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Georg Schramm: Wir können das Geldangebot mit dem Dealen von Drogen vergleichen …

Georg Schwamm hat vor Kurzem die Gelegenheit gehabt, vor einem großen Kreis von Bänkern über den  derzeit forcierten Krieg der Obertanen (Geldeliten) ihre Untertanen (WIR, der Rest) zu sprechen und hat dabei das Geld-Dealen mit einer passenden Metapher rübergebracht. Gut auch die Interpretation des IWF: Inkasso-Unternehmen.

Uneingeschränkt empfehlenswerte 28 Minuten, die wirklich gut angelegt sind:

  1. Juli 29, 2014 um 6:57 am

    Es gibt keine Partei, die in ihrem Wahlprogramm hat, es den Bürgern zu überlassen, wieviel der Bürger wofür bezahlt. Ob und wieviel man Steuern zahlt oder nicht, steht nicht zur Wahl.
    Der Geldfluss und damit die Finanzierung des Staates ist damit vollständig aus der Verantwortung des Bürgers herausgelöst. Steuererleichterungen sind Wahlversprechen, die hinterher nicht gehalten werden oder die bloß der Vernebelung dienen.

    Der Bürger hat keinen Einfluss darauf, wann und wie neue Steuern erhoben werden. In Deutschland gibt es anscheinend 103 verschiedene Steuern, sodass der Bürger den Überblick verloren hat, was er eigentlich an Steuern alles zahlt.
    Es ist vielen gar nicht so klar, dass der MWSt.-Steuersatz auf Lohn- und Einkommenssteuer noch dazu addiert werden muss etc. pp.

    Eine echte Demokratie würde darin bestehen, dass die Bürger entscheiden, wieviel von ihrem Einkommen sie für gemeinsame Aufgaben abgeben und wofür das Geld verwendet wird. Die Umsetzung von Gedanken in Handlungen, von bloßer Vorstellung zur Realität läuft derzeit ja total über den Geldfluss. Das, wohin die Gelder fließen, wird in Zukunft Realität. Dort wird Zukunft gestaltet. Darauf haben wir als Bürger null Einfluss.

    Wenn diese Partei die Wahl dann gewonnen hat, könnte sie ja dazu übergehen, den Prozess, dass immer mehr menschliche Aktivitäten in Geldwert umgewandelt werden, Schritt für Schritt wieder rückgängig zu machen und so aus der „Sucht“ aussteigen.
    Damit würde man die Problemkreise „Arbeit“ und „Wachstum“ an der Wurzel packen. Zumindest könnte man es auf diese Weise ja mal versuchen. Warum tun wir das nicht?

    Wenn der Staat über Staatsanleihen mit festgeschriebenem Zinssatz Kredite aufnimmt, ist er nichts anderes als eine Vermögens-Umverteilungsmaschine. Es sind ja anscheinend die Banken, die selber die meisten Staatsanleihen halten. Das alles läuft ja alles wunderbar hintenherum, während der Bürger offiziell mit Informationsmüll abgelenkt wird. Der Fall Zypern hat ja gezeigt, wie hemmungslos dieser Raubzug inzwischen ist. Das ganze Steuersystem, das wir haben, erfüllt den Tatbestand des Diebstahls. Anders kann man das nicht sagen. Da hat Murray Rothbard Recht.

    Das Gemeine dabei ist, dass der Dieb nicht sichtbar ist. Man kann selten mit dem Finger auf jemand zeigen und rufen: „Haltet den Dieb“. Die Banken, die großen Konzerne und die Politik sind so miteinander verflochten, dass da niemand mehr durchblickt. Das räuberische System hat sich verselbständigt.

    Umso mehr wundert es mich eigentlich schon, dass die Bürger keine Partei gründen, um die Macht über den Geldfluss zurückzuerhalten. Es wäre doch relativ einfach. Es wäre legal.
    Über die heutigen technischen Möglichkeiten könnte man schnell viele Menschen erreichen.
    Sogar eine Null-Partei wie die Piraten, die überhaupt kein Wahlprogramm hatte, hatte schnell ein paar Prozente zusammen.

    Wenn die Bürger einig wären, könnten sie den Mechanismus der Vermögensumverteilung durchbrechen und die Szene gründlich aufmischen. Ein Versuch zumindest wäre es wert.

    Stattdessen wird jedoch bedingungsloses Grundeinkommen vom Staat gefordert, womit man dem Staat dann die vollständige Macht über sich einräumt und sich vollkommen von ihm abhängig macht. Statt Freiheit fordert man Almosen. Ich glaub’s ja nicht.

    Das ist noch der größte Treppenwitz in dieser Geschichte mit dem Titel „wie mache ich mich als Mensch zum Vieh“.

    Wenn ich das lese, denke ich manchmal schon, dass es weder Opfer noch Täter gibt, sondern dass die Bürger im Großen und Ganzen, von ein paar wenigen Ausnahmen abgesehen, genau das System haben, das sie im Grunde wollen und verdient haben.

    Ich kann mir nicht helfen: Das System, so wie es ist, spiegelt uns doch nur zurück, wer wir im Grunde sind, zumindest aufs Große Ganze gesehen.

    Dies mal so als Provokation in die Debatte geworfen.

  2. federleichtes
    Juli 28, 2014 um 3:29 pm

    Der „Begrabene Hund“ ist für mich eine unbekannte Systematik, oder eine geheimnisvolle Methodik.
    Stellen wir uns eine Familie vor. In der Speisekammer liegt ein Brot für den nächsten Tag. Morgens ist das Brot verschwunden. Der Vater schlägt die Mutter, die Mutter die Kinder – und Mutter und Kinder beargwöhnen den Vater. Keiner war’s, alle sind schuldig.

    Wenn Zahlen oder Worte untauglich zur Aufklärung des Raubs – und der Entschuldigung – wären, würde es sie nicht geben, wenn wir in einer prozessual notwendigen Schöpfung leben. Not bedingt ja (wohl) eine gewisse oder entsprechende Folgerichtigkeit (auch das Erscheinen von Symbol, Wort und Zahl?).

    Menschen versuchen auf verschiedenen Wegen Arbeit als Ent-Problematisierung zu leisten. Wer das über die Systematik, der Logik oder die Logik der Systematik versucht, bitte sehr. Wenn aber die Annahme, das ein Problem nicht auf der Ebene zu lösen ist, auf der es entstand, richtig ist, weist uns das Systemische (im Ausdruck Zahl, Wort, Symbol oder Statistik) nur den Weg zu einer Lösung.

    Dass nur wenige Menschen an einer Lösung interessiert sind, das Leben sich (also selbst) entfremdete, ist mir Schein. Einerseits ist im Prozess der Offenbarung das Erscheinen von Entfremdung natürlich, andererseits arbeitet das Trauma mittels Verdränguns-, Sublimierungs- und Profanisierungstechniken perfekt, die entwicklungszeitbedingte Unerträglichkeit eines Echt-Drucks in einer relativen Harmonie zu halten.
    (Klar, ich googelte nach „Foodwatch“ und entschied: Diese Problematik ist schlimmer als das, was ich verzehren muss.)

    Ich fahr dann mal.

    Wolfgang

  3. Juli 28, 2014 um 12:34 pm

    Der Knochen von Ishango ist die älteste überlieferte Aufzeichnung von Zahlzeichen. In der Verbindung von Knochen (als Symbol von was Totem) und Zählzeichen steckt eine aussagekräftige Symbolik drin: über die Zahl wird Lebendiges in Totes verwandelt. Neben Tieren findet man auf Höhlenzeichnungen auch Gezähltes in Form von Einkerbungen, Strichen oder Fingern.

    Die Pythagoräer mit ihrer Vision „Alles ist Zahl“ waren also eifrige Totengräber des Lebendigen. „Schönheit“, „Ordnung“ und „Weltall“ ist für die alten Griechen in diesem mathematischen Verständnis dasselbe, nämlich Kosmos. Damit verschwand das Leben aus dem Kosmos und die Grundlagen für solche toten Weltmodelle wie Uhrwerk und Urknall wurden gelegt.

    Dann kam Galileo Galilei mit seinem Spruch: „Das Buch der Natur ist in der Sprache der Mathematik geschrieben“, wodurch die Trennung von Mensch und Natur, Subjekt und Objekt endgültig vollzogen wurde. Der Mensch war nicht mehr Teil der Natur und mit ihr verbunden, sondern hielt sie in der Hand, wie man ein Buch in der Hand hält. In dieser Trennung brauchte es dann auch die „Sprache“, die es gar nicht braucht, wenn man Teil der Natur ist.

    Mit Newton war es dann soweit, dass mittels der Mathematik die Natur nicht nur beschrieben, sondern erklärt wurde. Das führte zu dieser Vorstellung von der Welt als großes Uhrwerk und der Vorstellung der absoluten Beschreibbarkeit.

    Im 19. Jh. ging die Diskussion drum, ob Atome „real“ wären, das war damals überhaupt nicht selbstverständlich. Sie wurden nämlich erst real, als sie über die Methoden der Statistik mathematisch beschrieben werden konnten. Und heute nehmen wir Statistiken für wirklicher als die Realität selbst und beziehen uns in allem, was wir tun, auf Statistiken. Statistiken sind heute das absolute Totschlagargument. Was nicht statistisch belegbar ist, hat keine Bedeutung mehr, und zwar nicht nur in der Welt der Atome, sondern auch in unserer Lebenswelt.

    Stehen Zahlen nicht für die Perfektion, während Wörter für das Unperfekte stehen?
    Ich meine, Wörter haben meist ja keine scharfen Abgrenzungen. Es ist nicht möglich den Übergang von einem Stuhl zu einem Sessel ganz genau zu definieren.

  4. chattison
    Juli 28, 2014 um 10:45 am

    Zahl ist immer Proportion.
    lat. proportio ist immer Verhältnismaß und Ebenmaß.
    Die Zahl definiert sich also in Verhältnismaßen wie:
    – höher : niedriger
    – größer : kleiner
    – mehr : weniger etc.
    Zahl ist also tatsächlich Wertgeber, bzw. wird als solcher verwendet.

    Der Begriff des „Ebenmaßes“ wird meist gleichgesetzt mit Harmonie – das ist irreführend.
    Natürlich ist die Mathematik auf Harmonie aus, weil ihr Credo ist, dass Harmonie gleichsam ein Vorbeweis für die „Stimmigkeit“ einer Kalkulation bzw. Kalkulationsform sei.
    Da kann man durchaus geteilter Meinung zu sein.

    Aber der eigentliche Bezug besteht in der Bedeutung des Wortes „Ebenmaß“ als „Konformität, Kongruenz“!

    Was heißt das für die Zahl?

    Rechnungen sind „schön“ wenn sie aufgehen (also ohne Rest bleiben), wenn sie identische Ergebnisse hervorbringen (denn sonst könnten sie falsch sein).
    Ein Rechensystem erreicht wiederum nur allgemeine Verbindlichkeit als Maßstab, wenn es ein hohes Maß an Konformität (hier: allgemein übereinstimmender Gebrauch und weite Verbreitung in der Üblichkeit desselben) aufweist.

    Das erfordert aber zwangsläufig eine Übernahme von Bewertungskategorien und Verhältnisgewichtungen, die sich letztlich aber als relativ willkürlich erweisen, insofern, als es ja auch Konkurrenzmodelle mit anderen Bewertungskategorien und Verhältnisgewichtungen gibt, die ebenfalls effektiv, also brauchbar sind.

    Das ist das eine.

    Das andere ist, dass eine Zahl immer nur ein Teilausschnitt des Ganzen ist und die Zusammenfassung von mehreren Teilausschnitten des Ganzen in Form einer Rechnung zwar ein Ganzes als Ergebnis haben können, dieses aber keineswegs mit DEM GANZEN identisch sein kann, da während einer Rechnung mit Teilaspekten etliches unter den Tisch fallen muss, sonst könnte man es nicht mehr berechnen!

    Mit anderen Worten:
    Zahlen und Formeln täuschen eine Berechenbarkeit des Ganzen vor, ohne dies überhaupt auch nur prinzipiell erfüllen zu können!
    Damit ich nämlich etwas berechnen kann, muss ich es zergliedern, unterteilen und dann diese Fragmente in Relation zuinander setzen.
    Da aber das Ganze immer mehr ist als die Summe seiner Fragmente, geht diese Rechnung also niemals auf!

    Jeder, der sich mit der Problematik beschäftigt hat, weiß, daß die Mathematik in vielen Fällen pfuschen muss, um überhaupt eine näherungsweise Berechnung vornehmen zu können (einfachstes Beispiel: Kreisumfang).
    Unser Gehirn arbeitet in weitesten Teilen ganz genau so und die Algorithmen, die unser Gehirn hervorbringt, können nicht schlauer sein als der Algorithmus, der sie erzeugt!

    Vergleichbares kann man etwa auch bei Intelligenztests beobachten:
    Dieser spiegelt lediglich die Auffassung von Intelligenz des Erstellers wieder bzw. dessen Intelligenzstatus – nicht mehr und nicht weniger – eben einen Intelligenz-QUOTIENTEN (also eine Verhältnisangabe, keine absolute Intelligenzgröße).

    Und die Mathematik begeht sozusagen denselben „Fehler“, als sie ihre Ergebnisse für eine absolute Größe hält und nicht berücksichtigt, dass Ergebnisse aus einem System, das wiederum von einem defizitären System entwickelt wurde, nicht annähernd vollständig sein können bzw. eben nur relativ zum vorhandenen Verhältnisverständnis dieses widerspiegeln!!

    Eine „Logik“ wiederum, die eben darauf basiert, muss folgerichtig paradoxerweise immer wieder auch irren.

    Die Geschichte platzt vor solchen Irrtümern.

    Der Zahlenfetisch als vergöttlichte Absolutheit absolviert Absolution dergestalt, dass sie den Menschen vermeintlich von seiner Immersionspflicht freispricht, da es weitaus leichter ist, den Taschenrechner rauszuziehen und den Wert eines Menschen zu beziffern, natürlich ganz „rational“ (- was eigentlich wörtlich übersetzt soviel bedeutet wie: teilverständig! -), als sich auf den vielen unterschiedlichen Ebenen mit den vielen unterschiedlichen Aspekten eines Menschen und seinen ihn umgebenden Verhältnissen gerecht zu werden zu versuchen!

    Da liegt der Hund begraben…

  5. Juli 28, 2014 um 9:38 am

    Die Diskussion um das vermeintlich Perfekte hat mich nachdenklich gemacht.
    Unser Leben wird ja umso ärmer und armseliger, je mehr alles in Zahlen verwandelt wird.
    Heute Morgen ist mir aufgegangen, welche überwältigend domininierende Rolle Zahlen und Zahlenverhältnisse in unserem Leben inzwischen spielen.

    Die Rolle des Geldsystems und der Ökonomie: Wir gehen dazu über, immer mehr Bereiche des menschlichen Lebens in Zahlen zu erfassen. Nicht nur die materiellen Güter haben einen Zahlenwert, mehr und mehr auch alle normalen menschlichen Aktivitäten, wie Dienstleistungen, Gesundheit, Fürsorge, Spiel, Beziehungen, Freundschaften, Umgang mit Kindern.

    Die Rolle der Wissenschaften: Die zunehmende Manie, alles zu messen, die Erfassung der Realität über Statistiken, der Einfluss von Wissenschaftlern mit ihren Zahlengebäuden auf Politik.

    Die Rolle der Informationsmedien: Wörter und Bilder in Zahlen umzuwandeln.

    Ist nicht vielleicht der Glaube an die Zahl und die Zählbarkeit aller Dinge und Bewegungen die Ursache dafür, dass die Welt mehr und mehr in Unordnung gerät?

    • Juli 28, 2014 um 9:53 am

      Wer stellte letztens noch fest, dass Worte und Zahlen die Gitter unseres GEISTigen Gefängnisses seien?

  6. Juli 27, 2014 um 1:25 pm

    Es muss sich nur eine Partei bilden, die Folgendes im Wahlprogramm hat:

    1.Jeder wahlberechtigte Bürger entscheidet selbst, wieviel Prozent von seinem Gehalt er für die Aufgaben des Staates abgeben will bzw. wieviel Geld er aus anderen Quellen (Vermögen) dem Staat zur Erledigung der gemeinsamen Aufgaben zur Verfügung stellen will.

    1. Jeder wahlberechtigte Bürger entscheidet durch entsprechende Umfragen mit, wofür das Geld, das dem Staat auf diese Weise zur Verfügung steht, verwendet wird.
    2. Die Regierung verpflichtet sich, mit den zur Verfügung stehenden Geldern auszukommen und keine weiteren Kredite aufzunehmen.

    Im Zeitalter von Internet dürfte die Gründung und Bekanntmachung einer solchen Partei doch eigentlich kein Problem sein.

    Eine spannende Frage, ob diese Partei bei einer Wahl eine Chance hätte.

    Wer von euch würde die Partei wählen? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

    • Juli 27, 2014 um 8:05 pm

      es soll noch über 75 indigene Völker geben. Wir dürfen wohl davon ausgehen, dass diese in der Regel auf „Freiwilligkeit“ gemeinsame Projekte gestalten. Hier habe ich noch einen Text gefunden, der sich Gedanken darüber macht, was Steuern an sich sind:

      Steuern sind Diebstahl, von Murray N. Rothbard

      Der Staatsbürger wird zum Staatssklaven, dessen Existenz einzig dazu dient, zu arbeiten und sein Geld abzuliefern. Zu diesem Schluss kommt der Philosoph Murray N. Rothbard (1926 – 1995) in seinem Buch In seinem Buch „Ethik der Freiheit“. Rothbard analysiert folgerichtig: Steuern sind Diebstahl. Niemand zahlt sie freiwillig gern. Sie werden nur unter Androhung von roher Gewalt entrichtet.

      Murray N. Rothbard: Zwangspfändung des Eigentums der Staatseinwohner

      Es gibt eine entscheidende Befugnis, die dem Wesen des Staatsapparats innewohnt. Alle anderen Personen und Gruppen in der Gesellschaft (abgesehen von gewöhnlichen und vereinzelt auftretenden Verbrechern wie Dieben und Bankräubern) erhalten ihr Einkommen auf freiwilliger Basis: entweder durch den Verkauf von Gütern und Diensten an die konsumierende Öffentlichkeit oder durch freiwillige Geschenke (z. B. Mitgliedschaft in einem Verein oder Verband, Vermächtnis oder Erbschaft).

      Nur der Staat erhält sein Einkommen per Zwang, indem er nämlich schwere Strafen für den Fall androht, daß das Einkommen nicht ausgezahlt wird. Dieser Zwang ist als „Besteuerung“ bekannt (in weniger geregelten Zeiten hieß er „Tribut“). Besteuerung ist Diebstahl, schlicht und einfach, wenn auch Diebstahl in einem dermaßen großen Maßstab, daß kein gewöhnlicher Verbrecher ihn erreichen könnte. Sie ist die Zwangspfändung des Eigentums der Staatseinwohner bzw. seiner Untertanen.

      Steuern sind Diebstahl – auch in einer Demokratie

      Es wäre eine belehrende Übung für den skeptischen Leser, zu versuchen, eine Definition von Besteuerung aufzustellen, die nicht auch Diebstahl einschließen würde. Wie ein Räuber fordert der Staat Geld praktisch mit vorgehaltener Pistole: Wenn der Steuerzahler die Zahlung verweigert, wird sein Vermögen gewaltsam beschlagnahmt, und wenn er sich dieser Plünderung widersetzt, wird er eingesperrt oder – bei anhaltenden Widerstand – erschossen.

      Es stimmt, daß Staatsapologeten behaupten, die Besteuerung sei „in Wirklichkeit“ freiwillig. Eine einfache und doch lehrreiche Widerlegung dieser Behauptung besteht darin, sich zu überlegen, was geschehen würde, wenn die Regierung die Besteuerung abschaffen und sich auf die bloße Bitte um freiwillige Beiträge beschränken würde. Glaubt irgend jemand wirklich daran, daß dem Staat irgendein Einkommen zufließen würde, das seinem jetzigen, riesigen Einkommen vergleichbar wäre?

      Wahrscheinlich würden sich selbst diejenigen Theoretiker, die behaupten, daß Strafen niemals abschrecken, gegen eine solche Behauptung sträuben. Der große Ökonom Joseph Schumpeter hatte recht, als er bissig schrieb, daß „jene Theorie, welche Steuern in Analogie zu Vereinsbeiträgen oder etwa zum Kauf der Dienste eines Arztes konstruiert, lediglich zeigt, wie weit sich dieser Teil der Gesellschaftswissenschaften von wissenschaftlichen Denkweisen entfernt hat.“

      […]

      Tyrannei der “Mehrheit”

      Es wird auch behauptet, daß – bei demokratischen Regierungen – der Wahlakt der Regierung und allen ihren Werken und Befugnissen einen wahrhaft „freiwilligen“ Charakter verleiht. Auch in diesem populären Argument gibt es viele Fehler. Zunächst einmal: Selbst wenn sich die Mehrheit der Öffentlichkeit jede einzelne Tat der Regierung ausdrücklich zueigen machte, so wäre dies doch bloß eine Tyrannei der Mehrheit und keine freiwillige Handlung, der jede Person im Land nachkommt.

      Mord ist Mord, Diebstahl ist Diebstahl, ob er nun von einem Menschen an einem anderen verübt wird oder von einer Gruppe, und sei es die Mehrheit der Leute in einem bestimmten Gebiet. Die Tatsache, daß die Mehrheit einen Diebstahl unterstützen oder verzeihen mag, verringert nicht das verbrecherische Wesen bzw. die große Ungerechtigkeit dieser Handlung.

      Zweitens stimmen die Leute in einer Republik – anders als in der direkten Demokratie – nicht über Einzelmaßnahmen ab, sondern über „Vertreter“ in einer Paketlösung. Für eine festgelegte Zeit können die Vertreter dann tun und lassen, was sie wollen. Natürlich sind sie in keinem rechtlichen Sinne wirkliche „Vertreter“. Denn in einer freien Gesellschaft stellt der Vertretene seinen Angestellten bzw. Vertreter individuell ein und kann ihn jederzeit entlassen.

      […]

      Wahlen begründen keinerlei freiwillige Billigung der Regierung

      Zudem können Abstimmungen selbst dem Grundgedanken nach kaum eine Herrschaft der „Mehrheit“ begründen und noch weniger eine freiwillige Billigung der Regierung. In den Vereinigten Staaten von Amerika zum Beispiel nehmen weniger als 40% der Wahlberechtigten an den Wahlen teil. Von diesen könnten 21% für einen Kandidaten stimmen und 19% für einen anderen. 21% begründen wohl noch nicht einmal die Herrschaft der Mehrheit, und noch weniger begründen sie die freiwillige Zustimmung aller.

      Und wie kommt es schließlich, daß jedem Steuern auferlegt werden, unabhängig davon, ob er nun gewählt hat oder nicht, und insbesondere unabhängig davon, ob er für den siegreichen Kandidaten gestimmt hat oder nicht? Wie kann ein Nicht-Wählen oder die Wahl des Verlierers anzeigen, daß man die Handlungen der gewählten Regierung irgendwie billigt?

      Wahlen begründen auch keinerlei freiwillige Billigung der Regierung durch die Wähler selbst. Wie Spooner messerscharf erkannte:

      „In Wahrheit kann das Wahlverhalten der Individuen nicht als Beweis der Zustimmung herangezogen werden […] Im Gegenteil sollte man sich in die Lage eines Menschen versetzen, der sich, ohne daß man ihn um seine Meinung gebeten hat, plötzlich von einer Regierung umgeben sieht, der er sich nicht widersetzen kann; von einer Regierung, die ihn unter Androhung schwerer Strafen zwingt, Geld zu zahlen, Dienste zu verrichten und auf die Ausübung vieler seiner natürlichen Rechte zu verzichten.

      Dieser Mensch sieht auch, daß andere Menschen diese Tyrannei an ihm mit Hilfe von Abstimmungen verüben. Er sieht außerdem, daß er eine gewisse Chance hat, sich dieser Tyrannei der anderen zu entledigen, wenn er sich selber die Abstimmungen zunutze macht und die anderen seiner eigenen Tyrannei unterwirft. Kurzum findet er sich ohne seine Einwilligung in einer solchen Lage, daß er ein Herrscher werden kann, wenn er die Abstimmungen zu seinem Nutzen wendet; tut er das nicht, muß er ein Sklave werden.

      Eine weitere Alternative gibt es nicht. Sein Fall ist analog zu dem eines Menschen, der in einer Schlacht gezwungen wurde, in der er entweder andere töten oder selber getötet werden muß. Aus dem Umstand, daß ein Mensch sich entscheidet, seinen Gegnern in der Schlacht das Leben zu nehmen, um sein eigenes zu retten, darf man nicht folgern, daß er die Schlacht gewählt hat.
      Gleiches gilt in Kämpfen um die Wahlurne – die ein bloßer Ersatz für Gewehrkugeln ist. Wenn ein Mensch sich eine Abstimmung zunutze macht, da dies seine einzige Chance zur Selbsterhaltung ist, so darf hieraus nicht geschlossen werden, daß er diesen Kampf freiwillig begann; daß er freiwillig all seine natürlichen Rechte gegen die von anderen auf’s Spiel setzte, auf daß alles gewonnen oder verloren werden nach dem bloßen Gesetz der Zahl” (Lysander Spooner: No Treason: The Constitution of No Authority, S.29).

      […]

      Staat ist kriminelle Vereinigung

      Wenn Besteuerung somit einen Zwangscharakter trägt und daher von Diebstahl nicht zu unterscheiden ist, so folgt daraus, daß der Staat, der von der Besteuerung lebt, eine riesige kriminelle Vereinigung ist, weit größer und erfolgreicher als irgendeine „private“ Mafia in der Geschichte.

      Deinem Vorschlag kann ich gut folgen. Ich habe keine Lust mehr, meine Steuern für Projekte genutzt zu sehen, mit denen Kriege finanziert werden, inklusive U-Boot-Geschenke oder US-Militär-Krankenhäuser in D, mit denen Ausspähungen unserer Bürger erfolgen, mit denen Kinder den Eltern geraubt werden, mit denen Tierfabriken subventioniert werden, mit denen Gehälter hoher Kirchenwürden finanziert werden, etc. etc.

      Viele Grüße
      Martin

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