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Es ist das Anerkennen der Schuld, welche viele Geldreformer verleugnen wollen.

Sorry, aber da Geld und Eigentum unser aller Leben bestimmt, und sei es nur ein Auskommen via Hartz IV oder ein schmale Rente, muss ich nochmals einen Artikel, der mir auf Facebook begegnete dazu bringen und zur Diskussion stellen. Ich bin mir nicht schlüssig, welche Botschaft hier rüberkommen soll, vermute Anarchie, wehr ahnt was Anderes?

ES IST DAS ANERKENNEN DER SCHULD, WELCHE VIELE GELDREFORMER VERLEUGNEN WOLLEN

Geld ist der Grund, weshalb Staaten und Private Schulden nicht erfüllen müssen, sondern die Erfüllung auf Übermorgen vertagen können (anstatt nur den Preis zu bezahlen). Dies deshalb, weil die Funktion der Eigenschaft Geld eine ewige Option ist. Nur deshalb gelingt die Aufschuldung der Staaten und Privaten, welches unsere Wirtschaft am Laufen hält.
Würden alle nur bezahlen hieße das letztendlich das Sinken der Geldmenge, da bezahlen gesamtwirtschaftlich Tilgung bedeutet und Geld damit verschwindet. Kaufen heißt, sich neu zu verschulden. Ich kaufe heute und bezahle später.

Und nur darum geht es beim Geld. Es schafft Zeit, die der Gläubiger alleine niemals bereit gewesen wäre einzuräumen. Zeit für die Privaten, Zeit für die Machthalter. Wir schulden uns und die Staaten der Welt nicht umsonst auf, sondern nur deshalb, um Zeit zu gewinnen. Bis die Quittung auf den Tisch kommt und die Kreditvergabe abbricht. Anders geht es gar nicht.

Was würde passieren, wenn Milliarden indirekter Gläubiger der Staatsanleihen (Staatsverschuldungen) die sofortige

Erfüllung der Schuld verlangen, statt erfüllungshalber die Rückzahlung von Geld akzeptieren?! Es würde dich und jeden töten. Die Aufschuldung (Zeitgewinn bis zur Erfüllung) ist der Grund, weshalb die Redistribution der Staaten überhaupt noch läuft.

Unsere gesamte Gesellschaft auf der Erde wird nahezu zu 100% durch Staatsmächte zusammengehalten, die sich laufend aufschulden, um ihre Legitimation der Macht aufrecht zu erhalten.

Und Du vertraust stärker denn je in dieses dir gegebene Machtderivat (staatliches Geld), bist durch und durch von ihm abhängig und vertraust ihm. Vielleicht nicht vor dem PC, aber in Wahrheit stärkst auch du in deiner direkten Umgebung, durch deine Teilnahme am Geldsystem und dem Hoffen auf Versorgung, sei es die normale private/staatliche Altersvorsorge und andere staatliche Versorgungen etc. oder der Hoffnung, dass dir Eigentum bleibt, um dich selbst zu versorgen. So wie der Staat in seine Macht vertraut, traust du dem Machtderivat.

Sonst übtest du längst den Aufstand. Aber niemand übt den Aufstand, sondern fordert im Gegenteil noch Revolutionen, die nur wem anders die Machtverteilung zuteilen wird. Wir haben noch überhaupt nicht verstanden, was es bedeutet, sich gegen die Macht auszusprechen, was dies bedeutet! Es ist ein Selbstbetrug, die eigene Person derzeit außerhalb des Machtbedürfnisses zu modellieren, weshalb immer wieder die Frage nach dem WARUM aufkommt. Das ähnelt doch sehr den New Age Bewegungen.

Da sind wir Debitisten halt schon ehrlicher in der Argumentation. Wir kommen nicht mit irgendwelchen „Gutsmenschen“-Ideen („fließendes Geld„, BGE, welches auch nur ein Adam Smith-Derivat ist, Gemeinwohl-Ökonomie u.a.) die den Leuten vorgaukelt, man könne das System ohne Aufschuldung und ein wenig Umverteilung und freiwilliger Solidarität retten, und dann auch noch womöglich in machtfreien staatslosen Zonen, wovon die Anarchos träumen, wohlgemerkt möglichst unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung des materiellen Status Quo.

Doch wehe die privaten Verschuldungsketten reißen ab, dann sinkt die Geldmenge und damit in Folge auch das, was der Staat zwangssolidarisch verteilen kann und auch die Einkommen. Dann brechen sämtliche globalen Produktionsketten zusammen und die notwendigen Bilanzaufblähungen, die unser System samt monetärer Versorgung am Laufen halten, verkürzen sich.

Da nützen dann auch keine Tauschphantasien mehr, denen sich die Bitcoin- oder Regiogeld-Jünger hingeben, indem sie von machtfreiem Geld träumen, selbst aber nicht bemerken, dass sie selbst auch nur in dieses debitistische System „parasitär“ involviert sind und daran direkt oder indirekt teilnehmen.

Denn Waren und Dienstleistungen erbringt niemand in einer privaten Wirtschaft, ohne sich zu verschulden, in Vorleistung zu treten.

So rollt die ganze Nummer an, vom Rohstoff bis zum Endprodukt. Ein ständiges Versprechen, dass morgen mehr da ist, als gestern. Und siehe da, das Gehalt kommt am Monatsende. Nicht wegen der Waren und Dienstleistungen, auch wohnte es nicht in einer Maschine oder einer Kuh, sondern weil die Produktions- und Dienstleistungsketten unserer Weltwirtschaft sich vorfinanzieren (bei anderen verschulden) konnten und dieses gültige Versprechen (Geldschuld) an dich abgeben.

Und weil nicht Jeder Jedem seinen Glauben schenkt, gibt es Geld, welches nichts anderes ist als umgewandelte bzw. gespiegelte Schuld. Wer in diesen Spiegel blickt, wer Geld in seiner Hand hält, der hat das Vertrauen, der hat Sicherheit. Denn letzteres wird von höchster Stelle und durch die Masse der Haftenden besichert, dadurch, dass wir alle unsere „Anrechte am Eigentum“ abtreten und Kreditinstitute diese bei den Zentralbanken hinterlegen. Jetzt kommen erst die Waren und Dienstleistungen, weil Schulden, weil Nachschuldner möglich sind und gebraucht werden.

Arbeit ist vorfinanziert, verschuldet, geschuldet. Arbeit macht bei ganz gedrillten Burschen frei und anderen ist es die größte Last. Aber Werte, die erschafft man nur durch Verschuldung. Fehlt diese, entsteht nichts, was man abgeben könnte, oder was die Neoklassik sich als Erstausstattung herbeibeamen könnte.

Es ist das Anerkennen der Schuld, welche viele Geldreformer verleugnen wollen. Sie ist nichts böses, nur weil sie uns alle verfolgt. Tauschen ist ja so niedlich, das weiß ich. Und es fühlt sich so warm, vorsorglich und ehrlich an, wenn wir uns alle hochtauschen mit dolle anpacken, in die Hände spucken und weiß der Kuckuck, uns gegenseitig umarmen.

Doch das ist alles mehr Einbildung als Bildung und hat mit der Realität nichts zu tun, warum überhaupt gewirtschaftet und entfremdete Arbeit geleistet wird.

Ohne Verschuldung bekämen dann auch die Jünger der „Gemeinwohl-Ökonomie“ kalte Füße, diese „Gutsmenschen“, die von „humanen, wertschätzenden, kooperativen, solidarischen, ökologischen und demokratischen Verhalten und Organisieren“ schwätzen, sich letztlich aber ganz gemütlich eingerichtet haben im debitistischen System und materiellem Status Quo, ohne dass sie es wissen. Sie betrachten sinngemäß die Milchtüte im Kühlregal, blenden aber die Kuh aus. (Genauso wie Strom aus der Steckdose kommt).
Sie glauben, man könne diese Art zu wirtschaften für alle erreichen ohne erhebliche konsumtive Abstriche auch in der breiten Mittelschicht, und ohne private Verschuldungen, wodurch Geld zur Verteilung überhaupt erst entsteht.

Globale Kooperation und Redistribution in machtfreien / staatenlosen Gebieten, dazu müsste man einen ganz neuen Menschen erziehen, aber abseits der Zivilisation mit all seinen Verlockungen, Versprechungen und „Vermeidungen der Unlust“, was wohl nicht möglich ist. Und so bleibt es überwiegend bei gefühlsgetriebenen Gerechtigkeitsschwärmereien und Nebeltapsereien der Geldreformer, die sich der debitistischen Erkenntnis verschließen, indem sie sich in Gesellschaftsutopien verlieren.

Die ganze Machtzession an das Volk ist nur dazu gedacht, die Besicherung (über Abgaben/Steuern) der Vorfinanzierung (beim Volke) zu gewährleisten, dadurch Macht zu verteidigen. Hätte es die Zession niemals gegeben, hätten Aufstände und Revolten des Volkes niemals das gegenwärtige Staatswesen, mit seinen Rechten der Beherrschten geschaffen, wäre dem Staate die Gewalt längst abhanden gekommen. Ein ständiges Abhandenkommen der Staatsgewalt wäre in Bezug auf die Gewaltanwendungen der Herrschenden und Beherrschten die Hölle auf Erden.

Es hat sich nichts geändert, außer dass wir heute glauben, die Derivate des Obereigentümers seien unsere Freiheiten.

Kategorien:Gesellschaft
  1. Juli 15, 2014 um 12:30 am

    „… dazu müsste man einen ganz neuen Menschen erziehen, aber abseits der Zivilisation mit all seinen Verlockungen, Versprechungen und „Vermeidungen der Unlust“, was wohl nicht möglich ist“:

    Man kann keinen „ganz neuen Menschen“ erziehen oder „programmieren“ oder genmanipulierend herstellen.
    Man kann nur (an)erkennen, daß der zivilisierte Mensch erkrankt ist und den Weg der grundlegenden Heilung empfehlen / gehen.

    Beides tue ich seit 1992.

  2. Joachim Weiß
    August 10, 2014 um 8:26 am

    Hey.Martin Bartonitz… danke für die Weitergabe meines Beitrages….

  1. Juli 14, 2014 um 11:36 pm

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