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Menschenwürde unantastbar – Wunsch oder Wirklichkeit?

Aus gegebenem Anlass, sprich der Wahrnehmung, dass Mensch, Tier und Pflanze auf unserem Planeten stark zunehmend mit Füßen getreten werden, möchte ich diesen Artikel von Rudolf Kuhr auch hier nochmals bringen.

Menschenwürde unantastbar – Wunsch oder Wirklichkeit?

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dieser Satz wird oft und gern zitiert. Als Forderung, als Ermahnung, als Beweis unserer Kultur. Seit 1949 steht diese Aussage von der Unantastbarkeit der Menschenwürde an erster Stelle unseres Grundgesetzes, das ist wohl einmalig in der Welt. Es war eine Reaktion auf die Unmenschlichkeit im 3. Reich. Wie sieht es mit dieser Aussage in der Praxis aus? Wie oft wird sie täglich widerlegt! Liegt dies an der Form der Formulierung, die ja den Eindruck entstehen läßt, daß es so sei mit der Unantastbarkeit? Der Inhalt kann ja wohl nicht so falsch sein. Liegt es vielleicht an einem mangelnden inhaltlichen Verständnis des Begriffes?

Was ist Würde? Fast alle wissen, was gemeint ist aber kaum jemand kann es erklären. Woraus besteht sie, wie entsteht sie?

Würde bedeutet Wertigkeit, Erhabenheit, Vornehmheit, Majestät erhabene Gesinnung, Autonomie und sittliche Selbstgesetzgebung; dem Menschen innewohnender Wert und innerer Rang, Menschenwürde; innere Haltung, die durch das Bewußtsein vom eigenen Wert oder von einer geachteten Stellung bestimmt wird; Echtheit. Ähnlich wie bei der Identität enthält Würde Selbstbild, soziale Aufgabe und Anerkennung durch bedeutsame Bezugspersonen sowie Selbstverantwortung. „Beherrschung der Triebe durch die moralische Kraft ist Geistesfreiheit, und Würde heißt ihr Ausdruck in der Erscheinung“. (Friedrich Schiller)

Würdigen bedeutet werten, anerkennen, achten, Achtung erweisen, respektieren, Respekt haben vor etwas, Respekt zollen, schätzen, hochschätzen, bewundern, von Bewunderung erfüllt sein für etwas, ehren, Ehrfurcht erweisen, in Ehren halten, Wert legen auf etwas. Weitere Begriffe, die damit in lockerem Zusammenhang stehen sind: Status, Ansehen, Bekanntheit, Beliebtheit, Berühmtheit, Namen, Popularität, Prestige, Renommee, Reputation, Ruf, Ruhm.

Menschenwürde entsteht durch Anlage, Zuweisung oder Anspruch und Leistung oder Erfüllung, sie ist ein Teil menschlicher Identität, und zwar der wesentliche, nämlich der geistige, der ideelle. Hier wird deutlich, wie wichtig eine ideelle Orientierung ist. Menschenwürde ist ein veränderlicher Teil des Menschen, ihre Beschaffenheit wird sowohl von der jeweiligen gesellschaftlichen Kultur, als auch von dem einzelnen Menschen selbst mitbestimmt.

Die Anlage der Menschenwürde enthält zunächst die Daseinsform als Mensch sowie seine angeborenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Die Zuweisung enthält die sozialen Verhältnisse, in die der Mensch hineingeboren wurde sowie die Wertschätzung durch seine Mitwelt. Die Leistung besteht aus der eigenen Wertschätzung, der Entfaltung der Fähigkeiten sowie der ethischen Einstellung und der praktizierten Solidarität.

Die Menschenwürde ist also keine feste Größe, sie ist abhängig von der allgemeinen Wertschätzung der jeweiligen gesellschaftlichen Gruppierungen, in denen sich der Einzelne bewegt, sowie von seinem allgemeinen und besonders von seinem ethischen Verhalten.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“. So lauten die ersten Worte unseres Grundgesetzes in Artikel 1 der Grundrechte. Weiter heißt es in diesem Artikel: „Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“.

Die Formulierung des ersten Satzes, der meist nur allein gebraucht wird, ist eine sehr verkürzte, subjektive; sie ist mißverständlich, fast könnte man sagen eine Selbsttäuschung, ein Wunsch, der eine Tatsache vortäuscht. Es stimmt leider so nicht, wie es in der Formulierung klingt, daß sie unantastbar ist, denn die Menschenwürde wird oft genug angetastet. Indem etwa Kinder zu früh zur Anpassung erzogen und meist auch in eine bestimmte ideologische Richtung gedrängt werden, wird die in Artikel 2 GG gewährte freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit behindert und wird ihre Menschenwürde nachhaltig angetastet. Leider werden diese eigentlichen Ursachen späteren unwürdigen Verhaltens noch immer viel zu wenig beachtet. Nachfolgendes Gedicht drückt diesen Sachverhalt deutlich aus, wie es ja auch die zunehmende Jugendkriminalität bestätigt.

In den Herzen der folgsamen Kinder

nistet knisternd und raschend

die Rache

H.C. Flemming

 

Dieses kleine Gedicht enthält die Folgen früher und anhaltender Verletzung der Menschenwürde, die bereits mit dem Mangel an einfühlender Achtung des Kindes als eigenständige Persönlichkeit beginnt.

Der Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ bedeutet eigentlich: „Die Würde des Menschen ist verletzlich, sie ist zu ermöglichen, zu achten, zu wahren und zu schützen.“ Dies sollte nicht nur Verpflichtung aller staatlichen Gewalt sein, sondern auch aller elterlichen, schulischen betrieblichen und sonstigen Gewalt oder besser: Verantwortlichkeit. Da das Grundgesetz nicht nur für den Staat gilt, müßten sich dessen Inhalte auch in allen außerstaatlichen Bereichen entsprechend widerspiegeln, z.B. in wirtschaftlichen Bereichen im Betriebsverfassungsgesetz, in schulischen in den Vorschriften der Kultusministerien und in privaten in den religiösen Richtlinien, die jedoch entweder ethische Normen wie Artikel 1 GG nicht enthalten oder sogar gegen diese verstoßen.

Fast immer liegt ein Verstoß gegen Artikel 1 und gegen Artikel 2 GG vor, wenn in Anwendung der Artikel 4 und 7 unter Gewährung ungestörter Religionsausübung Kinder in eine bestimmte ideologische Richtung erzogen werden, die sie von anderen Menschen abgrenzt. Artikel 4 und 7 wären zu ergänzen bzw. zu differenzieren, um die darin enthaltenen Möglichkeiten des Verstoßes gegen Art. 1 und 2 zu verhindern. Für Art.4 müßte es heißen: Die ungehinderte freie Entfaltung eines individuellen Glaubens ist durch Vermeidung jeglicher einseitigen Einflußnahme bis zum 18. Lebensjahre zu gewährleisten und durch Erschließung vieler, möglichst aller ethischen Orientierungen zu fördern. Für Art. 7 müßte es heißen: Religionsunterricht bedeutet unabhängige und gleichberechtigte Unterrichtung über alle vorhandenen Religionen, Weltanschauungen und ethischen Orientierungen ohne Bevorzugung einer bestimmten. Und Art.1 sollte ergänzt werden in: … ist Verpflichtung aller Bürger und der staatlichen Verantwortlichkeit.

Menschenwürde hängt ab von einem Menschenbild, dieses hängt mit einem Weltbild zusammen. Die Würde ist etwas, was dem Menschen zunächst als Möglichkeit gegeben ist, was ihm zusteht, was er aber auch erfüllen muß. Ein Mensch, der sich würdelos verhält, kann schwerlich erwarten, daß man ihn würdig behandelt. Ein Politiker beispielsweise, der seine politischen Gegner beschimpft und herabwürdigt, der verliert damit gleichzeitig an eigener Würde, zumindest bei denjenigen Wählern, denen Würde etwas bedeutet.

Die Würde des vernünftigen Menschen liegt darin,

daß er sich eingesteht, was geschehen und was getan ist.

Die Würdelosigkeit bloßen Lebens liegt darin,

einen Strich unter das Vergangene zu machen, zu vergessen

und weiterzuleben aus dem bloßen Anspruch gegewärtigen Daseins.

Karl Jasper, Philosoph 1883-1969

Es ist demnach nützlich, den Begriff der Menschenwürde immer wieder zu hinterfragen und zu definieren, um dadurch auch die Selbstwahrnehmung und Selbstkontrolle zu fördern und sich der Beschaffenheit der eigenen Würde bewußt zu werden. Wenn dieses verstärkt geübt und praktiziert würde, käme es dazu, daß mehr Menschen als bisher in der Lage wären, das Verhältnis der egoistischen zu den altruistischen Anteilen der Antriebe des eigenen Handelns zu erkennen und zu steuern. Damit wären auch mehr Menschen in der Lage, Politiker auf ihre Wahrhaftigkeit hin einzuschätzen und vielleicht gerechter zu beurteilen. Die Politiker selbst würden dann vielleicht mehr als bisher bereit sein, sich selber zu kontrollieren und Supervisionen zu unterziehen.

Wenn beispielsweise Politiker den Eindruck erwecken, daß sie „an ihrem Sessel kleben“, dann geschieht da etwas, das ihre Würde antastet. Dann scheint der Egoismus im Vordergrund zu stehen, was negativ bewertet wird. Andererseits wird aber auch Durchsetzungsvermögen erwartet und geschätzt, was ohne egoistische Anteile kaum möglich ist. Würde kann erst dann annähernd unantastbar sein, wenn genügend Gespür in die eigene Befindlichkeit, in die eigenen wirklichen menschlichen Bedürfnisse und eine klare ethische Orientierung vorhanden sind, und wenn diese und vielleicht noch weitere Merkmale miteinander in ein gewünschtes Verhältnis gebracht werden können.

Aber der Mensch soll auch in den größten Tiefen seines

äußerlichen Daseins die innere Würde seiner Natur nicht verlieren

Er ist durch diese Würde allein Mensch.

Sie, die Würde, ist das einzige Ziel der Menschenbildung

und zugleich das erste Mittel für sie.

Heinz Pestalozzi

in der Einleitung zur „Wochenschrift zur Menschenbildung“, 1807

Menschenwürde heißt: Inkarnation all dessen,

was den Menschen frei, groß und ewig macht,

Ewas in ihm, dem Weltgeschöpf,

den schöpferischen Funken schürt und hütet.

Carl Zuckmayer, Aufruf zum Leben

 

Der Begriff ‚unantastbar‘ sagt ja eigentlich vom Begriff her, daß etwas nicht angetastet werden kann. Das ist aber in der Formulierung so gar nicht gemeint, denn es heißt ja weiter: Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Wenn etwas unantastbar wäre, müßte es nicht geschützt werden. Es ist also lediglich eine Verpflichtung und noch kein Ergebnis. Gemeint ist, daß die Menschenwürde nicht angetastet werden darf oder zumindest nicht soll. Es ist auch wichtig, zu wissen, daß sich die Verpflichtung in dem Artikel 1 lediglich auf das Verhalten des Staates gegenüber dem Volk bezieht.

Da Menschenwürde selbst unbedingt etwas mit Wahrhaftigkeit sich selbst und anderen gegenüber zutun hat, ist es schon bedeutsam, ja bedenklich, wenn in diesem Zusammenhang von einer Unantastbarkeit gesprochen wird. Das entwertet sowohl den Begriff, als auch die Absicht der Verwendung, und damit seine Wirksamkeit. Es kann so der unbewußte Eindruck entstehen, daß die Unantastbarkeit bereits gewährleistet sei. Besser, weil wahr-haftiger wäre wohl gewesen, anstatt von Unantastbarkeit von Verletzbarkeit oder Unverzichtbarkeit zu sprechen. Es hätte heißen müssen: „Die Achtung und der Schutz der Würde des Menschen sind unverzichtbar“ oder „Die verletzbare Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen“, und zwar nicht nur von gewaltausübenden Staatsbeamten und -angestellten, sondern auch von Eltern, Vorgesetzten, von jedermann gegenüber jedermann und -frau. Schließlich auch gegenüber der Natur, gegenüber Tier und Pflanze.

Haben nicht auch Tiere ihre Würde? Wenn Menschen z.B. den von ihnen als König der Tiere eingestuften Löwen hinter Gittern dazu bringen, durch Männchenmachen die Zuschauer zu unterhalten und belustigen, dann ist das nicht nur ein Antasten der Würde des Tieres, sondern auch ein unwürdiges Verhalten des Dompteurs und der Zuschauer dem Tier und den Mitmenschen gegenüber. Auch ist es einigen Nachdenkens wert, ob nicht bereits mit dem Beobachten von Tieren, besonders des Liebesspiels und -aktes genaugenommen eine Verletzung von Würde gegeben ist – zumindest der unsrigen.

Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben,

Bewahret sie!

Sie sinkt mit euch! Mit euch wird sie sich heben!

Friedrich Schiller

Die Würde des Menschen beginnt mit dem Bekenntnis

zum Menschsein und den diesem innewohnenden,

unendlichen Möglichkeiten wie sie der Begriff

Humanismus in idealer Weise in sich vereint.

Rudolf Kuhr

 

Wenn man hin und wieder in Fernseh-Berichten über Natur-Katastrophen sehen muß, in welch menschenunwürdiger Lage sich Menschen befinden, die versuchen, im überfluteten Ufergebiet eines Flusses ihr Leben zu retten, dann kann man Ureinwohner verstehen, die achtsam mit ihrer Umwelt umgehen und selbst Bäumen, Flüssen, Seen und Bergen eine Würde zugestehen. Vielleicht wird es eines Tages heißen: Die Würde von Mensch und Natur ist zu gewährleisten. (Man schlägt, schneidet oder beleidigt einen Fluß nicht, man umsorgt ihn wie ein lebendiges Wesen. Weisheit der Maori, Ureinwohner Neuseelands.)

Es scheint jedenfalls dringend erforderlich, den Begriff Menschenwürde immer wieder ins Gespräch zu bringen, ihn zu hinterfragen und neu zu definieren, um ihn dadurch mehr als bisher zu verinnerlichen und anzuwenden. Auch ein Bekenntnis zum Humanismus kann zu einer stärkeren Beachtung der Menschenwürde beitragen, denn seine Definition lautet sehr konkret: Humanismus ist ein Denken und Handeln, das sich an der Würde des Menschen orientiert und dem Ziel menschenwürdiger Lebensverhältnisse dient.

Rudolf Kuhr, Erstveröffentlichung auf Kritisches Netzwerk


 

Quelle: Humanistische AKTION für verantwortliche Menschlichkeit > Webseite > Artikel

Wachstum an Menschlichkeit. Humanismus als Grundlage“ > zur Vorstellung meines Buches

Bildquellen:
1. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Art. 1, Satz 1, des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, am Landgericht in Ffm. Foto: Dontworry. Quelle: Wikimedia Commons. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“ lizenziert.

  1. Juli 25, 2014 um 9:27 am

    eher ein WUNSCHdenken…..doch im GrundGESETZ ist das verANKER(t)doch es hält sich keiner daran…..darf ich deinen BEITRAG auf FB TEILen wäre mir eine EHRE da ich gerade mit UNSERER WÜRDE kämpfen muß

    • Juli 25, 2014 um 9:28 am

      unbedingt!

      • Juli 25, 2014 um 9:32 am

        du kannst dir auch meine GESCHICHTE durchlesen was UNS gerade wieder fährt..gestern hatte ich einen unliebSAME(n)Wp–KOMMENTAR von einer die ich gar nicht kenne…..weißt du wegen der Überwachung(s)KAMERA die der VERMIETER bei uns aufgestellt hat,die POST dazu findest du auf WP die letzten beiden BEITRÄGE und auf meiner SEITE von FB….hast du auch FB lass es mich wissen……

  2. Juli 25, 2014 um 9:28 am

    Hat dies auf Das WESEN(t)liche ist nur mit dem HERZen zu sehen rebloggt und kommentierte:
    eher ein WUNSCHdenken…..doch im GrundGESETZ ist das verANKER(t)doch es hält sich keiner daran…..darf ich deinen BEITRAG auf FB TEILen wäre mir eine EHRE da ich gerade mit UNSERER WÜRDE kämpfen muß

  3. chattison
    Juli 25, 2014 um 10:22 am

    „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

    Natürlich ist sie antastbar. Ein solcher Satz macht so einfachen keinen Sinn und stifetet nur die Verwirrung, die nun damit gegeben ist.

    Für mich bedeutet diese „Würde“, den Konjunktiv Futur.
    Dieser bezeichnet meine zukünftigen Möglichkeiten, die mir mit dem Konjunktiv offen stehen und ansonsten durch einen Indikativ Präsens bereits verschlossen werden.

    Die zukünftige Offenheit an Möglichkeiten für mein Leben sollte unantastbar sein, da niemand ein Recht hat, mich meiner Möglichkeiten (Entwicklung, Handlungsspielraum etc.) zu berauben, solange die Wahrnehmung meiner Möglichkeiten nicht die Zukunft eines anderen vermeidbar einschränkt, also diesen seines Konjunktiv Futurs beraubt.

    Die Würde des Menschen ist somit seine offen zu haltende Zukunft, mit allen Chancen und Risiken.
    Da absolut niemand in der Lage ist, die Zukunft in tuto vorherzusehen und damit in der Lage wäre zu beurteilen, ob eine Möglichkeit nun ein nicht zu verantwortendes Risiko für andere darstellen würde, infolge dessen man diese Möglichkeit vorbeugend verunmöglichen könnte, ist von jeglicher indizierenden(!) Einschränkung abzusehen.

    tl;dr: Finger weg von meiner Zukunft!

  4. Juli 25, 2014 um 10:26 am

    GEDICHT VON KAI EHLERS … Seine Page: Kai-Ehlers.de

    „Von Werden&Würden

    Menschen
    würden Menschen
    wenn Menschenwürde
    Würde

    Menschenwürde
    würde
    wenn Menschen
    Menschen würden

    Würden nicht
    Menschen
    Wenn Menschen
    Würden?

    Ja, fehlt nur noch das Werden

    Kai Ehlers, 22.10.2009“

  5. Juli 25, 2014 um 10:40 am

    Niemand kann die Würde eines Menschen antasten, außer diesem Menschen selber. Was man antasten, wegnehmen, mit Füßen treten, zerstören kann, sind die RECHTE der Menschen, aber nicht ihre Würde. Entfaltung, Entscheidungsmöglichkeiten, Eigenmacht sind RECHTE, machen aber nicht die Würde aus. Auch im goldenen Käfig oder sonst einem Kerker kann der Mensch seine Würde bewahren.

    Wer die RECHTE eines Menschen antastet, zerstört damit seine Würde. Ein Folterknecht zerstört nicht die Würde des Gefolterten, sondern er zerstört seine eigene Würde. Ein Folterer ist ein würdeloser Mensch. Ein Gefolterter ist nicht automatisch ein würdeloser Mensch. Es gibt genug, die das Gegenteil bewiesen haben.

    Alter, Krankheit, Demenz zerstören ebenfalls nicht die Würde des Menschen. Sie zerstören höchstens den Geist, der glaubt, ein Mensch hätte nur Würde, wenn er kontinent ist und auch im Alter von 100 Jahren alle Hauptstädte Europas aufsagen kann.

    Für seine Würde ist jeder Mensch selbst verantwortlich. Sie ist sein innerster Schatz. Die Würde eines Menschen wird zerstört, wenn er diesen Schatz verrät.

    • Juli 25, 2014 um 10:51 am

      Was das RECHT betrifft, ist das nicht auch nur ein menschliches Konzept, das erst mit der Überhöhung des Einen über den Anderen in die Welt kam? Um so Herrschaft zu legalisieren …

      • Juli 25, 2014 um 11:44 am

        Es gibt einen Film über ayurvedische Medizin mit Tenzin Choedrak, dem Leibarzt des Dalai Lama. Tenzin Choedrak wurde von den Chinesen gefoltert. In dem Film ist er zu sehen, wie er eine tibetische Nonne behandelt, die ebenfalls gefoltert wurde.
        Dieser Mann strahlt eine Würde aus, da zieht es mir die Socken aus. Wenn einer ein Weisheitslehrer ist, dann dieser Mann.

        Würde hat was mit „liebevollem Herzen“ zu tun.

        Wie nennt man das, wenn man die Menschen gewaltsam davon abbringen will, ihrem Herzen zu folgen?
        Das habe ich gemeint, in dem Sinne: Niemand hat das Recht, die Menschen davon abzubringen, ihrem Herzen zu gehorchen. Wer so was als Recht für sich in Anspruch nimmt, verletzt damit seine Würde.

        Alle, die sich selbst überhöhen, verletzen damit ihre eigene Würde.
        Aber auch alle, die ihren Lebensunterhalt dadurch erwerben, dass sie einem System oder Apparat dienen, der sie selbst und andere Menschen davon abbringt, ihrem Herzen zu folgen.
        Folterknechte sind nur ein Extremfall.

        Wenn Dich der Film interessiert, suche ich ihn raus und geb Dir den Titel durch.

  6. Juli 25, 2014 um 3:12 pm

    @ Martin

    Da es mich freuen WÜRDE, wenn Du den Film gucken KÖNNTEST, hier:

    Ayurveda – Art of Being / Das Wissen vom Heilen [2 DVDs]

    Gibt es außer der WÜRDE eigentlich auch eine MenschenKÖNNTE ? 🙂

  7. Juli 27, 2014 um 10:06 pm

    Die „Würdenträger“ einer Gemeinschaft / Gemeinde sind doch die, die „Ämter“ innehaben, die mit bestimmten „Aufgaben“ betraut sind.

    Ich bin der Meinung, daß – eigentlich – JEDER erwachsene Mensch mit einem „Amt“ betraut ist – und zwar, „Stellvertreter Gottes auf Erden“. Die Erwachsenen (das sind sie geworden im Prozeß der Initiation / Ascension nach Beginn der Pubertät) sollen den Kindern das göttliche Prinzip praktisch vorleben und auf sie anwenden, damit sie es – ganzheitlich – lernen.

  8. August 24, 2014 um 5:08 pm

    Hat dies auf Bright, shiny objects! rebloggt und kommentierte:
    Wunsch aber Wahr…

  1. Juli 25, 2014 um 8:26 am
  2. Juli 25, 2014 um 10:11 am

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