, 2014 um 9:37 pm

            Ja, die Liga für Spezialisten. Im Detail sicher hervorragend In-Form-iert. Was nach meiner Lesart bedeutet: beengte, fragmentarische Wahrnehmungs- und Erfahrungswelt. Tunnelblick.

  10. September 27, 2014 um 6:18 pm

    Passend dazu:

    http://www.n-tv.de/wissen/Schimpansen-sind-keine-Kuscheltiere-article13684056.html

    “Sie schmiegen sich an, tragen Kindersachen und äffen Mimiken nach: Schimpansen sind begehrte Haustiere – solange sie jung und niedlich sind. Das Aufwachsen in der Obhut von Menschen stört die Tiere jedoch nachhaltig.“

    Gruß Guido

  1. September 27, 2014 um 1:31 pm

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: