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Mahnwachen – eine Denkschrift

Bedenkenswertes von den seit Wochen sich ausweitenden Mahnwachen …

Auch hier gibt es schon wieder Verschwörungen.
Ich bekam letzte Woche von einer guten Freudin den Hinweis,
dass der Initiator von den NWO-Machern gesteuert sei.
So wäre er an der heute stattfindenden, bundesweiten Veranstaltung
nicht dabei sondern weile in den Staaten.
Sie ist gespannt, was da nun passieren würde,
wo fast alle aktuellen Aufbegehrer an einer Stelle versammelt sind.
Lassen wir uns also überraschen …

Kategorien:Gesellschaft
  1. Juli 21, 2014 um 9:47 am

    Unsere Macht liegt in der Multiplikation neuer Erkenntnisse und Ideen.

    Es gab mal in München im Februar 1943 eine Druckerpresse zur Vervielfältigung neuer Erkenntnisse und Ideen – und keine Woche später eine Hinrichtung, aber keinerlei Aufschrei unter den Addressaten, in deren Interesse die „Multiplikation neuer Erkenntnisse und Ideen“ unternommen wurde.
    Die „Weiße Rose“ starb, ohne dass auch nur einer einen Finger für sie gerührt hätte.

    Zu dieser nach wie vor aktuellen Problematik – weder ein Bewusstsein dafür, noch eine ansatzweise Erklärung oder Erklärungsabsicht, wie mit dieser umgegangen werden soll.

    „Prinzipien“-Liste

    Toll.

    Mein Sozialkundelehrer damals nannte dergleichen Katheter-Katechismus.
    Damit ist wohl alles gesagt.

    Aufgaben-Kernideen

    Schwulst-Diarrhoe nenne ich das.
    Ewig lange Salbaderei über hehre Ideologiebegrifflichkeiten ohne jegliche konkrete Aktionssubstanz.
    Was soll das?

    Das ist die gleiche Rattenfängerei wie das „Demokratie-Freiheit-Menschenrechte“-Gelaber der Politiker, um ihr praktiziertes Unrecht zu kaschieren und so die Bevölkerung, na, wenn schon nicht für ihre Pläne gewogen, so doch zumindest stummstaunendstarr zu machen.

    Nebulöse Absichten-Phraseologie, der Rest ist Schweigen.
    Letzterem schließe ich mich hiermit an…

    • sustentaculum
      Juli 21, 2014 um 6:34 pm

      Für mich hat die Bewegung sehr viel von einer später stark instrumentalisierten und in völlig falsche Bahnen verführten Flower-Power-Bewegung. Die Grundgedanken sind in der Theorie keine schlechten. Die gezeichnete Utopie wäre eine nette Vision…
      Problematisch an der Sache sehe ich, dass viele der Beteiligten mit einer relativ großen Naivität an das Thema heranzugehen scheinen. Die Bewegung wird an allen Ecken und Enden sabotiert und diskreditiert, was sich für ein Establishment nicht als sonderlich schwierig herausstellt, da die Bewegung wenig konkret und zielgerichtet agiert.

      Ähnlich war es wohl in den 70er Jahren, als Ideen für eine menschlichere Welt im Raum standen, die am Ende pervertiert wurden in zügellosem Sex statt bedingungsloser Nächstenliebe und freierem Drogenkonsum statt die Welt tatsächlich zu einem besseren Ort zu verändern… die Frage, die ich mir stelle: angenommen, die Teilnehmenden würden sich aufgrund ihrer Überzeugungen mit realen Einschnitten in ihr Privatleben konfrontiert sehen (und de fakto ist es eben nicht nur Spaß, sondern in Teilen harte Arbeit etwas tatsächlich zu verbessern), was würde dies mit ihnen machen? Wie lange blieben sie bei der Stange?
      Schöne Reden schwingen können viele. Dazu gehört nicht sonderlich viel. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es alles andere als einfach ist, sein Leben tatsächlich danach auszurichten, etwas besser zu machen…

      „Weder Gott, noch “die Natur” werden uns retten, denn wir sind auf uns gestellt. Und wir sind es, auf die es ankommt.“

      Richtig. Das wird man aber nicht durch eine Mahnwachenbewegung erreichen, wo Wasser gepredigt und Wein gesoffen wird. Allein dadurch ist es nicht getan. Jeder selbst muss sein Leben in die Hand nehmen um eine Änderung zu bewirken.

      Für einen großen Umsturz ist die Bewegung zu weit gefasst… ich erwarte von ihr kaum konkrete Verbesserungen… wenn überhaupt dann dass Menschen, die sich ohnehin schon mit der Thematik auseinandergesetzt haben, noch mehr ihresgleichen treffen… also etwa ein Pendant der physischen Welt zum Blogwesen, das sich seit Jahren im Netz entwickelt… sie ist bestenfalls ein Grundstein, der vielleicht ein guter Multiplikator sein kann, um in Zukunft tatsächlich greifbare Änderungen zu bewirken…

      • Juli 21, 2014 um 6:39 pm

        Na ja, wenn sich ein Teil der Blogger-Szene den bisher noch Internet-Fernen dort präsentiert, dient es genauso der Erkenntniserweiterung der Zuhörenden, wie es bisher im Netz gelaufen ist. Diese Menschen hören ggf. das erste Mal Nach-richten der alternativen Art. So gesehen dient es doch erst einmal zu erkennen, welchen Rafftenfängern man bisher hinterhergelaufen ist. Spannend bleibt, ob sich hier wieder die gleichen Rattenfänger in neuen Kostum drunterscheichen, um dann bei passender Gelegeheiit bei angenehmer Stimmung den neuen Messias anzupreisen …

      • Juli 22, 2014 um 1:38 am

        Die Forderung nach „bedingungsloser Nächstenliebe“ kann ich echt nicht mehr hören !

        Wer bedingungslose Nächstenliebe von mir fordert, verlangt, dass ich den Menschen, der mir Schaden zufügt, mich demütigt, mir meine Rechte nimmt, ebenso liebe, wie den, der ein Stück des Wegs mit mir geht, der da ist, wenn ich ihn brauche und der mir hilft, wenn ich mal Scheiße gebaut habe.
        Sorry! Ohne mich!

        Da Mensch wie alle Lebewesen „bedingt“ ist, kann er gar nicht bedingungslos lieben. Da tut Mensch nur wieder so, als wäre er Gott höchstpersönlich und verlangt Unmenschliches von sich und Anderen.

        Außerdem ist „Liebe“ etwas, das man nicht einfordern kann.
        Erinnert mich an die Tante, die, wenn sie uneingeladen zu Besuch kommt, nicht nur will, dass man sich um sie kümmert, sondern auch noch, dass man sich GERN um sie kümmert. Da ist man doch immer froh, wenn die Tante wieder wieder fort ist.

        Vielleicht gibt es all die Freimaurer, Ausbeuter, Sklavenhändler und Freiheitsräuber bloß, um auszutesten, wie lange noch wir an solch unsinnig übersteigerten Forderungen festhalten wollen.

        • federleichtes
          Juli 22, 2014 um 3:01 am

          Wenn ich mich recht erinnere, sprachst du mal von der Idee, „es“ würde die Gründung liebevoll tätiger Organisationen gefördert, um Strategien zu ihrer Bekämpfung entwickeln und gerade das Gegenteil von dem „Ideal-en“ durchzuziehen zu können. Das fiel mir bereits mittags, warum auch immer, ein. Mir fiel auch ein Buch ein, das ich vor 25 Jahren las. Es ging um den Kampf gegen die Katharer und eine bereits damals von der Kirche benutzte äußerst perfide Methodik. Sie gründeten katharerfreundliche Organisationen – und wer eintrat, den hatten sie. Geil, gell!

          Die Raffinesse der Bosheit scheint auf einem ähnlichen Level wie die Arglosigkeit. Aber da Arglosigkeit, Gutgläubigkeit und Gemeinnützigkeit verbunden mit der WIR-Idee die Bosheit zu weiteren Höchstleistungen (Zenit, Zenit, Hurra, wir kommen) anzutreiben vermag, wird der „Herr“ Milde walten lassen. Tatsächlich warte ich auf den letzten Zug, wenn die Berserker auf dem Spielbrett alleine, unter sich sind und dann zeigen können, was sie im Kreise Gleichgesinnter drauf haben. Ach, ich wünsche mir, dass, ihre Gliemaßen, Zähne und Organe, die sich gegenseitig zertrümmern, unter großen Schmerzen nachwachsen; dass sie praktisch unsterblich, ewig an diesen Körper und IHRE Hölle gebunden bleiben.
          Darf man doch denken, oder?

          Am liebsten wären mir ein paar Worte zur Nächstenliebe von Mr. Chattison. Ich jedenfalls finde diese beiden Sätze

          „Da Mensch wie alle Lebewesen “bedingt” ist, kann er gar nicht bedingungslos lieben.!

          „Außerdem ist “Liebe” etwas, das man nicht einfordern kann.“

          trefflich. Wobei ich anmerken möchte, dass geforderte Liebe diese verunmöglicht; und einfordern kann man, glaube ich, grundsätzlich alles. Das allermeiste von mir Eingeforderte erfülle ich klaglos – mit meinen beiden Mittelfingern: Klipp!

          Am Rande
          bin ich einen Kommentar im Rückstand – dafür aber mit der Bilderbearbeitung auf dem Laufenden. Und da ich vollecht das Wort „Teichrohrsänger“ nicht mehr hören kann, schlage ich als Folgevogel die Gartengrasmücke vor.

          Herzliche Grüße an Dich.

          Wolfgang

  2. Juli 21, 2014 um 7:19 pm

    „Wer hat Angst vor´m schwarzen Mann?“ – „Niemand!“ – „Wenn er aber kommt?“ – „Dann laufen wir davon!“.

    Wenn ich keinen Messias suche, dann kann mir jemand noch so viele und unterschiedliche Messiase anpreisen, ich kauf dann trotzdem nix.

    Wenn also jemand seinen Messias verkauft bekommt, dann weil es Kunden dafür gibt, die glauben so etwas zu brauchen.
    Warum gibt es Kunden, die glauben einen Messias (o.ä.) kaufen zu müssen?
    Weil sie sich nicht selbst von sich erlösen können – ganz einfach.

    Wenn ich etwas erlösen muss, dann ist es vorher gebunden gewesen.
    Wer oder was bindet mich aber woran denn eigentlich?
    Es ist immer nur Ich und Ich alleine, das sich selber anbindet und dann darüber jammert, dass man ihm seine Freiheit nimmt!^^

    Es ist wie mit der Affenfalle – Affe/Ich steckt seine Hand in eine Kokosnussfalle, um irgendeinen Vorteil für sich heraus zu holen, dazu muss er/es aber eine Faust machen, um es an sich zu nehmen und damit kommt er eben aus dem schmalen Loch nicht heraus und hängt fest.
    Aber anstatt loszulassen schreit der Affe, zappelt wild rum, ist wahlweise panisch oder wütend – dito das Ich.

    Der „Messias“, der „Erlöser“, „Befreier“ ist dann witzigerweise igendwer/was, das Dich dann befreit, indem er/es sagt „Lass doch los.“
    Du lässt los und siehe da, Du bist frei!
    Dafür nimmt Dich dann der der „Messias“ ganz fest an die Hand und Du folgst ihm dafür dankbar durch den Rest Deines Lebens auf Pfaden, die nie die Deinen seinen werden.

    Und Du wirst bis zu Deinem Tod nicht gemerkt haben, dass Du nur die eine Affenfalle durch eine andere ersetzt hast – aber selig wirst Du trotzdem sein, denn jetzt ist ja jemand da, der Dich schützt, begleitet und genau weiß, was gut für Dich ist^^

    *kotz.

  3. Juli 21, 2014 um 7:57 pm

  4. Juli 22, 2014 um 1:03 pm

    Wenn eine Organisation ein „Leitbild“ vor sich herträgt, kann man drauf wetten, dass alles, was im Leitbild steht, in der Organisation selber nicht verwirklicht ist. Denn sonst müsste die Organisation das ja nicht extra sagen, sondern würde es einfach tun.
    Wenn im Leitbild steht: „die Meinung unserer Mitarbeiter ist uns wichtig“, kann man drauf gehen, dass man bei der ersten Meinungsverschiedenheit gemobbt oder geschasst wird. Wenn im Leitbild steht: „wir behandeln den Anderen respektvoll und achten seine Würde“, kann man drauf gehen, dass man unterdrückt und schlecht behandelt wird.
    Dieses Leitbild-Phänomen habe ich in meiner medizinisch-christlichen sowie in meiner Öko- Phase gründlich erforscht unter jeweiligem vollem Einsatz meiner eigenen Person.

    Ich wusste also sehr wohl, worauf ich mich einlasse, wenn hier in der Nettikette steht: „wir kommunizieren gewaltfrei und wohlwollend“ 🙂

    Und bei diesem Mahnwachen-Gedöns ist es dasselbe in grün oder lila. Da kann man all das reinpacken, was man so gern von sich selbst glauben möchte. Da kann man sich wieder mal in Selbstdarstellung üben.

    Neulich habe ich mal ein treffliches Wort von Sloterdijke gehört, nämlich dass die im Christentum permanent eingeforderte Nächstenliebe das ursprünglich vorhandene Mitgefühl der Menschen geradezu systematisch zerstört (hat).

    Dass Liebe zum Dogma und zur Vorschrift erhoben wurde, hat auch meiner Ansicht nach verheerende Folgen auf den den westlichen Menschen gehabt. Man hätte was anderes fordern können, bspw. dass wir einander unsere jeweilige „Wahrheit“ an den Kopf werfen
    oder dass man keine Schachtelsätze benutzen darf, aber dass man lieben muss, ist der Tod der Liebe. Da bleibt ihr gar nichts anderes übrig, als abzusterben.

    Die Verwechslung von (bloß virtuellem) Selbst- oder Leitbild und Realität hat aber auch noch eine andere Folge, nämlich die, dass wir immer mehr in virtuelle Welten abdriften. Hat man doch wunderbar an der Piraten-Partei gesehen. Die glauben, wenn sie bloß schwätzen und diskutieren, wären die realen Probleme damit ebenfalls schon gelöst. Und von dem, wie man nun einen Nagel in die Realität haut, hatten die Piraten keine Ahnung. Das sind die Kinder unserer Zeit.

    Falls es wirklich eine Weltverschwörung gibt, wie Martin das vielleicht gern glauben möchte, dann war die Bereitstellung einer Plattform wie dem Internet, auf der bloß noch geschwätzt und selbstdargestellt wird, ein supergenialer Schachzug von den Weltverschwörern. Somit sind alle Leute, die glauben, etwas bewirken zu können, in der virtuellen Welt des Internets gut aufgehoben, während die Verschwörer sich dann die Realität hundertpro unter den Nagel reißen. Ich glaube allerdings nicht an so eine Weltverschwörung, sondern an einen Prozess, an der mehr oder weniger alle Menschen beteiligt sind.

    Gartengrasmücke ist okay. Ich weiß nur im Moment nicht, was ich jetzt anhand einer Gartengrasmücke erläutern könnte. Vielleicht fällt mir noch was ein. 🙂

    Bis dahin wünsche ich Dir einen schönen Tag
    mit Deinen Vögeln

    Gruß
    Marian

  5. federleichtes
    Juli 22, 2014 um 2:34 pm

    Die Zeit einer Glaubenswelt spricht stets die Mahnung aus, wach zu sein. Zeit suggeriert uns, ein berechenbarer Faktor zu sein – war wohl nix, schön aufpassen ist der Zügel für das Wesen der Zeit, die Entwicklung – gleichzeitig – im Innen und Außen betreibt. Glauben suggeriert uns, etwas Anderes als wir selber werden es schon richten. Und für dieses „Andere“ wird Mensch (erst) erreichbar durch Selbstaufgabe, Unterwerfung, Drosselung seines Potenzials. Beten ist Ausdruck eines Beherrschtseins, Demut bereits die Folge von Beherrschtsein – der Herrscher lässt grüßen. Bimbam.

    ‚Ich wusste also sehr wohl, worauf ich mich einlasse, wenn hier in der Nettikette steht: “wir kommunizieren gewaltfrei und wohlwollend”. ‚

    Das Wesen von Kommunikation ist Gewalt, auch wenn das bei Liebesgeflüster und Smalltalk nicht so offensichtlich wird. Menschen sind Medium, Sender und Empfänger von Informationen, Und Speicher von Daten. Wenn ich ABC sage, kann das bei Martin Anderes bewirken, als bei Dir.

    „Falls es wirklich eine Weltverschwörung gibt, wie Martin das vielleicht gern glauben möchte, …“

    Ich sprach kürzlich von einer „Faktischen Welt“. Illusion ist auch faktisch – alles was wirkt, schafft Fakten. Auch über das Wesen von Illusion, Suggestition, Lüge und Manipulation.

    „… dann war die Bereitstellung einer Plattform wie dem Internet, auf der bloß noch geschwätzt und selbstdargestellt wird, ein supergenialer Schachzug von den Weltverschwörern.“

    Wir haben es im manipulativen Bereich immer mit mehr oder weniger genialer Aktion zu tun, die mir Reaktionen kalkuliert. Sie machen A, weil sie B wollen – und sie versprechen C, wenn sie B wollen. Das Muster sollte man verstehen, wenn man seine Freiheit zurückerobern will.
    Abeer das was die Genialität vermag, ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Genialität ist allein Geist, ein beschränkter Geist, der das Leben – das mehr ist als Geist – nicht berechnen kann. Er glaubt das aber, und das halte ich für sehr viel fataler, als die Gläubigkeit des einfachen GEMÜTS.
    Kurz:
    Das Internet ist in seiner medialen Wirkung nicht berechenbar – weil Geist das Werden nicht denken kann, was sich dort an Komplexität nicht-offensichtlich abspielt.

    Mit etwas Glück werden wir gleich die Kinder der Gartengrasmücke und ein paar Schritte weiter den Schwalbenschwanz beobachten können.

    Glückwunsch, Du bist in Fahrt!

    Wolfgang

  6. chattison
    Juli 22, 2014 um 5:09 pm

    Nächstenliebe:

    „Liebe“ hat mehrere Grundaggregatzustände – hier die aus meiner Sicht entscheidenden 3:
    a) Emotion
    b) Gefühl
    c) Haltung

    a) ist ein hormoninduzierter Zustand, weswegen Liebesbeteuerungen auf dieser Basis keineswegs für die Ewigkeit gemacht sein können, da niemand einen Hormondauertornado zustande bringt und diesen auch gar nicht aushielte (jedenfalls nicht mit gesundem Geist und Körper^^) – „Liebe“ ist hier so etwas wie Rausch/en (Hallo Wildschweine!^^)

    b) ist ein affinitätsbezogener Zustand, der eher in Richtung „Gleich und gleich gesellt sich gern (selbststabilisierend)“ sowie „Gegensätze ziehen sich (komplementarisierend) an“ geht.
    Dieser Zustand hat solange Bestand, wie die Selbststabilisierung und Ergänzung durch andere funktioniert. – „Liebe“ ist hier so etwas wie Verankerung.

    c) ist ein erkenntnistheoretischer Zustand, der aus mehreren Überlegungen und daraus resultierenden Überzeugungen und folgerichtigem Verhalten erwächst.

    „Liebe“ bedeutet hier ein Loslassen, Zulassen und Überlassen.
    Ich gestehe dem anderen zu, zu sein, wie er sein muss – aus und für seine Dispositionen -, weil alles andere zu größeren Defiziten (mangels Selbstentsprechbarkeit) und entsprechendem Kompensationsraubzug an anderen/m führen muss.

    Ich lasse also los von dem Bestreben, dem anderen etwas „Gutes“ tun zu wollen, weil ich es für gut halte und lasse zu, indem ich mich raushalte aus seinem Leben und daran glaube, dass jedes Leben im Grunde von sich genau „weiß“, was gut für es ist und überlasse ihn seinem Leben und sich selbst, insofern ich zu ihm halte in seinem Bemühen sich selbst zu entsprechen, ohne ihn mit Programmen, Edikten und anderen Vereinnahmungen durch mich daran zu hindern.
    Aus einer Tulpe machst Du eh keine Rose. Punkt.

    Das tue ich damit noch nicht mal selbstlos (an Altruismus glaube ich auch in 1000 Jahren nicht), sondern weil ich mich und andere davor schütze zum Ausgleichsreservoir für diesen zu werden, was wiederum mich und andere sonst meiner Selbstbestimmung und somit Selbstentsprechbarkeit beraubte, was wiederum mich und andere dazu zwänge denselben Mechanismus nun ebenfalls auf Kosten anderer/s anzuwenden! Circulus vitiosus.

    „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst“ müsste man m.E. also so übersetzen:
    Das, was Du Dir an Selbstentsprechung zugestehst und zum darin begründeten Selbsterhalt einforderst, sollst Du auch den Anderen zugestehen und sie dabei unterstützen, weil dies wiederum Dich selbst genau dabei unterstützt.

    Der Löwe, der sich zum Selbsterhalt mich einverleiben will, wird natürlich von mir nicht dahingehend unterstützt, indem ich meinen Kopf bereitwillig in seinen Rachen versenke!
    In dem Moment also, wo des Einen Anspruch auf Selbsterhalt meinen kostet, gilt diese Regel nicht mehr – eigentlich logisch.
    Ich fördere also keine fehlgeleiteten Kompensationsbemühungen anderer die zu meinen/anderen Lasten gehen.

    Die Unterstützung durch Loslassen, Zulassen, Überlassen ist also größtenteils passiver Natur.
    Dort wo sie aktiv würde, bedeutete sie ggf. eine Korrektur der Bedingungen insofern sie dadurch die Gesamtlage überzeugend, weil kohärenzorientiert stabilisieren hülfe.

    Ansonsten bescheidet man sich und gewährt allein dadurch genügend Freiraum für andere/s sich zu entwickeln ohne bedrängt zu werden.

    Pointiert: „Liebe ist – seinen Freiraum im anderen finden“

    Diejenigen, die diesen Freiraum missbrauchen, lässt man am besten ins Leere laufen, ihre „Expansion“ wird dadurch zwangsläufig früher oder später an sich selbst kollabieren.
    Kann oder darf man aus Selbsterhaltungsgründen nicht solange warten, dann kann man natürlich auch dem inflationären Ego-Gehabe einen Stachelwald (Stachelschwein-, Igelprinzip) entgegen halten und diesem sich wahlweise eine blutige Schnauze oder eine Luftablasskur verpassen lassen – das entscheidet aber dann der andere, nicht ich.^^

  7. Juli 22, 2014 um 5:24 pm

    Nachtrag:

    Die Dinge, die sich selbst entsprechen können/dürfen, entwickeln sich in der Regel zu harmonischen Geschöpfen, können also als „schön“ empfunden werden.
    Allein daran kann man übrigens auch seine Freude haben.

    Veränderungsabsicht ist Ausdruck der Unfähigkeit, das Gegebene als zufrieden stellend zu empfinden.
    Das liegt aber (wenn man nicht gerade hungert oder krank ist) in erster Linie daran, dass zu den eigentlichen Bedürfnissen etliche hinzugedichtet werden (Der Fischer und seine Frau-Syndrom).

    Leibniz soll ja mal gesagt haben,
    „Diese Welt ist die beste aller möglichen Welten.“
    Verschlimmbessern geht also, Verbessern nicht.
    Wenn man sich umguckt, dann könnte er glatt Recht behalten haben….

  1. August 14, 2014 um 3:22 pm

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