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Dem Leben entfremdet …

Ein Buchtipp auf die Schnelle, der mir wirklich sehr aus dem Herzen spricht, nicht nur aufgrund des Begleittextes, der wie folgt lautet:

Arno Gruen (Foto: Wikipedia)

Arno Gruen (Foto: Wikipedia)

Warum wir als Originale geboren werden und meistens als Kopien sterben.
Wir leben in einer vollkommen durchkonstruierten Welt und sind unfähig, lebendig, mitfühlend und empathisch die Wirklichkeit wahrzunehmen. Anlass für eine Fundamentalkritik an unserer Zivilisation durch den bedeutenden Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker Arno Gruen.

Unser Bewusstsein und unsere Wirklichkeit sind beherrscht von Krisen, Hass, Exzessen und Gewalt bis hin zur Verachtung des Menschlichen. Wissenschaftliche Erkenntnisse, Technik und Informatik beeinflussen, beaufsichtigen, befehlen uns: Das abstrakte Bewusstsein entfremdet uns unaufhaltsam dem Leben. Das Empfinden für die Wirklichkeit und das Mitgefühl für andere Menschen werden zunehmend durch ein unnatürliches und nicht mehr menschliches Bewusstsein abgewertet und unterdrückt. So nehmen wir den Ursprung unseres selbstzerstörerischen Tuns nicht mehr wahr. Das empathische Bewusstsein würde es uns ermöglichen, den Weg des Lebens neu zu entdecken.

Gemeint ist das Werk von Arno Gruen Dem Leben entfremdet: Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden.Es ist ein Buch, von vielen die folgen werden, welches von den Pflänzchen der Rekohärenz erzählt, von Pflänzchen, die zu Pflanzen werden und reife Früchte hervorbringen werden … auch solche, die gegen das Symptom des Krebses wirksam sein werden. Es ist ein Buch zur rechten Zeit, legt es doch schonungslos den bisherigen Lauf der Expansion dar, gezeichnet vom Verrat des Männlichen und der Abkehr vom Weiblichen, ausgefochten im empathischen Bewusstsein der Kinder, und somit einen Teufelskreis nährend, der nur geradlinig begangen erfolgversprechend erscheint, und somit zahlreiche Opfer fordernd. Ein Buch, welches ich allen Lesern von Martins Blog wärmstens empfehlen kann, da Vieles von dem, was hier veröffentlicht und vor allem kommentiert wurde, zur Sprache kommt. Es macht gar den Anschein, als wäre Arno Gruen gelungen, was im Blog scheiterte, nämlich das ENERGETIKUM zu verfassen. Arno Gruen schaffte es offensichtlich mit Leichtigkeit. Besonders freut es mich natürlich zu lesen, dass doch nicht Alles, was ich im Rahmen meiner Projekte bisher verfasst habe, an den Haaren herbeigezogen scheint, schließlich begegneten mir zahlreiche meiner UPDATES in Arno Gruens Worten, vom wirklichen Wesen der HARMONIE und des Konflikts der Einen und der Anderen, aber auch der EINEN und der ANDEREN, ganz zu schweigen.

Nur Einzelschicksale zu betrachten ist die vollendete Auslebung der Trennung vom GANZEN, denn jedes einzelne Schicksal ist ein Symptom des Körpers der Menschheit als Ganzes … und kann nur im Bezug zum ganzen Körper, und seinem Umfeld als GANZES, zur Genesung und Heilung jedes Einzelnen beitragen. Geschieht dieses nicht, versteckt sich der Teufel mehr und mehr in Details …

Gruß Guido

http://www.gold-dna.de
http://www.gold-dna.de/phi.html

Ergänzung von Martin:

Anbei noch ein Interview mit Arno Gruen, in dem es um das Grauen des Gehorsams geht, dabei u.a. um das Abtöten der Empathie unserer Kinder, wenn wir sie wettbewerbsfähig für die Leistungsgesellschaft machen:

  1. Mai 22, 2013 um 2:23 am

    Anbei verlinkt sei ein Auszug aus einem weiteren Buch von Arno Gruen, welches ein helles Licht auf Zusammenhänge im GANZEN wirft und ebenfalls viele Antworten auf hier gestellte Fragen bezüglich der FASZINATION MENSCH gibt:

    http://www.irwish.de/Site/Biblio/ArnoGruen/Abschied.htm

    Gruß Guido

  2. Juni 13, 2013 um 9:16 am

    Die ganzheitliche Sicht Arno Gruens ist auch das Fundament des Blicks auf das GANZE, bezüglich der Goldenen Philharmonie … Zitate aus dem aktuellen Buch inklusive:

    http://www.gold-dna.de/phi1597.html

    Gruß Guido

  3. federleichtes
    Juni 13, 2013 um 3:39 pm

    Ich bin weder ein „Freund“ von Arno Gruen, noch kann ich die Aussage „dem Leben entfremdet“ nachvollziehen.
    Was folgt denn anderes aus einer „ganzheitlichen Sicht“ auf DAS Leben, als die nüchterne Feststellung: DAS Leben kann sich von sich selber nicht entfremden.
    Das wäre ja, als unterstellte man dem Wasser, es sei eigentlich trocken – und hätte sich, womöglich aus freiem Willen heraus, selber nass gemacht und sich damit entfremdet.

    Nun, ich widme Deinem (?) Thema einen Gedanken, den ich gestern hatte.

    Wir leben in einer E-Gesellschaft. Das „E“ zwingt uns DAS Leben auf, ob wir wollen oder nicht und ganz gleich, wie befremdlich das einige (lebensfremde?) Menschen empfinden.

    Da hätten wir ein erstes E für Ellenbogen, Martin wird düster dreinblicken: Es ist die Macht der Konkurrenz. Vielleicht könnte man sagen: Es wirkt das Gesetz der Selektion.

    Das zweite „E“ steht für Energie, genauer für den Gebrauch von Energie. Es ist die Macht, das Mögliche zu inszenieren. Vielleicht könnte man sagen: Es wirkt das Gesetz des Schöpferischen.

    Das dritte „E“ steht für Elite. In allen Prozessen erhebt sich die Macht des Besondere aus dem Allgemeinen und definiert damit das Höhere und das Niedere. Es ist die Macht, die dirigieren und kontrollieren will. Vielleicht könnte man sagen: Es wirkt das Gesetz der Domestizierung.

    Das vierte „E“ steht für Eigentum. Der Drang danach entsteht aus einerseits einer Schutz-Bedürftigkeit und andererseits aus dem Geist des Raubens. Vielleicht könnte man sagen: Es wirkt das Gesetz der Besessenheit.

    Natürlich wirken die „E’s“ zusammen. Sie bilden auf der Wirkungs-, oder besser vielleicht Motivationsebene, eine E – INHEIT:

    Diese Einheit ist für mich DAS Leben.

    Wenn Du (?) von Entfremdung sprichst, mag ich dem Ansatz folgen, wenn es um das Wesen eines Menschen geht: Das Wesen als sein Charakter und das Wesen, was er eigentlich ist. Aber wenn Geist(wesen) sich der Liebe nähert, und Liebe(wesen) sich dem Geist nähert, ist das im Wesentlichen keine Entfremdung, sondern eine Bereicherung durch Fülle. Fällt mir gerade der von Martina geprägte Begriff „Dümmliche Liebe“ ein.

    Das Alles mal nur am Rande bemerkt.

    Hertliche Grüße an Euch.

    Wolfgang

    • Oktober 9, 2014 um 11:28 pm

      Lieber Wolfgang J.

      „Ich bin weder ein “Freund” von Arno Gruen, noch kann ich die Aussage “dem Leben entfremdet” nachvollziehen.
      Was folgt denn anderes aus einer “ganzheitlichen Sicht” auf DAS Leben, als die nüchterne Feststellung: DAS Leben kann sich von sich selber nicht entfremden.
      Das wäre ja, als unterstellte man dem Wasser, es sei eigentlich trocken – und hätte sich, womöglich aus freiem Willen heraus, selber nass gemacht und sich damit entfremdet.“:

      Man muß nicht unbedingt „Freund“ von A. Gruen sein, um von der „(Selbst-)Entfremdung“ – des modernen / zivilisierten – Menschen gehört zu haben. Die marxistische Literatur hebt intensiv darauf ab – allerdings wird dort der Aspekt sehr betont, daß der Arbeiter vom Produkt seiner Arbeit entfremdet sei. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt des Problems.

      Daß ein lebender Mensch vom Leben „entfremdet“ sei, mag für dein Verständnis unlogisch klingen, aber das hat mit der – weit verbreitet begrenzten – Deutung von „Leben“ zu tun.

      Mir fällt an dieser Stelle das Postulat von René Descartes ein: „Ich denke, also bin ich.“, was vom GANZEN, HEILEN, WAHREN, Menschen als ein Irrtum erkannt / entlarvt wird.

      Schon ein vorpubertäres Kind kann – auch „strukturiert“ – denken, aber es ist noch kein vollständiger Mensch – denn ihm fehlt noch die Pubertät, die Reife. Bevor unsere Kultur durch die Römer traumatisiert und entfremdet wurde, gehörten körperliche und geistig-seelische Reife zusammen. Auch der Prozeß der geistig-seelischen Reifung, des Bewußtseins-Wandels, wurde am Beginn der Pubertät begonnen. Diese Kultur haben wir völlig verloren. Das Wissen und die Rituale sind verschwunden – als wenn es sie nie gegeben hätte. Aber was die Römer NICHT abtöten konnten, das ist das kosmische Bewußtsein. Und wer den Kontakt zum kosmischen Bewußtsein herstellt, kann dort alles erfahren.

      Rationales Denken ist also KEIN Beweis für WAHRES Sein.

      Eine Schmetterlingsmutter – fabuliere ich mal – könnte auf die Raupe schauen und denken „Mein Kind. Es LEBT.“ Das ist wahr. Aber das Kind, die Raupe, ist noch kein Schmetterling. Da fehlt noch was. Das weiß jedes Kind. Und so ähnlich ist es bei Menschen-Kindern auch: Zwar LEBEN sie, aber sie sind noch keine GANZEN, WAHREN, Menschen; sie sind noch nicht „betriebsbereit“. Und zwar fehlen die körperliche UND die geistig-seelische / spirituelle Pubertät / Reife.
      Und von der geistig-seelischen / spirituellen Reife ist der typische zivilisierte Mensch – von wenigen Ausnahmen / Einzelfällen abgesehen – ENTFREMDET. Weswegen er auch keinen SPIRITUELLEN Nachwuchs zeugen kann. Körperlich-materielle KINDER kann er zeugen, aber er kann NIEMAND zur geistig-seelischen / spirituellen Reife, zum wahren (Erwachsen-)Sein, zum vollen Bewußt-Sein, führen. Was aber die Aufgabe JEDES Menschen ist. Das ist jedes Menschen „Amt“ als Erwachsener. Lehrer und spiritueller Führer – primär seiner eigenen Kinder – zu sein.

      Das Problem ist vergleichsweise so, als wenn Schmetterlinge irgenwann in der Evolution die Fähigkeit verloren hätten, wirklich Schmetterlinge zu werden, sondern im Raupen-Stadium verbleiben würden. Wie ich das auch in meiner Story „Wahnsinnige Schmetterlinge“ geschrieben habe.

      Und – natürlich – ist dieses Problem des zivilisierten Menschen nicht mit rationalem Denken hauptsächlich zu lösen, sondern mit radikaler Veränderung / Reduzierung des rationalen Denkens bzw. Umstellung der Bewältigung der Lebensaufgaben statt mit dem rationalen Denken („Kopf-Denken“) mit dem „Herz-Denken“; also mit dem Denken unter der Führung der höheren Bewußtseins-Ebene, dem „Höheren / wahren Selbst“, dem Bewußtsein des GANZEN, WAHREN, HEILEN, Menschen.

      Herzlichen Gruß!

      Wolfgang H.

  4. Juni 14, 2013 um 12:04 am

    “Ich bin weder ein “Freund” von Arno Gruen, noch kann ich die Aussage “dem Leben entfremdet” nachvollziehen.
    Was folgt denn anderes aus einer “ganzheitlichen Sicht” auf DAS Leben, als die nüchterne Feststellung: DAS Leben kann sich von sich selber nicht entfremden.“

    Dass sich das Leben nicht von sich entfremden kann liegt auf der Hand, zumindest für die, die neben den klassischen Sinnen, weitere Sinne beisammen haben. Die Realität jedoch sieht anders aus. Genau um diesen Unterschied zwischen Realität und Wirklichkeit geht es mir. Die EINEN und die ANDEREN scheinen mehr und mehr in verschiedenen Welten beheimatet zu sein, sich so voneinander trennend … aus verschiedenen Motivationen heraus. Während die EINEN, wir Menschen, als Ganzes betrachtet, uns von den ANDEREN trennen, um ganz bewusst unser eigenes Ding zu machen, lassen uns die ANDEREN, nicht minder bewusst, davonziehen und Erfahrungen sammeln.
    Natürlich kann sich Leben nicht von sich selbst entfremden … und doch tun die Einen der EINEN immer mehr so, als könnten sie sich von ihresgleichen, den Anderen, trennen.
    In WIrklichkeit entfremdet sich das menschgewordene Bewusstsein vom Wesen des Lebens, wie ein pubertierendes Kind sich von den Eltern entfremdet.

    “Aber wenn Geist(wesen) sich der Liebe nähert, und Liebe(wesen) sich dem Geist nähert, ist das im Wesentlichen keine Entfremdung, sondern eine Bereicherung durch Fülle.“

    Mit diesem Gedanken bis Du schon jenseits des Zenits der Unordnung, doch bis dahin läuft die Realisation der maximalen Entfremdung mittels Verkünstlichung noch auf Hochtouren.

    Gruß Guido

    • federleichtes
      Juni 14, 2013 um 1:10 am

      Ich bin derzeit am Rande meiner Selbst-Akzeptanz. Glaubte ich nicht fest an die NOTwendigkeit informativer Entwicklung (Bewusstsein), gestaltete ich mein Leben anders.

      Hallo Guido,

      mir scheint es ein nicht gerade kleines Problem, das Menschenleben richtig zu interpretieren. Obwohl es so einfach ist:
      ALLES, was des Leben durch Menschen hervor bringt, gehört zum Wesen des Lebens.
      Und wenn das Leben Entfremdung hervor bringt, sagt das doch nicht mehr, als dass Entfremdung ein Problem war – und informativ existent ist – und auf die Bühne des Lebens gezerrt werden MUSS.

      Was bedeutet Entfremdung?
      Anders werden, als man „normal“erweise sein müsste. Anders SEIN, als man es erwarten müsste.
      Da ist eine Gemeinschaft, sie bestellen ihre Felder und ihre pflegen ihre Haushalte, kümmern sich um ihre Kinder, sorgen füreinander. Und dann kommt einer auf die Idee, teile der Ernte zu stehlen und beseite zu schaffen, kommt auf die Idee, sich an Kindern zu vergreifen, kommt auf die Idee, des nachts auf Diebestour zu gehen.
      Klar, das Verhalten ist für die Anderen nicht natürlich, für den Einen wohl.

      Und das sollten wir bitte verstehen:
      Leben bringt die Informationslage des Einen auf den Tisch, ins Verhalten, in die Gemeinschaften – und verlangt nach einer Lösung.
      DAS will Leben, udn wir können nicht zu den Menschen, die nach dieser Informationslage handeln, sagen, sie entfremden sich.
      Das Gegenteil ist wohl richtiger:
      Sie schöpfen aus dem Kern des Lebens, restimulieren zunehmend die Kernprobleme.

      Wir sehen in der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung das fatale Wesen von Geist. Wenn man seinen Wahn nicht rechtzeitig stoppt, vernichtet er bedenkenlos Existenzen – und es gibt hunderttausende von Knöpfen, die nur darauf warten gedrückt zu werden, um Existenzen zu vernichten.

      Warum wurde denn Leben geschaffen?
      Aus Jux und Dollerei sicher nicht, sondern weil ungezügelter Raub-Geist viele Existenzen vernichtet hatte, musste künstlich für Wiederbelebung gesorgt werden.
      Und es musste ein Programm installiert werden, um diesen Raubgeist an die Kette legen zu können.
      Klar ist wohl, wir Menschen haben das Schicksal DES Lebens nicht mehr unter Kontrolle.
      (Wenn wir es je unter Kontrolle hatten – daran glaube ich eben nicht).
      Insofern bleibt (mir) zu hoffen, dass Leben seinen Zweck erfüllt(e) – als Mittel zum Zweck für eine andere Macht.
      Auch als Mittel zum Zweck, unsere Wesen von diesem unsäglichen (befremdlichen) Geist zu befreien.

      Vielleicht ist das Erscheinen der Menschheit nur wie Spielgeld, um eine „Bank“ zu sprengen. Und ich denke, DEM Leben ist diese „Bank“ mittlerweile sehr gut bekannt.

      Danke für Dein Verständnis.

      Gruß
      Wolfgang

      Nachbemerkung
      Wenn es des Menschen Schicksal ist, einer Höheren Macht im Sinne eines über-geordnetem Interesses zu dienen, halte ich das „Leben in diesem Sinne“ für SEHR ehrenwert. Und sag(t)e darum für mich:
      Scheiß auf die Freiheit.

  5. Juni 14, 2013 um 9:26 am

    Lieber Wolfgang,

    Danke für Deine Vertiefung. Deine Nachbemerkung trifft es.

    Entfremdung ist ein Symptom im Rahmen der Notwendigkeit. Entfremdung ist die bildhafte Realisierung … und somit ein Scheinbild, welches durch seine Andersartigkeit auffällig wird und somit Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann, eben, um sich um dieses Symptom zu kümmern, um sich der Quelle der reaktiven Unordnung zu nähern. Das Scheinbild der Entfremdung ist der mittlerweile ganz normale Wahnsinn. Scheinbild deshalb, weil es zwar real ist, aber aus Sicht des GANZEN in Wirklichkeit nur eine Interpretation ist, die nach Lösungen verlangt … über den langen Weg der Erfahrungen.

    Liebe Grüße
    Guido

    • federleichtes
      Juni 14, 2013 um 10:43 am

      Ich erinnere mich gerade an Don Miguel Ruiz‘ Aussage:

      80% der Annahmen, nach denen Menschen agieren, sind falsch.

      Ich meine, wenn das Leben uns „Helden des Kosmos“ (bewusst?) falsche Informationen liefert, die so gut getarnt sind, dass ihnen niemand (?) auf die Schliche kommt (auch weil das System perfekt darauf hinwirkt, das Falsche als richtig erscheinen zu lassen), ist es einfach eine Frage der Zeit, wann Mensch innerlich an diesem Zwiespalt zwischen Lüge und Wahrheit flüchtet oder zerbricht. Dass der Körper die zwiespältige Informationslage nur begrenzt aushält ist so klar, wie das Problem therapeutisch nicht lösbar.

      Die Entwicklung (Offenbarung?) verläuft so natürlich, wie es natürlicher nicht geht – innerhalb einer festen Ordnung. Wie das geschieht, bekam den „Anstrich“, der Mensch wäre der Betreiber des Lebens, steht von seiner Schuld und seinem Freien Willen geleitet in der Verantwortung. Wie befremdlich diese Annahme ist, sehen wir ja – unter anderem an der Zunahme „psychischer“ Erkrankungen und an der Zunahme eines Wahn-Verhaltens, das als „normal“ gilt.
      Aber das Wahnhafte im Sinne der Offenbarung auch als normal zu empfinden, ist die Crux.

      Die Vorstellung, wir Menschen seien roboterhaft programmiert eingebunden in eine determinierte Welt, zerstört nicht nur des Menschen narzisstisches Ich-Bild, es würde auch eine wesentliche Antriebskraft des Offenbarungs-Willens lähmen.
      Und so grauslich ist es um die menschliche Freiheit ja auch gar nicht bestellt – optional-theoretisch sind sowohl viele kleine Wandel als auch der große Wandel jederzeit möglich und auch gefordert bzw. gefördert.

      Wie gesagt, es gibt für die „richtigen“ Informationen bzw. für die Richtigstellung falscher Informationen keinen „Nürnberger Trichter“. Darum bleibe ich bei meiner „Politik“ der offenen Kommunikation – so befremdlich das Manchem erscheinen mag. Das „Bingo“ hat so wenigstens eine Chance.

      Euch einen guten Tag.

      Wolfgang

      • Juni 14, 2013 um 11:23 am

        Wenn die 80% nicht sogar noch zu niedrig getroffen sind …
        Dann passt die Empfehlung: „Traue nur dem, was Du selbst erfahren hast.“
        Krank macht es dennoch, denn es kostet unendlich viel Energie, Allem zuerst Dein Misstrauen auszusprechen 😦
        VG Martin

        • Juni 14, 2013 um 11:35 am

          Wie sollte es auch sonst zu Erfahrungen kommen können ? Würde der Mensch überwiegend “richtig“ agieren, im Sinne des GANZEN, welches ja die Essenz aller Erfahrungen des Voruniversums ist, dann käme kein Lernprozess zustande, um das Vorherige im Laufe des Aktuellen für das Zukünftige weiter zu “verbessern“

          Arno Gruen, nebst vielen anderen Autoren, spricht mich deshalb an, weil er mittels seiner Interpretationsmöglichkeiten und seines Vokabulars Menschen erreicht, die eine “andere“ Sprache sprechen … bezüglich eines Themas, welches für die meisten Menschen schwer zu begreifen ist. Sein Vokabular erzeugt in mir Bilder, die sich nahtlos ins Gesamtbild einfügen.

          Gruß Guido

        • federleichtes
          Juni 14, 2013 um 11:50 am

          „Krank macht es dennoch, denn es kostet unendlich viel Energie, Allem zuerst Dein Misstrauen auszusprechen“

          Mit Deiner Aussage kommen wir eigentlich direkt zum Thema, was ich als dessen Kern verstehe, zurück.

          Misstrauen ist Entfremdung.
          Es folgt auf enttäuschtes Vertrauen, oder Blindgläubigkeit, oder …. (denk Dir was persönlich Passendes dazu)

          Entfremdung weicht im Maße des wachsenden Bewusstseins.
          Ist wohl klar, dass Aufmerksamkeit (Teil des Bewusstseins) dazu führt, eine SACHlage mit einem Blick aufzuklären.
          SEHEN UND VERSTEHEN.
          Das ist dann mühelos – der Weg dorthin entsprechend mühevoll, welchen Weg man wählt. (Muss gerade ein bisschen schmunzeln)

          Wenn Du eine funda-MENTAL stabile Informationslage hast, kannst Du SOFORT entscheiden, was richtig oder falsch ist bzw. unklar ist. Aus dieser „Kunst“ entsteht sogar Lebensfreude.

          Aber einige Menschen wollen eben galoppieren, bevor sie den Namen des Pferdes kennen.

          Dir einen guten Tag.

          Wolfgang

          • chattison
            September 24, 2014 um 5:26 pm

            80% der Annahmen, nach denen Menschen agieren, sind falsch.

            Annahmen sind streng genommen immer falsch.
            Annehmen dagegen immer richtig.

            Soll heißen:
            Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit einer Annahme aufgrund unzulänglicher Informationslage (und wann ist die schon mal erschöpfend ergründet?) falsch liege ist immer größer als würde ich einfach eine Münze werfen!!!

            Was folgert:
            Keine Annahmen tätigen, sondern im Zweifelsfalle eine Münze werfen bzw. annehmen, wie es ist und darin seinen Weg suchen und finden.

            @Martin:

            …es kostet unendlich viel Energie, Allem zuerst Dein Misstrauen auszusprechen.

            Du brauchst kein Mißtrauen üben.
            Vertraue besser der Lösungsqualität des Annehmens wie beschrieben!^^

            Keiner ändert das, was ist, denn es ist bereits so und Du kannst nicht warten, bis sich die Dinge so verändert haben, dass Du da problemlos rein passt!
            Wenn ich vor dem Dschungel stehe kann ich mich erst mal hinsetzen und warten, dass jemand kommt und eine asphaltierte Trasse mit Beschilderung und Shuttle-Service anlegt oder selber einen Bauantrag dazu stellen – oder:
            Ich lerne meinen Weg spurlos durch den Dschungel zu gehen, ohne ein Blatt zu verrücken, ohne mich selbst zu verlieren oder mein Ziel zu verfehlen.

            Parkour:
            https://de.wikipedia.org/wiki/Parkour

  6. Oktober 21, 2013 um 1:06 am

    Sehr lesenwerter Artikel über die Empathie und über die Arbeit Arno Gruens:

    http://www.oya-online.de/article/read/646.html

    Gruß Guido

  7. September 24, 2014 um 7:24 pm

    Arno Gruen legt den Finger in die Wunde, genau dort, wo sie eitert. Mir fällt im Moment keiner ein, der präziser formuliert, was das Problem ist, das wir als Menschen haben.
    Danke für den Artikel und die Ergänzungen !

    In den 80er Jahren gab es hoffnungsvolle Ansätze, die Geburt eines Kindes für das Baby freundlicher zu gestalten. Hausgeburten und Geburtshäuser waren „in“. Heute ist das alles, so weit ich weiß, wieder am Verschwinden, und Hebammen kämpfen um ihre Daseinsberechtigung und gegen Kaiserschnitte. Ja, sicher: in Krankenhäusern gibt es inzwischen auch Badewannen, Geburtshocker und Rooming-in – so wurde eine an sich positive (Protest-)Bewegung gegen „unmenschliche“ Gebärpraktiken inzwischen vom Moloch aufgesogen.

    Für ein Baby, das neun Monate IM Körper der Mutter war, ist der Körper der Mutter das Einzige, was ihm vertraut ist, wenn es in die für es fremde Welt hineingeboren wird. Für ein Neugeborenes wird jeder Moment, in dem es nicht mit dem mütterlichen Körper in Kontakt ist, zu einem Moment des Abgrunds, der Leere, des Entsetzens.

    „Mutter und Kind (bei den Primaten) bleiben körperlich eins, BIS DAS KIND LOSLÄSST, weil es neugierig auf die Welt wird“ … heißt es in einem der verlinkten Artikel.
    Es ist mir unbegreiflich, dass wir als erwachsene Menschen nicht mehr wissen, dass dieses Loslassen Sache des Kindes und nicht Sache der Eltern ist.

    Es heißt, Bhutan ist ein Land glücklicher Menschen. Ich denke, es ist nicht der Buddhismus, der die Menschen glücklicher macht als anderswo, es ist der Umstand, das Babies und Kleinkinder fast permanent am Körper getragen werden, und zwar Überraschung: in der Regel abwechselnd von Frau und Mann. Einmal habe ich beobachtet, dass ein ungefähr sechsjähriges Mädchen wie ein Baby gefüttert werden wollte, und sie wurde es ganz selbstverständlich, ohne dass es ansonsten etwas ausgelöst hat, wie Erstaunen, Diskussion, Ablehnung oder dgl.

    Das technologisch-wissenschaftliche Denken, das den Verlust von Empathie bzw. Verlust der Verbundenheit mit der Gefühlswelt sanktioniert, hat sich einerseits aus dem Christentum, andererseits aus dem Griechentum entwickelt. Der Verlust der Empathie ist in den Religionen angelegt, denn alle Weltreligionen sind angetreten, die Frau zu unterdrücken. Die Entwicklung ging soweit, dass Frauen sich von Männen haben erklären lassen, wieviel Schmerzen sie bei einer Geburt zu erwarten haben und was fürs Neugeborene am Besten ist, natürlich erst, nachdem es gewogen und vermessen wurde. Kranke Welt !

  8. September 24, 2014 um 11:05 pm

    Zum Thema noch zwei Ergänzungen:

    http://www.gold-dna.de/updatemai13.html#up401

    Zum Thema des plötzlichen Kindstodes.

    http://www.gold-dna.de/phi1597.html

    Mit zahlreichen Zitaten aus Arno Gruens Arbeiten, eingebunden in meine eigenen Gedanken.

    Gruß Guido

  9. September 25, 2014 um 3:56 am

    Eine Ergänzung zum Thema von mir.

    Was Menschen denken, WILL gedacht werden.

    Leben will also Entfremdung.
    Was bedeutet Entfremdung? Differenz von Realität zum Bewusstsein über Realität? Differenz zwischen natürlichem und künstlichem Existieren? Differenz zwischen Wollen und Können? Differenz zwischen Anspruch und Option? Differenz zwischen Reaktion und Aktion? Differenz zwischen Minimum und Optimum?

    Was Kinder betrifft, war ich selber Kind, betroffen. Und hatte bei der aufarbeitung Glück. 1992 las ich einige Bücher von Alice Miller. Dann las ich über Kindesmissbrauch und Missbrauch von Menschen allgemein. Dann las ich Grof. Und der Fisch war fett. Was ich heute noch lese, zum Beispiel über Rituale indigener Völker, bestätigt nur. Dass es ein Konzept gibt für die Entwicklung des Menschen durch die Generationen hindurch. Das ist kein Zufall, was da erfahrungsmässig abläuft. So wie Schleimpilz nicht zufällig aus einem Knall entstand, und Mensch nicht zufällig aus einem Schleimpilz entstand. Wer das glauben will, bitte sehr.

    Was von Menschen gedacht werden soll, denkt er. Und so entsteht Realität. Der steht er entfremdet gegenüber, und auch das hat er zu denken. Das Leben erscheint ihm immer fremder, weil seine Eistenz ihm immer fremder wird. Er benimmt sich wie ein Idiot, und er ist ein Idiot. Nur dass er gerade das nicht denken kann. Er denkt in der Differenz zwischen einerseits dem Natürlichen, dem Möglichen, dem Problemlosen oder Federleichten, und andererseits weiß er, dass, ganz gleich was er anstellt, das mögliche Optimum ins sichere Minumum führt, vollgeschissen einer sadistischen Altenpflegerin ausgeliefert zu sein – und Dienstag nicht mehr erinnern können, was sie Montag mit ihm gemacht hat..

    Die Entfremdung des Menschen gehört zur Realität. Was die Realität uns erzählt, ist aber – Du weißt das – nicht der Wirklichkeit entsprechend. Wer Entfremdung registriert, sollte wissen können, dass diese Entfremdung nicht zufällig geschieht. Und keinesfalls spiegelt, was in der Wirklichkeit abläuft.
    Arno Gruen sieht Rot. Macht nix. Andere sehen Grün, wenn die Entfremdung fortschreitet, Missbrauch intensiviert wird und Elend sich weiter ausbreitet. So sieht’s aus. Die freuen sich auch über Arno Gruen, voller Vitalität Rot sehen, kämpfen gegen das Unsägliche – toll, angebissen – Elemelemuh.
    Damit sage ich nicht, Arno Gruen oder wie die edlen Menschenfreunde alle heißen, hätte etwas falsch gemacht, oder er hätte etwas besser, früher oder schneller machen sollen. Arno Gruen ist TOP. Aber Mr. Zimmermann, Marian und Martin, Böser Bub und Solveigh, Muzungumike, Luna und titelfrei sind ebenfalls, und nicht weniger TOP.

    Was Menschen denken, will gedacht werden! Wirklich.

    Gruß an die Runde.
    Wolfgang

  10. Gerd Zimmermann
    September 25, 2014 um 12:23 pm

    Lieber Guido, rede bitte nicht von einem kosmischen Lernprozess
    und solchen Sachen wie Bewusstwerdung.

    Ich habe schon einige Watschen einstecken mussen, weil ich behaupte, und sie bewegt
    sich doch, aehm , Gott existeriert immer noch.

    Mache Dir kein Bild von Gott. Hast Du Dir da schon einmal eine
    Millisekunde Gedanken gemacht.Mein Vater sagte immer, ueberlasse das Denken
    den Pferden, die haben einen groesseren Kopf. Recht hat er.

    Das ist ja fast wie im Huehnerhof, alle schnattern und schnattern und merken vor
    lauter Schnatterei nicht, dass der Gockel virtuell ist.
    Egal, die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter, oder der
    Tag den Jahrhundertweg.

    Gruss Gerd

  11. Gerd Zimmermann
    September 25, 2014 um 3:29 pm

    Warum sind die 5 elektrischen Sinne dES Menschen begrenzt ?
    Weil der Mensch 7 Sinne hat. Die Antwort ist 42. Wieviel ist 6 mal 7 ?
    ES ist so einfach. Wenn man ES DOPPELT NIMMT.

    Warum ist das ALLES elektrisch, wenn ES doch als mechanisch postuliert ist ?

    Das 3. Auge, dass Innere Auge warum sieht ES NICHT, OBWOHL ES ALLES ZU
    SEHEN VERMAG ?
    Aehm wir waren ja erst bei der Erschaffung des Menschen.
    Durch wen eigentlich, erst muss der Mensch ja mal gedacht werden.
    Ach ja, die Goetter, da sind wieder, Gott sei Dank.
    Aber wo sind sie ? Wenn sie nicht durch Gott erdacht sind.

    Da kann man denken wie man Phi(l).

    Gruss Gerd

  12. Januar 27, 2015 um 11:24 am

    “Warum wir als Originale geboren werden und meistens als Kopien sterben.“

    Das Ganze mal musikalisch umgesetzt und das Wesentliche näher betrachtet:

    http://www.gold-dna.de/updatejan15.html#nw57

    Gruß Guido

  13. Januar 29, 2015 um 4:21 pm

    Lieber Guido,

    die von Dir genannte CD hab ich mal auf meine Wunschliste gesetzt … „Authentizität und Direktheit zurückholen in den Produktionsprozess“ – ja, genau … und jetzt erzähle ich mal was über „meine“ Musik, erscheint mir gerade passend:

    Im Alter von etwa 10 Jahren entdeckte ich die Gitarre, klimperte mit ein paar Grundgriffen ein wenig herum. Mit etwa 15 verliebte ich mich dann so richtig in dieses Instrument. Ich hatte nie Unterricht – na gut, ich hab damals einem anderen Gitarristen fasziniert auf die Finger geschaut und ebenso fasziniert gelauscht … ich fragte ihn: „Wie machst du das?“

    Er erklärte mir kurz die „Barré-Technik“ (sog. „volle Barrégriffe“, dauerte höchstens zehn Minuten), und die proportionalen Zusammenhänge innerhalb einer Tonart und der Tonarten untereinander lagen klar und offen vor mir. Der Rest ist Ausprobieren, Erkunden, Üben und Spielen – ich hab mich einfach hingesetzt, pro Tag etwa zwei bis drei Stunden, zeitweise auch vier bis fünf, und in die Klänge gelauscht, die meine Finger hervorriefen, auf den Klängen reitend, in ihnen schwingend. Notenlesen hab ich nie gelernt.

    Ich war nicht daran interessiert, etwas NACHzuspielen, mich faszinierte, mit der Gitarre zusammen zu SEIN und immer wieder (wenn die Finger nach etwa einer Stunde warm gespielt waren) zu erleben, wie ein lebendig-schöpferischer Kreislauf, der nie vorher von mir gespielte/gehörte Musik entstehen ließ, plötzlich von irgendwoher innen entsteht, wenn ich dann einfach nur „losgelassen“ habe … staunend lauschend, staunend auf meine Finger schauend und fühlend, ohne irgendwie einzugreifen.

    Heute weiss ich: Ich bin beim Spielen innerlich zur Seite getreten, habe „Platz“ gemacht (mal wieder Yin 😉 ), und der göttliche Strom des universalen Geistes oder wasauchimmer strömte durch mich und spielte seine Schöpfungsmelodie … und dann geschieht eine Kombination von präziser Ausdrucksform und selbstverständlicher Leichtigkeit – da ist alles genau so richtig, wie es gerade ist … ich konnte dann einfach nichts „verkehrt“ machen, weil „ich“ dann gar nicht da war 😉

    Klingt ganz schön abgehoben, nicht wahr? Aber es war real. Es war „meine“ Meditation (bzw. eine von mehreren), lange bevor ich überhaupt dieses Wort kannte. Und ich habe natürlich auch schnell gemerkt, dass sich dabei gleichzeitig meine aktuelle tiefinnere Strömung nach außen ins Spiel abbildet – auf diese Weise konnte ich mich in einer Tiefe bewusst fühlend wahr-nehmen, die mir sonst nicht oder nicht so leicht erreichbar war. Das Gesamtergebnis war immer wieder tiefe Entspannung, weil „es“ fließen durfte, und Frieden mit mir selbst – unabhängig davon, was sonst gerade in meinem Leben ablief.

    Es hat etliche Jahre gedauert, bis sich das soweit stabilisierte, dass es mich nicht mehr störte, ob andere dabei waren und zuhörten … in gewisser Weise hab ich mich dabei ja von innen nach außen gestülpt und „intim“ wahrnehmbar gemacht. Zunächst nur im engeren Freundeskreis. In den 70er und 80er-Jahren habe ich dann auch immer wieder mal öffentlich gespielt, mit der Überschrift „Musik aus meiner Mitte“, z.T. Solokonzerte, z.T. musikalische Umrahmung von Matinees, privaten Festen, Vernissagen, Dichterlesungen, später auch bei Meditationsabenden in Sannyaskreisen …

    Ha, ich hab sogar noch ein Bild gefunden:

    Im wesentlichen ähnlich ging es mir übrigens auf allen Gebieten, die mich „ansaugten“ und die ich daraufhin betreten und erkundet habe – ob beim Schreiben von Gedichten, oder auch, wenn ich eine Bodywork-Session gebe … oder z.B. auch in Mathematik und Physik, oder allgemein beim Denken: „Denken“ erfahre ich als ein Instrument, wie eben eine Gitarre oder ein Klavier. Und „Fingerübungen“ gehören einfach auch dazu, um die Fertigkeiten zu trainieren, Ausdrucksmöglichkeiten zu entwickeln und zu erweitern – ich sehe das in keiner Weise negativ. Das ist dann keine „Arbeit“ oder Verpflichtung, sondern ein spannendes und staunendes Erkunden neuer Möglichkeiten. Dennoch, Fingerübungen sind natürlich noch nicht „Musik“ …

    „Music can make you aware of the gaps between:
    silence – more beautifully than anything else.
    Hence I say: authentic music comes next to silence …“
    (Osho)

    Fazit: „Musik“ ist in meiner Erfahrung (egal, auf welchem Gebiet, inklusive „Denken“) das Ergebnis eines lebendigen Entwicklungsprozesses, welcher immer auch jede Menge „Fingerübungen“ beinhaltet und sich stufenweise zu immer neuen lebendigen „Räumen“ hin entfaltet … mit immer wieder neuem Ausdruck von, naja, eben „Musik“ 😉

    „Die Welt ist Klang.“

    Lieben Gruß, und Danke für den Tip

    Manfred

    P.S.: Noch ergänzend kurz zu Mathematik – ich erlebte sie einerseits als „Notensprache der kosmischen Musik“ und gleichzeitig, für sich genommen, ebenfalls als eigene „Musik“, da sie eben AUCH ein „Teilganzes“ ist. Ein eigenes „Glasperlenspiel“ im Kontext des Ganzen.

    Ich war versucht (hat aber zeitlich nicht gepasst, interessiert vielleicht auch kaum jemanden), zu den Artikeln über „Ringphilosophie“ einen längeren Text über Mathematik zu schreiben – in diesen Artikeln werden mathematische Begriffe verwendet, angewendet auf philosophische Betrachtungen, zudem mit eigenwilligen Interpretationen … es ist nur so: all dies hat mit Mathematik in meiner Sicht überhaupt nichts zu tun … wenn man mit den in der Mathematik entwickelten geistigen Werkzeugen (da gibts sowohl „geistige Teleskope“ als auch „geistige Mikroskope“) zu spielen und umzugehen gelernt hat, kann man sich gedanklich virtuell sowohl in der Welt des „unendlich Großen“ als auch in der Welt des „unendlich Kleinen“ und weiteren Welten sehr präzise und leichtfüßig bewegen, ja regelrecht „tanzen“ und die Schönheit fühlen und genießen … und von Dogmatismus keine Spur.

    Es gibt eine innere Tür, auf der geschrieben steht: „Mathematik ist sexy“ 😉 – aber wer kennt die schon … auch hier, hinter dieser Tür, ist „Leela“, das kosmisch-erotische Spiel des Lebens. Ja, wirklich.

    Schließlich noch eine passende Ergänzung zu … stufenweise zu immer neuen lebendigen „Räumen“ hin …:

    Stufen

    Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
    dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
    blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
    zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
    Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
    bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
    um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
    in andre, neue Bindungen zu geben.
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
    an keinem wie an einer Heimat hängen,
    der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
    er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
    und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
    nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
    mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

    Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
    uns neuen Räumen jung entgegen senden,
    des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
    wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

    (Hermann Hesse, „Glasperlenspiel“)

    • Januar 29, 2015 um 5:56 pm

      Lieber Manfred,

      du glaubst gar nicht, welch große Freude du mir mit deinen Ausführungen machst, finde ich darin doch so Vieles wieder, was mir bedeutsam ist.
      Was du über das “Erlernen“ eines Instruments schreibst, kenne ich vom Schreiben. Reichlich Fingerübungen. Je mehr man in die Leere geht, desto mehr ist man in der wahren Lehre. Kein Instrument vermag den Klang zurückzuhalten, der das Instrument in Schwingung versetzt. Jedes Lebewesen ist ein Instrument, ein Resonanzkörper. Stopfst du deine Gitarre voll mit Stroh, Papier, nasser Erde oder sonstigem, vermag es, aufgrund nun fehlender Leere seines Resonanzkörpers, nicht so zu erklingen, wie es die Schwingungen bedingen, die auf den Körper treffen. Bedenkt man, was immer mehr Menschen an Ballast mit sich herumtragen und sich ausgefüllt fühlen, verwundert nicht, dass immer weniger Menschen in Einkalng mit dem Leben gelangen können. Was fehlt ist die Leere, damit ihr Körper entsprechend resonieren kann. Stattdessen kommt aus, aufgrund der Fülle, zu Verzerrungen, Dissonanz, Dekohärenz. Kein Wunder, dass die ANDEREN immer offensichtlicher bemüht sind unseren Verstimmungen entgegenwirken, z. B. durch Infektionen aller Art, um zu entleeren, was immer mehr angefüllt wird. Eine Magenverstimmung, die zu Erbrechen und Durchfall führt, ist dahingehend sehr deutlich und die Entleerung Mittel zum Zweck des Umstimmens, damit wieder, weitestgehend, in Einklang gebracht wird, was Missklang erzeugte.

      Diese Leere bedeutet zudem Miteinander-Vergessen und kommt dem Wesen(tlichen) näher als ein Aneinander-Denken. So gesehen kann man auch sagen, dass solange Mitgefühl und Einfühlungsvermögen vonnöten sind, man einander nicht vergessen kann, weil weiterhin Nöte vorliegen, für die noch keine Wende ermöglicht werden konnte, vielleicht weil nicht die passenden Noten auf den beteiligten Instrumenten (Resonsnzkörpern) gespielt werden können …

      Hab vielen Dank für deine leeren(den) Worte 😉
      Gruß Guido

  14. Gerd Zimmermann
    Januar 29, 2015 um 6:56 pm

    Danke auch fuer Hermann Hesse, Manfred.

    Wo soll ich jetzt lang fahren , ueberall nur Hinweisschilder, nur nicht das EINE,

    ZUM ZIEL.

    Gruss Gerd

  1. Mai 20, 2013 um 12:01 pm
  2. September 24, 2014 um 8:01 am

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