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Was sagen uns Mythen über Lilith, Adam, Eva, Maria, Horus …

In den vergangenen Wochen tauchten hier in Nebensätzen immer mal wieder alte Mythen auf, bei denen ich das Gefühl habe, dass wir ihren Sinngehalt zu einseitig sehen. Mir persönlich sind uralte Menschheitsmythen Energien die mit den Informationen die sie transportieren bis zu uns gelangten, so dass wir sie vielleicht teilweise entschlüsseln und ihre archaischen Aussagen in uns integrieren und leben können.

Auge des Horus mit Heqat-Einteilungen(Wikpedia)

Dazu fällt mir das „Auge des Horus“ ein. Interpretiert wird es ziemlich oft als das „Allsehende Auge“ an der Spitze der Pyramide, als Zeichen der Freimaurer und anderer geheimer Gruppen, die die Menschheit auslöschen, mindestens aber ausbeuten wollen. Übersehen wird dabei, dass sich die Formen des Horusauges und unserer Zirbeldrüse, dem Organ unserer Intuition, ähnlich sind. Stellt sich doch die Frage warum wir das nicht erkennen können und wollen.

Ein berühmter ägyptischer Mythos berichtet von einem Streit zwischen Horus und seinem Widersacher Seth, dem Gott der Finsternis. In einem Kampf schlug Seth dem Horus ein Auge aus und zerschmetterte es, so dass es in sechs Teile zerfiel. Thoth, der Gott der Magie und der Heilkunst, sammelte die Teile des Auges auf und fügte sie zusammen. Das geheilte Auge übergab er dann wieder dem Horus. Statt es aber selbst zu benutzen, opferte Horus sein Auge. Er setzte es seinem Vater Osiris, dem ägyptischen Totengott, als drittes Auge ein. Damit erweckte er in Osiris ein neues Bewusstsein und brachte Licht in die Dunkelheit der Unterwelt. Aus diesem Mythos entwickelte sich die Hieroglyphe des Horusauges, das ein Symbol für alle Opfergaben und Sinnbild für Licht, Ganzheit und Heilung wurde.

Sumerische Göttin – Lilith? (Foto: Wikpedia)

Meine Einlassungen heute beziehen sich auf Lilith. Im vergangenen Frühjahr habe ich mich länger und tiefgründiger mit den Informationen, die über sie zu finden sind, beschäftigt. Lilith wird immer noch verschwiegen oder dämonisiert als kinderfressendes Ungeheuer. Dem ist nicht so. Mir repräsentiert sie die weibliche Energie in all ihren Facetten. Ob Frau oder Mann, wir tragen diese Energien, wenn auch in unterschiedlichen Anteilen, in uns. Daher mag es sich lohnen die Perspektive zu ändern, den Blick auf sie breiter zu fassen, für Frauen, für Männer. – Mir ist sie nah, mir ist sie fern. Ich mag was sie repräsentiert, die Bandbreite weiblicher Existenz.

Lilith die erste Frau Adams, erschaffen aus dem gleichen Material, ihm ebenbürtig und gleichwertig steht für die starke , selbstbewusste, eigenständige Frau.
Spuren finden sich noch im Sohar, einem der drei heiligen Bücher der Hebräer.-
Ein Terrakottarelief aus 2.000 vor Christus zeigt Lilith als sumerische Göttin die auf einem Löwenthron steht, Zeichen der Macht. Eulen rahmen den Löwenthron ein, Zeichen der Weisheit. Sie trägt als Göttin Flügel, was bedeutet sie ist fähig die Grenzen von Zeit und Raum zu berschreiten, eine schöne nackte Frau, so wie sie sein soll, Nacktheit steht für Reinheit, nichts verbergend, nicht furchteinflößend. Die Füße Vogelkrallen, was ein Hinweis ist, dass ihre Heimat eher der Himmel als die Erde ist. Die ganze Gestalt wehrhaft und fluchtbereit.
Im Sohar steht weiter, dass sie den Namen Gottes anrief, als Adam von ihr verlangte “unten zu liegen”, wozu sie nicht bereit war. Wie hätte sie Gott beim Namen rufen können, hätte sie nicht in starker Verbindung zu ihm gestanden. Im anderen Fall wäre ihr der Name nicht bekannt gewesen. Ein Zeichen starker spiritueller (geistiger) Verbindung, ihrer Ebenbürtigkeit.

Und weiter steht dort, dass ‘der Herr sie in die Tiefen des Meeres warf und gab ihr Macht über alle Kinder der Menschensöhne, die der Bestrafung für die Sünden ihrer Väter unterliegen.’ Klasse, oder? Gott und die Menschensöhne agieren und wer darf es ausbaden? Lilith und die Menschentöchter.
Lilith wurde ins Meer geworfen, das bedeutet sie und das was sie ausmachte wurde verdrängt. Fast erfolgreich, wie wir heute sehen können. Allerdings bedeutet es auch, dass sie sich vom Wasser ernährt, in ihm lebt. Eine fließende, reinigende, Bewusstsein transportierende Energie. Wohl darum ging sie uns nicht ganz verloren. Und es bedeutet vielleicht auch, dass eine Annährung an diese Urkraft möglich wird, sobald wir beginnen mit dem Leben zu fließen, unsere Gefühle (nicht Emotionen !!!) fließen lassen.

Von Adam heißt es, dass er nach dem Sündenfall lange (130 Jahre) enthaltsam lebte, Lilith ihn in dieser Zeit während seiner Träume besuchte und bekam was sie wollte.

Im o.a. „Sohar“ finden wir das weibliche Gegensatzpaar Lilith und Eva. Lilith steht für aufmüpfig und Verderben bringend. Eva stellt die angepasste, sich als dienliches Werkzeug sehende, sittsam beschränkte, libidoverneinende, schamhafte, unkreative, nur aus der Rippe Adams entstandene Frau dar. Von ihr wird absolute Keuschheit verlangt. Selbst Evas Rebellion, als sie vom Baum der Erkenntnis aß wird dort als Liliths Schuld gesehen, die mit der Schlange gleichgesetzt wird.

Im Christentum haben wir dann das weibliche Gegensatzpaar Eva-Maria. Lilith selbst taucht in der Lutherübersetzung der Bibel z.B. gar nicht mehr auf. Lilith ist hier nur noch die Schlange, die die christliche Ikonographie des Mittelalters durchzieht, dass ja bekanntlich von den Hexenverfolgungen geprägt war. – Obwohli, fragt man richtig nach, auch Maria nicht die betende fromme Jungfrau war, als die sie immer dargestellt wird, sondern eine „Junge Frau“ in der Blüte ihrer Kraft, die die aufmüpfigen Worte sang:

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.
Er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
(aus dem Magnificat)

Sehen wir diese drei Frauengestalten als Urbilder, und das sehe ich so, zeigt es die Zerissenheit weiblicher Kräfte. Wie wir Frauen, aber auch Männer uns von Teilen unseres Seins entfernt haben, es unterdrücken, blockieren. Bis es sich Bahn bricht in Form von Aggressionen, meist gegen sich selbst als Krankheit….
In obigen Kontext wurden Männer und ihr Gott von jeder Verantwortung freigesprochen. In sie wurde in Gestalt der Lilith und im Christentum in Gestalt der Eva Urmißtrauen gesät, das den Krieg zwischen den Geschlechtern ermöglichte und am Laufen hält. Obwohl sie den weiblichen Anteil im Mann (Anima) aufzeigen, spiegeln. Und da geht es auch um Zerissenheit und Abspaltungen.

Im Gilgamesch-Epos finden sich erste Hinweise auf Lilith:

Inanna, Lilith und der Huluppu-Baum

In den ersten Tagen, in den allerersten Tagen,
in den ersten Nächten, in den allerersten Nächten,
in den ersten Jahren, in den allerersten Jahren,

in den ersten Tagen, als alles, was zum Leben nötig war, ins Sein gebracht wurde,
in den ersten Tagen, als alles, was zum Leben nötig war, angemessen ernährt wurde,
als der Himmel sich von der Erde fortbewegt hatte,
und der Name des Menschen festgelegt wurde,
als der Himmelsgott, An, die Himmel davongetragen hatte,
als der Luftgott, Enlil, die Erde davongetragen hatte,
als die Königin des Großen Unten, Ereschkigal, die Unterwelt beherrschte,

In diesen Zeiten pflanzte sich ein Baum, ein einzelner Baum,
ein Huluppu-Baum, an den Ufern des Euphrats ein.
Der Baum wurde von den Wassern des Euphrats genährt.
Der wirbelnde Südwind zog an seinen Wurzeln und zerrte an seinen Ästen,
bis die Wasser des Euphrats ihn davontrugen.

Eine Frau, die in Ehrfurcht vor den Worten des Himmelsgottes An wandelte,
die in Ehrfurcht vor den Worten des Luftgottes Enlil lebte,
riß den Baum aus dem Fluß und sprach:
„Ich werde diesen Baum nach Uruk bringen.
Ich werde diesen Baum in meinen heiligen Garten pflanzen.“

Mit eigener Hand sorgte Inanna für den Baum.
Mit ihren Füßen stampfte sie die Erde um ihn herum fest.
Sie sprach zu sich selbst:
„Wie lange wird es wohl dauern, bis ich einen leuchtenden Thron habe?
Wie lange wird es wohl dauern, bis ich ein leuchtendes Bett besitze?“

Die Jahre gingen dahin; fünf Jahre, zehn Jahre.
Der Baum wurde dick, doch seine Rinde sprang nicht auf.

Dann schlug eine Schlange, die nicht bezähmt werden konnte,
ihr Nest in den Wurzeln des Huluppu-Baumes auf.
Der Anzu-Vogel setzte seine Brut in die Zweige des Baumes.
Und die dunkle Jungfrau Lilith baute ihr Haus in seinem Stamm.

Die junge Frau, die gerne lachte, weinte.
Und wie Inanna weinte!
Doch sie alle wollten ihren Baum nicht verlassen.

Inanna rief ihren Bruder, den Sonnengott Utu herbei,
doch Utu, der tapfere Krieger Utu,
wollte seiner Schwester Inanna nicht helfen.

Beim Anbruch der Morgendämmerung, als die Vögel zu singen anfingen,
rief Inanna ihren Bruder Gilgamesch herbei und sprach zu ihm:
„Oh Gilgamesch, in den Tagen, als die Schicksale beschlossen wurden,
als Überfluß das Land durchströmte,
als der Himmelsgott die Himmel und der Luftgott die Erde davontrugen,
als Ereschkigal das Große Unten als ihren Herrschaftsbereich erhielt,
da segelte der Gott der Weisheit, Vater Enki, hinab in die Unterwelt,
und die Unterwelt stand auf gegen ihn und griff ihn an…
In diesen Zeiten wurde ein Baum, ein einzelner Baum, ein Huluppu-Baum,
an den Ufern des Euphrats eingepflanzt.
Der Südwind zog an seinen Wurzeln und zerrte an seinen Zweigen,
bis die Wasser des Euphrats ihn davontrugen.
Ich riß den Baum aus dem Fluß heraus,
ich brachte ihn in meinen heiligen Garten.
Ich hegte den Baum, derweil ich auf meinen leuchtenden Thron
und mein leuchtendes Bett wartete.

Dann schlug eine Schlange, die nicht bezähmt werden konnte,
ihr Nest in den Wurzeln des Baumes auf,
und der Anzu-Vogel setzte seine Brut in die Zweige des Baumes,
und die dunkle Jungfrau Lilith baute ihr Haus in seinem Stamm.
Ich weinte.
O wie sehr weinte ich!
Doch sie alle wollten den Baum nicht verlassen .“

Gilgamesch, der tapfere Krieger Gilgamesch,
der Held von Uruk, stand Inanna zur Seite.
Gilgamesch befestigte eine Rüstung von fünfzig Minas Gewicht
an seinem Oberkörper.
Die fünfzig Minas wogen sowenig für ihn wie fünfzig Federn.
Er schwang seine Bronze-Axt über die Schulter
und betrat Inannas heiligen Garten.

Gilgamesch erschlug die Schlange, die nicht bezähmt werden konnte.
Der Anzu-Vogel flog mit seinen Jungen in die Berge.
Und Lilith zertrümmerte ihr Haus und entfloh an wilde, unbewohnte Orte.

Dann entwurzelte Gilgamesch den Huluppu-Baum.
Aus dem Stamm des Baumes schnitzte er einen Thron und ein Bett
für seine heilige Schwester.
Doch der Thron und das Bett waren aus totem Holz,
und sie konnten nicht leuchten .”

Mehrere Metaphern finden wir auch hier.
Die Schlange, die für ungebändigte Lebenskraft, das Fließen der „Kundalini-Energie“ steht. Das bedeutet Häutung, Wandlung, Transformation.
Der Vogel steht für den Adler, unser Sinnbild von Freiheit, Überblick, daraus folgender sinnübergreifender Erkenntnis.
Und Lilith, das Ursymbol für wilde, lustvolle, eigenständige Weiblichkeit wird ausgestoßen.
Das Sinnbild für Glück, der Baum, wird zerstört.

Ianna, auch als Venus zu sehen, zerstörte ihre eigene Lebensgrundlage, begab sich in eine scheinbar sichere aber tote Umgebung. – Die Folgen kennen wir bis heute.
Zwischen der Verleugnung, Ausstoßung Liliths und dem Aufkommen patriarchaler Gesellschaftsformen stellt sich für mich durchaus ein Zusammenhang dar. Es brauchte dazu diesen neuen „Gott.“
Wobei ich nicht vergesse, dass der Niedergang des Matriarchats wohl geprägt war von der Mißhandlung an Männern, Blutopfern, Kastrationen. Die andere Seite der Lilith.
Es folgten Groll und Hass über die Jahrtausende. Nur ging und geht es damit niemandem gut.

Grüße in die Runde
Martina

  1. titelfrei
    August 30, 2014 um 6:32 pm

    Was ist schon Selbstbestimmtheit?
    Wir kommen auf die Welt als ein lebendiges Etwas, das nicht einmal darüber Bescheid weiß, dass es zwei Arme und Beine hat, geschweige, dass es damit umgehen könnte. In der Folge der Zeit erlernt dieses Etwas den Umgang mit seinem Körper und seinem Umfeld. Das passiert durch das Verschalten von Nervenzellen. Wie das genau geschieht und auf welche Weise diese Verschaltungen uns steuern weiß in Wahrheit kein Mensch. Tatsache ist nur, sollte in möglichst früher Kindheit ein angenehmer Reiz mit einem unangenehmen Reiz auf diese Weise verknüpft worden sein, um so aussichtsloser wird es sein diese Verknüpfung zu lösen. Wird ein Kleinkind gekitzelt und nach dem Kitzeln erfolgt immer ein schmerzhaftes Zwicken, so wird dieser Mensch resistent gegen jegliche Therapie und auch mittels gegebenem Alter verkrampfen sobald er gekitzelt wird. Selbst wenn dieser Mensch in der Lage ist den Ursprung dieser Reaktion verstandesgemäß zu erfassen und auf eine bestimmte Person einzugrenzen, er hat nicht einmal ansatzweise die Aussicht das autonom einsetzende Verkrampfen zu stoppen.
    Dieses wahrhaft simple Beispiel lässt sich auf die komplexesten Abläufe in unserem Leben übertragen und wer sich die Mühe machen will diese Komplexität unter der Überschrift der Selbstbestimmtheit zu prüfen, der wird zukünftig hoffentlich mehr Zurückhaltung wahren, wenn es darum geht den Posaunenchor der Selbstbestimmtheit zu schmettern.

    • federleichtes
      August 30, 2014 um 8:04 pm

      Danke für Ihr Interesse.
      Sie versuchen die „Lage“ des Menschen richtig zu sehen, genauer aus der Perspektive seiner Beschränkheiten aus Veranlagung und Erfahrung.

      Nun ja, da ich Menschen kenne, die schwerste Misshandlungen nicht nur überstehen, sondern sie auch „neuronal“ auflösen konnten, bitte ich Sie, Ihre Aussage noch mal zu überprüfen. Das ist die eine, pragmatische Seite zu Ihrer Meinung, aber es gibt auch eine theoretische und eine methodische Seite, traumatische, die Existenz bedrohende Erfahrungen zu ent-reaktivieren. Die theoretische Seite spricht von Techniken, die methodische, wie die Techniken erfolgreich (technologisch) auf der Informations-, Daten und energetischen Ebene anzuwenden sind.

      Nüchtern betrachtet leben wir in einer Zivilisation, die allerbeste Bedingungen für die Verunmöglichung enttraumatisierender Arbeit geschaffen hat; die Bedingungen werden laufend verbessert. Nur wer VIEL Glück hat, schafft den Sprung überhaupt auf die Ebene, wo Hilfe möglich und Heilung erwartet werden kann. ERWARTET. Das versteht sich als Un-Therapie. Das versteht sich als Liebe – volle Begleitung.

      Selbstbestimmtheit braucht die Bestimmung eines Selbst. Warum wir hier bisher an einer klaren Definition scheiterten, wissen nicht mal die Enten; obwohl die behaupten, alles zu wissen Immerhin haben wir dank Mr. Chattison mit der Arbeit begonnen, Begriffe besser zu begreifen. Herkömmliche, gar Wiki-Interpretationen, helfen eher nicht, Lebensdruck (Emotionen) und Feindseligkeit (reaktive Informiertheit) zu wandeln in das im Lebendigsein potenziell angelegte Glück-sgefühl. Selbstbestimmt würde hier bedeuten, mittels eines Willens regulierend (auflösend, erlösend) Ich-Bestimmt zu sein. Aber wie entsteht dieser Wille, der die Anerkenntnis von ihn beschränkenden Bedingheiten verweigert?

      An dieser Thematik arbeiten wir, sozusagen mitten im Ententeich.

      Gruß
      Wolfgang

      • titelfrei
        August 31, 2014 um 5:21 am

        Danke für Ihr Echo:

        Die Beschränkung aus Veranlagung und Erfahrung und die Art und Weise, wie diese Voraussetzungen für Alles was wir sind und tun in unseren Gehirnen verankert sind, macht es zwar nicht unmöglich die Suppe mit der anderen Hand auszulöffeln, sollten wir uns hierfür entscheiden, auch wenn uns dies schwer fällt. Doch je tiefer in unserem Wesen diese Voraussetzungen unseres Seins mit uns verwurzelt sind, umso geringer ist die Aussicht selbst zu bestimmen, was wir sind oder tun. Wie ist es mit unserer sexuellen Ausrichtung? Können wir nachträglich und entgegen der Voraussetzungen, die auf Erfahrung und Veranlagung gründen beispielsweise von hetero auf homo umstellen? Bereits unsere Muttersprache ist eine Erfahrung, die wir als selbstverständlich gegeben betrachten und womöglich durch die spätere Erlernbarkeit fremder Sprachen nicht als ein von der Selbstbestimmtheit ausgeschlossenes und von Aussen implementiertes Element unseres Geistes wahrnehmen. Gerade die Sprache zeigt uns sehr deutlich, wie entscheidend es ist, in welchem Alter Erfahrungen gemacht werden. Betrachten wir unseren Geist als Haus, so wären die Erfahrungen, die ein Säugling oder ein Kleinkind macht vergleichbar mit dem Keller auf dem das spätere Haus thronen wird. Diesen Keller soll mal Jemand unter dem Haus rausziehen, mal sehen was passiert. Hier liegen aus meiner Sicht eindeutig Grenzen der Selbstbestimmtheit.

        Mit freundlichem Gruß, Detlef

        • titelfrei
          August 31, 2014 um 6:54 am

          Nachtrag:

          Die Sprache ist vorrangig der Input unseres Geistes. Freilich sind wir in der Lage zu schlussfolgern oder weiterzudenken, ohne geistige Vorgabe sind wir jedoch nicht mehr als ein Säugling im fortgeschrittenen Alter. Ein Mensch, der beispielsweise von Geburt an blind und taub ist, wird den Entwicklungsstand eines Säuglings nicht verlassen können. Wir sind demnach massgeblich abhängig vom Input, der von Außen kommt. Wir kreieren nicht das was da ist, wir feilen nur an dem, was es bereits gibt. Etwas zu ersinnen, wozu es keinerlei Vorgabe gab und gibt ist in etwa so einzuschätzen als sollte sich Jemand das Unvorstellbare vorstellen. Wie würden wir einen Baum erfassen, wenn wir nicht über die sprachliche Kommunikation im Einfluss eines Wissens über Bäume stünden? Unser ganzes Sein ist bestimmt von Begriffen, Bedeutungen, Bewertungen und Schlussfolgerungen und somit ist unser Sein eine Integration in eine Welt, die in ihrer Wirkung bereits der Vorgabe der uns implementierten Begriffe entspricht.

  2. chattison
    August 30, 2014 um 9:00 pm

    Aber wie entsteht dieser Wille, der die Anerkennung von ihn beschränkenden Bedingtheiten verweigert?

    Es gibt Bestandteile der Psyche, die sind zweifelsfrei, weil experimentell jederzeit überprüfbar, dauerhaft zu prägen und man wird diese Prägungen als solche seiner Lebtag lang nicht los.

    Daraus aber abzuleiten, dass der Mensch grundsätzlich als solches lediglich ein Hampelmann sei, an dem man nur die richtigen Strippen zu ziehen bräuchte, auf dass er nach willkürlichem Belieben anderer tanze – das ist schlicht dämlich (Vielleicht sollte man das mal den CIA-MK-Ultra-Idioten sagen…).
    Das funktioniert noch nicht mal bei so simplen Gemütern wie den Pferden.

    Die Frage von federleichtes ist also berechtigt, weil nicht geklärt (vermutlich auch in weiten Teilen nicht erwünscht, weil als Quelle unkontrollierbarer Unbotmäßigkeit um so mäßiger geliebt^^), wie trotz Konditionierung, Prägung, genetischem Erbe, Sanktionierungen, Regress, Mythenimplantaten etc. jemand aus der Reihe tanzen kann.

    Und genau das ist für mich das Stichwort: tanzen.
    Da wo andere den Gleichschritt pflegen, tanzt einer aus der Reihe – wie geht das zu?

    Es ist wie mit dem Wasser – wo auch immer die kleinste Lücke, der geringste Spalt, der unsichtbare Riss ist, das Wasser findet ihn und entzeiht ssich dadurch.
    Immer.
    Warum tut das Wasser das?
    Weil es das kann.
    Warum kann das Wasser das?
    Weil es dafür flüssig genug ist (Honig oder Holz hat´s da schwerer).

    Es gibt analog dazu geistige Konsistenzen, die kann man so wenig festnageln oder einsperren wie Luft.
    Es sei denn, man riegelte alles „hermetisch“ (hoppla?!) ab.
    Aber dann schnürt sich das hermetische System selbst von allem ab und damit auch von dem, was das System selbst braucht, um sich stabil zu halten.

    Unterschiedliche Konsistenzen kommen aus derselben Ecke wie die Varietät, die Vielfalt, das Ausloten und Begehen aller Variablen in allen Lebensbereichen – frei nach gold-dna: was möglich ist wird möglich bzw. was nötig ist wird möglich.

    Der härteste Stahl ist zerstörbar – Luft und Wasser z.B. nicht.
    Das hängt damit zusammen, dass Stahl ein Konstrukt ist, Luft und Wasser sind elementar!
    Ein konditionierter Geist ist ein Konstrukt.
    Wille ist aber elementar.
    Ich kann also den Willen wie ein unzähmbares Tier einsperren hinter den Gittern eines Konstrukts – sobald aber irgendwo eine Lücke ist, die Tür mal unverschlossen bleibt oder ein schweres Trumm auf den Käfig fällt, der ihn aufbiegt etc. – zack! isses fott.

    • federleichtes
      August 31, 2014 um 1:05 am

      „Ein konditionierter Geist ist ein Konstrukt.
      Wille ist aber elementar.“

      Frage: Ist ein Geist, der willentlich unterwegs sein kann, bereits konditioniert?
      Ich denke an die manischen Schöpfer, die unruhigen „Geister“, die mit vier Händen ihren Drang zu erschaffen nicht befriedigen könnten. Und ich denke an das flüchtige Wesen von Geist, das erst in die Existenz kommt, wenn es seine schöpferische Veranlagung in gang setzt, also Ideen produziert. Ohne Bewegung keine Existenz, könnte man das als Regel aufstellen?

      Wenn ein Geist ein Schöpfer sein kann, muss ihm der Wille, dieses zu tun, immanent sein. Aber was ist schon dran an der Schöpfung von Luftschlössern. Das erste, das hundertste, na ja, aber das Hundertausendste Luftschloss könnte dann auch bereits lustvoll konzipiert werden. Langeweile, und dann denkt man sich Planeten und Planetensysteme und ganze Universen aus. Und dann denkt Geist sich, wie das wohl wäre, wenn auf einem Planeten Blumen wachsen und Enten schnattern. Wau. Leider, leider alles im Luftschloss-Format, Schall und Rauch, Idee gehabt, Idee weg. Denn zu einer nachhaltigen Schöpferei gehört Energie.

      Sagen wir mal so: Geist, ist ein Wesen, Geist ist eine Idee, Geist ist Plan und Programm, und Geist ist der Wille als Idee zur Umsetzung einer reinen Geistes-Idee in etwas NACHHALTIG Existenzielles. Auch dafür braucht es einen Willen, der ja in einem Geiswesen bereits vorhanden ist, also nur modifiziert werden muss. Und modifizieren kann Geist, er ist ja kreativ aufgestellt. Denke ich doch gleich an den Geist der Superreichen, dem kein Verbrechen unwürdig zu begehen ist. Um sich von zwei anderen Superverbrechern bewundern oder beneiden zu lassen – während Millionen Menschen an seinem Willen verrecken. Das ist das Spiel des Geistes. Nur machte er seinen Plan für die Unendlichkeit, ohne zu verstehen, dass er für seine Existenz die Anwesenheit von Zeit braucht. So’n Schiet aber auch, den After mitten im Gesicht.

      Na gut, Geist ist, siehe Lilith, flüchtig. Ein Geist mit Willen aber, dessen Macht nicht erst durch Zeit entsteht, sondern elementar vorhanden ist, flüchtet nicht, wenn ein kondtionierter Jemand-Piefke-Geist seine gierigen Pfoten nach ihm ausstreckt.

      Natürlich, die der Zeit unterworfene Macht ist teilbar, vererbbar, sie kommt mal hierhin und mal dorthin. Künstliche Macht, die sich erschlichen, mittels List und Tücke zu Lasten Anderer ergaunert wird. Und sie wird künstlich beschützt, mit Waffen, mit Armeen von Mördermonstern. Waffen und Monstern, die nur bedingt kontrollierbar sein können, und das in einem Macht-Feld, auf dem sich auch andere Verbrecher mit krimineller Hochpotenz, gegen die Piefke eher ein Waisenknabe war, tummeln. Macht, die gepaart ist mit Angst, und die sich begründet auf die Angst derer, die machtlos scheinen.

      Ja, ein auf dauerhafte Eixistenz konditionierter Geist ist ein Hilfs-Konstrukt, das nur mit der künstlichen Krücke Angst funktioniert. Angst ist keine natürliche Energie, sie kommt und geht und geht und kommt, mal zufällig scheinend, mal geht sie auch wie einem Plan folgend – und kommt nie wieder. Ob hinter diesem Plan ein Wille steht? Einer, der unabdingbar, hermetisch geschützt ist? Schauen wir mal.

      Danke, Mr. Chattison – ohne Schnatterei kann ich’s auch aushalten.

      Wolfgang

      Das ist ein Brautenten-Pärchen

    • titelfrei
      August 31, 2014 um 10:08 am

      Wer aus dem Gleichschritt tanzt hat Erfahrungen gesammelt, die ihm diesen Gleichschritt vergällten. Und selbst unter diesen Voraussetzungen ist es doppelt schwer einem anderen Schritt zu folgen, denn zum Einen stellt man sich gegen sein Umfeld und zum Anderen hat man den Schritt heraus aus dem Gleichschritt und jeden weiteren Schritt ausserhalb des Gleichschritts nicht gelernt, sprich man betritt Neuland auf dem man sich nicht auskennt und wird somit zum Spielball unbekannter Bedingungen und Voraussetzungen. Beschreitet der Schritt heraus aus dem Gleichschritt einen Pfad, der von Anderen schon vorgelebt wurde, so folgt man lediglich einem weiteren Gleichschritt – freilich mit einer vorausgegangenen Entscheidung für diesen Pfad. Sollte man Neuland betreten und ohne es vorher wissen zu können das Glück haben einen funktionierenden Pfad zu gehen, werden all Jene die folgen wiederum einem Gleichschritt folgen.
      Wenn es um Systeme geht, die es gegen andere auszuwechseln gilt hat man das Problem, dass es ein Ein-Mann-System nicht gibt bzw. kaum Sinn macht. Diese Überzeugungskraft hätte ich mir manchmal schon selbst gewünscht – als reine Theorie dargebracht würde ich mal sagen „keine Chance“ als bereits funktionierendes System den angestrebten willigen Pfad-Beschreitern offeriert würde ich mir als in Frage kommender Mitläufer die Frage stellen, welchen Nutzen Jemand, der aus einem bestehenden System heraus mit so viel Macht ausgestattet ist, darin sieht eben dieses System gegen ein anderes ersetzen zu wollen.
      Aber hier geht es ja um Lilith, keiner Frau, sondern einer Schublade in die bestimmte Frauen gesteckt werden sollen, falls sie bestimmten Geistern missfallen. Ich kenne keine Lilith, ich kenne nur Frauen, mit denen ich gut oder weniger gut auskomme. Das gilt aber für Männer auch. Und dabei sollte nie vergessen sein, dass zum Auskommen nicht nur der Andere, sondern auch man selbst gehört. Deshalb, bei all der Vielfalt suchen was man finden will und das, wonach man nicht sucht sein lassen was es ist.

  3. August 31, 2014 um 5:58 am

    Liebe Martina,

    wenn ich von „weiblicher Spiritualität“ rede, habe ich nicht die muslimische Frau vor Augen. Ich weiß nicht viel über den Islam, weil er mich zugegebenermaßen nicht sonderlich interessiert. Mein oberflächlicher Eindruck ist, dass der muslimische Mann sein Revier nicht übers Territorium, sondern über die Frau abgrenzt. Tochter, Mädchen, Frau, Schwester sind dem muslimischen Mann das, was dem Hund der Pfahl oder die Straßenecke. Die muslimische Frau hat ihren Wert fast ausschließlich als Mutter, sonst zählt sie nichts. Das gibt die Mutter an ihre neugeborenen Söhne zurück, entsprechend hat der muslimische Mann beinahe panische Angst vor der Muttergestalt. So kommt es mir bei oberflächlicher Betrachtung zumindest vor.

    Wenn ich von „weiblicher Spiritualität“ rede, denke ich an die großen, schönen, stolzen und üppigen Afrikanerinnen, die sich bunt kleiden, meist in Gruppen auftreten und von einer Kinderschar umgeben sind, wobei man nie genau weiß, welches Kind zu welcher Mutter gehört, sondern es so wirkt, als ob alle Frauen die Mütter aller Kinder wären. Hier wird eine Weiblichkeit sichtbar, die sich nicht über Anpassung definiert, sondern ihre eigene Würde lebt.
    Auf einem anderen Blatt steht, dass die afrikanischen Frauen Genitalverstümmelungen an ihren Töchtern vornehmen und der Kontinent – wie alle anderen Kontinente – von Kriegen zerrissen ist.

    Unsere neue westliche Spiritualität orientiert sich heute in erster Linie wenn nicht am Buddhismus dann an der indischen Spiritualität.

    Die ganze Geschichte mit dem Ego, dem wahren Selbst (atman) und dem All-Bewusstsein (brahman), der Yoga, die absolute Gewaltlosigkeit (Ahimsa), der Vegetariertum, das tat twam asi usw. ist indisches, mit dem Neoplatonismus vermischtes Gedankengut. Doch dann guck Dir mal die Stellung der Frau in Indien an. In kaum einem Land der Welt wird die Frau so schlecht behandelt wie in Indien. In keinem anderen Land werden so viele weibliche Föten abgetrieben wie in Indien. In kaum einem anderen Land wird die Frau als billigste Arbeitskraft so ausgebeutet. Indien ist zweifellos ein spirituelles Land, das ist deutlich spürbar und erlebbar, aber es ist absolut eine Spiritualität, die auf Kosten der Frauen dort geht. Ich finde es daher schon erstaunlich, wenn bei uns im Westen es nun vor allem Frauen sind, die sich ausgerechnet DIESE Spiritualität zu eigen machen und ebenfalls davon reden, dass der Körper nur ein Gefäß und die Wirklichkeit nur Illusion ist. Die indische Spiritualität ist noch frauenfeindlicher als das Christentum.

    Das spricht für mich nicht für ein erwachendes Selbstbewusstsein der westlichen Frau. Ebensowenig, dass immer mehr westliche Frauen männliche Muster übernehmen und sich in das gleiche Karrieredenken hineinbegeben, aus dem manche Männer gerade dabei sind auszusteigen. Mein Eindruck ist eher, dass die Entwicklung dahin geht, dass die Frauen nun die neuen Männer werden.

    • August 31, 2014 um 1:47 pm

      „Unsere neue westliche Spiritualität orientiert sich heute in erster Linie wenn nicht am Buddhismus dann an der indischen Spiritualität.“
      Lieber Marian, und das ist ein Fehler, dieses Schauen und Heranholen geistiger Inhalte, die nicht in diesen Gegenden wurzeln. – Letztendlch entstammt wohl das meiste einem Grundgedanken, bedarf aber, wegen der verschiedenen regionalen Bedingungen – Flora, Fauna, Wetter, energetische Beziehungen innerhalb einer Landschaft, daraus resultierender anderer Perspektiven der dort lebenden Menschen – anderer Herangehensweisen. Das ist uns gründlich ausgetrieben worden und abhanden gekommen. Jetzt suchen wir im Osten, jetzt suchen wir im Westen, Yoga, Schamanismus, was weiß ich….
      Nur hier bei uns in Mitteleuropa, da gucken wir nicht. Wohl auch deshalb, weil die gängige Geschichtsschreibung, die uns alle beeinflusst, vorrömische Zeiten und die Zeiten vor Karl dem Großen pauschal abtut mit den „wilden Germanen.“ Was da vor uns, besonders auch vor Frauen verheimlicht werden soll, ist zu hinterfragen. Einigermaßen bekannt dürte ja inzwischen sein, dass die Frauen dieser Epoche den Männern gleichwertig an der Seite standen, auf allen Gebieten die sie ausfüllten. – Passte nicht zum übergestülpten Christentum, konnte nicht passen. (–> Lilith). – Ließ Kaiser Karl der Große darum die Externsteine schleifen? – Spiritualität die trägt und nicht nur ein Strohfeuer ist braucht ein solides Fundament, wie beim Hausbau. Da gieß ich doch das Fundament auch nicht an der einen Stelle und baue mein Haus woanders hin… Daher sollten sich Frauen und Männer verbinden, mit dem Landstrich in dem sie leben, von den Erdformationen, Gesteinsschichten, über Flora und Fauna, bis hin zu den Menschen die ebenfalls in dieser Gegend siedeln. – Jedenfalls seh ich das so. Wir bemühen uns hier, im kleinen Kreis, wovon es allerdings mehrere gibt, diese Spur aufzunehmen. Ab und zu trifft sich ein Erkennen auch mit den Weisheiten anderer Kulturen, was nun wieder kein Wunder ist. Aber wir müssen nun ja nicht unbedingt jeden Umweg machen, der sich gerade bietet. Es darf schon auch mal eine schnelle Verbindung sein.

      „dass die Frauen nun die neuen Männer werden.“ Frauen sind lernfähig, ziemlich schnell sogar. Wenn ich bedenke, dass Frauen seit ca. 100 Jahren die Domänen der Männer erobern (eben!) , haben Frauen doch ziemlich schnell begriffen wo und wie der „Haase läuft.“ Und haben begriffen, jedenfalls nicht nur eine Handvoll, es birgt keine Chance auf dauernde Harmonie, Glück. Eher stellt sich die Frage nach dem Weg heraus aus diesem Konglomerat aus Zwängen, Schuldzuweisungen, Stress, Überarbeitung, Alleinsein, Unverbundenheit, Blondinenwitzen (kann jeder selbst vervollständigen, die Liste ist lang.)

      Frauenspiritualität in anderen Weltgegenden, es findet sich zu jedem Beispiel immer auch ein Gegenbeispiel. Ich kenn ein indisches aus eigener Anschauung. Ich nehme an, wir können es nicht durchschauen, durchschauen ja nicht mal unsere eigene.

      Grüß das Meer von mir. Da hab ich meine Wurzeln.

      Martina

  4. federleichtes
    August 31, 2014 um 12:18 pm

    Detlef titelfrei:

    „Danke für Ihr Echo:“

    Die Freude ist auf meiner Seite, oder auf der Seite, die einen Multilog (Dialog in einer Runde) als Erörterung verstehen und sich THEMATISCH entsprechend „locker“ – unverbissen – als GANZwertiger Teil des Werdens verstehen.
    Ich entfernte mich immer weiter von vorgefaßten Meinungen, die aber scheinbar notwendig waren in einem Prozess, das Unwahrscheinlichere gegen das Wahrscheinlicher zu ersetzen. Je weiter ich thematisch griff, je klarer und schneller erkennbar wurde mir im alternativen Informationsangebot auch das Wahrscheinlichere. Mir geht’s also nicht um richtig oder falsch. Sondern darum, meine erlebten ERFAHRUNGEN mit den Erfahrungen anderer Menschen abzugleichen, um EINE bessere Plausibilität entstehen zu lassen. Ich gehe davon aus, dass es diese Plausibilität gibt, dass sie als Grundschwingung im Leben veranlagt ist.

    Ich konnte mich bisher nicht von der Idee trennen, Leben brauche Erfahrungen. In doppeltem Sinne. Einerseits alte Erfahrungen in neuem Licht bzw. unter anderen Bedingungen erfahren. Und andererseits das in den alten Erfahrungen steckende Unverstandene aufzudecken, also zu einer realen Wirkung das wirklich Verursachende, Realität-Schaffende zu finden.

    „Die Beschränkung aus Veranlagung und Erfahrung und die Art und Weise, wie diese Voraussetzungen für Alles was wir sind und tun in unseren Gehirnen verankert sind, …“

    Grundsätzlich bleibt wohl zu sagen, dass die Menschheit Erfahrungen macht, dass diese Erfahrungen gespeichert wurden, UND dass diese Erfahrungen determiniert wurden durch Bedingungen. Würde bedeuten, es gab eine Ur-Erfahrung, die Leben erst begründete. „Und siehe, es war gut“, würde dann bedeuten, dass auf die entstandenen Bedingungen einer Wirklichkeit A das erschaffene Leben B eine angemessene Antwort zu geben in der Lage sein würde. Wir sprechen bislang von einem A als DEM Problem. Ich speziell spreche von einer Problematik, also einem mehrschichtigen (energetisch, systemisch und informativ) Problem. Wir versuchen Leben zu verstehen als die Auflösung einer Problematik UND die Schaffung neuer, nicht-feindseliger Existenzbedingungen.

    In diesem Sinne verstehen sich „Beschränkungen“ anders.
    Wir kennen eine alte Dame, die fast blind ist. Wir lernten diese Dame Ruth nicht als beschränkt kennen, sondern als liebenswürdig und bewunderungswürdig. Sie verfügt zwar nicht über die normale Fähigkeit des Sehens, über außerordentliche andere Fähigkeiten. Beschränktheit relativiert sich also – ebenso wie eine spezielle Veranlagung, wenn sie hervor bringt, was sie zu leisten HAT. Warum es verschiedene Veranlagungen gibt, beschreiben wir mit einem fragmentierten Problem (Problematik) einerseits, und andererseits mit einer nur konzertiert zu leistenden Arbeit an einer Lösung. Vielleicht kann man das grundlegende Wirkprinzip des Lebens nur erfahren, einerseits als individuelle Analyse, und andererseits als gemeinschaftliche Synthese.

    „Können wir nachträglich und entgegen der Voraussetzungen, die auf Erfahrung und Veranlagung gründen beispielsweise von hetero auf homo umstellen?“

    Ob bestimmte Erfahrungen eine Existenz endgültig zu bestimmen vermögen, beantworte ich mit „Ja“. Aber die selbe Krankheit, die einen Menschen tötet, kann einem anderen Menschen dienen. Ebenso mit der Veranlagung. Ein Mensch, der in seiner Kindheit mit Prügel „erzogen“ wurde, kann seine Kinder auch mit Prügel erziehen, oder aber ein totaler Gegner des Prügelns geworden sein. Veranlagung greift aber weiter. Sie kann eine gesellschaftlich entstandene Kultur-Konditionierung sein, sie kann auch meine, es gäbe Wesen, deren Entwicklung qualitativ unterschiedlich verlief.
    (Hasselmann/Schmolke – Die Archetypen der Seele – sprechen von unterschiedlichen „Seelenaltern“)
    Gene verstehen wir (?) bisher als Schalter. Sie werden bedient durch Erfahrungen, sie können aber auch anders, mit Geist (als Absicht und Wille) und durch ein verändertes Verhalten bedient werden.

    Fasse mich mal zusammen.
    Adam hatte nicht das Recht, sich über eine andersartige Lilith zu erheben. Ihr Wille (oder ihre Veranlagung?) zu einer energetischen Verbindung/Verbundenheit war gewissermaßen heilig – sie musste in ihrer Wesensart unberührt bleiben. Und wenn Liliths Veranlagung zur Verbindung eine Schwäche war, durfte er (Geist) sie nicht ausnutzen, um sie (dominierend) zu benutzen.
    Diese Problematik, dass das Schwache vom Stärkeren weiter geschwächt wird, ist uns bestens bekannt. Auch, dass Schwächere sich zusammen rotten und ihr künstliche Übermacht gegen das vom Wesen her Stärkere zwecks Unterwerfung/Ausbeutung ausnutzen. Kein Krieg wurde jemals gegen den offensichtlich Stärkeren begonnen. Das ist der Kern der Feindseligkeit. Lilith kam mit diesem Kern in Berührung. Und ihre Geschichte erzählt, dass Flucht keine Lösung einer Ur-Problematik sein kann: Dass ein schwacher Geist (Adam) sich künstlich über das Natürlich-Starke (Eva) erheben kann.

    Wie ich Leben verstehe, dient die Verkörperung von Wesenseigenschaften (Geist – Energie) der Lösung des Problems bzw. der Auflösung einer Problematik. Daran wirkten alle Generationen, und wir stehen heute in der Erbfolge an der Spitze dieses Werdens. Eines Bewusstseins, dass Geist als die Absicht, das Natürlich-Starke für seine (alleinigen) Zwecke auszubeuten, beherrschen kann.

    Ich sagte es eine Weile nicht mehr, aber jetzt:

    „Glückauf“, und danke.
    Wolfgang

  5. Gerd Zimmermann
    August 31, 2014 um 4:29 pm

    „Gruesse das Meer von mir, da habe ich meine Wurzeln“

    Oder: Sei Wasser mein Freund….

    Wo sonst ??? Wenn Bewusstsein und Wasser im elektrischen
    Universum Hand in Hand gehen.

    Liebe Gruesse Martina

    Gerd

  6. Gerd Zimmermann
    August 31, 2014 um 4:48 pm

    Das Gesamtbewusstsein und Wasser im elektrischen
    Universum, unglaublich geistreich.

    Wer ES verstehen kann, das GESAMTBEWUSSTSEIN
    des Universums.

    Gruss Gerd

  7. Gerd Zimmermann
    August 31, 2014 um 5:02 pm

    Nicht der Mensch als verkoerpertes Bewusstsein ist der Nabel
    des Kosmos, der kosmos sollte als GANZES betrachtet werden.
    Dann erscheint der Mensch in einem anderen Licht mit seinem Ego.
    Als Integral vom GANZEN, wobei das GANZE das Gesamtbewusstsein ist.
    Elektromagnetisch funktionierend wie uns unsere 5 Sinne taeglich erinnern.

    Quatsch ? Alles Luege ? Weil das Universum mechanisch ist ?
    Einsteins Relativitaetstheorie ist Relativ und eine Theorie zudem.
    Zumal Energie keine Masse besitzt. Wieviel wiegt Strom ?

    Gruss Gerd

  8. Gerd Zimmermann
    August 31, 2014 um 5:08 pm

    Am besten kann man Strom noch mit Druckwellen
    vergleichen, aber da sind wir schon wieder bei der
    Quantenphysik, gell lieber Bub.

    Gruss Gerd

  9. September 1, 2014 um 6:14 pm

    Schon vor längerer Zeit habe ich mal einen geschichtlichen Abriss über das 11. Jh. gelesen.
    Im 11. Jh. (!) konnten Frauen Zünfte gründen und Betriebe führen, deren Mitarbeiter auf vier beschränkt war, aber immerhin. Handwerke wie Tuchmacherei und Goldschmiederei gehörten zu den fast ausnahmslos von Frauen geführten Zünften. Es gab einen breiten Strom von kräuter- und heilkundigen Frauen und Hebammen, die sich um die Gesundheit kümmerten. Und es gab Frauen, die versuchten, nicht-religiöse Gemeinschaften zu gründen und zu leben (die Beginen). Frauenspezifisch gesehen, war das 11 Jh. schon fast ein High-Light, das wir bis heute noch nicht wieder erreicht haben, weil heute die Frauen die Männer imitieren und bspw. das übernehmen, was Männer als Heilkunst und Spiritualität entwickelt haben.

    Diese Entwicklung war der katholischen Kirche ein Dorn im Auge. Tja, und dann kamen die Pestwellen, die zum Anlass genommen wurden, um Frauen zu verfolgen und grausam zu ermorden. Die heilkundigen Frauen wurden zu Hexen.

    Interessanterweise kam die Energie zur Hexenverfolgung nicht ausschließlich von der katholischen Kirche. Es gibt viele belegte Beispiele, wo es das „VOLK“ war, das einen Sündenbock suchte, wobei ich keine genauere Spezifikation habe, wer dieses „VOLK“ denn nun eigentlich war. Es gibt viele Fälle, wo die Kirche plus Inquisition dieses „VOLK“ zu bremsen versuchte und schließlich doch dem „VOLK“ nachgab. Es gibt natürlich ebensoviele Fälle, wo die Grausamkeit eindeutig auf die Inquisition zurückging.

    Die Pestwellen waren eine Tatsache, aber der daraus resultierende Hass und die Verfolgung war keinesfalls eine „notwendige Inszenierung von Feindseligkeit“ aus einem anonymen Gesamt-Bewusstsein heraus. Die Menschen hätten durchaus die Möglichkeit gehabt, aus den Pestwellen andere Schlussfolgerungen zu ziehen und anders zu handeln, als ausgerechnet die Heilerinnen zu verfolgen und zu verbrennen. Mir sträubt sich alles dagegen, so etwas als „Notwendigkeit“ zu entschuldigen.

    Es gibt keinen feindseligen Geist, der nichts mit den Menschen zu tun hat oder die Menschen zwingt, solche Entscheidungen zu treffen. Die Entscheidungen treffen die Menschen selbst, und jeder, der in einen solchen Prozess involviert ist, trägt seinen Teil Verantwortung daran. Das sind die Denunzianten ebenso wie die, die die Folterinstrumente hergestellt und jene, die diese Folterinstrumente benutzt haben. Das sind alle, die schweigend oder freudig zugeglotzt haben, wie die Flammen hochschlugen. Das sind auch alle die Typen, die entsprechende Traktate zur Aufheizung der Stimmung verfasst haben. Usw.

    Diese Verbrechen als „notwendige Inszenierung von Feindseligkeit“ zu beschreiben ist in meinen Augen zynisch. Tut mir Leid, aber da kocht mir schon die Galle hoch.

  10. federleichtes
    September 3, 2014 um 11:02 pm

    Lilith gilt als Name für ein spezielles Wesen, einen Dämonen. Auf jeden Fall stellt sie ein körperloses Wesen dar.
    Nun frage ich mich, wenn „sie oben liegen wollte“, was das für einen körperloses Wesen bedeuten könnte. Was will uns der Mythos mit Unten und Oben sagen? Mal ganz davon abgesehen, dass ein Dämon meiner Definition nach ein feindseliges Wesen ist, von dem ein verkörpertes Wesen besetzt werden kann.

    Ich frage das mal in die Runde.

    Gruß
    Wolfgang

      • federleichtes
        September 4, 2014 um 3:28 am

        Herzlichen Dank !!!
        Habe die Hälfte gleich gelesen, den Rest morgen. SEHR spannend.
        Persönlich hatte ich mit „Geistern“ niemals etwas im Sinn. Warum auch, das Leben spielt hier die Karten mit Problemen und Problematiken aus. Könnten „Geister“ sie lösen, brauchte es keine Menschen. Wahrscheinlich brauchte es auch keine Menschen, wenn es keine „Geister“ gäbe.

        Fällt mir gerade ein. Ich hatte mal engeren (gesellschaftlichen) Kontakt zu einem Mann, den ich heute analytisch als „besetzt“ einschätzen möchte. War SEHR ambivalent der Typ, und als er selber teuflische Verhaltenszüge annahm, erschien mir in der Nacht ein nicht gerade freundliches Wesen – das ich konfrontieren konnte. Aber dann begann eine außerordentlich wilde Geschichte für mich – Chaos pur. Na ja, von nix is nix.

        Es gab übrigens eine Zeit in meinem Leben, in der mich das Problem des „Energieraubs“ sehr beschäftigte. Seitdem beschäftigen sich Energieräuber nicht mehr mit mir.

        War drauf und dran, mich in Ihr Gespräch mit Herrn Zimmermann einzumischen. Jetzt ist unser Kontakt besser gelaufen.

        Morgen Abend geht’s hier weiter – freue mich darauf.

        Gruß
        Wolfgang

  11. federleichtes
    September 5, 2014 um 4:37 pm

    Methodisch scheint es möglich, Wesenheiten zu erschaffen. Und auch bestimmen zu können über die Eigenschaften von Wesenheiten. Denke ich an Schleimpilz, denke ich an Schlange, denke ich an Schlange, denke ich an gefiederte und beflügelte Schleimpilze.
    Wenn sogar Mensch (Gruppe) befähigt sein kann, Wesenheiten zu erschaffen, lässt sich diese (schöpferische) Fähigkeit auch bei anderen Wesenheiten vermuten. Fragt sich, ob man Wesenheiten ohne schöpferische Absicht erschaffen kann, und ob das Wesen bleiben, die selber keine Absicht haben können.

    Gerade denke ich an Eltern, die ein Kind erschufen. Die erste Absicht der Eltern wird sich nur in seltensten Fällen mit den Absichten ihrer Kinder decken. Und sie werden vielleicht einige Mühe aufwenden müssen, um die hinter ihrer ersten Absicht, die bei Mutter und Vater bereits verschieden ist oder sein kann, liegenden Unterabsichten verhaltensadäquat auf die Kinder zu projizieren. Nedeutet, mit der Erschaffung von eigenständigen Wesenheiten ergibt sich das Problem, diese Wesenheiten kontrollieren zu müssen, wenn diese Absichten entwickeln, die man gar nicht kennt.nicht erschaffen konnte und folglich auch nicht erschaffen wollen konnte.

    Gestern war ein spannender Tag. Ich verbrachte in den letzten sechs Jahren die meiste Zeit mit Spinnen (in der Wohnung), und etwa 2.000 spinnenaktive Stunden in der Natur. Ich fotografierte viele Spinnen, auch aus direkter Nähe. Direkter Kontakt: Null. Gestern lief mir eine dicke Kreuspinne über den nackten Unterarm. Wau. Eine Stunde später lief mir anderenorts eine dicke Kreuzspinne über den nackten Unterarm.

    Dämonen lassen sich also erschaffen. Dämonen lassen sich also kontrollieren. Und Dämonen können auch über eine Eigenmacht – woher immer oder wodurch immer bekommen – verfügen. Menschen können über Dämonen verfügen, und Dämonen können über Menschen verfügen. (Ich frage das.)
    Das auch:
    Können und müssen wir unterscheiden in dämonische Menschen und menschliche Dämonen? Um das Wesen des Dämonischen besser verstehen und damit besser kontrollieren zu können?

    Gruß
    Wolfgang

  12. chattison
    September 5, 2014 um 6:46 pm

    @federleichtes

    Dämonen lassen sich also erschaffen. Dämonen lassen sich also kontrollieren. Und Dämonen können auch über eine Eigenmacht – woher immer oder wodurch immer bekommen – verfügen. Menschen können über Dämonen verfügen, und Dämonen können über Menschen verfügen. (Ich frage das.)
    Das auch:
    Können und müssen wir unterscheiden in dämonische Menschen und menschliche Dämonen? Um das Wesen des Dämonischen besser verstehen und damit besser kontrollieren zu können?

    Dämon = agr. „daimon = nix anderes als „Energie“.
    Mensch scheint mir mittlerweise mit eher positiver Energie assoziiert zu werden und der „Dämon“ eben mit eher negativer, wobei der „Dämon“ auch ein Mensch ist, eben nur einer, der die negativen Aspekte seiner Lebensenergie bevorzugt repräsentiert.

    Der Gott Janus ist auch das Sinnbild der janusköpfigen „Energie“.
    Beton. Es kommt darauf an, was man daraus macht.“ – jaja^^

    Die Frage müsste also besser lauten:
    Können Menschen frei über ihre eigenen Dämonen/Energieaspekte verfügen oder können sich eigene Energieaspekte verselbstständigen und wäre das mit kognitiver Dissoziation/Schizophrenie etc. vergleichbar?


    @psychogon ff.

    Wer den „Homunculus“ oder den „Golem“ für bare Münze nimmt und nicht als Allegorie annimmt, den fordere ich hiermit auf, nachvollziehbare Belege zu erbringen, dass dies wenigstens theoretisch plausibel/verifizierbar ist, besser noch ein aktuelles Beispiel zu erbringen, das „Fakten“ schafft.
    Kryptische alchemische Texte oder Romanzitate etc. können nicht ernsthaft als Referenz für eine gemutmaßte wortwörtliche Gegebenheit heran gezogen werden.

    Der gesamte Themenkomplex („Götter, Dämonen, Emanationen, Geister“ etc.pp.) krankt ja nicht umsonst in seiner Glaubwürdigkeit an Faktenrelevanz.
    Auch die Beanspruchung von irgendwelchen „subtilen, feinstofflichen, menschunabhängigen“ Energieformen, die sich unerklärlicherweise im „Hyperraum konsolidieren“ und dann quasimagisch auf die materielle Ebene wirken sollen, zündet da nicht wirklich.
    Als advocatus diaboli wäre es ein Leichtes, das alles im Vorbeigehen zu zerpflücken und außer zirkel“logischen“ Brummkreiselsuadas diesbezüglich bekommt man ja leider sonst nichts zu hören.

    Es ist also solange nicht möglich, in diesem Bereich eine echte Aufklärung zu vollziehen, solange man sich nicht auf eine beidseitig anerkannte Erkenntnisreferenzmethode einigen kann.

    Solange das „Ockham´s Rasiermesser-Diktum“ gültig ist, halte ich mich jedenfalls daran – bis zum BEWEIS des Gegenteils.
    Leider scheint allerdings der „Beweis“ bereits auf dem Niveau von Zigeunerorakeln angekommen zu sein.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ockhams_Rasiermesser

    Aber natürlich ist der „absurde Wissenschaftlichkeitsanspruch“ das Totschlagargument für all diejenigen, die aus grandioser Schlichtheit dieselbe vergöttlichen und bedingungslosen Glauben an die Gültigkeit ihrer vollkommen unbelegbaren Axiome einfordern, obwohl Ockham´s Rasiermesser im Gegensatz dazu durchaus seine Wirksamkeit zu belegen vermag^^
    (vgl.hierzu etwa: James Randi – https://www.youtube.com/watch?v=S3IUxc-M4k4)

  13. chattison
    September 5, 2014 um 6:51 pm

    Hilfreich auch dies hier:

    Pirahas glauben gar nichts, was sie nicht mit eigenen Augen gesehen haben und fahren, naja, fuhren exzellent damit, – haben sogar einen evangelikalen Missionar bekehrt -, bis dann von der brasilianischen Regierung eine Zwangszivilisierung mit Strom für Glühbirnen und TV(!!!) eingefühhrt wurde!

    Bis dahin kamen sie ohne Zahlen, ohne Zeit und ohne Götter aus!
    Und waren ausgesprochen glücklich dabei…

  14. September 5, 2014 um 10:48 pm

    „Was sagen uns Mythen über Lilith, Adam, Eva, Maria, Horus …“:

    Wie der Mensch zu zwei Welten gehört, zwei Seiten / Ebenen hat – nämlich die geist-seelische (feinstoffliche) und die körperlich-materielle (grobstoffliche), so hat er auch zwei Bewußtseins-Ebenen: die fein- und die grobstoffliche. Und folglich finden wir diese beiden Ebenen auch in Mythen, Märchen, Sagen, Legenden und Ge-Schichten (!). Ge-schichten haben SCHICHTEN / Ebenen. Nämlich die beiden oben genannten.
    Die grobstofflich-materielle, wörtlich geschriebene, vordergründige, „Handlungs-Ebene“, und die feinstoffliche, „zwischen den Zeilen“ zu lesende, tiefgründige „Symbol-Ebene“, die etwas Grundsätzliches über den Menschen als – höheres – Bewußtsein, als Seele, als Kind Gottes, aussagt.

    Adam hat nie wirklich gelebt. Denn er ist ein SYMBOL. Symbol für den „männlichen“ Bewußseins-Aspekt in jedem Menschen, für das auf die „Materie“ gerichtete, grobstoffliche, Bewußtsein. Genau wie Josef (von Nazaret).
    Auch Lilith hat nie wirklich gelebt – denn sie ist ebenfalls SYMBOL; und zwar für den WEIBLICHEN Bewußtseins-Aspekt in jedem Menschen, für das auf die Geist-Seele gerichtete, FEINstoffliche Bewußtsein im Menschen. Genau wie Maria (Miriam = „Die still ist mit Gott“).

    Lilith, das gesunde, gleichberechtigte Bewußtsein, „verschwand“ infolge des Ausbruchs der „Krankheit der Gesellschaft“, der „Kollektiven Zivilisations-Neurose“, infolge (kollektiver) Traumatisierung.
    Insofern sind Adam und Lilith anfangs noch Symbol für den seelisch NICHT verletzten / gestörten Menschen, aber WÄHREND dieser Geschichte tritt der Wandel ein, dessen Ursache nicht genannt wird – aber das ist völlig in Ordnung! Denn diese Geschichte ist eben kein materieller historischer Bericht, sondern „spielt“ auf der BEWUSSTSEINS-Ebene.

    Selbst für die grundlegende Heilung ist die Ursache unwichtig. Nebenbei bemerkt.

    Als „Ersatz“ für Lilith tritt dann Eva auf. Aus einer Rippe des Adam erschaffen, ist sie nicht gleichwertig / -berechtigt, sondern ein Teil von ihm. Und damit ist sie auch nicht VOLL-wertig (wie Lilith es war), sondern sie ist geschwächt und verführbar – ebenso wie Adam und damit der – beeinträchtigte Mensch, der durch die beiden symbolisch dargestellt wird.
    Adam und Eva sind also nicht die „ersten Menschen“ (gewesen), wie Millionen Menschen glauben, sondern sie symbolisieren die ersten Menschen eines neurotisch beeinträchtigten Kollektivs / Volkes / Stammes oder ähnlich.

    Noch IN der Geschichte von Adam und Eva werden die typischen Gefühle dargestellt, von denen auch HEUTE lebende Menschen befallen werden / sind und aus dem „Paradies“, dem „Sein bei Gott“, vertrieben werden: ANGST sowie Schuld- und Schamgefühl.
    Ein GUTER moderner Psychologie / Psychotherapeut oder Heiler könnte es nicht besser beschreiben, als die Autoren der biblischen Geschichten.

    Wobei dieses Lob nicht nur den Autoren der Bibelstories gebührt, sondern genauso den Autoren anderer Symbol-Geschichten aus anderen Kulturen und / oder anderen Zeiten. Die geben in ähnlicher Qualität Aufschluß über die „Geheimnisse“ der Bewußtseins-Entwicklung und -Potenziale.

    Auch aus dem „Orient“ stammen die Märchen / Legenden / Sagen von Ali Baba bzw. Aladin und der Wunderlampe. Der Spruch „Sesam, öffne dich!“ ist ein Hinweis auf das (Er-)Öffnen der höheren Bewußtseins-Ebene, der Seele – hier als „Schatzhöhle“ beschrieben. Der „Geist der Lampe“, der dem Besitzer alle Wünsche erfüllen kann, ist der göttliche Geist der eigenen Seele.

    Aus der germanischen Kultur stammen so weise Geschichten wie die von SIEGFRIED – dessen Name allein schon „Programm“ ist!
    Die Sequenz, da Siegfried gegen den Drachen „Lindwurm“ antritt – und ihn auch besiegt – ist ein Symbol für DIE essentielle Voraussetzung für das WAHRE Erwachsenwerden: Die Überwindung der ANGST.

    Die GRIECHISCHEN Götter- und Heldensagen bergen ähnliche Weisheit(en). Die Geschichte von Herakles, der den Augias-Stall zu reinigen hat, ist Symbol für die ebenfalls essentiell wichtige Grundreinigung des (Unter-)Bewußteins mit Hilfe des göttlichen Lebens-Stroms, der Lebens-Kraft.

    Dieserlei LEBENSwichtige Weisheiten hat KEINE cartesianisch-„wissenschaftliche“ Erkenntnis zu bieten!

    Herzlichen Gruß!

    Wolfgang H.

  15. Garten-Amsel
    Januar 16, 2015 um 1:43 pm

    Einfach mal wieder so´n kleines Danke! an dieser Stelle von MiA.
    Bin ja auch auf der „Litith?-Frage/Nach-Denk-Bahn“ … nicht nur auf der „Öl-Spur“… 😉
    – Hab Euch erwähnt bei :
    http://bumibahagia.com/2015/01/15/mineralol-fossilol-bekenntnisse-eines-ehemaligen-peak-oil-glaubigen/
    Alles Gute in diesem Hell-Werd-Jahr!

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