Startseite > Gesellschaft > Gesellschaftliche Umgestaltung und der „Schmetterlings-Effekt”

Gesellschaftliche Umgestaltung und der „Schmetterlings-Effekt”

Foto: Ausschnitt aus einem Foto von Wolfgang und Susanne "Federleichte"

Foto: Ausschnitt aus einem Foto von Wolfgang und Susanne „Federleichte“

… Stattdessen werden sie als Störenfriede attackiert, Zerstörer der selbstzerstörerischen Gewohnheiten der alten Gesellschaft (der Puppe), die für eine oberflächliche Betrachtung als das „gute Leben” erscheint. Im Extremfall werden die Störenfriede getötet. Kennedy, King, Gandhi, Rizal, Bonifacio, Javier, Aquino, und andere wurden getötet, weil sie eine Gefahr für das System darstellten. Das Auto-Immunsystem der alten Gesellschaft versucht, die Visionäre los zu werden.

Diese gewalttätigen Reaktionen können jedoch das Auftauchen von immer mehr „imaginalen” Individuen in der Gesellschaft nicht verhindern. Bald bilden diese Original: „They resonate at a different frequency.” gemeinsam die vielfältigen Bewegungen, die für eine bessere Gesellschaft kämpfen – die Umweltbewegung, die Bewegung für ökologische Landwirtschaft, die Jugendbewegung, die Frauenbewegung, die Bewegung der indigenen Völker, die der städtischen Armen, die weltweite Demokratiebewegung, die Bewegung für eine neue Erziehung, die spirituelle Bewegung und so weiter.

Fundstelle: Gesellschaftliche Umgestaltung und der „Schmetterlings-Effekt”


Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: , , ,
  1. Juni 29, 2014 um 3:05 am

    Zwei Dinge “stören“ mich irgendwie an diesem Text:

    “Oder wir können es als ein äußeres Symptom dafür betrachten, dass die alte Ordnung im Zusammenbruch begriffen ist und darauf wartet, auf eine höhere Ebene der Komplexität und der Ordnung gehoben zu werden.“

    Eine höhere Ebene der Komplexität bedeutet mir ein weiterer Durchlauf des Unwesentlichen, nur schneller, weiter und noch mehr beladen mit Vollkaskoversicherungsdenken und Gesetzentwürfen, um auch dieser Komplexität aus unserer Sicht, angemessen begegnen zu können. Komplexität ist Ausdruck des Unvollendeten, des Fortschreitens vom Wesentlichen, vom Kern des GANZEN.

    Zudem taucht im Text immer das Wort Menschheit auf. Der Mensch kann sich nicht dem Wesen des Lebens annähern, wenn er die Wesen des Lebens nicht in seine Entwicklung integriert und ihnen das Vertrauen entgegenbringt … und den notwendigen Respekt … um gemeinsam zu ermöglichen, was für ALLE notwendig ist. Der Weg ins Tal ist ein gemeinsamer und keiner, den die Menschheit alleine gehen kann … es sei denn, sie will immerfort einzig Komplexität erhöhen und so der Meinung sein, dass allein sei Ausdruck eines höheren Bewusstseins bzw. einer Bewusstwerdung.

    Dass die Welt nahezu komplex genug ist, zeigt sich am kollektiven Schmerz der Menschheit, der nahezu maximal aus der Normalität verbannt werden konnte, bedingt durch technologischen Fortschritt und Ersatzbefriedigungen und Ablenkungen. Das Schmerzmittel wirkt somit … doch der wahre Grund für all den Schmerz vermag dieses Mittel nicht zu heilen …

    Gruß Guido

  2. Juni 29, 2014 um 10:46 am

    Bezüglich der Komlexität gehe ich mit, denn hier habe ich auch innehalten müssen. Wenn wir das auf die Masse der Menschen beziehen, weil sie sich mit viel mehr Entscheidungen selbst beschäftigen müssen, weil ihnen nicht mehr alles vorgekaut wird … In Summe bin ich mir sicher, sollten wir eher auf das Meiste verzichten können und auf ein paar wenige Entscheidungsrituale herunter kommen können. Die heutige Komplexität dient nur dazu, dass man lieben „Experten“ dran lassen mag. Nur, das schlägt in fast allen Fällen fehl, siehe:

    Systemarchetypen enttrivialisieren Entscheidungssituationen – Problemverschiebung

    und

    Und warum hat es nicht funktioniert?

    Viele Grüße, Martin

  3. Juni 29, 2014 um 12:05 pm

    Ja, wunderbar! Da haben wir doch wieder das alte, sattsam bekannte Muster.

    Es gibt einerseits die „Guten“, das sind dieses Mal die höherfrequent Schwingenden (statt der Gottberufenen), die sich als Umwelt-, Frauen-, Jugend-, Armen-, Demokratiebewegung ausdrücken. Und da gibt es andererseits die Bösen, die niederfrequent Schwingenden, das alte System, die alte Gesellschaftsordnung mit all ihren Vertretern. Und wie anno dazumal gibt es den Kampf zwischen Gut und Böse. Die Waffen sind vielleicht andere. Vielleicht wird dieses Mal mit Memen gekämpft statt mit Kanonen. Hauptsache aber: es wird gekämpft.

    Und wie ehedem wird das Gute das Böse besiegen. Und nach einer Weile wird festgestellt, dass sich das Gute ins Böse verwandelt hat oder schon immer auch mit das Böse war.

    Wie oft haben wir das in unserer menschlichen Geschichte jetzt durchgespielt?

    In 14.400 Kriegen mit 3,5 Milliarden Toten.

    Könnt ihr euch nicht mal was anderes einfallen lassen?

    Es ist doch genau DIESES Muster, das für die ganze Sch… verantwortlich ist.

    • Juni 29, 2014 um 12:25 pm

      Hallo Marian,

      wow, wie kommst Du darauf, dass hier ein neuer Krieg vom Zaum gebrochen werden soll. Ich habe daraus interpretiert, dass mit mehr Bewusstsein darüber, dass ein Miteinander zuträglicher wäre als ein Gegeneinander eine Welt entstehen könnte, in der weniger Menschen leiden sollten.

      Viele Grüße
      Martin

      • Juni 29, 2014 um 1:15 pm

        Wie oft sind Menschen schon davon ausgegangen, dass mit mehr Gottglauben – dem richtigen Gottglauben natürlich – weniger Menschen leiden sollten?

        Was predigt das Christentum seit 2000 Jahren?
        Ein Miteinander. Im richtigen Gottglauben natürlich.
        Eine gerechte Welt. Im richtigen Gottglauben natürlich.
        Eine neue Welt. Im richtigen Gottglauben natürlich.

        Und zu wie vielen Kriegen hat das geführt?

        Was predigen Amerikas christlich geprägte Vertreter heute?
        Ein Miteinander. Eine gerechte Welt. Eine demokratische Welt. Eine neue Welt – Im Sinne der amerikanischen Weltordnung natürlich.

        Und zu wie vielen Kriegen führt das?

        Andere Menschen gehen davon aus, dass mit mehr Bewusstsein – dem richtigen Bewusstsein natürlich –
        weniger Menschen leiden sollten.

        Und wieder geht es ums Miteinander. Um eine gerechtere Welt. Eine neue und demokratische Welt.

        Und natürlich muss das Bewusstsein das richtige sein: öko, vegan, tolerant, weiblich und was immer sonst noch dazu gehört.
        Fussball-WM angucken gehört nicht dazu, deshalb verbietest Du es Dir selbst.

        Und schon sind wir wieder im Muster des Richtigen und des Falschen, des Guten und des Bösen.

        Das Miteinander ist doch sehr eng begrenzt auf diejenigen, die spirituell, öko und vegan sind. Ausgegrenzt sind all die anderen, die nicht spirituell sind, die gern mit 180 Sachen über die Autobahn rasen und die zu ihren Pommes ein Steak essen. Es sei denn, die Letzteren verhalten sich anders. Dann sind sie willkommen.
        Sonst nicht.

        Ist es nicht so?

  4. Juni 29, 2014 um 2:04 pm

    Was mich an diesem Schmetterlingsbeispiel in diesem Zusammenhang stört ist, dass hier die Analogie nicht nur hinkt oder gar lahmt, sondern ihr beide Beine abfallen.

    Begründung:
    Die Umwandlung von der Puppe zum Schmetterling durch „Synergie-Effekte“ ist ein Mythos.
    Die Umwandlung folgt einem strikten genetischen Programm. Punkt.
    Es ist also bereits determiniert, bevor es begonnen hat.

    Eine gesellschaftliche Umwandlung lässt sich weder planen noch determinieren.
    Zumindest solange nicht, wie der Mensch nicht vollends gezielt bis auf Zellebene manipuliert werden kann und die daraus sich ergebenden Korrelativen sicher berechenbar und beherrschbar sind.

    Außerdem, – wichtigstes Gegenargument, – wer will das und warum?
    Wer fragt mich ob ich lieber eine Puppe oder ein Schmetterling werden möchte?
    Werde ich jetzt zum x-ten Male zwangsbeglückt von irren „Visionären“???

    Zudem vermisse ich immer noch den schlagenden, weil unwiderleglichen Beweis dafür, dass es eine allgemein verbindliche Struktur geben kann (und soll!), die ein homogenes Glücksniveau für alle sicher stellt?!?

    Es wäre sehr viel mehr gewonnen für alle, wenn sich jeder einfach mehr bescheiden würde und sich mehr auf sich als auf alle anderen konzentrierte und dort allein seine Verbesserungsarithmetik pflegte.

    Es ist sicherlich zutreffend, dass kleine Ursachen große Wirkungen haben können und ebenfalls, dass es tipping-points gibt, an denen kleinste Impulse ganze System kippen lassen können.
    Aber: Es ist ebenso sicher zutreffend, dass wirklich absolut niemand auf diesem Planeten eine solche Ursache im Vorfeld benennen, begründen und initiieren kann mit der Prämisse, dass dadurch sich die Zustände tatsächlich für alle verbessern sollen.
    Desgleichen ist es als sicher anzunehmen, dass das bewusste Herbeiführen von tipping-points durch Destabilisierung (und das ist eine fundamentale Voraussetzung dafür) weder zweifelsfrei beherrscht(!?) und eine alternative Katastrophe vermieden werden kann?!

    Wer entscheidet das unter welcher Voraussetzung mit wessen/welcher Legitimation?

    Ich darf da beispielshalber nur an das Nilbarsch-Fiasko im Victoriasee erinnern.
    Und das ist ein sehr kleines Beispiel, aber mit wahrhaft apokalyptischen Verhältnisfolgen für die Betroffenen!
    http://www.disclose.tv/action/viewvideo/164380/Darwins_AlptraumDarwins_Nightmare_Hubert_Sauper_2004/

    Wollen wir das wirklich, dass Pseudobeseliger im Optimierungs-Delirium solche Risikospielchen mit uns treiben???

    „Synergie“ ist ein schönes Wort und hat in bestimmten Zusammenhängen seine gern gesehene Berechtigung.
    Aber es ist eben nur ein Wort. Zudem ein meist unverstandenes Wort, ebenso wie schon angemahnt von gold-dna die Komplexität betreffend und anderes.

    Wenn man sich Viren, Bakterien, Parasiten zum Beispiel genauer(!) ansieht und anfängt zu verstehen, welche unersetzliche und ungemein bedeutende Rolle diese in der Evolution gespielt haben und gleichzeitig die Ausrottungsstrategien für dieselben betrachtet, den kann es eigentlich nur schütteln!
    Ich mag persönlich auch nicht befallen werden von diversen Vertretern dieser Spezies, aber ich käme nie auf die Idee, dass diese „sinn-, zwecklos“ und damit zur allgemeinen, umfassenden Vernichtung preis zu geben wären!

    Ich behaupte, dass der Mensch im allgemeinen sehr weit davon entfernt ist, auch nur ansatzweise zu verstehen, in welchem System er sich da befindet und bewegt.
    Aber zum Rumpfuschen daran fühlen sich gerade diejenigen bemüßigt, die am wenigsten dazu berufen sind.

    Ich habe sehr viel gelesen in meinem Leben und ich warte immer noch auf eine brauchbare These, die mir plausibel macht, dass eine vorsätzlich menschengemachte Intervention, also eines Sub-systems, in das Supra-system
    a) wünschenswert
    b) möglich ist und
    c) sicher funktionieren wird im Sinne einer allgemeinen Verbesserung des GANZEN!

    Bisher war ALLES, was aus dieser Ecke kam, Schall und Rauch, Blödsinn, Agitation, Propaganda, Aktionismus, Versagen auf der ganzen Linie!

    Ohne mich.

    • amumusic
      Juni 29, 2014 um 3:07 pm

      Lieber Chattison!

      Mir ist eine vorsätzlich menschengemachte Intervention bekannt, die
      a) wünschenswert
      b) möglich ist und
      c) sicher funktionieren wird im Sinne einer allgemeinen Verbesserung des GANZEN!

      und zwar:

      Anzuerkennen daß ich ein untrennbarer Teil des Gesamtorganismus (Planet Erde) bin. und volle Verantwortung dafür zu übernehmen wie meine Taten, Worte und Gedanken den Gesamtorganismus beeinflussen. Und das funktioniert natürlich umso mehr ich mich selbst und das Leben als solches liebe. Diese Liebe gibt mir die Motivation dafür zu sorgen, daß ich meine Taten, Worte und Gedanken auf das Wohlergehen des Ganzen abstimme.
      Klingt einfach, aber ist viel, viel Arbeit die jeder für sich selbst machen muss.

      Alles Liebe

      Amu

    • federleichtes
      Juni 29, 2014 um 3:48 pm

      „ch habe sehr viel gelesen in meinem Leben und ich warte immer noch auf eine brauchbare These, die mir plausibel macht, dass eine vorsätzlich menschengemachte Intervention, also eines Sub-systems, in das Supra-system
      a) wünschenswert
      b) möglich ist und
      c) sicher funktionieren wird im Sinne einer allgemeinen Verbesserung des GANZEN!“

      Stünde das in einer Vereinssatzung, käme ich in Versuchung!

      Warum meinen/glauben Menschen, den Wandel herbei SCHREIEN zu können? Ist das nicht auch nur eine aus der Angst geborene Fixierung?

      Ich habe auch sehr viel gelesen, und warte auf NIX mehr (na ja, vielleicht die Schleiereule). Weil ich nicht mehr die Zipfel einer Ttischdecke mit einer Mahlzeit verwechsle.

      Was ALLGEMEIN zu geschehen hat, ist nicht mein Job, weder es zu erwarten noch darüber zu befinden, noch etwas meiner (bescheidenen) Sicht Entsprechendes zu veranlassen.

      Mir gilt als oberstes Gebot für die Gestaltung MEINER Existenz etwas sehr, seeehr Profanes:
      Mir kann’s nicht gut gehen, wenn’s meinen Freunden schlecht geht. Und meinen Freunden kann’s nicht gut gehen, wenn’s mir schlecht geht. Mag das auch als Hirngespinst gelten, die Regel ist praktikabel – und schafft eine Natürliche Gemeinschaft allein durch das Praktizieren dieser Regel.

      Vatikaner, Bilderberger, Politiker, Militaristen – sach ma, ich müsste ja zum Ganzkörper-Arschloch mutieren UND langfristige Lecktermine ausgeben, um DEREN Ansprüchen gerecht werden zu können..

      Parasiten können nur auf einem ihrem Wesen entsprechenden Feld schadhaft tätig werden; ich bereite es ihnen nicht.
      Magie kann nur auf einem Feld wirksam werden: ich bereite es nicht.
      Feindseligkeit kann nur auf einem Feld wirksam werden, auf dem Energien künstlich blockiert werden; ich blockiere keine Energien und betrete keine Felder, auf denen Energien blockiert werden..
      Mit letzter Bemerkung sei ein Blick erlaubt auf die gesellschaftlichen Zustände: Wenn alle Menschen aufhörten zu horten und zu sparen (Bank, Versicherungen) und das Geld in den Kreislauf brächten, würde sehr schnell klar werden, wieviel Geld überhaupt nötig ist, um die Versorgung einer Gesellschaft sicherzustellen. Wenn dann noch die Einsicht dazu käme, man dürfe keine Miete bezahlen für geraubtes Gut, und nicht selbstverständliche, weil existenznotwendig, Leistungen bezahlen, brauchte Niemand jemals wieder einen einzigen Gedanken verschwenden an Prediger, Politiker und Perbrecher.

      Die P-Wesen versuchen seit Menschengedenken die Gesellschaft zu beherrschen. Und? Es gibt keine beherrschbare Gesellschaft. Schade eigentlich, dass es keine Gesellschaft gibt, die das bemerken könnte.

      Danke und Gruß.
      Wolfgang

    • Juni 29, 2014 um 9:02 pm

      Puh, eine wahrlich harsche Kritik. D.h. wir folgen dann doch besser erst einmal den alten Strippenziehern, bevor wir neuen auf den Leim gehen und gänzlich ins Chaos versinken?

      Wenn ich mir allerdings anschaue, dass es das ausgesprochene Ziel der Alten ist, den Geldtransfer gänzlich elektronisch via implantierten Chip zu gestalten, um auch noch die letzten Schlupfwinkel zu schließen, dann komme ich doch ins Grübeln, wer da die zuträglicheren Ideen unterwegs hat.

      Wenn aber nicht den Alten folgen, welchen Weg außer dem Sich-weg-ducken-und-hoffen-dass-es-sich-richten-wird siehst Du sonst?

      • chattison
        Juni 29, 2014 um 10:35 pm

        Nein, natürlich soll niemand den Strippenziehern folgen.
        Sich-weg-ducken-und-hoffen-dass-es sich-schon richten-wird ist unter Garantie keine von mir propagierte, favorisierte Option, da diese Lass-den-Kelch-an-mir-vorübergehen-Mentalität schon einmal sehr prominent gescheitert ist^^

        Und harsch ist da gar nix, nur nüchtern bilanziert.

        1. Es wurde schon mehrfach (federleichtes, gold-dna- maretina, chattison et.al.) darauf hingewiesen, dass es primär erst einmal darum geht, das System nicht mehr zu „füttern“ = Abstand nehmen, sich autarkisieren, sich bescheiden, zurückziehen-entziehen, im Kleinen solidarisieren, so weit wie irgendmöglich systemische Angebote ignorieren bis boykottieren evtl. sabotieren (sabot-age = Hemmschuhprinzip und nicht Anschlagswesen!).

        2. Veränderungsappelle an Menschen, die ihre eigene Bedürftigkeit noch nicht mal erkannt, geschweige denn die sich daraus zwingend logisch ergebenden Konsequenzen anerkannt haben, sind auch mit Scheiße-zu-Gold-Rezepten nicht zu beglücken oder auch nur dafür zu interessieren.
        Es fehlt an echten, überzeugenden, glaubwürdigen und attraktiven Vorbildern/Protagonisten hierzu.
        Nur in der attraktiv-affiniten Beispielfunktion werden Brücken zu denjenigen gebaut, die hier erreicht werden müssten, um eine kritische Masse zu erzeugen.

        3. Missionieren ist so was von out!
        Es ist absolut paradox, wenn man Propaganda durch „Gegen“propaganda zu entkräften versucht!
        Hier wird der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben – sinnlos.
        Das Gegenstück zur Missionierung – die aufklärende Beispielgebung sucht man in den Reihen der „alternativen Systemtheoretiker“ weithin leider vergebens.
        Diese Beispiele gibt es, aber sie sind nicht massenkompatibel.

        4. Sie sind nicht massenkompatibel, weil der „Mainstream“ eben wie ein richtiger Strom durch Parallelrinnsale keinen Deut verändert wird.

        In echt verändert sich der Lauf eines Stromes nur durch 2 Komponenten deutlich und nachhaltig:
        – geologische Veränderungen
        – klimatische Veränderungen

        In der Übertragung könnte das bedeuten:
        – das Fundament des Denkens, der Orientierung und des Informationsaustausches müsste grundlegend geändert werden
        – das geistige-soziale Klima müsste umschlagen

        5. Eine solche Veränderung wiederum liegt nicht in der Hand Einzelner oder vereinzelter Gruppierungen, denn dann würden eventuell die Yequana heute die Regierung stellen. Nur weil etwas richtig oder weniger falsch ist, wird es noch lange nicht zum Vorbild genommen.

        Das Fundament des Denkens, also die Selbst-Bewusstheit und Selbst-Orientierung ist nicht oktroyierbar oder institutionalisierbar, weil das ein Widerspruch in sich wäre.
        Hier gilt leider das evolutionäre Gebot des Erfolgreichen – wie auch immer ich mich verhalte, es sollte letztlich meinem Überleben dienen und es nicht gefährden.

        Leider ist der Konsequenzenhorizont sehr vieler äußerst beschränkt, so dass sie sich erst durch faktische und nicht ehr theoretische Katastrophen von der Unrichtigkeit ihres Paradigmas überzeugen lassen müssen – wenn überhaupt.

        Das geistig-soziale Klima lässt sich so wenig konstruktiv manipulieren, wie das echte Klima.
        Veränderungen sind in beiden Bereichen (Denkfundament, geistig-soziales Klima) nicht durch Menschen initiierbar, kontrollierbar!

        Der Mensch als solches ist ein Produkt, also ein Ergebnis ganz anderer Kräfte als sie einem Menschen je zur Verfügung stünden.
        Der Schwanz wedelt eben nicht mit dem Hund!
        Eine „Produktveränderung“ wird aber niemals durch das Produkt selbst gesteuert.
        Sowenig wie ein Segler sich den passenden Wellengang oder das Wetter machen kann.

        6. Und damit sind wir beim Stichwort.
        Ich kann mir keine Kontinente dahin verschieben, wo´s mir passte.
        Ich kann keine Strömungen, Winde erzeugen, steuern, wie es mir gelegen käme.
        Ich kann kein Wetter beeinflussen und auch keinen Wellengang.
        Ich kann aber trotzdem segeln!
        Und ich kann trotzdem ankommen!“

        Ich kann in der Nußschale meiner kleinen unbedeutenden Existenz meinen Weg gehen.
        Im allerschlimmsten Fall kann ich auch untergehen und ersaufen – aber diese Gefahr gab es schon immer in jedem Bereich – geschenkt (http://www.familie-ahlers.de/witze/darwin_awards.html).
        Das hat echte Segler noch nie davon abhalten können, ihre eigenen Segel zu setzen und sich auf den Weg zu machen!

        7. Um die Frage zu beantworten:

        Lernt endlich „segeln“!

  5. amumusic
    Juni 29, 2014 um 4:10 pm

    Lieber Martin!
    Einfach nur aus Neugier:
    Warum muss ich darauf warten freigeschaltet zu werden, während jemand der nach mir kommentiert anscheinend schon freigeschaltet ist?
    Alles Liebe
    Amu

    • Juni 29, 2014 um 4:43 pm

      Liebe (/r?) Amu,
      Bei WordPress ist es so, dass nur einmal eine Adresse freigeschaltet werden muss.
      VG Martin

  6. amumusic
    Juni 29, 2014 um 5:02 pm

    Ok, Danke!
    Habe mich soeben erst neu bei WordPress angemeldet und hatte keine Ahnung wie es funktioniert.
    Danke auch für Deinen schönen Blog. Für mich eines der inspirierendsten Foren im Web, dank dir und Deiner illustren sensiblen und intelligenten Stammrunde!
    Liebe Grüsse an Alle
    Amu

    • Juni 29, 2014 um 6:12 pm

      Vielen Dank für Dein Feedback, auch gerne im Namen Aller, die wir hier versuchen, der Wirklichkeit näher zu kommen 🙂

  7. federleichtes
    Juni 30, 2014 um 12:01 am

    @ Mr. Chattison
    „… dass es primär erst einmal darum geht, das System nicht mehr zu “füttern” = Abstand nehmen, sich autarkisieren, sich bescheiden, zurückziehen-entziehen, im Kleinen solidarisieren, so weit wie irgendmöglich systemische Angebote ignorieren bis boykottieren …“

    Allein das wird aber bereits als „Feigheit vor dem Feind“ verstanden. Und zwar auch von Menschen, die das System nicht nur füttern, sondern kräftig partizipieren und von einer, wenn auch relativ schäbigen, Ordnung profitieren.
    Wer eine bessere Gesellschaft will, soll sie leben, und mit den Ergebnissen beweisen, dass er es besser KANN – alles andere ist in meinen Augen Murks.

    „Es fehlt an echten, überzeugenden, glaubwürdigen und attraktiven Vorbildern/Protagonisten hierzu. Nur in der attraktiv-affiniten Beispielfunktion werden Brücken zu denjenigen gebaut, die hier erreicht werden müssten, um eine kritische Masse zu erzeugen.“

    Ich bin viel unterwegs, treffe entsprechend viele Menschen, und spreche auch mit vielen Menschen. Sollte ich die Ergebnisse der vielen Gespräche bewerten, sagte ich: Die Brücken SIND längst gebaut, es existiert eine Solidarität – allerdings nicht offensichtlich. Fazit: Es gibt unentdeckte menschlich-teuflische Abgründe, aber es gibt auch auch Engel, die ihre Flügel still unter dem Hemd halten.

    „Missionieren ist so was von out!“

    Wer Zeit zum Missionieren hat, kann mir kaum erklären, ein vernünftiges Leben zu führen. Bei mir versucht’s keiner mehr: Hopfen-und-Malz-verloren-Lebensführung. Foto von heute: Schilfrohrsänger.

    „In der Übertragung könnte das bedeuten:
    – das Fundament des Denkens, der Orientierung und des Informationsaustausches müsste grundlegend geändert werden
    – das geistige-soziale Klima müsste umschlagen“

    Ein Kernpunkt.
    In meiner Terminologie:
    Menschen, die endogen nicht mehr auf emotionale Energieversorgung angewiesen sind, sind auch nicht mehr überängstlich und nicht so verwirrt, dass sie jede Scheißhausparole glauben und sie als Verhalten umsetzen. Dann, ja dann wäre der Drops gelutscht.
    Warum versuchen wir hier die Entraumatisierung auf einen Level zu bringen, der massenwirksam sein könnte-sollte?

    „Hier gilt leider das evolutionäre Gebot des Erfolgreichen – wie auch immer ich mich verhalte, es sollte letztlich meinem Überleben dienen und es nicht gefährden.“

    Derzeit befinden wir uns immer noch in der Phase, unbewusste/versteckte Feindseligkeit zu aktivieren. Das ist für mich das oberste evolutionäre Gebot, zumindest auf der Bewusstseinsebene. Denn dort geschieht ja, was wirklich bedeutsam ist: So existieren zu KÖNNEN (kraft Bewusstsein), dass weder die eigene noch die Existenz einer Gemeinschaft gefährdet wird. Zu verstehen und zu leben, dass Individualität gleichermaßen stark sein muss, wie das Wesen der Gemeinschaft und der Vernunftssinn für den Raum, in dem Existenz sich gestaltet.

    „Leider ist der Konsequenzenhorizont sehr vieler äußerst beschränkt, so dass sie sich erst durch faktische und nicht eher theoretische Katastrophen von der Unrichtigkeit ihres Paradigmas überzeugen lassen müssen – wenn überhaupt.“

    Wandlung aufgrund faktischer Realitäts-Veränderung ist nicht nachhaltig (siehe nach dem letzten Krieg). Das Paradigma mit breitem gesellschaftlichen Konsens ist derzeit noch:
    Alles ist käuflich – ich auch. Alle wollen mehr bekommen, als sie verdienen – ich auch. Selbst die schäbigsten Gedanken lassen sich profitabilisieren – ich bin schlau. Betrug ist ein Sport – ich spiele in der Bundesliga.
    Rand-Information:
    Wer wenig Wasser verbraucht, ist dafür verantwortlich, dass die Wasserpreise steigen. Ich also dauerrot vor Scham – werde mich als Statist für die Karl-May-Festspiele bewerben.

    „Ich kann aber trotzdem segeln!
    Und ich kann trotzdem ankommen!”

    Als ich noch ein Segelboot hatte, machte ich einige tiefgreifende Erfahrungen. Nicht nur die, dass Segeln die teuerste Art ist, unbequem zu reisen. Hoch am Wind zu bleiben, auch wenn die Wanten krachten – diese Art „Schiffsführung“ änderte sich bei mir bis heute nicht. Bis heute immer wieder Glück gehabt? Ja und. Ist doch wenigstens ein bisschen besser, als anders rum, kurz vor der Kiste mit gebrochenen Augen wimmernd zu fragen: War das Alles?

    Danke für Ihre treffliche Analyse.

    Gruß
    Wolfgang

    • Juni 30, 2014 um 8:17 am

      Wo Du den letzten Krieg ansprichst, ich schaue gerade, wie das mit der Umerziehung ablief, es sollte nicht mehr die Wunderwelt-Ab sondern Wunderwelt-B gedacht werden, Demokratie sollte sich entwickeln, bei einer „freien“ Meinungsbildung … :

  8. Juni 30, 2014 um 8:35 am

    Seit mehreren tausend Jahren wird eine geistige Welt gegenüber der materiellen überbetont. Wir werden auf Teufel komm raus missioniert, drangsaliert, manipuliert, damit wir andere werden, als wir sind. Ständig sollen wir uns transformieren, weiter entwickeln, noch mehr Bewusstsein entfalten. Dieser neue Bewusstseinswandel, von dem wieder einmal allerorten die Rede ist, ist bei näherer Betrachtung ein uralter Zopf. Es ist dasselbe, was die alten religiösen Systeme schon immer gesagt haben. Es ist bloß das Gewand, das gewechselt wurde. Was damit „bekleidet“ wird, ist jedoch dasselbe geblieben.

    Diese von den Religionen permanent gepredigte Verachtung des Materiellen impliziert geradezu den Kapitalimus, das „System“, den Bankmanager. Es ist die Reaktion der unterdrückten und in den Schatten verdrängten Seite, die sich bemerkbar macht und sie macht sich umso lauter bemerkbar, je mehr ihr die Anerkennung verweigert wird.

    Je mehr die eine „geistige“ Richtung drauf pocht, dass wir unserem Wesen nach spirituelle Wesen sind, Bewusstsein die Materie erst erschafft, wir alle eins sind im Geiste etc. pp., desto stärker wird dadurch die „materielle“ Gegenseite in Form der Konzern- und Bankenwelt. Das klingt paradox, aber dass genau dieses Paradox das Zentrum des Lebendigen, des Seins ist, das ist meine tiefste Erfahrung.

    Für mich besteht der Weg darin, die geistige mit der materiellen Seite zu versöhnen. Sich klar zu machen, dass Mensch geistige UND materielle Bedürfnisse hat. Ich habe keinen Bock mehr darauf, das eine Bedürfnis gegen das andere auszuspielen oder das eine höher als das andere zu bewerten. Ich habe auch keinen Bock mehr, etwas anderes aus mir machen zu wollen als ich bin.

    Man kann natürlich sein Schifflein nehmen und segeln. Aber ich nehme mir Proviant mit an Bord. Und eine warme, wasserdichte Decke.

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: